Die Club-Chronik für die KW 19

Unser Rückblick in dieser Woche erinnert uns u.a. an das letzte Aufbäumen im Abstiegsjahr 2008, dem aber schnell der Sargnagel folgte. Und wir staunen über ein Comeback eines Club-Spielers fünf Jahre nach seinem (vermeintlich) letzten Spiel als Profi.

 

Vor 5 Jahren am 7.5.2008:
Der Club gewinnt am 32. Spieltag der Bundesliga gegen den MSV Duisburg mit 2:0.

Duell im Tabellenkeller: Der Club empfing als Tabellen-17. den Tabellen-16. aus Duisburg, der einen Punkt mehr auf dem Konto hatte.

Die Aufstellungen:
Club: Klewer, Jacobsen, A. Wolf, Pinola, Abardonado, Galasek, Misimovic (59. Mnari), Mintal (86. Vittek), Engelhardt, Charisteas, Koller (Trainer: von Heesen)
Duisburg: Starke, Schlicke, Lamey, Avalos, Georgiev, Tararache, Tiffert (46. Veigneau), Willi (75. Daun), Maicon, Niculescu (46. Lavric), Ishiaku (Trainer: Bommer)

Die Tore:
1:0 Charisteas (9.)
2:0 Pinola (32.)

Zuschauer: 44.300

Laut kicker.de:
Spielnote: 3 – eine hervorragende erste Halbzeit, nach dem Wechsel ohne großes Tempo und Klasse
Chancenverhältnis: 6:3
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Note 3,5) – ohne spielentscheidende Fehler, aber auch ohne klare Linie und mit Fehlern in der Zweikampfbeurteilung
Spieler des Spiels: Javier Pinola – unglaubliches Laufpensum, giftig und zweikampfstark in der Defensive, mit einem Traumtor zum 2:0.

Wiedersehen:
Bei Duisburg spielte Markus Daun, der von 2004 bis 2006 beim Club gespielt hatte.

Durch den dritten Sieg in der Rückrunde konnte der Club Duisburg von Rang 16 verdrängen und war zwei Spieltage vor Schluss nur noch einen Punkt vom rettenden Ufer entfernt. Duisburg sollte am Saisonende absteigen müssen.

Spielbericht bei Clubfans United: Weitermachen (vom 8.5.2008)

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Vor 25 Jahren am 7.5.1988:
Der Club verliert am 32. Spieltag der Bundesliga beim Karlsruher SC mit 0:2.

Der Club musste als Tabellenfünfter beim Tabellen-16. in Karlsruhe antreten.

Die Aufstellungen:
Karlsruhe: Famulla, Bogdan, Wöhrlin, Süss, Kreuzer, Metz, Harforth, Trapp, M. Spies, L. Schmidt, H. Hermann (70. Pilipovic), B. Raab (85. Glesius) (Trainer: Schäfer)
Club: Köpke, N. Wagner, Dittwar, T. Brunner, Schwabl, M. Schneider, Reuter, Philipkowski (79. Stenzel), Grahammer (46. H.-J. Heidenreich), Andersen, Eckstein (Trainer: Höher)

Die Tore:
1:0 M. Spies (27.)
2:0 M. Spies (83.)

Rote Karte für Dieter Eckstein (79.)
Zuschauer: 17.000
Schiedsrichter: Werner Föckler

Trotz neun siegloser Spiele hintereinander befand sich der Club weiterhin auf Rang 5, Karlsruhe verbesserte sich auf Platz 15.

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Vor 30 Jahren am 7.5.1983:
Der Club verliert am 30. Spieltag der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen mit 0:1.

Der Club empfing als Tabellenneunter den Tabellen-15. aus Leverkusen.

Die Aufstellungen:
Club: Kargus, Weyerich, J. Täuber, Stocker,  Schlegel (60. H. Heidenreich), A. Reinhardt, Eder, Hintermaier (60. Dreßel), Botteron, Trunk, Heck (Trainer: Klug)
Leverkusen: Greiner, Wojtowicz, Winklhofer, Saborowski, Posner, Hörster, Bruckmann, Röber (86. P. Hermann), Ökland (75. Bittorf), Waas, Vöge (Trainer: Cramer)

Tor:
0:1 Waas (73.)

Zuschauer: 12.500
Schiedsrichter: Werner Liebi

Empfehlungen:
Beim Club spielte Alois Reinhardt, der von 1984 bis 1991 bei Leverkusen spielen sollte.
Bei Leverkusen spielte Peter Hermann, der in der Saison 2008/09 Co-Trainer beim Club sein sollte.

Der Club fiel auf Rang 10 zurück, Leverkusen kletterte auf Platz 13.

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Vor 20 Jahren am 8.5.1993:
Der Club spielt am 30. Spieltag der Bundesliga gegen Bayern München 0:0.

Der Club empfing als Tabellen-14. den Tabellenführer aus München.

Die Aufstellungen:
Club: Köpke, Zietsch, Kurz, U. Wolf, Brand, T. Brunner, Oechler, Kramny, Hintermaier, Eckstein (90. Rösler), Wück (Trainer: Entenmann)
Bayern: Aumann, Kreuzer, Jorginho, Helmer, Ziege, Wouters, Thon (46. Münch), Schupp, Scholl, Matthäus (46. Wohlfarth), Labbadia (Trainer: Ribbeck)

Tore:

Zuschauer: 50.114
Schiedsrichter: Karl-Heinz Gläser

Besonderheit:
Beim Club wurde der 37-jährige Reinhold Hintermaier reaktiviert – fünf Jahre nach seinem letzten Profispiel für Saarbrücken in der 2. Bundesliga und neun Jahre nach seinem letzten Spiel für den Club.

Obwohl der Club im fünften Spiel hintereinander ohne Tor geblieben war, konnte er sich auf Rang 12 verbessern, die Bayern blieben Tabellenführer.

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Vor 5 Jahren am 10.5.2008:
Der Club verliert am 33. Spieltag der Bundesliga bei Hertha BSC Berlin mit 0:1.

Der Club lag zwei Spieltage vor Schluss auf Rang 16 mit einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer und musste zum Tabellenelften nach Berlin reisen.

Die Aufstellungen:
Berlin: Drobny, A. Friedrich, van Bergen, Simunic, Skacel, Mineiro, Raffael (87. Chahed), Piszczek, Lustenberger (65. Dardai), Kacar, Pantelic (76. Domovchiyski) (Trainer: Favre)
Club: Klewer, Jacobsen, A. Wolf, Pinola, Abardonado, Galasek, Mintal (50. Misimovic), Engelhardt (76. Vittek), Charisteas, Saenko, Koller (Trainer: von Heesen)

Tor:
1:0 Raffael (74.)

Zuschauer: 47.072
Laut kicker.de:
Spielnote: 4,5 – Sommerfußball im Mai: eine Partie mit viel Leerlauf und zu wenig spielerischen Höhepunkten
Chancenverhältnis: 6:6
Schiedsrichter: Babak Rafati (Note 6) – lag in den Schlüsselsituationen falsch: hätte das Handspiel von Simunic (25.) mit Strafstoß ahnden müssen, ebenso das Foulspiel von Pinola an Raffael (77.); die Attacke von Simunic gegen den frei aufs Berliner Tor zulaufenden Charisteas (80.) hätte zwingend Elfmeter und die Rote Karte nach sich ziehen müssen.
Spieler des Spiels: Raffael – der Brasilianer war Herthas Bester. Enge Ballführung, sehr beweglich, Schütze des 1:0: Raffael ließ mehrfach seine Klasse aufblitzen.

Vor dem letzten Spieltag hatte der Club auf Rang 16 zwei Punkte Rückstand auf Rang 15, Berlin kletterte auf Platz 9.

Spielbericht bei Clubfans United: Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg 1:0 (vom 10.5.2008)

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Vor 10 Jahren am 10.5.2003:
Der Club verliert am 32. Spieltag der Bundesliga bei Borussia Dortmund mit 1:4.

Der Club musste als Tabellen-17. zum Tabellendritten nach Dortmund reisen.

Die Aufstellungen:
Dortmund: Weidenfeller, Fernandez, Wörns (84. Demel), Reuter, Dede, Madouni, Frings, Rosicky, Ricken, Koller (71. Leandro), Ewerthon (30. Reina) (Trainer: Sammer)
Club: Kampa, Kos, Popovic (46. Michalke), Nikl, A. Wolf, Jarolim, Krzynowek, Frey, Larsen, Driller (56. Ciric), Cacau (68. Junior) (Trainer: Wolf)

Die Tore:
1:0 Ricken (28.)
2:0 Ricken (54.)
3:0 Reina (65.)
4:0 Koller (68.)
4:1 Ciric (89.)

Zuschauer: 67.600

Laut kicker.de:
Spielnote 3; Chancenverhältnis 9:4
Schiedsrichter: Florian Meyer  (Note 2) – bewies große Übersicht, stark in der Vorteilsauslegung
Spieler des Spiels: Lars Ricken – giftiger Zweikämpfer von Beginn an, galliger Angreifer, gieriger Vollstrecker. Mit Abstand gefährlichster Dortmunder.

Empfehlung und Wiedersehen:
Bei Dortmund spielte ein früherer Club-Spieler (Stefan Reuter: 1984 bis 1988) und ein späterer Club-Spieler (Jan Koller: Saison 2007/08).
Beim Club spielte mit Martin Driller ein früherer Dortmunder (1989 bis 1991).

Der Club war zwei Spieltag vor Schluss mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer praktisch abgestiegen, Dortmund verbesserte sich auf Platz 2.

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Vor 15 Jahren am 10.5.1998:
Der Club spielt am 30. Spieltag der 2. Bundesliga gegen Fortuna Köln 1:1.

Der Club empfing als Tabellenzweiter den Tabellensechsten aus Köln.

Die Aufstellungen:
Club: Hilfiker, U. Schneider (59. Halat), Rahner, F. Baumann, Bürger, Wiesinger, Oechler, T. Richter (35. M. Kurth), Störzenhofecker, Ziemer (80. Smejkal), Ciric (Trainer: Magath)
F. Köln: Wessels, Westerbeek, H.-J. Schneider (86. Niggemann), Majstorovic, Kranz (88. Catic), Mink, Turk (80. Hahn), Akonnor, Grlic, Krieg, Younga-Mouhani (Trainer: Schuster)

Die Tore:
0:1 Krieg (28.)
1:1 M. Kurth (66.)

Zuschauer: 19.500
Schiedsrichter: Detlef Schütz

Keine Veränderungen in der Tabelle: Der Club blieb auf Rang 2, Fortuna Köln auf Platz 6.

 

12 Gedanken zu „Die Club-Chronik für die KW 19

  • Ja, normale Schiedsrichterleistungen hätten für den Klassenerhalt genügt.

    So geht es halt einem Fußballverein und seinen Fans, wenn er nicht “systemkritisch” ist und auf einem anderen Planeten wohnt, wie die Regierung des Bundeslandes, dem er aus historischem Zufall angehört.

    Statt auf die Titelseite des Hamburger Blattes mit den vier großen Buchstaben am Sonntag, schaffen wir es halt nur auf die “Fußball/Vermischte Meldungen” Unterseite…. das genügt nicht für normale bis wohlwollende Schiedsrichterleistungen.

  • Auja, ich kann mich auch noch gut an das Spiel in Berlin erinnern. Für Hertha war die Saison abgehakt und ich empfand ihr Verhalten mehr oder weniger als eine freundliche Einladung, 3 Punkte mitzunehmen, nur der Club spielte nicht wirklich mit. Die Fehlentscheidung von “Deutschlands bestem Schiedsrichter” in der 80. war allerdings besonders krass, da gab es keine 2 Meinungen. Vermutlich wollte Herr Rafati den Berlinern nicht die Fair-Play-Wertung versauen, über die sie ja dann in den UEFA-Cup kamen. Mit einer roten Karte wäre das nichts geworden, und die hätte er zwingend zeigen müssen, wenn er auf den Punkt gedeutet hätte.

  • Gelübde hin, Gelübde her – wenn ich lese, mit welchen Mannschaften die Abstiege 03/08 “geschafft” wurden (Nikl, Wolf, Jarolim, Krytsche, Saenko, Ciric, Driller, Cacau, Galasek, Mintal, Zwetschge, Vittek, Charisteas, Koller…) blutet mir heute noch das Herz und ist es um so erstaunlicher, dass der Club den Klassenerhalt heuer relativ sicher über die Bühne gebracht hat.
    Und dann noch Hintermaier! Buuuuuummm!!!
    A propos: http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nn-sport/es-war-mir-immer-klar-dass-ich-zuruckkommen-werde-1.2356141

  • @Markazero: Danke für den Link zum Hintermaier-Interview. Sehr interessant, das Ganze. Allerdings 62 Meter Entfernung zum Tor bei seinem legendären Treffer im Pokalfinale 1982? So ein Blödsinn, denn Hintermaier stand beim Torschuss in der gegnerischen Hälfte. Bei 62 Metern hätte das Spielfeld in Frankfurt damals ja etwa 140 Meter lang sein müssen. Ich denke, dass es sich um einen Tippfehler handelt und 42 Meter eher der Realität entsprechen.

    Eine Begebenheit mit Hintermaier fehlt in jenem Interview aber komplett (okay, es war in der 2. Liga): Hintermaier wurde mal in einem 2:0-Heimspiel gegen Meppen als vierter Ausländer eingewechselt. Die Punkte bekam dann der Gegner am grünen Tisch. Muss die Saison gewesen sein, an deren Ende der Club in die Regionalliga abgestiegen ist (also 1995/96).

    • Markazero,

      aha, es war also eine Saison früher gewesen, als Hintermaier verbotenerweise eingewechselt wurde. Eines der beiden Club-Tore im dann annullierten Spiel schoss übrigens Thomas Eichin (jetzt Sportchef in Bremen).

      Schade auch, dass die Website glubberer.de irgendwann nicht mehr gepflegt wurde (wegen der Inhalte und nicht wegen des Layouts).

    • Töffi,

      Markazero,

      Danke für die schönen Links. Wirklich toll an einem fußballerisch so tristen Tag in Erinnerungen zu schwelgen bzw. längst Vergessenes wieder aufzufrischen. Diese 4-Ausläner-im-Spiel-gegen-Meppen-Geschichte hatte ich komplett vergessen, und jaja das Pokalfinale in Frankfurt genauso unvergessen wie der 26. Mai 2007, an den wir uns dank der lobenswerten Arbeit von Töffi auch bald wieder erinnern dürfen, aber halt, nein, sind ja schon wieder sechs und damit unrunde Jahre her. Wird langsam Zeit, wieder mal Berlin ins Visier zu nehmen…

  • Der Reini war auch mal beim Mast. Und Braunschweig steigt auf. Da schliesst sich der Kreis.

  • Ein Strehl kommt zum Glubb! Das weckt Erinnerungen.
    Der war damals auch beim 2:1 gegen Dödeldorf dabei. Das wär doch wieder was.

    • Woschdsubbn: Ein Strehl kommt zum Glubb! Das weckt Erinnerungen

      Die Haarfarbe passt auch schon… jetzt muss er nur noch vom IV zum Stürmer umgeschult werden bzw. ist das bei uns nicht nötig, das sind ja ohnehin die Defensiven die Top-Torschützen – alles von langer Hand geplant also…

  • Ja, die Traumtore!

    Als ich das Tor damals im Fernsehen sah, waren’s noch 35m.
    Aber damals gab’s ja auch noch die D-Mark statt dem Euro.

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