Ambitioniert unbeholfen

Es ist eine Randnotiz, aber sie erzählt die hilflosen Bemühungen des 1. FC Nürnberg um halbwegs bundesligagerechtes Niveau en miniature:

58. Spielminute: Javier Pinola, der linke Verteidiger des FCN ist am Ball. Er steht mit dem Rücken zum Spielfeld, nahe an der Eckfahne des eigenen Tores, hinter ihm ein oder zwei Augsburger Spieler. Pinola hält den Ball hoch: linker Fuß, rechter Fuß. Er versucht den Ball im Spiel zu halten: per Rückzieher hoch und weit über den Kopf Richtung Mittellinie. So der Plan. Halbhoch ins Seitenaus. So die Ausführung. Fazit: ambitioniert, aber unbeholfen.

Irgendwie ambitioniert – sagen wir lieber: redlich bemüht – und gnadenlos unbeholfen wie Pinolas verunglücktes Kabinettstück, war es, was die Nürnberger Mannschaft beim 0:0 im Heimspiel gegen den Tabellen-16. FC Augsburg darbot. Besonders in der Offensive. Zum Fehlpassfestival, das der neunmalige deutsche Meister und vierfache Pokalsieger vor den Augen von 40000 Zuschauern veranstaltete, äußern sich die Nürnberger Nachrichten – meines Erachtens noch zu freundlich – so (klick):

So etwas ähnliches wie ein System erkannten darin höchstens Freunde des britischen Kick-and-Rush.

Ich bin kein Anhänger des Kick-and-Rush, aber in diesem Spiel wäre ich entzückt gewesen, wenn sich der Club zu dieser Spielweise hätte aufschwingen können. Bekanntlich kann man mit Kick-and-Rush eine ordentliche Wucht erzeugen. Wenn aber die hoch-weiten Kicks allzu oft ins Leere segeln (Nirwana…) und vom Rush-Faktor ohnehin nichts zu erkennen ist (Flaute…), eiert das Angriffsspiel vor sich hin wie ein Reifen mit Unwucht.

Das Problem des 1. FC Nürnberg im Herbst des Jahres 2012 ist: Keine Spielidee in der Vorwärtsbewegung, Kombinationsspiel Fehlanzeige.

Der Sturm ist nicht einmal ein laues Lüftchen. Gerade mal sieben Tore in acht Spielen sind eine enttäuschende Bilanz. Dass davon nur zwei nicht im Anschluss an Ecken oder Freistöße erzielt wurden, macht die Bilanz noch kläglicher. Vergegenwärtigt man sich, dass von den zwei Nicht-Standard-Toren eines normalerweise nicht fällt (Chandlers haltbares Schüsschen zum 1:4 in Hannover) und eines das Produkt einer – wenigstens einmal gelungenen – Einzelaktion war (Kiyotakes 3:2 in Mönchengladbach), sind ernsthafte Zweifel angebracht, ob das Angriffspotential des 1. FC Nürnberg ausreicht, um den Klassenerhalt zu realisieren.

Ansätze von Spielideen gehen lediglich von Kiyotake und Gebhart aus. Doch stehen beide auf verlorenem Posten, wenn keiner da ist, der auf die Ideen eingeht. Die „Ansprechpartner“ in der Offensivabteilung geben keine Antwort. Esswein ist ambitioniert, lässt seinen Ambitionen aber keine Taten auf dem Spielfeld folgen. Frantz, dessen Karriere von längeren Verletztungspausen gebremst wurde, sucht krampfhaft und verkrampft nach der Form, die er in Zweitligazeiten einmal hatte. Mak ist qua Suspendierung infolge von Ausfällen gegen den mit seiner Leistung unzufriedenen Trainer in die zweite Mannschaft abgetaucht (klick). Da die vorderen Flügelspieler – mit Ausnahme von Gebhart, der eigentlich eher ein Mann fürs Zentrum ist – meilenweit von Bundesligaformat entfernt sind, ist der auf brauchbare Pässe und Flanken angewiesene Mittelstürmer (Pekhart bzw. Polter) ohne Bindung, um nicht zu sagen: die ärmste Sau der Welt.

Ich hoffe, ich liege falsch, aber ich muss es aussprechen: Ich fürchte, die sportliche Leitung hat die Leistungsstärke von Esswein, Frantz und Mak überschätzt. Man braucht sich doch nur die Daten anzuschauen:

Esswein: 42 Bundesligaspiele – 4 Tore

Frantz: 56 Bundesligaspiele – 6 Tore

Mak: 45 Bundesligaspiele – 5 Tore

Gesamt: 143 Bundesligaspiele – 15 Tore

143 Einsätze, 15 Tore. Wenn ich eine solche Bilanz lese, denke ich nicht an einen offensiven Außenbahnspieler. Und wenn man mir sagt, dass es sich um einen ebensolchen handelt, denke ich an einen Gymnasiasten, wo in der Oberschule nicht die Leistungen bringt, wo sich seine Eltern einmal von ihm versprachen. Oder an jene Sorte von Fußballspielern, wo das  Prädikat „ewiges Talent“ tragen.

Nur zum Vergleich (den der eine oder andere Schlaumeier meinethalben als „hinkend“ betrachten mag): Der Club hatte in der Saison 1985/86 einen vorwiegend über die Flügel operierenden jungen Stürmer, der in dieser Spielzeit 12 Tore erzielte (und zwar alleine!). Es war sein erstes Bundesligajahr. In der Saison 1987/88 erzielte dieser Spieler 15 Tore – genau die Zahl, auf die Esswein, Mak und Frantz in eine Person vereinigt kommen. In – wohlgemerkt – 143(!)  Spielen. Bedenkt man, dass der ehemalige Stürmer den Ruf eines „schlampigen Genies“ genoss, sind die Spieler Esswein, Mak und Frantz mit dem Prädikat „ewiges Talent“ sehr wohlwollend bedacht.

Einer Mannschaft, die so flügellahm daherkommt wie der 1. FC Nürnberg im Herbst des Jahres 2012, bleibt als Spielidee vielleicht wirklich nur Kick-and-Rush. Doch auch Kick-and-Rush will gekonnt sein.

[Zum Spiel: klick, klick, klick.]

47 Gedanken zu „Ambitioniert unbeholfen

  • …ein „Kick and Rush“ mit Peki, Polter und Klose (!) im Sturm, die sich die Bälle holen, die von hinten vorgebolzt werden…

    Klappt wahrscheinlich sogar besser, als der Stuss, der derzeit gespielt wird :mrgreen:

  • alles richtig belschanov!

    was uns momentan noch bleibt ist die hoffnung und die stirbt bekanntlich zuletzt.
    aber momentan muss man leider sagen sie stirbt….

    dennoch, in einem akt der selbstkasteiung werde ich am samstag das spiel auf schalke verfolgen 😐

    irgendwie erinnert mich das alles an die saison nach dem pokalsieg. da hat die mannschaft bis zum ende nicht kapiert, dass sie tatsächlich absteigen kann und irgendwie hab ich das gefühl, dass genau hier der hase im pfeffer liegt.

    hat unsere mannschaft verinnerlicht, dass sie in dieser saison gegen den abstieg spielt?

    ich glaube nein.

    • Johnny Vegas: irgendwie erinnert mich das alles an die saison nach dem pokalsieg. da hat die mannschaft bis zum ende nicht kapiert, dass sie tatsächlich absteigen kann und irgendwie hab ich das gefühl, dass genau hier der hase im pfeffer liegt.

      Ich finde der Vergleich passt einfach deshalb nicht, weil wir 2008 tatsächlich eine Mannschaft hatten, die nicht absteigen durfte. Insbesondere nicht mit einen Misimovic und Galasek im Team. Diese Qualität haben wir schlicht nicht derzeit im Team – Simons ist gut, aber nicht so gut wie Galasek es war. Und Kiyotake muss erst noch unter Beweis stellen, dass er ein Spielmacher wie Misimovic sein kann, der heute bei Dinamo Moskau spielt.

      Ich erinner mich noch gut an einen Vortrag zum Buch „Fußballmatrix“ (http://amzn.to/QFodXm), da berichtete der Autor über einen Wetttypen, der eigentlich ein sehr stabiles System sich ausdachte und damit richtig Kohle machte. Das System basierte auf dem Ansatz, dass nicht die letzten Tore und Ergebnisse für seine Wettprognose ausschlaggebend sind, sondern die erspielten Chancen. Und da war der FCN damals sein schlimmster Ausreißer, soll der gesagt haben, denn der Club hatte viel zu viele Chancen und hätte nach seinem System daher nie absteigen dürfen (der zweite Ausreißer war die Hertha, da nach oben – viel Erfolg ohne viele Chancen).

      Das System leuchtet mir ein: Wer in der Lage ist viele Chancen zu erspielen, wird über kurz oder lang auch Erfolge haben – alles andere wäre einfach unlogisch. Aber genau deshalb ist die Situation zu damals eben auch nicht vergleichbar und gerade deshalb ist die Situation aber heute auch faktisch bedenklicher, so komisch das klingen mag. Wir erspielen nämlich kaum Chancen…

      • Alexander | Clubfans United: Ich finde der Vergleich passt einfach deshalb nicht, weil wir 2008 tatsächlich eine Mannschaft hatten, die nicht absteigen durfte. Insbesondere nicht mit einen Misimovic und Galasek im Team. Diese Qualität haben wir schlicht nicht derzeit im Team – Simons ist gut, aber nicht so gut wie Galasek es war. Und Kiyotake muss erst noch unter Beweis stellen, dass er ein Spielmacher wie Misimovic sein kann, der heute bei Dinamo Moskau spielt.

        da hast du schon ein Stück weit recht.
        was ich meine ist die Einstellung zur Situation nicht die Ansammlung von Namen…

        deshalb formuliere ich meine Frage nochmal:
        haben in der aktuellen Mannschaft ALLE verstanden, dass sie in dieser Saison knallhart gegen den Abstieg spielen?

        ich meine nein und das ist dann für mich die Parallele zu 2008.

      • Alexander | Clubfans United: Das System leuchtet mir ein: Wer in der Lage ist viele Chancen zu erspielen, wird über kurz oder lang auch Erfolge haben – alles andere wäre einfach unlogisch. Aber genau deshalb ist die Situation zu damals eben auch nicht vergleichbar und gerade deshalb ist die Situation aber heute auch faktisch bedenklicher, so komisch das klingen mag. Wir erspielen nämlich kaum Chancen…

        Unterschreibe ich so. 2008 hätten wir nie absteigen dürfen, weil wir oft die deutlich bessere Mannschaft waren und uns durch dumme Fehler (und überschätzte Spieler: siehe Pokalhelden wie Engelhardt, Reinhardt und einem rapide alternden Galasek) die Butter vom Brot nehmen haben lassen.

        Besagtes Brot müsste uns momentan Mutter schmieren, weil wir dazu nicht in der Lage sind…

  • Der Club findet einfach keine Kontinuität. Egal ob die Trainer Meyer, Hecking heißen, egal ob der Sportvorstand Bader oder Roth ist, der Club ist nicht in der Lage über mehr als zwei Jahre einen Aufwärtstrend erkennen zu lassen. Als Meyer kam rettete er den Club mit einen phantastischen 8 Platz, ein Jahr später wurde der Club „6“ und Pokalsieger um danach sang- und klanglos abzusteigen. Genau diese Paralellen zeigen sich jetzt auch wieder auf. Hecking kam, rettete den Club in der Relegation und bescherte dann dem Club, mehr oder minder 2 sorgenfreie Jahre. Bader und Hecking landeten mit Leihspielern wie Schieber, Ekici, Didavi, Hegeler, Risse absolute Volltreffer. Spieler wie Gündogan und Wollscheid entwickelten sich zu überdurchschnittlichen Bundesligaspielern und wurden mit Millionengewinn verkauft. Diese Spieler sind jetzt nicht mehr da, scheinbar hat diesen Aderlaß an guten Spielern der Club nicht verkraftet. Zudem hat Hecking und Bader in dieser Saison scheinbar das Glück bei den Neuverpflichtungen verlassen z.B Antonio. Leistungsträger wie Chandler, Pino spielen weit unter ihren Möglichkeiten. Momentan ist auch nicht zu erkennen wie der Club aus dieser Krise herauskommen will. Der Club hat z. Zt kein spielerisches Konzept und es fehlt auch die viel beschworene mannschaftliche Geschlossenheit. Die Verfassung in der sich der Club momentan befindet läßt schlimmste Befürchtungen für das Ende dieser Saison aufkommen, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt!!!!

  • Wir haben mit Schäfer, Simons, Nilsson, Antonio, Balitsch, Feulner und Pinola Spieler um die Dreissig. Auch mit diesen Korsettstangen spielt der Club unterirdisch. Ursprünglich wollte man auf junge Spieler setzen, aber die werden ja verkauft. Übrigens wir haben ca. 5,5 Mio Ablöse eingenommen Trotzdem nur 4,o Mio Gewinn gemacht. Wohin geht das Geld? Andere Vereine wie Mainz, Freiburg, Düsseldorf usw. haben weniger Geld und spielen erfolgreicher. Die Vereinsbosse und DH sehen die dummen Zuschauer nur als Melkkühe an die zahlen sollen und im übrigen den Mund zu halten haben. Zu Hause nur verlieren locktkeine zusätzlichen Besucher an und verprellt auch potenzielle Geldgeber, was man inzwischen auch schon bemerkt haben dürfte.

    • Erich: Andere Vereine wie Mainz, Freiburg, Düsseldorf usw. haben weniger Geld und spielen erfolgreicher.

      Das sind immer schwierige Vergleiche. Düsseldorf (das hatten wir die Tage schon mal) ist jetzt gerade mal in der Liga angekommen und das nur so lala, die müssen das erstmal unter Beweis stellen und mal drinbleiben für 2-3 Jahre. Mainz hat durchaus was geleistet, das muss man so nun sagen. Haben ein eigenes Stadion und scheinen sich gut zu entwickeln, auch wenn es auch dort keine Garantie gibt, dass es nicht ganz schnell nach unten gehen könnte. Freiburg muss ich klein bisschen den Hut ziehen, denn ich hätte denen es weder zugetraut die Klasse zu halten, noch so stabil in die Liga zu starten. Freiburg hat mutig gehandelt und das Glück des Tüchtigen gehabt und mit Streich offenbar den richtigen Mann. Man hat ziemlich radikal den Kader umgekrempelt und auch bewährte Kräfte wie Butscher, den man fast ähnlichen Status wie Pinola einräumen könnte, aussortiert. Man spielte damals die Karte „alles oder nichts“, war aber auch bereit damit in die 2. Liga zu gehen – und das ist der große Unterschied zum Club, denn Abstieg ist für uns keine Option. Der zweite Unterschied ist die Position des Trainers: Dort werkelte Marcus Sorg ziemlich sorg- und erfolglos vor sich hin, der Dutt-Nachfolger fand nie eine Linie und musste nach gerade mal einem halben Jahr eingestehen, dass er es nicht gepackt hatte. Heute trainiert Sorg auch wieder im Jugendbereich die U17 der Bayern.

  • Vielen Dank für die Aufstellung. Hätte nicht gedacht das die Zahlen so schlecht sind!

    Wenn man sich die Quoten unserer Außenspiele ansieht ist es schon verwunderlich warum wir ewig an unserem taktischen System festhalten…

  • Alle Diskutanten sind sich darüber einig, dass die Leistungskurve beim Club nach unten zeigt.Entscheidend ist, wann welche Konsequenzen daraus gezogen werden.Das Betrachten der Vergangenheit ist zwar lehrreich und bestärkt z.Z. eher vorhandene pessimistische Perspektiven,aber die Gretchenfrage bleibt: was nun?
    Ich denke, wir sind uns darüber einig, dass der Club ( von wenigen Ausnahmen abgesehen) schon seit Anfang diesen Jahres unter spieltaktischen +technischen Defiziten leidet,
    die jetzt in Leistungseinbusen fast der gesamten Mannschaft ( Ausnahmen Klose und Schäfer) kumulieren,verbunden mit zunehmender sichtbarer Ratlosigkeit des Trainers DH.Da ich ,wie viele andere,eher nicht an eine absehbare Besserung der Situation glaube,frage ich mich,wieviele Spiele noch verloren gehen müssen,bis die Tatsache einer Trainerentlassung unumstößlich wird („Gesetze des Marktes“), wenn der Trainer nicht von sich aus vorher die Reißleine zieht…oder ist er unantastbar???

    • bernd42: Alle Diskutanten sind sich darüber einig, dass die Leistungskurve beim Club nach unten zeigt.

      Wirklich? Ich finde, ein Unentschieden nach 4 Niederlagen zeigt zaghaft nach oben (wenn wir über die spielerische Armut einmal hinwegsehen). Ich weigere mich einfach, jetzt schon eine unumstößliche Tendenz zu proklamieren. Wir durchschreiten gerade eine Talsohle, deren Ende wir jetzt vielleicht erreicht haben könnten. Vielleicht auch nicht, aber vor dem aktivieren von Kurzschlussreaktionen möchte ich gerne noch ein paar Antworten und definitivere Tendenzen.

      Und wir haben auch erlebt, wie viel im Fußball von der Psyche und dem Momentum abhängen kann. Sie können es definitiv besser, als sie es derzeit abrufen (können). Ich möchte erst wissen, ob dieses Unentschieden in dieser Hinsicht etwas bewirkt hat, bevor ich bereit bin, an mögliche Konsequenzen zu denken.

      Ich habe noch Vertrauen!

      • Optimist,

        Ich würde Dir ja auch zustimmen, aber die Art und Weise wie dieses Unentschieden zustande gekommen ist, läßt leider keinerlei Besserung erkennen. Ich hoffe und sehe das Spiel gegen S04 eigentlich als Chance für Hecking, die Mannschaft umzukrempeln und neu aufzustellen. Sollte Hecking sich aber nicht dazu durchringen wird er in Gelsenkirchen im wahrsten Sinne des Wortes sein blaues Wunder erleben

      • Optimist,

        Apropos Momentum: ich träume noch immer davon, worüber wir hier vielleicht reden würden, wenn ein Frankfurter Verteidiger nach rund 20 Minuten Rot gesehen und der Club tatsächlich für 24 Stunden die Tabellenspitze erklommen hätte…
        … ein hochklassiges Unentschieden in Hannover?
        … einen souveränen Heimsieg gegen krisengeschüttelte Stuttgarter?
        … und dann den Angstgegner Freiburg im Dreisamstadion niedergekämpft?!

        Natürlich dermaßen unrealistisch, aber wer hätte es Frankfurt vor dem Saisonstart schon zugetraut? Die schwimmen auch zu großen Teilen auf der Euphoriewelle, die bei uns mit dem 1:2 gestoppt wurde – und ich denke nur in kleinen Teilen spielt da mit rein, dass sie auch spielerisch besser sind als unser Club.

        Von daher springe ich Optimist zur Seite! Solange sich das derzeitige Bild in den nächsten 4-5 Spielen nicht zementiert, behalte ich mein Vertrauen und glaube daran, dass ein von mir aus auch unverdienter Punkt auf Schalke schon wieder alles in die andere Richtung biegen kann :-).

        • tomcat07:

          na dann warten wir einfach mal die nächsten 5 Spiele ab, die da sind:

          – Schalke (A)
          – VW-Burg (H)
          – Mainz (A)
          – Bayern (H)
          – Fürth (A)

          alles andere als ein Programm zu Stabilisierung des ach so maladen Selbstbewusstseins.
          mehr als hoffen können wir eh nicht, aber es wäre schon schön zu sehen, dass DH vielleicht mal mehr Jungs aus der 2ten Reihe eine Chance gibt s.o.

    • bernd42:
      Da ich ,wie viele andere,eher nicht an eine absehbare Besserung der Situation glaube,frage ich mich,wieviele Spiele noch verloren gehen müssen,bis die Tatsache einer Trainerentlassung unumstößlich wird (“Gesetze des Marktes”), wenn der Trainer nicht von sich aus vorher die Reißleine zieht…oder ist er unantastbar???

      Nur Marek Mintal ist unantastbar !!!!

  • kann mir auch nicht vorstellen das es am Samstag besser wird. Denke eher das wir richtig eins auf die Mütze bekommen (hoffentlich liege ich mit meiner Annahme falsch).

  • Optimist: Wirklich? Ich finde, ein Unentschieden nach 4 Niederlagen zeigt zaghaft nach oben (wenn wir über die spielerische Armut einmal hinwegsehen).

    Ergebnisse sind doch völlig uni teressant wenn man den Gegner nicht miteinbezieht. Ein glückliches 0:0 gegen eine Mannschaft, die hier als potentieller Absteiger gehandelt wird, ist für mich kein Aufwärtstrend. ich fand die Mannschaftsleistung gegen Augsburg noch deutlich schwächer als z.B. bei der klaren Niederlage gegen Hannover.

    • xxandl: Ergebnisse sind doch völlig uni teressant wenn man den Gegner nicht miteinbezieht. Ein glückliches 0:0 gegen eine Mannschaft, die hier als potentieller Absteiger gehandelt wird, ist für mich kein Aufwärtstrend. ich fand die Mannschaftsleistung gegen Augsburg noch deutlich schwächer als z.B. bei der klaren Niederlage gegen Hannover.

      100% Zustimmung.

      Nach dieser Vorstellung vom Stoppen des Trends zu sprechen ist doch aberwitizg.
      Gegen jede andere Mannschaft in der BuLi hätte unsere Mannschaft diesen Punkt auch nicht geholt.
      Wenn man sich die Entwicklung über die letzten 5 Spiele ansieht dann kommt man doch nicht umhin zu erkennen, dass es immer noch schlechter wurde.

      Nach dem Freiburg waren sich alle einig: Grottenschlecht!

      Kann man das noch steigern? Ja man kann und das haben wir am Sonntag gesehen…

      der Trend zeigt ganz klar nach unten, so leid es mir tut.

      Was tun? Ein weiter so kanns ja nicht sein, oder?
      Vielleicht mal Plattenhardt für Pinola und Feulner für Chandler (das ich das mal sage, unglaublich!).

      Aber das alles nützt nix, wenn es keinerlei konstruktives Spiel nach vorne gibt. Nur wer soll das bringen und wie?

      Bin ratlos.

      • Johnny Vegas,

        Plattenhardt für Pinola habe ich schon vor Wochen als sinnvolle Alternative gefordert: anscheinend bessere Spielübersicht, präzisere Flanken und Freistöße: warum soll der Junge auf der Bank versauern oder demnächst weggekauft werden? Hat zumindest als Pinola-Ersatz nie enttäuscht.Hat jemand aktuelle Trainingseindrücke von ihm gesehen?

    • xxandl,

      dann musst Du aber auch die Vorgeschichte einbeziehen, die psychische Verfassung, das Momentum. Eine Mannschaft tritt nach 4 Pleiten nunmal anders auf als nach einer Erfolgsserie bzw. mal einem verlorenem Spiel. Ich denke, dass ein Großteil der Schlechtleistung der Verunsicherung geschuldet ist. Die könnte sich jetzt wider etwas gelöst haben. Genau das möchte ich eben sehen, bevor ich weiter denke.

      • Optimist,

        Also nach 5 solchen Spielen kann man nicht mehr von Verunsicherung sprechen. Der Mannschaft fehlt es an einem spielerischen Konzept und der Einsicht, das man nur durch bedingungslosen Kampf ein Spiel für sich entscheiden kann. Die Leistung des letzten Spieles als Verunsicherung zu bezeichnen empfinde ich als billige Entschuldigung !!

  • Johnny Vegas: Was tun? Ein weiter so kanns ja nicht sein, oder?
    Vielleicht mal Plattenhardt für Pinola und Feulner für Chandler (das ich das mal sage, unglaublich!).

    Aber das alles nützt nix, wenn es keinerlei konstruktives Spiel nach vorne gibt. Nur wer soll das bringen und wie?

    Das wären Ansätze, aber auch mal wieder mehr Jugend wagen: wir hätten noch einen Gärtner als talentierten 6er und einen Klement als Kreativ-Offensiven in der U23, die könnten dem Mittelfeld mehr technische Ballsicherheit verleihen.

    Außerdem schwebt mir ein einfacher Kniff vor: lass Gebhardt und Kiyo mal Positionen tauschen. Gebhadrt ist im Aufwind und will sich der Verantwortung in der Zentrale als Gestalter stellen. Geben wir sie ihm. Kiyo ist derzeit mit der Last der Verantwortung eher überfordert, hat in Japan ohnehin meist rechte Außenbahn gespielt. Nehmen wir ihm die Last und stärken dafür die Außenbahn. Das würde ich versuchen.

    • Optimist,

      Ich habe ja auch gesagt, das Hecking das Spiel gegen S04 als Chance begreifen muss. Nur anders als Du, würde ich Gebhart eher noch zurückziehen und ihn mit Cohen als Doppelsechs spielen lassen. Gebhart würde ich eher als Anspielpartner für die Abwehr sehen, damit diese unsäglichen Querpässe in der Abwehr aufhören. Balitsch und Simons sind in der Spieleröffnung einfach zu unpräzise und momentan auch nicht in der Verfassung der Mannschaft wirklich weiter zu helfen. Kiyotake würde ich auf der Position als Spielgestalter lassen, nur wer neben ihm spielen soll weiß ich leider auch nicht, da Mendler verletzt ist.

  • Ich würde auch sagen, man hat den Kader überschätzt.

    Da muß dringend nachgebessert werden, sonst wird das nix mit dem Klassenerhalt. Aber keinen Torwart – das Geld wird für andere Positionen dringender benötigt.

  • Warum sollte auf Schalke keine Überraschung möglich sein, allerdings nicht aus Stärke heraus, sondern aus der Schwäche, die man leicht unterstellen kann. Der FCN ist nach so einer CL Woche der Schalker genau so ein Verein über den sie im schnöden BuLi Tag zurückgekommen, stolpern könnten. Wünschen wir den Schalkern heute ein schweres Spiel mit viel Ruhm 😉 und dann kommt die graue Maus!

  • Nun für mich war das Spiel gegen Augsburg kein Fingerzeig auf Besserung. Auf Schalke haben selbst gute Club-Mannschaften bisher wenig geholt, das wird auch diesmal nicht der Fall sein. Zuhause gegen Wolfsburg? Nun vom Tabellenstand her müssten die Wölfe zu packen sein. Aber spielerisch und technisch ist jeder einzelne Wolf besser als sein Club-Gegenspieler. Für mich höchstens ein Remis.
    Dann sind mit 10 Spielen 8-9 Punkte da. Die Spiele gegen Fürth und Bayern lassen mich auch grübeln. Leute es wird grausam eng für uns.

  • Danke für Deinen Artikel, belschanov. Stimmt, der Glubb schiesst generell wenig Tore. Das ist ein Fakt und macht aber dann nichts aus, wenn er noch weniger Tore vom Gegner bekommt. 🙂

    Dazu stelle ich aber mal die Frage in den Raum, ob bei dem bisher bevorzugten 4-2-3-1 System überhaupt die offensiven Außenspieler auch die Tore schiessen müssen? Das hast Du natürlich um Deine Argumentation zu unterstützen, sehr gut dargelegt.

    Letztes Jahr sah das bei 38 Toren, aber so aus:
    Pekhart 9 Tore und 4 Assists der einzigen Sturmspitze
    Didavi 9 Tore und 3 Assists vom offensiven Mittelfeld
    Simons 4 Tore und 4 Assists vom defensiven Mittelfeld, davon einige Elfer
    Esswein 4 Tore und 3 Assists, als offensiver Außenspieler

    Und das Jahr davor traf der Glubb 47 mal:
    Schieber 7 Tore und 9 Assists der einzigen Sturmspitze
    Ekici 3 Tore und 9 Assists vom offensiven Mittelfeld
    Eigler 8 Tore und 3 Assists der Allzweckwaffe, davon 4 im Spiel gegen St. Pauli
    Gündogan 5 Tore und 3 Assists vom defensiven/offensiven Mittelfeld

    Bei einem gewissen Verein in Nordtirol, der zwar viele Systeme variabel spielt, aber dennoch auch auf dem Papier wie wir meistens ein 4-2-3-1 spielt, schiessen auch nicht der Franzose und der Holländer mehr Tore als der jeweilige Mario-Mittelstürmer.

    Deshalb kann man zwar feststellen, der Glubb spielt „flügellahm“, man kann aber daraus keinen Zusammenhang ziehen, dass „flügellahm“ gleichzusetzen mit „erfolglos“ ist.

    Und das alles mal ganz OHNE die rosarote Brille gesehen 😉

  • Also wenn man schon mit einer anderen Saison vergleicht, dann sollte man vielleicht mal die letzte Saison heranziehen, verehrter belschanov. Da hatte man nach dem 8. Spieltag 11 Punkte (immerhin), aber man hätte sich auch nicht beschweren dürfen, wenn es deren nur 7 gewesen wären. Auch am Anfang der letzten Saison waren Fehlpässe an der Tagesordung, und die beiden 1:0-Siege gegen Hertha (Absteiger) und (oh Wunder) Augsburg (hoch gewetteter Abstiegskandidat) sprühten nun wahrlich nicht vor offensivem Spielwitz, so dass in beiden erwähnten Begegnungen man auch mit einem 0:0 hätte zufrieden sein müssen. Es kamen dann auch noch eine Heimniederlage gegen Freiburg und immerhin 2 erkämpfte Heimunentschieden (Mainz, Stuttgart) sowie 2 derbe 0:4-Klatschen in Nordtirol und auf Schalke (von wegen bessere Abwehr). Der Knoten platzte im Prinzip erst am 17. Spieltag, als man in Bayerhausen überzeugend mit 3:0 gewann. Mit anderen Worten: Solange man nach dem 16. Spieltag 15 Punkte hat, wäre man im Vergleich zur letzten Saison noch im Soll. Oder anders ausgedrückt: The same procedure as last year. Cheerio, Miss Sophie.

    • Claus: Solange man nach dem 16. Spieltag 15 Punkte hat, wäre man im Vergleich zur letzten Saison noch im Soll. Oder anders ausgedrückt: The same procedure as last year. Cheerio, Miss Sophie.

      Zu simple und leider kein Klassiker wie Miss Sophie, letztes Jahr gab es auch wirkliche Gründe mit der Verletztenmisere sehr wichtiger Spieler. Hecking sagte nicht zu unrecht, unsere Neuverpflichtungen in der Winterpause, sind die Verletzten die zurückkommen.
      Dieses Jahr sind alle da 😉 bis auf ..wie hieß er nochmal Hlousek ?

  • @Woschsubbn:

    Danke für deinen Dank für meinen Artikel, den ich mit einem Dank für deinen Kommentar erwidere.

    So wie ich die Dinge sehe, sind gerade im 4-2-3-1 die drei offensiven Mittelfeldspieler (also auch die beiden Außen) als Torschützen gefordert, da ja die einzige „echte“ Spitze nicht allein die Last des Toreschießens tragen kann. Wenn kein zweiter „echter“ Stürmer da ist, müssen die Spieler hinter der Spitze einspringen. Wobei die offensiven Außen bei Ballbesitz ja eigentlich auch Stürmer sind.

    Dass die Flügelmänner mehr Tore erzielen müssen als der Mittelstürmer, habe ich nicht gesagt. Ein solcher Spieler sollte aber in 143 Spielen schon mehr als 15 Tore erzielen. Zum Vergleich: Robben und Ribery haben in der letzten Saison jeweils 12 Tore geschossen.

    Natürlich reduziert sich die Aufgabe der offensiven Außen nicht nur aufs Toreschießen. Sie haben auch Flanken zu schlagen und im Kombinationsspiel Chancen zu erarbeiten, die ein anderer Spieler dann nutzt (Binsenweisheit). Davon ist aber von Mak, Esswein und Frantz herzlich wenig zu sehen. Was ein wesentlicher Grund dafür ist, dass unsere Mannschaft im Angriff so harmlos ist. Würden diese Spieler bessere Leistungen zeigen, wäre das Angriffsspiel besser und die Mannschaft hätte mehr Erfolg. Das in Frage zu stellen, erscheint mir widersinnig.

    • belschanov:
      Davon ist aber von Mak, Esswein und Frantz herzlich wenig zu sehen. Was ein wesentlicher Grund dafür ist, dass unsere Mannschaft im Angriff so harmlos ist. Würden diese Spieler bessere Leistungen zeigen, wäre das Angriffsspiel besser und die Mannschaft hätte mehr Erfolg.

      Ich glaube, damit triffst Du voll ins Schwarze. Nachdem genannte Spieler aber schon in der letzten Saison über längere Zeit abtauchten, bin ich mittlerweile doch so weit, gegenüber Hecking und Bader unwirsch zu werden.
      Hat man denn aus der letzten Saison gar nichts gelernt? Wir haben jedenfalls genau dieselben Probleme.

      • BSE08: Nachdem genannte Spieler aber schon in der letzten Saison über längere Zeit abtauchten, bin ich mittlerweile doch so weit, gegenüber Hecking und Bader unwirsch zu werden.

        warum? Sie waren doch nicht untätig: Gebhardt und Kiyo sind Spieler sowohl für Außen als auch für die Zentrale, beides nominelle Verstärkungen. Dann ist noch Hlousek im Wartestand, der ja auf der Esswein-Position auch spielen kann. Und die Verletzung von Mendler kommt hinzu. Leider geht die Saat nicht optimal auf, gesät wurde sie aber.

        • Optimist,

          so siehst Du die Rollen für Gebhardt und Kyo. Meinst Du wirklich, die können außen spielen?

          • BSE08,

            ja, in Osaka (und ggf. auch der Nationalelf) war das ohnehin Kiyos Position. Erst bei uns wurde er in die Zentrale gesteckt. Und da Gebhardt nach eigenem Anspruch eher nach innen möchte, läge der Versuch doch nahe.

            In Stuttgart hat Gebhardt auch oft außen spielen müssen, bei 60 weiß ich es nicht. Aber Erfahrung auf der Position hat er durchaus.

            Also meiner Meinung nach wurden gerade diese beiden Einkäufe schon mit Weitblick getätigt, auch um Druck auf die lahmenden Flügel auszuüben. DH und MB zu unterstellen, sie hätten hier nicht gehandelt wäre also falsch.

  • @belschanov: Das habe ich ja nicht behauptet.

    @Juwe: Ob ein Spieler verletzt ist oder außer Form ist letztendlich egal, der Effekt ist derselbe. Und am Anfang der Saison war meines Wissens niemand verletzt (außer Didavi? ist schon lange her), trotzdem funktionierte kein Passspiel.
    Nun könnte man die Frage stellen: Was wird eigentlich während der Saisonvorbereitung trainiert? Oder kann man mannschaftliches Zusammenspiel am Ende gar nicht im Training erarbeiten sondern nur unter Wettkampfbedingungen? Ich weiß allerdings noch, dass damals nach dem 1:0 in Berlin Pekhart im Interview sagte, er hätte genau gewusst, wo Hegeler den Ball hinspielen wird, das mache dieser im Training auch immer so. Nur war davon dann wochenlang nichts mehr zu sehen.

  • Würde Schalke am Samstag gegen eine andere Mannschaft spielen, würde ich sagen „Oh, da ist eine Überraschung drin.“

    Weil Schalke
    a) vom CL-Spiel und der Reise müde sein dürfte,
    b) aufgrund der beiden Erfolge gegen Dortmund und Arsenal hochnäsig auftreten dürfte und
    c) den Gegner unterschätzen dürfte.

    Dumm nur, dass Schalke am Samstag auf einen Gegner trifft, der seit Wochen jede Bundesligatauglichkeit vermissen lässt.

    • Töffi:
      Würde Schalke am Samstag gegen eine andere Mannschaft spielen, würde ich sagen “Oh, da ist eine Überraschung drin.”

      Weil Schalke
      a) vom CL-Spiel und der Reise müde sein dürfte,
      b) aufgrund der beiden Erfolge gegen Dortmund und Arsenal hochnäsig auftreten dürfte und
      c) den Gegner unterschätzen dürfte.

      Dumm nur, dass Schalke am Samstag auf einen Gegner trifft, der seit Wochen jede Bundesligatauglichkeit vermissen lässt.

      Wir brauchen hier mal einen Pranger. Wer wegen groben Unglaubens erwischt wird, der kommt dann da hin. Also nach einem Sieg des FCN auf Schalke wärst du fällig. :mrgreen:

      Ach ja: Das war „ironisch“. Aus die Maus. 🙂

  • Wenn es ums Geld geht. Ich bin jetzt seit 50 jahren ein Fan des 1.FCN. In meiner Jugendzeit war unser Club der führende Verein Bayerns, ja führend in ganz Süddeutschland. Wieso ist der Verein mitgliedermäßig und finanziell gegen Bayern und Stuttgart, um mal 2 zu nennen, derart in Rückstand geraten. Weshalb erhält der Club nicht ähnliche Unterstützung von der Wirtschaft wie Bayern, Schalke 04 oder Stuttgart. Haben unsere Vorstände dies verschlafen oder nicht gewollt? Wer kann dazu Auskunft geben?

    • Erich:
      Wenn es ums Geld geht. Ich bin jetzt seit 50 jahren ein Fan des 1.FCN. In meiner Jugendzeit war unser Club der führende Verein Bayerns, ja führend in ganz Süddeutschland. Wieso ist der Verein mitgliedermäßig und finanziell gegen Bayern und Stuttgart, um mal 2 zu nennen, derart in Rückstand geraten. Weshalb erhält der Club nicht ähnliche Unterstützung von der Wirtschaft wie Bayern, Schalke 04 oder Stuttgart. Haben unsere Vorstände dies verschlafen oder nicht gewollt? Wer kann dazu Auskunft geben?

      Ich glaube von allem ein wenig. Der Club muss sich an die eigene Nase fassen – wäre man 1969 nicht abgestiegen wäre vielleicht alles anders gekommen. Zudem muss man die Bayern und insbesondere Hoeneß auch mal Respekt zollen, die haben nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland den besten Job gemacht – nicht immer mit den nobelsten Mitteln, aber Fußball-Geschäft ist auch kein Ponyhof. Und dann ist dann noch die Politik, die zumindest in Bayern wirklich alles getan hat um nicht nur den Lieblings-Verein der Oberen der Landeshauptstadt nach vorne zu helfen, sondern auch die gesamte Wirtschaftsförderung rund um das bayerische Paris zu komprimieren – mit dem Ergebnis, dass die Wirtschaftsmetropole Nürnberg am Tropf hängt und ganz andere Sorgen hat als Geld in das Sponsoring von Vereinen zu stecken (bzw. die wenigen verbliebenen sich dann auch lieber im Glanz der CL sonnen).

      • Alexander | Clubfans United,

        die Nordtiroler sind eben gut im Abgreifen. Ob das nun die besten Spieler der Anderen oder die besten Sponsoren, die dicksten Geldtöpfe oder die einflussreichsten Politiker sind…

        Es lebe die Chancengleichheit!

  • Oh, kleiner Exkurs:

    – Nürnberg war eine der am meisten zerstörten Städte des 2. Weltkriegs. Deshalb wanderte u.a. Siemens und vielleicht auch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (?) zum Großteil ins Nahe München ab.
    – Als Hauptfanal, vor und wegen und mit der Olympiade 1972 wurde in München dermassen viel Geld dort und im Umland zentralisiert investiert, dass der Rest einfach abfiel (damals war Bayern noch Nutzniesser des Länderfinanzausgleichs!!)
    – Eine Nordtiroler Partei steht und bürgt für den Nordtiroler Zentralismus: Dort wo viel ist, kommt mehr dazu.
    – Nürnberger Wirtschaft ist bis heute viel mit Familien-Firmen aus der Industriehistorie geprägt, der Wandel zur Dienstleistungsindustrie ging schleppend bzw. gingen wegen keiner Nachfolgeregelung diese auch einfach kaputt (Grundig, Quelle, Schöller,…) oder wanderten in fremdbestimmten Besitz (z.B. AEG) irgendwo auf der Welt

    – Eigenes Verschulden 1: Kirchturmpolitik der drei mittelfränkischen Metropolen, siehe Stadt-Umland-Bahn usw.ff. diese wird natürlich unterstütz aus der Nordtiroler Zentrale
    – Eigenes Verschulden 2: Der Glubb saß als Rekordmeister viel zu lange und viel zu sehr auf dem ganz hohen Roß, da wurde einfach alles verschlafen: z.b. viel zu lange Zeit wurde der Verein so professionell geführt, wie jeder x beliebige ASV Hintertupfingen, ohne diesem ASV nahetreten zu wollen.
    – Als der Übergang vom Fußballverein zum Profisport anfing, waren wir in der 2. Liga.

    Das kann beliebig fortgeführt werden…

  • Danke für die Informationen zur Clubhistorie. Ich bin zwar schon lange Fan des 1. FCN wohne jedoch am Rhein da hat man früher viele Details nicht so erfahren.

  • @Erich: Den entscheidenden Faktor hat Woschdsubbn genannt, das waren die 9 Jahre in der 2. Liga von 69 bis 78. Am Anfang dieser Zeit wurde das Geld überwiegend durch Ticketeinnahmen verdient, da war der Club mit seinen über 60 Tausend Plätzen noch führend und er hatte ein enormes Einzugsgebiet. Das Zuschauerinteresse ließ dann sehr schnell nach, als der zügige Wiederaufstieg nicht gelingen wollte. Und wenige Zuschauer waren natürlich für potentielle Sponsoren arg uninteressant, genauso wie die 2. Liga, die anfangs ja noch Regionalliga hieß.

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