Club mit 1 1/2 Beinen am rettenden Ufer

Noch ist es nicht amtlich, weder der Abstieg für Lautern, noch der Nicht-Abstieg für den 1. FC Nürnberg, aber es sieht nun doch klarer aus wohin die Reise gehen wird. Mit dem 2:0 Sieg am Betzenberg gelingt dem FCN die Schubumkehr nach freiem Fall und man holt sage und schreibe 7 Punkte in nur einer Woche.

Wie wichtig der Sieg war, das zeigten aber auch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen. Der HSV kann doch noch gewinnen, Augsburg schafft in Wolfsburg die Sensation und Hertha hatte auch schon die Hand am Dreier. Doch der FCN konnte auf die Lebenszeichen der Abstiegskandidaten noch einen draufsetzen. Vor allem die Bilanz des Clubs gegen direkte Konkurrenten ist dieses Jahr das Faustpfand für den Überlebenskampf – und so wurde auch Freiburg und Lautern erfolgreich auf Distanz gehalten.

Der Club war heute nicht einmal so gut wie gegen Schalke. Man war aber sehr stabil und … effizient. Nach schwungvollen Beginn zeigte Lautern, dass man noch Herz und Willen hatte, doch dann schlug die Stunde des Mannes der Stunde: Daniel Didavi. Wie aus dem Nichts traf er mitten ins Pfälzer Herz mit einem Schuß Marke “Tor des Monats”. Nach der Pause gab sich Lautern nicht auf, kämpfte redlich, fand aber keine Mittel gegen die wieder einmal überragende Innenverteidigung des Clubs, in der Wollscheid einmal mehr seine Ausnahmestellung unterstrich. Am Lauterer Spiel merkte man aber das Dilemma der ganzen Saison. Man wollte ja! Aber sobald das Tor in die Nähe kam, versagten Nerven und vielleicht auch das Können. Es war ja nicht so, dass der Club den Gegner an die Wand spielte oder chancenlos ließ, aber die “roten Teufel” ließen auch Unsicherheiten von Keeper Schäfer beim Stellungsspiel in Halbzeit 1 oder Kopfballmöglichkeiten fast kläglich ungenutzt. Der Höhepunkt dann die Riesenchance von Sandro Wagner, der nach einem zumindest fragwürdigen Zweikampf allein auf Schäfer zulief, dann aber die Chance nicht nutzen konnte. Schäfer zeigte aber in der Szene auch, dass es diese Qualitäten sind, die ihn für die Mannschaft so wertvoll machen und wohl auch für die Trainer die Schwächen in der Strafraumbeherrschung kompensieren. Der Club zu zögerlich in Halbzeit 2, fast wie in Freiburg, doch Lautern ist eben nicht Freiburg und so fasste sich Didavi ein Herz, spazierte mit einem kurzen Antritt durch Lauterns Abwehr und legte perfekt für Pekhart zum 2:0 auf.

Ein 2:0 ist im Fußball trügerisch, denn ein Anschlusstreffer kann eine unglaubliche Dynamik auslösen, gerade weil das Spiel ja scheinbar schon entschieden war. Doch Lautern hätte wohl die berühmten Stunden noch spielen können, ohne einen Treffer zu markieren. 19 Treffer in 31 Spielen sind kein Zufall und die Tabelle lügt eben nicht.

Nun wird der Puls zum Saisonende also doch noch ruhiger. Wer hätte das gedacht? Auch wenn man immer noch aus Erfahrung das kleine Fragezeichen hinter dem Erreichen des Saisonziels macht, so darf man doch sich langsam an die Bilanz machen. Vor allem die Kritiker an Didavi, die nicht nur den Jungen für bundesligauntauglich einstuften sondern auch die Verantwortlichen für verrückt erklärten, wie sie ihre Hoffnungen auf ihn überhaupt setzen konnten, dürften ihr Urteil jetzt noch einmal überdenken. Aber natürlich hat man nun schon die nächste Schelte parat: Warum ist der Junge denn nur geliehen und das auch noch ohne Kaufoption? Dabei ist die Antwort denkbar einfach: Weil man ihn sonst nicht bekommen hätte. Muss man also den nächsten nun geschliffenen Rohdiamant wieder ziehen lassen? Möglicherweise. Möglicherweise ist das aber auch egal. Warum? Weil wir den Diamantschleifer bei uns haben und man tunlichst dafür sorgen sollte, dass er a) weiteres Material bekommt und b) sich hier weiter wohlfühlt. Denn der eigentliche Star dieser Mannschaft ist der Trainer, der auch unter widrigen Bedingungen (Budget, Abgänge, Verletzungen) wieder eine funktionierende Truppe gebaut hat – zum dritten Mal in Folge! Talente wissen wohl schon längst, dass man zum Club kommen muss, wenn man einen guten Lehrmeister braucht, einen Diamantschleifer. Und vielleicht ist Chandler einer der ersten, der erkannt hat, dass es sich vielleicht sogar lohnt nicht gleich nach dem ersten Schliff sich der erstbesten Diva an den Hals zu werfen, sondern weiter an sich arbeiten zu lassen.

Aber … gefeiert wird erst, wenn es amtlich ist. Dann werden sicher auch diverse Personalien offiziell gemacht, die an den Klassenerhalt geknüpft sind und die für die nächste Saison Zuversicht geben sollten. Bader und Hecking würden mit Klassenerhalt einen Meilenstein für den FCN gesetzt haben. Nahezu schuldenfrei, der Unterbau hervorragend neu aufgestellt und die wesentlichen Strukturen gelegt – die Saat kann dann aufgehen. Garantien gibt es dann aber auch keine, aber viel Zuversicht, denn die handelnden Personen verstehen ihr Handwerk.

21 Gedanken zu „Club mit 1 1/2 Beinen am rettenden Ufer

  • 14.04.2012 um 21:31
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    Ich kann mich noch erinnern, als wir damals (etwas überraschend) durch die Relegation gegen Cottbus aufgestiegen sind; da gab es Stimmen, die meinten, ob es nicht zu früh wäre, ob das Sinn macht und die Ergebnisse schienen oft das zu bestätigen. Aber trotzdem jetzt sind wir doch schon drei (oder vier?) Jahre dabei. Und eigentlich sollte es jetzt langsam kontinuierlich bergauf gehen. Meine ich so …

  • 14.04.2012 um 21:53
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    Exzellente Analyse, Alexander! Zum Spiel und zu den Personalien.

    Die Sache mit Didavi hast Du sehr treffend auf den Punkt gebracht, denn genau diesen unreflektierten Meinungsumschwung befürchte ich auch: Erst ist der Junge verletzt, dann “bringt er keinen geraden Ball über 5 Meter zum eigenen Mann” – doch nach genügender Spielpraxis, dem Vertrauen und der Kenntnis Heckings zu verdanken, schießt und spielt (!) der Junge den Club fast im Alleingang ganz ganz nah ans rettende Ufer.

    Und jene, die zuvor an Heckings Verstand gezweifelt hatten, Didavi einzusetzen, ihm Zeit zu geben, werden wohl auch die Ersten sein, die in ein paar Wochen (verbal) auf Bader einschlagen werden, warum er nicht fähig ist, endlich mal einen aufstrebenden, hochtalentierten und für den Club so wichtigen offensiven Mittelfeldspieler zu halten.

    Kippfiguren eben.

    Deshalb freue ich mich nicht nur über die 7 Punkte in dieser einen Woche und den greifbaren Klassenerhalt. Ich freue mich auch für Martin Bader, Dieter Hecking und natürlich auch Daniel Didavi. Es ist beeindruckend, wie die Scoutingabteilung des Vereins funktioniert – nicht bei allen Spielern, das ist klar.
    Aber solche Spieler wie Didavi zu bekommen und sie in diesen jungen Jahren ihr Talent so herauszukitzeln, dass entscheidende Spiele dank dieses Spielers gewonnen werden können, ist eine echte Leistung. Etwas, das es so früher kaum oder gar nicht gegeben hat. Und das stimmt mich zuversichtlich.

    Der Club hat sich von Jahr zu Jahr unter der Führung Martin Baders zu einem seriösen Verein entwickelt, der für junge und talentierte Spieler auf dem Sprung immer mehr an Attraktivität gewinnt.

    Und vielleicht ist in Sachen Didavi noch nicht das letzte Wort gesprochen. Wenngleich zu befürchten ist, dass Bobic und Labbadia knallhart sein werden und dermaßen hohe Forderungen stellen, dass Bader abwinken muss. Denn die Maxime, nicht den einfachen Weg zu gehen, der ein gewisses wirtschaftliches Risiko birgt, wird weiterhin Priorität haben. Und das ist gut so!

    Dann eben (hoffentlich) den nächsten Rohdiamanten, wie Alexander so schön schreibt.
    Auf zum fröhlichen Schleifen, Herr Hecking!!!

  • 14.04.2012 um 22:07
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    Bayern – Mainz 0:0 – was für ein Glück, dass wir auf die Bayern nicht angewiesen sind..

  • 14.04.2012 um 23:49
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    Nachdem man sich schön langsam daran gewöhnt hatte, die Hände beim Schußversuch von Didavi über dem Kopf zusammen zuschlagen, straft er einen nun doch Lügen. Anfangs war das Positivste was man sagen konnte in den meisten Fällen “Nun, zumindest Selbstvertrauen hat er.”, inzwischen weiß man auch warum er es hat.

    Ganz erklären kann ich mir diesen sprunghaften Wandel, der im Grunde mit seinem glücklichen Treffer gegen Mainz begonnen hat, zwar noch nicht, aber auf einmal haut er die Dinger in den Winkel und nicht mehr in den Oberrang.

    Sportlich kommt dieser Lauf genau zum richtigen Zeitpunkt, wirtschaftlich genau zum falschen Zeitpunkt, da er uns damit in eine denkbar schlechte Verhandlungsposition mit dem VfB bringt.

    Aber das sehe ich wie Alexander, nach einem Ottl kam ein Ekici, nach einem Ekici ein Didavi, und auch nach Didavi wird jemand kommen dem man das Vertrauen schenken wird. Für ambitionierte Spieler ist der Club im Moment ohnehin noch eine Zwischenstation, umbauen werden wir immer wieder mal müssen.

    Didavi selbst habe ich kaum kritisiert, mein Ansatzpunkt – der sich nicht überprüfen lässt – ist der, dass ich es auch unseren eigenen Talenten mit soviel Spielzeit und Vertrauen zutrauen würde zu Bundesligaspielern zu reifen die uns weiterhelfen können. Ich hoffe, dass dieser Schritt in der nächsten Saison gelingt, denn es wäre auch fürs NLZ ziemlich katastrophal, wenn der Eindruck erweckt wird, dass man als Eigengewächs zwangsläufig den Kürzeren gegenüber auswärtigen Talenten zieht.

    Dem Schlussabsatz kann ich mich anschließen, schuldenfrei und gut aufgestellt schaut die Zukunft tatsächlich rosa bzw. schwarz-rot aus.

    • 15.04.2012 um 06:45
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      Vielleicht ist es für einen Theoretiker wie dich neu, der meint über alles und jeden Urteile fällen zu müssen, daß wenn man einmal getroffen hat, ein Spieler einfach mehr Sicherheit bekommt und dann Dinger reingehen die eine Woche vorher vielleicht noch im Oberrang gelandet wären. Insbesondere bei einem jungen Spieler, der den Durchbruch in der Bundesliga erst mal schaffen will und zudem lange Zeit verletzt war. Scheinbar ist er eben jetzt an dem Punkt daß ihm dieser Durchbruch gelingt. Bei dir meint man du schreibst über einen Fundus an Erfahrungen aus der Playstation.

      xxandl: Ganz erklären kann ich mir diesen sprunghaften Wandel, der im Grunde mit seinem glücklichen Treffer gegen Mainz begonnen hat, zwar noch nicht, aber auf einmal haut er die Dinger in den Winkel und nicht mehr in den Oberrang.

  • 15.04.2012 um 03:39
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    xxandl: Nachdem man sich schön langsam daran gewöhnt hatte, die Hände beim Schußversuch von Didavi über dem Kopf zusammen zuschlagen, straft er einen nun doch Lügen. Anfangs war das Positivste was man sagen konnte in den meisten Fällen “Nun, zumindest Selbstvertrauen hat er.”, inzwischen weiß man auch warum er es hat.

    Ganz erklären kann ich mir diesen sprunghaften Wandel, der im Grunde mit seinem glücklichen Treffer gegen Mainz begonnen hat, zwar noch nicht, aber auf einmal haut er die Dinger in den Winkel und nicht mehr in den Oberrang.

    Sportlich kommt dieser Lauf genau zum richtigen Zeitpunkt, wirtschaftlich genau zum falschen Zeitpunkt, da er uns damit in eine denkbar schlechte Verhandlungsposition mit dem VfB bringt.

    Aber das sehe ich wie Alexander, nach einem Ottl kam ein Ekici, nach einem Ekici ein Didavi, und auch nach Didavi wird jemand kommen dem man das Vertrauen schenken wird. Für ambitionierte Spieler ist der Club im Moment ohnehin noch eine Zwischenstation, umbauen werden wir immer wieder mal müssen.

    Didavi selbst habe ich kaum kritisiert, mein Ansatzpunkt – der sich nicht überprüfen lässt – ist der, dass ich es auch unseren eigenen Talenten mit soviel Spielzeit und Vertrauen zutrauen würde zu Bundesligaspielern zu reifen die uns weiterhelfen können. Ich hoffe, dass dieser Schritt in der nächsten Saison gelingt, denn es wäre auch fürs NLZ ziemlich katastrophal, wenn der Eindruck erweckt wird, dass man als Eigengewächs zwangsläufig den Kürzeren gegenüber auswärtigen Talenten zieht.

    Dem Schlussabsatz kann ich mich anschließen, schuldenfrei und gut aufgestellt schaut die Zukunft tatsächlich rosa bzw. schwarz-rot aus.

    Übrigens spielt Didavi in dieser Saison für den Club und nicht für den VfB.
    Folglich sehen auch die NLZ-Talente, dass die Kombination aus Talent, Leistungsvermögen und entsprechender Einschätzung durch den Trainerstab Spielpraxis bedeutet. Was soll daran negativ sein? Ist das nicht eher ein Ansporn, alles zu geben?

    Außerdem hast Du in Deiner Aufzählung einen gewissen Ilkay Gündogan vergessen. Aber der war ja keine Ausleihe, also zählt er nicht. Oder habe ich Dich falsch verstanden?
    Davor gab es u.a. auch noch einen Dennis Diekmeier.

    Der Unterschied zu früheren Zeiten ist allerdings der, dass der Club durch seine besonnene ökonomische Weitsicht eine von Jahr zu Jahr bessere Perspektive aufbaut, damit man auch längerfristig talentierte Spieler binden kann. Das sollte in der Argumentation nicht unberücksichtigt bleiben.

    Früher gab es bei den jungen und veranlagten Spielern aus wirtschaftlich existenzieller Not einen viel größeren Aderlass: Reuter, Dorfner, Schwabl, Eckstein… eine Art “Goldene Generation” musste flugs verscherbelt werden. Trotz beeindruckender Bundesligaplatzierung und UEFA-Cup.

    Heute sieht das Fundament um Klassen besser aus. Vielleicht ist ein klein wenig Geduld angebracht, denn der Club ist wahrlich kein Verein der großen Sprünge. Auch wenn das nicht jedem gefällt.
    Jetzt muss erstmal der Ligaerhalt final unter Dach und Fach gebracht werden. Bader und Hecking werden sich schon etwas ausgedacht haben, da können wir uns sicher sein.

  • 15.04.2012 um 03:52
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    @ xxandl

    Außerdem ist es mir wesentlich lieber, dass Didavi so explodiert ist und entscheidend zum (hoffentlichen, allerhöchstwahrscheinlichen) Klassenerhalt beigetragen hat. Das bringt dem Club erheblich mehr als eine “günstige wirtschaftliche Ausgangsposition” in den Verhandlungen mit dem VFB.

    Die gäbe es nämlich bei einer Stagnation Didavis auch nicht. Oder glaubst Du ernsthaft, dass der Junge mit in die 2. Liga runtergehen würde?

    Und jetzt schreibe bitte nicht, dass wir auch mit einem Mitläufer-Didavi weitestgehend gerettet wären.

  • 15.04.2012 um 04:44
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    Das Problem sehe ich darin, dass kein einziger Spieler der unsere Nachwuchsabteilungen durchlaufen hat sich in die erste Mannschaft spielen konnte.

    Während sich also Didavi, Schieber (Stuttgart), Ekici (München), Chandler (Frankfurt), Gündogan (Bochum), Wollscheid (Saarbrücken), Esswein (Kaiserslautern/Wolfsburg), Diekmeier (Bremen), usw., bei uns ins Rampenlicht gespielt haben, schaffen das Plattenhardt, Wießmeier und Mendler offenbar (noch?) nicht, vom Jahrgang davor hat sich meines Wissens keiner durchsetzen können. Das bringt mich jetzt zu der Frage: Ist das wirklich nur Zufall, oder funktioniert die Ausbildung bei anderen Vereinen besser? Jugendnationalspieler produzieren wir ja wie kaum eine zweite Bundesligamannschaft, aber am Sprung in die Bundesliga scheitern derzeit doch noch zu viele.

    An genau dem Punkt stellt sich dann auch für Jugendspieler die Frage: Gehe ich wirklich nach Nürnberg, wo man sich in den letzten Jahren die Talente anderer Clubs geangelt hat, oder gehe ich lieber zu 1860 oder Fürth, die jährlich einige Profi-Spieler produzieren.

    Mit dem NLZ wird die Ausbildung mittelfristig sicherlich nochmal verbessert, da sehe ich dann kein Problem, aber ich fände es immens schade, wenn wir aus dieser durchaus talentierten Generation keine – fränkischen – Bundesligaspieler machen könnten.

    Talente länger zu halten muss das Ziel sein, darunter verstehe ich es, uns an Gladbach zu orientieren, die Jansen, Marin und Reus jeweils so lange gehalten haben, bis sie zweistellige Millionensummen einbrachten. Das sind Werte, die man in zwei Jahren für einen Gündogan oder Wollscheid wohl auch bezahlen müsste. Mit den großen der Bundesliga können wir sicherlich noch länger nicht mithalten, aber mit jedem Jahr in dem wir die Klasse halten machen wir einen Schritt ins Mittelfeld der Liga.

    Wenn es sich so angehört haben sollte, dass ich mich nicht über Didavis Leistungen freue, dann kann ich beruhigen: Ich freue mich sehr. Mit einem schlecht spielenden Didavi wäre uns nicht geholfen, weder heuer, noch längerfristig. Und ja, ich denke ein schlecht spielender Didavi wäre aus Mangel an Optionen mit in Liga zwei gegangen. Dort waren ein Harnik, ein Sam und jetzt ein Beister auch, junge Spieler müssen halt manchmal auch einen Schritt zurück machen um zwei nach vorne machen zu können.

    Ich weine einem Didavi auch nicht nach wenn er geht, da ich wie beschrieben davon überzeugt bin, dass ein “neuer Didavi” kommen wird. Kiyotake soll ja relativ sicher kommen, und ein Mann, der von seinem jetzigen Verein als würdiger Nachfolger von Kagawa angesehen wurde/wird, verspricht doch schon mal Gutes…

  • 15.04.2012 um 09:57
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    @Xxandl:

    Dass Didavi ein Spieler von Format ist, hat er auch schon in der Vorrunde gezeigt. Ich erinnere an das Spiel in Leverkusen, in dem er abgeklärt und technisch brillant das 1:0 erzielte.

  • 15.04.2012 um 10:48
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    @xxandl bezüglich Nachwuchsabteilung:

    Ganz so einfach ist der Vergleich von Didavi, Schieber und Konsorten mit unseren eigenen Jungen aber nicht, sondern sollte von Fall zu Fall betrachtet werden.

    Gündogan:
    wurde erstmal eine Rückrunde lang in aller Ruhe aufgebaut, bevor er am letzten Spieltag gegen 1860 eingewechselt wurde und anschließend auch die Hinrunde in der ersten Liga sehr wechselhaft bestritt.

    Diekmeier:
    Hatte zumindest schon 15 Spiele in der Dritten Liga auf dem Buckel. Debütierte bei uns zudem “nur” in der Zweiten Liga.

    Wollscheid:
    wurde anderthalb Saisons in der 2. Mannschaft (Regionalliga) aufgebaut.

    Ekici:
    Kam zu uns bereits mit der Empfehlung von 61/18 Spiele/Tore in der Dritten Liga, wobei er insbesondere in der letzten Saison bei Bayern II einer der herausragenden Spieler der Liga war.

    Esswein:
    ähnlich Ekici, wurde nicht umsonst zum Spieler des Jahres in der Dritten Liga gewählt.

    Schieber:
    Hatte schon 31/3 Spiele/Tore in der Bundesliga und 23/13 in der Dritten Liga.

    Didavi:
    Kam mit der Erfahrung von 8/1 in der Bundesliga und 60/10 in der Dritten Liga.

    Meine Quintessenz daraus: Bis auf Gündogan und Wollscheid hatten alle schon (reichlich und konstant!) Profi-Erfahrung auf dem Buckel als sie zu uns kamen, d.h. sie waren in ihrer Entwicklung schon einen halben bis ganzen Schritt weiter als aktuell Wießmeier, Mendler, George, Plattenhardt, Klement (ja, eigentlich kein “Eigengewächs”) und co.
    Ich denke im Übrigen auch, dass es schon nochmal einen deutlichen Unterschied zwischen Dritter Liga und Regionalliga gibt. Nicht umsonst ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass nächste Saison lediglich eine Profimannschaft mit seiner zweiten Vertretung in der Dritten Liga zu finden ist (VfB).

    Die entscheidende Frage ist doch, wie man die Ausbildung der Jungs weiter betreiben möchte. Können sie realistischerweise den nächsten Schritt bei uns machen, oder ist es sinnvoller ihnen woanders die Spielpraxis zu verleihen? Im wahrsten Sinne des Wortes. Zumal der nächste Jahrgang um Tekerci, Halimi und Gärtner ja bereits in den Startlöchern steht.

    Ehrlicherweise muss man doch sagen, dass das Niveau in der Zweiten Liga bedeutend niedriger ist als in der Bundesliga und es somit für die jungen Spieler (die nicht gerade das absolute Ausnahmetalent à la Götze sind) auch einfacher ist, dort ins kalte Wasser geschmissen zu werden und sich zu behaupten (s. bspw. auch Großkreutz und Reus bei LR Ahlen, Holtby in Aachen, Risse/Reinartz/Diekmeier bei uns, etc.).

    In jedem Fall ist die Entwicklung in diesem Bereich m.E. als überaus positiv zu bewerten und auch der Grund weswegen ich denke, dass wir vom Fundament her wesentlich besser dastehen als nach unserer Pokalsiegersaison. Dass/Ob es die Jungen dann letztlich auch wirklich packen ist oftmals auch ein klein wenig von Glück (Verletzungen…) abhängig und vom Gedanken, dass in jedem Jahrgang ein Kronjuwel vom Format Özil oder Götze steckt sollte man sich ebenfalls verabschieden.

    (abschließende Randnotiz: Stimmt, aus dem Jahrgang vor Wießmeier und co. hat es meines Wissens nach niemand bei uns – oder auch woanders in Liga 1 oder 2 – gepackt. Allerdings erinnere ich mich in dem Zusammenhang sinngemäß an eine Aussage von Bader (oder Nüssing/Zietsch, weiß nicht mehr genau), nach der man erst ab diesem besagten Jahrgang vielversprechende eigene Talente hat (remeber: Jugendarbeit ist langfristige Arbeit) und die Zeit bis dahin durch gutes Scouting überbrücken muss. Wenn man sich vor diesem Hintergrund die Namen Frantz, Wollscheid, Maroh, Chandler und Gündogan vor Augen führt, kann man wohl sagen, dass es nicht so ganz schlecht funktioniert hat… ;))

    • 15.04.2012 um 11:15
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      Sehr treffliche Analyse, da würde ich mich anschließen, die jungen Leute, die zu uns kamen hatten alle mehr Erfahrung, zudem Esswein auch bereits eine ganze Bundesligasaison in Wolfsburg, wenn auch nur mit sportischen Einsätzen. Wie du schon schreibst, alle waren schon den kleinen aber entscheidenden Schritt weiter, ihnen die Bundesliga 1 auch zuzutrauen.
      Des weiteren spricht ja überhaupt nichts dagegen unsere Jungendnationalspieler auch erstmal in die dritte oder zweite Liga auszuleihen, damit sie die Erfahrung im Profibereich sammeln können. Der Sprung in die 1.Liga ist halt schon sehr groß.

      El raton: @xxandl bezüglich Nachwuchsabteilung:

      Ganz so einfach ist der Vergleich von Didavi, Schieber und Konsorten mit unseren eigenen Jungen aber nicht, sondern sollte von Fall zu Fall betrachtet werden.

      Gündogan: wurde erstmal eine Rückrunde lang in aller Ruhe aufgebaut, bevor er am letzten Spieltag gegen 1860 eingewechselt wurde und anschließend auch die Hinrunde in der ersten Liga sehr wechselhaft bestritt.

      Diekmeier: Hatte zumindest schon 15 Spiele in der Dritten Liga auf dem Buckel. Debütierte bei uns zudem “nur” in der Zweiten Liga.

      Wollscheid: wurde anderthalb Saisons in der 2. Mannschaft (Regionalliga) aufgebaut.

      Ekici: Kam zu uns bereits mit der Empfehlung von 61/18 Spiele/Tore in der Dritten Liga, wobei er insbesondere in der letzten Saison bei Bayern II einer der herausragenden Spieler der Liga war.

      Esswein: ähnlich Ekici, wurde nicht umsonst zum Spieler des Jahres in der Dritten Liga gewählt.

      Schieber: Hatte schon 31/3 Spiele/Tore in der Bundesliga und 23/13 in der Dritten Liga.

      Didavi: Kam mit der Erfahrung von 8/1 in der Bundesliga und 60/10 in der Dritten Liga.

      Meine Quintessenz daraus: Bis auf Gündogan und Wollscheid hatten alle schon (reichlich und konstant!) Profi-Erfahrung auf dem Buckel als sie zu uns kamen,d.h. sie waren in ihrer Entwicklung schon einen halben bis ganzen Schritt weiter als aktuell Wießmeier, Mendler, George, Plattenhardt, Klement (ja, eigentlich kein “Eigengewächs”) und co. Ich denke im Übrigen auch, dass es schon nochmal einen deutlichen Unterschied zwischen Dritter Liga und Regionalliga gibt. Nicht umsonst ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass nächste Saison lediglich eine Profimannschaft mit seiner zweiten Vertretung in der Dritten Liga zu finden ist (VfB).

      Die entscheidende Frage ist doch, wie man die Ausbildung der Jungs weiter betreiben möchte. Können sie realistischerweise den nächsten Schritt bei uns machen, oder ist es sinnvoller ihnen woanders die Spielpraxis zu verleihen? Im wahrsten Sinne des Wortes. Zumal der nächste Jahrgang um Tekerci, Halimi und Gärtner ja bereits in den Startlöchern steht.

      Ehrlicherweise muss man doch sagen, dass das Niveau in der Zweiten Liga bedeutend niedriger ist als in der Bundesliga und es somit für die jungen Spieler (die nicht gerade das absolute Ausnahmetalent à la Götze sind) auch einfacher ist, dort ins kalte Wasser geschmissen zu werden und sich zu behaupten (s. bspw. auch Großkreutz und Reus bei LR Ahlen, Holtby in Aachen, Risse/Reinartz/Diekmeier bei uns, etc.).

      In jedem Fall ist die Entwicklung in diesem Bereich m.E. als überaus positiv zu bewerten und auch der Grund weswegen ich denke, dass wir vom Fundament her wesentlich besser dastehen als nach unserer Pokalsiegersaison. Dass/Ob es die Jungen dann letztlich auch wirklich packen ist oftmals auch ein klein wenig von Glück (Verletzungen…) abhängig und vom Gedanken, dass in jedem Jahrgang ein Kronjuwel vom Format Özil oder Götze steckt sollte man sich ebenfalls verabschieden.

      (abschließende Randnotiz: Stimmt, aus dem Jahrgang vor Wießmeier und co. hat es meines Wissens nach niemand bei uns – oder auch woanders in Liga 1 oder 2 – gepackt. Allerdings erinnere ich mich in dem Zusammenhang sinngemäß an eine Aussage von Bader (oder Nüssing/Zietsch, weiß nicht mehr genau), nach der man erst ab diesem besagten Jahrgang vielversprechende eigene Talente hat (remeber: Jugendarbeit ist langfristige Arbeit) und die Zeit bis dahin durch gutes Scouting überbrücken muss. Wenn man sich vor diesem Hintergrund die Namen Frantz, Wollscheid, Maroh, Chandler und Gündogan vor Augen führt, kann man wohl sagen, dass es nicht so ganz schlecht funktioniert hat… )

  • 15.04.2012 um 12:14
    Permalink

    Zum Artikel wollte ich nochmal sagen, ich war gestern live im Stadion und ich fande, dass unser IV-Paar gestern keinesfalls überragend war. Speziell in der 1. HZ waren da doch sehr viele Unsicherheiten von beiden dabei und auch die Außenverteidiger waren in manchen Szenen nicht eng genug am Mann.
    In der 2. HZ wurds dann besser. Mir haben dafür aber die beiden Sechser Simmons und Balitsch und die beiden Außen Mak und Frantz ziemlich gut gefallen!
    Und über Schäfers Sicherheit bei hohen Bällen war och (natürlich positiv) überrascht!

    Insgesamt eine sehr gute Mannschaftsleistung aber es war nicht alles Gold, was geglänzt hat, sonst wäre die schlechteste Offensive der Liga ja nicht zu min. zwei 100%igen Torchacen gekommen..

  • 15.04.2012 um 12:39
    Permalink

    @el raton bzgl. Jann George

    Ich habe den Jungen gesehen, als er im Spiel gegen Fenerbahce im August eingewechselt wurde (kann mich auch täuschen mit der Einwechslung) und da hat er für mich ganz gute Ansätze gezeigt. Leider kann ich das Regionalligateam nicht sehen, aber schön zu hören, dass man den Jungen offensichtlich weiter auf der Liste hat. Ich hatte gehofft, den in dieser Saison schon mal in der Bundesliga sehen zu können..

  • 15.04.2012 um 12:54
    Permalink

    Was für eine Woche! Vor 8 Tagen grassierte noch leichte Abstiegspanik, dank englischer Woche ist die nur wenige Tage später völlig verflogen, und man hat am Mittwoch endlich mal wieder ein richtig schönes Clubspiel gesehen. Ja, ich weiß, theoretisch könnte man noch auf den Relegationsplatz abstürzen, aber ich bin mir sicher, dass das nicht geschehen wird. Nächsten Samstag ist der Sack endgültig zu, und dann werden wir in den verbleibenden beiden Spielen (insbesondere beim letzten Heimspiel) auch wieder Wießmeier und Co. auf dem Platz sehen. Ich freue mich auf das Saisonfinale.

  • 15.04.2012 um 13:46
    Permalink

    Schöner Schlußsatz vom Diamantveredler (Der Schleifer ist doch in Wolfsburg) in der FCK-Pressekonferenz mit leichtem Grinsen:
    “Aber – und das wissen meine Journalisten [breites Grinsen] – ich bin von meiner Mannschaft so überzeugt, daß wir die Punkte, wenn wir denn noch welche brauchen, auch noch holen. Und dass ich deshalb glaube, dass der 1. FC Nürnberg auch im nächsten Jahr noch in der Bundesliga spielt.”

    Am Auffälligsten war für mich auch, daß das Spiel gegen Herne sehr viel Kraft gekostet hat und deshalb unsere Jungs gegen Kaiserslautern in einigen Bereichen etwas Müde wirkten. Woschd gwehn, nächstes Jahr freue ich mich sehr auf das traditionsreichste Fußballderby in der 1. Bundesliga.
    Ich bin froh, dass ich in der Lage bin, in so einer schönen Situation einfach nur den Augenblick geniessen zu können und nicht das Haar in der Suppe suchen zu müssen.

    Das ist doch schön, dass vielleicht endlich auch diese schlimme Dominanz aus Nordtirol größere Risse erhält und die wieder koan Meistertitel bekommen werden. Dortmund wird doch höchst verdient Meister: Wer in allen Spielen und nicht nur so wichtigen Endspielen wie gegen die Bauern oder auf Schalke gewinnt, hat das doch mehr als verdient.

    Und auch toll, wie nahe die abstiegsbedrohten Mannschaften nach wie vor stehen und wir das ganze wieder aus der Ferne betrachten können!

    Geniesst das doch einfach mal! Vielleich auch ohne wieder über Schäfer, den Schuhputz oder die Unterhosenfarben unserer Spieler negativ diskutieren zu müssen.

  • 15.04.2012 um 14:33
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    @Woschdsubbn

    Der Schleifer in WOB hält diesen Medizinballmythos nur noch aufrecht, um seine Hilflosigkeit zu überdecken, die sich in Masseneinkäufen niederschlägt. Hier zitiere ich gerne wieder den von mir schon einmal zitierten Spielerberater (der übrigens bislang mit seiner Voraussage absolut Recht hatte: Köln, Hertha und dem HSV fehlen die Ruhe, um sich abzusetzen bzw. zu retten. Eine Ruhe, die beim Club vorhanden ist, weshalb er die Klasse auch halten wird.):
    “Magath ist in unserer Zunft, in der es letztlich nur und vollkommen emotionslos ums Geschäft geht, ein äußerst beliebter Trainer/Sportmanager, weil er die Preise hochtreibt und Kauftrips hat wie ein Bipolarer in der Manie.”

    Ja: Und ich freue mich wie verrückt über diesen sensationellen Endspurt des Clubs! Hätte dich fast niemand mit gerechnet. Umso schöner!!!!

  • 15.04.2012 um 14:36
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    Und Köln muss heute verlieren, auch damit @Claus (du bist doch auch in Berlin, oder?) und ich hoffentlich auch die kommende Saison den Club im Olympiastadion siegen sehen können☺

  • 15.04.2012 um 15:23
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    @berlinclub: Stimmt beides, und ein paar andere Clubfans gibt es hier auch noch. Kennst Du eigentlich das Frank und Frei?

  • 15.04.2012 um 16:43
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    Zur Jugenddiskussion würde ich El Ratan beipflichten und noch etwas vereinfachen: Unsere Jungen sind eben noch jünger, als die, die in der Regel den Durchbruch schafften. Und Plattenhardt hatte durchaus seine Chance, hat sie aber – und in dem Fall für alle sichtbar – nicht wirklich genutzt.

    Mich würde aber noch interessieren, was Ihr mit der “aufgehenden Saat” oder der “rosaroten Zukunft” meint?!? Ich denke der Club wird auf Jahre potentiell absteigen können und nur in Ausnahmsjahren an den internationalen Plätzen kratzen können. Die Fortschritte werden schon dafür notwendig sein. Und ganz ehrlich: Des langad ma a 🙂

  • 15.04.2012 um 18:34
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    @Claus

    Nee, ist das ne fränkische Glubbbkneipe?

    Und allgemein:
    Merci Gladbach?

  • 15.04.2012 um 21:52
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    @berlinclub: Viel beser, ein fränkischer Biergarten, in dem man u.A. Schanzenbräu und Held bekommt (neben ordentlichen fränkischen Bratwürsten), und wo man natürlich den Club schauen kann. Ist in der Köpenicker Str, direkt neben dem Sage-Club.

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