Beziehungsstatus: Unangenehm

1:1 trennt sich der 1. FC Nürnberg im Heimspiel gegen den SC Freiburg – und zugleich von einigem anderen mehr.

„Auch Freiburg durchbricht die Club-Serie nicht“ titelt nahezu euphemistisch die FCN-Homepage und verweist dabei blumig auf den Umstand, „im neunten Heimspiel hintereinander ungeschlagen“ zu sein. Was man dabei nonchalant unter den Tisch fallen lässt ist, dass man dabei auch einen Haufen Punkte hat liegen lassen.

Die Rhetorik scheint sich zu wiederholen: Gekämpft habe man, viel gearbeitet, den Gegner ‚be’arbeitet, nicht für genug Entlastung habe man gesorgt, laufbereit und aggressiv sei man gewesen. Das sich selbst auferlegte Mantra des „unangenehmen Gegner“ mal wieder mit Leben erfüllt, unangenehm beginnt es aber nicht nur für den Gegner zu werden, sondern auch für den Fan und nicht zuletzt auch für die ehemals komfortable Ausgangssituation im Abstiegskampf – und um nicht mehr kann es mit solchen Leistungen in dieser Saison überhaupt gehen.

Ja, da kann man einwenden, dass die Gegner in der Rückrunde ja allesamt schwierig waren: Hamburg, Dortmund, Gladbach, Hannover, Stuttgart – allesamt Teams, die internationale Ansprüche anmelden, dann Freiburg und Frankfurt, zwei im Höhenflug diese Saison. Ach ja, da kommt dann Augsburg, die nen Lauf haben, auch entschuldbar, danach Schalke, die auch international wollen, wie danach Wolfsburg ja auch, und Mainz ist eh schwer und dann Bayern kann man abhaken und Fürth steht wie danach Hoffenheim mit Rücken zu Wand – immer schwer zu bespielende Gegner, ja und Leverkusen ist ne andere Hausnummer und Düsseldorf kann befreit aufspielen und Bremen ist eh immer ne Hausnummer. Und … ach ja, da ist die Saison vorbei. Der Club punktet sich mit seinen Remis vielleicht zum Klassenerhalt, vielleicht aber auch in einer Art Selbstzufriedenheit, die am Ende noch zum 1999 Revival führt – und auch diesmal wäre das wahrlich keine echte Überraschung. 16 Remis hatte man 1999 gehamstert, 10 hat man bisher schon am Konto, „Spitzenwert“ zusammen mit Gladbach. Aber ergonomisch ist der Aufwand, den man mal wieder betrieben habe, nicht, denn man braucht mit 3 Remis 270 Minuten harte Arbeit, bis man einen Ertrag erzielt, den man in 90 Minuten mit Mut und Spielwitz hätte erreichen können – doch davon ist der Club derzeit meilenweit entfernt.

Schade schade, muss man aus rein sportlicher Fairness sagen, hat der Aufwand und der Mut der Freiburger über 90 Minuten nicht mehr als zu einem Remis gereicht. Das ist bitter als Clubfan zu schreiben, ist aber schlicht die Wahrheit. Freiburg suchte in Nürnberg, also beim Auswärtsspiel, von Minute 1 an die Offensive, versuchte zu gewinnen. Der Club versuchte von Minute 1 an nicht zu verlieren. Und genau das ist der Unterschied derzeit, was Freiburg und Nürnberg derzeit nicht nur tabellarisch trennt. Nürnberg spielte heute keinen Fußball, Nürnberg versuchte maximal andere am Fußball-Spielen zu behindern – und das ist kein Vergnügen, weder für den Gegner noch dem Zuschauer. Der Club ist unangenehm, das mag ihn in einer Art Respekt verdienen lassen, aber es ist es auch für die Zuschauer, für die Fans, und das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Mag sein, dass der FCN diese Saison die Klasse hält, mag sein, dass auch ein Remis gegen Augsburg dazu einen Beitrag leisten könnte. Was aber heute schon klar zu sein scheint: Der Club hat diese Saison keinen Schritt nach vorne gemacht. Stillstand ist da eine wohlwollende Umschreibung. Der Club hat die Hecking-Devise des „unangenehm“ so verinnerlicht, dass man erfolgreich jeden Spielfreude bei sich selbst verbrämt hat. „Unangenehm“ als Erfolgsformel verdient auf Dauer weder Sympathien noch die Liga-Zugehörigkeit, unangenehm ist unansehnlich, wenn es so interpretiert wird, dass das Opfer dafür jede Art Offensiv-Bemühen in einem Heimspiel ist. Freiburg hatte deutlich mehr ernsthafte Torschüsse, gewann mehr Zweikämpfe, spielte doppelt so viele Pässe, hatte 1/3 mehr Ballkontakte, fast 60:40 Ballbesitz (im Auswärtsspiel!!), lief mehr, sprintete mehr – schlicht investierte mehr. Warum? Wie kann ein Verein, der noch vor kurzem mit dem Rücken zur Wand stand, so viel mehr einem Fußball-Spiel beisteuern als der Club?

Nein, wir werden nicht den Stab brechen, wir wissen ja wo wir herkommen. Aber wir dürfen auch ernüchtert sein, dass das was wir mit wenigen Ausnahmen zu sehen bekommen das Attribut „unangenehm“ redlich verdient. Natürlich hat man auch gesehen, dass Schiri Zwayer sehr kleinlich pfiff und so manche Szene gegen den Club entschied – außer in der entscheidenden, dem Elfmeter. Dennoch wird wohl kaum jemand ernsthaft davon ausgehen, dass die ein oder andere Entscheidung wirklich zu einem Vorteil des FCN gereicht hätte.

Natürlich ist der Nicht-Abstieg diese Saison oberste Prämisse. Und die Chancen sind nach wie vor gut, zudem Bremen bspw. noch reinrutschte, die damit sicher kaum a) gerechnet hatten und b) umgehen können – wie übrigens auch Wolfsburg, die trotz Chef-Nichtabsteiger Hecking immer noch zu rechnen scheinen, dass 9 Punkte zu Europa ja auch noch machbar sind – da kann man auch mal von Schalke zu Hause demontiert werden. Dennoch kann und darf dies nicht die Philosophie des FCN werden! Kein Zuschauer will 17 Heimspiele Remis sehen und in der Art und Weise wie heute. Der Glaube an die Zukunft muss über eine Spielphilosophie kommen! Freiburg darf sich auf einem guten Weg wähnen, der Club sollte in sich gehen und fragen, ob Pünktchen für Pünktchen wirklich alles legitimiert. Und darauf würde keiner derzeit mehr wetten, ob es so am Ende wirklich reicht … Die Zukunft? Unangenehm.

70 Gedanken zu „Beziehungsstatus: Unangenehm

  • Alexander, man merkt einen gewissen Frust aus Deinen Zeilen. Du magst auch in etlichen Ausführungen recht haben, aber… ( klar kommt das von mir.. 😉 )

    …Freiburg hat einen Lauf. Seit mehr als einem Jahr. Wie so ein Lauf aussieht haben auch wir anno 2006/2007 erlebt, als wir , trotz nicht so gutem Kader ,z.B der nordtiroler Trutzburg Widerstand leisten konnten.Ja, Freiburg spielte ausgeklügelter, mit dem Selbstbewußtseins des Laufes in der Hinterkopf. Trotzdem benötigten sie ein Abseitstor (?), wie es in Liga total demonstriert worden sein soll.Großartige Chancen sah ich auf beiden Seiten nicht. Der Vorteil der Freiburger bestand in dem „Eingespielt sein“. Nicht erst seit einem Jahr, nein, teilweise schon seit der Jugend. Lass den Freiburgern die wichtigsten Leistungsträger verlieren, wie es bei uns seit Jahren der Fall ist, wird das Gesicht Freiburgs wohl auch ein anderes sein.

    Es scheint, dass wir die letzten Jahre doch verwöhnt worden sind mit Spielern, die ein großes Potential haben. Ekici, Gündogan, Schieber, Didavi, Wolle, Hegeler, Reinharts, Nordtveit usw, Spieler, die wir auch häufig kritisiert haben und für lau kamen, mit denen heute eine ganz andere Qualität vorhanden wäre.Es ist müßig darüber nachzudenken, was wäre wenn. Fakt ist, es gelingt doch nicht jedes Jahr entsprechenden Ersatz zu bekommen.

    Wenn dann zu Beginn einer Saison das Klassenziel mit mindestens Platz 15 angegeben wird,wird teilweise darüber gelächelt. Aber demonstriert uns nicht die Mannschaft seit Meisterschaftsbeginn eben diese Zielvorstellung? Sind nicht Mannschaften wie Bremen, Hoffenheim, WOB, HSV usw , die eine finanzielle Hinterhand haben, die wir nicht besitzen ( oder besitzen wollen) deutlich weniger erfolgreich?

    Als Freiburg letztes Jahr auf die Jugend setzte, mit dem Wissen, absteigen zu können, hat das der gesamte Verein plus dem Anhang mitgetragen. Eine Situation, die es bei uns nie geben würde. Unser Anspruch ist es , in der 1. Liga zu spielen. Etwas anderes kann dem Glubbfan doch gar nicht zugemutet werden. Und diesem Ziel ist doch eigentlich alles untergeordnet. Und wir sind trotzdem noch auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Und dazu zählt jeder Punkt, da uns die Schwäche anderer Vereine in der ersten Halbserie diese konfortable Ausgangsposition eingebracht hat.

    Im Stadion habe ich heute zwei Bundesligavereine gesehen, die sich ihre Bundesligazugehörigkeit verdient haben und auch entsprechend spielten. Wie gestandene Bundesligisten des Mittelmaßes.Zwingend waren die Freiburger Ausgleichsbemühungen auch nicht gerade.Gefährliche Konter des Glubbs schienen ,im Stadion sitzend, wirklich durch die Pfeife des Unparteiischen andauernd unterbunden. Einige Male wurden erfolgversprechende Konter des Glubbs durch einen Pfiff wegen eines taktischen Fouls trotz weiteren Ballbesitzes unterbunden. Dadurch konnte sich Freiburg wieder aufstellen und die Möglichkeit des vorentscheidenden 2. Treffers war verpufft. Wäre da das zweite Tor gefallen, würde diese negative Stimmung nicht vorherrschen.

    Dass Freiburg mehr Ballbesitz hatte ist doch egal. Bei uns zählt doch eh nur das nackte Ergebnis. Gewinnt der Glubb sind viele glücklich. Das „wie“ interessiert doch kaum. Gewinnt er net , ist sogar das “ wieso nicht“ plötzlich wichtig. Es werden Spiele wie gegen Schalke letztes Jahr oder St. Pauli vor zwei Jahren als Belege angeführt , wie toll diese Spiele waren. Ganz ehrlich, das war auch nicht viel anders als das heutige. Mit dem Unterschied, dass nahezu jeder Schuss ein Treffer war. mit einer schnellen 2:0 oder 3:0 Führung spielt es sich einfach leichter….. oder mit dem Lauf ( wie bei den Freiburgern).

    Wir sind gut dabei. Auch letztes Jahr wurde ähnliches geschrieben. Es ist jedes Jahr dasselbe: Zu dieser Jahreszeit ist der Glubb quasi abgestiegen. Er spielt schlechten Fussball, der den Ansprüchen vieler Fans nicht genügt, der Trainer stellt eh die falschen Spieler auf bzw die Spieler sind eh nicht tauglich für die Bundesliga und sowieso ist Glubb eh der Depp. Doch scheint er sich dann wieder wie Phönix aus der Asche zu erheben.

    Einen realen EC fähigen Leistungsstand wird der Glubb noch einige Zeit nicht haben. Manchmal genügt auch schon ein Lauf einer Mannschaft. Diesen Lauf haben wir dieses Jahr nicht.

    Ich habe heute ein Zitat gelesen in einem anderen Forum eines anderen Vereins:

    “ Wäre Fussball so einfach wie wir Fans ihn machen, wäre jeder Verein Deutscher Meister.“

    Auch ich würde lieber einen Glubb sehen, der spielerische Brillanz versprüht, knackige Torschüsse zelebriert, den Gegner an die Wand spielt usw.Nur das wird noch einige Zeit dauern. Und solange muss ich mich mit Hausmannskost begnügen, die mal mehr, mal weniger gut gelingt. Und so übel ist sie in dieser Saison eigentlich nicht. Auch wenn dafür kein Stern vergeben wird….

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    • KUZ,

      Hallo KUZ,
      Mit damit triffst du voll ins Schwarze.

      Hierzu auch noch mal mein Artikel gestern Nacht im vorherigen Blog:

      Hallo Leute, wir sollten doch wirklich mal die Kirche im Dorf lassen.
      Was erwarten wir denn?
      „Unser“ Glubb spielt zwar nicht sehr erfolgreich, aber auch nicht so schlecht wie es manche darstellen.
      Mir ist es lieber -zwei Monate nach Hecking- die Punkte step bei step zu sammeln, als mit einem Hauruck- und Hurra-Fußball unterzugehen.
      Hierzu auch die (Anerkennung) auf Bundesliga.de:
      Zwei Serientäter und der unbesiegbare „Club“

      http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2012/0000243459.php

      Der Glubb hat seit 9 Spielen zu Hause nicht mehr verloren!!! So lange wie keine andere Mannschaft, nicht mal die Nordtiroler.

      Was soll denn MB machen?
      Teure Spieler holen, mit Geld das man nicht hat?
      Und, dass dies auch keine Sieggarantie ist, sieht man an Wolfsburg und Hoffenheim.

      Und was soll Wiesenhan machen? Alles umkrempeln?

      Wir wissen nicht, weshalb er Franz durchspielen lässt und Kio rausnimmt! Weshalb regen sich dann manche so auf? Ich gestehe jedem Menschen zu Fehler zu machen, und so wird es auch bei Wiesenhan sein. Wenn die alles richtig machen würden, wären sie Götter. Und Götter bekämen göttliche Gehälter, also müssten wir die wieder ziehen lassen und von vorne beginnen.

      Im übrigen bin ich u.a. ein Befürworter von Platte, denn der bringt Schwung nach vorne, kann ordentlich flanken und bis auf wenige Ausnahmen, hervorragende Ecken reinschlagen. Der Junge hat Zukunft.

      Wer jetzt schon wieder nach Pino ruft, hat wohl vergessen, dass er sich in seinen Spielen nicht nur einen Fehler geleistet hat und meist zu langsam war.
      Wir können von Glück reden, dass er heute nicht dabei war, sonst hätten wir womöglich noch verloren.

      Auch Esswein kommt langsam in Fahrt, und mit Ilditz, Dabalni, Mu, Ko und Feulner kann wirklich noch was werden.
      Lasst die nur mal öfters zusammenspielen.

      Vergessen sollten wir auch nicht Mendler, Hlusek, Rakovski und Gebhard.
      Alles junge Leute, die bei uns und für unseren GLUBB eine große Zukunft haben werden.
      Wenn diese Jungs einmal 2, 3 oder 4 Jahre zusammenspielen (ohne dass die wieder weggekauft werden) sind wir wieder (fast) unschlagbar.
      Und dann, aber erst dann sind wir reif für Europa.

      Also seid nicht ungeduldig.

      „Alles kommt zu dem der warten kann!“

      Wünsche uns am Freitag natürlich einen Sieg gegen die Fuggerstädter.

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  • Oh Alexander,

    sonst bin ich ja immer nahe bei Dir, was Deine Einschätzungen angeht, nur heute frage ich mich, ob die berühmte Nacht drüber schlafen Deinem Artikel nicht an einigen – wenigen! – Punkten gut getan hätte…

    „(…) vielleicht aber auch in einer Art Selbstzufriedenheit, die am Ende noch zum 1999 Revival führt (…)“

    Erst eine oder zwei Wochen ist es her, da wir mal wieder festhalten konnten, dass die Mannschaft nicht liefern kann, wenn es mal der eine Schritt nach oben sein könnte – dass die Mannschaft aber in den letzten Jahren sehr wohl wusste, sich zusammenzureißen! Vielleicht sieht am Freitag Abend die Welt dahingehend schon wieder ganz anders aus?

    „‚Unangenehm‘ als Erfolgsformel verdient auf Dauer weder Sympathien noch die Liga-Zugehörigkeit (…)“

    Hier muss ich ebenso schmunzeln, wie wenn Herr Veh nach einer Niederlage gegen Gladbach die destruktive Arbeitsweise des Gegners beklagt. Sympathien sind die eine Sache, aber Liga-Zugehörigkeit definiert sich nach wie vor über Punkte (und TORE, auch wenn die bei unserem Club nicht in Masse fallen). Und hier ist und wird es immer so bleiben, dass der Erfolg einem Recht gibt. Wenn Nürnberg es auf diese Weise schafft, das 4. Jahr BuLi zu bestehen, dann bitte.

    „Wie kann ein Verein, der noch vor kurzem mit dem Rücken zur Wand stand, so viel mehr einem Fußball-Spiel beisteuern als der Club?“

    Dass der Vergleich mit Freiburg aufgrund des Spiels nahe liegt, versteht sich. Aber doch nicht darüber hinaus? Frei aus dem Gedächtnis zitiert, aber wie viele Spieler von Freiburg sind dort ausgebildet worden und stehen in der ersten Elf, heute und in den Spielen zuvor? Die Breisgau-Brasilianer haben ihre attraktive Spielweise doch nicht über Nacht entdeckt, und Streich kann mit seinen Jungs so erfolgreich spielen, weil der seit Jahren dort den Stiefel eintrainiert. Von Wiesinger und Reutershahn werde ich das in der Saison nicht mehr einfordern.

    „Was aber heute schon klar zu sein scheint: Der Club hat diese Saison keinen Schritt nach vorne gemacht. Stillstand ist da eine wohlwollende Umschreibung.“

    Und selbst wenn es tatsächlich so sein sollte am Ende, ist ein Jahr Stillstand in Liga 1 nicht noch immer okay auf dem Weg in eine spielerisch bessere Zukunft, angesichts dessen, wo wir herkommen?

    „Der Glaube an die Zukunft muss über eine Spielphilosophie kommen!“

    Versöhnliche Worte 🙂 und wie geschrieben wette ich weiterhin darauf, dass uns auch die Hamster-Taktik in diesem Jahr noch ans Ziel führen wird!

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    • So, nun mal etwas auf euch eingehen:

      tomcat07: sonst bin ich ja immer nahe bei Dir, was Deine Einschätzungen angeht, nur heute frage ich mich, ob die berühmte Nacht drüber schlafen Deinem Artikel nicht an einigen – wenigen! – Punkten gut getan hätte…

      Hab mir mein Geschreibsel heute natürlich noch mal durchgelesen und bin eigentlich überrascht, wie sachlich ich das formulier habe. :mrgreen:
      Im Ernst, ich empfinde meine Ausführungen doch sehr differenziert – natürlich könnte man da was reinlesen, aber im Gesamtkontext meiner schreiberischen Aktivitäten sehe ich da keinen Bruch, eher einen ansteigend kritischen Ton, der aber auch ob der gezeigten Leistungen verdient ist.

      Fakt ist, dass wir punkten und das auch honoriert wird – gerade auch von mir, aber auch hier im Artikel. Klassenerhalt ist ja kein Schimpfwort sondern Saisonziel. Was kritisiert wird ist auch nicht das fehlende Arschwackeln vor dem 5:0, sondern das wir keine Offensiv-Philosophie haben und augenscheinlich auch wenig Notwendigkeit darin sehen. Das ist bei einem Auswärtsspiel in Dortmund vollkommen legitim, das kann man auch noch in Frankfurt richtig überzeugend finden (da dort auch die Kontertaktik passte), aber gegen Freiburg in einem Heimspiel? Schon von der ersten Minute an stand der Club tief und Freiburg war brutal dominant. Die Aussage „Aber große Chancen hatten sie nicht!“ unterstreicht doch nur den Eindruck, dass man nur die Absicht hatte hinten dicht zu machen. Für mich sah das aus wie wenn Indianer gegen Cowboys sich mit nominell gleichstarken Truppen gegenüberstehen, dann zum Kampf aufeinander zurasen und sobald die Ebene erreicht ist drehen die Cowboys (der Club) ab, bildet eine Wagenburg und freut sich, dass die Indianer so doof sind anzugreifen und man selbst lange genug durchhält bis die Indianer müde sind oder man selbst mit einem Glücksschuss die Schlacht gewinnt. Ok, dann am Ende hakt der Vergleich. Aber so kommt mir das vor.

      Nein, ich werde der letzte sein, der spielerische Brillianz einfordert oder gar „lieber offensiv untergehen als einigeln“. Ich schätze unsere taktische Disziplin und Zweikampfstärke sehr, wenn es gegen übermächtige Gegner geht, aber doch nicht gegen Freiburger, die doch – bei allem Respekt – einer der Gegner ist, gegen die man zu Hause den Anspruch haben muss gewinnen zu wollen. Oder anders: Gegen wen denn sonst? Und genau den Eindruck gewann man im ganzen Spiel nicht. Die ersten Minuten mag man noch als „verschlafen“ entschuldigen, dann geht man glücklich in Führung, könnte also jetzt mit der Führung im Rücken versuchen das Spiel zu entscheiden, Ruhe reinbringen, aber so wie der Club das machte war doch nur eine Frage der Zeit, bis man mindestens den Ausgleich kassiert. Wie belschanov sagte: Wie viele Spielzüge haben wir im ganzen Spiel eigentlich gehabt, die die Attribute „Spiel“ und „Zug“ (im Sinne von aktivem geplanten Handeln) denn verdienten?

      Nein, ich werde ganz sicher nicht den Stab brechen, ich weiß wo wir herkommen, ich weiß wie schwer die Liga ist, ich hatte nie die Illusionen, dass es nach oben gehen könnte, bin also nicht „ent-täuscht“. Aber es fällt mir schwer so einem Spiel wie gestern etwas Gutes abzugewinnen, da sehe ich eindeutig mehr die 2 verlorenen Punkte als den „gewonnenen“. Augsburg (ohne die jetzt in den Himmel zu heben) rückt von hinten an und spielt nach vorne mit Herz und Leidenschaft, das sollte uns nicht neidisch machen, aber der Gefahr gewahr werden, dass wir noch sehr schnell wieder ganz heiß unten reinrutschen können – und dann jammerst du den verlorenen Punkten aber richtig nach. Nicht der verpassten Chancen wie in Frankfurt, das war auch bisschen Pech und ein guter Trapp, da hat man auch wirklich alles probiert. Aber solchen Auftritten wie Hannover und Freiburg, wo man einfach mehr Mut und Spielidee hätte abrufen müssen.

      Oder anders: Wenn man mit der gleichen Leidenschaft und Entschlossenheit nach vorne arbeiten würde, wie man das bisweilen nach hinten tut, wären vielleicht mehr Spiele verloren gegangen, aber wir hätten vielleicht mehr Punkte am Konto. Gestern wäre es wert gewesen die Führung zu „investieren“ und damit im Rücken auf den zweiten Treffer zu gehen, statt sich hinten reinzustellen und zu hoffen, dass das gut geht. Es ging nicht gut. Aber auch klar ist: Hätte man auf das 2:0 gespielt und in der 83ten den Ausgleich per Konter gefangen, hätten auch alle gemosert. 😛 Aber zwischen der 33ten und vielleicht der 60ten Minute hätte man es doch wenigstens versuchen können.

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      • Alexander | Clubfans United,
        Gegen wen man diese Saison sonst gewinnen sollte? Gegen Augsburg, Hoffenheim, Fürth, Bremen, Wolfsburg und Düsseldorf. Die spielen nämlich diese saison auf unserem Niveau. Die Freiburger sind im Moment einfach besser als wir in Sachen Torverhinderung. Insofern war da ein Unentschieden das, was man erwarten konnte.

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        • Beate60,

          Das Dumme ist, dass wir da fast durchweg auswärts antreten dürfen.
          Ab Freitag werden wir näheres zu unseren diesbezüglichen Möglichkeiten wissen.

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          • BSE08,

            Selbst wenn dann bei den von mir genannten Vereinen auswärts immer nur ein Unentschieden rauskäme und gegen Fürth und Bremen ein Sieg wären das für uns noch zu holende 10 Punkte. Gegen Schalke oder Leverkusen könnte ja zu Hause auch was rauskommen, wenn man an die letzten Jahre denkt. Und damit wäre die Mission Klassenerhalt geschafft. Also alles im grünen Bereich.
            Klar Augsburg muß ernst genommen werden am Freitag. Aber das trau ich den Jungs unter Wiesehahn zu mit der Art wie sie im Moment spielen.

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        • Beate60:
          Alexander | Clubfans United,
          Gegen wen man diese Saison sonst gewinnen sollte? Gegen Augsburg, Hoffenheim, Fürth, Bremen, Wolfsburg und Düsseldorf. Die spielen nämlich diese saison auf unserem Niveau. Die Freiburger sind im Moment einfach besser als wir in Sachen Torverhinderung. Insofern war da ein Unentschieden das, was man erwarten konnte.

          Zwei Probleme dabei: 1. muss man dann auch wirklich gewinnen (und zwar „MUSS“) und 2. ist nicht auszuschließen, dass die auch woanders Bonuspunkte sammeln und man dann noch mehr „MUSS“. Nur… wie wollen wir ein Spiel eigentlich gewinnen, dass wir gewinnen müssen? Mal im Ernst. Das erinnert mich dann nämlich doch frapierend an den Abstieg 2008, da hätte man ja auch „nur“ noch gegen Schalke am Ende gewinnen müssen. Oder wenigstens in Berlin am 33. Spieltag, die waren ja auch nicht gerade unbezwingbar. Nur: Wenn man das ganze Jahr keinen Plan hat, wie man ein Spiel gewinnen kann, dann wird das auch mit allem Wollen nicht besser, wenn man gewinnen muss. Und daher halte ich die Strategie, einzig auf die Karte „schwer besiegbar zu sein (und mit etwas Glück und einer Standard auch mal nen Dreier mitzunehmen)“ für ein Saisonkonzept zu dünn.

          Auch wenn das nun mancher gern drin lesen möchte: Ich mache hier keine Generalabrechnung mit dem Gesamtkonzept. Ich sehe nur eine Entwicklung, die sich irgendwann mal von selbst ergibt: Man tut das, was man am besten kann und womit man zum gewünschten Erfolg kommt. Erfolg war lange Zeit eben so definiert: Überleben. Und was man am Besten konnte ist eben nach hinten arbeiten. Aber auch wenn das diese Saison nochmal klappen sollte: Es ist eine gefährliche Sache nur auf diese Karte zu setzen. Erstens ist nicht immer gesagt, dass dann auch 3 jedes Jahr schlechter sind und zweitens ist das kein Weg, der auf Dauer Fans ins Stadion zieht (und auch gute Spieler ins Team). Ein Kiyotake hat sich sicher Fußball in Europa etwas attraktiver vorgestellt als 90 Minuten Maloche. Natürlich muss Kiyo noch besser in der Rückwärtsbewegung werden, aber ein Kiyo wie auch Esswein werden (da lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster) ganz anderen Fußball spielen können, wenn die gesamte Mannschaft nicht nur nach hinten kollektiv denkt, sondern bei Ballbesitz auch nach vorne.

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          • Alexander | Clubfans United,

            Da bin ich ja bei dir. Auf Dauer sollte sich da schon mal was entwickeln. Nur denk ich, Wiesehahn werden erst nächste Saison zeigen können, was sie wirklich drauf haben.
            Im übrigen frag ich mich, weshalb Magath so oft in unserem Stadion sitzt. Als Drohung für Spieler, die sich nicht genug reinhängen?

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            • Beate60,

              Beate,der Magath sitzt deswegen im Stadion,weil er für einen privat Sender als Experte momentan arbeitet.

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      • Alexander | Clubfans United: Was kritisiert wird ist auch nicht das fehlende Arschwackeln vor dem 5:0, sondern das wir keine Offensiv-Philosophie haben und augenscheinlich auch wenig Notwendigkeit darin sehen. Das ist bei einem Auswärtsspiel in Dortmund vollkommen legitim, das kann man auch noch in Frankfurt richtig überzeugend finden (da dort auch die Kontertaktik passte), aber gegen Freiburg in einem Heimspiel? Schon von der ersten Minute an stand der Club tief und Freiburg war brutal dominant. Die Aussage “Aber große Chancen hatten sie nicht!” unterstreicht doch nur den Eindruck, dass man nur die Absicht hatte hinten dicht zu machen. Für mich sah das aus wie wenn Indianer gegen Cowboys sich mit nominell gleichstarken Truppen gegenüberstehen, dann zum Kampf aufeinander zurasen und sobald die Ebene erreicht ist drehen die Cowboys (der Club) ab, bildet eine Wagenburg und freut sich, dass die Indianer so doof sind anzugreifen und man selbst lange genug durchhält bis die Indianer müde sind oder man selbst mit einem Glücksschuss die Schlacht gewinnt. Ok, dann am Ende hakt der Vergleich. Aber so kommt mir das vor.

        das sehe ich anders: Freiburg ist eine der stärksten Auswärtsmannschaften. Das liegt v.a. daran, dass die meisten auf die Freiburg-Falle hereinfallen. Frühe Balleroberung und dann den Konter setzen. Wir haben versucht, das zu vermeiden. Das ist uns gelungen, aber mit dem Resultat des gesehenen Spiels. Daher auch der geringe Ballbesitz. Ich glaube die Taktik war, Freiburg wie im Heimspiel spielen zu lassen. Da sind sie nämlich weniger gefährlich und das kommt unserem Spiel eher entgegen. Du hast doch die Freiburg-Analyse gelesen, bei Spielverlagerung. Was da von einer Mannschaft gefordert wird, können wir nicht anbieten, damit laufen wir ins offene Messer. So gesehen: Punkt gewonnen.

        Die Spielweise hat mir auch nicht gefallen, aber ich kann sie nachvollziehen. Die spielerische Entwicklung kommt schon noch, das dauert, bis das Hecking-Virus ausgeschwitzt ist….

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  • Nein Alexander, diesmal find ich siehst du das alles zu negativ. Ich seh, ich bin mittlerweile die Dritte (hab das Ganze erst mit Word verfasst, weil ich da meine Schreibfehler besser erkenn. Trotzdem mute ich dir meine Gedanken jetzt auch noch zu.
    Ich hab mir extra das Spiel noch einmal auf LigaTotal angesehen. Und muß als Fazit ganz klar sagen, vor dem Fernseher sitzend kann man viele Szenen gar nicht richtig einschätzen, weil die zwischendrin Wiederholungen zeigen, die Totale auf einen Spieler halten, nur Ausschnitte zeigen, Streich zeigen, wie unser Torwarttrainer auf die Bank geschickt wird zeigen … Das Spiel geht da jedoch auch weiter und vor allem eben nicht nur zwischen den Spielern, die grade gezeigt werden.
    Andererseits sieht man manches viel genauer bei einigen Schiripfiffen hat der Reporter einfach mal behauptet, man sähe zwar kein Foul auch nicht in slow motion, aber da wäre der Blickwinkel halt falsch und der Freiburger Spieler ganz sicher am Bein betroffen worden, sonst wäre er ja nicht gefallen wie er gefallen ist. Schwalbe wurde damit ausgeschlossen. Das machen ja nur unsere Spieler und insbesondere Frantz.
    Bei einigen Szenen konnte der Reporter auch nicht mehr anders als zu sagen, daß der Schiedsrichter falsch liegt, u.a. bei zwei wichtigen Szenen bei Frantz (bei der 2. Kriegt es Gelb nach erfolgreicher Balleroberung und ein möglicher Angriff wird damit im Keim erstickt). Und wiederholte mehrmals die Vermutung, daß der Schiedsrichter wohl etwas wegen dem Handelfmeter gutmachen wollte.
    Interessant ist übrigens, daß, als das Tor fiel, der Freiburger Spieler, dessen Schuß Schäfer noch halten konnte, im Moment der Ballabgabe im Abseits stand. Zumindest fand das wohl LigaTotal so, weil sie die Szene ein paar Minuten später (anstatt das Spiel zu zeigen) einblendeten und der Reporter minutenlang darüber sprach anstatt vom weiteren Spielverlauf zu berichten und darauf verwies, daß das dann nach dem Spiel sicher noch genau analsiert werde. Da hätte mich interessiert, was im Studio später dazu gesagt wurde.
    Würde vielleicht Essweins Passivität erklären. Vielleicht hat er gestoppt, um diese Abseitsfalle zu ermöglichen und kam dann nicht schnell genug in Tritt? Andererseits fiel mir beim Betrachten des Videos auf, daß er öfter vor dem Strafraum abgebremst hat. Klar, die anderen Schüsse waren erfolglos, aber er müßte doch immer damit rechnen, daß der Ball durch einen Abpraller wieder ins Spiel kommt. Da müßte er vielleicht noch konsequenter sein, beim Verteidigen bis vors Tor mitzumachen.
    Hier möchte ich lobend Esswein erwähnen. Der hatte ein paar wirklich tolle Szenen. Bei einer geht er innen immer mehr zur Seite und der Reporter meint schon, er traue sich nicht abzuschließen und dann wird sein wirklich guter Schuß von Baumann geklärt.
    Als das Gegentor fiel sah Plattenhardt da beim ersten Schuß auf Schäfer auch alt aus, ließ sich ausspielen und war seltsamerweise 😀 auch in der Mitte (etwas was Pinola ja sonst immer gnadenlos vorgeworfen wird ).
    Ich will Plattenhardt da gar keinen Vorwurf machen. Er hat keine Spielpraxis, da ist es normal, daß noch nicht alles klappt. Aber letztlich hat er nicht viel anders gespielt als Pinola. Vielleicht so wie Pekhart und Polter. Beide unterscheiden sich momentan nicht viel. Man könnte Plattenhardt dabei zu Gute halten, daß es sein erstes Spiel war seit langem und Pinola eben eingespielt ist. Aber angesichts der Tatsache, daß Plattenhardt eben auch öfter in der Mitte aufgetaucht ist, könnten das auch Vorgaben des Trainers sein, diese Wege zu gehen.
    Bei manchen Szenen mußte auch der Reporter zugestehen, daß zwar gefoult wurde, aber nicht vom Nürnberger, sondern vom Freiburger. Nicht wenige Freistöse danach führten zu torgefährlichen Szenen. Zum Glück hat Nürnberg eine Serie gehalten, die offenbar so keiner außer dem LigaTotalReporter kennt: wir haben noch kein Tor kassiert durch Freistoß oder Eckball in dieser Saison. Und das blieb auch heute so. Und laut LigaTotalReporter ließ Schäfer auch noch keinen Fernschuß ins Tor.
    Bei einer Szene bekam Polter einen aussichtsreichen Ball an die Mittellinie. Wenn er da durchgestartet wäre, wäre er durch gewesen. Ich hab mich beim Spiel gewundert, woran das lag. Jetzt weiß ich es: er wurde vom Gegner gehalten und der Schiedsrichter hat es nicht gesehen, obwohl der im Gegensatz zu mir auf der Seite stand, wo man es hätte sehen können.
    Das zu der Frage, ob der Schiedsrichter mit seinen Pfiffen nach seinem sicher diskussionswürdigen Handelfmeter, Szenen verhindert hätte, die auc h einer torgefährlichen Szene hätten führen können: eindeutig ja.
    Der Elfer ist aber auch nur diskussionswürdig, weil die Schiedsrichter diese Saison die Fahrlässigkeit bei einer Handbewegung auch schon strafen . Der Ball fliegt eindeutig in Richtung des Spielers und der Spieler springt mit sehr hoch erhobenem Arm vorbei und kriegt den Ball vom eigenen Spieler (unmittelbar hinter ihm stehend)an den Arm geköpft, wobei er sich a) umschaut und b) zumindest s e h r langsam und sehr breit mit ausgebreiteten Armen wieder am Boden landet. Also es ist möglich, daß der Schiedsrichter uns den Elfer auf jeden Fall gegeben hätte, weil er es als aktive Handbewegung zum Ball sah.
    So jetzt zur Frage der Spielschwäche:
    Am Anfang des Spiels (die erste Viertelstunde) befürchtete ich Schlimmes. Es gab auch einige Szenen zum Haareraufen (u.a. ein Freistoß von Klose ins Nichts). Was mir da in dieser Unsicherheitsphase viel mehr aufgestoßen ist im Stadion, war, daß bereits nach 5!!! Spielminuten von unseren Rängen gezielt gepfiffen wurde bei Fehlern der eigenen Spieler. Auch der LigaTotalReporter hat sich in dieser Phase gewundert, wie ungeduldig bei uns das Publikum ist.
    Nach dem Elfer waren wir wirklich gut im Spiel. Und das schreib ich auch dem Publikum mit zu. Mit Franconia Fantastica und Immer wieder FCN gelang es den Ultras auch die Gegengerade zum Mitsingen zu motivieren und es war eine sehr dichte Stimmung. Ich bin sicher, da sprangen gegenseitig Funken zwischen uns und Spielern. Wär ein Appell an die Ultras doch einmal ihr Konzept zu überdenken, daß nur wichtig ist, daß sie gute Stimmung machen oder ob es dem Spiel insgesamt nicht besser bekäme, wenn sie zumindest die übrige Nordkurve und die Gegengerade zum Mitmachen motivieren könnten mit entsprechenden Gesängen und Rufen.
    Aber auch mal ein Appell an die Männer der Gegengerade, die manchmal über den Singsang der Ultras klagen und wieviel besser es war früher mit Nürnberg, Nürnberg Rufen. Ich hatte heute zufällig neben mir einen stimmgewaltigen Mann sitzen, der wiederholt eben genau diese Rufe anstimmte. Aber es machte kaum einer mit. Nur weil man einen Sitzplatz hat, ist man doch nicht stimmlos. Allerdings sind wir Frauen da doch benachteiligter, weil unsere Stimme weniger Power hat.
    In der Phase als das Gegentor fiel war das Publikum nur noch wütend, pfiff den Schiedrichter aus, weil der so grauenhaft pfiff. Auch das war eine sehr dichte Atmosphäre. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das alle Spieler am Feld wirklich unterscheiden können, daß diesmal nicht ihre Leistung gemeint war, weil da wegen der Schiedrichterpfiffe ja auch bei ihnen nicht viel klappte. Und die Freiburger immer den Ball bekamen.
    Und ein anderer Eindruck aus dem Stadion hat sich mir auch bei LigaTotal bestätigt: Kiyotake ist manchmal einfach zu lässig bei seinen Zuspielen.
    Und Frantz hatte gerade in Halbzeit 2 ein paar gute Szenen, wo er sich gut durchgesetzt hat und durchaus torgefährliche Szenen initiiert hat. Daß die nicht zum Tor führten, lag nicht nur an ihm, sondern auch daran, daß manche Mitspieler mit seinen guten Zuspielen nichts anzufangen wußten. Und er hat keinen guten Stand seit seiner Schwalbe: selbst dem Reporter fiel das auf, daß immer gegen ihn entschieden wurde und er verwies eben auf diesen Zusammenhang.
    Ich frag mich, ob so ein Phänomen, daß mehrere Schiedsrichter nach einer bestimmten Aktion, in der ein Spieler sich fehl verhalten hat, dann ihn besonders negativ pfeifen, in Schiedsrichteranalysen auch mal besprochen wird. Oder ob die das alle korrekt finden. Ist ja nicht nur bei ihm so. Es gibt immer wieder bestimmte Spieler, die von vielen Schiedsrichtern besonders streng behandelt werden. Pinola ist da auch ein Kandidat.
    Und nein Teeblattabstieg sei beruhigt: ich kenn keinen persönlich und hab im Gegensatz zu dir auch keine Ahnung wie viele Tatoos ein Spieler hat. Und es macht mir solange sie Leistung bringen im Gegensatz zu dir auch kein Problem, daß sie mehr Geld verdienen im Monat als ich im ganzen Jahr. Ich teil euch nur meine subjektive Sicht der Dinge mit. Genau wie du, nur nicht so beleidigend.
    Und last not least Gesamtbeurteilung des Spiels: es war kein gutes Spiel, aber die vielen Fehlpässe, Ballverluste und fehlender Spielaufbau waren eindeutig der Stärke der Freiburger, den Spielaufbau der andern schon ab der ersten Ballannahme zu zerstören, geschuldet. Die gehen so konsequent zu mehreren auf den ballbesitzenden (führend kann man ja gar nicht sagen) Spieler und stellen so gekonnt die Räume zu fürs Abspiel, daß ich da vor allem am Anfang wirklich noch einmal nachgezählt hab, ob da je 10 Spieler beider Mannschaften auf dem Platz sind. Und das führt u.a. dazu, daß dem ballbesitzenden Spieler gar keine Möglichkeit gegeben wird, den Ball präzise zu flanken oder z.B. auf die andere Seite zu spielen und damit das Spiel breit zu machen.
    Unsere Jungs machen das auch gut, aber nicht ganz so perfekt. Deshalb und weil der Schiedsrichter gepfiffen hat wie er gepfiffen hat, haben die Freiburger mehr gute Szenen gehabt aus dem Spiel heraus und mit Spielen, die zu Freistößen oder Eckbällen führten als unsere. Und deshalb sind die Freiburger momentan zurecht in den Europaliguerängen. Und wir nicht. Aber soviel schlechter als sie sind wir nicht wirklich. Das trau ich Wiesehahn durchaus zu, daß sie da auch noch besser hinbekommen z.B. bei intensiven Trainungswochen in der Sommerpause.
    So, das war jetzt eine lange Analyse. Meiner Schlaflosigkeit geschuldet (nicht wegen des Spiels 😀 ) und sicher auch nicht immer so fachlich korrekt (dafür bin ich zu sehr Laiin und Theoretikerin). Ich hoffe, ich wird jetzt dafür nicht zu sehr abgewatscht virtuell.
    Das find ich übrigens auch nicht okay Optimist, daß du Teeblattabstieg mit Haue drohst: keine Gewalt weder vor Ort noch virtuell. 😀

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    • Beate60: Als das Gegentor fiel sah Plattenhardt da beim ersten Schuß auf Schäfer auch alt aus, ließ sich ausspielen und war seltsamerweise auch in der Mitte (etwas was Pinola ja sonst immer gnadenlos vorgeworfen wird ).

      Fand ich insgesamt eine sehr lesenswerte Sicht der Dinge! Aber zu Platte/Pino sah ich doch einen Unterschied: Als Pinola dort stand, war dort kein Gegner und er versuchte sich in einer kuriosen Flugkopfballrettung. Sein Gegenspieler stand dort, wo Pinola hätte stehen müssen, blank, und machte das Tor. Platte hatte aber beim Gegentor am Samstag eingerückt und war am Mann, der sonst blank gestanden hätte, das war so schon korrekt, dass dann ein nachgerückter Außenverteidiger da steht, ist eine Aufgabe des linken Mittelfeldspielers – Esswein.

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  • So langsam scheint doch die Stimmung bei den Fans zu kippen, was die Eichhörnchentaktik angeht, das liest man auch auf anderen Blogs, wo ein „wieder nicht verloren“ lange als Erfolg gefeiert wurde. Aber so leicht scheint es nicht zu sein, das Heckingsche Antispielsystem zu überwinden, und vieleicht braucht es dafür wirklich auch andere Spieler, wobei in dieser Beziehung Hoffnungsträger Kiyotake erfolgreich auf das derzeitige Clubniveau gebracht wurde. Aber auch dafür können wir uns noch bei Dieter Hecking bedanken. Ich kann mich noch an Kommentare von Hannoverfans erinnern, die genau diesen Stimmungswandel so prophezeit haben, als wir alle noch begeistert von der Heckingschen Defensivstabilität waren.
    Fazit: Ich glaube nicht, dass das System Hecking noch in dieser Saison durchbrochen wird, aber es wird zum Klassenerhalt führen, da bin ich mir relativ sicher. Es bleibt also nur die Hoffnung auf die nächste Saison, wenn die Karten neu gemischt werden und Wiesehahn oder wer auch immer (war schon interessant, wer da gestern so alles im Stadion war) eine komplette Sommervorbereitung haben, um auch mal FußballSPIEL zu üben. Wobei ich einen Felix Magath allerdings nicht nochmal als Clubtrainer sehen möchte.

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  • Servus, die erste Überraschung bei der Mannschaftsaufstellung,Pinola saß auf der Bank Plattenhardt spieltewarum Mike Frantz im Anfangskader stand war mir schleierhaft. Die erste Halbzeit war nach 13 Minunten und den 1:0 mehr drin,man hätte die Torchancen besser verwerten müssen. In der 2 Hälfte wurden wir zu fahrlässig und leider auch der Schiri tat seines dazu,er hat so ein Mist gepfiffen und seine Endscheidungen waren hanebüchen,so wird noch nicht mal in den unteren Klassen gepfiffen. Aber wie gesagt es war wiedermal eine Bettelei um den Ausgleich und ein kollektiver Schlaf in der Abwehr, ich wünsche mir mal das Raphael mit seinen Abwehr recken Tacheles redet und auch im Spiel sie zusammen staucht wie Oli Kahn es früher gemacht hat in seiner aktiven Zeit. Nun müssen wir uns schnellsten sammeln und am Freitag in Augsburg 3 Punkte holen
    es wird schwer werden,den sie haben momentan einen soliden Lauf. :roll ,

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  • Alexander Bravo, der Artikel trifft den Kern und ist gut geschrieben. Herzlichen Dank.
    Ich erwarte keinesfalls von unserem Club ein Spiel um die vorderen Plätze. Auch ich kann 1 + 1 zusammenzählen. Aber die Art wie die Spiele ablaufen bringt mich immer auf die Palme. Wann haben wir zuletzt ein Spiel gesehen mit Witz und Freude? Dies alles hat unser DH den Spielern, soweit vorhanden, ausgetrieben. Keine Frage in dieser Saison wird sich nicht viel ändern. Aber für die nächste Saison m u s s die Mannschaft stark verändert werden. Notfalls brauchen wir auch einen anderen Trainer der eine neue Mannschaft aufbaut. Jeder muss einsehen unser Spielsystem löst beim Zuschauer keine Freude aus. Dies führt auch zu immer weniger Zahlenden womit der Kreislauf nach unten sich immer mehr beschleunigt. Wir alle können nur hoffen, daß unsere Freunde auf den letzten Rängen nicht zu stark aufdrehen sonst könnte es für uns noch kritisch werden. Auch wenn es von vielen nicht gern gehört wird, mit eine Hauptschuld trägt unser lieber MB der diesem Zirkus seelenruhig zuschaut und sich nur für den Klassenerhalt interessiert. Wir sind aber auf die Zuschauer angewiesen. a) Geld b) Stimmung im Stadion

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  • @Erich: Finanziell viel wichtiger als die zahlenden Zuschauer sind die Fernsehgelder, wofür der Ligaverbleib oberste Priorität hat.

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  • Einerseits kann ich den Ausführungen beipflichten. Andererseits: Im Vorbericht war die Rede von Fernglas, Lauf, Angstgegner und self-fulfilling prophecy. Insofern ist der Punkt gegen Freiburg doch gar nicht übel, auch wenn ich nach dem 1-0 schon auf einen Dreier gehofft hatte.
    Vor einem 1999er-Revival hab ich nicht wirklich Angst: Da stand der Club nach dem 24. ST mit 23 Punkten auf Platz 16.
    Hätte (wäre, wenn) Augsburg nicht in Bremen gewonnen wäre die Lage natürlich komfortabler, es hätte sich aber auch nicht Werder als potentieller Mitbewerber um den Relegations-Platz zu uns gesellt.

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    • Markazero:

      Hätte (wäre, wenn) Augsburg nicht in Bremen gewonnen wäre die Lage natürlich komfortabler, es hätte sich aber auch nicht Werder als potentieller Mitbewerber um den Relegations-Platz zu uns gesellt.

      Das ist aber ein äußerst schwacher Trost. Der Abgrund kommt zwar immer näher, aber ich bin in meinem Unglück wenigstens nicht allein.

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  • Also Alexander: Hut ab vor Deinem Kommentar. Ich stimme Dir in allen Punkten voll und ganz zu. Seit Jahren spielt der Club -gerade was den Spielaufbau betrifft- den selben Stiefel. Die Leihspieler Didavi, Hegeler, Ekici, Schieber brachten kurzzeitig ein zartes Pflänzchen, was Spielaufbau hieß, zum Blühen, mussten den Club aber nach nur einem Jahr wieder verlassen oder wurden – wie Gündogan – verkauft. Hecking wurde wegen seines Spielstils damals in H96 entlassen, heuerte dann beim Club an und rettete den Club damals vor dem Abstieg und in zwei sorgenfreie Saisons. Dieser Spielstil (unangenehmer Gegner) fällt jetzt aber Wiesinger/Reutershahn auf die Füsse. Selbst bei Rückstand spielen oft die Spieler des Clubs zum Torwart zurück, weil sich keine Anspielstationen nach vorne anbieten. Der langsame Spielaufbau von hinten -Klose/Nilsson- endet meist darin, dass der Ball lang nach vorne geschlagen wird, wo er meist beim Gegner landet. Im Mittelfeld sehe ich als einzigen kreativen Spieler Kiyotake und mit Abstrichen Feulner. Über Frantz und Balitsch habe ich meine Ansichten schon kund getan. Simons steht außerhalb jeder Diskussion. Was dieser mit seinen 36 Jahren spielt ist einfach Klasse. Leider wird Simons nicht mehr jünger und ich denke mit Schrecken daran, dass er vielleicht in 1 oder 2 Jahren aufhören wird. Viele hatten von Wiesinger als Backup von Hecking geredet, dies ist leider in den letzten Spielen der Fall. Wiesinger muss den Spielstil von Hecking ( der mit diesen Spielstil scheinbar in Wolfsburg kläglich scheitert ) über Bord schmeißen und kreative Spieler wie Ildiz, Gebhart oder Mendeler bringen. Mit den Spielstil von Hecking wird er zwar wahrscheinlich die Klasse gerade so halten, aber wahrscheinlich im Sommer durch Stevens oder einen anderen Trainer ersetzt und das wäre, wie ich finde, schade.

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  • Mit dem Artikel stimme ich zu 100% überein. Ich will Wiesinger gar nicht pauschal kritisieren, er hat noch Zeit seinen Weg als Trainer zu finden, nur in einer Sache. Er war doch angetreten nach der Hecking Ära auch das Spiel nach vorne zu beleben und bisweilen zb in Frankfurt sah es auch danach aus, warum wieder dieser ängstliche Rückschritt seitdem? Ich finde keine einfach Antwort darauf, kann es die Mannschaft nicht besser oder ist das nun auch die Philosophie des neuen Trainers geworden?

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  • @Kuz: „Es scheint, dass wir die letzten Jahre doch verwöhnt worden sind…“

    Also bitte, KUZ! Wir sind eine einzige Spielzeit verwöhnt worden!!

    Ich hab extra bis heute gewartet, um meinen Senf abzulassen. Ich dachte noch, vielleicht sehe ich das zu miesmacherisch. Aber nachdem ich Alexanders Artikel gelesen habe, muß ich sagen: Das hätte ich nicht treffender formulieren können.

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  • War gestern seit knapp zwei Jahren mal wieder im Stadion. Ich bin der Meinung wir haben gestern einen Punkt gewonnen, und nicht zwei verloren. Gegen den Ball sah das alles nicht schlecht aus. Einstellung, Laufbereitschaft usw. Aber selber das Spiel gestalten? Esswein und Kiotake waren für mich die einzigsten die ernsthaft Akzente nach vorne gesetzt (versucht) haben. Esswein ist wirklich verdammt schnell. Aber wie der Matchplan ausgesehen haben soll Freiburg ernsthaft zu schlagen? Ich konnte es nicht erkennen. Habe bis zum Schluss um den Punkt gezittert. Die ersten zwanzig Minuten fand ich richtig schlecht. Fittere Freiburger hätten uns da vielleicht schon den Zahn gezogen. Ich sehe Die Glubb Spiele meistens nur in der Zusammenfassung, und ich muss schon sagen, was ich dem Spiel (1 Liga!!!) für kapitale Fehlpässe gesehen habe hat mich doch schockiert. Es bleibt trotzdem für alle Mannschaften unangenehm gegen den Glubb zu spielen. Aber es muss sicher keine Mannschaft gegen uns Angst haben aus dem Stadion geschossen zu werden.

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  • BSE08,

    Immerhin stünde dann am letzten Spieltag einer neben uns, den man schubsen könnte 😊 – allerdings sind letzte Spieltage, wo’s um was geht, ein noch größerer Angstgegner als Freiburg 😞

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  • Ich war im Stadion und von den vielen Fehlpässen richtig genervt. So macht das als Zuschauer keinen Spaß. Sicher, mein Herz hängt am Club, aber ich weiß ehrlich nicht, wie lange ich mir das noch antue, ins Stadion zu gehen. Auch ich wünsche mir mehr Mut nach vorne, auch wenn einmal ein Spiel verloren geht. Aber das macht dann wenigstens Spaß und hat einen Unterhaltungswert. So wie momentan schaue ich lieber den Ultras bei den Gesängen zu, als mich auf das Spiel zu konzentrieren.

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  • Etwas Positives hatte das Spiel gestern noch: Polter ist am Freitag gesperrt. Nicht dass ich etwas gegen ihn hätte, aber dann gibt es wenigstens nicht diesen unsinnigen Wechsel Pekhart-Polter oder umgekehrt.

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  • Na, ich dachte schon, ich werde langsam Gaga. Danke Alexander, dass Du mit Deinem niedergeschriebenen Empfinden beweist, dass ich es noch nicht bin.

    Ich habe eine teure Dauerkarte und es macht zusehends einfach überhaupt keinen Spaß mehr, mir das ideenlose Gekicke und phasenweise wirklich auch erbärmliche Gebolze des Glubbs live ansehen zu müssen. Das war jetzt das dritte, wirklich grausame „Spiel“ hintereinander. Ich glaube mehr als drei erfolgreiche Anspiele hintereinander gab es in diesen letzten 270 Minuten „Fußball“ nicht von unserer Mannschaft.

    Es ist wahrlich ein ganz großes Wunder, dass wir „damit“ – mir fällt kein passendes Wort dafür ein, was da präsentiert wird – nicht auf einen Abstiegsrang stehen.

    Ich möchte ganz arg und streng betonen:
    Ich erwarte ganz natürlich kein spielerisches Feuerwerk a la Dortmund! Wir sind der Glubb. Das können wir freilich nicht leisten. Aber was auch eher durchschnittliche Fußballer können, das sah man eben gestern im direkten Vergleich mit den Freiburgern. Die haben auch keinen Messi in ihren Reihen, können den Ball aber mal durch ihre Reihen kreisen lassen, ohne das, mit dem beim Glubb gerade sehr üblichen handwerklichen Fehlern, das Spielgerät gleich wieder verloren wird.

    Aber ich darf als zahlender Zuschauer doch von professionellen Spielern erwarten, dass sie es in drei Spielen wenigstens ein einziges Mal schaffen, vielleicht auch nur einmal in einer einzigen Szene, Fußball wirklich zu _spielen_.

    Es fehlt im Augenblick an allem, was ein Fußballspiel ausmacht. Ich weiss gar nicht, wo ich mit der Kritik anfangen und aufhören soll, so groß empfinde ich die grundlegenden handwerklichen Fehler, die uns im wöchentlichen Rythmus da präsentiert werden.

    Wo fang ich an?

    Unsere Einwürfe sind seit Jahren erbärmlich. Da fehlt schon oft die Motivation der Spieler: Keiner will sich den Ball zum Einwurf holen. Dann fehlen meistens die Anspielstationen und der Ball landet gleich wieder beim Gegner. Das ist mir schleierhaft, weshalb das so durchgeführt wird und weshalb das nicht mal geübt wird.

    Als Zuschauer hat man nicht den Eindruck, dass ein planmässiges Spiel nach vorne existiert. Gestern waren es gerade Esswein und seltener Frantz, die wenigstens durch Einzelaktionen so etwas wie ein Offensivspiel in Ansätzen gezeigt haben. Der arme Kiyo erhält zwar viel den Ball, sieht sich aber mittlerweile immer einer Vielzahl an Gegenspielern gegenüber. Der damit für seine Mitspieler gewonnene Raum wird aber von den Anderen nicht genutzt. Mangels Bewegung gibt es keine Anspielstationen.

    Dem armen Pekhart gelingt es zwar häufig, die vielen dann aus fußballerischer Ratlosigkeit passierenden hohen Anspiele abzulegen. Nur interessiert das seine Mitspieler nie. Die stehen sicherheitshalber weit genug weg, damit sie nicht gezwungen sind, den abgelegten Ball anzunehmen.

    Zwischen unseren Angreifern, Pekki in der Mitte und den beiden OMs auf den Flügeln einerseits und der Abwehr klafft ein großes Loch.

    Nach erfolgter Balleroberung bewegen sich maximal diese drei offensiven Spieler nach vorne. Das passiert aber meist so langsam und natürlich auch nur dann, wenn der Ball durch einen der famosen drei bis fünf Meter Fehlpässe nicht gleich wieder verloren geht, dass die gegnerische Viererkette schon längst das Kaffeeservice für ein Picknick auspacken konnte.

    Wenn es dann wirklich ausnahmsweise einmal schneller geht, verlieren unsere Akteuere eigentlich sofort den Überblick und der am Flügel mitlaufende Mitspieler bekommt entweder ein ungenaues Zuspiel in seinen Rücken oder viel zu stark ins Tor- oder Seitenaus.

    Ein Nachrücken findet natürlich nicht statt. Dazu müsste man ja eine andere Gangart als den Trab anschlagen.

    Diese ewigen Kopfballstaffeten im Mittelfeld nerven. Ist denn keiner unserer Spieler in der Lage, den Ball normal abzulegen?

    Frappierend oft sind für mich auch diese, wie soll ich sie nennen, „F-Jugend-Szenen“: Da stehen im gegnerischen Halbfeld vier Glubberer auf engsten Raum um den Ball aufeinander, anstatt durch Auseinanderlaufen wenigstens theoretische Anspielbarkeit zu gewährleisten.

    Ich weiss nicht, ob es am Personal liegt. Wir können wirklich nur Standards und Verteidigen. Das wird geübt und das wars. Das reicht vielleicht dieses Jahr, weil auch die Konkurrenz schwach spielt. Ich kann aber nicht vorhersehen, ob das auch nächstes Jahr so sein wird.

    Vielleicht würde ein theoretisches Unterricht weiterhelfen? Es sollte jemanden geben, der dem Glubb mal Begriffe wie „Steilpass“, „Pass in den freien Raum“, „Doppelpass“, „erfolgreiches Zuspiel“ usw. beibringen kann.

    Der mit hohem körperlichen und läuferischen Aufwand erfolgreich betriebenen Defensive – immerhin Platz 5 in der ganzen Bundesliga – steht eine unglaublich schwache Offensive gegenüber, die eigentlich ausschliesslich nur durch Standards oder durch zufällige Einzelaktionen Tore schiessen kann.

    Es ist wirklich ein Wunder, dass wir keines der letzten drei Spiele verloren haben, so harmlos wir uns im Spiel nach vorne präsentieren.

    Wenn das nicht besser wird, dann kann der Relegationsplatz noch erreicht werden.

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    • Woschdsubbn:
      Keiner will sich den Ball zum Einwurf holen. Dann fehlen meistens die Anspielstationen und der Ball landet gleich wieder beim Gegner. Das ist mir schleierhaft, weshalb das so durchgeführt wird und weshalb das nicht mal geübt wird.

      Jein. Ja, unsere Einwürde sind erbärmlich, aber es gibt einen, der reißt sich gerade zu darum sie auszuführen – Pinola. Der hat zwar gefühlt im Jahre 2007 den letzten Einwurf zum eigenen Mitspieler gebracht, aber egal wo auch immer auf der linken Seite eingeworfen ist, steht mit Sicherheit er als Ausführender. Dann wird eine halbe Minute lang wild gestikuliert bevor der Ball direkt zum Gegner retourniert wird. Das Szenario ist bei Führung wie auch bei Rückstand das exakt selbe. Oft habe ich das Gefühl, dass er sogar am liebsten auf die rechte Seite rüber laufen würde und die Einwürfe von dort auch ausführen möchte…

      Warum Einwürfe beim Club nicht als Standardsituationen erkannt werden weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, warum man Schäfer seit Jahren lang abschlagen lässt obwohl danach in der Hälfte aller Fälle der Gegner in Ballbesitz ist. Auch bei Eckbällen ist es für mich unerklärlich, warum man mit so vielen großen Spielern keine Varianten einstudiert (siehe die verlängerte Ecke im Freitagsspiel) sondern sich darauf verlässt, dass schon einer davon hinkommen wird, wenn man den Ball mitten in den Strafraum schlägt.

      Meine Erklärung: Bei uns sind seine Jahren Handwerker am Ruder, keine Taktiker. Und genau so wird in allen Bereichen gespielt.

      Zum Artikel: Dass ich dir, Alexander, vollkommen zustimme dürfte dir klar sein, denn im Grunde steht da vieles drinnen was ich seit fast 2 Jahren bemängle.

      Ich sehe zwischen Hecking und „Wiesehahn“ zwar keinen Unterschied, aber da die Beiden nicht das Image des „Retters“ an sich haften haben, scheint die gesamte Stimmungslage sich zu verändern. Müsste ich einen Tipp abgeben, würde ich sagen, dass der „Wiesehahn“ nächsten Jahr nicht mehr hier kräht, egal wie die Saison endet.

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      • xxandl,

        Bei den Einwürfen muss ich Dir leider widersprechen. Das mit Pino stimmt, aber auf der anderen Seite macht genau seit 2 Jahren Chandler, das gleiche. Die Einwürfe werden von beiden regelrecht zelebriert. Bei einer Führung, die man vielleicht über die Zeit retten will, kann ich dies noch verstehen, leider ist den Beiden das egal, ob Führung oder Rückstand, es wird sich erstmal ordentlich Zeit gelassen bis der Einwurf dann ausgeführt wird.

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  • xxandl,

    Klasse beschrieben! Sehe Pino geradezu vor mir: wehendes Rest-Haupthaar, quer über den Platz eilend, den Ball fordernd/aufnehmend, reinschmeißend – und der Gegenangriff läuft, er fehlt hinten, und Zittern!

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  • Bayern gegen Wolfsburg. Tja wird wohl nichts mit Pokal Herr Hecking 😀

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    • Beate60:
      Bayern gegen Wolfsburg. Tja wird wohl nichts mit Pokal Herr Hecking

      vor allem nichts mit dem internationalen Wettbewerb durch die Hintertür ‚Pokal‘, wenn ich richtig informiert bin, hätte der Finaleinzug gegen den FC Bayern dafür schon ausgereicht, da Bayern ja sowieso Championsleague spielt. Wenn es im Halbfinale nicht ausgerechnet die Bayern geworden wären, hätte Wolfsburg ’nur‘ das Halbfinale überstehen müssen.

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            • Beate60: Was wär eigentlich, wenn es Stuttgart und Freiburg in der Bundesliga schaffen europäisch zu spielen? Bleibt diese Hoffnung den Wolfsburgern?

              Nein, VW-Town MUSS den Pokal gewinnen!

              ( Unter der Vorraussetzung, dass Freiburg und Stuttgart NICHT in die Champions-League kommen)

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            • Beate60,

              Wenn beide Endspielteilnehmer sich über die Liga für Europa qualifizieren, bekommt soweit ich informiert bin der Siebte in der Liga den Zuschlag für den zusätzlichen Startplatz in der EuroLeague.

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        • Beate60: juwe,Oh dann haben Herr hecking und Herr Allofs aber wirklich Pech gehabt.

          Vor allem Heckings Aussage vor dieser Pokalrunde, nirgends ist es einfacher in den internationalen Wettbewerb zu kommen, wie im Pokal 🙂 … ob er das immer noch so sieht vor einem Auswärtsspiel gegen die Bayern in München.

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        • Beate60: juwe,Oh dann haben Herr hecking und Herr Allofs aber wirklich Pech gehabt.

          Vor allem Heckings Aussage vor! dieser Pokalrunde, nirgends ist es einfacher in den internationalen Wettbewerb zu kommen, wie im Pokal 🙂 … ob er das immer noch so sieht vor einem Auswärtsspiel gegen die Bayern.

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  • Absolut 100%ige Zustimmung. Selbst die Clubfans gehen nicht nur der reinen Punkte wegen ins Stadion, sondern wollen irgendwann auch mal wieder Fußball sehen. Und diesen Sport zeigt der Club nur noch in rudimentären Ansätzen. Und so wird der Club bis Ende der Saison – Klassenerhalt hin oder her – das Stadion immer weiter leer spielen. Keine Mannschaft in der Bundesliga hat im Spiel nach vorne so eine miese Spielanlage wie wir. Nicht einmal Fürth oder Hoffenheim. Man kann sich das mit den rausspringenden Punkten schön reden, aber auf Sicht wird das, wenn nicht diese Saison, dann nächste oder übernächste zum Abstieg führen. An der Spielphilosophie muss sich dringendst etwas ändern. Und hört mit der Mär von „Erwartung“, „geringere Mittel“ etc. auf. Der Club hat von den Einzelspielern her keine schlechtere Truppe als Freiburg oder Mainz. Aber andere Trainer…

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    • Hampelinho,

      Sorry aber langsam reicht´s. Ich behaupte nicht,daß der Club schön spielt, aber es gibt genug andere die zu Hause weniger reißen.
      Der Club hat zu Hause 16 Tore erzielt, Fürth 4!!!, Augsburg und Wolfsburg 10!!! Stuttgart 13, Hoffenheim, Freiburg und HSV 15.
      Der Club hat zu Hause nur zwei Niederlagen. Leverkusen und Bayern haben nur 1, Hamburg, Frankfurt und Gladbach wie wir zwei.
      Wir haben immerhin vier Siege, allerdings leider 6 Unentschieden, die teils vermeidbar gewesen wären. Aber Fürth hat 0 !!! Heimsiege und auch Hoffenheim, Stuttgart, Augsburg und Wolfsburg haben weniger Siege.
      Wie man da davon sprechen kann, daß wir am aller unattraktivsten spielt und deshalb die Zuschauer verprellt kapier ich nicht. Und letztlich werden wir wie jedes Jahr Zuschauermäßig im Mittelbereich landen. Schließlich gibt es genug kleinere Stadien, die zudem noch selten ausverkauft sind.
      Was soll also diese Schwarzmalerei?
      Klar, ich würde mir auch mehr gute Spielzüge wünschen. Die Jungs haben zwischendrin immer wieder gezeigt, daß sie es eigentlich können allerdings auf Kosten der Defensivleistung, die uns wohl in dieser Saison das Überleben sichern wird.
      Von daher ist mein Wunschziel weiter Klassenerhalt und danach bin ich gespannt, wie Wiesinger das mit der Offensive angeht. Nachdem ich seh, was Hecking in Wolfsburg macht, glaub ich mittlerweile denjenigen, die meinten, die fehlende Offensivkraft sei Hecking geschuldet. Insofern dürfte da mehr möglich sein. Aber das jetzt schon von Wiesehahn einzufordern ist für mich eindeutig zu früh. Das braucht Zeit.
      Und wenn man genau hinschaut, mit einem Heimsieg mehr ist Freiburgs hochgelobte Mannschaft so viel effektiver auch nicht. Was haben wir davon, wenn es spektakulär aussieht und am Ende 0 Punkte sind? Ich geh dann jedenfalls geknickter nach Hause als beim Unentschieden gestern. Nur ganz selten, wenn ganz viel Kampf ist, um doch noch den Ausgleich zu erzielen und bei wirklich guten Mannschaften, denk ich hinterher, daß die Art und Weise der Niederlage mich über die Niederlage hinwegtröstet.

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  • Halt Halt, liebe Mitstreiter, bloss nicht in die Wolle kriegen! Es gibt verschiedene Sichtweisen und ich halte alle für berechtigt – auch wenn ich sie nicht immer teile. Da schwingt bei uns allen immer eine Portion Zweckoptimismus und Sorge mit, mal schlägt das Pendel mehr so mal mehr so aus. Ich persönlich empfinde abweichende Ansichten zu meinen kritischen Worten von gestern nicht als Beleidigung, sondern ich bin eher froh, wenn ich was lese, was mich optimistischer stimmt, weil ich mich vielleicht irre.

    Zudem reden wir ja primär über das Spiel am Samstag. Dass wir mit Klassenerhalt froh wären, steht doch außer Frage, dass mir dann im Zweifel auch wurscht war, wie es zustande kam auch. Aber denkt man ein bisschen weiter, dann fragt man sich halt, wohin die Reise geht und da kann man seine Meinung äußern, was sich ändern müsste/könnte/sollte. Solange das alles respektvoll bleibt, auch gegen Spieler und Verantwortliche, wie auch hier unter uns, ist dagegen nix einzuwenden – da darf sogar einer den Loddar fordern. Nur Spaß.

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  • Alexander noch eines zu deinem Argument, du fühlst dich erinnert an unsere Abstiegssaison: in den vergangenen Jahren hatte ich das Gefühl(!) wir haben immer gegen die verloren, gegen die wir hätten punkten müssen, weil Abstiegskonkurrent. In diesem Jahr war das meiner Meinung nach anders. Wir haben gegen die ´gepunktet, gegen Augsburg und Fürth zwar nur mit Grottenspielen durch ein Unentschieden, aber eben gepunktet. Und gerade gegen diese Mannschaften hoffe ich, daß ein Wiesinger, der sich eben wirklich mit dem Club identifiziert, den Spielern auch klar machen kann wie wichtig uns Fans ein Sieg ist. Wenn ich mich da irre, wär ich schwer enttäuscht. Und dann würde ich wohl mal von dem xxandlvirus 😀
    befallen werden. Und keinen mehr verstehen, der das Gekicke unserer Jungs noch irgendwie verteidigen kann. Aber das wird nicht passieren, weil diese Spiele im Sinne der Belschanov´schen Gesetze gewonnen gehören.

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    • Beate60,

      Ich glaube nicht das hier viele Wiesinger/Reutershahn Vorwürfe machen. Ich fand es z.B gestern gut, dass er Esswein von Anfang an gebracht hat und Esswein war für mich gewiss nicht schlechtester Clubberer. Nur er muss sich endlich von dem Spielsystem von Hecking trennen. Die Spieler hierfür hat er z.B Ildiz ( hat in den 10 Minuten mehr Gefahr verursacht wie Frantz über 90 Minuten), Mendler, Gebhart, Mu Kanazaki Dies geht natürlich nicht mit Spielern vom Schlage Balitsch und Frantz. Ich habe nichts pesönlich gegen diese Spieler aber ihnen fehlt wie ich meine die Spielübersicht. Er braucht Spieler die den Ball fordern und sich nicht verstecken so das der ballführende Mann auch eine Anspielstation findet. Sollte er aber weiter diese unsägliche Taktik wie gegen H96, Stuttgart und Freiburg spielen lassen, wird er zwar wahrscheinlich auch den Abtieg verhindern können aber zur neuen Saison gewiss kein Cheftrainer mehr sein.

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      • Harald,
        Mir persönlich wär lieber, wenn er neue Spieler erst dann konsequent einsetzt, wenn wir nicht mehr gefährdet sind in dieser Saison. Weil ich denke, daß die drei Neuverpflichtungen und Spieler aus der U23 oder U19 zwar potentiell besser spielen könnten als die aktuellen Stammspieler, daß aber alle sich erst an die Bundesliga gewöhnen müssen und daß natürlich auch die Abstimmung erst funktionieren muß miteinander. Das jetzt zu forcieren in einer Situation wo eben noch in beide Richtungen alles möglich ist (Relegationsplatz 7 Punkte, Platz 7 mit Europaplatzmöglichkeit 7 Punkte) wäre für mich momentan ein unnötiges Risiko. Ich kann auch noch ein paar Grottenkicks ertragen, wenn wir dafür in Liga 1 bleiben.
        Danach, ja da hoffe ich dann auch, daß Wiesehahn neue Spielzüge einstudieren, daß sie es schaffen neben einer stabilen Defensive ein effektives Umschaltspiel zu kreieren und daß wir uns an mehr Toren aus dem Spiel heraus erfreuen können. Und daß dabei die Spieler, die sich bei uns so erfreulich entwickelt haben oder das Potential haben unter Wiesehahn den nächsten Schritt gehen wollen.
        und ich denke, daß Bader da nicht viel anders tickt als ich, daß er auch diesen Weg favorisiert gegenüber der Alternative irgendeinen anderen Trainer, der erst mal nur Geld kostet und von dem man nicht weiß, wie er sich und seinen Plan bei uns realisieren kann.

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        • Beate60,

          Dein Wort in Gottes Ohr. Nur ich glaube nicht daran, dass wenn Wiesinger diese Taktik weiterspielen lässt und er den Abstieg damit verhindern sollte in der neuen Saison noch Trainer sein wird.

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          • Harald:
            Beate60,

            Dein Wort in Gottes Ohr. Nur ich glaube nicht daran, dass wenn Wiesinger diese Taktik weiterspielen lässt und er den Abstieg damit verhindern sollte in der neuen Saison noch Trainer sein wird.

            Und wenn er die andere Taktik spielen lässt und absteigt, ist er es auch nicht mehr.

            Also wo ist sein Risiko gehen zu müssen größer. Und wenn er schon gehen muss, dann eher als Absteiger oder als der, der die Klasse gehalten hat. (Aber halt nicht den attraktiven Fußball spielen lässt.)

            Auch Klopp, Tuchel, Streich, Lewandowski und sogar Heynkes hatten zu Beginn ihrer Karriere nicht den sofortigen Höhenflug mit ihren Mannschaften. Das hat sich erst über die Jahre eingespielt. Und jeder hat seine Handschrift, deshalb darf man niemanden Kopieren.

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    • Beate60,

      keine Sorge, Realismus ist nicht ansteckend und auch Anspruchshaltungen färben nicht ab.

      Manche von euch scheinen voll zufrieden nicht in der Regionalliga Süd zu spielen, was gespielt wird scheint egal, solange es in Liga 1 stattfindet. Und das ist mir zu kurzsichtig, denn mit der Einstellung bleibt man immer im Fahrstuhl der Liga, weil der Blick nur nach unten geht. Schrittweise verbessern und sich strukturell und personell von der zweiten Liga entfernen, das muss das Ziel sein. Von oben mitspielen redet dabei kein Mensch.

      Die spielerische Qualität in Toren zu messen, wie du es in einem deiner Beiträge tust, halte ich für sinnbefreit, weil uns selbst das gestrige Spiel gezeigt hat, dass man, ohne sich am Spiel zu beteiligen, in Führung gehen kann. Die interessanteren Statistiken um die Qualität in diesem Bereich zu messen sind für mich die Passstatistiken. Da sieht es so aus, dass wir nicht nur a) die (absolut) wenigsten Pässe in der Liga spielen sondern dabei b) auch noch die (relativ) meisten Fehlpässe spielen. Fürth liegt in beiden Kategorien zwar nur knapp vor uns, aber die Fürther dürfen eigentlich auch nicht der Maßstab sein. Auch Torchancen haben die Fürther, Augsburger und Hoffenheimer mehr erarbeitet als wir, die verwerten lediglich noch schlechter als wir.

      Zu deiner Pokal-Frage: Maximal der Pokalfinalist kann nachrücken, dann wandert das extra-Ticket in die Liga, nicht zurück an die Halbfinalisten. Vorallem: Welchem der Halbfinalisten würdest du es denn geben…? 😉

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      • xxandl,
        Ja vielleicht bin ich bescheiden und pragmatisch. Letztlich fühl ich mich momentan wohler, wenn der Club soviel punktet, daß er damit die Klasse hält. Und noch ist es mir seit 2008 egal wie er dabei spielt.
        Ich fühl mich aber von dir in einer Hinsicht mißverstanden. Das heißt bei mir nämlich nicht, daß ich das für immer und ewig so seh. Ich verlaß mich nur drauf, daß Bader mit den Trainern und den Scouts an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung arbeitet und seh da vier Jahre Aufbauarbeit als noch nicht so lange an, daß ich ungeduldig werde.
        Es war 2009 ein schwerer Start, vor allem finanziell nach diesem Ab/Aufstieg. Am Anfang waren wir dabei auf Leihspieler angewiesen. In der Konsolidierungsphasen mußten wir Leistungsträger verkaufen und jedes Jahr den Kader wieder neu aufbauen.
        Der nächste Schritt wird sein, die Leistungsträger, die sich hier positiv entwickelt haben auch für zwei, drei Jahre zu halten. Wenn die Mannschaft eingespielt ist, kann sie auch besser spielen. Ich erwarte dann schon mal solche Blindpässe in freie Räume wie z.B. in Gladbach. Wo dann der Mitspieler schon startet und genau da ist, wo der andere den Ball hinhaben wollte. Und ich erwarte auch, daß die Pässe, Flanken, Abschlüsse intensiv trainieren und automatischer ins Tor treffen auch unter Wettbewerbsbedingungen, sprich, daß Erfahrung mehr Sicherheit bringt.
        Und gleichzeitig sollte die Nachwuchsarbeit weiter intensiviert werden (da ist uns z.B. Freiburg Jahre voraus). Die Möglichkeit, daß unsere U23 nächste Saison in der 3. Liga spielt und die Hoffnung, daß die U19 nicht absteigt, scheinen da wichtige Mosaiksteine auch um junge talentierte Spieler zu überzeugen, zum Club zu kommen.
        Und dann hoffe ich, daß der Club so stabil wird, daß er sicher unter die ersten 10 kommt.
        Und dann, daß er auch mal in der Europaleague spielen kann ohne dabei die Ligazugehörigkeit zu gefährden (was meiner Meinung nach nur mit einem breiteren Kader geht, sodaß man einigen Spielern auch mal eine Pause gönnen kann).
        Und dann …

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        • Beate60,

          Genau so sehe ich das auch. 100% Zustimmung.
          Und wenn man dann noch die Punkte hinzuzählt, die durch nichtgegebene Foul- oder Handelfmeter oder Abseitstore fehlen, dann wären wir ein heißer Kandidat für Europa.
          Wir stünden plötzlich vor Stuttgart, vor Hamburg, vor Bremen, vor Mainz und vor Freiburg!!!

          Ja dann …., dann würden auch die größten Kritiker, die Superabwehr des Glubbs besonders lobenswert hervorheben. Und andere Mannschaften würden uns neidisch beäugen und nachahmen.

          So schaut’s aus Leute. Was ein paar Pünktchen ausmachen können!?

          Dann hätten wir den Lauf und könnten befreiter aufspielen.

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  • Gegen Augsburg würde ich diese Mannschaft spielen lassen und Mike Frantz raus nehmen und die beiden Japaner in der Startelf spielen lassen.Es müsste von der 1 Minute Druck gemacht werden um 3 Punkte in der Fugger-Stadt zu holen,eventuell mit 2 Spitzen und Kiyo mehr in die Mitte wo er gefährlicher ist,ich würde ihn die Freiheit lassen überall auf den Spielfeld sich einzubringen und das Schäfer mehr mit der Abwehr reden sollte um die Wachsamkeit immer auf den höchsten Level zu halten auch 90+X dann könnte es klappen gegen Schalke,Wolfsburg,Mainz, Fürth und Bremen.

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  • @Beate60:
    Deine Perspektiv-Philosophie unterstreiche ich voll und ganz! Genauso sehe ichs auch. Ich bin davon überzeugt, dass der FCN mit einer Strategie solider Finanzpolitik und engagierter Nachwuchsförderung langfristig zu den glorreichen Sieben der Bundesliga werden kann.

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  • http://www.fcn.de/news/artikel/1-fc-nuernberg-sc-freiburg-stimmen-wiesinger-christian-streich/
    Ich sehe es ein wenig anders,die Mannschaft muss mehr kämpfen und laufen,sich besser anbieten und auch das Spiel ohne Ball muss besser werden. In der Abwehr sollte mehr aufgepasst werden 90+ X sollten die Spieler richtig Gas geben und nicht den Gegner aufbauen,den das ist es was uns um die Punkte bringen tut. Man kann die Mannschaft ,die gegen Freiburg spielte lassen und auf 2-3 Positionen wechseln,Kiyotake, sollte mehr in die Mitte spielen,ich würde ihn die Freiheiten lassen sich überall einzubringen auf den Spielfeld,den dann kann er richtig Alarm machen, Mu Kanazaki
    würde ich für Mike Frantz bringen und auf der Bank Markus Mendler ,Pinola, Rakowski, Muhamed Ildiz. Sebastian Polter und Timo Gebart würde ich in die Anfangself stellen als Spitze und hängende Spitze.

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  • Hallo Alexander,
    ich kann dir nur vollumfänglich zustimmen. Unser Zerstörungsfußball ist nur schwer verdaulich. Es wird Zeit, daß sich die Spielweise verbessert, sonst kommen noch weniger Zuschauer. Und dieses schönreden dieser schwachen Ergebnisse ist auch traurig. Wie kann man nur zufrieden sein, gegen Freiburg ein Unentschieden ertrotzt zu haben.

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  • Hallo Alexander,
    ich kann dir nur vollumfänglich zustimmen. Unser Zerstörungsfußball ist nur schwer verdaulich. Es wird Zeit, daß sich die Spielweise verbessert, sonst kommen noch weniger Zuschauer. Und dieses schönreden dieser schwachen Ergebnisse ist auch traurig. Wie kann man nur zufrieden sein, gegen Freiburg ein Unentschieden ertrotzt zu haben.

    Unser Zerstörungsfußball hält uns aktuell in der Liga. Auch Hecking hat es doch immer mal anders probiert, Ergebnis war dann meist eine Klatsche. Warum sollte das jetzt auf einmal anders sein?

    Dass der Zuschauerschnitt in den letzten Spielen etwas nach unten gegangen ist lag doch nicht ausschließlich an unserer Spielweise, viel wichtiger war das Wetter. Ja so banal ist das, wenn es kalt ist, dazu evtl. sogar noch winterliche Verhältnisse auf den Straßen, dann kommen schon immer weniger Zuschauer. Natürlich würden wir spielen wie die Bayern in dieser Saison, dann hätten wir die Hütte voll, auch bei Minus 18 Grad, aber das kann doch nicht der Anspruch sein.

    So? Ees ist also keine Leistung mehr einer Mannschaft, die aktuell auf einem EL-Platz steht einen Punkt abzutrotzen? Ganz schön überheblich.

    Ganz ehrlich ich finde es sehr komisch, dass Wiesinger jetzt die Spielweise um die Ohren gehauen wird, für die Hecking über Jahre gelobt wurde. Die Entwicklung bei Hecking ging über 3 Jahre in der Liga nach unten, dafür gab es Erklärungen, z.B. weil wir immer wieder die besten Spieler abgeben mussten, die mir persönlich zu einem gut Teil eingeleuchtet haben. Deshalb hatte ich das Hecking auch nur bedingt vorgeworfen.

    Was ich aber jetzt gar nicht verstehe, ist dass man über Wiesinger schon nach wenigen Spielen den Stab brechen will. Dabei kann man das fast immer zeigen, dass ein Trainer so 1 bis 2 Jahre braucht bis seine Spielphilosophie wirkt. Auch ein Heynckes war letztes Jahr nicht erfolgreich bei den Bayern und dieses Jahr gewinnt er was er will. Ich frage mich schon wie hier einige auf die Idee kommen, dass unter einem neuen Trainer alles besser würde?

    Übrigens sollten wir auch bedenken, dass der Schritt von den Leihspielern zu den festen Verpflichtungen ein sehr schwerer ist. Denn Leute wie Schieber, Ekici, Didavi, die konnten wir durchaus ausleihen, verpflichten konnten wir die nie. Sprich, wir suchen jetzt wieder die übersehenen Perlen, sprich Spieler, die in der Jugend nicht jede U-Nationalelf durchlaufen sind, Spieler, die nicht schon mit 16 von den großen Vereinen entdeckt wurden. Solche Spieler sind aber fast immer eine Überaschungstüte, bzw. solche Spieler benötigen fast immer länger, bis sie sich an neuer Stelle durchsetzen. Manchmal sehr oft schaffen sie es nicht über Durchschnitt hinaus zu kommen.

    Aber wir wollten doch alle diesen Weg, weg von den Leihspielern, weil nur dieser Weg zumindest eine kleine Chance bietet, dass man mal einen guten Spieler über eine Saison hinaus halten kann.

    Denkt mal zurück an Hegeler, der war doch bei uns nie unumstritten, trotzdem konnten wir selbst so einen Leihspieler nicht bekommen.

    Eine Alternative sind für uns dann neben den 1B oder 2. Wahl Talenten, gestandene Bundesligaspieler auf dem absteigenden Ast, oder Leistungsträgerin weniger hochklassigen europäischen Ligen, alles aber auch Leute, die den sportlichen Erfolg nicht garantieren, dafür aber noch weniger Perspektive bieten als junge Spieler. Dazu noch eher Ablöse kosten als dass sie später einmal eine solche erlösen könnten.

    Insofern kann es für uns nur eine Linie geben und as sollten wir gerade auch aus der letzten Abstiegssaison gelernt haben. Priorität 1 ist der Klassenerhalt, dem hat sich alles andere unter zu ordnen, auch spielerische Klasse.

    Wenn der Klassenerhalt gesichert ist, dann können wir Experimente machen, vorher nie.

    Wir müssen immer versuchen die Spieler, die wir haben Schritt für Schritt besser zu machen, sprich ihnen bei uns die Zeit geben, die sie benötigen. Sollte man aber erkennen, das langt einfach nicht, ein Spieler bringt uns dauerhaft sportlich nicht weiter, dann müssen wir es mit dem nächsten Talent versuchen.

    Ich denke die Verpflichtung von Balitsch und Feulner war eher ein Fehler, weil solche Spieler eigentlich keine sportliche Perspektive mehr haben, sprich der Ehrgeiz hält sich in Grenzen. Man hätte damals konsequent auf Talente setzen sollen, aber Hecking wollte es anders, was hätte Bader da machen sollen?

    Natürlich wünsche auch ich mir mehr spielerische Klasse, als die Mannschaft aktuell zeigt, aber ich bin eher bei Beate als bei Alexander, spielerische Klasse ist bei uns das Sahnehäubchen, das kann man einfach nicht erwarten. Wenn die Mannschaft Fußball arbeitet, dann tut sie was sie kann.

    Vielleicht haben wir in den nächsten Jahren mal das Glück einen Spieler wie den jungen Reus zu bekommen, der die ganze Mannschaft spielerisch nach vorn bringt, dazu noch einmal einen Wollscheid, der bei uns ein Top-IV wird. Dann können wir den nächsten Schritt machen, aber fordern sollten wir diesen Schritt nicht, das geht meist nach hinten los.

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    • Armin, im Grunde sehe ich da nicht mal Widersprüche zwischen den Positionen, wenn man die paar Positionen rausnimmt, die aus den Spielen in der Tat gleich ableiten, dass alles doof ist und Wiesenhahn weg muss. Die meisten aber, die ich so lese, sind durchaus differenziert (in beide Richtungen übrigens). Die einen sehen es eben positiver und hoffnungsvoller, die anderen eher besorgter, die einen sehen den Punkt als „Spatz in der Hand“, die anderen wünschten sich wenigstens ab und an wieder mal ein Täubchen am Teller. Ich für meinen Teil will meine Kritik überhaupt nicht als Stab brechen verstanden wissen, das versuche ich dann auch in der Notengebung zu begründen – auch für die Trainer. Aber als Fan – und da muss ich dir widersprechen – darf man durchaus den Wunsch haben, für seine nicht billige Eintrittskarte zumindest eine Hoffnung mitzubringen nicht von der 1. Minute an auf jede Art Offensivfussball zu verzichten. Und dass das auf Dauer sich in Zuschauerzahlen niederschlägt, dazu muss man kein Prophet sein und da hilft dann auch nichts wenn die Sonne scheint. In jedem Stadion gibt es sicher einen Kern von Freaks wie uns, die immer hingehen (oder eben immer vor der Glotz hocken, wenn die Anfahrt nicht möglich ist) wie auch einen großen Teil von Event-Zuschauern. Und ich schätze mal aktuell sind es gerade in Nürnberg maximal 25.000 – 30.000 die auf eine gewisse Dauer leidensfähig genug sind zu kommen. Das ist aber eindeutig unter dem kalkulierten Schnitt von 42.000 und damit auch eine ernsthafte Bedrohung der Kalkulation.

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  • Ich muss nun auch einmal meinen Senf dazu geben. Wie fast alle hier bin auch ich nicht zufrieden, was unser Glubb zur Zeit spielerisch leistet. Das allerdings nur an Wiesinger bzw. Wiesehahn festzumachen finde ich nicht fair. Würdet ihr denn in einem neuen Job sofort alles umstellen auf die Gefahr hin, dass dann gar nichts mehr funktioniert? Ich finde es richtig erst einmal auf das zu setzen, was als unsere Stärke definiert wird, und das ist nunmal momentan unsere defensive Ausrichtung. Dass in der Offensive auch verstärkt an Ballsicherheit, Spielzügen usw. gearbeitet werden muss, ist meiner Meinung nach auch dem Trainergespann klar. Ich möchte damit auch nicht unbedingt sagen, dass man mit den beiden auch in die nächste Saison gehen muss, doch man muss eben auch mal sehen, was bereits vorhanden ist an Taktik und auch an Spielern. Und hier bin ich der Meinung, dass man z.B. durchaus auch mal einen Systemwechsel in Erägung ziehen könnte auf ein Rauten-4-4-2 mit Simons hinten drin, Gebhart und Feulner aussen und Kiyo als Zehner. Ob dann vorne einer der beiden P. neben Esswein, Mu oder Mak spielt, kann je nach Gegner entschieden werden. Das „könnte“ meiner Meinung nach zu einer Verbesserung im spielerischen Bereich führen, ohne dass die defensive Ausrichtung extrem verändert werden müsste. Wie auch immer, hoffen wir, dass wir am Freitag zumindest den Abstand auf Augsburg halten können, dann bin ich auch zuversichtlich, was den Klassenerhalt betrifft, und der ist ja das Allerwichtigste!

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