FCN vs. HSV: Die Noten zum Spiel

Es war sicher kein Spiel für Fußball-Gourmets, das sich der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV da bei eisigen Temperaturen lieferten, auch wenn es bisweilen heiß herging.

Schaefer-Raphael
Spieler des Spiels: Raphael Schäfer – Hielt mit seinen Paraden den Punkt fest und spielte auch mit gebrochener Nase bis zum Ende

Die Clubfans United-Noten zum Spiel von Stefan und Alexander, wie gewohnt aus Sicht von Clubfans und zur Diskussion freigegeben.

Dem Spiel selbst geben wir eine Note 4,5 – ein ‚gerade noch ausreichend‘, da immerhin ein Spiel mit einigen Torszenen, auch wenn man die meisten davon lieber nicht gesehen hätte (da auf der falschen Seite). Der HSV in der 1. Hälfte mangelhaft, der Club in der zweiten – und wer solche Chancen nicht nutzt (hüben wie drüben, wenn auch seitens FCN dero nur wenige), der hat auch nicht mehr als eine Punkteteilung verdient.

Der Schiri Welz bekommt eine 4. Er hatte das Spiel eigentlich ganz ordentlich im Griff ohne große Fehlentscheidungen, hätte aber Arslan schon in der 1. Halbzeit vom Spielfeld schicken müssen, noch bevor Fink dies tun konnte. Klares taktisches Foul und daher zwingend Gelb-Rot, da gibt es angeblich ja kaum Interpretationsspielraum. Und das hätte sich sicher auf das Spiel ausgewirkt, daher maximal ein „ausreichend“.

Unser neuer Coach Wiesinger (bzw. das Duo mit Reutershahn) zum Einstand mit der Note 4,5. Die Aufstellung ungewohnt, auch wenn man das Bedürfnis, sich etwas Respekt nach schwachen Trainingsleistungen zu verschaffen, versteht – dann aber den bisher untadeligen Kiyotake zu disziplinieren indem man den chronisch auffälligen Esswein bevorzugt, war „gewagt“ und wurde auch nicht belohnt. Cohen als VdV Bewacher funktionierte, die Hereinnahme von Feulner als Rechtsverteidiger dafür weniger – hier hätte sich ein Positionstausch für den defensiv stärkeren Balitsch angeboten und Feulner auch die Chance gegeben mehr Impulse nach vorne zu setzen. So musste Wiesinger doppelt reagieren und Frantz zur Unterstützung von Feulner für Mak bringen und damit wurde endgültig die Offensive eingestellt. Der Wechsel Esswein/Kiyotake kam eindeutig zu spät. Esswein hatte sich keine 2. Halbzeit verdient, Gebhart war zentral an dem Tag nicht effektiv und eine Rochade zu Gebhart auf rechts, Mak auf links und Kiyotake zentral vor dem Duo Cohen/Feulner hätte mehr so ausgesehen, als ob man das Heimspiel vielleicht doch auch noch gewinnen will, statt sich über die Zeit zu retten. Aber im Ergebnis „noch ausreichend“, da man mit einem Punkt leben kann.

Raphael Schäfer Ohne Bewertung
Rettet dem Club den Punkt durch kompromissloses Torwartspiel und starke Reaktionen.
Timm Klose Ohne Bewertung
Bildete mit Simons noch den besten Mannschaftsteil, leistete sich unter Druck aber auch einige Abspielfehler.
Timothy Chandler 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
In der 1. Hz. zusammen mit Mak die agilere Seite. Aber in Hz. 2 bis zu seiner Verletzung auch schwer unter Druck.
Javier Horacio Pinola Ohne Bewertung
Rackerte, hatte bisweilen auch das Glück auf seiner Seite (fast Eigentor), beim Gegentor aber nicht schuldlos.
Hanno Balitsch 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Machte mit Cohen das gefährdete HSV-Offensivzentrum gut zu, hatte eine Kopfballchance zum 1:0.
Timmy Simons 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Solider Ersatz von Nilsson, im Aufbauspiel aber mit den gleichen Defiziten wie auf der 6er Position.
Almog Cohen Ohne Bewertung
Nahm VdV weitgehend aus dem Spiel, ergänzte sich mit Balitsch defensiv gut, nach vorne kam aber nix.
Robert Mak Ohne Bewertung
Hatte in der 1. Hz. „die“ Chance zur Führung, vergab aber. Wirkte bemüht und zus. mit Chandler durchaus eine Option.
Timo Gebhart Ohne Bewertung
Als 10er ohne Impulse, hatte seine beste Szene dann auch über Außen, als er das 1:1 perfekt vorbereitete.
Markus Feulner Ohne Bewertung
Zeigte nach Einwechslung was offensiv in ihm steckt, verlor nach hinten aber viel zu viele Zweikämpfe. Tausch mit Balitsch wäre besser gewesen.
Mike Frantz 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Frantz sollte wohl den Druck über rechte Abwehrseite entlasten, was ihm nur teilweise gelang. Das Opfer war die Offensive.
Hiroshi Kiyotake Ohne Bewertung
Sorgenkind Links. Kiyo trainierte wohl schlecht und spielte auch die wenigen MInuten so: Uninspiriert und defensiv schlampig.
Alexander Esswein 2 Notenpunkte (5 numerisch: 5)
Bekam das Vertrauen, nutzte es aber wieder nicht. Esswein drauf und dran sich ins Abseits zu kicken.
Tomas Pekhart Ohne Bewertung
Fast nicht zu sehen über 90 Minuten, beim 1:1 aber da, wo er sein muss – für einen Stürmer ist das „noch befriedigend“

13 Gedanken zu „FCN vs. HSV: Die Noten zum Spiel

  • Interessant. Der Kicker vergibt Schiedsrichter Welz die Note 2. Zitat: „Welz lag mit allen persönlichen Strafen richtig, vertretbar, bei Arslans taktischem Foul auf Gelb-Rot zu verzichten.“

    Interessant.

    • Töffi,

      der große Kicker irrt. Das Foul war schon ohne taktisch zu sein beinahe gelbwürdig, in der Kombination absolut zwingend. Erst recht, weil der Sünder erst kurz zuvor verwarnt wurde und nichts daraus gelernt hat. Sehr fragwürdig das Ganze. Sowohl die Entscheidung, als auch die Bewertung. Manchmal habe ich das Gefühl, der Kicker ist bewusst Nürnberg-kritisch um nicht in den Ruf zu kommen, lokalpatriotisch zu werten.

  • Ja, das war völlig unglaubwürdig gepfiffen!

    Die klare gelbe Karte mit dem ausgefahrenen Ellbogen gegen Pinos Gesicht von Arslan kurz vorher und dann kaum eine Minute später ein klares taktisches Foul.

    Für diese Dummheit alleine, direkt nach einer gelben Karte gleich wieder zu foulen, hätte er schon gelb-rot verdient gehabt.

    Auch für den Hackenschlag gegen Klose wäre ein gelbe Karte laut Reglement notwendig gewesen. Keine Ahnung, wer das Foul gemacht hat. Aber ich dachte, da wollten die Schiris doch klarer eingreifen?

    Zu den Noten: Die würde ich so unterschreiben. Auch wenn Schäfer vielleicht die 2 bekommen könnte. Der Pfostentreffer von Pino war nämlich die Schuld unseres Goalies, der die langsam in den 5m Raum getretene Flanke eigentlich hätte abfangen müssen. So kam Klose knapp nicht mehr dran und der arme Pino hatte dann einfach Glück.

    Der 5m Raum gehört dem Torwart!!

    Zur Aufstellung: Man merkt den Trainern vielleicht an, dass sie irgendwie zwingend etwas anderes machen wollten.

    Feulner hatte die Grippe kurz vorher und war nicht fit, deshalb bleibt er erstmal draussen. Dann verletzt sich Chandler unglücklich.

    Alternative Möglichkeiten:

    – Balitsch als RV, Feulner als 8er.
    – Balitsch als RV und Plattenhart als 6er rein
    – Balitsch als RV und Frantz als 8er rein

    Alles irgendwie schwierig und nicht viel überzeugender.

    Ja, was machen wir unserem Esswein? Das könnte wieder so ein typischer Spieler werden, bei dem es nicht klappt. Er wird dann abgegeben und kommt bei einem anderen Verein groß raus. 🙁

  • Also Schäfer sollte dieses Mal über jeder Bewertung stehen. Mit gebrochenem Nasenbein weitergespielt, weil wir nicht mehr wechseln konnten und damit trotzdem noch klasse reagiert. Danke Käptn. Diesen Punkt haben wir wirklich ausschließlich dir zu verdanken.

  • Weiß der Geier was Kiyo im Training verbrochen hat und Zeichen setzen hin oder her, aber zumindest wäre ein Grundkurs in asiatischer Kommunikation mal nicht schlecht… einen Spieler so direkt und öffentlich zu kritisieren gäbe es in Japan niemals (die Kritik würde indirekt geübt, indem der Rest des Kollektivs hervorgehoben wird und der zu Kritisierende schlicht nicht erwähnt wird). Ich hoffe, sein Betreuer hat ihm das entsprechend erklärt damit er das richtig einschätzen kann.

    Nicht dass man ihn jetzt ihn Watte packen müsste, aber so viel kulturelles Verständnis sollte er schon erwarten können. Das Interview in der NZ neulich war ähnlich peinlich – der Journalist sollte nach der Vorbereitung schon ein bisschen mehr über Japan wissen, als dass dort Sushi gegessen wird.

    • Fonz,

      Du widersprichst dir. Weshalb sollte man auf Kyio`s Herkunft Rücksicht nehmen? Er ist ein sehr guter Spieler, aber er muß es eben auch zeigen, daß er in die Startelf gehört.

      • Betae60,

        Da habe ich mich wohl schlecht ausgedrückt. Was ich sagen wollte, wenn er die Leistung im Training nicht bringt, dann gehört er nicht in die Startelf; da gibt es keine Extrawurst. Mir ging es darüber, wie die Kritik geäußert wird.

        Vergleiche:

        „Kiyo war schlecht im Training“

        vs

        „Aufgrund der Trainingsleistungen und der Taktik wurden die besten Spieler auf ihren jeweiligen Positionen ausgewählt“ (damit ist für einen Japaner schon klar, dass er nicht überzeugt hat, aber keine direkte Attacke und kein Gesichtsverlust)

  • Aus Schäfer jetzt Bert Trautmann machen zu wollen ist vmtl. etwas übertrieben, mit Nasenbeinbruch spielen die meisten weiter solange die Blutung nicht zu stark ist. Unterm Spiel fließt genug Adrenalin um die Schmerzen wegzustecken.

    @Fonz: Ich kann deine Bedenken verstehen, halte öffentliche Kritik aber auch jenseits der Mentalitätsfrage für keine konstruktive Maßnahme. Falls sich Wiesinger auf diese Art Respekt verschaffen will, ist er auf dem Holzweg.

    • xxandl: Aus Schäfer jetzt Bert Trautmann machen zu wollen ist vmtl. etwas übertrieben, mit Nasenbeinbruch spielen die meisten weiter solange die Blutung nicht zu stark ist. Unterm Spiel fließt genug Adrenalin um die Schmerzen wegzustecken.

      Schon mal sowas selbst erlebt oder nur angelesen?

      • juwe: Schon mal sowas selbst erlebt oder nur angelesen?

        Schief stand sie schon mehrmals, komplett durch war sie noch nie. Ob das vom Schmerzlevel her ein großer Unterschied ist kann ich nicht beurteilen.

        Auch Amateur- und Hobbyfußballer arbeiten gerne mit dem Ellbogen… 😉

  • Umso niedriger die Liga, umso tölpelhafter und ungestümer die Fouls :-X Will nur sagen so leicht ist ein Nasenbeinbruch auch nicht, Tränenfluß und es tut sakrisch weh. So einfach das Adrenalin regelt das auch nicht.

  • Woschdsubbn,
    Werde das Gefühl nicht los,der junge sieht sich schon als kommender n11 Spieler und vergisst vor überschätzung die Arbeit.das er es wahrscheinlich könnte ist keine Frage.

  • Esswein,genügend Beispiele mit weniger Talent ,die es aber zu soliden Profis gebracht haben und dies zum Teil seit 10 Jahren zeigen sitzen jeden Tag mit ihm in der Kabine

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