In drei Schritten zum Erfolg

Schritt 1: Ordnung (wieder)herstellen ✔
Schritt 2: Offensive beleben ✔
Schritt 3: Tor treffen [work in progress]

Der 1. FC Nürnberg hat ein klasse Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt hingelegt. Ob das an den schwachen Frankfurtern lag, wie man dort mutmaßt, schließlich ist der Glaube an die eigene Überlegenheit auch nach dem Spiel unerschüttert, oder an der Stärke des Clubs, ist wohl wie die Frage was zuerst da war, Henne oder Ei?

DSCF6186Armin Veh hatte in der Pressekonferenz vor dem Spiel gewarnt, und es klang nicht nach den üblichen Floskeln: „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn mir das keiner glaubt weil wir mehr Punkte haben. Das wird ein enges Spiel. Das sage ich nicht als Trainer, das sage ich weil ich überzeugt bin, dass es eng wird.“ Dass es am Ende so eng wird, dass man unisono Headlines wie „Trapp hält Punkt fest“ und „Nürnberg belohnt sich nicht“ bemühen musste, spiegelt viel mehr eine Realität wieder, in der der Club nahezu alles richtig machte, außer eben das Tor zu treffen, was aber (leider) für den Fußball ein zentrales Element der Punktgewinnung bedeutet.

Wer die bisher ersten vier Spiele unter Wiesinger/Reutershahn (Codename „Wiesehahn“?) verfolgt, der kann durchaus ein wohlwollendes Zwischenfazit (nach zwischenzeitlichen Zweifeln) ziehen: Den Trainern ist es offenbar gelungen die Arbeit von Hecking nicht nur aufzunehmen sondern auch eigene Akzente zu setzen. Und wie das aussehen könnte, was Wiesinger bei seinem Amtsantritt mit „will offensive Akzente setzen“ formulierte, das konnte man gegen Gladbach und nun Frankfurt in Ansätzen erkennen: Aus einer kompakten Defensive, die rund um den „Balance-Spieler“ Simons das Zentrum zumacht, schnell umschalten und mutig den Abschluss suchen. Das klingt zunächst genau wie Hecking und ist im Grunde auch sehr ähnlich, denn auch bei Wiesinger hat der Stoßstürmer die Aufgabe des Frontkämpfers, der als 1-Mann-Pressing Druck auf spieleröffnenden Innenverteidiger und Torwart aufbaut und die Außenspieler müssen sich defensiv wie offensiv unterstützen. Insgesamt scheint die Pressing-Linie allerdings etwas nach vorne verschoben. Was auch etwas anders erscheint ist die Aufgabenverteilung im zentralen Mittelfeld. Während Simons omnipräsent alle defensiven Aufgaben übernimmt und Löcher stopft, hat Balitsch mehr die Aufgaben eines 8er gemeinsam mit Feulner, wobei letzterer die zentral offensivere Ausrichtung hat, während Balitsch die Absicherung bildet und auch auf die beiden Seiten ausweicht (schön analysiert und aufbereitet bei den Kollegen von abseits.at).

„Wir haben uns darauf eingestellt, dass sich der Gegner auf uns eingestellt hat“ soll Veh gesagt haben (FR), tatsächlich aber sah das Spiel des FCN weniger nach der Suche einer Antwort auf Frankfurt aus denn nach einer eigenen Spielphilosophie. Man arbeitet schlicht konsequent gegen den Ball und versucht den Gegner erst gar nicht zu Chancen kommen zu lassen („unangenehm“), dann selbst aber vor allem über die Außen zu Chancen zu kommen. In Frankfurt gelang das und es hat die Frankfurter Fans sichtlich irritiert auf dem Nachhauseweg, dass der so hochgelobten Mannschaft so gar nichts einfiel, dem Gegner dafür eine ganze Menge. Der Club hatte schon in der ersten Halbzeit beste Torgelegenheiten und hätte auch einen Handelfmeter bekommen können – wogleich man zwar selbst solche Elfmeter schon gegen sich ausgesprochen bekam, man aber ehrlicherweise sagen muss, dass sowas zwar gepfiffen wird, aber nicht gepfiffen gehört (dann aber bitte auch zukünftig nicht mehr gegen uns…). Auch in Halbzeit 2 kein anderes Bild – zwar hatte die Eintracht nun mehr vom Spiel, aber deswegen auch nicht mehr Ideen als in Halbzeit 1. Der Club stand felsenfest, ließ kaum Halbchancen zu und lauerte immer auf die eigene Chance. Und auch wenn so mancher Clubfan nun wieder gleich von einem Abschlussproblem sprechen möchte: Auch nach dem 2. Studium der Bewegtbilder kann man den Spielern des Clubs wenig Vorhaltungen machen – da stand auch einfach ein klasse Keeper namens Trapp im Tor, der derzeit auch das Glück des Tüchtigen für sich verbucht.

Am Ende ein 0:0 der besseren Art und als Clubfans konnte man mit erhobenem Haupt die Heimreise antreten. Und auch an Unterhaltungswert fehlte es nicht, wenngleich Tore natürlich das Salz in der Suppe beim Fußball sind (aber besser so als andersrum…). Der FCN zeigt in den letzten beiden Spielen immer mehr (s)eine offensive Spielidee, die auch zu Chancen führt – ein Umstand, den man gegen Ende der Hinrunde noch schmerzlich vermisste. Und aus Chancen entstehen Tore – gegen Gladbach dero zwei (denn auch der Elfer-Pfiff war das Resultat einer Offensivaktion) und gegen Frankfurt fehlte ein bisschen Fortune, ein bisschen Kaltschnäuzigkeit und ein bisschen weniger Trapp.

Nebenschauplätze

Neben dem Platz gab es auch einige berichtenswerte Nebenschauplätze auf den Rängen und außerhalb des Stadions. Vor allem sorgten die „Sicherheitsvorkehrungen“ der Frankfurter schon im Vorfeld für Unmut und im Folgenden für viel Verdruss. Die ganzen Details der Vorgänge werden wohl je nach Lager unterschiedlich dargestellt werden, doch als (semi-)neutraler Beobachter kann man über diese Art der „Prävention“ nur den Kopf schütteln. Mag sein, dass (wie man hörte) die Polizei von illegalem Ankauf von Pyro informiert worden sei und entsprechend erhöhte Körper-Kontrollen angebracht gewesen sind, warum man neben dieser verständlichen Maßnahme allerdings die Causa „Zaunfahnenverbot“ (siehe auch nordbayern.de) eröffnete und dies auch noch mit fadenscheinigen Gründen versah, bleibt unverständlich. Das ist genau der Nährboden, auf dem sich Verständnis für Maßnahmen mit Unverständnis für Schikanen vermischen und so auch beim neutralen Beobachter Unverständnis erzeugt. Schon im Vorfeld war offensichtlich, dass man wegen dieser Zaunfahnen Probleme bekommen würde, denn die Clubfans drohten offen mit Boykott am Stadion. DSCF6185Und weil man eben dann seine Maßnahmen, ob sinnvoll oder nicht, nicht zurücknehmen wollte, kam es wie es kommen musste, wenn „Dickschädel“ aufeinandertreffen und die Polizei für den „Stellvertreterkrieg“ losgeschickt wird. Gewaltprävention durch einseitige Maßnahmen, die ganz offensichtlich auch das Mark der Fankultur trifft, legitimieren und dann mit massiver Polizeipräsenz („Angeblich kamen statistisch zwei Polizisten auf einen Clubfan“, nordbayern.de) sicherstellen zu wollen, das gelingt wohl auch nur am Reißbrett des Innenministeriums. Frei nach dem Motto: ‚Wir sorgen dafür, dass es friedlich bleibt, notfalls mit Gewalt.‘- Ohne Frage, wir sind hier ganz sicher keine Gewaltverharmloser, aber wenn man schon so im Vorfeld (wie bspw. auch die Stadt Fürth mit ihrem versuchten Innenstadtverbot) für Konfliktpotenzial sorgt und das Konzept danach, nach all den Vorfällen, noch als „gelungen“ bezeichnet, dann bedient man sich einer Rhetorik, die sich auch dem Neutralen verschließt. Wenn man Gewalt durch überzogene Maßnahmen provoziert (lesenwert: Tränengas und Prügel) und anschließend darauf verweist, dass ja nun auch zu Gewalt gekommen sei, dann ist das eine Argumentation im Kreis, der man eigentlich auf beiden Seiten entkommen will. – Und ganz ehrlich: Da dachte man doch schon, da sei man nun seit der großen Diskussionen um Sicherheitskonzepte und der tollen neuen „Kommunikation mit den Fans“ ein wenig weiter…

„Ab und an wirkt es allerdings eher so, als würden diese Begegnungen erst zu Problemspielen, wenn sie als problematisch eingestuft werden. Und wenn sie in Folge dessen von den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen begleitet werden. […]
Weil also Frankfurt-Fans regelmäßig zündeln, dürfen Nürnberg-Anhänger keine Fahnen mit in den Gästeblock nehmen – während in der Heimkurve welche geschwenkt wurden.“
Quelle: Spiegel Online

DSCF6176Daher: Schade, dass es nun wieder zu einem großen Teil nicht um Fußball in der Nachberichterstattung gehen muss. Wie es gehen kann, das zeigt die Eintracht bspw. mit der „Waldtribüne“. Auf der kleinen Tribüne direkt vor dem Stadion und gegenüber dem Eintracht-Museum werden vor den Heimspielen neben einer Einstimmung aufs Spiel auch der Talk mit den Gäste-Fans gesucht. Diesmal freuten wir uns besonders, denn „Clubfans United“ war eingeladen und wir nahmen die Einladung gerne an. Alexander nebst Sohn sowie als Repräsentant unserer Kommentatoren @oliisoaho beantwortete Fragen rund um unser Fanmagazin aber auch zu unserem letzten Interview mit Kerstin von rotundschwarz. Dabei ging es insbesondere auch darum, dass der Dialog zwischen den Fans, wie auf der Waldtribüne oder eben in unseren Interviews, einen wichtigen Baustein zum Dialog und damit auch zum Abbau von Spannungen leisten. Frei nach dem Motto: „Getrennt in den Farben, vereint in der Sache“ – schließlich ist es uns allen ein Anliegen (bei allen gehegten und gepflegten Rivalitäten) doch vor allem den Sport im Mittelpunkt zu sehen.

39 Gedanken zu „In drei Schritten zum Erfolg

  • Alexander, das schönste Wort in deinem lesenswerten Artikel ist das dezent Optimismus versprühende:
    SPIELIDEE.

    Auf diesem Weg stellt sich Punkt 3 mit einer potenzierten Wahrscheinlichkeit ein.

  • Endlich auch mal ein schöner Artikel zum Spiel, in dem Wisihan und Co sehr gelobt werden.
    Respekt und Anerkennung.

    Hier ein Auszug aus der FAZ:

    Die Franken sind durch den erzwungenen Trainerwechsel von Hecking (ging nach Wolfsburg) zu Wiesinger keinen Deut schwächer geworden. Fein aufeinander abgestimmt, läuferisch und kämpferisch top, taktisch diszipliniert, werden sie noch so manchem Gegner das Leben schwer machen und Punkte abnehmen. Absteiger sehen ganz anders aus.

    Der ganze Artikel ist unter folgendem Link nachzulesen.

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/0-0-gegen-nuernberg-frankfurt-wie-festgefroren-12057091.html

  • Alexander, Du schreibst über die strittige Szene mit dem Handspiel im Strafraum, dass „sowas zwar gepfiffen wird, aber nicht gepfiffen gehört“.

    Tut mir leid, aber ich bin da anderer Meinung: So etwas MUSS gepfiffen werden. Wenn ich mich als Abwehrspieler aktiv in die Schussbahn eines Gegners hinein bewege und den Ball dann an meine Hand bekomme, die auch gar nicht am Körper anliegt, dann habe ich aktiv mit einem unerlaubten Körperteil eine Torchance verhindert.

    Also Elfmeter. Verstehe nicht, was es da noch zu diskutieren gibt.

    • Töffi:
      Alexander, Du schreibst über die strittige Szene mit dem Handspiel im Strafraum, dass “sowas zwar gepfiffen wird, aber nicht gepfiffen gehört”.

      Tut mir leid, aber ich bin da anderer Meinung: So etwas MUSS gepfiffen werden. Wenn ich mich als Abwehrspieler aktiv in die Schussbahn eines Gegners hinein bewege und den Ball dann an meine Hand bekomme, die auch gar nicht am Körper anliegt, dann habe ich aktiv mit einem unerlaubten Körperteil eine Torchance verhindert.

      Also Elfmeter. Verstehe nicht, was es da noch zu diskutieren gibt.

      Weil ich da mich frage, wie Spieler sich bewegen sollen, außer sie binden sich die Hände seitlich fest. Ich fand das bei Wollscheid damals im Übrigen auch Quark, vor allem wenn man bei beiden Szenen auch die Entfernung einbezieht. Die Regel besagt und setzt zwingen Absicht voraus. Und Absicht ist nun mal auch keine Fahrlässigkeit, sondern eine sogar gesteigerte Form des Vorsatzes – der Abwehrspieler muss also mit der Hand zum Ball gehen um den Ball zu blockieren. Das besagt der Wortlaut der Regel und alles andere, dieses „hat damit den Körper vergrößert“ oder „keine natürliche Handbewegung“ etc. pp. ist alles Gequassel und Auslegungsversuche. Gestern hätte man genau so gut sagen können: Der Spieler versuchte ja gerade den Arm an den Körper zu ziehen und wurde kurz vor Erreichen desselben angeschossen.

      Aber naja, ich bin da eh für weniger Strafstöße und Pfiffe und mehr laufen lassen bis auf krasse Fälle. Gestern hätte ich Robben auch Gelb gegeben statt ihn für den Körperkontakt und Fall auch noch mit dem 1:0 per Elfer zu belohnen.

    • Töffi:

      Also Elfmeter. Verstehe nicht, was es da noch zu diskutieren gibt.

      Nun ja, m.E. war das so ein typischer Grenzfall, wo 50% die eine und 50% die andere Meinung vertreten.
      Ich würde mich z.B. auf Alexanders Seite schlagen.

  • Stimmt, die Szene passt gut zu unserer „Schwalben“-Diskussion. Wobei der Kontakt (Högers Hand auf der Schulter) vorhanden war und Ribery den Kontakt auch nicht selbst gesucht hatte.

    Nur fallen lassen muß er sich natürlich ebenso wenig wie Piszek. Aber auch da kann man natürlich argumentieren, Höger solle halt die Pratzen weglassen.

    Wie fandest Du die rote Karte von Bruma gegen Reus?

    • BSE08: Wie fandest Du die rote Karte von Bruma gegen Reus?

      Die hab ich noch gar nicht gesehen, aber die eben für Parker ist auch überzogen – Bein zu hoch, gefährliches Spiel – aber Tätlichkeit? Ach komm …

  • Auch wenn die beiden Artikel zur Nachberichterstattung gehören, sollten sie meines Erachtens beide gelesen werden. Vor allem Artikel 2 entspricht der Wahrheit VOR ORT, aber in den Medien wurden die Glubberer wieder als die Bösewichte dargestellt.
    Bei beiden Artikeln kann man nur mit dem Kopf schütteln.
    Im 1. Artikel werden die Frankfurter Fans gelobt, weil sie sich nicht haben anstecken lassen *lach*

    Artikel 1:
    http://t.co/TlniLN39

    Artikel 2:
    http://t.co/AG5bg9TX

    • Bluemerson:
      Auch wenn die beiden Artikel zur Nachberichterstattung gehören, sollten sie meines Erachtens beide gelesen werden. Vor allem Artikel 2 entspricht der Wahrheit VOR ORT, aber in den Medien wurden die Glubberer wieder als die Bösewichte dargestellt.
      Bei beiden Artikeln kann man nur mit dem Kopf schütteln.
      Im 1. Artikel werden die Frankfurter Fans gelobt, weil sie sich nicht haben anstecken lassen *lach*

      Artikel 1:
      http://t.co/TlniLN39

      Artikel 2:
      http://t.co/AG5bg9TX

      Ja, beide gut. Artikel 2 ist auch im Artikel oben verlinkt. Seitens der Frankfurter die Frankfurter zu loben soll sicher pädagogisch sein, klingt aber von außen bisschen albern, vor allem wenn man bedenkt, warum das Spiel als Risikospiel eingestuft wurde – nicht wegen der Clubfans …

      • Alexander | Clubfans United,

        Ich hab grad im Videotext von Sport 1 folgende Darstellung gelesen:
        FCN: Brutalos verletzen Polizisten
        Vor und während der Bundesliga-Begegnung zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg (0:0) ist es zu Ausschreitungen zwischen Rowdys der beiden Clubs sowie der Polizei gekommen. Wie das zuständige Polizeipräsidium Frankfurt bestätigte sind dabei 19 Polizisten leicht verletzt worden.

        Irgendwie hab ich das Gefühl, daß da eine völlig andere Geschichte erzählt wird. Oder die Wahrheit verdreht. Ich hoffe, daß der Verein dazu Stellung nimmt. Und daß er die Fans verteidigt, wenn sich diese Darstellung als frei erfunden rausstellen sollte.

    • Saebelbein:
      Das unsägliche 4-Buchstaben-Blatt schlägt in die gleiche, unrecherchierte Spalte:
      “Ärger vorm Spiel: Bei Rangeleien mit Nürnberg-Chaoten, die Banner und Fahnen ins Stadion mitnehmen wollten, wurden zehn Polizisten verletzt.”

      http://www.bild.de/spor…ane-28460090.bild.html

      Na ja, man kann schon einen größeren Bogen schlagen was Auffälligkeiten angeht, sei es der Überfall auf das Fürther Vereinsheim vor wenigen Monaten, letzte Woche der Überfall auf die Fürther Fanbusse nach dem Schalke Spiel auf dem Autobahnrastplatz.Ich kann mir sowas nicht erklären, was sind das denn für Leute, verstehen sich diese Kriminellen etwa als Fans? Für mich ist das unerklärbar…
      In dem Licht kommen Nürnberger Fans vielleicht zu Unrecht, derzeit scheinbar allgemein nicht gut weg…

      • juwe: Na ja, man kann schon einen größeren Bogen schlagen was Auffälligkeiten angeht, sei es der Überfall auf das Fürther Vereinsheim vor wenigen Monaten, letzte Woche der Überfall auf die Fürther Fanbusse nach dem Schalke Spiel auf dem Autobahnrastplatz.Ich kann mir sowas nicht erklären, was sind das denn für Leute, verstehen sich diese Kriminellen etwa als Fans? Für mich ist das unerklärbar…
        In dem Licht kommen Nürnberger Fans vielleicht zu Unrecht, derzeit scheinbar allgemein nicht gut weg…

        Absolut korrekter Einwand! Das sagte ich auch nach der Zigarettenbürschle-Aktion und keiner wollte es mir glauben: Es gibt kein „war doch harmlos“, es sind Puzzle-Steine in der Außenwahrnehmung, die uns am Ende schaden – Geretsried war auch eines. Sich dann hinzustellen und das Unschuldslamm zu mimen, wenn man das unterstützte oder tolerierte, geht auch gar nicht. Aber umgekehrt legitimiert es auch nicht einen Verein wie die Eintracht, die ganz vorne in der Liga erstmal vor der eigenen Haustür kehren müssen, derartige Aktionen und vor allem auch eine anschließende Propaganda-Kampagne via die Hausmedien, wo Opfer mit Tätern vertauscht werden und die eigenen Fans zu löblichen Chorknaben erkoren werden, die sich vom bösen Mob nicht haben provozieren lassen.

        Sowas schafft nur noch mehr negative Stimmung, der Nährboden dessen, was man angeblich bekämpfen will. Oder müssen wir zweifeln, dass man es ‚wirklich‘ will?

        • Alexander | Clubfans United: Absolut korrekter Einwand! Das sagte ich auch nach der Zigarettenbürschle-Aktion und keiner wollte es mir glauben: Es gibt kein “war doch harmlos”, es sind Puzzle-Steine in der Außenwahrnehmung, die uns am Ende schaden – Geretsried war auch eines. Sich dann hinzustellen und das Unschuldslamm zu mimen, wenn man das unterstützte oder tolerierte, geht auch gar nicht. Aber umgekehrt legitimiert es auch nicht einen Verein wie die Eintracht, die ganz vorne in der Liga erstmal vor der eigenen Haustür kehren müssen, derartige Aktionen und vor allem auch eine anschließende Propaganda-Kampagne via die Hausmedien, wo Opfer mit Tätern vertauscht werden und die eigenen Fans zu löblichen Chorknaben erkoren werden, die sich vom bösen Mob nicht haben provozieren lassen.

          Sowas schafft nur noch mehr negative Stimmung, der Nährboden dessen, was man angeblich bekämpfen will. Oder müssen wir zweifeln, dass man es ‘wirklich’ will?

          Der Verein Eintracht Frankfurt bzw. Herr Bruchhagen als Hausherr, und damit verantwortlich für die Verbote der Fahnen, haben mMn bewusst versucht zu eskalieren um von den eigenen Problemen mit den eigenen Fans abzulenken.

          Anders ist dieses völlig dämliche und überflüssige FahnenVerbot mMn nicht zu erklären.

  • Na Bader hat sich in einem o- Ton im sportstudio ziemlich über die Vorgehensweise der Frankfurter offiziellen aufgeregt- ich weiß nicht ob er das im Doppelpass heute wiederholt hat .
    ansonsten sieht es doch gar nicht so schlecht aus für den Club unter dem neuen trainergespann, falls jetzt gegen Hannover gewonnen wird ist die Bilanz besser als die von dh in der Hinrunde nach fünf spielen

    • Christian: Na Bader hat sich in einem o- Ton im sportstudio ziemlich über die Vorgehensweise der Frankfurter offiziellen aufgeregt- ich weiß nicht ob er das im Doppelpass heute wiederholt hat .

      Hat er. Hat zwar die Ausschreitungen verurteilt, aber so wie ich es verstanden habe, die Eskalation den Schikanen der offiziellen angelastet, zumindest als Mitschuld und der Club hätte vorher versucht, das überzogene Vorgehen zu verhindern, ohne Erfolg. So sieht Dialog aus….

  • Den Handelfmeter kann man durchaus geben bzw. werden sie auch des öfteren, aber ich bin da wie Alexander der Meinung, dass man da zur Zeit über das Ziel hinaus schießt und zu viele Handelfmeter pfeift. Von Absicht kann man da in vielen Fällen wirklich nicht mehr Sprechen.

    Wer sich benachteiligt fühlt, sei darauf verwiesen, dass die Berührung zwischen Klose und Aigner auch zum Elfmeter führen hätte können, auch wenn ich auch hier nicht auf Elfmeter entschieden hätte. Dass Kloses Knie Aigners Fuß berührt ist klar, wenn man sich dann ansieht wie schief Aigner dadurch auftritt und bei der nächsten Schrittfolge aus dem Tritt kommt, muss man sogar so weit gehen und die Berührung als kausal für den Fall von Aigner bezeichnen.

    Im Gegenzug halte ich dafür den Ribery-Faller für eine Schwalbe, der wird zwar oben berührt, für sein Fallen ist dies aber nicht ausschlaggebend, zumal er sich ja erst fallen lässt als ihn Höger schon wieder ausgelassen hat. Wobei hier wie bei Gebhart und Marx zu sagen ist: Gib Ribery doch erst gar nicht die Chance zur Schwalbe und lass die Arme weg im Strafraum.

    Die rote Karte gegen Parker ist hart, aber sich nicht falsch. Wer mit gestrecktem Bein auf Kopfhöhe des Gegners agiert, nimmt dessen Verletzung billigend in Kauf. Wenn Parkhurst da näher zum Ball steht, spielt Augsburg die Saison ohne Rechtsverteidiger zu Ende… Die Entscheidung kann ich also nachvollziehen, die Abseitsentscheidung gegen Mainz und die Tatsache, dass Junior Diaz nicht geflogen ist, aber nicht.

    Edit: Bruma gegen Reus ist grenzwertig, das Foul ist klar, aber Reus zieht eigentlich vom Tor weg, evtl. hätte es hier gelb getan. Dafür hätte ich Diekmeier danach die rote Karte gezeigt, denn dessen Schupser hat wohl wirklich einen Treffer der Dortmunder verhindert. Da hat dem Schiedsrichter der Mut gefehlt zweimal kurz hintereinander Rot zu zeigen.

    • xxandl: Wer sich benachteiligt fühlt, sei darauf verwiesen, dass die Berührung zwischen Klose und Aigner auch zum Elfmeter führen hätte können, auch wenn ich auch hier nicht auf Elfmeter entschieden hätte. Dass Kloses Knie Aigners Fuß berührt ist klar, wenn man sich dann ansieht wie schief Aigner dadurch auftritt und bei der nächsten Schrittfolge aus dem Tritt kommt, muss man sogar so weit gehen und die Berührung als kausal für den Fall von Aigner bezeichnen.
      Im Gegenzug halte ich dafür den Ribery-Faller für eine Schwalbe, der wird zwar oben berührt, für sein Fallen ist dies aber nicht ausschlaggebend, zumal er sich ja erst fallen lässt als ihn Höger schon wieder ausgelassen hat. Wobei hier wie bei Gebhart und Marx zu sagen ist: Gib Ribery doch erst gar nicht die Chance zur Schwalbe und lass die Arme weg im Strafraum.

      Zu Klose/Aigner: völlig richtig beobachtet, so habe ich das auch gesehen. Eigentlich Glück gehabt, denn das war die erste Aktion, die uns gleich ins Hintertreffen hätte bringen können. Damit wäre das Spiel wohl anders gelaufen.

      Zu Ribery: Wir müssen endlich davon wegkommen, dass solche Schwalben als „Kann-Elfmeter“ angesehen werden und bloßes Handauflegen als Legitimation für einen Faller gesehen wird. Die Ungeschicklichkeit eines Verteidigers darf keinen Betrug rechtfertigen.

      Meine Forderung: weniger Elfer und mehr gelbe Karten für zu leichtes Fallen, abheben oder bewusstes Einfädeln!

    • xxandl:
      Edit: Bruma gegen Reus ist grenzwertig, das Foul ist klar, aber Reus zieht eigentlich vom Tor weg, evtl. hätte es hier gelb getan.

      Danke für den Kommentar. Das ging mir tatsächlich genauso durch den Kopf, auch wenn die Fernsehkommentatoren von einem klaren Rot sprachen.

  • Merci für den guten Artikel zu einem offenkundig guten Spiel unseres Club!

    Ein interessantes Modell scheint mir die von Dir, Alexander, erwähnte Waldbühne zu sein: Hier den Dialog mit den gegnerischen nicht feindlichen) Fans zu suchen und sich für „die Anderen“ und ihre Sichtweisen zu interessieren, ist ein richtiger Weg in eine dem Profifußball angemessene Fankultur. Aber da ist CLUBFANSUNITED mit seinen Vorabinterviews der gegnerischen Fanblogs ja eh schon länger beispielgebend…

  • Versuche mich gerade in die Lebenswirklichkeit eines Fans hineinzuversetzen, der mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel fährt und dann beim Anpfiff das Stadion verlässt. Wenn ich mich für das Spiel nicht interessiere, kaufe ich mir doch keine Eintrittskarte. Ich schmeiß‘ doch mein Geld nicht zum Fenster hinaus.

    Habe gar nicht gewusst, wie gut betucht auch Stadionbesucher sind, die nicht auf der Ehrentribüne sitzen.

    • belschanov:
      Versuche mich gerade in die Lebenswirklichkeit eines Fans hineinzuversetzen, der mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel fährt und dann beim Anpfiff das Stadion verlässt. Wenn ich mich für das Spiel nicht interessiere, kaufe ich mir doch keine Eintrittskarte. Ich schmeiß’ doch mein Geld nicht zum Fenster hinaus.

      Habe gar nicht gewusst, wie gut betucht auch Stadionbesucher sind, die nicht auf der Ehrentribüne sitzen.

      Die Leute solidarisieren sich eben in Anbetracht einer gefühlten Ungerechtigkeit. Da ist an sich nichts schlechtes dran, auch wenn es mit Kosten oder Aufwand verbunden ist.

      Bedauerlich in diesem Zusammenhang finde ich lediglich, dass sich mMn eher „normale“ Auswärtsfans mit Ultras solidarisiert (/angenähert) haben…. Umgekehrt wäre mir das lieber…

    • belschanov: Versuche mich gerade in die Lebenswirklichkeit eines Fans hineinzuversetzen, der mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel fährt und dann beim Anpfiff das Stadion verlässt.

      Wahrscheinlich fehlt es an selbiger, das wird des Pudels Kern sein.

      Noch besser ist es, dann von den normalen Fans zu erwarten, aus Solidarität ebenfalls auf das Spiel zu verzichten…

      Es gibt tatsächlich Fans, die ins Stadion gehen, um ein Fußballspiel zu sehen und nicht um Politik zu machen. Was sind das nur für Egoisten!

    • belschanov:
      Versuche mich gerade in die Lebenswirklichkeit eines Fans hineinzuversetzen, der mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel fährt und dann beim Anpfiff das Stadion verlässt. Wenn ich mich für das Spiel nicht interessiere, kaufe ich mir doch keine Eintrittskarte. Ich schmeiß’ doch mein Geld nicht zum Fenster hinaus.

      Habe gar nicht gewusst, wie gut betucht auch Stadionbesucher sind, die nicht auf der Ehrentribüne sitzen.

      Das muss man wirklich, also sich versuchen hineinzuversetzen, wenn man es verstehen will.

      Jeder hier von uns hat ja seine Motive zum Besuch eines Fußball-Spiels des Club – und so banal am Ende die Grundlage „22 Spieler laufen hinter einem Ball her“ ist, so unterschiedlich dann doch unsere Motive. Der eine freut sich über den Sport, der andere genießt die Atmosphäre, das Event, wieder ein anderer hat auch gleichzeitig sein „zweites Hobby“ im Rucksack, nämlich darüber später zu schreiben, der andere sucht die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Und es gibt noch viele Motive mehr. Wenn man den Club als Lebensinhalt sieht, der die ganze Woche prägt, wenn dein Fanclub dein zu Hause ist, wenn der Support vielleicht sogar einen höheren Stellenwert einnimmt als das (kurzfristige) sportliche Ergebnis, dann kann man sicher eher verstehen, warum es sich manchmal lohnt auf den Genuss des Spiels, ja sogar auf den Support zu verzichten, weil man ähnlich wie einem Hungerstreikenden durch Selbstentzug zeigt, wie wichtig einem bspw. Fankultur und hier konkret Zaunfahnen sind.

      Ich erinnere mich noch daran als du dir selbst ein Schreibverbot auferlegen wolltest, um gegen schlechte Leistungen des Clubs zu protestieren. Ich glaub wenn man das versteht, was dich da bewegt, bei deiner Passion für das Schreiben, dann ist man vom Verständnis für so einen Block-Boykott außerhalb des Stadions gar nicht mehr so weit entfernt.

    • belschanov: Versuche mich gerade in die Lebenswirklichkeit eines Fans hineinzuversetzen, der mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel fährt und dann beim Anpfiff das Stadion verlässt. Wenn ich mich für das Spiel nicht interessiere, kaufe ich mir doch keine Eintrittskarte. Ich schmeiß’ doch mein Geld nicht zum Fenster hinaus.Habe gar nicht gewusst, wie gut betucht auch Stadionbesucher sind, die nicht auf der Ehrentribüne sitzen.

      Ich find das nicht so schwierig. Das gibt es doch in vielen Vereinen oder Gruppierungen, auch beim Staat „Flagge zeigen“. Und wenn man seine Flagge nicht zeigen darf, dann reagiert man darauf empfindlich und mit Protest.

  • nochmal danke für euren besuch auf der waldtribüne und auch für die erwähnung im beitrag.

    viele grüße aus ffm

    beve

  • Und generell möchte ich mich jetzt auch mal aufregen, daß im Fußball so vollkommen irrationale Bestimmungen mit Hilfe auch der Polizei durchgesetzt werden können. Ich finde es nicht korrekt, wenn die Frankfurter mit Pyroaktionen mehrmals auffällig werden und dann als Folge davon die Nürnberger herhalten müssen, um
    a) von den eigenen Problemfans abzulenken
    b) an uns die Entschlossenheit zu demonstrieren, daß man alles gegen Pyro tun will (zumal die Nürnberger Fans seit dem Unglück mit Pyro ja wirklich vernüntig geworden zu sein scheinen und das da eben nicht mehr die Regel ist)
    c) dann noch nicht mal ein Plan existiert, um auf etwas deeskalierend reagieren zu können mit dem man aufgrund eigener überzogener Beschlüsse rechnen konnte: daß Fans vor dem Stadion bleiben
    d) in der Presse auf einmal behauptet wird, diese Fans seien von ANfang an gewalttätig gewesen, die sich nur hätten prügeln wollen, obwohl ein LigaTotal-Reporter doch ganz eindeutig berichtet hat, daß die Fans vorm Stadion (auch die die ihren Platz verließen) von außen nur den Club supportet haben.
    e) die Polizei ganz klar eskalierend handelt und durch ihr eigenes Pfefferspray verletzte Beamte als von den Chaoten verletzte dargestellt werden.
    Ich warte nur noch, daß dann dem Club anstelle von Frankfurt das Geisterspiel als Strafe gesetzt wird, weil deren Fans sich ja mustergültig verhalten haben.

    • Beate60,

      da muss man sich im Nachhinein schon Fragen, ob nicht doch ein größerer Plan hinter allem stand, eine Eskalation zu provozieren, um von sich selbst ablenken und mit dem Finger auf andere zeigen zu können. Schade, dass man es dann nicht schafft „die andere Wange hinzuhalten“ wie in irgend so einem berühmten Buch steht, um die wahren Aggressoren zu entlarven…

      Das mit dem Pfefferspray verstehe ich dabei überhaupt nicht, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand mit zum Stadion nimmt, wenn es verboten ist und bei einer Durchsuchung entdeckt werden würde. Also was haben diese Experten der Ordnungshüter dann damit gemacht?

      Aber dass es bei uns einen gewaltbereiten Kern gibt zeigen auch die jüngeren Vorkommnisse, die mich schon bedenklich stimmen. Allerdings müssen diese Chaoten ja nicht zwangsläufig bei den Ultras zu suchen sein. Vielleicht ist das was ganz eigenes, eine Art Hooligan-Revival?

  • Ich bin gegen Gewalt in jeder Form. Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt außer daß man eben nicht bereit, Verantwortung für sein eigenes Verhalten zu übernehmen und in der Hinsicht auf dem Niveau eines Kindes stehen geblieben ist. Aber es ist auch nicht hinzunehmen, wenn die Politik auf dem Rücken auch friedlicher Fans mit Hilfe der DFL auf Stimmenfang geht, indem man immer wieder ein zwar existierendes aber doch Randproblem zu dem Problem in unserer Gesellschaft hochstilisiert, da den starken Maxe demonstriert und alle anderen wirklich existentiellen Probleme (Armut, Umweltzerstörung, Macht des Geldes) unter den Tisch fallen lassen will.

  • Zum Thema fahnenverbot gibt es auch etwas bei spiegel online:wenn zuviel Sicherheit zum Problem wird

  • Das Auftreten der Mannschaft in Frankfurt war erfreulich, zumal sich so langsam tatsächlich der Eindruck einstellt, dass das Trainergespann über einen Plan verfügt, der klug auf DHs Strategie aufbaut, indem er nicht radikal umzusetzen versucht wird, sondern der Mannschaft step by step vermittelt wird. So mein Eindruck, insbesondere der 1. HZ.

    Das Auftreten der Polizei war absurd. Martin Quast, der Reporter von Liga Total, war wohl der einzige Journalist, der sich der Mühe unterzog, sich vor Ort, also mitten im Geschehen, über die Abläufe und Ursachen zu informieren. Seine Darstellung des Ganzen war in ihrer Deutlichkeit und Klarheit erhellend und bitter zugleich. Welcher „Normalbürger“, der Fußball als Gegengerade- oder TV-Konsument genießt, ahnt denn, dass die Fans vor dem Stadion ihre Mannschaft anfeuern, dann aber bei geringen Handlungen wie Wasserbecher-Reichungen der Fans innerhalb des Zauns zu ihren Leuten außerhalb von der Polizei mit Gewalt davon abgehalten werden, Provokationen über sich ergehen lassen müssen und bei einer verbalen Reaktion darauf mit Schlagstöcken und Pfefferspray traktiert werden.
    Nur blöd, dass die Damen und Herren in Uniform die Windrichtung nicht beachteten und in „friendly fire“ gerieten.
    Noch blöder, dass diese Tatsache anschließend als Attacke der Clubfans mit Pfefferspray in die Welt gesetzt und von den Medien übernommen worden ist.

    So gesehen: Well done, Mr. Bruchhagen.

    Auf diese Weise erhält man den Begriff des „Problemspiels“ natürlich am Leben, kann Medien manipulieren und so schön nachvollziehbar Argumente in den Äther streuen, dass sich fast alle wieder über diese blöden Krawallfans aufregen und drakonische Strafen fordern.

    DAS lief wirklich saublöd ab; die hessische Polizei ist traditionell eher von der nervösen Sorte; vermutlich historisch bedingt.

    Schrecklich allerdings finde ich Angriffe – egal ob auf Vereinsheime, einzelne Fans, Busse oder sonstiges. Das ist Kriminalität pur und gehört als solche geahndet. Der Fußball scheint mir hier nur die Plattform für eine Verbrämung von verwirrten Seelen zu fungieren, die ihre Gewaltpotenziale irgendwo abreagieren wollen.
    Im Fußball finden sich leider allzu leicht sogenannte funktionsfähige und sanktionierte Feindbilder; gegnerische oder traditionell befeindete Fans (wie jene aus Fürth) ebenso wie vorab zu Problemfans stilisierte Fahnenträger des Club-Gästeblocks in FFM.

  • Biedermann Bruchhagen? Ein wenig scheint es auch mir so, dass man sich in Frankfurt gedacht hat, jetzt zeigen wir mal wie toll wir gegen Pyro vorgehen, aber besser nicht an den eigenen Fans, wir wissen ja, dass die aggresiv reagieren können. Da nehmen wir doch einfach mal die Clubfans unter Generalverdacht, nach der Bölleraktion hier in Frankfurt, haben die bei unserer Polizei und bei den Ordnern sowieso nicht den besten Ruf.

    Statt zu versuchen im Vorfeld die Stimmung friedlich zu gestalten, schaut man dass die Emotionen schon mal hochkochen, das ganze gewürzt mit großem Polizeiaufgebot, da muss man doch zeigen können, dass andere Fans viel schlimmer sind.

    Was ich schade finde, dass unsere Ultras dieser Strategie auf den Leim gegangen sind.

    Noch schlimmer finde ich dann aber den Möchtegern-OB und Innenminister Boris Rhein, der zusätzlich zur durchschaubaren Aktion der Eintracht, dann auch noch sein dünnes politisches Süppchen kocht. Aber man zeigt sich halt als Politiker gern volksnah im Fußballstadion und hier konnte man auch noch gleich 3 Fliegen mit einer Klappe schlagen, den eigenen Leuten Honig ums Maul schmieren, die Anderen als Chaoten darstellen und sich als Innenminister als harten Hund zeigen.

    Ich kann nur hoffen, dass unsere Ultras merken, dass man sie nur benutzt hat und sie das nächste Mal eine solch primitive Idee ins leere laufen lassen und nicht mehr mitspielen.

    Zum Spiel

    Auch ich bin der Meinung, dass so langsam eine eigene Spielidee von Wiesinger deutlich wird. Unser Umschaltspiel erscheint mir deutlich schneller und geplanter, so dass wir weiterhin sehr gut defensiv stehen aber doch endlich vermehrt zu Chancen kommen.

    Ich bin aber anders als andere hier und im Fernsehen der Meinung, dass die Chancen nicht gut genug zu Ende gespielt wurden und es nicht nur der gut aufgelegte Torwart Trapp war, der den Erfolg verhindert hat. Unseren Offensivspielern fehlt es beim Abschluss oft an Präzision. Ich weiß es nicht ob das fehlende Klasse, fehlende Leichtigkeit oder fehlende Übung (Torschusstraining) ist? Ich hoffe aber sehr, dass unsere Trainer das bald in den Griff bekommen. Unsere Torquote ist fast schon abstiegswürdig.

    Trotzdem freue ich mich über die aktuelle Entwicklung. Die nächsten 5 Spiele werden wo es hin geht. Jetzt kam die große Krise der Hinrunde, mal sehen ob wir diesmal das Spiel gegen Hannover positiv gestalten können? Immerhin zeigt sich Hannover in dieser Saison sehr auswärtsschwach. Das kann aber auch bedeuten, dass wir nächste Woche das Spiel machen müssen. Ob das die Mannschaft kann?

    • Armin:
      Ich bin aber anders als andere hier und im Fernsehen der Meinung, dass die Chancen nicht gut genug zu Ende gespielt wurden und es nicht nur der gut aufgelegte Torwart Trapp war, der den Erfolg verhindert hat.

      Stimmt, das ging mir genauso, wobei ich vor allem an Pekhart denke. Dem fehlt da einfach die technische Beschlagenheit. War nicht Bunjaku in solchen Situationen wesentlich gefährlicher?

  • Was macht eigentlich Alfred?hat der mit dem Rauchen aufgehört?

  • Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zum mehr als verdienten Punkt und auch hier noch einmal Danke für den wirklich netten Kontakt und Austausch. Trotzdem bleibt bei dem Spiel natürlich ein schaler Nachgeschmack. Es passiert jetzt leider genau das, was absehbar war – die Feuerwerkskörper in Leverkusen sind da sicher nicht ganz unschuldig. Rund ums Waldstadion sah es aus wie in einer militärischen Besatzungszone. 250 Kilo Pyro? Gibt es eigentlich inzwischen Erkenntnisse, ob, was und wie viel gefunden wurde? Das ist ja das Prinzip aller Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen: Um etwas zu verhindern, von dem man gar nicht weiß, ob es tatsächlich geschehen wird, wird ein Riesenapparat in Gang gesetzt, der etwas auslöst, was „ohne“ wahrscheinlich nicht passiert wäre – man kann da schon den Eindruck haben, dass die möglichen Folgewirkungen zumindest in Kauf genommen werden, zumal man ja überall ein gewisses Deppenpotenzial mit einkalkulieren muss. Jedenfalls kann keiner der Eintracht nachsagen, dass sie mögliche Pyroaktivitäten nicht energisch genug verhindert hätte. Der Rest ist dann wahrscheinlich so etwas wie ein „Kollateralschaden“. Leider wird uns allen das Problem erhalten bleiben, die Spirale dreht sich weiter.

    Wünsche euch für den Rest der Saison alles Gute!

    rotundschwarze Grüße aus dem Hessischen, K.

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