Wieder Fußball, phasenweise

„It’s coming home“, sagte ich am samstagabendlichen Tresen und hob das Pilsglas und Alfred (klick) sagte: „Woss fir Zaich?“, und Hannes (klick): „Was kommt heim?“

„Der Fußball“, sagte ich, „der Fußball ist heimgekommen. Unsere Mannschaft hat heute endlich wieder mal  Fußball gespielt, wenigstens phasenweise. Football’s coming home.“

„Ach so meinst du das“, sagte Hannes.

„Endlich mal wieder Zug zum Tor. In Phasen zumindest. Endlich mal wieder brauchbare Flanken von Chandler. Nicht nur vor dem 1:0 durch Gebhart. Chandler hat heute endlich mal wieder ein Spiel gezeigt, bei dem man sagen kann: Gut, mein Junge.“

„Ja“, sagte der Wirt über den Tresen, „das sah heute mal wieder nach Fußball aus. Nach vorne war der Club auffällig stärker als in den letzten Spielen. Lag vielleicht auch daran, dass Balitsch heute etwas weiter vorne spielte. Von Balitsch ging einiges aus. Der hatte offenbar den Auftrag, sich mehr ins Offensivspiel einzuschalten.“

„Stimmt“, sagte ich, „war heute eher 4-1-4-1 als 4-2-3-1. War auch notwendig, dass die Last der Spielgestaltung auf mehrere Schultern verteilt wird und nicht nur bei Gebhart und Kiyotake liegt. Ist wichtig, dass die beiden entlastet werden. Dann ist das Angriffsspiel auch nicht so ausrechenbar.“

„Woor a saubara Kubfboll vom Geebhard. Sauba na Boll berechnd und bladsierd gsedsd. A saubas Door is des gweesn. Hoddma lang vom Glubb nimma gsääng soo a Agdsioon, Zaid is worn, dassma soo a Agdsioon vom Glubb amoll widda sichd. Zum Gligg hodd da Hegging na Geebhard nedd ausgwegsld. Do woor ja scho aana on da Lienje gschdann, woo des Schilld midd da Riggnnumma vom Geebhard in die Heeh ghaldn hodd, und da anna, der Blonde doo, die Numma sibbzehn hodda…“

„Mike Frantz“, sagte Hannes.

„…woor scho beraidgschdann. Zum Gligg hodds soo lang gedauad, bis a Meechlichkaid zum Wägsln doo woor, sundsd wäär des Door nedd gfalln und da Glubb hädd widda sai Haamschbill nedd gwunna…“

„Und nach dem Tor durch Gebhart hat sich Frantz wieder auf die Bank setzten dürfen“, sagte Hannes.

„…Bis zum aansnull hoddma nedd vill gsääng vom Geebhard, obba dann hodda a boor schdorge Szeenen ghabd. Aaamoll wie-a vier Wolfsburcha aufm Biedeggl grolld hodd und an scheena Bass nooch inna gschbilld hodd. Schood bloos, dass der aa, der, der, aigwegsld issa worn, der…“

„Feulner“, sagte ich, „Markus Feulner.“

„…na Boll nedd dawischd hodd. Is a schdorga Driggsa, der Geebhard, a schdorga Driggsa is des, gibbd ja haid kaum nuch Driggsa, gibbd ja haid kaum nuch Schbieler, woo amoll drai, vier Geechna om Schdigg schwandsn kenna, da Greßlas Manne (klick) is nuch soo anna gweesn (klick)…“

„Man muss aber auch sagen, dass Gebhart viele Bälle vertändelt“, sagte Hannes, „der ist mir manchmal zu eigensinnig.“

„Er zeigt aber in seinen Aktionen, dass er was bewegen will“, sagte ich, „und dazu muss er was riskieren. Der ist kein Alibi-Fußballer und jetzt hat er sich belohnt. Ich habe immer gesagt: Gebhart muss spielen. Seite an Seite mit Kiyotake. Und zwar vielleicht doch so, dass Gebhart vorwiegend zentral spielt und Kiyotake außen. Und dann mal Positionswechsel. Und dann noch Unterstützung durch den aufrückenden Balitsch.“

„Und dann noch Esswein“, sagte Hannes, „Esswein hat mir heute auch gut gefallen.“

„Der Pass zu Chandler vor dem 1:0 ist die einzige Aktion, an die ich mich von ihm erinnern kann“, sagte ich.

„Die Aktion in der ersten Halbzeit, als er Pekhart mustergültig einsetzte, hast du wohl vergessen?“, sagte Hannes.

„Du meinst die Szene, in der Pekhart das 1:0 verweigerte?“, fragte ich und Alfred sagte: „Des Door hädda machng missn. Woor a dausndbrozendiche Schongs. Doo därfa nedd blind draufhaua. Doo mussa na Boll iebaleechd ins Egg schiem. Woor a schwoche Agdsioon. A gands schwoche Agdsioon woor des.“

„Was wird jetzt mit Pinola?“, sagte der Wirt, „Plattenhardt hat eine überzeugende Vorstellung geboten.“

„Muss der Trainer entscheiden“, sagte ich.

„Bin gespannt, wer von beiden nächste Woche spielen wird“, sagte Hannes. „Gleiches gilt auch für die Frage, ob Schäfer oder Rakovsky.“

„Komma schlechd soong, ob da Ravkobsky wärgli bessa is wi da Schääfa. Komma nedd soong. Da Doorwadd is ja iewahabbd nedd gebriefd worn, soo schwoch wi di Wolfsburcha im Ongriff woorn. An soo an harmlossn Geechna wärd da Glubb soo schnell nimma grieng. Geecha wen hoddn da Glubb des näggsde Schbill?“

„Mainz“, sagte ich, „in Mainz.“

„Doo wärdsi zaing, obsi da Glubb wärgli gfanga hodd. Soo laichd wi geecha Wolfsburch wärnsas doo nedd hoom. Doo missnsasi nuchamoll schdaichan. Wall, doo woor aa haid nuch a Haufm Leerlauf drinn…“

„Genauso isses“, sagte ich, „nach vorne ging zwar mehr, aber richtig gut war das nur phasenweise.“

„Auswärts tun sie sich leichter“, sagte Hannes.

„Davon war aber in Hannover, in Freiburg und auf Schalke nicht allzu viel zu sehen“, sagte ich und aus Boxen klang:

… IT’S COMING HOME, IT’S COMING HOME,

FOOTBALL’S COMING HOME …

und Alfred sagte: „Zeit fir a Zigareddn. Hossd aane fir miech, Michael? Kossdma aane geem?“, und ich gab ihm eine Blend 29 und dachte darüber nach, wann der Club das letzte Mal in Mainz gewonnen hat.

KLICK.

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klick, klick.]

23 Gedanken zu „Wieder Fußball, phasenweise

    • Alexander | Clubfans United:
      Auch ne Leseempfehlung:

      http://www.berliner-zei…10808794,20790092.html

      „…der (Anm.: Dieter Hecking) in den vergangenen drei Jahren erst den Wiederaufstieg…“
      Hier irrt der Schreiber, bzw. hat schlecht recherchiert, aber ansonsten ein guter Artikel.
      Kommentare zum Spiel muss ich mir leider verkneifen, da ich mir aus Zeitmangel nur den Sportschaubericht (nach langer Zeit mal wieder Sportschau!) angeschaut habe. Ich konnte es tatsächlich vermeiden, das Ergebnis vorher zu erfahren, und dann verrät der Sportschaukommentator doch wie gewohnt wieder, was gleich passieren wird. “ Und Achtung, Frantz soll für Gebhart kommen, das Schild wird bereits hochgehalten, jedoch gibt es keine Unterbrechung, glücklicherweise, und dann passiert folgendes.“ Da wusste man, wer gleich den Führungstreffer erzielen wird. Eine wahnsinnige Erleichterung machte sich breit, gepaart ein ein wenig Skepsis (es waren ja noch etwa 15 min. zu spielen), doch dann wieder die beruhigende Stimme des Kommentators: „Aber Wolfsburg brachte heute nach vorne einfach gar nichts zustande. Jetzt vielleicht? Nein!“ Lange nicht mehr gesehen und gehört, ich könnte aber gerne darauf verzichten.
      Ärgerlich, dass sich die Schalker von 1989 Hoppenheim noch die Butter vom Brot nehmen ließen.

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  • Es wäre wunderbar, wenn es nach den Spielen Mainz, Fürth, Hoffenheim (Bayern mal ausgeklammert, wenn auch ungern) lautet:

    Wieder Punkte, haufenweise!

    Dann wäre mir wohler und der Club näher an dem Ziel der
    G R A U E N – M A U S – E X I S T E N Z.

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  • abgesehen von „phasenweise Fußball“ gab es einige Dinge, die ich bemerkenswert fand:
    – Alexander hatte Recht: 4-1-4-1 rockt
    – Balitsch ist überraschend schnell! Hätt ich nicht gedacht!
    – ich hatte Recht: Kiyo rechts und Gebhardt zentral ist ein Versuch wert und hat gewirkt
    – ein Japaner, dem (fast) die Sicherungen durchgegangen sind 😉 Sichtbare Leidenschft, Teil 1
    – Sichtbare Leidenschaft, Teil 2: wir haben den wohl ehrlichsten und autentischsten Torjubel erlebt, den ich seit langem gesehen habe. Da hat man dem Gebhardt richtig die ganze Last angesehen, die abgefallen ist, die riesige Befreiung, das völlige Verzichten auf eine egozentrische, selbstverliebte Inszenierung zugunsten der Bewusstwerdung der mannschaftlichen Gesamtsituation. Fand ich wahnsinnig sympathisch!

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    • Optimist:

      Wieder ein Beweis, dass wir dem Urteil unserer sportlichen Leitung vertrauen sollten.

      Diese Schlussfolgerung ist bei aller Sympathie für die Vertrauensphilosophie nicht stimmig. Und das gleich doppelt.

      Erstens scheiterte die Weiterverpflichtung nicht am sportlichen Aspekt. Die Leitung schätzte sein Leistungsvermögen nicht so hoch ein wie er selbst, aber im Wege stand dem Projekt Maroh die aus seiner Sicht fehlende Wertschätzung, die er in einer Art Garantie für seine Spielteilnahme verankert wissen wollte. Das ist also lediglich die Konsequenz aus unterschiedlichen Perspektiven, die man nicht zusammenbringt.

      Zweitens darf das Vertrauen auf die Leitung gerade im Hinblick auf die Club-IV durchaus als zumindest leicht lädiert gelten. Zum einen ist da Nilsson ein leuchtendes Beispiel, dass jeder mal so einen Lapsus produzieren kann/ darf, ohne dass man seine, wie auch immer gearteten Fähigkeiten infrage stellt (sonst hätte die Leitung nach Deiner Logik alles falsch gemacht). Zum anderen ist da noch Anton. Der hat (auch wenn es hart klingt) ein Lapsus-Abo. (Demnach hat hier die Leitung MEHR als alles falsch gemacht).

      Und jetzt lassen wir bitte Maroh in Köln glücklich werden und hoffen mal inständig, dass der Plan und das Konstrukt der Leitung bzgl. Club-IV irgendwie die GANZE Saison über aufgeht.

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      • Teo: Diese Schlussfolgerung ist bei aller Sympathie für die Vertrauensphilosophie nicht stimmig. Und das gleich doppelt.
        Erstens scheiterte die Weiterverpflichtung nicht am sportlichen Aspekt. Die Leitung schätzte sein Leistungsvermögen nicht so hoch ein wie er selbst, aber im Wege stand dem Projekt Maroh die aus seiner Sicht fehlende Wertschätzung, die er in einer Art Garantie für seine Spielteilnahme verankert wissen wollte. Das ist lediglich die Konsequenz aus unterschiedlichen Perspektiven, die man nicht zusammenbringt.

        Warum? Das ist doch auch ein Urteil. Es ging halt nicht um Hopp oder Topp, sondern um „wieviel ist er uns Wert“.

        Bei Antonio könntest Du recht haben, aber vielleicht erleben wir auch da noch den „Klose-Effekt“ einer Wiederauferstehung, wenn ausreichend Zeit vergangen ist. Ich glaube einfach nicht, dass das schon alles war, dass man sich so getäuscht haben sollte.

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  • Was denkst denn Du, wie laut der Torjubel erst im Stadion war?! Wir haben alle rumgebrüllt, als ging es um unser Leben. Wildfremde Menschen waren sich vor Freude in den Armen gelegen.
    Das war kein „normaler“ Torjubel sondern ein so richtig befreit-befreiender mit einer großen Portion Extralautstärke! 😀

    Bemerkenswert: Die Mannschaft ist der Glubb-Star. In fast jedem Medium wird ein Anderer als der Mann des Spiels gefeiert: Hier Gebhart, dort Plattenhart und ein anderer sieht den Chandler vorne. Das gefällt mir so richtig, damit sind wir eben nicht einfach auszurechnen, wie zum Beispiel Mannschaften mit einem typischen 10er wie der HSV oder eben VWBurg.

    Übrigens: Hanno Balitsch war ein begabter Leichtathlet: In seiner Kindheit und Jugend wurde er sogar hessischer Jugendstabhochsprungmeister und das quasi parallel zu seiner Fußballausbildung. Der Typ ist also total sportverrückt und deshalb wohl auch immer noch so schnell.

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  • Hm, ok, der Artikel aus der „Berliner Zeitung“ ist durchaus lesenswert, danke dafür, alleine die Überschrift halte ich für ungeschickt und zu polemisch.

    Denn von „Aufbauhilfe aus Wolfsburg“ kann nicht wirklich die Rede sein. Unsere Jungs haben die taktischen Vorgaben endlich mal wieder prima umgesetzt. So wie ein Koch, der uns nach Hausrezept ein souveränes Schäuferla kredenzt, mit Fleisch, welches sich vom Knochen pusten lässt und einer schnurpsigen, chipsigen Kruste. Für Freunde der gut bürgerlichen Küche ein Gedicht. Für Wolfsburg war diese Kost schlicht zu üppig. Nein, kann mir auch ned wirklich vorstellen, wie Diego ein Schäuferle verdrückt.

    Für alle Gourmets unter uns:
    Kann durchaus passieren, dass aus einer gut bürgerlichen Küche auch mal was ganz Feines kommt. Doch dazu braucht es Geduld und einiges muss zusammenpassen. Erst mal wieder nach Rezept kochen und das Kreative kommt von ganz alleine.

    Erlaubt aber sei der Hinweis aus der durchaus eloquenten, aber nicht immer diplomatischen Gourmet-Abteilung, dass Plattenhardt ob seiner taktischen Disziplin und Rakovsky ob seiner Spieleröffnung mehr sind als nur Alternativen. Was den innermannschaftlichen Stellenwert für Pino und Rapha aber keineswegs schmälern darf.

    So. Und jetzt hab ich Hunger. Seit Samstag schmeckts auch wieder besser. Das Ganze in der Hoffnung, dass uns am Freitag nicht der nächste Bissen im Hals stecken bleibt. Im gut bürgerlichen Mainz (und das meine ich mit großen Respekt vor den Nullfünfern).

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  • Ich möchte nun nicht wieder Öl ins Feuer eines Themas gießen, das keines mehr ist, aber die Headline ist dann doch zu gut: „Dem FC fehlt ein Abwehrchef“
    http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/vereine/576960/artikel_dem-fc-fehlt-ein-abwehrchef.html
    Maroh ist eben auch in Köln das, was er auch in Nürnberg war: Ein Mitläufer und nur stark neben einem starken Chef. Das passt aber halt nicht zu den eigenen Ansprüchen.

    Nix für ungut. Gegen Aalen verlor man gerstern mit 0:2.

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    • Alexander | Clubfans United: Maroh ist eben auch in Köln das, was er auch in Nürnberg war: Ein Mitläufer und nur stark neben einem starken Chef. Das passt aber halt nicht zu den eigenen Ansprüchen.
      Nix für ungut. Gegen Aalen verlor man gestern mit 0:2.

      …und beim 0 : 2 haben beide IV zugesehen, wie der kleine Cidimar zwischen ihnen unbedrängt einköpft.

      Schön, dass Du das Thema aufgemacht hast, ich wollte das nicht ohne Aufhänger ansprechen, aus bekannten Gründen 😉

      Wieder ein Beweis, dass wir dem Urteil unserer sportlichen Leitung vertrauen sollten.

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  • Das ist für Maroh eine hoffentlich heilsame Lektion hinsichtlich der Eigenwahrnehmung. Dem Club dagegen hilft das reichlich wenig. Es fehlt genau so ein Mitläufer (der dabei aber nicht an Selbstüberschätzung leidet), der in die Presche springen könnte.

    Mak wurde begnadigt. Seltsam schnell, finde ich. Auch DH hat da innerhalb einer Woche sehr zügig Veränderungen der überlieferten Art realisiert, von denen ich mich frage: Was könnte dabei Kriterium sein? Ein Tor wohl allein wohl kaum, zumindest hatte ss DH vor Wochenfrist noch negiert. Ich bin gespannt auf den geläuterten Mak.

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  • Optimist,

    Ja, das ist auch ein Urteil. Aber du hast den Kicker-Artikel als “weiteren Beweis“ bezeichnet…

    Und da schwingt eindeutig ein “Seht her, der kann es nicht (mal in der zweiten Liga)!“ mit.

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    • Teo: Und da schwingt eindeutig ein “Seht her, der kann es nicht (mal in der zweiten Liga)“ mit.

      oh bitte, kein Vergleich mit Aussagen von TeeblattSchiebern, dagegen verwehre ich mich 😉 wenn das so ankommt, wars nicht beabsichtigt. Ich hätte ihn als soliden, verlässlichen Ersatzmann gerne behalten, respektiere aber die Entscheidung, ihm nicht mehr anzubieten, als geschehen. Denn, wie sich bestätigt, ist er eben tatsächlich nicht mehr als ein solider Backup, aber kein unbedingter Stammspieler. Das ist aber auch eine anerkennenswerte Leistung und birgt keine Spur von „er kann es nicht“ in sich.

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  • Was macht einen durchschnittlichen Bundesligaspieler so interessnt, dass auch fast ein halbes Jahr nach der Trennung, immer noch über ihn diskutiert wird? Was macht einen Maroh bei einem Teil der Fans so sympathisch und sportlich wertvoll, dass man ihm Monate lang nachweint, gar die eigene sportliche Leitung der Unwissendheit zicht?

    Seine Leistung allein kann es nicht gewesen sein, ich bin ein wenig ratlos? Auch wenn ich Maroh schon besser sehe als nur als back up. Für mich hätte er unser Bastian Reinhard werden können, so ein Spieler der irgendwie immer vor der Saison auf der Kippe steht, sich dann aber trotzdem durchsetzt.

    Aber er hätte sich mit diesem Status halt selbst anfreunden müssen, dass er das nicht wollte kann ich schon auch verstehen. Sozusagen, jedes Jahr ein prekäres Arbeitsverhältnis, ist wirklich nicht schön.

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    • Armin, ich versuch mich mal an einer Erklärung.

      Maroh war eben einer, der sich sehr stark mit dem Verein und den Fans verbunden fühlte und das auch zum Ausdruck brachte. Seine Freundschaft mit Pinola, sein nimmermüdes Bekenntnis der Identifikation. Dazu das „Schicksal des kleinen Mannes“, der nimmermüde sich anbietet und dann auch seine Leistung bringt, dann aber doch wieder hinter einem Neueinkauf degradiert wird. Das alles schafft ein Paket auf dem „Ungerechtigkeit“ steht und das haftet dem ganzen einfach an. Was davon authentisch und was davon nur gepflegt wurde, das mag ich nicht beurteilen, sicher war beim Abschied der Druck auf die Tränendrüse (Stichwort: Bild mit dem Hundeblick) nicht unwillkommen.

      Sportlich sind sich die allermeisten wohl einig, dass Maroh als Nebenmann eines starken IV oder als Backup dem Club immer gut getan hat.

      Nun die Frage, warum das Thema immer wieder hochkommt. Ganz einfach, weil uns die Probleme der IV beschäftigen und so mancher einfach nicht verwunden hat, dass man Maroh hat so einfach ziehen lassen (ob wirklich „so einfach“ sei jetzt mal dahingestellt). Und so fragt man sich eben immer wieder mal analog der Meyer-Frage (die lautet: Wäre man denn auch mit HM abgestiegen?) ob man die Probleme der IV (Wob ausgenommen) gar nicht gehabt hätte, wenn man den Maroh denn gehalten ‚hätte‘. Und immer wenn Maroh gut spielt (oder die eigenen IV schlecht), dann sehen sich die einen genötigt das mal wieder einzuwerfen, dieses „hätte, wenn“, und wenn mal wieder ein Bericht über Maroh oder die wacklige Defensive des Effzeh kommt, dann fühlen sich die anderen wieder bemüßigt das non-chalant off-topic in den Ring zu werfen.

      Ist natürlich im Grunde müßig und es fühlen sich auch meist die angesprochen, die gar nicht gemeint sind. Liest man nämlich öfter mal so quer, dann wird Maroh ziemlich (relativ) oft noch in Kommentaren benannt, wenn es darum geht der sportlichen Leitung „Versagen“ nachzuweisen. Und genau in deren Richtung ist das auch zu verstehen, wenn man immer wieder mal belegen möchte: Seht her, der Maroh ist halt auch einfach in Köln nur der Maroh, der er bei uns war. Nicht mehr, nicht weniger. Fehlen tut er uns trotzdem, auch als Typ, aber er wäre eben auch nicht der Heilsbringer gewesen, den so mancher aus ihm machen wollte. Das zeigt eben auch seine neue Station Köln. Nicht mehr, nicht weniger.

      Es gibt eben so Themen, die werden wohl immer da bleiben und bereichern unseren Schatz (oder Bündel) an Anekdoten: Der Hans Meyer-Rausschmiss, die SMS an Galasek, Vidosic als Rechtsverteidiger, die Verpflichtungen von Blazek und Charisteas, der Mythos Vittek – und das nur aus den jüngeren Tagen. Und irgendwie gehört es halt dann auch dazu.

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      • Alexander | Clubfans United: Ist natürlich im Grunde müßig und es fühlen sich auch meist die angesprochen, die gar nicht gemeint sind. Liest man nämlich öfter mal so quer, dann wird Maroh ziemlich (relativ) oft noch in Kommentaren benannt, wenn es darum geht der sportlichen Leitung “Versagen” nachzuweisen. Und genau in deren Richtung ist das auch zu verstehen, wenn man immer wieder mal belegen möchte: Seht her, der Maroh ist halt auch einfach in Köln nur der Maroh, der er bei uns war. Nicht mehr, nicht weniger. Fehlen tut er uns trotzdem, auch als Typ, aber er wäre eben auch nicht der Heilsbringer gewesen, den so mancher aus ihm machen wollte. Das zeigt eben auch seine neue Station Köln. Nicht mehr, nicht weniger.

        das trifft den Nagel wohl auf den Kopf. Ich hätte das (wie bereits erwähnt) ohne Aufhänger auch nicht angesprochen, weil mich dieses ständige Nachkarteln eigentlich nervt. Ich neige aber halt immer zu einem Verteidigungsreflex, vor allem wenn Diskussionen in Richtung Bashing gehen. Und das ist es in gewissem Sinne ja auch, wenn der sportlichen Leitung im Fall Maroh ständig ein Versagen unterstellt wird (und das bis heute!).

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        • Optimist: das trifft den Nagel wohl auf den Kopf. Ich hätte das (wie bereits erwähnt) ohne Aufhänger auch nicht angesprochen, weil mich dieses ständige Nachkarteln eigentlich nervt. Ich neige aber halt immer zu einem Verteidigungsreflex, vor allem wenn Diskussionen in Richtung Bashing gehen. Und das ist es in gewissem Sinne ja auch, wenn der sportlichen Leitung im Fall Maroh ständig ein Versagen unterstellt wird (und das bis heute!).

          Komisch das immer die Leute sich über Maroh Analysen auslassen so ähnlich wie Kaffeesatzleserei, die das Thema lt. ihrer eigenen Worte eigentlich nicht mehr abkönnen.

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          • Juwe: Komisch das immer die Leute sich über Maroh Analysen auslassen so ähnlich wie Kaffeesatzleserei, die das Thema lt. ihrer eigenen Worte eigentlich nicht mehr abkönnen.

            Lach, da hast du irgendwie auch recht. Also ich fühle mich ertappt. 😀

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            • Alexander | Clubfans United: Lach, da hast du irgendwie auch recht. Also ich fühle mich ertappt.

              Ja, ein wenig ertappt fühlt man sich durchaus, hehe, und doch ist die Falle wieder zugeschnappt. Schon bezeichnend, woher diese Spitze gekommen ist. Wie war noch mal diese Sache mit dem Steinhaus und den Gläsern? :mrgreen:

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  • Super Alexander, Danke Optimist und all die anderen…ich hatte ihn eigentlich schon vergessen!! Und dann kommt ihr wieder an…Juwe hat schon recht. Ahhrg diese Stimmen…

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