Premieren

Am 23. Spieltag der Saison 2007/08 hatte der 1. FC Nürnberg ein Heimspiel gegen den HSV. Die Partie, die der Club in der Besetzung

Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg

vom 9. 3. 2008

KLEWER

REINHARDT        WOLF        GLAUBER       PINOLA

MNARI

KLUGE           MISIMOVIC           ENGELHARDT

SAENKO               VITTEK

Spielbeginn:

17 Uhr

bestritt (klick), endete mit einem torlosen Remis (nullnull).

Warum ich das erzähle?

Nur bedingt deshalb, weil der Club morgen wieder ein Heimspiel gegen eben diesen Gegner hat. Das allein wäre ein zu schwacher Aufhänger. Zumal es bislang noch keine Saison gab, in der ein Bundesligaverein nicht gegen den HSV anzutreten hatte – auswärts und daheim.

Der Grund, warum ich das erzähle, liegt darin, dass Michael Wiesinger und ich etwas gemeinsam haben (und zwar mehr als den wohlklingenden Vornamen). Beide – ich und er – hatten/haben bei einem Heimspiel des Clubs gegen den HSV Premiere. Ich am 23. Spieltag der Saison 2007/08 als Autor in diesem Blog und er am 18. Spieltag der Saison 2012/13 als FCN-Trainer in einem Pflichtspiel. Ob diese Tatsache das Zeug zu einem guten Aufhänger hat, möge der geneigte Leser für sich entscheiden.

Misimovic vergibt vom Punkt,

schrieb das Kicker-Sportmagazin damals nach der Nullnummer gegen die Elf von der Nordseeküste (klick).

Elfmeter verschossen! Am Punkt vesagt! Und das, obwohl der Club die Punkte bitter nötig gehabt hätte. Hätte Misimovic seine Pflicht getan, hätte der Club nach dem 23. Spieltag die Abstiegsplätze verlassen (klick) und vielleicht hätte es dann ja doch zum Klassenerhalt gereicht…

Schnee von gestern. Aber immer noch ärgerlich.

Wenden wir uns lieber dem Schnee von heute zu (womit nicht der Umstand gemeint sein soll, dass einmal mehr pünktlich zum Rückrundenstart der Winter Einzug gehalten hat):

Ich empfinde einfach eine Vorfreude. Es ist ein Privileg, Trainer vom 1. FC Nürnberg zu sein … Das versuch’ ich vorzuleben.

Sagte Wiesinger in der Pressekonferenz vor seinem Bundesligadebüt (klick).

Dazu fällt mir ein, dass es auch ein Privileg ist, in diesem Blog Artikel schreiben zu dürfen. Ob ich das auch vorlebe, liegt an der Mannschaft (wenn das Ergebnis stimmt…).

Und Vorfreude?

Diese Frage kann ich erst nach dem morgigen Spiel beantworten (wenn das Ergebnis stimmt…).

Jedenfalls ist Wiesinger in einer deutlich besseren Ausgangsposition als Thomas von Heesen, der damals, ebenfalls noch nicht lange im Amt des Club-Trainers, an der Seitenlinie erleben musste, wie Misimovic vom Punkt vergab, und der das Kentern des in Seenot geratenen Dampfers mit der rot-schwarzen Flagge – angesichts der Pfeifenhaftigkeit der damaligen Versagertruppe (klick) wäre Seelenverkäufer (klick) wohl die angemessenere Vokabel – nicht verhindern konnte.

Obwohl: Wiesingers Plus kann auch ein Manko sein. Anders als von Heesen, der die Nachfolge des wegen Erfolglosigkeit entlassenen Hans Meyer antrat, muss sich Wiesinger an einem Vorgänger messen lassen, der freiwillig von Bord ging (Ausstiegsklausel…), nachdem er das Club-Schiff in ruhiges Fahrwasser gelotst hatte. Sollte jetzt wieder Seenot aufkommen, hat der neue Kapitän den schwarzen Peter. Eine Situation, in der es nicht viel zu gewinnen, aber sehr viel zu verlieren gibt. Wünschen wir Michael Wiesinger, dass ihm seine Mannschaft…

Die mutmaßliche (klick) Aufstellung des 1. FC Nürnberg

am 20. 1. 2013

SCHÄFER

CHANDLER        NILSSON        KLOSE       PINOLA

SIMONS           BALITSCH

KIYOTAKE             FEULNER            GEBHARDT

PEKHART

Spielbeginn:

15 Uhr 30

…im Heimspiel gegen den HSV einen erfolgreicheren Einstand beschert, als es damals bei meinem Debüt (nullnull) der Fall war. Und wünschen wir ihm, dass es ihm gelingt, den unter Hecking eingeschlagenen Kurs zielsicher fortzusetzen und vielleicht sogar in den Problemzonen, die es unter Hecking auch gab (Flaute im Angriff), für frischen Wind zu sorgen.

“Gib mir mal den Würfelbecher”, sagte ich am freitagabendlichen Tresen zum Wirt.

“Was willst’n damit?”, fragte der.

“Das Ergebnis auswürfeln.”

“Loss miech wärfln”, sagte Alfred (klick), “iech bi da besde Wärfla, woosd in unnara Schdodd findsd. Miech hodd baim Dschigaago (klick) nuch kaana gschloong.”

Ich drückte Alfred den Becher und einen Würfel in die Hand.

Klack, klack, klack – Zwei.

“Fir wen hobbin eds gwärfld?”

“Für den Club natürlich”, sagte Hannes (klick), “zwei Tore reichen zum Sieg gegen den HSV. Lass mich mal.”

Klack, klack, klack – Zwei.

“Gefällt mir nicht”, sagte ich.

“Immerhin besser als nullnull”, sagte der Wirt.

“Gefällt mir gar nicht. Heimspiele gehören gewonnen. Würfelt nochmal.”

Alfred würfelte eine Drei und Hannes eine Eins.

“Hobbis nedd gsoochd? Iech bi da besde Wärfla.”

“Ois Chikago”, sagte ich (klick und klick).

“Mach nedd soo a Gwaaf, gibbma lieba a Zigareddn.”

Ich gab Alfred eine Blend 29 und Hannes sagte: “Übermorgen Heimsieg” (klick).

9 Gedanken zu „Premieren

  • 20.01.2013 um 12:29
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    Heute natürlich äußerst schwer einzuschätzen wie beide Mannschaften aus der Winterpause kommen. Wiesinger hat eine intakte Mannschaft übernommen und soweit Informationen vorhanden sind, will er auch nicht viel ändern. Das wird heute sein Gesellenstück als Bundesigatrainer, ich drücke ihm und der Mannschaft die Daumen. Mich interessiert, obwohl wichtig nicht mal nur was unter dem Strich bleibt, sondern das Auftreten der Mannschaft unter dem neuen Trainer. Mir ist heute das ‘Wie’ am wichtigsten.

    • 20.01.2013 um 14:46
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      juwe,

      Ich hoffe auch, dass der Fußball unter Wiesinger ansehnlicher wird wie die letzte Zeit unter Hecking.

  • 20.01.2013 um 13:26
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    juwe,

    Dito! Außerdem hat mein kleiner Bruder heute Geburtstag. Da wäre ein Dreier
    (zusätzlich zum “wie”) doch wohl das Mindeste (wo ich’s schon versemmelt hab, die 3. Staffel von “Breaking Bad” rechtzeitig auf den Weg zu schicken)!

  • 20.01.2013 um 15:08
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    Also die Aufstellung ist ja mal sehr interessant…

  • 20.01.2013 um 15:09
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    Ohne feulner und kyiotake, na mal sehn ob das ansehnlicher wird als unter hecking

  • 20.01.2013 um 15:19
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    Cohen, Mak, Esswein, Pekhart…
    Hoffentlich will da niemand das Kind mit dem Bad ausschütten.
    Ohne Kiyo…

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