Hecking mit Schalke auf Torejagd

Neues Spiel, neues Glück auf Schalke – aber die wenigen Lichtblicke, die man in Nürnberg gegen Augsburg ausgemacht zu haben glaubt, werden sicher nicht für ein positives Resultat reichen. Positiv war die Null, auch wenn sie wackelte, doch Schalke würde sich in der aktuellen Form damit nicht begnügen wie das Augsburg tat. Der Club muss vor allem wieder Fussball spielen, wer Kampf dem Team absprach und davon mehr fordert, wird außer mehr ‚Verk(r)ampfung‘ wenig erreichen. Die defensive Arbeit war in Ordnung und dass man einem Gegner null Chancen in einen Spiel zulässt, ist eh nahezu unmöglich und auch nicht Sinn des Spiels. Man muss aber selbst Chancen haben, um dann ein „Zu Null“ auch mal zu seinen Gunsten zu entscheiden oder einen individuellen Fehler auszugleichen. Ohne Chancen keine Tore, auf Standards allein soll (und darf und kann) man nicht alleine hoffen, zudem funktioniert das eben auch nicht mehr so gut wie am Anfang (genau genommen: gar nicht mehr).

Personell wird sicher Rakovsky auflaufen, weitere Details wird man von der Pressekonferenz vor dem Spiel erfahren, Berichte davon gibt es in Kürze auf unserem Twitterkanal. In unserem Vorbericht machen wir uns im Schwerpunkt Gedanken zur Taktik und haben ein kurzweiliges Interview mit unsern Fanfreunden auf Schalke.

Taktiktisch

Wir sind hier nicht so profund wie die Kollegen bei Spielverlagerung und staunen Bauklötze, wenn uns Deckungsschatten, Polyvalenz und falsche 9er erklärt werden, wo wir doch gerade erst das mit Antizipation, Umschaltspiel und Tiki Taka auch nach zwei Bier noch non-chalant in die Runde werfen können, wagen uns aber bisweilen auch an den Taktiktisch – nur so aus Spielerei natürlich.
Vorweg: Es ist schlicht nicht richtig, dass der FCN unter Hecking keine Konzept für Offensivspiel hätte, es funktioniert nur nicht. Wenn also Schäfer formuliert „Uns fehlt diese gemeinsame Spielidee“, dann wohl weniger im Sinne von „Konzeptlosigkeit“, sondern eher im Sinne davon, wie man das Konzept zum Leben erwecken könnte.

Problem: Keine Anspielstationen im Mittelfeld. Torwart und Innenverteidigung finden in Ballbesitz keinen Anspielpartner. Die Konsequenz war gegen Augsburg überdeutlich zu erkennen und endete mit schier endlosen Querpässen zwischen den Innenverteidigern. Wenn der Gegner dann noch Druck auf diese aufbauen kann, wird es brandgefährlich und endet in Risikopass oder „langes Holz“. Auf Ursachenforschung stößt man auf gleich mehrere Ansätze: Langsamer Spielaufbau, wenig Bewegung, zu hoch stehende Außen. Nach Ballsicherung oder bei Abschlägen nimmt Innenverteidigung mit Torwart Schäfer oft das Tempo raus, wohl auch aus Unsicherheit nach den Misserfolgen (Motto: „Erstmal Ruhe reinbringen“). Die Außenverteidiger laufen dann auf ihre offensiven Positionen und auch die Außen-Mittelfeldspieler orientieren sich entsprechend weiter nach vorn. Dies macht es tief stehenden Gegnern relativ einfach. Die Offensiv-Außen laufen quasi auf die Außenverteidiger auf, die gegnerischen Mittelfeldspieler nehmen die Außenverteidiger des Club in Empfang und ein 6er des Gegners nimmt mit der Innenverteidigung Stoßstürmer und Kiyotake aus dem Spiel. Wenn nun die zwei verbliebenen zentralen Mittelfeldspieler mit dem Stürmer Pressing aufbauen, ist Nürnbergs Spiel quasi vorbei bevor es überhaupt losgeht.

Wie das Konzept Heckings aussehen sollte, kann man bisweilen nur erahnen und sieht dann in der Umsetzung fast unbeholfen aus. Im 4-2-3-1 muss das Spiel über die Außen gehen, dazu muss die beiden Außen-Pärchen sich gegenseitig unterstützen und man muss Geschwindigkeit reinbekommen, damit der Durchbruch außen klappt, woraus sich die Optionen Grundlinie (Flanke), Strafraum (Dribbling), Schuss (Zug zum Tor) oder Ablage (Rückraum) ergeben. Das funktioniert aber nicht, wenn zu langsam aufgebaut wird, weil dann der Gegner schon wieder seine Positionen beziehen konnte, die Außen zu hoch stehen, weil dann kein Raum ist, in dem man Speed aufnehmen kann, oder sich die beiden Außen mehr gegenseitig behindern als helfen. Und es funktioniert nicht, wenn man schon gar nicht an die Anspielstationen kommt, die die Pässe zu den Außen spielen.

Hecking hat natürlich vollkommen Recht, dass die Basis des Clubs erstmal darin bestehen muss, den Ball überhaupt von den (meist qualitativ besser bestückten) Gegnern zu erobern, doch danach muss es schneller gehen, wobei da die Grundlage eine höhere Passquote und mehr Laufbereitschaft und „Anspielbereitschaft“ im zentralen Mittelfeld erreicht werden muss. Evtl. würde es sich sogar lohnen das 4-2-3-1 leicht zu modifizieren zu einem 4-1-4-1. Die Idee dahinter: Die Außen offensiv wie defensiv wieder mehr zurückziehen um so für das Spiel nach vorne wieder mehr Raum zu bekommen – vor allem gegen so bereitwillig defensive Gegner wie Augsburg. Der Spielaufbau, die Initialzündung für einen Offensivangriff muss aus dem zentralen Mittelfeld kommen, das dann die Außen durch Pässe in Aktion und damit Bewegung bringt. Einen stehenden Außen anzuspielen macht schlicht wenig Sinn, der Außen muss entweder mit Geschwindigkeit auf einen Verteidiger laufen können oder in den Lauf geschickt werden. Grundsätzlich wäre für dieses Spiel der Kader gut bestückt und mit Gebhart, Kiyotake, Mak und Esswein stehen schnelle dribbelstarke Spieler zur Verfügung. Kiyotake und Gebhart wären zudem beide in der Lage die kreative Anspielstation zu bilden. Da sich aktuell Mak aber selbst ins Aus schoß und Esswein vor allem mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint, wäre es eine Überlegung Kiyotake nach Außen zu ziehen, Chandler von der Doppelbelastung als Außenverteidiger zu befreien und mit zwei 8ern variabler auf der Schaltzentrale zu agieren. Balitsch müsste dazu aber seine Zurückhaltung bei der Spieleröffnung ablegen, dass er in der Rückwärtsbewegung die nötigen Wege gehen würde, daran besteht kein Zweifel. Eine noch offensivere Variante wäre das Doppel Kiyotake/Gebhart auf den 8ern, dann müsste Balitsch weichen für Frantz oder Esswein. Gleiches gälte im Übrigen, wenn Chandler hinten bliebe.

Sicher alles nur Taktikspielereien, denn ganz unabhängig von Taktikformation und Personal wird eine höhere Passquote, höhere Anspielbereitschaft (da nutzt auch eine hohe Laufbereitschaft sonst wenig) und schnelleres (jaaaaa!) Umschaltspiel nötig sein. Schalke wird sicher dazu Räume anbieten, denn Schalke ist es gewohnt offensiv zu agieren und wird nach den Erfolgen im Derby und CL das nötige Selbstbewusstsein haben die Sache in die eigene Hand zu nehmen um das Spiel zu entscheiden – dazu gehören auch Aktionen der Außenverteidiger nach vorne. Mehr Chance als Risiko könnte da im Übrigen auch der Einsatz von Rakovsky sein. Der junge Keeper zeigte bereits gegen Augsburg, dass er es im Blut hat das Spiel schnell zu eröffnen und seine Mitspieler ins laufen zu bringen (was die bisweilen da noch überrascht zur Kenntnis nahmen). Diese Qualität wäre aber genau die Waffe, die einst Neuer auf Schalke so unnachahmlich beherrschte und so die Lücken riss, die man als Kontermannschaft braucht. Entweder man findet schnell die Schaltzentrale im Mittelfeld, die dann die Außen einsetzt oder mit dem Stoßstürmer im Zusammenspiel versucht gefährlich an und in den 16er zu kommen, oder man kommt durch schnelles Handeln auch ohne den Umweg zentrales Mittelfeld auf den Außen durch.

blogundweiss im Interview

Auf der Suche nach einem Gesprächspartner kann man auf Schalke aus dem Vollen schöpfen, Blogs und Fanmedien so weit das Auge reicht. Bestens gepflegt und voller individueller Beiträge, stilistisch und inhaltlich durchmischt, doch immer voller Herzblut, da macht das Fansein sicher Spaß – in Freud wie Leid. Nach den Interview mit dem Schalkefan und Torsten Wieland haben wir diesmal Tobias Kreimer von blogundweiss an die Tasten bekommen und sprachen mit ihm über Faszination Derby, warum Hecking als Schalker auch viele Tore schießen würde, die Forderung nach Geisterzelten beim Oktoberfest, Leibesvisitationen und den Matchplan für ein erfolgreiches Spiel auf Schalke.

[Clubfans United] Hallo Tobias, schön dich zum Interview zu haben. Schon das Grinsen aus dem Gesicht bekommen seit letztem Wochenende?

[blogundweiss] „Kurz und knapp: Nö! Die Laune ist bestens und der Derbysieg hat dem Verein und dem Umfeld unglaublich gut getan. Siege gegen die Unaussprechlichen sind natürlich immer besonders schön. Für die Mannschaft ist es wichtig zu wissen, dass sie auch wieder die „Großen“ schlagen kann, wenn sie engagiert auftritt.“

[Clubfans United] Warum sind Derby-Siege immer noch besonders schön – wir kennen das ja (theoretisch) aus unseren Duellen mit der Westvorstadt. Dabei sind die handelnden Personen und Spieler doch längst reine Kurzzeit-Gastarbeiter ohne Bindung zu Land und Leute, die auch schon mal die Seiten wechseln. Was also ist die Faszination „Derby“?

„Das Argument mit den Kurzzeit-Gastarbeitern sehe ich nur bedingt so wie du. Sicher spielen in den Teams heute nicht mehr ausschließlich Spieler aus der Region. Doch die Unaussprechlichen und Schalke haben da in den vergangenen Jahren einen anderen Weg eingeschlagen. Götze, Schmelzer, Reus, Großkreuz – Fährmann, Draxler, Höwedes, Matip und Kolasinac. Das sind jeweils Kinder ihrer Vereine, die das Revierderby und die Fans natürlich beeinflussten. Die Faszination Derby kommt bei mir tatsächlich über die persönliche Schiene. Jeder kennt wenigsten ein paar Hartgesottene aus dem anderen Lager. Da will man sich nach dem Spiel keine Sprüche anhören müssen, sondern selber austeilen. Hinzu kommt zur Zeit, dass beide Mannschaften oben mitspielen. Auch das gibt natürlich einen zusätzlichen Anreiz.“

[Clubfans United] Und wie sieht das mit Fanfreundschaften aus?

„Ich persönlich lebe keine Fanfreundschaft aktiv aus. Doch natürlich habe ich über die Jahre Sympathien für den FCN entwickelt. Man beobachtet die Vorgänge dann etwas genauer und freut sich natürlich auch über Siege der Glubberer. Ganz witzig fand ich eine Situation auf Twitter, als die Borussia aus Lüdenscheid gegen die Fürther im Pokal gespielt hat. Alle Nürnberger in meiner Timeline fieberten mit dem BVB, alle Schalker mit Fürth. Natürlich auch wegen Büskens und Asamoah. Ein Interessenkonflikt, der ansonsten zum Glück nicht so häufig vorkommt.“

[Clubfans United] Für eure Knappen läuft es ja derzeit wie geschmiert. Platz 3 in der Liga, vor Dortmund, in der Champions League noch mit allen Chancen und im DFB-Pokal eine vermeintlich lösbare Aufgabe mit dem Heimspiel gegen Sandhausen. Geld hattet ihr ja schon zuletzt reichlich investiert, warum aber scheint es diesmal besser angelegt zu sein? Oder zählt am Ende nur ein Titel?

„Wir haben in dieser Saison tatsächlich gar kein Geld investiert, sondern den Kader mit guten ablösefreien Spielern (Barnetta, Neustädter), Leihspielern (Afellay) und Nachwuchskräften (Kolasinac) verstärkt. Zudem hat uns nur ein Leistungsträger verlassen (Rául), so dass der Kern des Teams eingespielt in die Saison gegangen ist. Wir hatten die letzten Jahre schon immer einen guten Kader. Dies ist natürlich auch der Kaufwut von Felix Magath zu verdanken. Jetzt haben wir unter Huub Stevens auch ein eingespieltes Team. Zum Thema Titel: Klar zählen Titel! Aber ausschließlich? Nein! Diesen Anspruch haben in der Bundesliga nur die Bayern. Im DFB-Pokal sind wir traditionell gut. Es sind schon viele Bundesligisten raus, da hat man sicher Chancen. In der Champions League gilt es die Gruppenphase zu überstehen. Alles andere ist in diesem Wettbewerb nur noch „Extra-Topping“. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Zum Thema Meisterschaft: Ich finde es gut, dass sich der Verein und die Fans darauf geeinigt haben, dieses Ziel in den kommenden Jahren nicht mehr auszugeben. Der Kader hätte sicher die Qualität für die Schale. Da muss Bayern dann aber mal wieder ne gebrauchte Bundesligasaison spielen und die Unaussprechlichen dürften als Team nicht mehr so stark agieren. Wenn das alles passt, hätten wir eine gute Chance. Ziel ist wie in jeder Saison der internationale Wettbewerb. Möglichst Champions League und das am Besten als direkter Qualifikant. Ich denke, das ist auch gar nicht so unrealistisch.“

[Clubfans United] Mit „Die Null muss stehen“-Stevens kam (so zumindest auch dein Blog-Kollege im Interview) nicht gerade der Favorit der Fans ans Ruder. Nun spielt Schalke aber alles andere als Defensivfussball und hat schon 17 Tore am Konto. Auch bei uns werkelt ein Trainer, dem man Defensiv-Denke unterstellt. Kannst du aus den Erfahrungen berichten, ob sich also Stevens geändert hat oder ob das schlicht nur ein Vorurteil ist/war und auch Hecking vielleicht zu Unrecht nachgesagt wird, nur weil ihm schlicht so eine Offensivpower wie ein Hunter oder Affelay nicht zur Verfügung steht?

„Als Typ ist er sicher ein wenig gelassener geworden. Und dieser „Die Null muss stehen“ Spruch ist ja auch so nicht richtig. Stevens hatte auch in seiner „Meister der Herzen“ Saison mit Böhme, Mpenza, Sand und Asamoah richtig offensiven Fußball spielen lassen und wir haben viele Tore bejubeln dürfen. Der Spruch kommt – wenn ich mich recht erinnere – aus den Eurofighter-Tagen. Damals hießen unsere Offensivwaffen Mulder, Anderbrügge und Wilmots. Alles Fighter, aber keine rechten Goalgetter. Ich hatte bei der Vorstellung von Stevens auch Bauchschmerzen. Aber nur, weil ich gerne mit Rangnick weiter gemacht hätte. Im Nachhinein muss man sagen: Alles richtig gemacht, Herr Heldt! Stevens weiß aus seinen anderen Stationen, dass die Entwicklung des Vereins im Vordergrund steht. Er hat konsequent auf die Jugend gesetzt und die Mannschaft hat sich unter ihm zu einem richtigen Team entwickelt. Ich denke, jeder Trainer hat seinen Stil, passt diesen aber auch immer an das Potenzial an, was er im Kader stehen hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unter Hecking bereits ähnlich viele Tore geschossen hätten.“

[Clubfans United] Zum Dortmund-Spiel gab es ja richtig Keile, aber auch einige Clubfans hauten sich gerade erst wieder mal die Köpfe ein mit Fürther Fans. Gehört das irgendwie dann dazu zu einer Rivalität und wird das zu hoch gekocht, oder erleben wir wirklich eine nicht enden wollende Gewaltbereitschaft – oder gar deren Renaissance?

„Zunächst einmal: Ich finde die ganze Entwicklung um das Thema Fankultur äußerst bedenklich. Dabei sehe ich insbesondere die Rolle der Medien extrem kritisch. Es scheint, als ob die wenigsten Journalisten in den 80er und 90er Jahren irgendwann einmal in einem Fußballstadion zu Gast waren. Damals gehörte das Stürmen des Platzes quasi zum Aufstieg dazu. Ich war als kleiner Dötz beim Aufstiegsspiel gegen Braunschweig dabei als die Fans schon ganz lange vor dem Abpfiff den Rasen stürmten und das Spiel unterbrochen werden musste. Für mich war das alles aufregend, aber ich hatte nicht den Eindruck, als ob sich darüber jemand groß gewundert hätte. Ein Nachspiel wie in Düsseldorf gab es zumindest nicht. Beim Derby war ich in diesem Jahr nicht anwesend und kann zu den Vorfällen nichts sagen. Nur soviel: Gewalt gehört beim Fußball bis zu einem gewissen Grad dazu. Ich weiß, dass ich mich mit dieser Aussage nicht unbedingt beliebt mache, aber so ist es nun mal. Wer sich prügeln will, der soll das machen und mit den Konsequenzen leben. Unbeteiligte werden in diese Außeinandersetzungen meistens nur zufällig reingezogen oder beobachten diese nur. So lange die Gewaltbereiten unter sich bleiben, macht mir das nicht viel aus. Mittlerweile gehen allerdings andere gesellschaftliche Schichten ins Stadion, die die wirklich wilden Tage gar nicht miterlebt haben und die so etwas dann halt auch verschreckt. Ich finde man sollte lieber über Geisterzelte beim Oktoberfest nachdenken, als über Geisterspiele in der Bundesliga. Zumindest, wenn man sich das Verhältnis von Gewalttaten zur Besucherzahl etwas genauer anschaut.“

[Clubfans United] Das neue Sicherheitskonzept der DFL stößt auf erheblichen Widerstand – bei Fans wie Vereinen. Wie sehr beschäftigt euch das Thema?

„Uns als Schalker natürlich ganz besonders, weil Peter Peters, unser Finanzvorstand, den Vorsitz dieser ominösen Arbeitsgruppe inne hat. Auf Schalke sind Teile dieses Konzeptes leider schon längst traurige Realität. Bei den Spielen gegen Paris St. Germain und vor wenigen Wochen gegen Montpellier mussten sich die Gästefans anscheinend in Zelten ausziehen und eine etwas ausführlichere Leibesvisitation über sich ergehen lassen. Ich finde das schlichtweg menschenunwürdig. So will und darf man als Gast nicht behandelt werden.“

[Clubfans United] Ein Vorwurf zum Sicherheitskonzept ist, dass Fanvertreter gar nicht einbezogen wurden. Aber auch in den Vereinen scheint noch viel „von oben“ entschieden zu werden, ohne die Belange der Fans mit einzubeziehen. Glaubst du, dass sich daran etwas ändert? Oder wird der Fan mehr und mehr zum Konsumenten, zum Eventpublikum, der nur im Bereich von Marktforschung eine Relevanz hat?

„Für die Vereine ist das natürlich eine extreme Gratwanderung. Sie wissen, dass die Hartgesottenen unter den Fans für das Stadionerlebnis quasi unverzichtbar sind. Beim DFB Pokal Spiel in Saarbrücken war meine Frau mit im Stadion. Wir standen direkt in der Kurve, während die Ultras etwas weiter links standen. Für meine fußballunerfahrene Herzallerliebste war die Folklore auf den Rängen sehr viel interessanter als das Spiel. So ergeht es sicher vielen Zuschauern, die nicht so häufig ein Fußballspiel besuchen. Neben den Stimmungsmachern wollen die Vereine aber immer mehr zahlungskräftige Zuschauer auf den Sitzpläten. Damit meine ich nicht mal zwingend die Logen, sondern den Familienvater mit seinen beiden Söhnen. Der muss nämlich mehr als einmal an der Stadionbude halt machen und vor dem Spiel zielsicher in den Fanshop laufen, sonst kullern die Tränen. Der Dauerkarteninhaber geht im schlimmsten Fall direkt zu seinem Platz, kauft gar nix und zahlt für seinen Platz deutlich weniger als der Gelegenheitsbesucher.“

[Clubfans United] In Nürnberg hat man derzeit keinen Spaß an Stadionbesuchen bei den gezeigten Leistungen und Ergebnissen. Trotzdem taten sich ein 0:0 der trostlosen Art gegen Augsburg wieder 40.000 Zuschauer an. Wie viel kann man Zuschauern zumuten? Oder ist das der falsche Ansatz und die Frage muss nicht lauten, was die Mannschaft für die Zuschauer tun muss, sondern was der Zuschauer für die Mannschaft tun kann?

„Diese Problematik haben wir auf Schalke ja auch ständig. Natürlich sollte man als Fan und Zuschauer einen gewissen Anspruch an die Mannschaft haben, dem sie auch gerecht werden sollte. Ich finde es auch vollkommen legitim, wenn die Mannschaft bei einer schlechten Leistung ausgepfiffen wird. Bei Einzelspielern kann ich das Verhalten allerdings überhaupt nicht nachvollziehen und tolerieren. Da werde ich fuchsteufelswild. Generell kommt für mich aber als erstes der Sieg, dann achte ich darauf, wie er zustande gekommen ist. Viele Zuschauer – ich spreche hier bewusst nicht von Fans – vergessen, dass Fußball kein besonders spektakulärer Sport ist. Wenn man das gesamte Spiel über tolle Aktionen und Aufregung will, dann sollte man zum Basketball oder Eishockey gehen. Fußball ist manchmal hässlich wie die Nacht und langweilig wie der Eurovision Song Contest. Wenn Schalke dann aber am Ende gewinnt, bin ich trotzdem glücklich. Manch anderer will lieber schönen Fußball sehen und nimmt dafür auch eine Niederlage in kauf. So bin ich nicht.“

[Clubfans United] Läuft alles wie erwartet, dann kriegen wir (FCN) auf Schalke die Hucke voll. Ihr seid gut drauf, wir haben im letzten Spiel genau 1 (in Worten: einen) Ball in den Strafraum spielen können. Ihr habt einen Kader, wo man gar nicht weiß wen man spielen sehen will, wir derzeit einen Kader, wo man gar nicht weiß, wen man spielen sehen muss. Warum kann es trotzdem anders kommen? Und wie wird es kommen?

„Wie schon beschrieben: Fußball kann manchmal hässlich sein und trotzdem erfolgreich. Natürlich haben wir den bei weitem besseren Kader. Doch Qualität setzt sich nicht durch, wenn die Einstellung nicht stimmt. Sollte Nürnberg diese Einstellung an den Tag legen und Schalke nicht, dann kann Nürnberg Punkte holen. Nimmt Schalke den Kampf an und Nürnberg hält nicht dagegen, dann kann es in der Tat dazu kommen, dass ihr mit einer Klatsche nach Hause fahrt. Ich wäre aber schwer enttäuscht, wenn sich der Glubb so hängen lässt, wie es die Wolfsburger zuletzt in der Arena getan haben. Was genau passiert, das sehen wir dann am Samstag. Beim Thema tippen bin ich eh ne Wurst.“

[Clubfans United] Was wäre eigentlich, wenn Gazprom morgen Insolvenz anmelden würde?

„Dann möchte ich nicht das Smartphone von Marketing-Vorstand Alexander Jobst sein. Ich würde nämlich nicht mehr still stehen :D. Für Schalke wäre das sicher kein Beinbruch, denn die Marke Schalke hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das internationale Standing ist durch Rául und das gute Abschneiden in den internationalen Wettbewerben enorm gewachsen. Ich bin mir sicher, dass man ziemlich schnell einen neuen Sponsor finden würde, der ähnliche Summen zahlen würde. Fänd ich übrigens gar nicht so tragisch, denn Gazprom ist jetzt nicht der sympathischste Werbepartner in unserem Portfolio. Wobei man sagen muss, dass sie sich als Sponsor vorbildlich verhalten und mir bisher keine russischen Sonderwünsche zu Ohren gekommen sind.“

[Clubfans United] Was möchtest du den Clubfans zum Abschluss mit auf den Weg geben?

„Zunächst einmal ein herzliches Glück auf! Und natürlich möchte ich Danke sagen, dass ich hier als Interviewpartner eingeladen wurde. Ansonsten wünsche ich euch viel Geduld mit der sportlichen Leitung. Was Konstanz in der sportlichen Führungsebene bedeuten kann, zeigt nicht zuletzt Hannover 96. Ich wünsche euch, dass ihr irgendwann in naher Zukunft wieder mal international spielt. Das wichtigste ist aber, dass ihr in der Bundesliga bleibt. Da mache ich mir derzeit aber wenig Sorgen. Ich wünsche euch nur am Samstag ganz ganz viel Misserfolg. Danach dürft ihr da weiter machen, wo ihr zu Beginn der Saison angefangen habt!“

[Clubfans United] Wir danken für das Interview und wünschen uns allen ein gutes Spiel!


Das Interview führte Alexander Endl [Clubfans United] mit Tobias Kreimer [blogundweiss] am 24.10.2012 per E-Mail.

74 Gedanken zu „Hecking mit Schalke auf Torejagd

  • Meine Elf würde folgendermaßen aussehen:

    Tor: Rakovsky

    Abwehr: Feulner, Nilsson, Klose, Pinola

    Mittelfeld: Defensiv: Gebhart, Cohen
    Offensiv: Kiyotake, Esswein

    Angriff: Polter, Pekhart

    Chandler braucht für mich unbedingt eine Pause. Balitsch und Simons sind momentan auch nicht in der Lage das Spiel schnell zu eröffnen.

    Ich tendiere auch zu 2 Spitzen, da eine meist chancenlos ist.
    (Leider haben wir keinen Spielertyp wie Schieber)

    Gebhart würde ich deshalb im defensiven Mittelfeld aufstellen, da er durch seine Spielstärke ein guter Anspielpartner für die Abwehr ist.

    Deshalb bevorzuge ich das 4-4-2 System.

  • Ich bin schon eine Woche weiter, am nächsten Samstag rechne ich sowieso mit nichts Zählbarem. Muss VW-Burg ausgerechnet jetzt Quälix beurlauben? Hätten sie nicht noch 2 Wochen warten können? Bis nach der Niederlage in Nürnberg? Zefix!

    • Claus,

      Machen wir es doch so:

      Hecking nach Wolfsburg (wohnt ja in der Nähe von Hannover)

      Magath zum Club (wohnt in der Nähe von München)

      Beide könnten am Wochenende zu ihren Familien und Bader könnte schon mal Medizinbälle für das nächste Training besorgen.

  • Und wir könnten jahrelang rätseln wer nun den knalligeren Humor hat Hecking oder Magath

  • Wir solten uns den Felix zumindest eine Woche lang ausborgen, damit er manchen mal zeigt wo der Hammer hängt. Danach stellen wir in den Raum, dass er fix verpflichtet wird, wenn die Mannschaft das nächste Spiel nicht gewinnt… 😉

  • Irgendwie hat man sich nie chancenloser gefühlt wie kommendes Wochenende auf Schalke. Die einen erobern Europa – wir haben dafür Anton.

  • Ach wie schön ist die defätistische fränkische Weltsicht. Manchmal würde ich schon gern wissen warum mancher Clubfan ist? Man Männer reißt eu h doch bitte mal zusammen, ihr erwartet von den Spielern Optimismus, Euphorie, positive Körpersprache und was kommt von Euch? Immer das gleiche Gegreine, ohjeh alle sind besser, unsere Mannschaft kann nichts, wir haben den falschen Trainer, wir haben die falschen Spieler, wir haben den falschen Manager …

    Was ist das denn für eine Art? Reißt Eich zusammen, auch auf Schalke kann man 3 Punkte holen, wir schaffen das diesmal. Alles wird gut.

    • Armin: auch auf Schalke kann man 3 Punkte holen, wir schaffen das diesmal. Alles wird gut.

      Muss Armin auch an den Pranger, wenn es nicht so kommt? ;-}

    • Armin: Man Männer reißt eu h doch bitte mal zusammen, ihr erwartet von den Spielern Optimismus, Euphorie, positive Körpersprache und was kommt von Euch? Immer das gleiche Gegreine

      Ursache -> Wirkung, nicht andersrum. Für Euphorie gibt es meistens Gründe die fehlen leider nun schon über einen langen Zeitraum…oder man nimmt hartes Zeug.

      Zur Abwehr ich würde es auch mal mit Feulner auf RV und Plattenhardt auf LV probieren. Ganz sicher kein Allheilmittel und völlig überzeugt es mich zwar nicht, aber wenn etwas nicht funktioniert, muss man mal etwas anderes probieren.

  • Rakovsky – Pinola, Klose, Nilsson, Chandler – Simons, Gebhart, Cohen – Kyiotake, Esswein – Polter

  • Vielleicht ginge aber auch:

    Rakovsky – Heinloth, Bihr, Ballas (Ngadeu-Ngadjui gesperrt), Plattenhardt – Gärtner, Halimi – Brown Forbes, Klement, Ngankam – Mintal.
    Trainer: Wiesinger.

    Die erste Mannschaft darf derweil entscheiden, ob sie mit Magath auf seinen Treppenhügel mit Medizinbällen rennen mag (Anzahl der Gegentore diese Saison = Anzahl der Aufstiege; wer es schafft, darf gegen Wolfsburg spielen) oder ob sie mit Daum über einen Parcours mit Glasscherben rennen mag (ebenso häufig; wer danach noch laufen kann, darf spielen).

    (Ironie)

  • Armin,

    Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich auch daran, dass morgen was geht. Anpfiff ist jedenfalls beim Stand „Nullnull“. Allerdings wird es sogar mit 120%-Leistung gegen 80%-Schalker verdammt schwer werden. „Objektiv“ ist zwar davon auszugehen, dass die Club-Hammelbeine langgezogen werden, aber wenn es gelingt, mal wieder ein richtig ekliger Gegner zu sein, dann steht uns der Club-Himmel weit offen. Ein Punkt wäre schon mal der Club-Hommel (eine Art positives Fegefeuer)!

  • Passend zu meiner rosa Brille sollte der Glubb am Samstag nachmittag gegen 17:20 Uhr dann das rosa Trikot des Giro d’Italia tragen. 🙂
    Diese Warnerei der Schalker vor dem Glubb nach ihren bedeutenden Doppelerfolgen Auswärts, zeigt mir, dass sie die Hosen wenigstens etwas voll haben. Kein Wunder nach dem 4:1 im April. 😀

    Leider ist der Herbst/Winter Glubb immer völlig anders gekleidet als der Frühjahr/Sommer Glubb. Seitdem die Kataloge nicht mehr bei Maul&Co gedruckt werden, wissen die halt einfach nicht, was sie anziehen sollen. 🙁

    Also: Trotz rosa Brille kann ich nur einen Punkt erkennen. Mit einer üblichen Aufstellung:

    Rakovsky
    Chandler-Nilsson-Klose-Pinola
    Balitsch-Simons
    Kiyotake-Gebhart-Esswein
    Pekhart

    Wobei das 4-2-3-1 von Teo weiter oben auch interessant wäre. Das liest sich auf dem Papier defensivstärker und weshalb bitte sehr sollten wir nicht Düsseldorfer Beton anrühren dürfen?

    Rakovsky
    Chandler-Nilsson-Klose-Pinola
    Balitsch-Cohen-Simons
    Kiyotake-Gebhart
    Pekhart

    Oder vielleicht mal eine Bremer Raute mit 4-2-1-2-1?
    Rakovsky
    Chandler-Nilsson-Klose-Pinola
    Balitsch-Simons
    Kiyotake
    Gebhart-Esswein
    Pekhart

    Otmar, was meinst Du dazu? Deine Sendung leidet ja gerade unter Zuschauerschwund und wird verlegt… 😀

    • Woschdsubbn, die Bremer Raute ist ein „X“ geworden…

      bin mal gespannt, was DH da ausHeckt. Zu spekulieren gibt es bei Chandler/Feulner, Balitsch/Cohen, Frantz/Esswein, Pekhart/Polter und die Positionen von Gebhardt und Kiyo, falls DH hier mitliest 😉

      Ein Punkt wirds mindestens!

      warum sieht hier alles so rosa aus…?

  • Es steht zu befürchten, dass das Spiel morgen für unsere Mannschaft nicht sehr erfolgreich ausgeht und der Verein einen Imageschaden erleidet. Deshalb habe ich bei der ARD angerufen und gesagt, dass das ZDF nicht berichtet. Ich habe darauf hingewiesen, dass es „Diskussionen geben könnte“, sollte das ARD berichten.

    • belschanov:
      Es steht zu befürchten, dass das Spiel morgen für unsere Mannschaft nicht sehr erfolgreich ausgeht und der Verein einen Imageschaden erleidet. Deshalb habe ich bei der ARD angerufen und gesagt, dass das ZDF nicht berichtet. Ich habe darauf hingewiesen, dass es “Diskussionen geben könnte”, sollte das ARD berichten.

      Wir distanzieren und von dieser Maßnahme und betonen, dass es sich hier nicht um eine CFU-Auftragsarbeit handelte! Sowohl Stefan wie Alexander haben erst aus dem Internet von diesem Alleingang erfahren.

      • Alexander | Clubfans United:

        Sowohl Stefan wie Alexander haben erst aus dem Internet von diesem Alleingang erfahren.

        Die Frage ist nur: Wer ist der Alleingänger?

        Dass ich es nicht sein kann, beweist die fehlerhafte Passage: „…sollte DAS ARD berichten“.

        Ständig diese mysteriösen Hecking-, äh Hacking-Attacken auf meinen Account. Wer mag da wohl dahinterstecken?

      • Juwe: ich glaube das Wort ‘Bullshitter’ verstanden zu haben

        er hat „Jehova“ gesagt!

  • Hoffentlich weiss DH auch, dass die Zeiten mit Bajonetten und Pferden anzugreifen, schon lange vorbei sind.

  • Die Stimmung scheint rund um den Club zu steigen, wenn ich mir den blühenden Flachs hier so ansehe.

    • Armin: Die Stimmung scheint rund um den Club zu steigen, wenn ich mir den blühenden Flachs hier so ansehe.

      Also man kann ja zumindest nicht negativ überrascht werden 🙂 … kein Gegner auf Augenhöhe, ich möchte Anton sehen!

    • Armin: Die Stimmung scheint rund um den Club zu steigen, wenn ich mir den blühenden Flachs hier so ansehe.

      lieber Pfeifen im Walde als Pfeifen auf dem Platz

  • Da kann man wirklich nur hoffen, dass Augsburg heute nicht gegen den HSV gewinnt. Und Fürth muss auch verlieren!

    Freunde, mir ist nicht wohl!

  • belschanov, wir schauen nur auf uns, wie die anderen spielen ist uns doch egal.

    Was soll eigentlich dieses Augsburg und das andere Unaussprechliche sein?

  • Den Club in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. „Der Kampf geht weiter“ (Harry Rowohlt)!

  • Da Hecking morgen im Doppelpass auftritt, geh ich davon aus, daß heute auf Schalke irgendetwas Überraschendes passiert.

      • Alexander | Clubfans United: Hecking ist nur turnusmäßig dran über die Bayern was zu sagen.

        ja, das und die Frage: Magath wurde entlassen, warum dürfen Sie weitermachen?

        „weil man nach einem Auswärtssieg bei der Mannschaft der Stunde selten entlassen wird“

        Schade eigentlich, Aufhänger kaputt gemacht!

  • @Armin: Endlich habe ich „Hommel“ mal gegoogelt – Dein Tippfehler hat pfeilgrad mit dem Club zu tun: „Willkommen. Feine Dinge. Aus Freude am gepflegten Genuss“ ?. „Der Hersteller der weltweit patentierten FS Ganzstahlsicherungsmutter (…)“ ?. Allerdings auch „Hommel Gefahrgut“ ?…

  • Die Pranger-Typisierung

    1A. Ich glaube an einen Erfolg des Clubs auf Schalke. Und der Club siegt auf Schalke oder holt zumindest einen Punkt.

    Das sind die belohnten Zweckoptimisten, die sich durch nichts und niemand aus der Ruhe bringen lassen, Vertrauen in sich und den Club bis ins unermessliche ausstrahlen. Sie haben schon immer gewusst, dass es gegen „schwere“ Gegner viel leichter ist „eklig“ Fußball zu spielen.

    Zur Belohnung stehen sie auf der anderen Seite des Prangers, dort, wo die faulen Tomaten bereit stehen…

    1B. Ich glaube nicht an einen Erfolg des Clubs auf Schalke. Und der Club siegt auf Schalke oder holt zumindest einen Punkt.

    Die Ungläubigen, für die es nur einen Weg gibt: Den an den Pranger!
    Wer als Fan seine Lieblinge nicht glaubhaft unterstützt und immer nur das Schlechte sieht, der kann an sich froh sein, noch in der Clubfamilie zuhause bleiben zu dürfen, wenn auch am Pranger. Die Mannschaft fungiert in diesem Zusammenhang als therapeutische Hilfe, als psychische Stabilisierung der Zweifelnden, der vom Glauben abgefallenen Clubfans. Aber ob sie gläubig werden, wenn sie von allen anderen mit faulen Tomaten…

    2A. Ich glaube an einen Erfolg des Clubs auf Schalke. Und der Club geht auf Schalke baden und kehrt ohne Punkt(e) zurück.

    Das sind die, die zwar glauben, aber nicht wissen. Gläubige, denen die Sätze „Gott ist rund“ oder „Der Glubb ist mein persönlicher Sargnagel“ schon mal geträumt haben. Sie besitzen unerschütterliches Vertrauen in die Stärke der Marke FCN, auch wenn dieser nur noch 10 cm vom Abgrund entfernt steht. In diese Kategorie gehören all diejenigen, die sich 1999 mit keinem Gedanken an einen Abstieg auf den letzten Spieltag eingelassen haben.

    Für diese Variante gibt es nur eine Folge: Kerzen für den Club aufstellen und beten. Und googeln, wann der nächste Wallfahrtstermin für den Club geplant ist. Und am besten für die 2B’ler auch eine Kerze aufstellen.

    2B. Ich glaube nicht an einen Erfolg des Clubs auf Schalke. Und der Club geht auf Schalke baden und kehrt ohne Punkt(e) zurück.

    Die hochnäsigen Besserwisser, die alles und jeden in Frage stellen, manchmal vielleicht auch sich selbst. Sie wussten schon immer, dass es SO niemals besser wird und klopfen sich selbst beweihräuchernd auf die Schulter, grinsen überlegen, während ihr Glubb vor die Hunde geht.

    Das sind die passiven, negativen, grantelnden Defätisten, für die die anderen am besten gleich noch eine Kerze zusätzlich aufstellen sollten.

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    Da wir alle Clubfans zwischen Hoffen und Bangen sind und damit „fränkisch Gewürfelte“, versteht sich von selbst, dass die Rollen von mal zu mal wechseln werden…
    …somit könnte man auch vom „Rotationsprinzip in Sachen Pranger & Kerze“ sprechen.

  • Ich für meinen Teil glaube heute nicht, dass der Club etwas Zählbares mitnimmt…

    Alexander, schau bitte mal in deinen Posteingang.

  • Die Tipps am Taktiktisch mit Blick aufs Mögliche waren offensichtlich richtig, die kämpferische Leistung stimmt, aber leider nur bis zur 77. Minute… Ich glaub, das war’s dann. Oder?

  • Gehaltskuerzung für Feulner, der ist schuld am Rueckstand, da er den Ball wie ein C-Klassenkicker vertändelt hat! Feulner raus! Wer Leute wie Feulner beschäftigt spielt in der BuLi zurecht um den Abstieg! Kein Mitleid für solche Versager!

  • Zur Leistung von Feulner fällt mir der selige Edgar Geenen wieder ein!

  • Ich hab eine Typisierung vergessen…

    3. Leuten mit Aussagen wie denen von Teeblattabstieg gebührt ein Dauerplatz am Pranger. Ohne Rotation. Ohne Kerze. Ohne Hoffnung auf Besserung.

    Unfassbar offensichtliche Dummheit.

  • @Theo
    Und Du solltest nicht mehr soviel von dem Zeugs aus dem Coffeeshop rauchen! Feulner war der beste Schalker!

  • Feulner hat mir heute übrigens ganz gut gefallen.
    Der Ausgangspunkt für das Gegentor war Klose, der sich in drei Schalkern festrennt, anstatt den Ball abzuspielen.

    Ansonsten haben wir ordentlich gespielt, auf jeden Fall eine ganz klare Steigerung.

    • christoph,

      Also tut mir leid, dass ist Fußball aus der Steinzeit. Jeder der gehofft hatte, das Hecking eine andere Mannschaft wie gegen Augsburg präsentiert wurde enttäuscht. Nach 1:17 Punkten habe ich keine Hoffnung auf Besserung mehr. Hecking läßt jetzt den Fußball spielen weswegen er bei H96 entlassen wurde.

  • Naja, da wäre vielleicht mehr drin gewesen. Andererseits: Ich hatte 3:0 für Schalke getippt, letztes Jahr gab’s ein 4:0. Zumindest das ohnehin schlechte Torverhältnis leidet nicht sehr unter der Niederlage.

    Fazit: Die Mannschaft fightet wieder, Rakovsky ist ein echter Pluspunkt, und die Saison ist noch lange nicht zu Ende.

    • clubfanseit1965: Fazit: Die Mannschaft fightet wieder, Rakovsky ist ein echter Pluspunkt, und die Saison ist noch lange nicht zu Ende.

      Besser sie wäre jetzt zuende, dann wären wir wenigstens nicht abgestiegen.

  • Rakovsky hat mir ausgesprochen gut gefallen heute, da muss uns vor der Zukunft nicht bange sein, das gilt allerdings leider nur für die Torhüter Position. Mal sehen ob wenigstens irgendwas gegen wieder auferstandene Wolfsburger gelingt, kommende Woche. Nach deren und unserer Präsentation heute muss einem da auch bange sein. Ich glaube die Luft für Hecking wird dünner. Von 18 möglichen Punkten 1 geholt ist eben ganz klar Abstiegskurs, sogar rekordverdächtig schlecht.

  • Was man aber sagen muss ist das wir mindestens 3-4 gute Konterchancen vergeben haben weil wir echt ein Problem haben einen sauberen Ball auf 10 Meter zum Mitspieler zu bringen.
    In Summe aber eine Steigerung gegenüber den letzten Wochen. Wir haben aber auch nicht mal Glück das ein Ball rein rutscht…
    Denke nächste Woche geht’s ums Ganze!!!

  • Der Livestream in der 1. Halbzeit sah so aus, als würden nur blaue Fußball spielen und einige Rote ohne Ball irren wie ein Hühnerhaufen zwischen den blauen umher. Fußball zum wegsehen…

  • Mein Fazit ist: WAS FÜR EINE VERFICKT-SCHEISS-UNNÖTIGE NIEDERLAGE!!! Da drückense mal, erarbeiten Chancen, machen und tun, und das Ergebnis ist: Null. Gemein!!! Aber immerhin: die Mannschaft lebt, 15 ist besser als 16, und Wolfsburg wird nächste Woche ein Bettvorleger. Walls wohr is!!! Und wenn Kießling morgen die Bauern erledigt sind unsere königsblauen Freunde lustig bei der Musik und dann passts wieder irgendwie.

    • Markazero,

      Ich weiß ja nicht was Du für ein Fußballspiel gesehen hast. Ich hatte über 90 Minuten nie das Gefühl als wenn der Club ein Tor schießen könnte, gegen sichtlich müde Schalker. Mit Pekhart als einzige Sturmspitze ist das auch nicht zu erwarten. Bei mir macht sich auch langsam Resignation breit, weil ich gar nichts anderes mehr erwarte als eine Niederlage.

  • Gegen den Ball waren wir wieder mal gut, in Ballbesitz werden wir aber weiterhin nur dem eigenen Tor gefährlich.

    Im Bestfall wäre dieses Spiel 0:0 ausgegangen, wie harmlos wir selbst gegen müde und weit aufrückende Schalker waren ist erschreckend. Da wird einem sogar ein Cohen-Schuss der Richtung Eckfahne geht als große Chance verkauft…

    • xxandl:
      Gegen den Ball waren wir wieder mal gut, in Ballbesitz werden wir aber weiterhin nur dem eigenen Tor gefährlich.

      Im Bestfall wäre dieses Spiel 0:0 ausgegangen, wie harmlos wir selbst gegen müde und weit aufrückende Schalker waren ist erschreckend. Da wird einem sogar ein Cohen-Schuss der Richtung Eckfahne geht als große Chance verkauft…

      Du bist ja kein Freund von Heckings Art Fußball spielen zu lassen, denke das ist kein Geheimnis und zeigst oft ja auch profundes Wissen, was wäre denn dein Plan B nenne ich es mal, als Otpion zu Plan A der im Moment noch ‚Hecking‘ heißt, ob er allerdings nächstes We eine weitere Heimpleite sowie eine Serie von 1:21 Punkten überstehen würde, kann man durchaus mit Fragezeichen versehen. Welcher Trainer brächte uns denn weiter, wäre verfügbar und bezahlbar? Mir fiele gerade keiner ein. Mich würde ansich auch mal interessieren welche Optionen Bader so in der Schublade hat(gut er wird es uns nicht verraten), Hecking ist im übertragenen Sinne ja nicht unsterblich und unterliegt auch den üblichen Marktgepflogenheiten. Machen wir es wie WOB und nehmen dann den Wiesi? :-)) Frage geht natürlich auch an alle anderen. Ich traue Hecking bei seiner Geradlienigkeit auch zu, dass er von selber sagt, er kann der Mannschaft im Moment offensichtlich nicht weiterhelfen. Mich würde interessieren ob es ausser ‚alles ist doof‘ und einem weiter so auch Lösungen gibt! Oder entlassen wir lieber die Mannschaft *g*

      • Juwe,

        ich hab es letzte Woche schon angesprochen, mein Wunschtrainer wäre Co Adriaanse, allerdings weiß ich weder ob der noch „aktiv“ ist und ob wir uns ihn überhaupt leisten könnten. Speziell was er in Salzburg geschaffen hat, hat mir ziemlich imponiert, weil er mit einer durchschnittlich talentierten Mannschaft wirklich ansehnlichen und erfolgreichen Offensivfußball spielen hat lassen. Übrigens auch mit einem Marc Janko im Sturmzentrum, der Pekhart von der Spielweise her durchaus ähnelt.

        Ansonsten halte ich von den derzeit verfügbaren Trainern Marco Pezzaiuoli für den fachlich am besten Geeigneten, auch wenn dessen Erfolg in Hoffenheim mehr als überschaubar war. (Wobei an Hoffenheim schon viele gescheitert sind…)

        Mit Blick zu den Eidgenossen wären sicher auch Heiko Vogel (obwohl sich der noch nicht über längere Zeit bewiesen hat) und vorallem Christian Gross eine echte Option. Vorallem Zweiterer mit seiner Ligaerfahrung und Erfahrung im Abstiegskampf könnte wirklich sofort helfen.

        Mit etwas Mut könnte ich mir aber auch Wiesinger als Interimstrainer mit der Option auf Weiterverpflichtung vorstellen. Wobei das halt in die Richtung „frischer Impuls“ geht und womöglich nur einen kurzzeitigen Effekt hat.

    • xxandl: Da wird einem sogar ein Cohen-Schuss der Richtung Eckfahne geht als große Chance verkauft…

      klarer Trainingsauftrag nach dem heutigen Spiel: Torschusstraining aus der Bewegung heraus. Wenn Pino seine toll erarbeitete Chance nicht in die Wolken ballert….

      Gegenüber Augsburg eine klare Steigerung, mit ordentlicher Defensivleistung. Das ärgerliche ist, dass es so unnötig war. Dass man vor dem eigenen Tor nicht rumdribbelt sollte man als halbwegs erfahrener Abwehrspieler eigentlich wissen. So was Idiotisches! Ich sag noch: „was soll das werden, hau endlich den Ball weg!“ Und beim Ballverlust: „Jettzt passierts“. Warum muss ich bei sowas immer recht haben?

      Was mir in der Vorwärtsbewegung aufgefallen ist, sind die vielen Missverständnisse. Es lag oft gar nicht am schlechten Pass, sondern dass der Adressat gar nicht damit gerechnet hatte oder gerade völlig wo anders hingelaufen ist. Ich dachte, so was macht man bis zum Abwinken im Training….

      Aber für eine Zerrüttung zwischen Trainer und Mannschaft oder auch der Mannschaft untereinander sehe ich nach dieser zumindest kämpferisch ansprechenden Leistung nun wirklich keine Anzeichen. Alles was fehlt ist mal ein Erfolgserlebnis. Bitte nächsten Samstag!

  • Was ist los mit „Antworten“? Also, dritter Versuch: gesehen hab ich’s nicht, aber auf „Elf99“ klang es so, als ob ein Punkt locker drin gewesen wäre, wenn Kiyo und Pino… Hätte, wäre, wenn… Gerechnet hatte ich mit nem klaren 3-0. Da nervt son doofes 1-0 dann halt.

  • Wann hatten wir eigentlich unsere letzte 100% Torchance? Die Älteren unter ihnen werden sich vielleicht erinneren.Ich schätze mal der Glubb ist seit fast 400 Minuren ohne eigenes Tor.

  • Habe aber auch ein paar Tipps für den Glubb. Spieler die weiterhelfen, nicht erst seit Heute finde ich den wirklich gut. Jan Hochscheidt von Aue. Das sind Leute die sind vielleicht noch finanzierbar, oder Matthew Taylor aus Münster, egal wo der gespielet hat der hat immer getroffen. Auch wenn es nur 2 oder 3 Liga war. Was unsere elenden Stümper kicken, können die sicher auch. Gut Taylor ist schon etwas älter, aber mit unseren Sauerstoffdieben vorne im Sturm hält der locker mit.

  • Alternativen auf der Trainerbank sehe ich momentan auch keine, zumindest was den arbeitslosen Teil betrifft. Zum Hochscheidt aus Aue ein klares JA !!! Allgemein gibts in der 2. Liga klasse Spieler. Da wäre der ein oder andere für uns dabei. Stand jetzt muss auf jeden Fall in der Winterpause personell was passieren. Vorallem auf der 6. Spielerisch sind wir da mit Simons und Balitsch schlecht besetzt und im modernen Fussball steigt und fällt ein Spiel mit den wichtigen 6er’n vor der Abwehr. Der Spielaufbau ist teilweise haarsträubend 🙁 ohne Ideen, ohne Konzept, kein hinterlaufen, kein kreuzen, kein Spiel über den „3Mann“…so nennt man das bei uns in der Landesklasse 😉
    Rakovsky hat mir heut auch gut gefallen. Klose muss man auch mal einen Fehler zugestehen, auch wenn dieser leider gleich spielentscheidend war 🙁
    Der Rest leicht verbessert, aber leider nur im Spiel gegen den Ball !! Auf Außen fehlt das Tempo sowie der Zug zum Tor. Unser Spiel findet quasi nie statt und wenn wir mal in der gegnerischen Hälfte sind, ist dies leicht zu verteidigen wie heute für müde Schalker. Auch nächste Woche wird es gegen Wolfsburg sau schwer, so blöd wie sich das anhört, aber unser Spiel nach Vorne raubt mir jeden Glauben an ein Sieg. Der Club kann mich gerne eines besseren belehren 🙂

  • Genau das selbe habe ich beim Ballverlust auch gedacht… Halt typisch Club.

  • Wenn Klose den Ballverlst vor dem 1 : 0 zu verantworten hat, dann beziehe ich all meine Kritik auf Klose und Feulner ist exkulpiert!

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