Glückliches Remis in Bremen

Die Frage war am Ende nur: Für wen?

Dass sich Werder Bremen und der 1. FC Nürnberg tabellarisch und punktetechnisch zum Abschluss der Hinserie überhaupt auf Augenhöhe gegenüberstanden (Bremen 12ter/21 P., FCN 13ter/19 P.), war in der Wahrnehmung der meisten Beobachter wohl eher eine Laune des Schicksals, denn Ergebnis von 16 Spielen. Bremen, trotz aller Probleme, trotz aller Abgänge (Pizarro, Wiese, Marin, Naldo), hat einen starken Kader, der hoch gehandelten Spielern wie Elia, Sokartis oder De Bruyne verstärkt wurde, und hat, ja muss den Anspruch haben, das internationale Geschäft zu erreichen, während der Club kleine Brötchen backt, am Transfermarkt Summen bewegt, für die sich andere Teams die Backups oder Talente leisten, und dafür eben auserkoren ist wie stets gegen den Abstieg zu kämpfen. Warum Bremen aber wie der Club nun im hinteren Mittelfeld steckt, was den Nürnberger so schlecht gar nicht gefällt im Gegensatz zu den Bremern, das sah man gestern über 90 Minuten.

Dass Bremen von Beginn an mächtig Dampf machte, das wird niemand bestreiten wollen. Dass man zu vielen Schuß- und Torgelegenheiten kam, auch nicht. Vor allem über die rechte Verteidigungsseite machte der Ex-Juve Spieler Elia viel Betrieb. 26:9 Torschüsse standen am Ende zu Buche, 26:8 Flanken und fast 60% Ballbesitz für die Bremer – doch dass man am Ende beim Stand von 1:1 trotzdem nicht begeistert in den Rasen viel als Nürnberger als der Schiri abpfiff, hatte Gründe. Würde man das Spiel losgelöst betrachten, würde man sagen: Da hatten die Nürnberger aber Glück. Sieht man aber die Leistung beider Teams über die gesamte Hinserie, dann hat das alles wenig mit Glück zu tun, sondern spiegelt schlicht das wieder, warum die beiden Teams am Ende tabellarisch die Hinserie mit nur zwei Punkte Differenz auch abschließen. Nürnberg wie Bremen haben ihr Spiel gemacht, ihre Qualitäten eingebracht und sind beide am Ende nicht wirklich dafür belohnt worden. „Sinnbildlich für die Hinserie“ sei das Spiel gewesen, meinte Schaaf nach Spielschluss, das könnte man auch für den Club sagen.

Bremen kann mit der Qualität, die man da in Reihen hat, Gegner schwindlig spielen. Dass ein Elia 5,5 Mio. schwer war, dass ein De Bruyne bei Chelsea unter Vertrag ist und 9 Mio. wert sein soll und ein Petersen eine Leihgabe aus München ist, das hat eben auch seine Gründe. Trotzdem gelang es Bremen nicht, den Ball ins Nürnberger Tor zu bringen. Weil eben der Club auch seine Stärken (wieder) gefunden hat und diese in ein Fußballspiel mit voller Leidenschaft und taktischer Disziplin einbringt. Und weil – auch wenn das mancher Clubfan (warum auch immer) nicht hören will – man einen bärenstarken Keeper zwischen den Pfosten hat, der einem Team wie den Club mit seinen herausragenden Reflexen und Fähigkeiten im 1 gegen 1 und seiner Führungsstärke, unglaublich gut tut. So biß sich am Ende Bremen die Zähne aus und es wäre am Ende so gekommen, wie solche Spiele eben laufen, in denen die überlegene Mannschaft es nicht schafft, ein Tor zu erzielen. Ein blitzsauberer Konter wurde nach Ballbehauptung von Mak, guter Übersicht von Pinola, der sich auch 5 Minuten vor Ende nicht zu schade war den weiten Weg zu gehen, und einem technisch versierten Schuß von Gebhart veredelt. Bremen, die eh schon im Dauervorwärtsgang waren, konnten da eigentlich nichts mehr nachlegen (mehr als Dauerfeuer ging ja nicht), doch dann ereilte Manuel Gräfe und sein Schiedsrichterteam die Abseitssekundenblindheit, eine leider offenbar unheilbare Krankheit der Gilde. Was jeder im Stadion, am Spielfeld und vor den Monitoren spontan so gesehen hatte und was auch in der 20ten Wiederholung weiter so gesehen wurde, stand der Schütze des 1:1 eben deutlich im Abseits. Und weil es eben keine höhere Instanz gibt, die das, während die Schiris sich noch berieten, hätte schon locker man runterrufen können, wird dann eben ein Spiel durch einen Fehler auf den Kopf gestellt, das schon auf den Kopf gestellt war. Der Unterschied nur: Einmal weil das eben so im Sport ist, einmal weil das eben leider auch zum Sport gehört.

„DFL/DFB sollten statt dem SchrottEckpunktePapier „Sicheres Stadionerlebnis“ mal ein vernünftiges Papier „Sicheres Stadionergebnis“ vorlegen !!!“
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Und so nahmen beide Teams einen Punkt mit in die Weihnachtsferien. Der Club kann damit am Ende sicher besser leben als Bremen, auch wenn man sich noch einige Zeit über das Zustandekommen ärgern wird, gerade nachdem man in der Hinserie ja bereits einmal mehr von solchen Entscheidungen betroffen war. Doch nüchtern betrachtet und mit Blick auf die „wahre Tabelle“ (auch wenn man deren Wert immer kritisch betrachten muss) scheint es für den Club sich dann doch irgendwie auszugleichen, die ungeliebten Nachbarn werden da ein längeres Wehklagen anstimmen.

Bremen wie Nürnberg haben damit am Ende in der Tat „sinnbildliches“ für die Hinserie präsentiert: Man demonstrierte auf beiden Seite seine Stärke, brachte das ein, was man kann, wurde am Ende aber nur teilweise dafür belohnt. Irgendwo ist immer noch der Wurm drin, mal der Bock eines Spielers, mal das Pech mit Alu, mal die Einzelleistung eines Gegners oder eben das Versagen der Unparteiischen. Und weil das so ist, ist Bremen wie Nürnberg irgendwo dazwischen. Und weil das für den Club zwar trotz des schalen Nachgeschmacks der Eindrücke der letzten Minuten in Bremen am Ende ein Pölsterchen für 8 Punkten auf den Relegationsplatz und dero 11 auf einen Abstiegsplatz bedeutet, wird man gerade nach den Unkenrufen zur Mitte der Hinserie doch sehr zufrieden sein mit sich und seinen 20 Punkten.

Ärgern darf man sich trotzdem – nur so ein bisschen. Und sei es nur deswegen, weil es mal wieder das Schicksal des FCN ist, dass man eigentlich Herausragendes leistet, und dafür aber nicht die Anerkennung bekommt, die man vielleicht mit einem finalen 0:1 in Bremen und 0:0 in Leverkusen auch bekommen hätte. Denn wenn man mit so geringen Mitteln, die der Club zur Verfügung hat, solch großen Aufgaben zu bewältigen hat, wie die Abgänge von Klasseleuten wie Wollscheid und Didavi zu kompensieren, es jedes Mal schafft wieder eine konkurrenzfähige Truppe zu stellen, die solche Top-Teams zur Verzweiflung bringen können, was ja auch Bayern und Dortmund erfahren mussten, dann muss man doch einfach nur den Hut ziehen. Und vielleicht ist das auch eben auch alles gar nicht so schlecht. Denn etwas Demut tat dem Club immer besser als Hochmut, der führte nicht schon zu oft in der Historie zum Fall. Aber vielleicht erleben wir ja auch unter Bader/Hecking auch in der Beziehung eines Tages einen anderen FCN.

35 Gedanken zu „Glückliches Remis in Bremen

  • naja ,punktlandung zum halbserienende.allerdings hätten es 3 punkte mehr sein müssen,aber der club ist halt nur ein kleiner verein,wird keinen schiribann geben…

  • So, drüber geschlafen, und immer noch etwas angepisst.

    Klar, gut gespielt haben wir nicht, demnach sollte man mit einem Punkt mehr als zufrieden sein…

    Trotzdem kotzt es recht an, immer der gleiche Sch**ß.
    Ist ja auch keine Rechtfertigung, dass man sonst schlecht gespielt hat, wie oft hatten wir es schon, dass der Club haushoch überlegen war und seine Chancen nicht gemacht hat, dann ist nur von Unvermögen die Rede, und selber Schuld, wenn man die Kugel nicht ins Tor kriegt…
    Und es bleibt einfach festzuhalten, dass Bremen es gestern nicht geschafft hat, ein reguläres Tor zu schießen. Ergo haben sie dann auch keinen Punkt verdient.

    Hatte echt die Hoffnung, das mit der andauernden Benachteiligung hätte sich diese Saison endlich gegeben, aber vor allem in Bremen und Leverkusen hats dann doch wieder ordentlich Punkte gekostet. Und dass sich das alles über die Saison hinweg ausgleicht, also das hab ich bei uns noch nie beobachten können…

    Was mich vor allem auch mal wieder total nervt, ist was man um das Dortmund-Wolfsburg-Spiel für ein Trara macht, aber bei uns es einfach mal wieder als Randnotiz abgetan wird…

  • Naja bei Dortmund geht es halt irgendwie um die Meisterschaft, bei uns nicht mal richtig um die Abstiegsplätze. Sprich ob wir 10. oder 14. werden interessiert außer den Clubfans kaum jemand, bei Dortmund lohnt Medienhysterie schon eher.

  • Als positivdenkender Glubberer bin ich insgesamt doch eher zufrieden gestimmt.

    Die erste HZ war fürchterlich. So ein Feuerwerk habe ich gegen den Glubb ganz selten gesehen. Das war beeindruckend, was Bremen so hinzauberte. Während des Spiels empfand ich die Chancenfülle der Bremer als überwältigend. In der Zusammenfassung später sah ich jetzt nicht die ganz dicken Chancen- mit Ausnahme des Schwingers von Arnautovic-, weswegen ich mir bei einem Raffa Sorgen machen müßte.

    Beeindruckt hat mich dann die Steigerung in der 2. HZ. Besonders erwähnen muss ich hier Chandler. Wie er sich nach dieser desaströsen 1.HZ aus dem Sumpf zog! Chapeau, wie er sich nicht unterkriegen ließ, wie er fast schon „auferstanden“ ist!

    Dazu ein motivierter Mak als Joker, der zeigte , warum er als Hoffnungsträger taugt. An ihm schien sich mir die Mannschaft aufzubauen und an die eigene Stärke zu glauben.

    In HZ 2 war es doch noch ein gutes Spiel des Glubbs. Eigentlich sogar mit den besseren Chancen ( Feulner, Polter,Mak). Sogar ganz feine Spielzüge sah ich. Bremen konnte das Tempo nicht halten…oder der Glubb konnte es mitgehen. Insofern ist das Unentschieden in Ordnung.

    Gestern erkannte ich eigentlich zum ersten Mal, dass der Glubb eine gestandene Bundesligamannschaft ist. So wie in den 80ern. Meine Sorge um den Klassenerhalt ist geringer geworden, trotzdessen, dass mit WOB und Hoppenheim nur 2 Mannschaften zum Relegationsplatz hinter uns stehen, die eigentlich von dort wegkommen sollten.

    Die Punktabstände zu den davorstehenden Mannschaften , speziell DüDorf, sind gering ( Bremen steht übrigens 2 Punkte vor dem Glubb, Alexander 😉 ).

    Schade eigentlich, dass jetzt Pause ist.

    So bedauernswert die Fehlentscheidung ist, 22 Punkten wären eine ganz gute Voraussetzung für die RR gewesen. Aber durch die beiden Abseitstore ist eigentlich gewährleistet, dass die Konzentration zu Beginn der RR hoch ist. Wir kennen doch unseren Glubb…ein wenig Leichtsinn kommt gern auf, wenn die Gefahr gering erscheint… 😉

    • KUZ:
      Besonders erwähnen muss ich hier Chandler. Wie er sich nach dieser desaströsen 1.HZ aus dem Sumpf zog!

      In der Pause gestern war ich gespannt, ob Hecking den völlig neben sich stehenden Chandler oder den überhaupt nicht am Spiel beteiligten Kiyotake auswechseln würde.

      Er hat zum Glück die richtige Entscheidung getroffen.

  • Ich kanns mir wieder nicht verkneifen: Das Abseits lässt sich zwar im Standbild erkennen, aber selbst da ists richtig eng – wenn man auf den Absatz von Kloses Schuh schaut, sind’s nur einige Zentimeter. Das bei der Geschwindigkeit eines Schusses genau zu sehen halte ich für unmöglich. Und wenn der Linienrichter die Abseitsposition nicht zweifelsfrei sieht, soll er ja für den Stürmer entscheiden (da mag man jetzt wieder streiten, ob diese Regel nicht oft genug missachtet wird).

    Nicht, dass ich den Ärger nicht verstehe, aber so macht man sichs zu leicht. Eindeutig hat das sicher quasi niemand im Stadion und vorm TV gesehen – auch wenn freilich „jeder“ den entsprechenden Verdacht hegte. Auch die Schiedsrichter und die Bremer Spieler, die kollektiv zum Linienrichter geschaut haben…

    • Soeren,

      au ja, das hab ich mir auch so gedacht, als ich die Zeitlupe gesehen hatte.
      Im Augenblick der Ballabgabe wars tatsächlich eher eine knappe Geschichte.

      Ich glaub auch, da mutet man ihnen einfach zu viel zu. Also so ein Videobeweis würde ihnen da schon einiges abnehmen.

    • Soeren: Und wenn der Linienrichter die Abseitsposition nicht zweifelsfrei sieht, soll er ja für den Stürmer entscheiden (da mag man jetzt wieder streiten, ob diese Regel nicht oft genug missachtet wird).

      wie auch immer…Hauptsache, sie wird GEGEN den Club BEachtet…

    • Soeren,

      Sagen wir es doch so: es war ein glasklares Abseits, aber wenn ich es dann mit 12 mal in 5-facher Zeitlupe betrachte und den Schuh von Klose virtuell hinter dem Körper von Petersen verlängere – dann wird es nur ein knappes Abseits.
      Mir anderen Worten: Da muss man schon ganz schön viel Technik bemühen, um so eine krasse Fehlentscheidung in verzeihbare Dimensionen zu deuten. Es lebe die Kunst der Hermeneutik

      • wandervogel:
        Soeren,

        Sagen wir es doch so: es war ein glasklares Abseits, aber wenn ich es dann mit 12 mal in 5-facher Zeitlupe betrachte und den Schuh von Klose virtuell hinter dem Körper von Petersen verlängere – dann wird es nur ein knappes Abseits.
        Mir anderen Worten: Da muss man schon ganz schön viel Technik bemühen, um so eine krasse Fehlentscheidung in verzeihbare Dimensionen zu deuten. Es lebe die Kunst der Hermeneutik

        Andersrum wird ein Schuh draus: Der Linienrichter ist sich glücklicherweise darüber im Klaren, dass gegenläufige Bewegung ein völlig falsches Bild suggerieren können. Eine Abseitsentscheidung wäre eine Sicherheitsentscheidung gewesen, für die sich sicher Viele entscheiden – dann aber genau so Kritik einstecken. Und die Sache mit der virtuellen Verlängerung verstehe ich nicht. Der Fuß ist da, wenn auch verdeckt. Ein guter Schiri/Assistent hat das auf der Rechnung. Und das spreche ich dem Team auch zu. Nicht umsonst wurde lange darüber diskutiert – mit dem offensichtlichen Ergebnis, dass niemand eine Abseitsstellung zweifelsfrei gesehen hat – aber sicher nicht ohne Zweifel, dass diese bestanden haben könnte…

  • … ich will es mal so ausdrücken, vor 3 Jahren hätten wir ein solches Spiel mit Pauken und Trompeten verloren, sind wir also froh, dass es letztlich ein Remis geworden ist …

  • Ich möchte jetzt zum Abschluß der Hinserie gar nicht auf einer Einzel oder Zentimeterentscheidung herumreiten, sondern vielmehr die ganze Hinrunde sehen. Und ich muß vor allem Dieter Hecking ein Kompliment machen, wie er in dieser Hinrunde eine wirklich schwierige Krise gemeistert hat und es gefühlt einige Male eng wurde um ihn, zumindest stimmungsmäßig. Auch ich fing an zu zweifeln, ob die Chemie mit der Mannschaft noch intakt sein kann, weil dass er es kann, hatte er bereits oft bewiesen. Ich freue mich für ihn, dass er es wieder geschafft hat nach so einer dunkelschwarzen Serie den Club wieder in die Bahn zu bringen! In Schalke hatte mein bei deutlich geringerem Misserfolg die gleiche Geduld nicht mit dem Trainer. Jetzt kann man als Clubfan weitgehend beruhigt in die Winterpause gehen und Weihnachten feiern 🙂

  • Das Problem ist doch: Wenn Mannschaften wie der Club von solchen „Fällen“ betroffen sind, dann ist es fast immer spielentscheidend, denn Teams aus der hinteren Tabellenhälfte gewinnen selten hoch und sind darauf aus, gegen starke Mannschaften das Spiel möglichst lange offen zu halten. Wenn dann 2-3 Spiele mit solchen Fehlentscheidungen Punkte kosten, kann das ganz schnell fatal werden. Wenn Dortmund einen Abseitstreffer kassiert oder eine falsche Abseitsentscheidung hinnehmen muss, ist das am Ende eine Randnotiz am Spielberichtsbogen, außer die Entscheidung ist so krass wie im Fall Schmelzer, wo ein ganzes Spiel nach Elfer und Rot kippt.

    Im Prinzip ist daher auch richtig, was Soeren sagt: Wir wollen alle ja im Prinzip lieber „im Zweifel kein Abseits“, dumm nur, wenn man in 3 Spielen deswegen 3 Punkte verliert, weil es jedesmal zu unseren Ungunsten ausgelegt wurde (Kießling wie Petersen im Abseits, kein Pfiff, Gebhart in Leverkusen nicht im Abseits, Pfiff). Daher auch der Unmut. So verlierst du entscheidende Punkte, die dir nicht nur am Punktekonto gut getan, sondern dir auch ligaweit die verdiente Anerkennung gebracht hätten. Mit nem Auswärtspunkt in Lev, nen Auswärtssieg in Bremen und den Remis gegen Dortmund und Bayern hätte man sicher nochmal mehr Respekt gewonnen.

    • Alexander | Clubfans United: Im Prinzip ist daher auch richtig, was Soeren sagt: Wir wollen alle ja im Prinzip lieber “im Zweifel kein Abseits”, dumm nur, wenn man in 3 Spielen deswegen 3 Punkte verliert, weil es jedesmal zu unseren Ungunsten ausgelegt wurde (Kießling wie Petersen im Abseits, kein Pfiff, Gebhart in Leverkusen nicht im Abseits, Pfiff). Daher auch der Unmut.

      Danke 😉 – will aber trotzdem noch mal ansetzen: ich spreche ja niemandem seinen berechtigten ärger ab. finds ja auch sau-ärgerlich. trotzdem sollte man die situation sachlich analysieren. und da bleibt es für mich einfach eine sehr knappe entscheidung, die ob der dynamik live niemand zweifelsfrei erkennen kann.

      diese sachlichkeit erwarte ich von clubfans-united, da sie der grund ist, warum ich den blog regelmäßig lese. da unterscheidet ihr euch eben von so vielen anderen.

      • Soeren: trotzdem sollte man die situation sachlich analysieren. und da bleibt es für mich einfach eine sehr knappe entscheidung, die ob der dynamik live niemand zweifelsfrei erkennen kann.

        ich habe beide Abseitstore auf Sky gesehen. Nach meinem Eindruck war das Tor von Kießling – obwohl es viel eindeutiger Abseits war – aufgrund der Dynamik der Gegenbewegung schwieriger zu erkennen. Aus dem Spiel heraus hielt ich es sogar für regulär. Beim Bremer Tor hatte ich dagegen gleich den Verdacht auf Abseits – obwohl das knapper war. Das hätte man an der Linie schon erkennen müssen, der LR stand ja richtig.

          • Soeren:
            Lieber Optimist,

            ein Verdacht ist noch lange kein Beweis.

            Natürlich nicht. Wenn ich das sehe, ist es auch noch keiner. Aber wenn schon ich am Fernsehbild aus der totalen, wenn ich nicht darauf achte etwas zu sehen glaube, sollte man doch annehmen können, dass ein LR am Spielfeldrand auf gleicher Höhe, dessen Job es ist, genau darauf zu achten, das auch sehen müsste. Ist ja auch egal. Was ich sagen wollte, ist, dass das Kießling Abseits für mein empfinden schwieriger zu erkennen war. Klar ist das eine schwierige Aufgabe, aber auch da gibt es eben Nuancen. Diesmal wars nicht sooo schwer, da waren die Gesamtbewegungsmuster schon eher Richtung Abseits. Bleed Gloffm.

  • Alexander | Clubfans United,
    auch eine Randnotiz:
    Wäre es so gekommen wie du schreibst, stünde der Club punkt- und torgleich mit dem HSV auf 10. Dann wäre man sich am 18. Spieltag auch tabellarisch auf Augenhöhe begegnet.
    Hätte, wäre, wenn zählt aber leider nicht.
    Dann verdienen wir uns die Anerkennung halt in der Rückrunde.
    Und: Ich hadere bei passendem Punktekonto lieber mit dem Schiri als Zweifel am Trainer und der Mannschaft zu bekämpfen (bei mir selber und anderen).

  • ich glaube, dass die sogenannten kleinen benachteiligt würden, kann man aus der ‚wahren‘ Tabelle nicht ableiten, da sehe ich keine Regelmäßigkeit, was Schiedsrichterentscheidungen angeht. zb. Hoffenheim und Augsburg wurden sogar noch von den Schiedsrichter Entscheidungen begünstigt. Ich glaube die Schiedsrichter Entscheidungen sind einfach der Tagesform, der Kompetenz und dem Stress geschuldet, der gegen Spielende sicher auch bei den Schiris zunimmt und die Luft und Konzentration geringer wird. Mich würde einmal interessieren, welche Strecke denn, die Schiris so pro Spiel laufen, sicher auch keine unerhebliche physische Belastung.

    Die wahre Tabelle hat in meinen Augen auch nur eine begrenzte Aussagekraft. Sagen wir eine Mannschaft erzielt ein regelwidriges Tor, das anerkannt wird zum 2:1 und von da an verwaltet sie erfolgreich den Vorsprung bis zum Spielende. Hätte sie dieses 2:1 nicht erzielt, wäre das ja ein anderer Spielverlauf geworden und diese Mannschaft hätte statt ihren Vorsrpung zu verwalten, vielleicht weiter offensiv auf den Siegtreffer gedrängt, statt nur zu verwalten und hätte von daher noch ein Tor erzielt. Will sagen,die Spielverläufe wären dann doch auch ganz andere gewesen. Mann kann daher die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter so ärgerlich sie sind, in meinen Augen nicht 1:1 abrechnen auf dem Punktekonto.

    • juwe: Die wahre Tabelle hat in meinen Augen auch nur eine begrenzte Aussagekraft. Sagen wir eine Mannschaft erzielt ein regelwidriges Tor, das anerkannt wird zum 2:1 und von da an verwaltet sie erfolgreich den Vorsprung bis zum Spielende. Hätte sie dieses 2:1 nicht erzielt, wäre das ja ein anderer Spielverlauf geworden und diese Mannschaft hätte statt ihren Vorsrpung zu verwalten, vielleicht weiter offensiv auf den Siegtreffer gedrängt, statt nur zu verwalten und hätte von daher noch ein Tor erzielt. Will sagen,die Spielverläufe wären dann doch auch ganz andere gewesen. Mann kann daher die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter so ärgerlich sie sind, in meinen Augen nicht 1:1 abrechnen auf dem Punktekonto.

      Da gebe ich Dir grundsätzlich recht, aber im speziellen Fall eines Abseitstores in der 88. Minute kann man natürlich schon davon ausgehen, dass das Spiel ansonsten ohne weiteres Tor zu Ende geht. Außerdem besteht ja auch noch die Möglichkeit auf einen Konter zur Entscheidung, bei weiterem Öffnen und Drängen. Aber bei einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% würde ich schon sagen, definitiv spielentscheidende Fehlentscheidung. Bei einem Tor in der ersten Halbzeit dagegen würde ich so eine hohe Wahrscheinlichkeit in der Tat nicht annehmen.

  • Am ärgerlichsten ist diese ‚wahre Tabelle“ ansich für unsere Nachbarn aus Fürth(handelt es sich folglich um eine Anti-Franken Verschwörung? 😉 mit den +4 Punkten sähe deren Welt viel freundlicher aus. Aber mit den mickrigen 9 Punkten gebe ich ihnen keinerlei Chance mehr auf den Klassenerhalt in der Rückrunde. Das wird eine Aschiedstournee.

    • juwe:
      Am ärgerlichsten ist diese ‘wahre Tabelle” ansich für unsere Nachbarn aus Fürth(handelt es sich folglich um eine Anti-Franken Verschwörung? mit den +4 Punkten sähe deren Welt viel freundlicher aus. Aber mit den mickrigen 9 Punkten gebe ich ihnen keinerlei Chance mehr auf den Klassenerhalt in der Rückrunde. Das wird eine Aschiedstournee.

      auch mit +4 Punkten würde es schwer sein, sich gegen Hoppenheim zu behaupten, die haben nunmal einen ganz anderen Kader. Und dass sich z.B. die Fortuna noch runterziehen lassen wird, wage ich zu bezweifeln, dafür ist der Abstand einfach zu groß. Man bedenke: schon um auf nur 31 Punkte zu kommen, die glaube ich die Minimalpunktzahl für die Relegation bisher waren, müssten die Vorstädter eine 22 Punkte-Rückrunde spielen und dabei auch noch hoffen, dass Hoppenheim entsprechend mind. 3 Punkte schlechter ist. Hmmm.

      BTW, da hat jetzt Marco Kurz unterschrieben. Schade eigentlich, der war mir sympathisch. Das gibt jetzt den Zwiespalt, dass ich Kurz den Erfolg wünsche (theoretisch), Hoppenheim aber absteigen sehen will…

      doof

      • Optimist: auch mit +4 Punkten würde es schwer sein, sich gegen Hoppenheim zu behaupten, die haben nunmal einen ganz anderen Kader. Und dass sich z.B. die Fortuna noch runterziehen lassen wird, wage ich zu bezweifeln, dafür ist der Abstand einfach zu groß. Man bedenke: schon um auf nur 31 Punkte zu kommen, die glaube ich die Minimalpunktzahl für die Relegation bisher waren, müssten die Vorstädter eine 22 Punkte-Rückrunde spielen und dabei auch noch hoffen, dass Hoppenheim entsprechend mind. 3 Punkte schlechter ist. Hmmm.
        BTW, da hat jetzt Marco Kurz unterschrieben. Schade eigentlich, der war mir sympathisch. Das gibt jetzt den Zwiespalt, dass ich Kurz den Erfolg wünsche (theoretisch), Hoppenheim aber absteigen sehen will…
        doof

        na ja im Aufstiegsjahr 2009/10 hatten wir nach der Vorrunde auch nur 12 Punkte und habens noch gerissen, 9 Punkte geht allerdings direkt in Richtung hoffnungsloser Fall.

        Ich hoffe, dass Hoffenheim drin bleibt, weil ich es ein konzeptionell gutes, erfrischendes Projekt finde, ohne großes Historie Gedöhns auch wenn es eine Minderheitsmeinung ist, aber das hat mich noch nie interessiert 😉 ..aber schwierig einzuschätzen wer dieses Jahr der Drittletzte wird und in die Relegation muß.
        Unsere 6-Spiele Krise zeigt ja wie schnell es gehen kann.

  • Insgesamt ist es schwierig, letztlich weiß man ja nie, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn… Aber extrem ärgerlich ist es wie es für uns gelaufen ist: Tore in den letzten Minuten zu kassieren, die Abseitstore sind und uns klar Punkte kosten, die wir sonst wohl sicher gehabt hätten.

  • Das Komische an der Situation von Augsburg und Fürth ist, dass sich alle Anderen sicher sind, dass die beiden absteigen werden. Betrachtet man das Ganze aber aus deren Sicht, sind es nur jeweils drei Punkte zum rettenden Platz!

    Was ich sagen will: Seit es die Relegation wieder gibt, kann man soooo weit abgeschlagen sein und dennoch soooo nah dran am rettenden Ufer.

    Es reicht doch, am letzten Spieltag auf Platz 16 zu springen. Mehr muss es erstmal doch gar nicht sein. Und bis zu Platz 16 fehlen gerade mal drei mickrige Punkte.

  • Ich find es scheinheilig vom DFB, einerseits damit zu argumentieren, daß es ja so schwer ist, das überhaupt zu erkennen, andererseits aber keine Konsequenzen zu ziehen, d.h. entweder die Abseitsregel so zu entschärfen, daß eben nur eindeutige ABseits ab 1m im Abseits oder so noch zu pfeifen oder eben was viel sinnvoller wäre, den Videobeweis einzu führen.
    Ich hab es schon öfter geschrieben, genau durch so etwas werden die Aggressionen geschürt die dann zu Gewalt Einzelner führen. Aber das ist ja irgendwo dann offenbar auch wieder gewünscht, wenn man liest, daß die Verantwortlichen meinen, Emotionen im Fußball gehören dazu. Was wär der Männersport Fußball ohne daß man Angst haben müßte, daß einer ausfliptt, schlägt, tritt, spuckt … Und es gäbe ja auch viel weniger Platzverweise, Trainer auf die Bank schicken … Laaaaaaaaaaaangweeeeeeeeeeeiligggg eben

  • Bitte hier keine Verschwörungstheorien, der DFB und die DFL können ohne FIFA und UEFA nicht einfach den Videobeweis einführen. Beim Bremenspiel war für mich das Hauptproblem, dass der letzte Pass eher ein Totschuss war, da muss der Linienrichter eher Richtung Tor schauen ob der Ball drin ist. Wenn dann ein Angreifer zwischen den Verteidigern steht und den Ball eher abfälscht als wirklich annimmt, kann das dem LR schon mal durchrutschen. Ärgerlich für „uns“ betroffene bleibt es natürlich und wenn so etwas dann kurz hintereinander in zwei Spielen passiert um so ärgerlicher.

    • Armin,

      für mich ist das keine Verschwörung, sondern schlicht und einfach Kurzsichtigkeit, was da sowohl in Deutschland als auch weltweit von Fußballverantwortlichen vertreten wird. Und es nervt gewaltig, wie Spieler, Trainer und Fans reglementiert werden und wie wenig Möglichkeiten es gibt, sich auch mal gegen Fehlentscheidungen zu wehren bzw. daß Strafen in vielen Fällen trotz nicht zweifelsfrei erfolgter Tat ausgesprochen werden. Und daß die Strafen so wenig in Relation stehen zur Tat. Bei den Einlaßkontrollen gibt es doch auch keine Probleme über teure neue Techniken nachzudenken, diese einzuführen. Ein Spieler wird auch mit Videobeweis nachträglich bestraft. Nur beim Schiedsrichter an sich wird so getan als hätte es im Bereich der Technik keine sinnvolle Weiterentwicklung gegeben, um dessen Fehlentscheidungen zu minimieren und als wäre in jedem Fall der Mensch in Form eines Schiedsrichters die beste aller Möglichkeiten.
      Für mich sollte das Spiel im Vordergrund stehen, dort den Spielern die größte Emotionalität zugestanden werden. Für mich sollte es auch möglich sein, daß ein Spieler oder Trainer mal erfolgreich protestieren kann, wenn es eine offensichtliche Fehlentscheidung ist. Aber was passiert, die Spieler und Trainer werden wie kleine Jungs behandelt, die kein Recht haben, ihre Meinung zu sagen, und handeln sich sogar noch deftige Strafen ein, wenn sie dann nachvollziehbar mal ausrasten. Findest du so etwas wirklich in Ordnung?

  • Mich beschäftigt schon seit Jahren, was denn eigentlich passieren würde, wenn man die Abseitsregel komplett streichen würde. Ein Freund von mir meint, dass dann der Fußball ein komplett anderes Spiel wäre. Ich bin mir da nicht so sicher.
    Klar, Spieler wie seinerzeit Harry würden klar bevorzugt, die würden den gegenerischen Strafraum nur noch zum Anstoß verlassen, aber heutzutage hat doch eigentlich jeder auch Defensivaufgaben.

    • Claus: Mich beschäftigt schon seit Jahren, was denn eigentlich passieren würde, wenn man die Abseitsregel komplett streichen würde. Ein Freund von mir meint, dass dann der Fußball ein komplett anderes Spiel wäre. Ich bin mir da nicht so sicher.

      Ich vermute, zumindest bei Kontern würde sich einiges ändern, weil man ja immer eine Absicherung in der Abwehr lassen müsste. Der tödliche Pass in die Schnittstelle, hinter die Viererkette wird obsolet, weil, ja weil es im Prinzip keine Viererkette mehr gibt, denn es gibt ja keine Notwendigkeit mehr, auf einer Linie zu stehen, bzw. wäre das fahrlässig, wenn sich der Strafraumstürmer sonst alleine vor dem Tor herumtreiben kann. Ja, Claus, ich denke, dein Freund hat nicht unrecht….

  • Was genau passieren würde, das wahrscheinlich schwer zu prognostizieren, da dann ein Prozess des Umdenkens begönne.

    Zum Teil sieht man das ein wenig in Jugendmannschaften, die ohne Abseits bis zur D-Jugend spielen. Bei stärkeren Mannschaften merkt man den Unterschied kaum, denn die würden auf einen Spieler nicht zu für einen vor dem Torwart rumlungernden Stürmer verzichten wollen. Schwächere Mannschaften spielen aber durchaus mit „alle hinten, einer vorne“, was dem Spiel nicht gut tut.

    Wahrscheinlich würde zunächst eine Art Dominoeffekt passieren: Mannschaft A lässt einen Mann vorne stehen, Mannschaft B kommandiert einen Abwehrspieler ab abzusichern. Damit fehlt B aber eine Anspielstation, also stellt A noch nen Stürmer hin, wodurch B noch einen nach hinten zieht. Das Spielfeld, das sich heute auf bisweilen einen schmalen Korridor beschränkt, wird wieder weiter, quasi von Strafraum zu Strafraum. Lange Pässe würden wieder Hochkonjunktur haben, schnelles Kombinations- und Umschaltspiel würde zurückgehen. Hat man den Ball, versucht man schnell weit vor zu schlagen, um den Stürmer ins 1 gegen 1 zu schicken, bevor sich die Mannschaft zurückziehen kann.

    Ich glaube nicht, dass es dem Spiel gut täte. Sicher würden manche Mannschaften riskanter spielen, würden den Torwart als „letzter Mann“ auf den Stürmer stellen. Aber insgesamt klingt das nach einer Rückkehr zum Kick&Rush.

    Das Abseits in seiner jetzigen Form ist dennoch Quark, da zu kompliziert. Man müsste es wenigstens so modifizieren, dass nur „krasse Fälle“ geandet würden. Ähnlich wie bei Entscheidungen „über der Linie“. Man müsse regeln, dass ein Spieler „eindeutig und komplett“ hinter der gegnerischen Linie steht und in jedem Zweifel man sich dagegen entscheiden dürfe. Damit würde auf Abseits zu spielen hoch riskant werden, würde aber das Abstellen eines Spielers vor dem Tor unterbinden.

    Einfacher ist meist besser. Gerade im Sport.

  • Und wenn es so einfach würde, dann wären die Gegentore korrekt.

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