Schwalbinho und die 11 Noten

Allmächd, scho widder Mittwoch. Die Pennäler warten doch auf ihre Noten!

Feulner-Markus
Club-Spieler des Spiels: Markus Feulner – Dreh- und Angelpunkt des Nürnberger Spiels. Aggressiv im Zweikampf, stets präsent.

Bevor wir endgültig die Geschehnisse der vergangenen Woche ins Langzeitgedächtnis überführen und uns dem nächsten Gegner, der Eintracht aus Frankfurt, zuwenden, noch ein Blick zurück mit dem kritischen Blick des Oberstudienrats. Leider dominierte die etwas ungelenke Fallstudie von Frantz (er ist halt kein Schwalbinho und bringt für gewöhnlich lieber andere zu Fall) die Medienberichterstattung und auch die Diskussion in Teilen der Fanszene. Das ist ganz im Geiste der Fairness nachvollziehbar, rein sportlich aber etwas überzogen gewesen, schließlich passieren nicht nur Schiris in den Anfangsminuten mal Fehler und das sollte eine gute Mannschaft, die andere Ansprüche hat als der Club, auch am Platz kompensieren und reparieren können. Von Frantz die Selbstanzeige am Platz zu fordern – vor allem seitens der eigenen Fans – grenzt dagegen an Selbstaufopferung, vor allem nachdem man eine Woche vorher umgekehrt unfreiwillig die „Opferrolle“ einer Fehlentscheidung einnehmen musste. Dafür großes Lob und ein dreifaches HipHipHurra auf den Sportsgeist.

Unser Interviewpartner Thorsten Cöhring vom Fohlenblog nach dem Spiel:

„Glückwunsch zum Sieg!

Ich würde sagen: Eine verdiente Niederlage, weil es unserer Mannschaft nicht gelungen ist, ihr Spiel durchzusetzen. Wobei natürlich die frühe fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Spielverlauf hatte. Unschön ist die Tatsache, dass unser Vorsprung auf Platz 16 auf 13 Punkte zusammengeschmolzen ist. Das könnte angesichts unseres Programms in den nächsten Wochen schon bald ziemlich eng werden.

Aber ich hoffe, dass wir beide den Klassenerhalt schaffen… „

Spielnote: 3

Drei Tore, einige gute Torwartszenen, taktische Disziplin, griffige Zweikämpfe und vereinzelt aufblitzende Ansätze von Kombinationsfußball oder schnellem Umschaltspiel. Dazu Fehlentscheidungen und Aufreger und Spannung bis zum Schluss – auch der neutrale Zuschauer konnte durchaus zufrieden sein mit diesem Bundesligaspiel.

Schiri Meyer: 4,5

Entschied früh auf Elfmeter und das zu Unrecht – dadurch nahm er unfreiwillig eine Rolle ein, die einem Schiri nie gut zu Gesicht steht, nämlich spielbeeinflussender Faktor zu sein. Wirkte im folgenden fahrig und – wohl im Bewusstsein seines Fehlers – im weiteren Verlauf auch in kniffligen Szenen stets geneigt Gladbach nun nicht mehr zu benachteiligen. Pfiff kleinlich und unterbrach zu oft den Spielfluss.

Trainer Wiesinger/Reutershahn: 2

Die Trainer setzten Ausrufezeichen und Esswein auf die Tribüne. Die Spieler dankten für die klare Linie und zahlten mit der geforderten Leistungsbereitschaft auch zurück. Feulner endlich im zentralen Mittelfeld der Kopf der Mannschaft, Ideengeber und vorderster Kämpfer im Dienste der Balleroberung. Taktische Marschroute vor allem die ersatzgeschwächte zentrale der Gladbacher unter Druck zu setzen ging voll auf. Lediglich Herrmann bekam man nie so richtig in den Griff, es mangelt links hinten aber auch an Alternativen. Die systemtreuen Wechsel Polter/Pekhart und Mak/Frantz hier absolut nachvollziehbar, höchstens etwas spät (insbesondere Mak/Frantz). Sich am Ende für das Dabanli-Debüt und gegen den von den Rängen geforderten Kanazaki zu entscheiden aus sportlicher Sicht richtig.

Die Spieler im Einzelnen

Last but not least: Die Noten für die Protagonisten vom 1. FC Nürnberg am Platz. Wie gewohnt gewollt objektiv und dennoch so subjektiv, wie das Clubfans (in dem Fall Stefan und Alexander) nur sein können nach einem heiß ersehnten Sieg. Möge die Diskussion beginnen.

Raphael Schäfer Ohne Bewertung
In dieser Saison ein Garant für Punktgewinne. Auch gegen Borussia Mönchengladbach.
Timm Klose 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Defensiv eine Bank in dieser Spielzeit. Im Spielaufbau aber immer wieder mit Defiziten.
Javier Horacio Pinola 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Wir haben gewonnen. Deshalb gibt es eine wohlwollende 4 für ausreichend.
Per Nilsson Per Nilsson 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Machte wie sein Kollege ein gutes Spiel, beim 1:2 allerdings ein wenig zu langsam.
Timothy Chandler Ohne Bewertung
Machte anfangs viel Betrieb auf seiner rechten Seite, fiel allerdings im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr groß auf.
Hanno Balitsch 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Macht ein gutes Spiel, warf sich in jeden Zweikampf und verhinderte damit oftmals den Spielaufbau der Borussia aus Mönchengladbach.
Berkay Dabanli Ohne Bewertung
Ohne Wertung, aber sein Debüt!
Timmy Simons Ohne Bewertung
Der Fels in der Brandung. Stand fast immer richtig, räumte ab und besserte die Fehler seiner Mannschaftskollegen aus.
Mike Frantz 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Holte den fragwürdigen Elfmeter raus. Kämpfte viel, blieb aber weitestgehend glücklos.
Markus Feulner Ohne Bewertung
Bewies viel Übersicht im zentralen Mittelfeld und war sich auch für bissige Zweikämpfe nicht zu schade. Vielleicht nicht der Noten-beste, aber vielleicht der entscheidende Faktor.
Hiroshi Kiyotake Ohne Bewertung
Blieb diesmal etwas blass über die gesamte Spieldauer. Beim 2:0 bewies er allerdings sein Können mustergültig.
Robert Mak 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Wirbelte viel, hatte die Chance zum 3:1.
Tomas Pekhart 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Die einfache Chance in Dortmund nicht gemacht, dafür aber die schwere gegen Gladbach. Machte außerdem ein gutes Spiel und setzte Gladbachs Abwehr unter Druck.
Sebastian Polter 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Ersetzte den müden Pekhart ohne großartig aufzufallen.

16 Gedanken zu „Schwalbinho und die 11 Noten

  • ein bisschen inkonsequent, Feulner „Spieler des Spiels“ zu nennen, ihn aber dann 1 Note schlechter als Simons zu bewerten (oder wars ein Fehler?) aber sonst bassd scho

    • Optimist:
      ein bisschen inkonsequent, Feulner “Spieler des Spiels” zu nennen, ihn aber dann 1 Note schlechter als Simons zu bewerten (oder wars ein Fehler?) aber sonst bassd scho

      Stimmt. Aber das hat 2 Gründe. 1. Hab ich Feulner kurzerhand zum Spieler des Spiels gekürt, während die Noten von Stefan und mir zusammen sind und 2. hat Simons als „Balance-Spieler“ seine Sache bärenstark gemacht, aber Feulner war für mich der Schlüssel zum Erfolg, auch wenn ihm nicht alles gelang – kann man das irgendwie nachvollziehen, was ich meine?

      • Alexander | Clubfans United,

        irgendwie schon, aber dann würde ich die beiden halt in der Mitte treffen lassen, bei einer glatten 2 jeweils. Denn nach meinem Verständnis sollte der Spieler des Spiels allein aus logischen Gründen die beste Note haben (muss er ja nicht exklusiv haben). Oder wir küren doch Simons, der ja nicht zuletzt auch den Elfer bombensicher versenkt hat – auch ein Schlüssel zum erfolgreichen Spiel.

  • Feulner gebe ich ne 2 und die halbe Note Pino aufs Auge drücken: 4,5 (immer noch wohlwollend…)

  • Ich geh mit den Noten so konform bis auf die Tatsache, dass ich Pino und Frantz schon ein bisschen besser sehe. Ich denke bei Beiden sollte schon noch die 3 vor dem Komma stehen!

    Gerade in der ersten Hälfte hatte ich den Eindruck, dass die Linke Seite schon ein paar Mal blank war und einen einen Linksverteidiger der alleine gegen Herrmann nicht ins Schwimmen gerät den muss man in der Bundesliga schon suchen! Von daher hat er das für mich meistens, wenn auch mit Hilfe von Frantz vernünftig gelöst. Außerdem hat er in der zweiten Hälfte noch einmal entscheidend geklärt.

  • Die Noten von Balitsch und Frantz würde ich tauschen. Keine Ahnung, was Balitsch auf dem Platz machte, viel war es nicht und wenn dann ein Fehlpaß auf 3m oder immer die falsche Entscheidung. Frantz dagegen war überall, lief viel und mit enormen Kampfeinsatz. Außerdem war er kaltschnäuzig oder unsportlich, aber das liegt im Auge des Betrachters. Es gibt auch Phantomtorschützen, die jetzt eine mediale Karriere geschafft haben, obwohl die auch nicht beim Schiri zugegeben haben, dass der Ball neben der Tor war.

    • Woschdsubbn:

      Es gibt auch Phantomtorschützen, die jetzt eine mediale Karriere geschafft haben, obwohl die auch nicht beim Schiri zugegeben haben, dass der Ball neben der Tor war.

      …und wir (unter anderem) deshalb abgestiegen sind.

        • sneck,

          ..oder wir hätten die Niederlage akzeptiert und es wäre kein Wiederholungsspiel angesetzt worden….
          Auch dann kein Abstieg.

          Ich war bei beiden Spielen im Stadion.
          ..Bilder…Gedanken… GNNAAAHHH!!!1!

          • Norisfighter,

            …oder wir hätten die Niederlage akzeptiert und es wäre kein Wiederholungsspiel angesetzt worden….
            Auch dann kein Abstieg.

            Korrektur: Auch ohne Wiederholungsspiel hätten unsere Punkte und unser Torverhältnis am Ende nicht gereicht.

            • Töffi,

              Ja, da hast du Recht.
              Mein Phantomtor-Alptraum hat da nach all den Jahren etwas verwurschtelt.

              Hätte Manni Schwabl den Elfer gemacht, wäre Bayern nicht Meister geworden (Tordifferenz dank Wiederholungsspiel) und wir nicht abgestiegen.

          • Norisfighter:

            ..oder wir hätten die Niederlage akzeptiert und es wäre kein Wiederholungsspiel angesetzt worden….
            Auch dann kein Abstieg.

            Dieses Gerücht macht übrigens ziemlich oft die Runde.
            Was mich immer noch verwundert ist, daß Manni Schwabls Ruf damals praktisch nicht gelitten hat. Aber vermutlich lag das einfach daran, dass sich die gesamte Diskussion ausschließlich auf das Phantom-Tor beschränkte.

  • Nur noch fünf Punkte auf einen Euroleague-Platz, aber dafür acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

    Jetzt einen Dreier auswärts bei den Bankfurtern und die nächsten Europa-Auswärtsspiele liegen greifbar nahe! Ich habe aus keinem besonderen Grund ein verdammt gutes Gefühl. 🙂

  • und gleichzeitig hauen die fürther den VW Hecking weg! Wär schon geil, so mit 4 Punkten vor VW!

  • Neenee, gegen VW-Dorf dürfen die Nachbarn mir wegen gerne ihren ersten Heimsieg feiern.

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