Allmächd, der Clubb

Der 1. FC Nürnberg hat also in Hamburg gewonnen, zum ersten Mal seit 20 Jahren. Und das überraschte manchen Experten, dabei müsste man sich die Auftaktbilanz des FCN mal ansehen, denn da sind Auftaktsiege vor allem auswärts in den letzten 10 Jahren gar keine so große Überraschung gewesen.

2002: 1. FC Nürnberg – VfL Bochum 1:3
2003: Karlsruher SC – 1. FC Nürnberg 2:3 (2. Liga)
2004: 1. FC Kaiserslautern – 1. FC Nürnberg 1:3
2005: Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 3:0
2006: VfB Stuttgart – 1. FC Nürnberg 0:3
2007: 1. FC Nürnberg – Karlsruher SC 0:2
2008: 1. FC Nürnberg – FC Augsburg 2:1 (2. Liga)
2009: 1. FC Nürnberg – FC SChalke 04 1:2
2010: Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg 1:1
2011: Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg 0:1
2012: Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 0:1

Erwartete man nun also nach dem Dämpfer von Havelse einen wahren Aufschrei der Begeisterung seitens der Clubfans, die in der letzten Woche kaum ein gutes Haar an ihren Lieblingen gelassen hatten und nahezu jede Bundesliga-Tauglichkeit in Frage stellten, so könnte man beim Studium der Fanreaktionen im Internet nun etwas irritiert sein. – Keine Frage, der Club-Sieg war kein „Joga Bonito“ und der Hamburger SV in der Verfassung keine unlösbare Aufgabe, aber im Umkehrschluss hatte sich dies der HSV nach den Eindrücken vom Club in Havelse sicher auch gedacht und sich was ausgerechnet.

Der Club gewinnt und die Fans sprechen plötzlich von Pflichtsieg, der natürlich noch zu niedrig ausgefallen sei und überhaupt fast fahrlässig noch in Gefahr gebracht. Hält Schäfer einen Ball grandios, ist das nun mal Aufgabe eines Keepers, während auf der Gegenseite einem Adler fast huldigend eine Weltklasseleistung attestiert wird. So ist auch Frantz, als der kurz nach der Halbzeit nach langem Sprint und Antipation von Kiyotakes Idee eines tödlichen Passes nicht zum 1:0 vollendete, wahlweise an einem überragenden Adler gescheitert oder wird als schlicht zu doof ausgemacht, so einen einfachen Ball nicht zu versenken. Apropos Kiyotake – den hat man natürlich schnell ins Herz geschlossen, einen Spielmacher und Dribbler mit Showeffekt wollte man schon lange mal wieder sehen (zu Recht!), doch im gleichen Atemzug wird der nicht als bisher fehlendes Glanzstück einer grundsoliden Mannschaft ausgemacht, sondern eher als einer der zu gut für den Rest ist, die alle zu doof sind, die genialen Ideen dieses Genies zu verstehen – und der also eh bald wieder weg sein wird.

Man könnte die Liste nahezu unendlich ausweiten: Das Arbeitstier ist beim Gegner die Lunge und der Dieselmotor, bei uns der Rumpelfußballer, mit dem man kein Passspiel aufziehen kann. Wer sich aggressiv zu Wehr setzt, der ist dort der dringend benötigte „aggressiv leader“, bei uns der Übermotivierte, dem das Timing fehlt und der mit solchen Aktionen Sperren in Kauf nimmt und damit dem Team schadet. Spielen wir 5 Minuten vor Schluss den schnellen Ball und verlieren selbigen, sind unsere Spieler Hasardeure, versuchen wir dagegen Tempo rauszunehmen, verschenken sie den schnellen Konter. Hat dann am Ende der Gegner 4 Chancen und gewinnt 1:0, ziehen wir respektvoll den Hut vor so viel Effizienz und Abgezocktheit – gewinnen wir aber auf diese Art, ist unser Offensivspiel wohl nicht in der Lage mehr Chancen zu kreieren und zudem haben unsere „Pfeifen“ auch noch die anderen drei „100%ige!“ liegen lassen, was uns garantiert noch irgendwann mal bitter ereilen wird, weil wir ja schon einmal, anno 1854, wegen der Tordifferenz abgestiegen sind.

Sicher ist das Internet kein repräsentatives Abbild der Fanszene, aber es spiegelt doch im Grunde das wieder, was man vom Franken kennt: Notorisch am rumpfopfern. Kritik ist ja durchaus angebracht und auch in Hamburg war nicht alles Gold was glänzt, aber der Hang dazu, beim wirklich nahezu allem was der Gegner macht Hosianna zu rufen und die Heilsbringer zu preisen, während man die eigene Zukunft mindestens für „höchst bedenklich“ und mit großem Argwohn beäugt, ist in Franken definitiv ausgeprägter als andernorts. Dabei stünde uns gerade etwas Gelassenheit so gut zu Gesicht: Verein solide aufgestellt, im vierten Jahr in der Liga, Trainerteam, das bisher immer die richtigen Antworten fand um die Ziele zu erreichen (und zu übertreffen!), und eine Mannschaft, die nach einer guten Vorbereitung auf einen Rückschlag die richtige Antwort und mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zurück zum Erfolg fand.


Deswegen soll der Franke nun nicht mehr nicht schreiben, sondern vielleicht manchmal nur etwas milder und vielleicht mit einer Portion Optimismus und Humor statt Dauermahnen und Sarkasmus. Weil immer nur Pfopfern auch nach Siegen ist – wie einst Herbert Hisel gern sagte – „ja aa ned grod des Gsündesde“. Und vielleicht hilft dabei ja einem der Leser eine Tastatur, die dem Franken auf den Leib geschneidert sein müsste: Die Cherry CyMotion Pro „Fraenkisches Layout“. Wer seine Kommentare also zukünftig mit „Etzadla“ statt schnödem „Return“ absenden will, der möge sein Interesse per E-Mail bis Freitag, 12:00 Uhr, an gewinnspiel(at)clubfans-united.de bekunden. Wir verschenken nämlich eine solche (unbenutzte) Tastatur aus den Archiv-Beständen der Redaktion – bei mehreren Interessenten per Los, natürlich wie immer ohne Rechtsanspruch und auf das Gerät gibt’s auch keine Gewähr.

Zu guter Letzt noch unser neues Feature bei Clubfans United (das natürlich bereits kritisiert wurde): Stefan und Alexanders Notenvergabe mit Kurzkommentar. Natürlich subjektiv und ein Versuch sich mit den Noten von kicker & Co. zu vergleichen und dem Boulevard eine sachliche individuelle Einschätzung entgegenzusetzen. Dass wir da letzte Woche gleich mal mit der Note beginnen mussten, die wir eigentlich gänzlich vermeiden wollten („6“), fiel uns gerade deshalb gar nicht leicht – schien uns aber unvermeidlich.

Hier unsere Spiele-Noten zum Hamburg-Spiel – abweichende Ansichten sind in den Kommentaren willkommen!

Raphael Schäfer Ohne Bewertung
Der Kapitän war die große Stütze des Teams.
Timm Klose Ohne Bewertung
Im Verbund mit Nilsson deutlich sicherer, hatte die entscheidende Fußspitze dran und zeigte sich auch insgesamt verbessert.
Javier Horacio Pinola 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Zur Form gegen Ende der Rückrunde in der vergangenen Saison fehlt dem Argentinier noch ein gutes Stück. Zu viel kam in der 2. Halbzeit über seine Seite.
Per Nilsson Per Nilsson Ohne Bewertung
Mit ihm kam die erhoffte größerer Stabilität in die Abwehr, zudem schaltete er sich bei Standards vorne ein und bereitete indirekt das 1:0 vor.
Timothy Chandler 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Über Chandlers Seite kam wenig vom HSV, im Offensivspiel allerdings mit zu vielen Fehlern.
Hanno Balitsch 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Balitsch zeigte sich als der \"aggresiv Leader\" des Teams und übernahm Verantwortung über die gesamte Spielzeit.
Timmy Simons Ohne Bewertung
Spielte unauffällig.
Hiroshi Kiyotake 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Beim Abschluss noch ohne Durchschlagskraft, probiert aber viele Dinge und zeigt dabei die kreativen Ideen, die man sich von ihm erhoffte.
Mike Frantz 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Frantz arbeitet und frisst Meter, noch fehlt ihm aber die Belohnung. Die hätte er sich selbst geben müssen, genial freigespielt von Kiyo, doch da fehlte Fortune und Selbstvertrauen.
Timo Gebhart 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Gebhart unauffällig, konnte nicht die erhoffte Entlastung in der Schlußphase als frischer Mann bringen. Immerhin gut, dass er mit Kiyotake zusammen variabel spielen kann.
Robert Mak Ohne Bewertung
Kam in der 90. Minute, daher ohne Bewertung.
Alexander Esswein Ohne Bewertung
Esswein kann immer eine Waffe sein, sagt Hecking über seinen Flügelstürmer. Dass er es sein kann, deutete er auch einmal mehr in Hamburg an, aber noch fehlt es an Durchschlagskraft und Konstanz.
Sebastian Polter Ohne Bewertung
Polter sollte ein Backup für Peckhart sein, zeigte aber in der Vorbereitung das, was Peki fehlte: Kaltschnäuzigkeit. Mit Saisonbeginn geht ihm das abhanden, da kann dann auch wieder Peki spielen.
Tomas Pekhart 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Peki kam für Polter und ersetzte ihn nahtlos.

Update: Der Gewinner der Tastatur steht fest – Glückwunsch an Marius J. (Gewinner ermittelt via random.org)

33 Gedanken zu „Allmächd, der Clubb

  • Wieder mal ein ausgezeichneter Kommentar! Das intellektuelle Niveau, dass hier zu Grunde liegt kann man aber leider vom Großteil der Fußball-Fans nicht im Ansatz erwarten. Deshalb wird es auch immer bei den mitunter völlig unrealistischen Erwartungen bleiben.

  • Das Raphael Schäfer in Hamburg wie in Havelse so gut gehalten hat freut mich besonders. Was da zum Ende der letzten Saison gegen ihn an Schimpftiraden und „Raus-Rufen“ zu hören war, war unerträglich wie beschämend. Egal was für ein „Tief“ ein solch verdienter Spieler durchleidet, sowas geht gar nicht. Welcher Spieler beim Club identifiziert sich schon so dermaßen mit dem Verein!?

  • Danke für diesen Artikel!
    Spricht mir sowas von aus der Seele – diese übermäßige Nörgelei der letzten Wochen (es war ja nicht nur seit dem Pokalspiel so, sondern auch schon davor, obwohl es da ja noch gar nichts handfestes gab, worüber man hätte nörgeln können, außer den eigenen Erwartungen) war kaum noch zu ertragen…

  • Für mich gehen die Noten im Großen und Ganzen in Ordnung, Kiyotake könnte man auch einen halben Punkt schlechter sehen, muss man aber sicher nicht und das ist ja auch nur eine Nuance.

    Ansonsten stimme ich dem Tenor in diesem Kommentar deutlich zu, wie schon vor dem Spiel geschrieben, ich freue mich auf die Saison, ich habe geschrieben, wir gewinnen in Hamburg und es hat geklappt und ich habe geschrieben wir gewinnen gegen Dortmund, schon allein um das belschanov’sche Gesetz zu erfüllen. Ich habe dieses Jahr richtig Vertrauen in die Mannschaft und die sportliche Leitung, ich glaube wir können auch dieses Jahr wieder eine der sportlichen Überraschungen der Saison werden, diesmal sogar DIE Überraschung.

    Ich habe einfach keine Lust mehr auf Rumnörgelei und fränkischen Zweckpessimismus.

  • 2009/10 Auftakt gegen Schalke ging 1:2 für Schalke aus, Mintal hatte den Treffer für den Glubb geschossen.

    • framuc:
      2009/10 Auftakt gegen Schalke ging 1:2 für Schalke aus, Mintal hatte den Treffer für den Glubb geschossen.

      Das war übrigens das letzte Bundesliga-Tor, das Mintal für den Club geschossen hat. (Aber das konnte man damals natürlich noch nicht ahnen.)

  • Wieder mal ein Artikel von Dir, der genau das ausdrückt, was ich selber nicht zu Papier bringen könnte 🙂 aber exakt so wollte ich meine Kommentare zu Frantz und Kiyotake verstanden wissen, danke!

    Zu den Noten ist mein einziger Einwurf, dass ich die IV nicht ganz so gut bewerten würde. Verbessert auf jeden Fall. Aber da sind mir einfach noch die beiden Freistöße aus der 24. und 72. Minute zu sehr in Erinnerung, in denen plötzlich alle Hamburger frei vor Schäfer standen. Nilsson schien da in beiden Szenen Westermann zugeteilt zu sein, oder?

    • tomcat07: Zu den Noten ist mein einziger Einwurf, dass ich die IV nicht ganz so gut bewerten würde. Verbessert auf jeden Fall. Aber da sind mir einfach noch die beiden Freistöße aus der 24. und 72. Minute zu sehr in Erinnerung, in denen plötzlich alle Hamburger frei vor Schäfer standen. Nilsson schien da in beiden Szenen Westermann zugeteilt zu sein, oder?

      Der Kommentator sagte dazu richtigerweise, dass das Problem war, dass man überhaupt solche Freistöße in der Phase verursachte. Dass so ein auf den Torwart gezogener Ball gefährlich und schwer zu verteidigen ist, ist ja bekannt. Das ist dann oft ne Sache von Sekundenbruchteilen, ob drei frei stehen oder es Abseits ist – zudem muss der Torwart beide Optionen bedenken: Berührt ihn einer, oder eben nicht. Da haben schon andere Vereine Tore kassiert, da ist das nicht am Ende eine Schuld der IV.

      Aber auch da (und nicht auf dich konkret bezogen): Es ist doch nicht so, dass andere Vereine keine Chancen gegen sich kriegen. Fehlerfreiheit kann ja nicht der Anspruch des FCN sein. Nur wenn bei uns ein Innenverteidiger mal falsch steht und ein Tor fällt, schreien ja schon gleich einige, sein Stellungsspiel wäre nicht bundesligatauglich und er müsse weg und Maroh hätte den nicht nur gehabt, sondern mit der Brust gestoppt und über 40 Meter noch Esswein in Lauf geschickt …

      • Alexander | Clubfans United: Der Kommentator sagte dazu richtigerweise, dass das Problem war, dass man überhaupt solche Freistöße in der Phase verursachte. Dass so ein auf den Torwart gezogener Ball gefährlich und schwer zu verteidigen ist, ist ja bekannt. Das ist dann oft ne Sache von Sekundenbruchteilen, ob drei frei stehen oder es Abseits ist – zudem muss der Torwart beide Optionen bedenken: Berührt ihn einer, oder eben nicht. Da haben schon andere Vereine Tore kassiert, da ist das nicht am Ende eine Schuld der IV.

        Aber auch da (und nicht auf dich konkret bezogen): Es ist doch nicht so, dass andere Vereine keine Chancen gegen sich kriegen. Fehlerfreiheit kann ja nicht der Anspruch des FCN sein. Nur wenn bei uns ein Innenverteidiger mal falsch steht und ein Tor fällt, schreien ja schon gleich einige, sein Stellungsspiel wäre nicht bundesligatauglich und er müsse weg und Maroh hätte den nicht nur gehabt, sondern mit der Brust gestoppt und über 40 Meter noch Esswein in Lauf geschickt …

        Genau so isses! 😉

        Bezeichnend meiner Meinung nach vor allem, dass die Schwachstellen der Defensive am Samstag viel mehr in der Außen- als in der Innenverteidigung zu finden waren – wo wir ja eigentlich mit Chandler und Pino deutlich besser aufgestellt sind, als so mancher Konkurrent. Das sollte auch einfach etwas beruhigen, dass wenn die beiden nochmal ne Schippe drauflegen, die Stabilität insgesamt nochmal höher ist. Ebenso Simons, den fand ich auch nicht sooo stark am Samstag, der kann auch noch für weitere Stabilität sorgen.

      • Alexander | Clubfans United: Der Kommentator sagte dazu richtigerweise, dass das Problem war, dass man überhaupt solche Freistöße in der Phase verursachte.

        Gut, aber diesen Freistößen wirst du dich immer ausgesetzt sehen, solange Pinola auf dem Feld steht. Die erste Szene war schon etwas übermotiviert, weil Simons ohnehin im Laufduell mit Bruma war, die zweite, in der er Beister von hinten umcheckt obwohl der den Ball schon lange gespielt hatte (und das auch noch nach hinten, Gefahrenmoment gab es in der Situation keines mehr) war aber absolut unnötig.

        Im übrigen ist es sicher so, dass sich hier niemand über ‚einen‘ Stellungsfehler echauffiert, wenn darin aber ein Muster zu erkennen ist, ist es klar, dass dieses thematisiert wird. Es ist auch selbstverständlich, dass alle unsere Spieler Fehler machen dürfen, nur bleiben einem eben die Spieler besser in Erinnerung, die nicht immer den selben machen. Der Beißreflex ist natürlich schnell antrainiert, wenn man schon im Vorhinein genau weiß worauf man zu achten hat.

  • ich persönlich würde nicht von einem Pflichtsieg schreiben, nur muß man fair bleiben, das gerade die erste halbzeit Fußball zum abgewöhnen war. Dazu kommt, das der HSV gerade im Sturm wieder einen Aderlass hinter sich hat, trotzdem zu drei Großchancen kam, gott sei dank, das Schäfer über sich hinauswuchs. Und ich denke, das mSorgen um unsere IV durchaus berechtigt sind, die angebliche Verstärkung schaffte es nach dem havelsespiel gerade noch auf die bank. Und mahnend hebt sich nun mal die Saison 2007/2008 hervor, da stieg man überraschend im viertem jahr ab. Und gerade Köln zeigte letzte Saison, man kann einen noch so guten Sturm haben, taugt die Abwehr nichts, steigt man ab. Von daher ist zu diesem zeitpunkt zwar gelassenheit angebracht, aber man sollte vorsichtig sein. Der glubb hat schon öfters das unmögliche fertiggebracht.

  • Ich muss zugeben, dass ich – mal ganz jenseits vom Spiel am Samstag – äußerst irritiert die scheinbar einhellige Meinung vernehme, Hamburg zähle zu den Abstiegskandidaten. Man mag die letzte Saison heranziehen und der Saisonauftakt spricht natürlich auch nicht für die Hanseaten, aber man hat einen noch immer auf 75 Mio. Euro geschätzten Kader (Vergleich: Club ca. 42 Mio.). Mit Adler steht ein Keeper im Tor, der wenn fit (und das ist er wohl) immerhin lange noch vor Neuer Deutscher Nationalkeeper war und ja wohl nichts verlernt haben wird. Mit Marcus Berg kam einer der ganz großen Talente für 10 Mio., Jansen kam für 8 Mio. und war Nationalspieler, Mancienne von Chelsea für 2,5 Mio., Diekmeier konnte vom Club nicht gehalten werden gen HSV, Westermann 7,5 Mio., usw. usw. – kurzum: persönliche Meinungen hin oder her stehen da qualitativ Top-Spieler am Platz, die alle kicken können und alle jenseits jeder Reichweite des FCN sind. Nur: Sie können es nicht zusammen offenbar. Und unsere Jungs haben trotz gleicher Verunsicherung nach Havelse und zum Teil böser Kritik nach dem Pokal-Aus es geschafft, sich zu stabilisieren und den Befreiungsschlag des HSV zu verhindern. Ich glaube ich bin nicht der einzige, der es für möglich gehalten hätte, dass der HSV mit einem Sieg gegen den FCN in einen Lauf gekommen wäre, der zumindest gereicht hätte, dass man über Abstiegskampf in Hamburg nicht mehr zu reden hätte. Hat man aber nicht geschafft, weil der Club gegen diese Truppe aus deutlich höher im Marktwert eingestufte Kicker stabiler war und am Ende auch eine Bude machte, was dem HSV eben nicht gelang.

    Ich glaube ich werde nie verstehen, wieso manchmal Anspruch und Wirklichkeit unter Fans so auseinandergehen können. Wir dürften normalerweise nicht vor dem HSV stehen mit all seinen Möglichkeiten, tun wir aber, weil unsere Leute derzeit einen besseren Job machen mit weniger zur Verfügung stehenden Mitteln. Und da streiten wir wirklich über das „Wie“??

    • Alexander | Clubfans United:
      Ich muss zugeben, dass ich – mal ganz jenseits vom Spiel am Samstag – äußerst irritiert die scheinbar einhellige Meinung vernehme, Hamburg zähle zu den Abstiegskandidaten.

      Der Meinung kann man momentan nicht entkommen, das stimmt. Egal wer (Matthäus, Seeler) oder wo (SpoX, FAZ), es wird der Abgesang auf den HSV gesungen. Wohl auch in Ermangelung anderer Storylines- man kann nirgendwo über medienwirksam über einen Fehlstart schreiben wenn Dortmund gewinnt, wenn Bayern gewinnt, wenn selbst das Überraschungsteam der Vorsaison in Form von Gladbach gewinnt.

      Trotzdem find ich’s nicht unbegründet. Nicht wegen eines Spiels, nicht wegen zwei Spielen, eher wegen der andauernden Probleme. Es hat sich sowas wie eine Dauerkrisenmentalität eingebürgert in Hamburg. Wenn ein Jansen nach dem Spiel sagt, dass er keine Entwicklung in der Mannschaft feststellen kann, dann würden bei mir, wäre ich Hamburger Fan, alle Alarmglocken schrillen. Das ist eine Aussage, die an tragweite nicht zu unterschätzen ist. Da stellt sich ein gestandener Spieler, ein „Führungsspieler“ (so es das gibt und keine deutsche Erfindung ist) hin und sagt „Wir stagnieren auf niedrigem Niveau“. Das obwohl allen bewusst ist, dass die Leistung besser sein muss als im Vorjahr. Das ist fatal.

      Wie es ist mit einem absolut bundesligatauglichen Kader abzusteigen, das haben wir 2007/08 miterleben dürfen. Hamburg kann das auch blühen, da sind wirklich gute Einzelspieler, die z.T. nicht abrufen, was sie können (sollten), wie m.E Jansen (oder Diekmeier, der seit seinem Jahr Verletzungen einfach nicht mehr der gleiche ist und meinem Eindruck nach auch massiv Geschwindigkeit eingebüßt hat) und Leute wie Westermann, die auf der falschen Position spielen müssen. Manchmal entwickelt sich dann aus der Gemengelage eine Abwärtsbewegung, die andere mit reinzieht.

      Dazu kommt eben für mich, dass dem HSV (wie im Thread zum Spiel schon geschrieben) ein Stürmer fehlt, der trifft (Berg war nur teuer, hat aber zu keinem Zeitpunkt bisher seine Bundesligatauglichkeit bewiesen) und einer, der Ordnung ins Spiel bringt (ob das Jiracek oder Badelj sein können, bleibt abzuwarten).

      Ich hab an anderer Stelle auch schon gesagt, dass der HSV damit nicht automatisch absteigt, aber der Auftritt am Samstag (und in Karlsruhe davor) hat mich einfach fatal an die Auftritte „unserer“ Truppe erinnert, die 2008 völlig unnötig abgestiegen. Ein wenig lustlos, ein wenig demotiviert, ein wenig gedanklich langsam. Addiert man dann das ganze „ein wenig“ kommt plötzlich eben doch viel bei raus.

  • Ach ja, noch was.

    Manche mahnen ja beständig an, dass etwas in diesem Jahr schiefgehen „könnte“. Na, die Erkenntnis ist ja nicht wirklich neu und irgendwie doch auch viel zu billig. Mahnen ist das einfachste, da macht man wenig falsch.

    Wenn du eben im hinteren Drittel der Finanzkraft der Liga dümpelst und jedes Jahr Abgänge verzeichnen musst, die wir aus finanzieller Vernunft und Notwendigkeit machen müssen. Warum? Um das Boot wieder klar zu bekommen, das genau deshalb in Schieflage kam, weil man früher Geld ausgab, das man eben nicht hatte, genau um vermeintlich keine „Sorgen“ zu haben, dann aber eben doch versagte. Das waren damals die Entscheidungen der „Mahner“, doch lieber in Panik noch 2-3 Spieler zu holen, die deinen Kader aufgebläht haben und doch nichts gebracht.

    Jetzt haben wir mal einen Trainer, der nicht ständig zum eigenen Schutz nach Verstärkungen schreit, die der Club gar nicht verpflichten kann, sondern der die Linie des FCN voll mitzieht und sich dabei auf seine Nase verlässt und zu seinen Jungs dann steht, das ist doch einfach klasse. Vor allem, – und das ist das Beste! – wenn genau dieser Trainer es auch noch mit dem FCN schon mehrfach bewiesen hat!

    Gibt es Garantien? Nein. Es gibt im Sport keine Garantien. Auch der 5 Mio. Innenverteidiger kann sich verletzten oder einfach nicht ins Team passen, Hamburg ist das beste Beispiel für Millioneninvestitionen ohne weiterzukommen. Aber auch Köln und Bremen, Hertha oder die Eintracht können die letzten Jahre ein Lied von singen.

    Aber wenn der Club es trotz schlechterer Voraussetzungen wieder schaffen soll, die Liga zu packen und sich wieder ein Stück mehr zu konsolidieren, dann sicher nicht mit beißender Dauerkritik an einzelnen Spielern (wie an Schäfer bspw.), frühzeitiges Abstempeln zum Versager (Klose letztes Jahr, Antonio nach nur einem Spiel) und ständige Skepsis. Wenn wir das wieder packen, dann höchstens durch das, was den Verein zuletzt stark gemacht hat: Realismus, harte Arbeit und Ruhe vor allem in den Phasen, wo es mal wackelte. Hecking vermittelt Überzeugung und die überträgt er auf die Spieler. Viele Clubfans – das muss man auch mal sagen – tun wirklich alles dafür, den Bemühungen Heckings da einen Bärendienst zu erweisen, indem sie die Spieler, die er stark machen will, im Stadion und an den Pinnwänden wieder zur Schnecke machen.

    Gerade die letzten Wochen war das wieder ganz extrem. Jedenfalls hab ich das so empfunden.

    • Alexander | Clubfans United: Aber wenn der Club es trotz schlechterer Voraussetzungen wieder schaffen soll, die Liga zu packen und sich wieder ein Stück mehr zu konsolidieren, dann sicher nicht mit beißender Dauerkritik an einzelnen Spielern (wie an Schäfer bspw.), frühzeitiges Abstempeln zum Versager (Klose letztes Jahr, Antonio nach nur einem Spiel) und ständige Skepsis.

      Wieso, hat ja in den letzten Jahren gut funktioniert mit der Taktik. Gott bewahre wir hätten wieder so ein Vertrauen in die Mannschaft wie nach dem Pokalsieg… 😉

      Die Skepsis Marcos dürfte nicht so unberechtigt sein, andernfalls wären wir am Wochenende wohl kaum mit der letztjährigen #3 und #4 aufgelaufen. Da gab es einen spürbaren Substanzverlust, der mit der Billiglösung abgefedert wurde, und genau dieses Vorgehen ist und 2007 in einer sportlich ähnlichen Situation schon einmal gewaltig um die Ohren geflogen.

      Beim HSV lässt du dich von den Namen blenden, das war bis heute ein Abstiegskandidat, mit Jiracek und Badelj ist zumindest ihre größte Baustelle einmal bundesligatauglich besetzt, wenn jetzt noch eine ihrer Wundertüten im Sturm (Rudnevs, der drei-Jahre-Nichtleister-Berg und Son) zu treffen beginnt, dann traue ich ihnen aber zumindest einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu.

      Mit einem Westermann im Mittelfeld und Mitläufern wie Tesche und Skjelbred gewinnst du in der Bundesliga keinen Blumentopf, da waren selbst die Aufsteiger deutlich besser besetzt.

  • Richtig, ich persönlich bin ja sehr gespannt, wie sich denn zum Beispiel ein 6er aus Nordspanien in Nordtirol machen würde, so er denn verpflichtet wird. Der arme Kerl tut mir jetzt schon leid.
    Das ganze habe ich doch neulich auch schon gesagt: Auch die anderen kochen nur mit Wasser! Und ich denke unser Koch DH kann eben auch aus wenigen und normalen Zutaten immer noch das besser Mahl zaubern. 😛

  • Man sollte den Sieg gegen Hamburg nicht überbewerten. So wie sich der HSV am letzten Samstag präsentiert hat, war für eine Mannschaft, deren Ziel es ist, Abstand zu den Abstiegsplätzen zu halten, ein Sieg Pflicht. Freuen wir uns darüber, dass unsere Mannschaft das Spiel gewonnen hat und ordnen wir den bis zum Schlusspfiff am seidenen Faden hängenden Sieg gemäß der Schwäche des Gegners realistisch ein. Das gilt für die Fans, aber auch für die Vereinsführung. Es wundert mich, dass die nach dem Havelse-Debakel erwogene Suche nach einem zusätzlichen Innenverteidiger nach dem (Zitter-)Sieg gegen den schwachen HSV wieder ad acta gelegt wird: „Nach dem Pokal-Aus in Havelse sind wir ins Grübeln gekommen“, so Bader, „wir hätten was machen müssen, wenn es (in Hamburg) schiefgegangen wäre“ (Kicker-Sportmagazin von heute, S. 37). Ich hoffe Bader hat nicht vergessen, dass der Club in dieser Saison auch noch gegen andere Mannschaften als den HSV spielt. Und ich hoffe, dass sich keiner der Innenverteidiger verletzt…

    Ich wundere mich hier doppelt. Zum einen darüber, dass man nach EINEM verlorenen Spiel „ins Grübeln“ kam und Handlungsbedarf sah, nachdem man den Innenverteidigern die ganze Vorbereitungszeit über das Vertrauen geschenkt hatte. (Wobei das in sie gesetzte Vertrauen womöglich gar nicht so groß war, sonst hätte man nach Havelse ja wohl gesagt: Das sind Ausrutscher, die nicht vorkommen dürfen, aber immer wieder passieren.) Und dann – oh Wunder – ist das gerade ins Wanken geratene Vertrauen urplötzlich wieder da, weil die Innenverteidigung in EINEM Spiel, noch dazu gegen einen (nicht nur) im Angriff schwachen Gegner, keinen gravierenden Fehler beging. Ich blick‘ da nicht mehr durch. Und es wäre mir wohler, wenn neben Antonio, dem Hecking – und anders kann man das ja nun wirklich nicht sagen – das Vertrauen entzogen hat, noch ein weiterer halbwegs gestandener Innenverteidiger als Ersatz im Kader stünde (bzw. auf der Bank säße).

    P.S.: Ich äußere hier eine brennende Sorge. Sollte jemand meine Worte als Ausfluss eines fränkischen Dauernörglers begreifen, muss und kann ich damit leben.

    • belschanov: Ich wundere mich hier doppelt. Zum einen darüber, dass man nach EINEM verlorenen Spiel “ins Grübeln” kam und Handlungsbedarf sah, nachdem man den Innenverteidigern die ganze Vorbereitungszeit über das Vertrauen geschenkt hatte. (Wobei das in sie gesetzte Vertrauen womöglich gar nicht so groß war, sonst hätte man nach Havelse ja wohl gesagt: Das sind Ausrutscher, die nicht vorkommen dürfen, aber immer wieder passieren.) Und dann – oh Wunder – ist das gerade ins Wanken geratene Vertrauen urplötzlich wieder da, weil die Innenverteidigung in EINEM Spiel, noch dazu gegen einen (nicht nur) im Angriff schwachen Gegner, keinen gravierenden Fehler beging. Ich blick’ da nicht mehr durch. Und es wäre mir wohler, wenn neben Antonio, dem Hecking – und anders kann man das ja nun wirklich nicht sagen – das Vertrauen entzogen hat, noch ein weiterer halbwegs gestandener Innenverteidiger als Ersatz im Kader stünde (bzw. auf der Bank säße).

      Darüber sind Stefan und ich auch uneins in der Bewertung. Ich kann aber nur meine Ansicht erläuten.

      Ich hätte mich generell auch mit 4 IV wohler gefühlt, das mal außen vor. Aber jetzt noch nachzulegen, nachdem man in Hamburg bestanden hat, hätte ich auch schwierig gesehen. Denn…

      1. Wenn man schon sagt, dass man auf die Innenverteidigung so vertraut, dann darf man vielleicht gegen Havelse kurz zweifeln, ist dann aber berechtigter Hoffnung, wenn es doch nur die falsche Mischung war, ein Ausrutscher.

      2. Antonio ist mir definitiv zu schnell abgestempelt. Die Vorbereitung war ok, Havelse natürlich ein Ausfall, aber da ließ man die IV auch komplett im Regen stehen seitens der Mannschaft. Ihn jetzt quasi schon fallen zu lassen wäre a) ein Eingeständnis einer totalen Fehleinschätzung der gesamten sportlichen Leitung nebst Scouts und b) eine verpasste Chance, denn ich traue Antonio durchaus noch eine gute Rolle zu, wenn er noch etwas Zeit und die Mannschaft sich insgesamt stabilisiert hat.

      3. Sehe ich keine Konstellation am Transfermarkt, die uns weiterbringt. Eine Leihe von Madlung oder Russ? Das würde vielleicht eine Risikominimierung bringen, aber auch Unruhe in die Mannschaft. Und an die Leihspielerdiskussion wollte ich gar nicht denken. Kaufen kann man die eh nicht, es sei denn man will für Spieler, die in Wolfsburg aussortiert sind einen Nürnberger Rekordtransfer stemmen – von den Gehaltswünschen mal abgesehen. Man kann keinen guten Mann ködern um evtl. hinter Nilsson und Klose die Bank zu wärmen, und spielt er Stamm, hat man mit Nilsson oder Klose plus Antonio zwei Unzufriedene im Team, denen man Hoffnungen auf einen Stammplatz gemacht hatte, und ein Jungtalent dahinter, der nie ne Chance haben wird die Saison.

      Wie gesagt: Ich hätte mich auch wohler gefühlt, aber wie ich es dreh und wende, ich seh keine realistische Lösung, die alle Aspekte abdeckt. Ergo hoffe ich auf die Fachmeinung von Hecking (und zur Not eine Reaktion im Winter).

      Und zum P.S.: Wenn Kritik erlaubt sein soll, muss es die Kritik an den Kritikern auch sein.

      • Alexander | Clubfans United: Ich hätte mich generell auch mit 4 IV wohler gefühlt, das mal außen vor.

        Wir haben ja vier Innenverteidiger, das ist quantitativ völlig ausreichend, qualitativ aber nicht. Auch Dortmund (Hummels, Subotic, Santana, Günter), Schalke nach einem wahrscheinlichen Papadopolous Transfer (Höwedes, Matip, Metzelder, Kolasinac) oder Stuttgart (Tasci, Maza, Niedermeier, Rüdiger) vertrauen auf diese Anzahl, der Unterschied ist der, dass die jeweils eine relativ klare Erstbesetzung haben, ein routinierter Spieler auf der Bank sitzt und das Talent vorerst in der Hinterhand bleibt.

        Die Ausrichtung ist also an und für sich schon richtig, lediglich kann man sich bei uns aus den bekannten Gründen auf keinen der drei „routinierten“ Spieler wirklich verlassen, und genau diese Konstellation wird zu recht kritisiert.

        Alexander | Clubfans United: 2. Antonio ist mir definitiv zu schnell abgestempelt. Die Vorbereitung war ok, Havelse natürlich ein Ausfall, aber da ließ man die IV auch komplett im Regen stehen seitens der Mannschaft. Ihn jetzt quasi schon fallen zu lassen wäre a) ein Eingeständnis einer totalen Fehleinschätzung der gesamten sportlichen Leitung nebst Scouts und b) eine verpasste Chance, denn ich traue Antonio durchaus noch eine gute Rolle zu, wenn er noch etwas Zeit und die Mannschaft sich insgesamt stabilisiert hat.

        Marcos stand jeweils bei beiden Gegentoren gegen Ulm, Dortmund und Ingolstadt auf dem Platz, die Schuld dafür ist natürlich nicht nur bei ihm zu suchen, dennoch ist die Vorbereitung für meinen Geschmack eben nicht okay verlaufen, weil gerade Ulm und Ingolstadt zahlreiche Möglichkeit hatten die Spiele für sich zu entscheiden. Defensiv war das Spiel in Halvese eben NICHT das erste, bei dem es Probleme gab. Für mich bestätigt sich a) bereits durch die Startaufstellung in Hamburg, b) bezweifle ich stark, nachdem sich der bisherige Eindruck mit den Stimmen aus Griechenland deckt, über die wir bei seiner Verpflichtung schon diskutiert haben.

        Alexander | Clubfans United: 3. Sehe ich keine Konstellation am Transfermarkt, die uns weiterbringt. Eine Leihe von Madlung oder Russ? Das würde vielleicht eine Risikominimierung bringen, aber auch Unruhe in die Mannschaft. Und an die Leihspielerdiskussion wollte ich gar nicht denken. Kaufen kann man die eh nicht, es sei denn man will für Spieler, die in Wolfsburg aussortiert sind einen Nürnberger Rekordtransfer stemmen – von den Gehaltswünschen mal abgesehen. Man kann keinen guten Mann ködern um evtl. hinter Nilsson und Klose die Bank zu wärmen, und spielt er Stamm, hat man mit Nilsson oder Klose plus Antonio zwei Unzufriedene im Team, denen man Hoffnungen auf einen Stammplatz gemacht hatte, und ein Jungtalent dahinter, der nie ne Chance haben wird die Saison.

        Die Chance für klare Verhältnisse zu sorgen hat man im Sommer leider vertan, jetzt noch rumzubasteln halte ich auch für wenig sinnvoll. Im Winter wird sich aber ohnehin die Frage stellen wie es weiter geht, der Vertrag von Nilsson läuft aus und ob mit Marcos zu rechnen ist, wird man bis dorthin ebenfalls wissen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es, wenn nötig, bereits einen Vorgriff für die nächste Saison gibt.

        Alexander | Clubfans United: Und zum P.S.: Wenn Kritik erlaubt sein soll, muss es die Kritik an den Kritikern auch sein.

        Nein, die Kritik an der Kritik muss erlaubt sein, nicht die Kritik am Kritiker, das ist ein massiver Unterschied.

        • Gähn. Guten Morgen Nürnberg!

          xxandl: Die Chance für klare Verhältnisse zu sorgen hat man im Sommer leider vertan, jetzt noch rumzubasteln halte ich auch für wenig sinnvoll. Im Winter wird sich aber ohnehin die Frage stellen wie es weiter geht, der Vertrag von Nilsson läuft aus und ob mit Marcos zu rechnen ist, wird man bis dorthin ebenfalls wissen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es, wenn nötig, bereits einen Vorgriff für die nächste Saison gibt.

          Ja, das meine ich im Prinzip, auch wenn ich die Hoffnung habe, dass wir bis dahin positiver über beide denken.

          xxandl: Nein, die Kritik an der Kritik muss erlaubt sein, nicht die Kritik am Kritiker, das ist ein massiver Unterschied.

          D’accord, wobei das eigentlich sonst meine Worte sind. Aber da haste mich in der Formulierung erwischt. 😛

    • belschanov:

      P.S.: Ich äußere hier eine brennende Sorge. Sollte jemand meine Worte als Ausfluss eines fränkischen Dauernörglers begreifen, muss und kann ich damit leben.

      Nö, nö, zumindest ich bin da ganz bei Dir!
      Und zum HSV: Gutes muß zwar nicht teuer sein, aber Teueres muß auch nicht gut sein!

  • Man könnte ja auch mal eine Rechnung aufmachen (jenseits der Regel „Heimspiele gehören gewonnen“, deren Belastbarkeit sich am Samstag zeigen wird): wenn der Club gegen die letzten drei (ohne Fürth, Derbys sind eine eigene Kiste) zu Hause und auswärts gewinnt, dann haben wir schon mal 18 Punkte. Und wenn dann gegen die nächsten Sechs nochmal jeweils drei Punkite aus Hin- und Rückspiel zu Buche stehen (also die Heimspiele gewonnen wären), dann sind das die nächsten 18 Punkte, und damit sind wir mit insgesamt 36 Punkten gut unterwegs. Die fehlenden vier Punkte würden dann schon noch rausspringen, und der eine oder andere Punkt gegen die Großen dazu. Das sollte doch drin sein. Und schon wären wir da, wo wir in den letzten zwei Jahren auch standen. Also: logger bleim, ned bfobfern, werd scho.

    Viel lieber wäre mir natürlich, wenn der Punktedruckmesser auf dieser Position einfriert (man wird ja wohl noch Illusionen hegen dürfen)!

    • meiglubb:
      Viel lieber wäre mir natürlich, wenn der Punktedruckmesser auf dieser Position einfriert (man wird ja wohl noch Illusionen hegen dürfen)!

      Stimmt.
      „Hochrechnung nach dem 34. Spieltag: 102 Punkte“
      Damit könnte ich absolut leben. 😉

      Zur Diskussion bzgl. unserer Innenverteidigung ist eigentlich alles gesagt. Ich möchte nur noch eine Anmerkungen machen zum Thema „Abstiegskandidat HSV“.
      Es gibt Trainer, die nicht wirklich begreifen, dass Fußball ein Mannschaftssport ist und dass eine Ansammlung teurer Einkäufe noch lange keine gute Mannschaft ergeben. Mein „Lieblingstrainer“ aus Aschebersch gehört dazu (hat es fast geschafft, Schalke in die 2. Liga zu führen, bevor man dort die Notbremse zog), Babbel (wird in Hoppenheim genau die gleichen Probleme bekommen) und mMn eben auch Fink. Natürlich wird man das in Hamburg auch irgendwann begreifen, nur dann könnte es bereits zu spät sein.
      Da lobe ich mir Leute wie Dieter Hecking, der es in Nürnberg immer wieder geschafft hat (und auch wieder schaffen wird), mit wenigen „Stars“ und etlichen „Nonames“ eine Einheit zu formen.
      Des werd scho, auch wenn es am Ende keine 102 Punkte werden. 😉

  • An die Mess-Station: Ich bin natürlich hocherfreut über die Aussichten gemäß dem Punktdruckmesser, hätte aber noch eine Frage.
    Die Bayern, Dortmunder etc. haben ja auch gewonnen. Ergo ergibt die Hochrechung, daß die auch alle auf 102 Punkte kommen. Das geht ja nun schon theoretisch gar nicht. Wo steckt der Fehler?

    • BSE08: Das geht ja nun schon theoretisch gar nicht. Wo steckt der Fehler?

      Wie eine Tabelle ist auch der Punktdruckmesser nach den ersten Spieltagen einer Saison nicht wirklich aussagekräftig 🙂

      • Stefan – Clubfans United: Wie eine Tabelle ist auch der Punktdruckmesser nach den ersten Spieltagen einer Saison nicht wirklich aussagekräftig

        Oh, das ist aber wirklich schade. Dann wäre die Prognose für die Fürther absolut verheerend ausgefallen – null Punkte und 0:102 Tore!
        Andererseits wären die Bayern souverän Meister.

        Noch ein Tip: Da man ja alle Vereine gleich behandeln und hochrechnen muß, kann man den „Kurs“ viel präziser angeben, da er ja dem aktuellen Tabellenplatz entspricht! Der aktuelle Kurs lautet also, ähh, leider nicht Meisterschaft, sondern EL-Quali! Und das mit 102 Punkten! Unglaublich!

  • BSE08:
    Die Bayern, Dortmunder etc. haben ja auch gewonnen. Ergo ergibt die Hochrechung, daß die auch alle auf 102 Punkte kommen. Das geht ja nun schon theoretisch gar nicht. Wo steckt der Fehler?

    Bei 102 Punkten müsste man die natürlich schlagen, womit erwiesen wäre, dass Punktedruckmesser kein verallgemeinerungsfähiges Gut sind. Aber deshalb haben die anderen ja auch keinen 😉 Und andere sind auch schon mit (über den Daumen gepeilt) 70 Punkten Meister geworden (oder mit unter 80 nicht, hehe).

    Aber Spaß beiseite: wenn wir in der unteren Tabellenhälfte die Punkte sammeln, können wir die Spiele gegen die Schwergewichte ganz tiefenentspannt angehen. Da gilt dann: alles kann, nichts muss.

  • Mal was anderes: Würde sich jemand bereit erklären, mir ein Trikot „Der Club“ (XL) zu kaufen/bestellen. Da ich (noch) kein Mitglied bin, könnt`s eng werden…Vielen Dank schon mal im Voraus!!

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