Club gerliert Punkt(e)

Last-Minute-Punkt, zweimal in Rückstand gegen einen Europapokalteilnehmer, Serie auf 8 ungeschlagene Heimspielen ausgebaut, Distanz auf die direkten Abstiegsränge weiter vergrößert. Die Fakten sprechen für einen Punktgewinn. Allerdings nur, wenn man das Spiel nicht gesehen hat.

Sicher… Ausgleich in der fast letzten Sekunde, das spricht für die Moral der Truppe – das nimmt man dann als Erfolg mit, das ist für den Gegner eine gefühlte Niederlage, aber über die 90 Minuten muss sich der Club einfach über zwei verlorene Punkte (wieder einmal) ärgern. Es ist sicher kein Zufall (und als Lob an die Mannschaft zu verstehen!), wenn man notorisch wiederholen muss, dass „dieser“ Gegner (Namen bitte einsetzen, ausgenommen Dortmund) heute schlagbar gewesen wäre. Das liegt eben nicht nur am Gegner, das liegt tatsächlich auch am Club, der es regelmäßig schafft den Gegner seiner Stärken zu berauben und so dastehen zu lassen, dass sie eben „schlagbar“ aussehen. Das war in Frankfurt zuletzt so, das war auch heute so.

2:2 – Punkt gewonnen oder zwei verloren. Irgendwas dazwischen. So ganz wird das wohl keiner emotional einordnen können.

Hannover sah 30 Minuten lang so aus, dass man sich ernsthaft fragen musste, warum diese Mannschaft so hochgelobt wurde und der Club als Abstiegskandidat gilt. Doch was dem Club fehlt, um aus dieser „Gegner seiner Stärken berauben“ richtig was zu machen, ist der Umstand, dass man selbst zu wenig Zählbares zu Stande bringt. In der Regel werden es dann enge Spiele, die von Zufälligkeiten, individuellen Glanzleistungen oder auch Fehlentscheidungen entschieden werden.

Mit drei nominellen Stürmern wollte Slomka dem hannoverschen Auswärtsfluch zu Leibe rücken, doch in der ersten halben Stunde war davon nichts zu sehen. Da der Club aber eben nur wenige wirklich zwingendes zu Stande brachte (nimmt man mal den Schuß von Kiyotake nach feinem Pass von Simons raus – solche Chancen soll es ja durchaus öfter geben) verstrich diese Dominanz ergebnislos und Hannover kam strukturierter ins Spiel. Die Führung dann allerdings zu billig. Huszti kommt da, wo sonst der Club seine Paradedisziplin hat, das zentrale defensive Mittelfeld, an den Ball, spaziert mit einer simplen Körpertäuschung an Klose vorbei und schlenzt den Ball mittig über den bereits zu Boden sinkenden Schäfer ins Netz. Drei Dinge kamen zusammen, die gar nicht passten: Der Raum für Huszti im zentralen Mittelfeld, das simple düpieren von Klose und der zu leichte Ball gegen Schäfer, der sonst da genau seine Stärke hat. 0:1. Damit ging es in die Pause und man fragte sich, wie der Club eigentlich da ein Tor heute machen will.

Halbzeit 2 begann personell unverändert, der Club wollte ganz offensichtlich an die gute Anfangsphase anknüpfen, Hannover lauerte auf Konter. Doch das Spiel war auf beiden Seiten geprägt von unerklärlichen Ballverlusten und Ungenauigkeiten. Spielerisch wollte einfach nichts gelingen, so dass der Ausgleich durch einen in Richtung Tor gezogenen Freistoß von Kiyotake, den Klose mit dem Schädel verlängerte, auch irgendwie logisch. Danach die beste Phase des Clubs, in der man das Gefühl hatte Hannover würde jetzt doch anfangen an die schweren Beine zu denken. Doch just in der Phase die nächste für Club-Verhältnisse unglaubliche Szene. Hannover verliert den Ball, der Club verliert den Ball zurück, vier Mann um den Ball vermeiden brav ein Foul, Flanke in die Mitte und Ya Konan wird von Pinola zum Tor begleitet. Wer hier von psychologisch ungünstig spricht, vergeht sich am Euphemismus. Danach ging eigentlich gar nichts mehr zusammen. Chandler rannte die Linie rauf und runter, ohne dass dabei groß was rausgekommen wäre. Hannover spielte quasi mit 5er Abwehrkette und lauerte vorne immer noch mit einem Diouf und Abdellaoue. Und mindestens dieser Diouf hätte eigentlich den Club den Gnadenstoß geben müssen, doch der scheiterte allein vor Schäfer, der da mal wieder bewies, dass das 1-gegen-1 seine Paradedisziplin ist.

So stellte man sich schon auf eine resignierte Zusammenfassung ein, die man gleich schreiben würde, wäre da nicht etwas passiert, was eigentlich perfekt zum zum Spiel passte, dass heute auch keinen Sieger verdient gehabt hat, so viel ging heute auf beiden Seiten daneben. Mu Kanazaki, der für Frantz kam und sein Debüt feierte, im Zusammenspiel mit Chandler, der wahrscheinlich auch nach 240 Minuten noch die Linie rauf und runter gelaufen wäre und es eben auch in der 92. Minute tat – scharfe Flanke auf den ersten Pfosten, der ebenfalls eingewechselte Polter tat das, was sie genau so auch im Training gemacht hatten (O-Ton Polter), er spritze dazwischen und hielt seinen Fuß rein: 2:2.

„Spielerisch ein Rückschritt“, meinte der TV-Kommentator, und wird kaum mit Widerspruch rechnen. Aber eben irgendwie auch am Ende keine Niederlage. Derzeit ist man eben ein „unangenehmer Gegner“ (nicht: „eklig“, auf den Unterschied legt Wiesinger wert), weil man einfach schwer zu schlagen ist – auch wenn das Zustandekommen nicht so ganz ins Schema passte. Aber eben auch keine Mannschaft, die davon träumen sollte nach oben zu schielen, denn dafür reicht es nicht nur die Stärken des Gegners zu berauben, dazu braucht man auch die Konstanz und die Qualität daraus dann auch die „big points“ zu machen. Wiesinger/Reutershahn wird sicher daran arbeiten, auch wenn dies ein langer und beschwerlicher Weg sein wird, der auch erfordert, dass gewisse Spieler einen Entwicklungsschritt machen, was so nicht plan- und trainierbar ist – man kann Entwicklungen nur unterstützen.

Beruhigend: Man hat dafür wohl noch ein Jahr Bundesliga Zeit. Denn der Punkt ist ein wertvoller Punkt im Abstiegskampf, da alle drei Teams auf den Abstiegsplätzen verloren haben und so der Abstand zum Relegationsplatz nun schon 10 Punkte und 13 Tore Differenz beträgt. Das ist zwar noch keine Garantie, aber in Anbetracht dessen, dass der 16te derzeit insgesamt erst 16 Punkte in 22 Spielen geholt haben, doch ein gewisses Polster. Und man selbst punktet ja auch noch regelmäßig, wie eben heute – und das macht eben auch den Unterschied, allerdings der im Abstiegskampf. Und deswegen ist dem Club diese Saison auch ein souveräner Klassenerhalt zuzutrauen, aber eben auch nicht mehr.

28 Gedanken zu „Club gerliert Punkt(e)

  • „Alexander“ klasse Bericht, ich würde gegen Stuttgart mal von Anfang an Polter und Mak bringen und in der Abwehr Pinola draußen lassen und den Plattenhart bringen eventuell mal mit 2 Spitzen spielen den Kiyo mehr in die Mitte nehmen und auch Mu spielen lassen.

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  • Naja. Leider Alexander, muss Dein Bericht natürlich aus den von Dir gesehen TV Bildern zustande kommen.

    So „gut“ war der Glubb nicht, im Gegensatz zu den Spielen davor gegen Gladbach und Frankfurt. Beides Gegner mit wesentlich mehr Qualität wie Hannover.
    Bei diesen Spielen wurde aber auch gerackert und vor allem: Gerannt!

    Wenn Du im Stadion gesessen wärst, dann hättet ihr das ganze Spiel über mit ansehen müssen, wie wenig Bewegung bei eigenem Ballbesitz der Glubb hatte. Da wurde nie schnell nach vorne gespielt. Jede noch so kleine Chance auf einen Konter wurde durch Warten auf den Sankt Nimmerlein selbst zunichte gemacht. Die Bewegung der Restmannschaft von hinten heraus war auf „Maximales Schneckentempo“ geschaltet.
    Das führte zu vielen Unmutsäußerungen und Pfiffen. Es mangelte eben nicht nur an der Laufbereitschaft sondern auch noch am fußballerischen 1×1. Warum Balitsch erneut mitspielen durfte, entschliesst sich mir nicht. Wieder war er desöfteren nicht fähig, seinen Mitspielern auf 3 bis 5m ein normales Anspiel zu geben.

    Das ganze war dann Live in etwa so anzuschauen, wie das Endspiel in Rom bei der EM 1980: 6 Mann stehen hinten und 4 Mann versuchen vorne „irgendetwas“. Wenn überhaupt. Meistens waren es eher zwei: Pekki und vielleicht noch Chandler.

    Mein Eindruck heute war derselbe, als weiland Hecking – ich glaube im Heimspiel gegen Lautern war das damals – versucht hat, ein anderes Spielsystem auszuprobieren:
    Wenig planvolles Agieren aller Mannschaftsteile bis auf Simons. Frantz zum Beispiel konnte sich nicht entscheiden, ob er jetzt zweiter Stürmer ist oder Pinola als offensiver Linksaußen beistehen muss. Das führte das eine oder andere Mal dazu, dass der stark verbesserte Pino alleine gegen zwei oder drei Hannoveraner war.

    Die typische Szene irgendwann in der 2. HZ als Kiyo alleine auf weiter Flur sich etwa 6 Hannoveranern gegenüber sah, in seiner Verzweiflung das einzig richtig machte: Er lief einfach quer diese Kette entlang. Nur: Leider kam keiner der Anderen ihm zur Hilfe, die standen alle noch seelenruhig in der eigenen Hälfte und beobachteten das Geschehen.

    Wenn man vor eigenem Publikum nur maximal trabend ein Heimspiel abliefert, dann grenzt das an ein Wunder, das man es tatsächlich dank einer Portion Nordtiroler Dusel, mit einem Punkt abschliessen kann.

    Ein Glück, dass unser Kader mittlerweile wirkliche Verstärkungen zulässt: Mu und Polter waren eine echte Bereicherung. Mu leitete dann auch gleich mit feiner Technik Chandlers Flanke auf Polter ein.
    Mak halfen bei seiner Körpergröße die meistens hohen Anspiele nicht weiter.

    Heute hatten leider einige Schlüsselspieler keinen guten Tag. Neben Balitsch waren das auch Feulner und Kiyo, der maßgeblich das 1:2 einleitete und dem auch manch anderer haarsträubender Ballverlust gelang.
    Klose war defensiv auch schon besser, aber dem kann man das natürlich ganz leicht verzeihen.

    P.S.: Wer hat Nilsson das Blei in die Schuhe getan? Den wenn ich erwische. 🙁

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    • Woschdsubbn: Warum Balitsch erneut mitspielen durfte, entschliesst sich mir nicht. Wieder war er desöfteren nicht fähig, seinen Mitspielern auf 3 bis 5m ein normales Anspiel zu geben.

      das erledigt sich vermutlich von selbst, wenn Ildiz richtig im Saft steht. Aber der war ja heute angeschlagen. Aber ich kann es kaum erwarten, mehr Spielkultur in die Zentrale zu bekommen…

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    • Woschdsubbn:

      Wenn man vor eigenem Publikum nur maximal trabend ein Heimspiel abliefert, dann grenzt das an ein Wunder, das man es tatsächlich dank einer Portion Nordtiroler Dusel, mit einem Punkt abschliessen kann.

      So hab ichs auch gesehen. Wenngleich dies sicherlich nicht am fehlenden Willen lag, sondern einfach an einem eher bescheidenen Tag einiger und mangelnder Gruppendynamik.

      Unser Club seltsam passiv nach dem starken Auftritt in Frankfurt. Hannover zudem seltsam ineffizient. Somit ein seltsam glücklicher Punktgewinn. Hat aber was mit hängendem Kopf heimzulaufen und dann völlig unvermutet den Jubel aus der Nordkurve zu hören und urplötzlich wieder gut gelaunt zu sein 😉

      Dass Hoffenheim sich schwer tut, in die Spur zu finden, ist natürlich prima. Hatte eigentlich mit einem Dreier für Hopp und sein Projekt gerechnet. Zehn Punkte sind wahrlich keine Garantie, aber ein ordentliches Polster, ohne großen Druck die noch fehlenden Punkte einzutüten. Vielleicht gar mit dem ein oder anderen beherzten Auftritt, der es heute leider nicht war. Kiyo stand heute neben sich. Kann passieren. Halb so wild. Ildiz hätte ich heute auch gerne gesehen, er hätte vielleicht das Spiel befruchtet.

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      • Frank,

        Ich würde gegen Stuttgart, Freiburg und Hoffenheim, den Plattenhart für Pinola spielen lassen und Hanno Balisch raus auf die Bank setzen, Robert Mak und Sebastian Polter in die Anfangself stellen so wie Kiyo und Mu zusammen spielen lassen.Den wir müssen nun auch 3 Punkte einfahren damit die Fans sehen da geht was.

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        • Klaus Günter,

          Mit so cielen Umstellungen kann ich mich nicht anfreunden. Das Risiko, daß das Zusammenspiel nicht klappt wär mir viel zu groß.
          Ich denk unsere Trainer machen das schon ganz gut.

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  • Auch ich tendiere, genau wie letzte Woche, zu 2 verlorenen Punkten. Wären die letzten beiden Spiele aber gewonnen worden, gäbe es schon wieder überall diese „Europapokal“-Gesänge. Da ist es vielleicht nicht das Schlechteste, dass die Fans auch auf dem Boden bleiben. Ein Punkt auf die Abstiegsränge gut gemacht, die Eichhörnchentaktik fruchtet also auch. Nächste Woche kommt aber der Abstiegsknaller Augsburg-Hoppenheim, da wird mindestens einer der beiden punkten, am besten wäre wohl beide. Da darf dann in den nächsten Wochen ruhig der eine oder andere 3er für den Club dabei sein.

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    • Claus: Da darf dann in den nächsten Wochen ruhig der eine oder andere 3er für den Club dabei sein.

      na am besten schon gegen Stuttgart. Denen haben wir ja schon einen Auswärtssieg geschenkt, damit sie ihren tollen Trainer behalten dürfen, da wollen wir jetzt eine Gegenleistung. Der tolle Trainer ist schließlich immer noch da…

      …wer hätte gedacht, dass er diesmal länger als eine halbe Saison durchhält :mrgreen:

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      • Optimist,

        ich hätte ja eigentlich gedacht, dass Stuttgart in Hoppenheim verliert und der Club nächsten Samstag mal wieder den Aufbaugegner für einen neuen Trainer spielen darf. Was Stuttgart da gestern abgeliefert hat, hat mir allerdings nicht wirklich Angst gemacht. Deswegen bin ich da ganz bei Dir: das nächste Auswärtsspiel gehört gewonnen, schon auch mit Blick auf das oben erwähnte Abstiegsduell. Es könnte ja auch sein, dass einer der beiden aus Versehen gewinnt.

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  • Irgendwie war dieses Spiel, wie es gelaufen ist, zu erwarten. Seit den letzten 2 Spielzeiten können wir erstaunlich gut mit negativem Druck umgehen. Jedesmal wenn Trainer und Team mit dem Rücken zur Wand stehen, punkten sie. Aber positiver Druck, also fast immer, wenn wir einen Schritt in der Tabelle nach vorn machen könnten, dann wirkt die Mannschaft gehemmt. Oft zeigen sich dann nur 3 / 4 Spieler in der Offensive, aber die defensive Grundhaltung führt auch nicht zu defensiver Sicherheit. Unsere Abspiele sind ja über die Saison nicht die sichersten, aber in diesen Spielen, bei denen etwas drin gewesen wäre, da hat man noch mehr Angst, dass unsere Abspiele Vorlagen für Gegenangriffe des Gegners werden. Auch gestern hatte ich wieder das Gefühl, dass die Mannschaft fast Angst vor ihrem eigenen Erfolg hat.

    Jetzt kommen zwei Spiele gegen Mannschaften auf Aufenhöhe, Stuttgart steht mit hinten drin, hat jetzt leider gestern 3 Punkte geholt, aber gegen Stuttgart haben wir oft gut ausgesehen, da sollte schon etwas drin sein.

    Danach kommt Freiburg, unser Angstgegner, die diese Saison einen Lauf haben, trotzdem ist Freiburg im Prinzip sicher nicht besser als wir. Auch wenn sie dieses Jahr auf den internationalen Plätzen stehen, vor Freiburg sollten wir keine Angst haben. Da ist langsam mal wieder ein 3er notwendig.

    4 Punkte sind eigentlich Pflicht in den nächsten 2 Spielen.

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  • In einem Punkt kann ich zustimmen, immer wenn der Club nicht unittelbar am Abgrund steht und der Verein einen Schritt nach vorne machen könnte, geht es regelmäßig schief. So war es schon in der Hinrunde, als man nach einem guten Saisonstart sogar vorne mit dabei war, eigentlich war es immer so.

    Können wir nur Abstiegskampf? Es ist wohl das Selbstverständnis beim FCN, daß alles darüber hinaus nicht unbedingt notwendig das Ziel ist.

    Gegen Stuttgart und Freiburg wäre ich mit 3 Punkten zufrieden und diese am liebsten gegen Freiburg einfahren. Es wird Zeit Freiburg mal diesen Nymbus des Angstgegners zu nehmen. Denke ich an Freiburg, haben sich mittlerweile eine Menge bescheuerte Erinnerungen angesammelt, zuletzt noch ein 0:3 im letzten Vergleich, da ist jetzt wirklich an der Zeit für positive Erlebnisse.

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  • Vielleicht hatte das hier beschriebene zögerliche nachrücken auch etwas damit zu tun das Hannover als eine der besten Mannschaften gilt,wenn es darum geht schnell um zu schalten und den Gegner aus zu kontern.

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    • Christian:
      Vielleicht hatte das hier beschriebene zögerliche nachrücken auch etwas damit zu tun das Hannover als eine der besten Mannschaften gilt,wenn es darum geht schnell um zu schalten und den Gegner aus zu kontern.

      Wenn das wirklich die Marschroute war, dann stehen wir wieder vor dem Problem, dass wir uns defensive Stabilität mit gravierender Schwächung der Offensive erkaufen. Bzw. dies zumindest versuchen, denn aufgegangen wäre der Plan angesichts zweier Gegentore, eines davon eben genau gemäß dem Muster, dem eigentlich vorgebeugt werden soll.

      Klar, man kann natürlich argumentieren, dass die Taktik nur nicht richtig umgesetzt worden ist, was in Anbetracht der großen Lücken und fehlenden Kompaktheit auch naheliegend ist (denn das war sicherlich nicht Vorgabe des Trainers, egal wie diese ausgesehen haben mag).

      Aber mir erschließt sich nicht, warum man diese Taktik hätte wählen sollen? Besonders in Anbetracht der Strategie, die man zuletzt auswärts gegen eine der Offensivstärksten Mannschaften der Liga gewählt hat. Und noch viel mehr, die man zwei Wochen vorher gegen eine Mannschaft verwendet hat, die das Umschaltspiel noch besser beherrscht, und damit auch erfolgreich war?

      Also da kann ich mir nicht vorstellen, dass es dann auf einmal heißt, tief stehen, den Gegner kommen lassen, und im Angriff die Absicherung nach hinten auf einmal die Devise ist.

      Da sehe ich es dann eher wie Armin, dass man einfach etwas gehemmt war, Angst vor der eigenen Courage trifft es eigentlich relativ gut…

      Ach ja, und nachdem wir es ja auch so mit Fehlentscheidungen usw. hatten…
      Wir dürfen uns diesmal ziemlich bedanken, ganz besonders, dass wir jetzt nicht über der dämlichsten Elfmeter der Geschichte diskutieren müssen (die Aktion von Chandler kurz vor Schluss). Und es gab auch schon Tore, bei denen eine passive Abseitsstellung sehr viel strenger ausgelegt wurde…

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  • Das zögerliche Nachrücken war sicherlich Marschroute. So tief sind Pinola und Chandler die ganze Saison noch nicht gestanden. Man wollte sich mMn nicht auskontern lassen. Was auch gar nicht so schlecht geklappt hat. Ging halt auf Kosten der offensiven Kohärenz.

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  • Und witzig auch – hatte ich so gar noch nicht am Radar:

    Bayern München bekam die ganze Saison bisher genau ein Gegentor auswärts (10 Siege, 1 Remis, 27:1 Tore). Natürlich vom Club.

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  • Jetzt könnte man argumentieren, dass Hamburg gegen Dortmund, die auch als Meister des Umkehrspiels gelten, erfolgreich war, weil man Dortmund schon früh angegriffen hat, früh unter Druck gesetzt hat. Natürlich ist Hannover mit seinen schnellen Stürmern gefährlich, gerade wenn man mit Pinola und Nilsson zwei Leute hinten drin hat, die nicht zu den schnellsten gehören.

    Aber klar ist auch, wenn man erst spät den Ballführenden angreift, dann ist der Weg zum eigenen Tor näher, vor allem aber bei Ballgewinn steht man noch relativ nah zum eigenen Tor, klappt dann der Spielaufbau nicht, dann ist der Gegner mit einem Pass, nach Ballgewinn, schon in aussichtsreicher Schussposition.

    Ich hatte eher den Eindruck, dass das nicht unbedingt die Marschroute war so tief zu stehen, sondern, dass eher bei den Spielern ein wenig Angst vor der eigenen Courage bestand. Man gegen Hannover gewinnen wollte, aber vor allem nicht verlieren wollte. Und das Ziel „nicht verlieren“ halte ich für weniger antreibend, eher ängstlich vor dem Versagen macht, als dass es Kraft gibt den Sieg unbedingt zu wollen.

    Ich hoffe Wiesinger schafft es den Spielern klar zu machen, dass das Gewinnenwollen ein positives Ziel sein sollte. Wenn man das dann in einem Spiel nicht schafft, dann ist das kein Beinbruch, sondern man sollte aus den gemachten Fehlern lernen und es im nächsten Spiel wieder versuchen, also wieder versuchen das nächste Spiel zu gewinnen.

    Ich denke das ist etwas was sowohl Klopp als auch Streich ihren Spielern immer wieder gut beibringen können und das führt dann auch zum Erfolg der Mannschaften.

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  • Sorry, dass ich das Thema noch mal als Zombie hervorholen muss: Den Glubb-Stadionnamen hat auch Arnd Zeigler gestern Nacht in seiner immer sehenswerten Sendung „Die wunderbare Welt des Fußballs“ thematisiert. Günther Koch war dazu Gesprächspartner und ansehbar ist das immer auch nach dem eigentlichen Sendetermin Sonntag nachts um 23:45 Uhr dann hier:

    http://www.wdr.de/tv/sport_zeigler/

    Arnds Schlußssatz zu diesem Thema trifft genau den Nagel auf den Kopf. Weshalb denn nicht ein „Max-Morlock-Stadion“ sponsored by Grundig? Das wäre ein Königsweg, der alle zufriedenstellen kann. Ich verstehe sowieso nicht, wo der Werbezweck eines Stadionnamens ist bzw. halte diesen für enorm gering. Im normalen Sprachgebrauch verwendet den eh kein Mensch. Google findet den Max Morlock Platz als Stadion Nürnberg, das Frankenstadion in Heilbronn (!) und noch immer das easy credit Stadion. Da bleiben einzig und alleine die wenigen Sekunden in der Sportschau beim Spielbericht: „Im xyz Stadion sahen x Besucher die Partie a gegen b“ oder so ähnlich heisst es dann da. Das haben die Leute noch schneller vergessen als die Inhalte jeder Tagesschau. Wo ist da ein Werbeeffekt?

    Im normalen Fan-Sprachgebrauch heißt das einfach „draußen“, „ich geh nauß“ oder „INS Stadion“. Früher hatte man „den Valznerweiher“.

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    • Woschdsubbn,

      …habs auch gesehen, die Idee fand ich auch nicht schlecht!
      Frankenstadion Heilbronn – da war ich doch schon mal, ich glaub gegen den TSF Ditzingen (Regionalliga) 300 Heimfans und ca. 3000 Glubberer!!!

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  • P.S.: Ist „gerliert“ eigentlich Absicht oder ein normaler Vertipper? Ist übrigens gleich der erste Treffer in der bekannten Suchmaschine. 😀

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    • Woschdsubbn:
      P.S.: Ist “gerliert” eigentlich Absicht oder ein normaler Vertipper? Ist übrigens gleich der erste Treffer in der bekannten Suchmaschine. :D

      Absicht. Eben ein Zwitter aus „Club gewinnt Punkt“ und „Club verliert Punkte“.

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  • Ich habe ein Interview von Wiesinger gesehen nach dem Frankfurtspiel, in dem er zwar lobte, daß seine Mannschaft in Frankfurt bis zum Schluß mit offenem Visier nach vorne spielte, ihm aber die Absicherung nach hinten gegen Ende zu wenig war, nach dem Motto das hätte in Frankfurt auch schief gehen können.
    Vielleicht wollte die Mannschaft das gegen Hannover besser umsetzen, ist aber dann ins andere Gegenteil gerutscht und stand dann zu tief.

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  • Also ich kann diesem „sponsored by“ so absolut gar nichts abgewinnen.

    Dann verbindet man die Tradition direkt mit dem Kommerz und das dann auch noch durch einen Anglizismus…

    Da ist mir Grundig-Stadion dann doch viel lieber… Für mich stellt sich da schon die Frage, was schlimmer ist: Einfach nur ein Namenssponsor, oder Vermischung der Tradition mit einem Namenssponsor.

    Und zum normalen Sprachgebrauch:
    Also in meiner Familie und Bekanntenkreis geht man schon immer einfach blos zum glubb…

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