Schreiber machen Leute – Jetzt erst Recht

Wer schreibt, der bleibt – bzw. es bleibt hängen, was geschrieben wird. Die Headline als Spin-Doctor einer Wahrnehmung, die mit der Realität oft nur noch wenig gemein hat. Tatort: Abstiegskampf.

Im Wesentlichen kann ein Fan sich nur über die offiziellen Vereinsmitteilungen informieren sowie die gängigen regionalen Gazetten oder Sport-Seiten. Offizielle Seiten werden dabei aber oft von Vereinspolitik und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing bestimmt, bei Medienberichten zeigt sich in Zeiten knapper Kassen zunehmend der Trend, dass Agenturmeldungen einfach mehrfach dupliziert werden, eine Auseinandersetzung aber nur noch selten erfolgt. (Auszug aus unserem “Über uns” hier bei Clubfans United)

Wie lange braucht man eigentlich, um sich ein Bild über ein Geschehen zu machen? Wie viel Informationen bedarf es, um eine Meinung zu fällen, besonders im Sport? Eigentlich erschreckend wenig. Das nackte Resultat spricht schon Bände, garniert von einer knackigen Headline oder einem markigen Spruch des Kommentators ist das Urteil gefällt. 3:3 nach 3:0 Führung eines Teams im Abstiegskampf? Da braucht man kein Hellseher sein, um sich den Spielverlauf in seiner ganzen Dramaturgie rein vom Tableau abgelesen vor Augen zu führen. Gezeter um Fehlentscheidungen der Schiedsrichter inklusive, da schmunzelt der neutrale Beobachter nur noch milde, so ist es ja immer im Abstiegskampf – same procedure as last year, same procedure as every year.

Positiv-Erlebnis trotz “katastrophaler” erster Halbzeit (Goal.com)
So drehte Hannover ein irres Spiel (T-Online)
Diouf verhindert die Blamage (Hannoversche Allgemeine)
Hannover 96 bringt Nürnberg um ersten Saisonsieg (sport.ch)
Nürnberg verspielt in Hannover ersten Saisonsieg (mopo.de)
Nürnberg verschenkt 3:0-Führung (Spox)
Nürnberg verschenkt Sieg (Yahoo! Eurosport)
“Club“ zu doof zum Siegen (SportBild)
bis hin zu
Hannover mit starker Aufholjagd (Handelsblatt)
reichten die Schlagzeilen, die der Fußball-Nation die Geschehnisse des Spiels bei Hannover 96 vermittelten und die Botschaft in die Welt trugen. Und die offizielle Seite Bundesliga.de kürte gar den doppelten Torschützen Diouf zum Mann des Spiels: Diouf rettete Hannover einen Punkt

In den Berichten ist es nicht mal eine Erwähnung wert, bisweilen nur eine Randnotiz, worüber sich der Clubfan noch Tage später echauffiert und an der Welt zweifeln lässt. Wozu auch? 3:3 nach 0:3, da musste man das Spiel ja gar nicht gesehen haben, um den Bericht mit der SID-Meldung zusammen und dem Bericht aus “Alle Spiele, alle Tore” schon fertig zu haben und endlich zum Weihnachtsmarkt zu können. Fehlentscheidungen? Ach komm. Das übliche Gezeter der Aussichtslosen, die halt von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Stimmt ja auch, jedenfalls meistens, aber hier eben nicht.

Der FCN hat in diesem Spiel, allen Kritikern zum Trotz, wenig falsch und ganz viel richtig gemacht. Man nahm sein Herz in die Hand, man kam in dieser so schwierigen Situation mit Mut und Spielkultur auf den Platz, man spielte die höher eingeschätzten Hannoveraner förmlich an die Wand, man brachte die Pille dreimal im Tor unter. Man überstand die schwierigen Phasen kurz vor und nach der Halbzeit, man sammelte sich auch wieder, als in der 60ten doch mal einer rein ging und arbeitete sich wieder ins Spiel und zog Hannover den Zahn. Es war ein verdienter Sieg, und er war zum Greifen nah, und er wurde gestohlen. Und in den Medien fällt es offenbar keinem auf.

Natürlich wurde es zwischenzeitlich thematisiert, weil auch das wieder eine Nachricht ist, dass sich der FCN über die Schiedsrichter beschwert. Und auch die Selbsteinsicht und Reue des Schiedsrichter Kinhöfer war manchen eine Meldung wert. Doch der große Fußballrummel war da bereits längst wieder weitergezogen, die Nachberichterstattung war dann nur noch was für die hartgesottenen Fans. Daran, dass dem Club hier in diesen 5 Minuten nicht nur eine zwei Tore Führung weggepfiffen wurde, dass man nun statt Aufbruchstimmung und Fortsetzung der Rekordserie ohne Sieg nun auch noch für die sensationsheischenden unter “Wahnsinn-Aufholfjagd” begafft wird, daran wird auch die Nachberichterstattung nichts mehr ändern – was bleibt ist der sportliche Tiefschlag, die Häme der Gegner und dann eben auch noch die schreiende Ungerechtigkeit, die denen, die sich Journalisten schimpfen, nicht einmal eine differenzierte Berichterstattung wert war. Nein, manche erdreisten sich dann sogar (anders kann man das nicht sagen) den Täter zum Opfer zu machen und fordern Milde:

Apropos – es gibt einen kleinen Unterschied zwischen dem Stürmer, der das Tor nicht trifft, einem Verteidiger, dem ein Eigentor unterläuft, und dem Schiedsrichter-Assistenten, der einen Fehler macht: Den beiden Erstgenannten wird kein „Betrug“ unterstellt, und es werden auch keine aberwitzigen Verschwörungstheorien konstruiert. Nein, der Stürmer und der Verteidiger werden in der Regel von Spielern, Trainern, Zuschauern und Medien aufgebaut, konstruktiv begleitet.

Quelle: az-online.de

Muss man sich wirklich wundern, wenn Fans sich durch die Medien im Stich gelassen fühlen? Wenn man auch ganz besonders sensibel auf gerade regionale Headlines reagiert, also aus einer Ecke, wo man wenigstens noch Verständnis erwarten konnte? Es wäre die verdammt Pflicht der Sportberichterstattung gewesen, den 1. FC Nürnberg nach diesem Spiel in Schutz zu nehmen. Es geht nicht darum Herrn Kinhöfer an den öffentlichen Pranger zu stellen, aber gerade in Anbetracht des ganzen Theaters, das bei einem “Außennetz-Tor” von Kiesling in den Medien getrieben wurde, wo moralisiert und philosophiert wurde, als man den ganzen Fußball fast schon in Frage stellte, gerade da mutet es doch anscheinend unwichtig an, wenn ein schnöder Abseitstreffer vielleicht der entscheidende Sargnagel für einen Verein ist, der seit Jahren versucht mit redlichen Mitteln sich gegen Konkurrenten zu behaupten, die mit Geld zugeschüttet wurden, ob selbst “verdient” oder als Spielball von Sponsoring-Interessen.

Brauchen wir heute noch Fanmedien? Ja! Weil man sich auf die Medien nicht mehr verlassen kann, weil man eine Gegenstimme braucht, die wenigstens dem interessierten Fan das Gefühl geben, das Entrüstung das einzige ist, was ihm zu Recht zusteht, wenn man schlicht und ergreifend um den verdienten Lohn gebracht wurde. Wenn die Medien sich nicht als Jubelperser des großen Glamour betrachten lassen wollen, die nur dann genauer hinschauen, wenn es genug Klicks verspricht, ergo wenn der Skandal groß genug ist oder es eben um die Top 5 der Liga geht, dann sollten sie mal ihre Hausaufgaben machen und auch für den kleinen Verein Satisfaktion fordern, wenn er ungerecht behandelt wurde.

Wir lieben unseren Club, auch wenn ihm manchmal Missgeschicke passieren – und die waren nicht zu knapp in seiner Historie. Dann nennen wir uns selbstironisch auch “Depp” – aber wir lassen und nicht gern zum “Deppen” machen, wenn man schlicht durch Fehler anderer, die auf dem Niveau schlicht nicht passieren dürfen, um den Lohn seiner Bemühungen gebracht wurde. Das sollte in uns allen Trotz auslösen, Trotz es nun trotzdem packen zu wollen, Trotz um uns gegen solche Berichterstattung zu wehren, Trotz gegen Untergangsstimmung, Trotz gegen Häme wie Mitleid. Wir brauchen kein Mitleid, wir haben Trotz genug, um den Schulterschluss zu üben – jetzt erst Recht. Und daher veröffentlichen wir auch gern den “offenen Brief an die Mannschaft” aus dem Glubbforum, den die IG Zukunft veröffentlicht hat:

Liebe Mannschaft des 1. FC Nürnberg,

„hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß!“. Selten hat das Zitat von Andi Brehme besser gepasst als in der Clubsaison 2013/2014! Was für eine katastrophale Hinrunde! Der negative Höhepunkt wurde am letzten Samstag erreicht. Eine normalerweise absolut sichere 3:0 Führung reichte nicht zum Sieg. Dies war für uns Fans, aber auch für euch als Mannschaft, schlimmer als die 5 Gegentore gegen Hamburg. Wann und wie soll man überhaupt noch gewinnen, wenn nicht einmal drei Tore reichen?! Club du machst uns wahnsinnig!!!

Doch an dieser Stelle möchten wir Fans aus dem Glubbforum rufen: Halt! Negative Gedanken bringen niemanden weiter. Natürlich greifen sowohl Medien, als auch der durch die Vergangenheit geprägte Clubfan, gerne die negativen Dinge heraus. Doch es gibt so viele Aspekte, die Mut machen und absolut positiv zu sehen sind. Ihr habt in den letzten Wochen und Monaten als Mannschaft gefightet, ihr habt euch spielerisch und taktisch weiter entwickelt, sodass ihr euch Chance um Chance heraus spielt. Es ist verdammt schwer geworden gegen Nürnberg zu gewinnen! Nur 6 Niederlagen, auch das ist ein Fakt, den man nicht ausblenden darf. Es ist bei Leibe nicht alles schlecht! Genau das ist auch der Grund, dass es im Umfeld des Clubs auch ziemlich ruhig ist. Wir Fans sehen, dass ihr alles gebt, für einander einsteht und den so sehr ersehnten Sieg erzwingen wollt. Glaubt an euch und eure Stärken! Lasst uns gemeinsam den Weg als Clubfamilie weiter gehen. Gebt jetzt nicht auf! Wir tun es auch nicht. Lasst uns alle gemeinsam den Frust vom letzten Samstag in positive Energie und Kraft umwandeln, um am kommenden Spieltag den Sieg einzufahren den ihr euch schon lange verdient hättet und wir uns von Herzen wünschen. Egal wie lange ihr schon für den Verein spielt oder noch spielen werdet. Im Moment sind wir alle zusammen eine Gemeinschaft, ein Team, der CLUB! Lasst uns noch enger zusammenrücken und ganz Deutschland zeigen, dass man den 1. FC Nürnberg nie abschreiben sollte! Macht Euch und uns das geilste Weihnachtsgeschenk das es geben kann: Einen SIEG! Wir werden im Mai den Klassenerhalt auf eine Art feiern, der sogar die Feier des Meisters in den Schatten stellen wird! Auf geht’s Mannschaft! Gemeinsam schaffen wir das!

Euer Glubbforum

Man muss nicht in allen Punkten einer Meinung sein und man darf auch seine Kritik behalten wie äußern, aber eines sollten wir Fans an der Stelle tun: Uns nach außen verteidigen, vor allem wenn von Außen keine Hilfe, ja nicht einmal eine faire Behandlung zu erwarten ist.

Man kann hinfallen, muss aber wieder aufstehen, und man kann sich von Rückschlägen, gerade wenn sie aus Ungerechtigkeiten entstehen, entmutigen lassen, oder eben Trotz und ein “Jetzt erst Recht”-Gefühl entwickeln und im Schulterschluss zur starken Gemeinschaft werden. Die Entscheidung liegt an jedem Einzelnen, vom Spieler bis zum Fan, und was daraus entsteht wird die Summe zeigen.

24 Gedanken zu „Schreiber machen Leute – Jetzt erst Recht

  • 18.12.2013 um 17:54
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    Alexander. Danke und Chapeau!

  • 18.12.2013 um 18:04
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    Immer daran denken: Wir holen 30 Punkte in der Rückrunde. Wir werden es allen vorschnellen Weltuntergangspropheten zeigen.

    Fight for our right to play Bundesliga …

  • 18.12.2013 um 18:05
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    Aber ausgerechnet die BILD wird in ihren Schlagzeilen am ehesten der Realität gerecht: Aus Hannover Sicht: “Merci Schiri, klares Abseitstor” und aus Club-Sicht: “Sind betrogen worden, Nürnberg kocht vor Wut, klares Abseitstor”

    DARAN hätte sich die schreibende Zunft orientieren müssen.

    Das fehlt mir auch im offenen Brief: Es sollte nicht heißen, eine 3:0 Führung reichte nicht, sondern sie wurde uns genommen. Die Wut über die Ungerechtigkeit umzuwandeln in ein “Jetzt erst recht!”

  • 18.12.2013 um 18:07
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    Du sprichst mir aus der Seele. Bravo!!!

  • 18.12.2013 um 18:11
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    Danke Alexander!

  • 18.12.2013 um 18:18
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    Und übrigens…

    Ich bin der Meinung wir werden diese Saison in der Summe konsequent benachteiligt von den Schiedsrichtern. DAS wäre mal ein paar Gedanken wert. In der Summe sind diese Benachteiligungen schlicht Beschiss. Irgendwas stimmt da nicht!

    • 18.12.2013 um 18:22
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      troy_69,
      nicht erst diese Saison, das ist wie ein roter Faden. Wenn Du die letzten Jahre auf Wahre Tabelle betrachtest, wurden wir in (fast) jedem Jahr mehr oder weniger krass benachteiligt – und abgestiegen wären wir 2008 auch nicht.

      • 18.12.2013 um 19:22
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        Optimist:
        troy_69,
        nicht erst diese Saison, das ist wie ein roter Faden. Wenn Du die letzten Jahre auf Wahre Tabelle betrachtest, wurden wir in (fast) jedem Jahr mehr oder weniger krass benachteiligt – und abgestiegen wären wir 2008 auch nicht.

        Ich stim e dir zu. Den roten Faden im Lauf der Jahre sehe ich auch. Aber diese Saison ist das eher ein rotes Stahlseil. Es ist schlicht too much um sich noch Zufall schimpfen zu dürfen.

    • 18.12.2013 um 18:31
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      Optimist, troy_69, ich habe meine Zweifel an einer Verschwörungstheorie, schlicht weil mir das Motiv dafür fehlt. Der FCN ist ja ein braver Teilnehmer, der nicht aufmuckt, ordentlich Fans mobilisiert und auch nettes Traditions-Cholorit reinbringt. Wozu eine “systematische Verschwörung”? Aber ich glaube an Medienmacht. Und ich glaube, dass sich die Schiedsrichter dieser Medienmacht nicht gänzlich entziehen können, selbst (!) wenn sie es nicht wollen. Zu sehr schwingt doch die Konsequenz mit, wenn man einen Bayern-Spieler zu Unrecht vom Feld gestellt hätte. Zu sehr tickt im Kopf, was auf einen einprasselt, wenn man im Titelrennen eine Rolle spielte, die einem nicht zustand. Dann lieber “unter ferner liefen” mal im Zweifel gegen den Underdog, darüber spricht man dann auch später kaum noch. Man muss den Schiedsrichtern helfen, indem man ihnen auf dem Level Hilfen zur Hand gibt, die das “im Zweifel” zur Gewissheit werden lassen. Dann sorgt ein Blick auf den Monitor bspw. doch für die Gerechtigkeit, die man sich an der Stelle einfach zum Selbstschutz vielleicht nicht mehr traute. Ein Blick auf den Monitor bspw. und Herr Kinhöfer hätte sich und allen anderen das ganze Theater danach ersparen können.

      • 18.12.2013 um 19:37
        Permalink

        Alexander Endl | Clubfans United:
        Optimist,troy_69, ich habe meine Zweifel an einer Verschwörungstheorie, schlicht weil mir das Motiv dafür fehlt. Der FCN ist ja ein braver Teilnehmer, der nicht aufmuckt, ordentlich Fans mobilisiert und auch nettes Traditions-Cholorit reinbringt. Wozu eine “systematische Verschwörung”? Aber ich glaube an Medienmacht. Und ich glaube, dass sich die Schiedsrichter dieser Medienmacht nicht gänzlich entziehen können, selbst (!) wenn sie es nicht wollen. Zu sehr schwingt doch die Konsequenz mit, wenn man einen Bayern-Spieler zu Unrecht vom Feld gestellt hätte. Zu sehr tickt im Kopf, was auf einen einprasselt, wenn man im Titelrennen eine Rolle spielte, die einem nicht zustand. Dann lieber “unter ferner liefen” mal im Zweifel gegen den Underdog, darüber spricht man dann auch später kaum noch. Man muss den Schiedsrichtern helfen, indem man ihnen auf dem Level Hilfen zur Hand gibt, die das “im Zweifel” zur Gewissheit werden lassen. Dann sorgt ein Blick auf den Monitor bspw. doch für die Gerechtigkeit, die man sich an der Stelle einfach zum Selbstschutz vielleicht nicht mehr traute. Ein Blick auf den Monitor bspw. und Herr Kinhöfer hätte sich und allen anderen das ganze Theater danach ersparen können.

        Der Club muss ohne Zweifel mehr an seiner Aussendarstellung arbeiten. In den letzten Jahren hat mich. zb immer geärgert wenn unsere Mannschaft als Kloppertruppe dargeytellt wurde. Das hat so nie gestimmt. Beispielhaft war letzte Saison das Heimspiel gegen Bayern. Timoschtschuk darf machen was er will ohne vom Platz zu fliegen, insgesamt macht Bayern 24 fouls, wir 12, wir stehen aber am Ende als klopper da weil Schweinsteiger seine Mama vermisst und heult… DA muss man als Verein auch mal a la Hoeneß Contra geben.
        Genauso mit den Fehlentscheidungen dieses Jahr. Da muss ein Herr Bäder auch mal verbal dazwischenhauen… Und zwar schon viel früher in der Saison. Spaetestens nach Gladbach… Das war schon Skandal genug.

        Mir ist da zuviel mediale ZurückHaltung seitens des Vereins. Wenn die Medien meinen wir seien nicht interessant genug dann muss der Verein hält mal ein bisschen auf den Putz hauen.. In aller Bescheidenheit natürlich… 😉

        • 18.12.2013 um 19:48
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          troy_69, da hatten wir ja im Grunde den selben Gedanken 😉

          • 18.12.2013 um 19:58
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            Optimist:
            troy_69, da hatten wir ja im Grunde den selben Gedanken

            Jo. Das dachte ich auch eben. 🙂

        • 19.12.2013 um 10:40
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          Irgendwie funktioniert das nicht mit dem Kommentarbezug – also Alexander, ich antworte Dir mal und füge die Referenz hier händisch ein:
          “Der Club muss ohne Zweifel mehr an seiner Aussendarstellung arbeiten. In den letzten Jahren hat mich. zb immer geärgert wenn unsere Mannschaft als Kloppertruppe dargeytellt wurde. Das hat so nie gestimmt. Beispielhaft war letzte Saison das Heimspiel gegen Bayern. Timoschtschuk darf machen was er will ohne vom Platz zu fliegen, insgesamt macht Bayern 24 fouls, wir 12, wir stehen aber am Ende als klopper da weil Schweinsteiger seine Mama vermisst und heult… DA muss man als Verein auch mal a la Hoeneß Contra geben.”

          Das sehe ich nicht ganz so.
          Das Hauptproblem ist meines Erachtens die immense Beschleunigung im Medienbereich – die ersten Artikel zu einem Thema werden am meisten gelesen, also müssen (und werden) Zeilen rausgehauen, auf Teufel komm raus. Wer zuerst schreibt, wird wahrgenommen, zieht über Social Media Reaktionen und setzt somit die Diskussionsthemen.
          Journalismus ist nun aber ein Handwerk und man greift, vor allem unter Zeitdruck, in den Werkzeugkasten und nimmt das Gewohnte zur Hand. Im Clubfalle die altbekannten Interpretamente, den altbekannten Rahmen, der jeglicher Geschichte Ordnung verleiht. Im konkreten Falle: der Club issa Depp, die Fahrstuhlmannschaft Club, der sieglose Inhaber eines weiteren skurrilen Rekords etc. etc. Davon sind auch die Fans nicht frei – wenn ich mal die Kommentare zum Maßstab nehme, die zum Beispiel zum letzten Artikel belschanovs kamen. Wenn man manchen Namen liest, kann man sich die Lektüre des Kommentars gleich sparen, da kommt immer dasselbe. Neu verpackt, anders aufgemacht, in der Essenz aber unverändert. Ein Beispiel wäre da der Interpretationsrahmen: Bader ist eine Fehlbesetzung. Dieser Meinung kann man ja sein, aber für manche liefert diese Grundthese den Rahmen, innerhalb dessen alles erklärt wird – und auch erklärt werden kann. Da spart er zu viel oder zu wenig, da kauft er zu viel oder zu wenig etc. Misserfolge wird es bei einem Verein mit den Ressourcen, über die der Club derzeit verfügt (denn wenn Top-Spieler für ein paar 100000 Euronen zu haben wären, dann, Ausnahmen bestätigen die Regel, würden die Vereine ganz oben nicht ein Vielfaches für ihre Spieler ausgeben), auf absehbare Zeit häufiger geben als Erfolge – da ist es gut, wenn man die Fundamentalerklärung zur Hand hat, die einen alles einordnen lässt und so Sinn stiftet.
          Diese längeren Ausführungen sollen erklären, warum Deine Forderung, Bader müsse mal mehr auf den Putz hauen (verkürzt formuliert), in meinen Augen wenig bringt. Den Rahmen der Geschichte des “Club” umzuschreiben, diese Chance war in meinen Augen das letzte Mal schlagartig nach dem Pokalsieg da, inklusive weltläufigem hochliteraten Kulttrainer und Pokalsieg über den damaligen deutschen Meister. Stattdessen haben wir die alte Story mit Abstieg und “Leidensfähigkeit” usw. usf. der Clubfans sogar noch bestätigt.
          Als Beleg für meine These führe ich an, dass der Rahmen, die Geschichte, die immer über den Abstiegskandidaten Club erzählt wird, doch schon seit einiger Zeit nicht mehr stimmt. Denn
          1) Soweit man von außen Einblick bekommt, muss der 1. FCN schon seit einiger Zeit als ein seriös, gar vorsichtig wirtschaftender Verein betrachtet werden, der modellhaft einige Trends in der Bundesliga früh gesetzt und umgesetzt hat
          2) Es bleibt – trotz Abstiegsgefahr usw. – sehr ruhig im Verein und Fans wie Mannschaft ziehen an einem Strang. Wäre das Freiburg, so würde das in die dort beständig erzählte Geschichte passen, der vom “etwas anderen Fußballclub” nämlich. In Nürnberg aber ist es bemerkenswert – und wird, da nicht ins Schema passend, auch nicht erzählt. Der Eklat im Verhältnis zwischen Kurve und Schäfer blieb bis dato solitäre Episode.
          3) Der Club hat zwar das probate Mittel der Trainerentlassung gewählt – dabei aber eben nicht mit den üblichen Verdächtigen reagiert (Schaaf, Stanislawski etc.), sondern jemanden geholt, den so wohl kaum jemand auf dem Zettel hatte (und angefragt, soweit man es hört, auch nur bei Leuten abseits der üblichen Pfade). Ein Trainer, der den Abstiegskampf auch ganz anders angeht als dies das Lehrbuch üblicherweise vorsieht. Ergebnis offen – und die mediale Meinung wundert sich, dass der Verbeek in Nürnberg so einen guten Ruf hat, wo doch so wenig Punkte usw. usf. – man arbeitet und wühlt und stürt also wieder, um zur alten Geschichte “Chaos-Club” zurückzufinden.
          4) Was vielleicht auch manchen Schreiber wurmt – und das ist in meinen Augen eine der unbeachtet gebliebensten und nichtsdestotrotz bemerkenswertesten Veränderungen: der Club bringt neue Namen, wenn Vollzug gemeldet werden kann. Keine Lecks a la Hamburg, wo das Protokoll der geheimen Aufsichtsratssitzung am nächsten Tag brühwarm in der “bild” zu lesen ist. Das stinkt sicherlich so manchem Journalisten, da hätte man es lieber anders, da hätte man lieber “exklusiven” Zugang.
          Lange Rede, kurzer Sinn: wo so viele Fakten schon nicht wahrgenommen werden (im übrigen gilt das auch für Fankreise), da wird auch höhere/andere mediale Aktivität Baders (vorerst) nichts ändern. Dass der große Rahmen umgeschrieben wird, das geht nicht von heute auf morgen. Auch ein Hoeneß hat sich den Ruf als Sankt Uli, Heiliger des FC Bayern, unbefleckt von all seinen Taten und von jeglichem Misserfolg erst in Jahrzehnten erarbeiten müssen. Es bleibt lediglich üblich, unbeirrt weiter zu arbeiten. Wie Verbeek offenbar – und wenn er Erfolg hat, wird das eine Chance sein, eine neue Geschichte zu erzählen.

      • 18.12.2013 um 19:44
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        Alexander Endl | Clubfans United, Ich meinte damit auch gar keine Verschwörung, nicht einmal bewusste Absicht. Aber der Eindruck ist, dass wir einfach nicht ernst genommen werden. Und zwar weder von der DFL und seinen Offiziellen, noch von den Medien. Und das führt einfach dazu, dass es der leichtere Weg ist, im Zweifel gegen uns zu entscheiden.

        Es stünde uns womöglich gut zu Gesicht, wenn wir stärker aufbegehren würden. Wenn man vernünftige Argumente in der indifferenten Presse nicht wahrnehmen will, dann müssen wir eben lauter schreien. Bader hat da schon gute Ansätze gezeigt, aber es könnte auch noch mehr sein. Damit man auch vor unserer Reaktion auf Ungerechtigkeiten Respekt hat und sie gerne vermeiden würde.

        So, wie es jetzt ist, respektiert uns ja nicht einmal die heimische Presse, wenn sie statt der Ungerechtigkeit lieber den “Deppen” in den Fokus stellt. Siehe die unsägliche Schlagzeile der nordbayern Verlagsgruppe, die ja schon belschanov thematisiert hatte.

  • 18.12.2013 um 18:37
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    Jawoll, genau so ist es!!!!

    Ob nun 30 Punkte in der Rückrunde oder ein paar weniger….wir haben diverse negative Rekorde, aber wir werden als der Verein in die Bundesliga-Geschichte eingehen der

    – nach gefühlter jahrelanger Sieglosigkeit

    – und einem durch schreiende Ungerechtigkeit und Unvermögen maßgebender Beteiligter erlittenen Nackenschlag

    entgegen der verbreiteten Meinung eben doch wieder aufsteht und die Sache mit einem (dem ersten) Sieg kurz vor Weihnachten und einer grandiosen Rückrunde zum Guten wendet!!!

    Ich glaub dran und Mannschaft und Trainer haben meine volle Unterstützung!

    Einmal Club immer Club!!!!!

    Jetzt erst recht!!!!

  • 18.12.2013 um 20:19
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    Eine “Anti-Club-Verschwörung” halte ich auch für ein Hirngespinst, auch wenn ich bspw. einem Kollegen zustimmen muß, daß eine “Anti-Dynamo-Verschwörung” zumindest auf DFB-Ebene existieren könnte.

  • 18.12.2013 um 21:06
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    Kerner sagt dazu:
    Des ganze Abstiegsgwaf, des is mer worscht ……..
    Mir komma wider, unter Garantie und an jedes Münchner Auto……

    Und dass wir am Samstag unseren ersten Heimsieg feiern- dass steht fest.

  • 18.12.2013 um 22:42
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    NEIN ! Wir werden und wir können kein 30 Punkte mehr holen ! Nun geht es um jeden Punkt ! und wir werden so viele punkte holen das es mindestens für den Religationsplatz reicht und dort werden wir wie schon gegen Cotbus oder Augsburg mit Herzblut gewinnen. KÄMPFEN UNS SIEGEN ! – <3 CLUB

  • 19.12.2013 um 10:14
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    Wir brauchen keine 30 Punkte aus der Rückrunde. 20 bis 25 werden/würden reichen. Aber die Mannschaft kann gerne trotzdem 30 holen, ich werde mich nicht beschweren, weder beim DfB noch sonstwo.

  • 20.12.2013 um 14:08
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    Starker Kommentar, Hörnla. Daumen hoch!

  • 21.12.2013 um 11:28
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    Yep 🙂

    Wir sehen uns dann um 5 an der Beach Bar.
    Bis dahin!

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