Guten Appetit!

„Meine Güte, ist diese Mannschaft schwach!“, sagte der Wirt über den samstagabendlichen Tresen. „Da fehlt’s an allem: Balltechnik, Passgenauigkeit, von Kombinationsspiel ganz zu schweigen…“

„Vellich richdich“, sagte Alfred (klick), „vellich richdich.“

„…da kann man es ja schon als Erfolg feiern, wenn einmal ein längeres Anspiel beim eigenen Mann landet. Man erwartet weiß Gott kein spielerisches Feuerwerk, aber die Basics des Fußballspielens sollte man von einer Profimannschaft schon erwarten dürfen…“

„Wärglich wohr, wärglich wohr.“

„…Das ist spielerische Nullstufe, was diese Mannschaft bislang in dieser Saison gezeigt hat. Absolute Nullstufe. Eigentlich ein Witz, dass eine Mannschaft, die fußballerisch so beschränkt ist, in der Bundesliga spielt.“

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas und Hannes (klick) sagte: „Ich weiß gar nicht, was ihr habt? Ein Punkt auswärts ist doch in Ordnung. Und kämpferisch hat die Mannschaft heute wieder voll überzeugt. Bemerkenswert, wie sich die Mannschaft nach dem Platzverweis für Feulner gewehrt hat. Das muss man doch anerkennen. Da muss man doch auch einmal ein Lob zollen. Ständig dieses Rumgemosere. Der Club ist nicht Real, Barca oder Dortmund.“

„Soo a Gwaaf wenni heer. Rejool, Barga, Dordmund. Soo a bleedsinnicha Vaglaich. Ka Mensch valangd vom Glubb, dassa aufschbilld wie a Dschämbjänsliechmonnschofd. Obba a wengala a Niwoo muss ma scho erwaddn därfn. Des is ja nimma mied zum ooschaua, wie die rummgurgng. Doo konni mi doch nedd hiehoggng und mai Bier dringng und soong: Bassd scho.“

„Absolute Nullstufe“, sagte der Wirt. „Aufbauspiel Fehlanzeige. Nicht einmal Ansätze im Spiel nach vorne. Und die Abwehr ist in jedem Spiel für Böcke gut, für die sich jeder C-Jugend-Spieler von seinem Trainer einen Anschiss anhören darf, dass die Schwarte kracht. Pinola! Eine Maßvorlage für Asamoah! Da kann man nur froh sein, dass sich Asamoah so blöd angestellt hat. Sonst wäre das Spiel sogar noch verloren gegangen.“

„Ist es aber nicht“, sagte Hannes. „Weil die Abwehr alles in allem dann doch gehalten hat. Das muss man loben. Zu zehnt gegen elf Fürther…“

„Beim Pokalspiel im letzten Dezember haben die Fürther zu zehnt gegen elf Nürnberger gewonnen (klick)“, sagte der Wirt. „Und da war Fürth noch in der zweiten Liga.“

„Der Platzverweis gegen Feulner war übrigens völlig überzogen“, sagte Hannes. „Feulner wollte doch klar den Ball spielen. Da hätte es auch Gelb getan.“

„Da geb‘ ich dir Recht“, sagte der Wirt und Alfred sagte: „Walla si na Boll zu waid voorgleechd hodd. Wenna dechnisch mehr draufhädd, hädda nedd midm longa Baa naigeh missn. Des woor a dübbische Szeene. A dübbische Szeene woor des. Wenna dechnisch mehr draufhädd, wäära nedd vom Blods gfloong. Die missn doch ärschd amoll lerna, wi ma Fussboll schbilld. Die kenna doch nigs. Goor nigs kenna die.“

„Ja“, sagte ich, „das spielerische Niveau dieser Mannschaft ist erschreckend. Ich habe schon viele schlechte Club-Mannschaften erlebt, aber wohl noch keine, die solche fußballerischen Defizite aufwies wie die jetzige. Da muss man auch die sportliche Leitung kritisieren. Man ist zu blauäugig in die Saison gegangen. Man hätte wissen müssen, dass es mit diesen Spielern schwer wird, die Klasse zu halten.“

„Willst du jetzt Bader und Hecking rausschmeißen?“, sagte Hannes.

„Von Rausschmiss habe ich kein Wort gesagt. Aber wundern muss ich mich schon, wie sich Bader und Hecking so über das Leistungsvermögen der Mannschaft täuschen konnten.“

„Hinterher ist man immer schlauer“, sagte Hannes.

„Sowas muss ein Trainer sehen“, sagte ich, „ein Trainer, der tagtäglich mit der Mannschaft arbeitet, muss doch sehen, dass, nehmen wir Esswein als Beispiel, Spieler im Kader sind, für die die Bundesliga offenbar eine Nummer zu groß ist. Vor allem in der Offensive. Das muss Hecking doch gesehen haben, dass der Angriff nicht erstligatauglich besetzt ist. So blind kann der doch gar nicht sein. Das Ergebnis haben wir jetzt. Kann mir mal jemand sagen, wie oft der Club in den dreizehn bisher absolvierten Spielen einen Angriff gespielt hat, bei dem man sagen konnte: Ja, das war gut gespielt? Mehr als viermal bestimmt nicht. In dreizehn Spielen!“

„Der Club schwimmt halt nicht im Geld“, sagte Hannes. „Auch wenn ihr’s nicht hören wollt: Der Club ist der Club und nicht Barcelona. Wenn du dich an gutem Fußball erfreuen willst, musst du die Farben wechseln.“

„Es geht mir nicht darum, mich an gutem Fußball zu erfreuen“, sagte ich, „es geht mir darum, dass ich überhaupt Fußball sehe…“

„Vellich richdich, vellich richdich.“

„…das ist doch Betrug an den zahlenden Zuschauern, was sich die Vereinsführung da erlaubt. Gerade mal ein Sieg in sechs Heimspielen. Im vierten Bundesligajahr. Da hat man als Fan schon einen Anspruch darauf, dass die Mannschaft einigermaßen vernünftig besetzt ist. Sie braucht ja nicht vorne mitzuspielen. Das verlange ich ja gar nicht, obwohl man das als Club-Fan eigentlich auch mal verdient hätte. Sie sollte aber wenigstens halbwegs vernünftig Fußball spielen können.“

„Der Club schwimmt nicht im Geld“, sagte Hannes.

„Der Clubfan hat zu fressen, was die Kelle gibt“, sagte der Wirt.

„Guten Appetit!“, sagte ich und Alfred sagte: „Kumm, Michael, mier genga aane raang. Hossd a Zigareddn fir miech, kossd ma aane geem?“

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klick.]

8 Gedanken zu „Guten Appetit!

  • Treffend analysiert !!
    Das mit dem Geld kann man einfach nicht mehr gelten lassen. Schaut man sich Freiburg an, sieht man was möglich ist !! Wenig Geld, guter Fussball. Mehr erwarten wir von unserem Club doch nicht. Keiner spricht von Europa. Schöner Fussball und ein sicherer Platz im Mittelfeld würde glaubig vielen reichen !!! Hoffe gegen die TSG gibt’s 3 Punkte !!! Auf geht’s Club !!!

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  • @Alexander, Stefan:
    Den Spendenaufruf finde ich sehr gut.
    Ich würde gerne ein kleinen Beitrag leisten, bin aber leider vonm Typ Mega-Old-School.
    Kredikartendaten und PayPal sind nicht mein Ding. Könnt ihr die Daten für eine Banküberweisung angeben? Gerne auch an meine Email-Adresse.

    Zum Spiel unseres Glorreichen ist doch alles gesagt. Am Samstag haben wir doch mal wieder den noch tieferen Tiefpunkt gesehen…
    Aber im Gegensatz zu Tante Käthe bleiben wir (noch) ruhig.

    http://www.youtube.com/watch?v=V0xIECkaMVA

    Drei Weizen helfen bei dem über weite Strecken in dieser Saison dargebotene Gekicke schon lange nicht mehr.

    Mal sehen ob wir nach dem letzten Tiefpunkt am kommenden Mittwoch nochmal einen noch niedrigeren Tiefpunkt erleben dürfen. Möglich wärs schon…

    Der tiefste Tiefpunkt heisst in der Mathematik „Globales Minimum“ … stellt sich die Frage ob wir unser globales Minimum schon gesehen haben oder ob es noch vor uns liegt… 🙂

    Ich verlange ja gar nicht, dass die Jungs am Mittwoch gewinnen, Gott bewahre! Ich hoffe halt einfach, dass sie zumindest einmal auf das Tor von Hoffenheim schießen. Dabei komme ich der Mannschaft entgegen. Als Torschuss geht hier auch durch, wenn der Ball die Torauslinie überquert… Besser wäre dir Torlinie schon klar, aber halt extrem unwahrscheinlich im Moment …

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  • „Aber wundern muss ich mich schon, wie sich Bader und Hecking so über das Leistungsvermögen der Mannschaft täuschen konnten.”

    Stimmt. Da wundere ich mich auch.
    Z.B. Bunjaku. Er hatte den Tauglichkeitsnachweis definitiv im ersten Jahr erbracht.
    Also diese Aktie konnte man auch noch halten. Da gibts m.E. ganz andere, welche man raushauen könnte.

    Vielleicht sollten die beiden in Zukunft mal CU konsultieren, bevor sie Personalentscheidungen treffen.
    Die Personalpolitik läuft seit geraumer Zeit gelinde gesagt sehr unglücklich.

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  • Bluemerson hat recht, die mannschaft ist ein erbärmlicher Haufen. Keine Spielkultur, technisch Kreisklasse aber große Töne von sich geben. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal einen toll wirbelnden Angriff erlebt habe. Selbstverständlich muß die Kasse stimmen aber Freiburg macht es uns vor und die Bobbele zahlen ihren Spielern deutlich weniger als der Club. Auch in Fürth hat in den ersten halben Stunde Fürth deutlich dominiert. Ich bin auf jeden Fall von MB und DH über die Mannschaftszusammenstellung schwer enttäuscht. Man safr immer unsere Führung wird wissen was sie tut, genau das glaube ich schon lange nicht mehr.

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  • Vielleicht hatten wir in den vergangenen 2 Jahren auch einfach zu viel Glück, was die Enteicklung junger Spieler angeht. Nur merkwürdig ist das schon, dass Spieler, die bereits nachgewiesen haben, dass sie Fußbal spielen (ja, auch wirklich „spielen“) können, dieses nicht mehr zustandebringen. Sollte es wirklich so sein, dass z. B. ein Alexander Esswein keine Lust mehr hat, gegen den Ball arbeiten zu müssen anstatt mit dem Ball spielen zu dürfen (wie das hier auch schon vermutet wurde, ich hätte allerdings auch z. B. Timothy Chandler einsetzen können), dann muss die Frage schon erlaubt sein, ob nicht vielleicht doch der Trainer etwas falsch macht. Dass ein Derby, noch dazu zwischen Abstiegskandidaten, nicht unbedingt ein spielerischer Zungenschnalzer werden muss ist klar. Aber überhaupt keine einzige Torchance für den Club? So kann es nicht weitergehen. Wergli nedd.

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  • Man kann nur hoffen, dass Düsseldorf, Fürth und Augsburg an diesem Spieltag nicht punkten. Zwar hat Armin kürzlich gesagt, dass wir nur auf uns schauen sollen, aber beim Blick auf unsere Mannschaft fangen die Augen an zu brennen.

    Werde das Spiel morgen nicht sehen können. Berufliche Gründe. Vielleicht ganz gut so. Das Spiel in Gladbach konnte ich auch nicht sehen…

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