Zwei zu drei unentschieden

“Die Defensive macht mir Sorgen”, sagte ich am samstagabendlichen Tresen. “Solche Räume darf man dem Gegner nicht anbieten. Nur gut, dass die Hoffenheimer so gastfreundlich mit ihren Chancen umgegangen sind und Schäfer mehrmals glänzend parieren konnte, sonst hätte es ein Debakel gegeben.”

“Der Abgang von Simons hat Spuren hinterlassen”, sagte Hannes (klick). “Balitsch scheint die Rolle des Chefs vor der Abwehr nicht voll ausfüllen zu können.”

“Weiß nicht, ob das nur an Balitsch lag. Das Problem war in erster Linie, dass die Abwehr auf beiden Außenbahnen nicht stabil war. Die Außenverteidiger Feulner und Pinola  wurden zu oft alleingelassen. Da hätte von den vorderen Flügelspielern mehr Unterstützung kommen müssen. Mak und Kiyotake, der eigentlich nur dann besonders wertvoll ist, wenn er von Defensivaufgaben weitgehend entbunden ist, haben zu wenig nach hinten mitgearbeitet. Da stimmte die Balance zwischen offensiver Ausrichtung und defensiven Pflichten nicht.”

“Wobei sich Pinola wieder einige schwere Böcke geleistet hat”, bemerkte der Wirt über den Tresen. “Nicht nur vor dem 0:2, das zum großen Teil auf seine Kappe geht.”

“Es ist aber als Erfolg zu verbuchen”, sagte ich, “dass Pinolas Hahnenkamm auch unter Wettkampfbedingungen einen hervorragenden Stand hat (klick und klick und klick).”

“Dafür war das Spiel nach vorne deutlich verbessert”, warf Hannes ein. “Beide Tore wurden klasse herausgespielt. Starker Antritt und prima Flanke von Feulner vor dem Anschlusstreffer durch Frantz…”

“Feulner hatte nach vorne seine besten Szenen”, sagte ich. “Was symptomatisch ist.”

“…und das 2:2 wurde vom Drmic stark eingeleitet. Tödlicher Pass in die Schnittstelle und abgezockter Abschluss durch Ginzcek. Ähnliches Tor wie das 1:0 in Sandhausen, wo Mak in die Schnittstelle passte und Ginzcek eiskalt vollstreckte. Die Verpflichtung dieses Mannes scheint sich als Volltreffer zu erweisen. Zweites Tor im zweiten Pflichspiel. Hut ab!”

“Mit den Pausenwechseln Drmic für Mak und Frantz für den enttäuschenden Gebhart hatte Wiesinger ein goldenes Händchen”, sagte der Wirt. “Schade nur, dass Drmic in der Schlussminute den Siegtreffer verpasst hat. Statt einen Pass auf Dabanli zu versuchen, hätte er selbst schießen müssen.”

“Der Pass war schon richtig”, sagte Hannes, “aber Dabanli ist nicht richtig gelaufen.”

“Das muss ich mir nochmal in Ruhe im Video anschauen”, sagte ich und trank mein Glas leer.

“Wenn der Club am Ende noch gewonnen hätte, wäre das ‘ne tolle Sache, aber Fußball verkehrt gewesen”, sagte der Wirt. “Eigentlich war das Spiel schon durch den Ausgleich auf den Kopf gestellt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass den Hoffenheimern ein klares Tor nicht anerkannt wurde. Unglaublich, dass der Linienrichter nicht gesehen hat, dass der Ball deutlich hinter der Linie war.”

“Diese Szene war ein lupenreines Argument für den Chip im Ball”, sagte Hannes.

“Es wäre fair gewesen, wenn Schäfer dem Schiedsrichter signalisiert hätte, dass der Ball drin war”, warf ich ein.

“Fair schon, aber nicht ganz ungefährlich”, erwiderte der Wirt. “Womöglich hätte der Schiedsrichter ihn dann wegen Reklamierens verwarnt. Wenn er nicht schon vorher von seinen Mitspielern gelyncht worden wäre.”

“Das wäre dann ein Heldentod gewesen. Fair geht vor”, sagte ich und der Wirt stellte ein frisches Pils vor mich auf den Tresen und ich hörte, wie jemand sagte: “Wie hoddn da Glubb gschbilld?”

“Wo kommst’n du so spät noch her?”, fragte Hannes.

“Schoofkubfdurnier”, sagte Alfred (klick), “a holbe Sau hobbi gwunna. Obba vo da Bundesliecha hobbi haid niggs miedgriechd. Wie issn dess Schbill ausganga?”

“Zwei zu drei”, sagte ich.

“Woor gloor. Nooch dem schwochng Schbill in Sondhausn (klick) woor dess gloor, dass da Glubb auswärds geecha Hoffmhaim valierd.”

“Nee, nee”, sagte ich, “nicht zwei zu drei verloren. Zwei zu drei unentschieden.”

“Zwaa zu drai unendschiedn? Woss edsad? Valoorn odda unendschiedn?”

Ich gab Alfred eine Blend 29 und sagte: “Geh erstmal eine rauchen. Den Rest erzählen wir dir später.”

“Guude Idee. Iech bi haid soowiesoo nedd vill zumm Raang kumma”, sagte Alfred und steckte sich die Zigarette hinters Ohr und trottete nach draußen und der Wirt sagte: “Besser zwei zu drei unentschieden als zwei zu drei verloren.”

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klickklick.]

23 Gedanken zu „Zwei zu drei unentschieden

  • “Besser zwei zu drei unentschieden als zwei zu drei verloren.”

    Wundervoll! 😆

    “Es wäre fair gewesen, wenn Schäfer dem Schiedsrichter signalisiert hätte, dass der Ball drin war”, warf ich ein.

    “Fair schon, aber nicht ganz ungefährlich”, erwiderte der Wirt. “Womöglich hätte der Schiedsrichter ihn dann wegen Reklamierens verwarnt. Wenn er nicht schon vorher von seinen Mitspielern gelyncht worden wäre.”

    “Das wäre dann ein Heldentod gewesen. Fair geht vor”

    Schäfer macht das schon geschickt – und richtig:

    “ich habs nicht genau gesehen” entbindet ihn von jeder Verantwortung. Könnte man fast glauben, da Volland das auch nicht genau gesehen hat. Aber wenn man in der Zeitlupe seine Reaktion sieht, merkt man, dass er zunächst schon resigniert und sich ärgert – und dann überrascht weiterspielt.

    Naja, Ehrlichkeit hätte nur böses Blut gegeben – besser so, da kann ihn weder die eine, noch die andere Seite anfeinden – offiziell zumindest.

  • Zum Thema “Schäfer hätte das dem Schiri sagen müssen” hatte ich gestern auch mit Sohnemann (10, Torwart) gesprochen und ich hätte ihm das nicht empfohlen. Einfach deswegen: Erstens würde das die Mannschaft sicher nicht so dufte finden und zweitens: Man stelle sich mal vor, später zeigt sich auf den Bildern, dass der Ball doch noch minimal die Linie berührt hätte… Als alter Jurist sag ich immer: Die Sache mit der Wahrnehmung ist so ein Ding. Im ersten Moment meint man was gesehen zu haben, doch erst durch die ganzen Reaktionen außernrum und danach bildet sich eine Meinung. Wer hätte das in dem Moment wirklich 1000% sagen können als Torwart, der sich schnell umdreht und aus dem Augenwinkel Ball und Linie in einem Bruchteil sieht, dass der wirklich drin war? Dazu deuten dann Schiri und Linienrichter an, dass er doch die Linie berührte … will man da wirklich widersprechen? Ich meine das nicht ironisch. Alle am Platz haben nur einen Augenblick der Wahrnehmung – und selbst wenn man vermeintlich sicher ist, weiß man aus Erfahrung, dass das nicht unbedingt dann auch stimmen muss.

    Die ganze Diskussion ist trotzdem vollkommen hausbacken: Chip in Ball und Ende.

    • Alexander Endl | Clubfans United

      Genau so schaut’s aus.
      Und darüber hinaus: Seit wann hat ein Spieler dem Schiri zu sagen, was er entscheiden soll? Das würde dann soweit führen, dass Schäfer dann auch mal sagen könnte: “Schiri, dem Tor ging ein klares Stürmerfoul voraus.” Gut, macht er genau wie andere sowieso. Aber der Schiri würde dann sagen:”Sorry habe ich nicht gesehen, meine Linienrichter auch nicht, aber wenn Sie es sagen, wird es schon stimmen.”
      Absurd.

    • Alexander Endl | Clubfans United: Die ganze Diskussion ist trotzdem vollkommen hausbacken: Chip in Ball und Ende.

      Nein, da fängt das Problem erst richtig an. Denn GoalRef und Cairos, die beiden getesteten Systeme mit Chip im Ball haben eine Messtoleranz von 2-3 Zentimeter und sind im Grunde genau so willkürlich wie der Schiedsrichter und seine Assistenten. Und das große Problem: 2-3cm sieht man heutzutage auf einem Video bereits. Wenn man jetzt alle Profivereine zum Umrüsten zwingt, Profi- und Amateurfußball weiter auseinander bringt und diese Fehlerquelle trotzdem nicht beseitigt, ist die Kacke richtig am dampfen.

      Die Video-basierten Systeme wie HawkEye und GoalControl wären da schon effektiver, die arbeiten beide mit einer Toleranz im niedrigen Millimeterbereich, denen könnte man es zumindest mit dem Kamerabild nicht nachweisen, wenn sie falsch entscheiden. Allerdings kosten die auch +200.000 Euro pro Stadion…

      Für mich ist die ganze Diskussion ein Hohn, in einer ganzen Saison gibt es vielleicht zehn Szenen in denen die Torlinientechnologie überhaupt relevant wäre, während es in jedem Spiel locker zehn Szenen gibt die man mit Videobeweis andersrum entscheiden würde.

      Setzt den unnützen vierten Schiedsrichter vor einen Fernseher, gebt ihm eine Funkverbindung zum Schiedsrichter und wir haben eine preiswerte Lösung die mal locker die Hälfte aller Fehlentscheidungen rausfiltert… Keine erschlichenen Elfer mehr, keine falschen roten Karten, keine Tore wie in Sinsheim wo selbst die Leute auf der Gegengerade sehen, dass der drinnen war.

      • xxandl:
        Setzt den unnützen vierten Schiedsrichter vor einen Fernseher, gebt ihm eine Funkverbindung zum Schiedsrichter und wir haben eine preiswerte Lösung die mal locker die Hälfte aller Fehlentscheidungen rausfiltert… Keine erschlichenen Elfer mehr, keine falschen roten Karten, keine Tore wie in Sinsheim wo selbst die Leute auf der Gegengerade sehen, dass der drinnen war.

        Und auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss! Wie oft hat man selbst in Analysen nach dem Spiel schon deutlich mehr als eine Zeitlupe gebraucht um festzustellen ob’s Elefer war oder nicht?! Manchmal kann man es nicht einmal anhand der TV-Bilder zu 100% feststellen! Und wie lange und wie oft will man ein Spiel unterbrechen um die TV-Bilder auszuwerten….? Von daher gibt es die Ideallösung (noch) nicht.

        Mir spielt dieses nicht gegebene Tor aber sowieso eine viel zu große Rolle. Ich saß im Block F und konnte nicht sehen das der Ball drin war (wie wohl die meisten clubfans) und konnte das Spiel sozusagen “unbelastet” zu Ende sehen 😉
        Und ich habe einen durchaus guten und vielversprechenden Auftritt unserer Mannschaft gesehen. Klar hat es da noch an der ein oder anderen Stelle gehakt aber es geht meiner Meinung nach in die richtige Richtung.
        Und alle haben gekämpft und ne gute Einstellung gezeigt! So wirklich abgefallen ist bis auf Gebhardt niemand.

        Für Mike Frantz hab ich mich am Meisten gefreut! Dem hab ich es echt mehr als nur gegönnt! Mustergültig gegen die Laufrichtung des Keepers geköpft, lauffreudig wie immer, hat das Zentrum dicht gemacht und teils geile Pässe gespielt…was man nicht so alles hinbekommt ohne bundesligatauglich zu sein 😛

        • Eckes22: Und auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss! Wie oft hat man selbst in Analysen nach dem Spiel schon deutlich mehr als eine Zeitlupe gebraucht um festzustellen ob’s Elefer war oder nicht?! Manchmal kann man es nicht einmal anhand der TV-Bilder zu 100% feststellen! Und wie lange und wie oft will man ein Spiel unterbrechen um die TV-Bilder auszuwerten….? Von daher gibt es die Ideallösung (noch) nicht.

          Wenn man mehr als einmal hinschauen muss um zu erkennen, dass eine Entscheidung falsch war, dann ist sie in meinen Augen gar nicht falsch sondern nur umstritten. Szenen die man auch nach 10 Wiederholungen nicht beurteilen kann wird es immer geben, die sollen ja auch gar nicht raus.

          Der Videobeweis käme bei mir nur dann zum Zug wenn das Spiel ohnehin unterbrochen wurde und etwas wichtiges (Elferpfiff, Tor, Platzverweis) passiert ist. Jeden einzelnen Pfiff zu kontrollieren würde das Spiel hemmen und dem Schiedsrichter seine Autorität nehmen.

          Meine Herangehensweise wäre die, dass die Entscheidung des Schiedsrichters steht, solange sie der vierte Mann am TV nicht klar wiederlegen kann. Sprich: Kommt es im Strafraum zu einem Kontakt und der Schiedsrichter gibt Elfmeter, kann der vierte Mann diese Entscheidung nicht zurück nehmen, auch wenn es nur wenig Kontakt war.

          Die Hauptprobleme die ich derzeit im Fußball sehe, ist, dass einerseits krasse Passiv-Abseits Entscheidungen getroffen werden und andererseits Spielzüge schon im Ansatz unterbunden werden wenn nicht mal klar ist ob der Spieler im Abseits steht. Da wäre die korrekte Umsetzung von “im Zweifel für den Angreifer” in Kombination mit dem Videobeweis schon sehr viel wert.

          Was auch dringend geklärt werden muss, ist die Definiton von strafbarem Handspiel, im Moment scheint es in der Bundesliga die vielversprechenste Möglichkeit ein Tor zu erzielen zu sein, wenn man halbhohe Bälle in den Strafraum schlägt und darauf hofft einen Verteidiger an der Hand zu treffen… Das kann es ja auch nicht sein.

      • xxandl:

        Für mich ist die ganze Diskussion ein Hohn, in einer ganzen Saison gibt es vielleicht zehn Szenen in denen die Torlinientechnologie überhaupt relevant wäre, während es in jedem Spiel locker zehn Szenen gibt die man mit Videobeweis andersrum entscheiden würde.

        Ich wundere mich auch schon seit langem über diese Fokussierung auf die Torlinien-Technologie, Torrichter usw.
        Sind ja echt nicht viele derartige Fälle, dass man einen großen Aufwand betreibt, um hier eine Verbesserung zu erreichen, beim weitaus größeren Teil der Fehlentscheidungen jedoch tatenlos zusieht, ist in der Tat ziemlich paradox.

        xxandl:
        Setzt den unnützen vierten Schiedsrichter vor einen Fernseher, gebt ihm eine Funkverbindung zum Schiedsrichter und wir haben eine preiswerte Lösung die mal locker die Hälfte aller Fehlentscheidungen rausfiltert… Keine erschlichenen Elfer mehr, keine falschen roten Karten, keine Tore wie in Sinsheim wo selbst die Leute auf der Gegengerade sehen, dass der drinnen war.

        Das wäre schon mal eine große Hilfe. Ein Problem bleibt dabei jedoch, was mit Fällen ist, in denen eine Situation zu Unrecht abgepfiffen wird. Man kann ja auch nicht immer das Spiel laufen lassen und auf das Urteil vom Mann vorm Monitor warten.

        Aber es wäre zumindest ein erster Schritt, vor allem bei Abseitsentscheidungen sollte dies eine definitive Verbesserung bringen.

        Viel eher müsste man aber erstmal das Problem der Regeln an sich angehen. Viele Fehlentscheidungen bzw. Diskussionen entstehen ja gar nicht daraus, dass der Schiedsrichter eine Szene falsch wahrnimmt, sondern einfach, dass die Regeln zu schwammig sind und die Ermessensspielräume oft zu groß.

        Besonders die aktuelle Abseitsregel, wie das Mandzukic-Tor, wieso es eine neue Spielsituation ist, wenn ein Spieler den Ball nur ganz leicht berührt und dadurch ein passives Abseits aufgehoben wird, erschließt sich mir nicht. Ganz besonders, weil der Mandzukic kaum da so für den Abstauber bereit gestanden haben kann, wenn er vorher nicht im Abseits gewesen wäre. Meiner Ansicht nach ist eh absolut hirnrissig, dass ein Spieler in der Mitte des Straufraums überhaupt als passiv betrachtet werden kann…

        Und auch was die Beurteilung von Handspiel oder sonstigen Fouls v.a. im Strafraum betrifft. Manchmal wird ein Pipi-Kontakt als ausreichend bewertet, dann wieder heißts, für einen Elfer zu wenig… Da müssen einfach viel klarere Richtlinien her.

  • Die Diskussion um den nicht gegebenen Treffer find ich müßig. Offenbar haben die Hoffenheimer nach dem 2:0 geglaubt, das Spiel sei gewonnen. Wer sagt denn, daß das anders gelaufen wär, wenn das 2:0 schon zur Pause festgestanden wär? Für technische Hilfsmittel bin ich aber allemal.
    Um auch mal Frantz in seiner ganzen Stärke darzustellen, möchte ich noch erwahnen, daß sein Pass auf Drmic der Ausgangspunkt für das 2:2 war.
    Pino möchte ich für seine starke Leistung nach seinem Fehler auch noch mal explizit loben. Da kam viel Gutes von ihm nach dem Tor. Und genau wie Schäfer hat er mit Sicherheit einen hohen ANteil, daß die Hoffenheimer nicht mehr nachlegen konnten.
    Balitsch hat meiner Meinung nach auch ein gutes Spiel abgeliefert. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Und er ist kompromißlos, wenn es nötig ist. Er und Frantz haben Stark ein gutes Spiel ermöglicht trotz mancher Unsicherheiten.
    Bei Drmic hoff ich, daß der Knoten platzt und er bald dieselbe Abgeklärtheit zeigt wie Ginzcek vor dem Tor. Letzterer sieht einfach wesentlich gelenkiger aus als ein Pekhart. Ich denk damit wird er schnell einen Stammplatz haben.
    Bei der IV bleibt meine Sorge, daß die “Oldies” für manche gegnerische Spieler zu langsam sind, aber ich hoffe, daß die Stabilität der Abwehr doch wieder erreichbar ist. Ich find es schade, daß Korczowski es offenbar nicht geschafft hat, sich bislang als echte Alternative aufzudrängen. Geht der jetzt eigentlich wirklich nach Aue?
    Gebhart, Kyio und Mak waren anfangs für Ballverluste gut. Durch die Einwechslung von Drmic und Frantz hat auch Kyio meiner Meinung nach an Sicherheit gewonnen und mal wieder gezeigt, was er kann. Ich hoffe, Wiesingers Aussage im Blickpunkt Sport, daß Kyio dieses Jahr wegen der WM nicht wechseln will, bleibt bestehen.

  • Und auch dann nicht.
    Eine genauso absurde Vorstellung:
    Einer der bekannten Elfmeterschinder (ich nenne jetzt keine Namen) wird vom Schiri gefragt: “Hand aus Herz, Herr xy, war das wirklich ein Foul?”
    Und der gefragte antwortet: “Ganz ehrlich: nein. Geben Sie mir lieber eine Gelbe Karte statt Elfmeter.”
    Man muss schon dafür sorgen, dass sich der Schiri unbeeinflusst eine möglichst objektive Meinung bilden kann, und wenn technische Hilfsmittel dazu beitragen können, dann her damit.
    Btw: Ich vermisse ein “Beweisfoto” wie in der Zeitung mit den 4 Buchstaben nach dem Tor der Engländer seinerzeit. 😉

    • Claus: Ich vermisse ein “Beweisfoto” wie in der Zeitung mit den 4 Buchstaben nach dem Tor der Engländer seinerzeit.

      den Beweis gabs im Filmbericht mit den Worten “Bild deckt auf” 😉 (sonst konnte das ja keiner sehen).

      Schäfer sagte übrigens noch: Wenn man gefragt wird, gibt man eine ehrliche Antwort. Ich glaube, die Ehrlichkeit äußert sich dann eher in einem “Ich habs nicht (genau) gesehen”.

  • Wow, das ist das erste Clubspiel das ich kenne das vom kicker eine 1.0 bekommen hat.

  • Ich freu mich schon darauf, dass der Chip mal ein Tor anzeigt und sich später rausstellt, dass er dieses eine Mal versagt hat. Das mag zwar viel viel seltener vorkommen als ein Schiri-Fehler, aber wehe wenn … Wäre nun wahrlich nicht das erste Mal, dass Technik auch versagt …

  • Nachdem wir die eigenen Wunden geleckt haben, darf man sich auch mal ein klein wenig freuen, Wolfsburg schon am 1. Spieltag wieder hinter uns und Klose mit Gelb Rot raus und Spielnote 5. Nicht daß man sich sowas wünschen würde, aber… 🙂

  • Es gibt einige Ansätze auch wenn es immer ein für und wider gibt, das ist normal bei einem solchen Verfahren. Das schlechteste Argument ist, wie von einem hohen Uefa Funktionär verlautbart, auch Fehlentscheidungen emotionalisieren den Fußball und Emotionen wollen wir ja schließlich?

    Das Hauptproblem ist, es ist viel diskutiert, aber es passiert NICHTS. Problemlösung mangelhaft und das wird wohl noch lange so weitergehen. Manchmal meint man die katholische Kirche ist fortschriftlicher als der Fußball.

    Es entsteht der Eindruck, man sieht irgendwie nur die Probleme und nicht den Nutzen, bis zur nächsten gravierenden Fehlentscheidung.

    • juwe: Das Hauptproblem ist, es ist viel diskutiert, aber es passiert NICHTS. Problemlösung mangelhaft und das wird wohl noch lange so weitergehen. Manchmal meint man die katholische Kirche ist fortschriftlicher als der Fußball.

      Es entsteht der Eindruck, man sieht irgendwie nur die Probleme und nicht den Nutzen, bis zur nächsten gravierenden Fehlentscheidung.

      Ich glaube, dass es auch kein einfaches Problem ist. Daher darf man sich auch schwer tun. Im Grunde wissen wir alle, dass Fehler menschlich sind und daher zum Sport gehören. Ich geh sogar noch weiter: Alle “Unwidrigkeiten” machen das Spiel sogar noch spannender – und dazu gehören Wetter wie Schiri-Fehler dazu. Ich für meinen Teil fand die Schnee-Spiele gar nicht so schlecht, das gehörte einfach zum Freiluft-Sport dazu und gab der Malocher-Truppe die Chance, den brasilianischen Ballzauberern mal zu zeigen, wie man in Europa im Winter spielt. In Brasilien kommt ja auch keiner auf die Idee die Stadien zu klimatisieren, damit es dem Finnen nicht zu schwül wird.

      Das Problem ist ein gordischer Knoten: Im Grunde weiß jeder, dass man keine Fehlerfreiheit hinbekommt – oder sogar noch anders: Dass man es auch gar nicht anstrebt. Oder will man den Freistoß wiederholen lassen, weil der Spieler sagt, er habe den Ball leider nicht richtig getroffen und möchte es nochmal probieren. Andererseits sind da die mediale Aufarbeitung, wo man meist nach Sekunden weiß (oder es einfach behauptet wird), ob es nun Abseits, Hand oder eben ein Tor war.

      Bemerkenswert ist doch, wie bemerkenswert wenige Fehler die Schiris eigentlich machen. Wie viele Fehler macht ein Spieler im Verhältnis zum Schiri pro Spiel? Und wie viel Aufwand (technisch, Manpower) muss man betreiben um diese 2-3 Szenen eines knappen Torlinienentscheidung in einer ganzen Saison zu verhindern?

      Eine Lösung hab ich keine. Man kann die Fehler nicht loswerden, ohne den Sport an sich in Frage zu stellen (endlsche Regel #2: “Fußball ist kein Perfektionssport!”), man kann aber auch nicht mit den Fehlern leben, wenn die Medien danach ein Faß aufmachen als wenn Kinhöfer Hoffenheim schnurstracks in Liga 2 gepfiffen hätte. Es ging um das 2:0 mitten im Spiel, das danach dann doch noch fiel – man muss da mal die Relation bemessen. Es fielen übrigens auch Abseitstore – auch in München.

      • Alexander Endl | Clubfans United: Eine Lösung hab ich keine. Man kann die Fehler nicht loswerden, ohne den Sport an sich in Frage zu stellen (endlsche Regel #2: “Fußball ist kein Perfektionssport!”), man kann aber auch nicht mit den Fehlern leben,

        Musste man den Tennissport auch in Frage stellen, nur weil man Kameratechnik auf den großen Turnieren einführte? Hat sich der Tennissport zwischen Profis und Amteure gespalten auch wenn die Kreis- und Bezirksliga Tennisplätze dieses Landes keine solche Technologie einsetzen können, nein! Vielleicht vermisst ja der ein oder andere einen ausrastenden Mcenroe (Nooo..this ball was not out!) …das wars dann aber schon.

        Wo ist eigentlich das Problem, es einfach zu versuchen? Keine Technik ist fehlerfrei, aber sie würde Fehlentscheidungen ganz sicher signifikant reduzieren wenigstens und auch Schiedsrichter aus der Schußlinie nehmen, über die nach Fehlentscheidungen ein wahrer Shitstorm landesweit ausbricht. Nicht auszudenken, wenn das dann noch über Ab- oder Aufstieg entscheidet. Würde man auf ‘Fehlerfreiheit’ bestehen, gäbe es wohl überhaupt keinen Fortschritt mehr.

        Es gibt also keine nachvollziehbaren Gründe diese Technik nicht einzusetzen außer dubiose Patentstreitereien (Adidas hat angeblich kein Patent auf den Chip im Ball) und egoistische geschäftliche Interessen von Verbänden oder Konzerne. Und solange wird von den Verantwortlichen herumlamentiert, da bin ich mir sicher, nur was auf der Strecke bleibt ist der Sport.

  • Das Problem bei fehlerhafter Torentscheidung ist halt, dass es beim Fußball nur sehr wenige Tore gibt, vergleiche alle anderen Ballsportarten, um so wichtiger ist das einzelne Torereignis. Da ist es natürlich viel schwerer Fehlentscheidungen zu akzeptieren, als in anderen Bereichen. Abseits gibt es im Laufe eines Spiels weit häufiger als Tor, auch Fouls etc. passieren sehr oft im Vergleich zu einem Tor, deshalb sind solche Situationen wie in Hoffenheim am Samstag für den Fußball schon problematisch. Andererseits sehe ich auch, dass mit jeder technischen Neuerung sich der Profifußball vom Rest entfernt, Torlinientechnik, Videobeweis alles kein Problem für die ersten Ligen in Frankreich, England, Deutschland, Italien und Spanien. Auch einige kleinere Länder, Holland, Belgien, Österreich, Schweiz etc. können das umsetzen, vielleicht auch noch die zweiten Ligen der großen Nationen, aber dann?

    In der dritten Liga ist jetzt schon ein bedeutender Teil der Vereine kurz vor der Insolvenz, sollen die nochmal 200.000 oder 300.000 in technische Systeme für ihre Stadien investieren?

    Klar kann man sagen, bei der zweiten oder dritten Liga ist das gar nicht mehr notwendig, weil es gar nicht so viele TV-Übertragungen mehr gibt, also fällt eine Fehlentscheidung gar nicht auf, folglich ist sie auch nicht wichtig. Aber ist das fair im Sinne der Gleichheit im Sport? Warum ist ein nicht gegebenes Tor in der bundesliga schlimmer als in der zweiten oder dritten Liga, warum schlimmer als in der Bezirksliga?

    Ich bin heute weniger sicher als noch vor ein paar Jahren, ob technische Hilfen wirklich eine Verbesserung sind. Natürlich, Hoffenheim wurde im Spiel drastisch benachteiligt, sie haben ein Tor geschossen, das nicht gezählt wurde. Aber ist das wirklich so viel anders als wenn ein Abseitstor gezählt wird?

    Der Schiri hat einen Fehler gemacht, das sollte nicht sein, wird aber immer wieder passieren, vielleicht sollte man eher versuchen, das zu akzeptieren, als 100%ige Sicherheit zu bekommen, denn wie oben schon geschrieben, auch technische Systeme können Fehler produzieren, dann ist das Geschrei vielleicht noch größer.

    Oder ein anderes Problem, was wenn die Torlinientechnologie streikt, Computersysteme können ausfallen, darf das Spiel dann noch stattfinden, oder nicht? Auch das Probleme die mit einer technischen Aufrüstung einher gehen.

    Übrigens fand ich die Reaktionen von Hoffenheim nach dem Spiel angenehm unaufgeregt, denen scheint es ernst mit der Sympathiekampagne ;-).

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