Weißer Rauch für einen Sieg

Der 1. FC Nürnberg ist seit Oktober 1978 im Anschluss an eine Konklave unbesiegt! Reißt die Serie nun gegen Schalke?

Konklave 2005 (18.4.-19.4.)
1. Spiel unter neuem Papst
1. FC Nürnberg – Borussia Mönchengladbach 0:0
Hertha BSC – FC Schalke 04 4:1

Konklave 1978 II (14.10.-16.10.)
Spiele ohne Papst
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 4:1
FC Schalke 04 – 1. FC Köln 1:1
1. Spiel unter neuem Papst
1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund 2:2
SV Darmstadt 98 – FC Schalke 04 1:2

Konklave 1978 I (25.08.-26.08.)
Spiele ohne Papst
1. FC Nürnberg – Hertha BSC 2:1
FC Schalke 04 – FC Bayern München 2:1
1. Spiel unter neuem Papst
1. FC Köln – 1. FC Nürnberg 2:0
Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04 0:0

FCN ohne Papst: 1 Sieg, 1 Remis
FCN mit neuem Papst: 2 Remis, 1 Niederlage
S04 ohne Papst: 1 Sieg, 1 Remis
S04 mit neuem Papst: 1 Sieg, 1 Remis, 1 Niederlage

Filed under: Statistiken braucht kein Mensch.

Zuerst waren wir ja noch euphorischer und nahmen gar eine Serie von 4 ungeschlagenen Spielen in einer Post-Konklave-Ära an, wurden aber durch die akribische Aufarbeitung von Sebastian via Facebook auf unseren historischen Irrtum hingewiesen. Bleibt also doch eher die Hoffnug auf den Umstand, dass Jorge Mario Bergoglio Argentinier ist (von denen wir dank Schweinsteiger ja wissen, was die so für „Charakter und Mentalität“ haben …) und wir just einen Argentinier in Reihen haben, der sich nach Aussagen seines Trainers „gut und fokussiert präsentiert“ habe. Da kann Schalke mit seinen Brasilianern und Peruanern quasi gleich einpacken.

Der geneigte Leser sieht schon: Viel passiert ist nicht, rund um den Valze. Der Sieg gegen Augsburg katapultierte den Club ad hoc in die Bedeutungslosigkeit des Mittelfeldes, selbst notorische Pessimisten wie kühne Optimisten halten sich mit einem Sicherheitsabstand von 10 Punkten nach unten und 7 Punkte nach oben derzeit bedeckt. Nicht mal was zu lachen hatte man in der Champions League, aber ’schee wars scho‘ mal wieder ‚dampfende Lederhosen‘ zu sehen, aber am Ende ist halt der Koeffizient der Koeffizient, damit der Clubfan auch weiterhin von Platz 6 und nicht Platz 5 träumen kann.

Abseits (aber nicht off topic) muss man derzeit die U19 ihren Abstieg entgegentrudeln sehen, trotz Unterstützung durch Noah Korczowski, Verstärkungen im Winter und Übernahme des Ruders durch NLZ-Boss Zietsch. 0:1 verlor man auch gegen den Tabellenvorletzten Stuttgarter Kickers und belegt somit nachhaltig, dass jung und talentiert nicht alles ist. Den Stamm der U19-Mannschaft bildete die noch letztes Jahr so erfolgreiche U17, die Süddeutscher Meister wurde. Aber erst die Mischung von Talent und Erfahrung macht es eben – auch im Juniorenbereich. Eine Fehleinschätzung, wie Bader einräumt, deren Konsequenzen bitter zu tragen sein wird, während eine andere Fehlprognose wohl ohne Folgen bleiben sollte, denn das Saisonziel ist ja zum Greifen nah: Die Offensivabteilung des Bundesligakaders. Folgenlos soll es aber nicht bleiben, denn genau an der Stelle soll im Sommer nach Lösungen gesucht werden. Eine solche Lösung könnte ganz nahe zu finden sein: Bernd Rosinger. Der 23jährige Neuzugang vom SV Seligenporten konnte seine Leistungen, weswegen man ihn verpflichtete, auch im rot-schwarzen Dress bisher eindrucksvoll bestätigen und ist als Vorbereiter und Vollstrecker schon jetzt eine wichtige Größe bei der U23, die um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielen.

Interview mit Turnhallengeruch

CIMG4998Aber war da nicht noch was? Genau! Das „Freundschaftsspiel“ am Samstag gegen Schalke 04. Denn auch wenn sich manche Bundesligisten bereits dem Müßiggang einer quasi schon entschiedenen Saison hingeben und ein ganzes Arsenal auf die leichte Schulter nehmen, ist auch beim Club gegen die Freunde aus Gelsenkirchen högschte Konzentration angesagt, will man die positive Serie (also so eine, die auch wirklich was bedeutet!) der ungeschlagenen Heimspiele fortsetzen – ganz abgesehen von der Kleinserie von zuletzt 2 Heimsiegen gegen Schalke direkt. Ein bisschen was konnte man sehen, was dieses Schalke zu leisten im Stande ist, allerdings auch, wie sie zu packen sind – anschaulich und in separierte Halbzeithäppchen verpackt dargebotenen im Spiel gegen Galatasaray Istanbul.

Da wir aber eigentlich sonst derart mit dem Club beschäftigt sind, dass uns für andere Ballartisten der Liga gar keine Zeit bleibt, fragen wir auch diesmal wieder jemand, der sich damit auskennt, also mit diesem Schalke. Wir raubten Philip Behrendt vom Schalker Fanblog „Turnhallengeruch“ kurzerhand die letzten freien Minuten zwischen Champions League und Spieltag und bearbeiteten ihn (dem FCN angemessen) mit einem Dauerfeuer an unangenehmen Fragen. Wir fragten nach heldtenhaften Transfers gen England und warum ‚ausgerechnet‘ Schalker Jungs die CL-Hoffnungen versenken, und was man von den EU-Bemühungen hält, den Transfer-Größen (wie Schalke) das Gas ein bisschen abzudrehen. Und natürlich auch nach dem ganzen Rest.

[Clubfans United] Hallo Phil, schön Dich für ein Interview gewonnen zu haben. Wie ist die Stimmung auf Schalke? Überwiegt die Enttäuschung über ein (wohl eher unnötiges) Ausscheiden gegen Galatasaray? Oder dann doch mehr die Zuversicht, dass man nach holprigen Rückrundenstart jetzt in der Liga wieder in der Spur ist?

[Turnhallengeruch] „Hallo Alexander, die Freude ist natürlich ganz auf meiner Seite. Ich kann mich ja offensichtlich nun in die Riege der großen Schalke-Blogger einreihen, die hier schon Rede und Antwort standen. Die Stimmung auf Schalke? Ich glaube, das kann man aktuell gar nicht so pauschal sagen. Am Mittwochabend im Stadion konnte man zu Beginn doch durchaus eine zarte Pflanze der Euphorie verspüren. In der Halbzeitpause war die Stimmung dann natürlich nicht mehr ganz so gut. Ich weiß gar nicht, ob es irgendwie einen Kodex gibt, der es verbietet, Toilettengeschehnisse zu verbreiten. Ich mach‘ das einfach mal: Während der Halbzeitpause steht man auf dem Örtchen ja durchaus mal etwas länger an. In die betretene Stille hinein fühlte sich dann ein Schalker berufen, eine großartige Motivationsrede in der Tradition der typischen Sportfilme zu halten. Frei nach dem Motto „Nur wer selbst dran glaubt, kann auch gewinnen!“. Zumindest in dem Bereich der Nordkurve, in dem ich saß, war in Hälfte zwei die Stimmung dann auch echt gut. Natürlich auch, weil bis zum Schluss der Sieg noch möglich gewesen wäre. Die Ansprache hatte also ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Mannschaft wurde dann auch, so weit ich das beurteilen kann, eher mit Applaus denn mit Pfiffen verabschiedet, sodass ich trotz Niederlage und Ausscheiden am Ende mit keinem schlechten Gefühl nach Hause gefahren bin. Meinen Mitfahrern erging es übrigens ähnlich, weswegen ich umso erstaunter war, als ich dann die doch teilweise recht drastischen Worte zu dem Spiel auf Twitter und in Blogs gelesen habe. Insgesamt kann ich natürlich nur für mich sprechen: Ich hätte zwar gerne noch eine Runde in der Champions League mitgenommen, aber so ist es auch in Ordnung. Jetzt kann man sich voll darauf konzentrieren, die Winterkrise vergessen zu machen. Nach dem Derby hab‘ ich sehr verwundert festgestellt, dass Schalke in der Rückrundentabelle bis auf Platz 3 vorgerückt ist. Denkt man gar nicht.“

[Clubfans United] Mit Lewis Holtby hat eure Vereinsführung euren Spielmacher für relativ kleines Geld (so zumindest der allgemeine Tenor) vorzeitig ziehen lassen. Eine unnötige Schwächung? Vielleicht wäre Holtby ja genau der entscheidende Faktor am Dienstag gewesen?

„Das ist jetzt aber arg spekulativ. Andersherum: Seit Holtby weg ist, blüht Draxler auf Holtbys Zehnerposition ordentlich auf. Zentral kommen seine spielgestalterischen Fähigkeiten weit mehr zum Tragen, als auf der Außenposition. Das relativ kleine Geld hat man wohl mit in den Bastos-Deal gesteckt. Der hat inzwischen auch viermal getroffen, was für einen Spieler, der neu in ein Team kommt, echt kein schlechter Wert ist. Das einzige Manko: Schalke gewinnt nicht, wenn Bastos trifft. Zurück zu Holtby: In seinen anderthalb Jahren, die er ja aufgrund der Ausleihen tatsächlich ja nur auf Schalke gespielt hat, hielten sich die großartigen Spiele nicht annähernd die Waage mit den Spielen, in denen er mittelmäßig spielte, oder komplett untertauchte. Dass er also genau in diesem Spiel der entscheidende Faktor gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Zudem wollte Holtby unbedingt weg, spätestens im Sommer. Da ist es legitim, wenn der Klub noch ein paar Euro kassieren möchte, und gleichzeitig schon auf Spieler setzen kann, die länger an ihn gebunden sind.“

[Clubfans United] Ausgerechnet Hamit Altintop traf mitten ins Schalker Herz. Der Schalker Jung machte danach auch kein Geheimnis daraus, dass er sich immer noch als Schalker fühlt. Fehlen dem Fußball generell und Schalke im Besonderen solche Identifikationsfiguren?

„Hamit Altintop? Der soll bleiben wo der Pfeffer wächst! Spaß beiseite. Über jemanden, der im Derby gleich zweimal trifft, sagt man sowas nicht. Ob im Fußball aber generell die Identifikationsfiguren fehlen, kann ich gar nicht sagen. Auf Schalke würde ich das definitiv verneinen. Ich meine, was ist denn heute überhaupt eine Identifikationsfigur? Gucke ich mir Cristiano Ronaldo an und denke „Krasser Typ, voll das Muskelpaket, tolle Haare, immer die heißesten Frauen am Start, und ein wenig kicken kann der auch! Damit kann ich mich voll identifizieren!“ Ein 15-jähriger macht sowas vielleicht noch, ich eher nicht. Heutzutage müssen sich die Spieler ja nicht mehr über eine Schlagzeile im Boulevard definieren. Durch Twitter und Facebook ist man sehr viel näher dran, bekommt viel mehr Privates mit, vielleicht sogar mehr als man wissen will. Je mehr man aber dann über die Spieler weiß, desto eher macht man etwaige Übereinstimmungen mit sich selbst aus. Ich glaube, auf Anhieb könnte ich Dir kaum einen Schalker Spieler sagen, bei dem mir nicht irgendwas besonders imponiert. Ich vermute einfach, die Identifikation mit den Spielern läuft heute sehr viel vielschichtiger ab. Es ist nicht mehr nur die jahrelange Vereinszugehörigkeit, mit der man zum Liebling wird. Die kommt ja sowieso im Grunde heute nicht mehr vor. Außer natürlich bei Julian Draxler und Benedikt Höwedes.“

[Clubfans United] Schalke agiert ja immer mehr wie die anderen Branchengrößen. Spieler kommen und gehen, ein florierender Handel mit „Stars“. Ist das noch das Schalke, der Malocherclub aus dem Revier, oder am Ende doch mittlerweile ein ganz normales Fußball-Unternehmen mit Streben nach Gewinnmaximierung?

„Als ich ’93 oder ’94 zum ersten Mal auf Schalke war, war da schon nur noch wenig Malocherclub drin. Klar, die Eurofighter 1997 waren noch mal ein starkes Symbol, aber mit der Fertigstellung der Arena und dem Abschied Rudi Assauers ging dann auch der letzte Rest flöten. Aber ehrlich gesagt, weine ich dem auch nicht wirklich nach. Es ist ganz nett, wenn vor den Heimpielen das Steigerlied läuft, und man sich kurz darauf besinnen kann, wo der Verein herkommt, aber im Endeffekt geht es doch darum, erfolgreichen Fußball zu spielen. Das sehe ich tatsächlich völlig unromantisch. Wenn man dauerhaft oben mitspielen will, muss das aber auch so laufen. Da kann ich mich nicht wie ein Dorfverein aufführen.“

[Clubfans United] Erklär uns doch mal dein Blog, den eher ungewöhnlichen Namen und die schreibende Fanszene (Blogs, Social Media, Fanmagazine) rund um Schalke.

„Oh, jetzt wird es hier ja richtig intim! Wenn ich mich recht erinnere, habe ich das Geheimnis des Blognamens bisher nur einmal kurz im kleinen Kreise auf einem Weihnachtstreffen von Schalker Bloggern und Twittermenschen preisgegeben. Eigentlich ist es auch echt unspektakulär, aber gut, für die Clubfans gibt es das nun ganz exklusiv in schriftlicher Form: Irgendwann vor circa drei Jahren hatte ich die fixe Idee, mich mal an einem Roman zu versuchen. Nach 30 oder 40 Seiten – ich war gerade nebenher voll dabei, mich für alle möglichen Blogs zu begeistern – kam mir die Idee, die Geschichte häppchenweise in einem eigenen Blog zu veröffentlichen. Da mir aber auf die Schnelle kein Titel einfiel, habe ich einfach als Fülltext die ersten drei, den Schauplatz des Geschehens beschreibenden, Wörter der Geschichte gewählt. Kurze Zeit später habe ich die Plattform dann plötzlich genutzt, um Torstens Königsblog nachzueifern. Mein Roman wurde natürlich nicht weitergeführt, der Blogname ist aber bis heute geblieben. Lediglich der Untertitel „kalter Schweiß, Gummifußboden“ ist irgendwann mal abhanden gekommen.
Zum Blog an sich gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Vor den Spieltagen suche ich mir immer eine interessante Aussage zum Spiel heraus, um mit ein paar zusätzlichen Worten eine kleine Einstimmung zu liefern. Montags gibt es dann eine Nachbetrachtung, die allerdings meist von irgendwelchen Spielberichten oder gar Taktikanalysen weit entfernt ist. In der Regel suche ich mir einfach ein paar Dinge, die mir besonders ins Auge gestochen sind, und beackere dieses Feld. Seit einer kleinen Weile habe in jetzt auch noch den Christoph an Bord, der sich speziell um die Karriere von Julian Draxler kümmert.
Über die Schalker Blogosphäre muss man ja eigentlich kein Wort mehr verlieren. Wir haben mit dem Web0.4 quasi die Erfinder von Hans Sarpei, Matthias (schalkefan.de) war vor ein paar Wochen in wirklich allen Medien mit seinem Bullshitbingo präsent und seit einiger Zeit gibt es von blogundweiss.de sogar einen relativ regelmäßigen Hangout. Natürlich gibt es neben den genannten noch eine Vielzahl weiterer Blogs und folgenswerter Twittermenschen, die ich jetzt aber wirklich nicht alle aufzählen kann.“

[Clubfans United] Am Samstag kommt es also zum 52. Freundschaftsspiel zwischen dem Club und Schalke. Zu dieser Fanfreundschaft hatten wir schon öfter was gesagt und man darf sie rein historisch und in der breiten Fankultur nicht unterschätzen. Aber wie siehst du das für dich selbst? Was bedeutet dir diese Fanfreundschaft oder ist das nur noch pure Nostalgie von ein paar Altvorderen?

„Für mich im täglichen Dasein als Fan ist die Fanfreundschaft eher sekundär. Ich bin zum Beispiel noch nie auswärts in Nürnberg gewesen, noch geht mein Blick immer direkt auf den Club, wenn ich Ergebnisse und Tabelle betrachte. Mein Fokus geht dann eher in den entscheidenden Spielen auf euch gerichtet. Bei den Relegationsspielen und dem Pokalfinale habe ich dann doch etwas mehr mitgefiebert, als es bei anderen Vereinen der Fall gewesen wäre. Ich muss allerdings noch betonen, dass der erste Schalkeschal, den ich besaß, ein Fanfreundschaftsschal war. Der eigentliche erste Schal war von der Kirmes, und an den Seiten waren anstelle von Deutschlandflaggen die Belgischen abgebildet. Der zählt also nicht. Den Fanfreundschaftsschal besitze ich übrigens noch.“

[Clubfans United] Pflegt Schalke eigentlich weitere Fanfreundschaften? Von Seite der Clubfans bekennen sich ja noch viele zu Rapid Wien.

„Nach allem, was ich so gehört habe, gibt es wohl eine Art Verbundenheit zwischen Schalkern und Anhängern des Wuppertaler SV, was vielleicht an der gemeinsamen Abneigung gegen Rot-Weiss Essen liegen könnte. Obwohl Wuppertal hier in direkter Nachbarschaft liegt, und ich sogar dort arbeite, kann ich da leider nichts Fundiertes zu sagen.
Zudem gibt es eine Freundschaft mit den Fans vom FC Twente. In der letzten Europa League – Saison hatte ich das Glück, auswärts in Enschede dabei sein zu können, wo wirklich eine sehr angenehme Atmosphäre herrschte. (Ein Foto von der Choreographie vor dem Spiel habe ich angehängt.)“

[Clubfans United] Beobachtet man Ultra-Bewegung, dann scheint sich zwischen Profi-Sport und Fankultur mehr und mehr ein Riss aufzutun – und das z.T. mitten durch die eigenen Vereine. Der Support ist teilweise spielverlaufsunabhängig, Choreographien beschäftigen sich – wie allgemein die postulierten Themen – nur noch selten mit sportlichen Belangen. Kann das auf Dauer gut gehen? Oder sind Aktionen wie die Gründung eines Vereins durch die Fans, wie der FC United of Manchester, irgendwann mal das Ergebnis einer Trennung von Fankultur und Event-Sport?

„Die Ultra-Bewegung beobachte ich ja seit den Anfängen in Deutschland eher skeptisch. Vielleicht hatten wir da auch einfach einen schlechten Start, damals in der Nordkurve im alten Parkstadion. Ich weiß es nicht. Neulich habe ich beim Basketball auch wieder sowas beobachtet, bei einem Drittligaspiel. Offenbar gibt es dort auch inzwischen kleinere Ansammlungen von Ultras. Vermutlich kommen die ursprünglich vom Fußball, unterstützen aber nebenbei ihren lokalen Basketballverein. In der Halbzeit trafen nun vor der Halle die beiden Fangruppen durchaus freundschaftlich aufeinander. Gesprächsthema war aber weder Basketball im allgemeinen oder das Spiel im speziellen, sondern lediglich die Art des Supports. Das bestätigte mir den Eindruck, den ich im Fußballstadion auch jedes Mal habe: Es wird supportet um des Supports Willen. Das Spiel scheint dabei egal. Wenn man gemein sein möchte, könnte man sagen, das sind Cheerleader, die besser basteln als tanzen können. Ob die sich auch zu Ultra-Meisterschaften treffen? Im Endeffekt glaube ich aber nicht an eine endgültige Trennung von Event-Sport, wie Du es nennst, und Fankultur. Es gab vor Ultra eine Fankultur, und sollte sich die Ultra-Idee mal irgendwann komplett vom Event-Sport abwenden, wird es weiter eine Fankultur geben. Mit einem anderen Gesicht zwar, aber es wird sie geben. Vielleicht kommen ja sogar die bestickten Kutten zurück.“

[Clubfans United] Euch betrifft das nun ja auch: Financial Fairplay – oder die EU-Pläne, den Fußball finanziell auszubalancieren, indem man bei Top-Transfers Ausgleichszahlungen an kleinere Vereine vornimmt. Also wir hätten nix dagegen, wenn wir beim Huntelaar-Transfer von Gazprom zum Ausgleich so ne Mio. bekommen hätten. Oder von den Bayern, als sie den Spanier holten. Ist es der richtige Ansatz, da „von oben“ regelnd einzugreifen, weil es sonst endgültig zu einer 2-Klassen-Gesellschaft kommt?

„Nein, glaube ich nicht. Im Endeffekt ist das Financial Fairplay doch auch nur ein Papiertiger. Da bin ich erstmal gespannt, ob überhaupt irgendwann einer der größeren Klubs bei Vergehen ernsthaft bestraft wird. Vermutlich nicht. Eine Transferabgabe ist eine interessante Idee. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die höheren Kosten den Transfermarkt lähmen würden. Vielleicht sollte man notorisch klamme Vereine verpflichten, einen gewissen Betrag im Jahr in die Ausbildung junger Spieler zu stecken. Wie ich hörte, lassen sich mit Torhütern enorme Ablösesummen generieren. Außenverteidiger sind auch immer gesucht.“

[Clubfans United] In Sachen Trainer stehen unsere Vereine ja vor ähnlichen Entscheidungen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Fakt ist, dass wir alle „Interimstrainer“ haben, deren Zukunft über das Saisonende hinaus nicht feststeht. Sind solche „unklaren“ Personalsituationen eher ’suboptimal‘?

„Wenn man mal ehrlich ist, dann ist die Zukunft von Trainern auf Schalke immer unklar. Gestern schaffst du doch den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte, morgen steht dein Stuhl vor der Tür. Ich glaube, Jens Keller hatte am Anfang aber doch so seine Probleme mit der Situation. Der kam mit einer Traumbilanz von 13 Siegen in 13 Spielen bei der U17, und trotzdem hat ihm niemand etwas zugetraut, ihm sogar noch die Krise angekreidet. Dabei hat er das Team ja übernommen, als es sich bereits im freien Fall befand. Ich hatte allerdings das Gefühl, es gab einen Punkt, an dem ihm plötzlich wirklich klar wurde, dass er absolut nichts mehr zu verlieren hat. Vielleicht nach dem Spiel in München. Auf jeden Fall kam er mir in seinen Auftritten und seiner Wortwahl viel entschlossener vor. Vielleicht ist seine Zukunft aber auch intern schon längst geklärt, was bei ihm für mehr Gelassenheit sorgt: Es ist ja durchaus vorstellbar, dass Jens Keller zur U17 zurückkehrt, und man sich mit einem anderen Trainer längst einig ist. Insgesamt glaube ich aber nicht, dass ein Interimstrainer per se eine schlechte Wahl ist. Vor allem ist es oft die einzige Möglichkeit, denn wo bekommt man kurzfristig mitten in der Saison den Wunschtrainer her?“

[Clubfans United] Bei euch wird ein Armin Veh gehandelt, bei uns euer alter Bekannter Huub Stevens. Was sagst du zu den beiden Gerüchten? Und würdest du uns – mal Wiesinger/Reutershahn außen vor – Stevens denn empfehlen können?

„Armin Veh ist sicherlich ein guter Trainer. Bei ihm ist mir allerdings in der Vergangenheit die ein oder andere Bockigkeit aufgefallen. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte er doch beim HSV schon wegen Streitigkeiten mit dem Manager hingeschmissen, und bei Frankfurt hatte er doch mehr oder weniger mit seinem Abschied gedroht, wenn er nicht Summe X für Transfers zur Verfügung bekommt. Da könnte er mit leeren Schalker Kassen Spaß bekommen. Über Huub Stevens schwebt für mich seit seinem Rauswurf Ende letzten Jahres ein großes Fragezeichen. Ich habe noch immer nicht verstanden, was da mit der Mannschaft unter ihm passiert ist, daher tue ich mich schwer, ihn zu empfehlen. Vielleicht solltet Ihr doch lieber auf einen jüngeren Mann setzen. Den hätte man ja auch schon.“

[Clubfans United] Wenn Schalke nach Nürnberg kommt, dann erwartet man was für ein Spiel?

„Schwer zu sagen, da ich den Club so genau in letzter Zeit nicht so genau beobachten konnte. Aber ich denke, sie täten gut daran, gegen Spieler wie Draxler, Farfán und Bastos möglichst tief zu stehen. Erstmal gehe ich also von einem abwartenden Spiel beider Mannschaften aus, auch weil Schalke unter Umständen ohne echten Stürmer auflaufen könnte. Und das war jetzt keine Gemeinheit gegenüber Pukki!“

[Clubfans United] Nervt einen eigentlich so ein „unangenehmer“ Gegner? Oder hat man da Verständnis – oder gar Respekt?

„Nein, das nervt mich überhaupt nicht. Wenn ein Team eben das was es kann, kompromisslos und gut spielt, dann respektiere ich das. Wenn das feinster Konterfußball ist: Super! Wenn es defensive Stabilität und Härte sind: Auch okay. Letzte Saison war es Chelsea, die sich gegen Barcelona und Bayern dem Vorwurf ausgesetzt sahen, defensiven Rumpelfußball zu spielen, aber die haben damit die Champions League gewonnen, und zwar am Ende völlig verdient. Dafür verdienen sie Respekt.“

[Clubfans United] Hast du zum Abschluss noch eine Anekdote für uns? Oder eine Botschaft, die du schon lange mal loswerden wolltest?

„Gegen Ende der letzten Saison wollte ich hier in Schwelm mit ein paar Freunden in einer englischen Woche abends in unserer Schalke-Kneipe das Spiel der Schalker gegen den Club gucken. Vor der Tür stand ein, in seltsamen Farben beschrifteter, Aufsteller, der nichts gutes verhieß: „Wegen der Lage der Liga heute Dortmund gegen Bayern!“ Was für eine Katastrophe. In einer Kneipe namens Schalker Eck! Ich also wieder ab ins Auto und nach Hause gefahren, um das wirklich wichtige Spiel zu gucken. Ergebnis: 4:1 für den Club. Tatsächlich hat mich der unfassbare Fehltritt des Wirtes sehr viel mehr und sehr viel länger geärgert, als die Niederlage.“

[Clubfans United] Wir danken Dir für das Interview und wünschen uns allen ein gutes und faires Spiel!

Das Interview führte Alexander Endl [Clubfans United] mit Philip Behrendt [Turnhallengeruch] am 13.3./14.3.2013 per E-Mail.

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Kommentare (64)

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  1. Ein klasse Bericht,mein Tipp Club 2:1 Schalke04
    Wenn wir den siegeswillen der Mannschaft übernehmen den sie gegen Augsburg hatten dann könnte eine gute Serie nun ab der Heimspiel gegen die Knappen gelingen.

  2. Teo sagt:

    Die Eltern von Jorge Mario Bergoglio wanderten aus Italien nach Argentinien ein. Jorge wird im argentinischen Sommer (1936)in Buenos Aires geboren.
    Er besitzt sowohl die argentinische als auch die italienische Staatsbürgerschaft.
    Als Erzbischof von Buenos Aires wohnte er in einem einfachen Apartment statt in der Bischofsresidenz und warnt auch schon mal vor der alltäglichen Übermacht des Geldes. Er ist Fußballfan.
    HABEMUS PAPAM: Franziskus I.!

    Die Eltern von Javier Horacio Pinola wanderten aus Italien nach Argentinien ein. Javier wird im argentinischen Sommer (1983) in Buenos Aires (Olivos) geboren.
    Er besitzt sowohl die argentinische als auch die italienische Staatsbürgerschaft.
    Als Linksverteidiger blieb er wiederholt dem 1.FC Nürnberg treu statt dem Lockruf des feudalen Schalke 04 zu folgen und entschied sich damit gegen die alltägliche Übermacht des Geldes. Er ist gläubiger Katholik.
    HABEMUS PINOLAM: Fußballgott!

    ________

    Der weiße Rauch, der am Samstag über dem Stadion zu sehen sein wird, ist dem Schnee geschuldet, der durch die gleißende Sonne vom Spielfeldrand empordampft. Sie wird Javier Pinola daran erinnern, dass es in Argentinien zur Zeit Sommer ist, er seit Dienstag einen neuen „Chef“ hat und es Zeit wird, wieder mal ins SCHWARZE zu treffen.

    „Torschütze durch den Spieler mit der 25, Javier …“

    „PI-NO-LA, PI-NO-La, PI-NO-la, PI-No-la, PI-no-la, Pi-no-la, pi-no-la, pinola,…“

  3. Optimist sagt:

    Teo, wunderbare Geschichte 😀

    Ja, ich würde ihn gerne mal wieder als Fußballgott feiern, er hat es sich verdient, nicht nur immer (überzogene) Kritik einzustecken.

    Gegen Augsburg hat er bewiesen, dass er noch immer der Beste ist, den wir auf dieser Position haben. Wäre es nicht schön, wenn er uns zeigen würde, dass wir gar keinen anderen wollen?

  4. KUZ sagt:

    Das Spiel gegen Schalke ist für mich immer DER Höhepunkt einer Saison ( naja bis auf 2008), da die Atmosphäre absolut einmalig und friedlich ist.

    Unserem Trainergespann empfehle ich eine psychologisch bedingte Aufstellung:

    Mit unseren Türken…. 😉

  5. belschanov sagt:

    Teo:

    Der weiße Rauch, der am Samstag über dem Stadion zu sehen sein wird, ist dem Schnee geschuldet, der durch die gleißende Sonne vom Spielfeldrand empordampft.

    Welch poetische Einstimmung auf das Spiel! Welch spirituelles Bild!

    Dass der neue Papst sich für Fußball interessiert, schmeckt mir gar nicht. Der Segen von ganz oben liegt jetzt auf den Gauchos oder – je nach Präferenz des Oberhirten – auf den Azzurris. Eigentlich hätte ja unter dem Pontifikat von Benedikt der eine oder andere Titel für die, wo den Adler tragen, rausspringen müssen. Doch leider hatte der unfehlbare Bayer mit profaner Fußlümmelei nichts an der Mitra. Jogis Jungs gingen ihm wohl hinten am Talar vorbei.

    So waren wir zwar Papst, aber weder Welt- noch Europameister.

  6. Teo sagt:

    belschanov,

    Päpste und Fußball…
    Von Johannes Paul II., Pole, ist verbrieft, dass er selbst Fußball spielte. Torwart. Und er war wohl auch als Papst noch Mitglied zweier Vereine:
    Barca und…
    …Schalke.
    Benedikt XVI. dagegen, so wie man es von ihm erwarten darf, setzt sich eher ( ich nenne es mal vorsichtig) sportphilosophisch mit dem Thema Fußball auseinander:
    „Fußball ist zu einem globalen Ereignis geworden, das die Menschen rund um unseren Erdkreis über alle Grenzen hinweg in ein und derselben Seelenlage in Hoffnung, Ängsten, Leidenschaften und Freuden verbindet.“ usw.
    Das schrieb er 1978 (!!Cordoba!!).
    [Quelle: www.n-tv.de/polit…65862.html ]
    2005 im Oktober outet sich Benedikt als Fußballfan, als er Beckenbauer und Rudi Völler (!!!) zur Audienz empfing und versicherte, dass er alle wichtigen Spiele der WM 2006 verfolgen werde.

    Nun.
    Besser, er hätte geschwiegen. 1978 kam es zum Krankl-Desaster und 2006 wurde Italien (!!!) zum Verhängnis.

    Dass es 2006 nichts wurde mit dem Titel, kann nun
    (a) am Papst liegen, der aus beruflicher Befangenheit beim stillen Gebetsdaumendrücken Italien den Vorzug gab,
    (b) an der falschen Audienz-Konstellation liegen, da weder Jogi noch Klinsmann, sondern Völler vor Ort waren (schon wieder Italien, Rom gar) oder, mein Favorit
    (c) an dem desaströsen Musikgeschmack des Duos Löw/ Klinsmann liegen, die vor jedem Spiel die Umkleide und die Ohren der Spieler mit dem Lied eines bekennenden katholischen Sängers mälträtierten.
    Mag ja ein schönes Lied sein, und es mag Stimmungen geben, zu denen es passend erscheint, aber ein eher wimmerndes „Dieser Weg wird kein leichter sein“ KANN nicht zum Erfolg führen…

    So lange Jogi I. mit dem Schattenteamchef Jürgen I. weiterregiert, konnte und kann das gar nichts werden.

    Das mit dem Europa und Weltmeistertitel kann wohl erst was werden, wenn man die Nationalelf reformiert und eine Neuordnung herbeiführt und zwei Franken ans Ruder lässt:

    Trainer: Lothar Matthäus (ist Fan von)
    Teamchef: KT zu Guttenberg (ist Fan von)
    AC/DC (liefern den neuen Kabinensong)

    HIGHWAY TO HELL
    (I’m on my way to the Promised Land)

    Was dann allerdings der Papst em. dazu sagt, vermag ich nicht zu sagen. Es liegt aber nahe, dass ihn das philosophisch und theologisch an seine Grenzen bringen dürfte.

  7. Matthias sagt:

    Alexander, deine Besessenheit von den Schalker Finanzen fasziniert mich. Bereits im letzten Jahr habe ich als Interviewgast darauf hingewiesen, dass Gazprom nur Sponsor des FC Schalke ist. Dieses latent untergeschobene „Ihr habt doch einen russischen Oligarchen“, das auch im Interview mit Phil wieder durchkommt, geht mit allmählich auf’n Sack. Ernsthaft.

    Zum Financial Fairplay: Ich habe jetzt keine große Lust, die Nürnberger Transferaktivitäten in den letzten beiden Transferfenstern nachzuvollziehen. Aber ich kann dir sagen, was auf Schalke passiert ist: Im Sommer wurden insgesamt Null Euro für neue Spieler ausgegeben. Im Winter waren es knapp 2,5 Millionen für zwei Leihen bei gleichzeitigen Einnahmen von 1,2 Millionen für Holtby. Hat der Club mehr als 1,3 Millionen in den beiden Transferfenstern der Saison 2012/2013 ausgegeben? Ja? Vielleicht könnte Grundig dann ja mal eine Ausgleichszahlung Richtung Gelsenkirchen leisten? Nur so ’ne Idee 🙂

    Ich freue mich auf das lange Auswärtswochenende in Nürnberg. Freitag früh um 8 Uhr geht es für mich los. Vielleicht trifft man sich ja auf ein Bier? Via Twitter bin ich unter @schalkefan_de jederzeit erreichbar.

  8. Claus sagt:

    @Matthias: Ich kann Dich beruhigen. Wenn man Wollscheid noch gegenrechnet, war es in Nürnberg ein dickes Plus, was in Nürnberg auch immer zwingend notwendig ist (nicht so dick wie diesmal, aber ein Plus muss es sein). Wir werden davon aber keine Ausgleichszahlungen leisten.

  9. Matthias: Alexander, deine Besessenheit von den Schalker Finanzen fasziniert mich. Bereits im letzten Jahr habe ich als Interviewgast darauf hingewiesen, dass Gazprom nur Sponsor des FC Schalke ist. Dieses latent untergeschobene “Ihr habt doch einen russischen Oligarchen”, das auch im Interview mit Phil wieder durchkommt, geht mit allmählich auf’n Sack. Ernsthaft.

    Oh. Dissonanzen in unserem Kuschel-Blog jenseits von Nordtirol und Schäfer? Da muss ich mich ja mental jetzt erst mal drauf einstellen. 😉

    Vorweg: Hallo Matthias, schön dich mal wieder hier zu begrüßen! Und danke für deine Sorge um mich, aber die Schalker Finanzen bringen mich für gewöhnlich nicht um den Schlaf. Aber ja: Wenn ich in der Vorbereitung eines Interviews an Schalke denke, dann ist das mit den Finanzen komischerweise immer auf der Zunge.

    Ich verstehe durchaus, dass dich das nervt. Aber auch wir müssen uns immer mit den gleichen Vorurteilen und Thesen herumschlagen. Die steile These von Phil bspw. war „Der Club is a Depp“ – auch wahrlich nichts, was wir zu unseren Lieblingsthemen erkoren haben, aber eben genau so mit Leben müssen wie mit dem Vorhalt „Leihspieler“-Verein, wobei wir uns in den letzten Jahren weder sonderlich deppenhaftes zu Schulden kommen ließen noch sonderlich viele Leihspieler im Einsatz haben. Wir/unsere Vereine leben mit diesem Image und diese Interviews sind eben auch genau dafür da mit dem zu konfrontieren und dem Interviewpartner die Gelegenheit zu geben mit bestehenden Vorurteilen aufzuräumen.

    Aber wenn man mich auf meine meine persönliche Meinung zum Thema schon anspricht? Ich mache da sicher aus meinem Herzen keine Mördergrube. Ich mag den Sponsor nicht, sehe Gazprom sehr kritisch, sehe das ganze Engagement kritisch und hätte das auch getan, wenn das gleiche in Nürnberg passiert wäre. Und das Argument, dass nun die Millionen nicht mehr sprudeln wie einst zieht für mich nicht. Da wurde massiv investiert und damit ein „Wettbewerbsimpuls“ gesetzt, der anderen eben nicht zur Verfügung steht. Schalke ist damit aus einem Mittelfeld-Club zu einem Champions-League-Kandidaten geworden, was dieser Schritt für Gazprom im Endeffekt gekostet hat (inkl. aller Nebenwege), wäre sicher mal ebenso interessant zu erfahren, wie das, wofür sich Schalke als Verein dafür mit allen Konsequenzen verpflichtet hat.

    Ja, natürlich ist das ein gewisser „Neid der Besitzlosen“. Und ja, das tut weh, wenn wir seit Jahren immer nur Transferüberschuss erzielen müssen um unseren Haushalt zu finanzieren. Und von Grundig kriegen wir keinen Cent, das bekommt alles die Stadt Nürnberg. Und Nein, Gazprom und Co. sind ja auch keine „illegalen“ Partner. Gefallen aber tut mir das alles nicht und ich wüsste wirklich und ehrlich nicht, ob mir mein Club noch Spaß machen würde, wenn wir so eine Entwicklung gehen würden. Genau darum frage ich ja auch bei euch Schalker Fans nach, wie da bei euch das Stimmungsbild ist – weil mich das wirklich aus Sicht eines Fans interessiert.

    Die „Besessenheit“, die du mir unterstellst, ist also weit aus mehr reine Neugier. Dass ich Schalke deswegen trotzdem den Sieg gegen Istanbul wünschte und mitfieberte hat damit nichts zu tun. Auch nicht mit der besonderen Beziehung zu Schalke, denn solche Beziehungen bestehen in der Regel weit länger als es Spieler, Trainer, Sponsoren und auch Fanmagazine und Blogs gibt.

    Daher: Ärger dich nicht, denn das war nicht meine Intention zu provozieren. Und gern würde ich mich mit dir mal auf ein Bier zusammensetzen, leider bin ich aber am Samstag nicht im Stadion, aber vielleicht nächste Saison dann mal „auf Schalke“. Ich würde mich freuen.

  10. BSE08 sagt:

    Nun ja, Areva als Sponsor war auch nicht der Hit. Im Profi-Fußball ist es leider wie in der Politik. Man braucht das Geld einfach.
    Deutschland als Riesenexporteur von Rüstungsgütern ist da auch kein leuchtendes Vorbild.

    Ich argwöhne mal, Schalke hätte ohne den von Schröder inszenierten Gazprom-Deal Insolvenz anmelden müssen.

  11. BSE08: Nun ja, Areva als Sponsor war auch nicht der Hit. Im Profi-Fußball ist es leider wie in der Politik. Man braucht das Geld einfach. Deutschland als Riesenexporteur von Rüstungsgütern ist da auch kein leuchtendes Vorbild.

    Da will ich dir gar nicht widersprechen. Wobei ich die Argumentation „aber die auch“ immer nicht verstehe. 🙂
    Ich kann doch Gazprom doof finden als Sponsor und NKD auch. Mir wird sowas zu oft zu emotional argumentiert, das ist fast wie in der Schule: „Schau mal, du hast da was falsch gemacht! Aber der Peter doch auch!“

    Ich bin da in Sachen Sponsoring wirklich in der moralischen Bredouille. Einerseits freut man sich ja, wenn xy den eigenen Dorfclub unterstützt und ärgert sich, warum nicht mal wenigstens ein regional ansässiges Großunternehmen (wie Schaeffler) beim Club einsteigt, andererseits findet man Volkswagen in Wolfsburg doof. Die (moralische) Grenze ist wirklich nicht einfach zu ziehen.

  12. Optimist sagt:

    Matthias,

    witziger Einfall, uns unsere Transferbilanz vorzuhalten. Ich weiß gar nicht mehr, wann wir zuletzt mehr ausgegeben als eingenommen haben. Vermutlich im Zweitligajahr.

    Bezeichnend auch unser Top-Transfer, der immer noch Harry Charisteas mit ca. 2,5 Mio ist. Da sind vermutlich eure Ergänzungsspieler schon teurer…

    Typisches Eigentor, das aus mangelnder Information entspringt, denn wenn Du auf uns zeigst, erscheint ihr in noch deutlich schlechterem Licht. 😉

    Irgendwie ist das wie einer, der sich aus dem Porsche rauslehnt und sagt: Hey, der bekommt doch Hartz 4, warum fährt der einen Motorroller? :mrgreen:

    Und ja, das gute Geld, das euch euer Sponsor zukommen lässt, hätte ich auch gern bei uns. Aber wir sind auch mit dem Backen kleinerer Brötchen bislang satt geworden.

    Ich hoffe, Dir geht es nicht auf den Sack, zu den reicheren Clubs zu gehören, sondern nur, darauf angesprochen zu werden. 😉

    Auch wenn Ihr jetzt auch sparen müsst, die Summen sind doch gar nicht vergleichbar. Ist aber alles OK, ich kenne Eure Verhältnisse ja auch nicht, daher nehm ich es nicht übel, wenn man mal eine Fehleinschätzung tätigt.

    In diesem Sinne, ich wünsche eine schöne Auswärtsfahrt zu Freunden und ein tolles rassiges Spiel, das Dich dafür entschädigt, ohne Punkte nach Hause fahren zu müssen 😉

  13. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: Ich bin da in Sachen Sponsoring wirklich in der moralischen Bredouille. Einerseits freut man sich ja, wenn xy den eigenen Dorfclub unterstützt und ärgert sich, warum nicht mal wenigstens ein regional ansässiges Großunternehmen (wie Schaeffler) beim Club einsteigt, andererseits findet man Volkswagen in Wolfsburg doof. Die (moralische) Grenze ist wirklich nicht einfach zu ziehen.

    da kommt für mich der Traditionsverein ins Spiel:

    Es ist schon noch ein Unterschied, ob man ein schützenswertes Kulturgut unterstützt oder ein Kunstprodukt, das nur zu Werbezwecken hochgepusht wurde. Überspitzt formuliert.

  14. Optimist: da kommt für mich der Traditionsverein ins Spiel:

    Es ist schon noch ein Unterschied, ob man ein schützenswertes Kulturgut unterstützt oder ein Kunstprodukt, das nur zu Werbezwecken hochgepusht wurde. Überspitzt formuliert.

    Wobei auch ein Traditionsverein dann „missbraucht“ werden kann (siehe Manchester United oder PSG, das ist ja quasi eine Selbstauflösung und neue Markteinführung…).

    Die Regeln müssten von oben kommen. Aber es ist, wie es immer ist: Warum sollten die Reichen und Mächtigen sich selbst abschaffen?

  15. Scramjet sagt:

    Matthias,

    Mal völlig unabhängig davon, was man von Sponsoren allgemein oder dem Engagement von Gazprom bei Schalke im speziellen hält, ist diese Argumentation mit dem Vergleich zweier Transferbilanzen absolut überhaupt nicht aussagekräftig (und nicht mal in der Darstellung korrekt, denn die 4 Mio, die im Sommer für die endgültige Verpflichtung eines Spielers, der dann überhaupt keine Rolle spielt, sollten nun nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden).

    Allein die Transferbilanz zu vergleichen, ist doch nur die halbe Wahrheit. Bei jedem Transfer sind für den Verein die Kosten für das Gesamtpaket entscheidend, und da spielen dann doch so Posten wie Gehälter, Prämien, Handgelder etc. eine beträchtliche Rolle. Und dann sehen Transfers schon gleich wieders aus, eine Verpflichtung von Barnetta beispielsweise oder auch die beiden angeblich „günstigen“ Leihspieler könnte sich rein finanziell (unabhängig davon ob ein Verein einen Spieler durch sportliche Argumente zu einem Wechsel überreden kann) wohl nur eine Handvoll Vereine leisten.

    Im Prinzip ist ja einzig und allein die GEsamtsumme des Lizenzspieleretats entscheidend, und da kann man wohl getrost sagen, dass da ein paar Größenordnungen zwischen dem Club und Schalke liegen.

    Wie dieser finanziert wird, ob nun durch sportlichen Erfolg, Sponsoren oder was auch immer, da kann man ja sehr ausführlich drüber diskutieren, aber so ein Vergleich ist doch keine Grundlage dafür.

  16. Scramjet sagt:

    Alexander | Clubfans United: Wobei auch ein Traditionsverein dann “missbraucht” werden kann (siehe Manchester United oder PSG, das ist ja quasi eine Selbstauflösung und neue Markteinführung…).

    Die Regeln müssten von oben kommen. Aber es ist, wie es immer ist: Warum sollten die Reichen und Mächtigen sich selbst abschaffen?

    Eine Frage, die dabei auch viel zu wenig diskutiert wird, ist vor allem, wodurch ein Verein ein überhaupt zum Traditionsverein wird.

    Bayer Leverkusen z.B., als einfacher Betriebssportverein gegründet und mittlerweile über 30 Jahre in der Bundesliga, wird diesen Status im Allgemeinverständnis zumindest der meisten Fußballfans wohl nie erlangen.

    Andererseits wird aber niemand dem politisch gewollten Retortenverein, der erst 1948 aus dem Zusammenschluss der Spvgg Sülz und dem Kölner BC 01 entstanden ist und sich seitdem 1. FC Köln schimpft, absprechend, dass es ein Traditionsverein sei.

    Woran also macht man es fest?

  17. Scramjet: Andererseits wird aber niemand dem politisch gewollten Retortenverein, der erst 1948 aus dem Zusammenschluss der Spvgg Sülz und dem Kölner BC 01 entstanden ist und sich seitdem 1. FC Köln schimpft, absprechend, dass es ein Traditionsverein sei.

    Woran also macht man es fest?

    Sicher kann man da nur gewisse Indikatoren festmachen. Watzke hat es mal angestoßen und Rauball was dazu gesagt: „. „Das lässt sich nicht nach Meisterschaften und Bundesliga-Jahren berechnen. Für mich sind zum Beispiel auch Alemannia Aachen oder Dynamo Dresden Traditionsvereine“, sagte Rauball: „Ein Verein muss über Jahrzehnte für die Fans und die entsprechende Region eine große Bedeutung haben – und Identifikation vermitteln. Dann handelt es sich in meinen Augen um einen Traditionsverein.“…
    DFL: Verteilung der TV-Millionen steht vor Reform – weiter lesen auf FOCUS Online: www.focus.de/sport…63441.html

  18. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: Wobei auch ein Traditionsverein dann “missbraucht” werden kann (siehe Manchester United oder PSG, das ist ja quasi eine Selbstauflösung und neue Markteinführung…).

    PSG ist da ein eher schlechtes Beispiel, denn die würde ich von Haus aus nicht als Traditionsverein bezeichnen. Die wurden erst 1971 gegründet und gelten – auch in Frankreich – eher als Retortenclub. Die Pariser Traditionsvereine (z.B. Racing Club Paris) spielen sportlich keine Rolle, PSG ist der einzige Erstligist aus der Hauptstadt (schon witzig, in London gibt es davon 5).

  19. Christian sagt:

    Na an der Sympathie-wolfsburg existiert auch seit 1945…wahrscheinlich ergibt sich das Prädikat Traditionsverein aus mehreren Komponenten -eine wichtige dürfte der Erfolg über einen längeren Zeitraum hinweg sein,eine andere wie lang man schon dabei ist und eine gewisse Deutschlandweite Akzeptanz.

    Und gerade bei der Akzeptanz haben Vereine wie Leverkusen hält so ihre Probleme

  20. Matthias sagt:

    Uiuiui, da habe ich ja etwas angerichtet. Hab‘ ich nicht gedacht, dass meine harmlos gemeinte Erwiderung direkt für derart heftige Hyperventilation sorgt. Tut mit leid.

    Alexander, dass ich ebenfalls meine Probleme mit dem Sponsor habe, darfst du mir gerne glauben. Oder auch nicht. Deine Entscheidung. Dass ich nicht bereit bin, mein Fanleben lang aufgrund des Sponsors (nochmal: Sponsor!) in Sack und Asche zu gehen, ebenfalls. Deine Analyse, erst Gazprom habe aus dem Mittelfeldclub-Schalke einen CL-Club gemacht, ist jedoch historisch nicht haltbar.

  21. Claus sagt:

    Optimist:
    …PSG ist der einzige Erstligist aus der Hauptstadt (schon witzig, in London gibt es davon 5).

    Kleine Korrektur: Derzeit sind es sogar 6.
    Da fällt mir eine Quizfrage von vor 2 Jahren ein, die derzeit aber wieder stimmt:
    Anzahl der europäischen Hauptstädte, die keinen Fußballverein in ihrer höchsten nationalen Spielklasse haben?

  22. Matthias: Uiuiui, da habe ich ja etwas angerichtet. Hab’ ich nicht gedacht, dass meine harmlos gemeinte Erwiderung direkt für derart heftige Hyperventilation sorgt. Tut mit leid.

    Alexander, dass ich ebenfalls meine Probleme mit dem Sponsor habe, darfst du mir gerne glauben. Oder auch nicht. Deine Entscheidung. Dass ich nicht bereit bin, mein Fanleben lang aufgrund des Sponsors (nochmal: Sponsor!) in Sack und Asche zu gehen, ebenfalls. Deine Analyse, erst Gazprom habe aus dem Mittelfeldclub-Schalke einen CL-Club gemacht, ist jedoch historisch nicht haltbar.

    Kein Problem, wir diskutieren gern, solange es freundlich bleibt. 🙂

    Einstieg Gazprom bei Schalke: 2006

    Kolportiert soll der Deal damals 125 Mio. in 5 Jahren bringen.

    Tabellenplätze: 1997 12ter, 1998 5ter, 1999 10ter, 2000 13ter, 2001 2ter, 2002 5ter, 2003 7ter, 2004 7ter, 2005 2ter, 2006 4ter /// 2007 2ter, 2008 3ter, 2009 8ter, 2010 2ter, 2011 14ter, 2012 3ter

    Nach dem Einstieg des Sponsors also in 4 von 6 Fällen unter den ersten Drei, davor in 2 von 10 Fällen. Oder anders: Schalke war vor Gazprom zweimal in der CL, danach im gleichen Zeitraum 4mal (inkl. Quali).

    Kann man jetzt was draus lesen, muss man aber nicht.

  23. Optimist sagt:

    Matthias: Uiuiui, da habe ich ja etwas angerichtet. Hab’ ich nicht gedacht, dass meine harmlos gemeinte Erwiderung direkt für derart heftige Hyperventilation sorgt. Tut mit leid.

    …in Deiner Wortwahl klang es nicht so harmlos, daher der landesweite Aufstand 😉

    Aber ich habs auch nicht böse gemeint. Unabhängig von Fanfreundschaften gehört Schalke seit jeher zu den sympatischeren Clubs für mich. Jedenfalls kann ich Lüdenscheid auch nicht ausstehen, insbesondere, seit dieser pseudocoole Klopp da rumhüft!

  24. Optimist sagt:

    Claus,

    stimmt, nach dem Wiederaufstieg von West Ham. Aber QPR korrigiert das ja vielleicht wieder…

  25. Optimist: Matthias: Uiuiui, da habe ich ja etwas angerichtet. Hab’ ich nicht gedacht, dass meine harmlos gemeinte Erwiderung direkt für derart heftige Hyperventilation sorgt. Tut mit leid.

    …in Deiner Wortwahl klang es nicht so harmlos, daher der landesweite Aufstand

    Ich muss wohl auch zwischen „Deine Besessenheit“, „latent untergeschobene“ und „geht mir allmählich auf’n Sack. Ernsthaft.“ eine dezent negative Konnotation gespürt haben. Aber kann auch sein, dass wir hier den rauen Ton des Potts einfach nicht gewohnt sind.

    Und „landesweit“ gibt es bei uns schon aus bekannt unpatriotischer Regionalverhältnisse schon mal gar nicht.

  26. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United,

    …wie kommst Du darauf, dass ich irgendwas außerhalb unseres schönen Frankenlandes gemeint haben könnte? :mrgreen:

  27. Und noch was zu den Schalker Finanzen – eine Besessenheit muss ja gepflegt werden:

    www.transfermarkt.de/de/sc…16822.html

    151 Mio. Schulden – lass ich mal so im Raum stehen. Bader raus!

  28. Erich sagt:

    Zum Thema Sponsorring möchte ich auch meinen Senf dazu geben.
    Selbstverständlich sind Sponsoren in unserem System äußerst wichtig. Und Schalke 04 ist aus meiner Sicht nur zu beglückwünschen für den Partner Gazprom. Wobei ich davon ausgehe der vorgenannte Sponsor nimmt keinen Einfluss auf das Management des Vereins.
    Glaubt ihr ensthaft unser Verein würde ein Sponsorenangebot über 10 – 20 Mio. p.a. ohne weiteres ablehnen. Falls keine Einflussnahme a la 1860 oder Hoffenheim erfolgt ist dies ohne weiteres akzeptabel. Der Rest muss der Vorstand austarieren, d.h. immer so fahren, daß der Verein auch nach Ablauf der Verträge weiter existieren kann. Zu Schäfer folgendes: meine Überzeugung ist, die Fa. macht das Sponsorring bei Bayern überwiegend wegen VW und Audi dessen Grosslieferant Schäfer nun einmal ist. Aber vielleicht kommt unser Club irgendwann über die MAN – Schiene ebenfalls bei dem Vorgenannten Sponsor unter. Was mich wundert ist, warum steigt BMW als Münchner Firma nicht bei Bayern ein sondern überlässt das Feld den Konkurrenten aus Ingoldstadt und Wolfsburg? Vielleicht wisst ihr als „Heimische“ da besser Bescheid.

  29. Juwe sagt:

    Erich: warum steigt BMW als Münchner Firma nicht bei Bayern ein sondern überlässt das Feld den Konkurrenten aus Ingoldstadt und Wolfsburg? Vielleicht wisst ihr als “Heimische” da besser Bescheid.

    Ich stelle mal eine Vermutung an, als durch eine DiBa Übernahme der Entrium oder VIAG Interkomm, plötzlich DiBa die Brust der FCN Fußballer zierte eher ungewollt seitens DiBa, haben selbige sich schnell wieder verabschiedet und verkündeten sie wollen kein Fußballsponsoring, sondern beim Basketball etc. bleiben, soll heißen jedes Unternehmen hat beim Sponsoring einen Focus auf bestimmte Sportarten oder sagen wir Lifestyle, ich glaube BMW macht ganz bewußt kein Fußballsponsoring sondern hat seinen Focus auf etwas höhere angesiedelte Aktivitäten wie Golf (BMW Open, mit den Weltbesten Golfern in Mu Eichenried, BMW Open Tennis und sehr viel Segeln Admirals Cup usw. Ich folgere daraus daß BMW an Fußball als Identifikationsträger einfach kein Interesse hat bzw nicht zu ihrem Konzept paßt, sonst gäbe es in Bayern ja genug Möglichkeiten 🙂 mittlerweile

  30. Alexander (aus Wien) sagt:

    Was macht einen Traditionsverein aus? Vielleicht das: wenn beim Bäcker oder im Supermarkt die Verkäuferin, darüber schimpft, was der Glubb gestern wieder für einen Sch… gespielt hat; wenn man mit dem Paketboten darüber plaudert, wie das morgige Spiel gegen die Bayern wohl wird; wenn beim Cafe Wanner bei der Lifeübertragung sich eine gut über 70jährige Dame (im wahrsten Sinne des Wortes) an den Tisch setzt, ein Weißbier bestellt, und sich dann fachkundig über die Leistungen einzelner Spieler äußert; also wenn eine ganze Stadt und Region hinter einem Verein steht. Deswegen bin ich auch Clubfan geworden, seit ich 1996 nach Nürnberg gekommen bin. Davor, in Augsburg und München, hat mich Fußball nicht besonders interessiert.

  31. Alexander (aus Wien): Was macht einen Traditionsverein aus? Vielleicht das: wenn beim Bäcker oder im Supermarkt die Verkäuferin, darüber schimpft, was der Glubb gestern wieder für einen Sch… gespielt hat; wenn man mit dem Paketboten darüber plaudert, wie das morgige Spiel gegen die Bayern wohl wird; wenn beim Cafe Wanner bei der Lifeübertragung sich eine gut über 70jährige Dame (im wahrsten Sinne des Wortes) an den Tisch setzt, ein Weißbier bestellt, und sich dann fachkundig über die Leistungen einzelner Spieler äußert; also wenn eine ganze Stadt und Region hinter einem Verein steht. Deswegen bin ich auch Clubfan geworden, seit ich 1996 nach Nürnberg gekommen bin. Davor, in Augsburg und München, hat mich Fußball nicht besonders interessiert.

    Toll auf den Punkt gebracht!

  32. belschanov sagt:

    @Alexander (aus Wien):

    Ja, irgendwie so isses wohl.

  33. Gunner sagt:

    Ergänzend dazu gehören auch die Erfolge, meist in grauer Vorzeit errungen, dazu. In der aktuellen Bundesliga sehe ich z.B. Mainz, Freiburg und Augsburg nicht unbedingt als Traditionsvereine an, Hoffe und VWBurg sowieso nicht. Fürth und Lev sind grenzwertig, vielleicht H95 noch…

  34. Armin sagt:

    Traditionsverein ist man auch (mal nicht auf uns gemünzt), wenn in Frankfurt ein Kunde bei der Aussage man sei KSC-Fan sogleich sagt, „na die steigen dieses Jahr wieder auf, haben sich zuletzt richtig gut gemacht“.

    Kunde ist wohlgemerkt selbst kein KSC-Fan, sondern eher der heimischen Eintracht zugeneigt und der KSC spielt in Liga 3!

    Über Hoffenheim würde kein Mensch reden, wenn diese wieder in der dritten Liga wären, auch nicht über Leverkusen und Wolfsburg, vielleicht in den Städten selbst aber nicht überregional.

    Aber heute geht es erst mal darum das Trainerkarussel der Liga etwas anzufeuern:
    Club gewinnt heute gegen Schalke, damit hat sich das Experiment Keller bei den Königsblauen wohl erledigt. Keller muss gehen und Büskens übernimmt bis Saisonende.

    Die Eintracht gewinnt gegen Stuttgart, hat damit 40 Punkte und Veh erklärt seinen Abschied nach Gelsenkirchen. Gleichzeitig muss Bruno Labbadia bei den Schwaben gehen, weil die Gefahr des Relegationsplatzes immer größer wird. Man holt den Alt-Stuttgarter Keller, der gerade bei Schalke seinen Job verloren hat.

    Jetzt braucht nur noch die Eintracht einen neuen Trainer, aber da habe ich noch keine Idee.

  35. Armin sagt:

    Einmal Meister oder Pokalsieger sollte ein Traditionsverein auch mal geworden sein.

  36. xxandl sagt:

    ich, ebenfalls ein Alexander aus Wien (auch wenn ich mich nie als Wiener bezeichnen würde), kann dem anderen Alexander aus Wien in dem Fall nur beipflichten.

    Ihr hab mich hier eigentlich nur am Hals, weil ich den Club seit Kindestagen mit dem Bild eines guten Bekannten verbinde, der einen Flaggenmast im Garten hat, auf dem eine inzwischen ziemlich verbleichte FCN-Fahne weht und der bei jedem Spiel mitleidet als wenn es das letzte wäre. Blend 29 kommt dem allerdings keine ins Haus, da wird der Bison-Tabak noch händisch verarbeitet.

    Club bedeutet für mich, sich über ein 2:0 gegen Osnabrück mehr zu freuen als die im Süden über einen weiteren Meistertitel.

  37. Armin,

    Huub Stevens ;-))

  38. Armin sagt:

    Silberadler: Armin,

    Huub Stevens )

    oder doch Bruno Labbadia? Irgendwie ist einer zuviel auf dem Karussel, also doch eher die Reise nach Jerusalem ;-).

  39. Armin sagt:

    Ein Interessanter Satz aus einem Interview bei 11Freunde, vom KSC-Trainer Kauczinski:

    Ein weiterer Kauczinski-Satz: »Meine Loyalität gilt nicht einem speziellen Funktionär, sondern dem Club, und dem will ich etwas zurückgeben.« Wie haben Sie das gemeint?
    Das hört sich etwas schwülstig an, ist aber im Grund ganz einfach zu erklären: Mir haben verschiedene Verantwortliche immer wieder Möglichkeiten gegeben, mich weiterzuentwickeln. Das ist in diesem Geschäft nicht selbstverständlich. Angefangen habe ich als B-Jugendtrainer, nach einer Weile bekam ich die Chance, die A-Jugend zu trainieren, danach wurde mir erneut Vertrauen geschenkt: ich wurde Jugendkoordinator. Mittlerweile darf ich mich als Profitrainer beweisen. Dass mir die Verantwortlichen stets Vertrauen entgegengebracht haben, ist ein unheimlich gutes Gefühl. Ich weiß das zu schätzen. Nun bin ich an der Reihe! Ich will meinen Job – entgegen aller Widerstände – so gut machen wie möglich. Immer Vollgas – das ist mein Anspruch. Kurzum: Ich bin dem KSC etwas schuldig.

  40. Harald sagt:

    Meine Güte jetzt sollen Chandler und Frantz Spielkultur in das Spiel vom Club bringen oder was!!!!

  41. belschanov sagt:

    Keinerlei Entlastung für die Defensive. Wie soll das gutgehen?

  42. Markazero sagt:

    @Harald, Belschanov: hihi, 😊😊

  43. belschanov sagt:

    Jetzt doch Entlastung und das 3:0 fast schon fahrlässig verpasst!

    Das müssen heute drei Punkte werden!

  44. belschanov sagt:

    Markazero:

    @Harald, Belschanov: hihi, 😊😊

    Wenn’s am Ende drei Punkte sind, lache ich mit…

  45. Markazero sagt:

    belschanov,

    War etwas übermütig – beim Blick auf die Uhr kriecht die Angst langsam an… tick tack… tick tack… warum geht die so laaangsaaam???

  46. Markazero sagt:

    Korrektur: 😄😄😄!!!

  47. belschanov sagt:

    I wär narrisch!!!

    HIHIHIHIHIHIHI….

  48. clubererhans sagt:

    an alle die Franz als Rumpelfussballer tituliert haben…..bitte in der Sportschau genau hinschauen.

  49. Markazero sagt:

    belschanov,

    Da Diblominschenör Böschl und i mir bussln uns oo, do werda si frein, da Voda, da Straßnbohna… I glaab etz hommas gschlogn (Xxandl möge mir dialektale Ungenauigkeiten verzeihen – der Überschwang, der Überschwang)!

  50. Harald sagt:

    belschanov,

    Frantz macht auch noch ein Tor. Ich werd narrisch !!!
    Total verrückter Fußballnachmittag.

  51. xxandl sagt:

    clubererhans: an alle die Franz als Rumpelfussballer tituliert haben…..bitte in der Sportschau genau hinschauen.

    Frantz ist auch ein Rumpelfußballer, aber das Tor war schön. Allerdings erwarte ich von einem Profifußballer auch nichts anderes wenn er vollkommen unbedrängt alleine aufs Tor zuläuft und sich alle Zeit der Welt lassen kann. Sein Problem ist ja in erster Linie seine miserable Ballan- und mitnahme, die in Bedrängnis zu zahlreichen Ballverlusten führt, was in der heutigen Szene aber irrelevant ist.

    Schalke hat heute genau so gespielt wie am Mittwoch, gefällig und überlegen, aber ohne Huntelaar läuft bei denen im Abschluss gar nichts mehr zusammen, und das obwohl selbst Huntelaar ja relativ mies spielt im Vergleich zum Vorjahr.

    In Halbzeit zwei hat man endlich – und erstmals – verstanden, dass man mit Pekhart nicht auf Konter spielen kann. Ich hoffe, dass damit das Ende des Stoßstürmers beim FCN eingeleitet wurde, denn das Ergebnis überzeugt. Mit Esswein und Mak haben wir zwei Leute, die sich perfekt eignen um den Konterstürmer zu geben und die passen viel besser zu unserem aktuellen Spiel als Pekhart und Polter. Mir würde es für nächstes Jahr reichen einen davon auf der Bank sitzen zu haben, für Situationen in denen es wirklich nur mehr hoch und lang geht, ansonsten würde ich da vorne andere wirbeln lassen.

    Chandler bringt offensiv leider gar nichts, Balitsch war als RV dafür wieder sehr solide. Für mich gehört entweder einer der beiden auf die Bank oder auf die LV-Position, miteinander auf der rechten Seite hat das keine Zukunft.

    Der Sieg war in der Höhe natürlich glücklich, aber nicht unverdient, denn in Hälfte zwei hatte Schalke nicht mehr viel zuzusetzen. Schon vor dem 2:0 war ich mir relativ sicher, dass wir das heute nicht mehr aus der Hand geben.

  52. Harald sagt:

    Was erlauben sich Augsburg in Hamburg !!!!

  53. Christoph sagt:

    Harald,

    Augsburg hat die SAP-Hoppels wieder einen Punkt näher Richtung direkter Abstieg gebracht, das ist doch eine schöne Sache.

  54. Optimist sagt:

    Christoph: Augsburg hat die SAP-Hoppels wieder einen Punkt näher Richtung direkter Abstieg gebracht, das ist doch eine schöne Sache.

    ja, gut so! Uns sollte das jetzt endgültig nicht mehr jucken 😀

  55. Grün, Grün, Grün ist der Punktdruckmesser *sing*

  56. Juwe sagt:

    Das Frantz Tor am Ende war das Tüpfelchen auf dem i, für ihn freut es mich einfach besonders, weil er seit seiner langen Verletzung zugegeben zwar nicht mehr ganz der alte wurde und über ihn neben Schäfer am meisten Unqualifiziertes Zeug geschrieben wird. Wer Frantz kennt weiß doch, was er kann und was nicht und unter Strich stand immer Einsatzwille und Power. Das schätze ich an dem Spieler.

  57. Markazero sagt:

    So, und etzerdla kummd widder „nach oben schielen-abkacken-Klasse halten-wär mehr drin gwesn-bleed“… soll keine Kritik sein, ich schiel doch längst mit. Dusel-3-0. Aber andererseits auch wieder Fußball „gespielt“! Wie Esswein da den Kopf in den Nacken legt und ab die Post, und Kiyo lässig, und – großer Sport (ist, wenn der Club gewinnt)!

  58. Optimist sagt:

    Juwe, da kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen!

  59. Juwe sagt:

    Optimist: Juwe, da kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen!

    Das ist ja fast schon wie Ostern 😉