Franky aus Neumarkt, gib die CDs zurück

Der Spieltagsvorbericht 1. FC Nürnberg vs. Eintracht Braunschweig mit Leopedia-Fan-Interview.

Endlich Favorit. Lange hat es gedauert, bis der 1. FC Nürnberg mal wieder als Favorit ins Spiel geht. Gegen Eintracht Braunschweig muss man nun zeigen, ob man der Rolle gerecht wurde. Die Worte unseres Podcasts sind noch nicht mal verhallt (^^), da wird es auch schon langsam wieder ernst: Der Matchday naht mit großen Schritten. Und damit auch die Auflösung des Aufstellungs-Puzzle. Dabei könnte die Aufstellung nicht nur wegen des taktischen Verständnisproblems des ein- und ausgewechselten Gebhart und des auffälligen Leistungsproblems seines Vorgängers auf der Position, Mak, zu ungewohnt deutlichen Umstellungen führen. „Schuld“ daran sind diesmal keine Verletzungen (genau genommen dann doch), sondern Rückkehrer. Gleich drei Spieler könnten Verbeek zur Verfügung stehen, die ihm zuletzt fehlten: Frantz, Pogatetz und Hasebe. Während Pogatetz in Augsburg bereits wieder auf der Bank saß, allerdings noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, sollte Frantz nach kurzer Verletzungspause wieder eine Option sein – bei Hasebe, der gerade erst wieder ins Mannschaftstraining einstieg, könnte dagegen Braunschweig zumindest für die Startformation noch zu früh sein.

Viel spricht dafür, dass Verbeek seine Abwehrreihe mit Angha, Nilsson, Pinola und Plattenhardt unverändert lassen wird, weichen dürfte dagegen wohl, trotz guter Vorstellung in Augsburg, Petrak auf der defensiven Sechserposition für den davor mehr als überzeugenden und wohl gesetzten Frantz. Größere Spekulationen dagegen dann auf den offensiveren Positionen. Gesetzt sein dürfte derzeit nur „Nürnbergs unauffälliger Helfer“ Hlousek, dessen Leistung von vielen Fans doch kritischer gesehen wird als vom Trainer. Seine Maßflanke auf Drmic zum Siegtreffer in Augsburg hat da sicher einige Zweifler verstummen lassen. „Campañas Debüt macht Kiyotake Druck“ im zentralen Mittelfeld, das sollte aber noch nicht reichen um Kiyo zu verdrängen.

Feulner an seiner Seite wird sich über kurz oder lang des Angriffs von Hasebe erwehren müssen, könnte allerdings auch auf die eigentlich vakante Position auf der rechten Seite ausweichen – ‚wäre‘ Verbeek ein Freund des ‚fröhlichen‘ Verschiebens. Das macht Verbeek zwar, aber doch augenscheinlich nur ungern und jedenfalls nicht ohne Not. So eine Not war Petrak gegen Augsburg von der Innenverteidigung auf die „6“ zu ziehen, so eine Not könnte nun auch im rechten Mittelfeld entstehen. Drmic wäre hier zwar gesetzt und die Idealbesetzung, fehlt dann aber als Ginczek-Ersatz im Sturm, wo sich derzeit noch weniger Alternativen aufdrängen als rechts. Zumindest nominell. Wohl keinen neuen Versuch bekommt Mak, zu wenig konnte und offenbar wollte der Slowake aus seiner Chance machen. Gebharts Wollen war dagegen untadelig, aber eben auch unverständlich – bzw. vice versa sein Trainer unverstanden. Da Feulner aus genannten Gründen wohl vorerst zentraler bleibt, könnte Gebhart daher sein verbessertes „Verbeekisch“ vielleicht doch schneller als gedacht erneut unter Beweis stellen.

Löst man alle seine eigenen Rätsel, kommen ja auch noch ein paar weitere dazu. Namentlich der Gegner. „80 % vom Spiel“ könne man kontrollieren, sagt Verbeek, „10 bis 15% seien das nicht“. Was mit den fehlenden 5% ist, verrät uns der Übungsleiter bisher allerdings nicht. Zu den 80% gehören dabei eigenes Spiel und die Einstellung auf den Gegner, doch was für ein Gegner mit der Braunschweiger Eintracht da kommt, da ist man sich irgendwie nicht so wirklich klar. Einig ist man sich in Fußball-Deutschland, dass Braunschweig nicht „die Qualität“ habe, um die Klasse zu halten. Faktisch hat Braunschweig aber genau so oft schon gewonnen wie Freiburg und Hamburg, nämlich viermal, und damit sogar einmal mehr als der „Favorit“ aus Nürnberg. Und damit ist Braunschweig eben immer noch im Lostopf um den Klassenerhalt, insbesondere nach dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Hamburg und man wäre es noch mehr, würde ein Überraschungs-Coup nun auch in Nürnberg gelingen. Dass die einst „lahmen Löwen“ stets genug Biss haben, war nie bestritten, aber ob sie auch genug Punch haben für die Liga – ist weiter offen. Nicht allzu oft wird man einen so hasenwilden Gegner bekommen wie den HSV, der in einer Mischung aus Standfussball und Slapstick den Gegner im Spiel ließ und immer wieder zurück ins Spiel brachte. Dass es für den Club nicht leicht werden wird, wenn man nicht alles abruft, hat man bereits im Hinspiel gesehen, wo man am Rande einer Niederlage stand. Und da der Club trotz guter Ergebnisse in der Rückrunde bei weitem nicht den Fußball spielt, den man schon vor der Winterpause einmal zeigte (dafür aber nicht belohnt wurde), sollte jedem klar sein: Das wird wahrlich kein Selbstläufer und auch in diesem Spiel wird jeder Spieler an sein Limit gehen müssen und taktische Disziplin von Nöten sein.

Pressekonferenz vor dem Spiel

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Aber auch von Außen tut jede Hilfe gut. Die Aktion „Ich bereue diese Liebe nicht“ war ja ganz bewusst nicht (nur) als Sofortmaßnahme angelegt, sondern als Langzeit-Medikament – zumindest bis der Patient FCN auch in Raphael Schäfers Krankenakte als Entlassen aus der Krankenstation gilt, also nach verbrieftem Klassenerhalt. Und dazu braucht es neben virtuell bekundeter Solidarität und Zuneigung eben auch volle Ränge. Die Initiatoren stellten dazu Plakate zur Verfügung, die man sich ausdrucken kann und an geeigneten Orten platzieren (Download Plakate-Spielankuendigung-A2). Eine schöne Idee, wie man sein eigenes Umfeld motivieren kann, den Club live zu supporten. Und was gibt es auch Schöneres als am Samstag Nachmittag ins Stadion zu gehen. Und: Heimspiele gehören gewonnen.

Interview mit Leopedia

LeopediaDa wir gern über den Tellerrand blicken und Fußball ohne Gegner eben auch nichts wäre, freuen wir uns auch diesmal wieder Fans des Gegners für ein Interview gewonnen zu haben und so ein wenig Kennenzulernen. Und siehe da! Auch in Braunschweig sind das Leute wie Du und Ich. – Diesmal stand uns Till Oliver Becker vom Braunschweiger Satire-Fanblog „Leopedia“ Rede und Antwort, erläuterte uns gleich mal die „Leopedia“, erklärte, warum es manchmal ohne Humor gar nicht geht, wie man in Braunschweig so über die Liga denkt und warum die „Kampfschweintruppe mit Charakter“ in Nürnberg gewinnen will und uns trotzdem alles Gute wünscht. Und dann war da noch Franky aus Neumarkt, der bitte die CDs zurückschicken soll. Viel Spaß beim Lesen!

[Clubfans United] Hallo Till, prima, dass das nun doch noch geklappt hat. Hatte schon befürchtet meine Anfrage ging irgendwie unter! Schön euch gefunden zu haben! Erklär doch mal: Wer oder was ist „Leopedia“? Und was nehmt ihr für eine überragende Rolle im Medien-Mix rund um die Eintracht ein?

[Leopedia] „Die Leopedia, oder kurz Leo, ist ein (hauptsächlich) satirischer und ironischer Blog rund um die Eintracht. Allerdings finden bei uns auch Themen statt, die nichts mit dem roten Löwen auf der Brust zu tun haben. Da haben die unterschiedlichen Autoren komplett freie Hand. Überragende Rolle?
Hm… unser Blog ist zwar einer der älteren, hat aber ganz sicher nicht die Frequenz einer der neueren Seiten, die bemerkenswert professionell designt sind und häufig veröffentlichen. Damit kommen wir aber gut klar, denn unser Ziel ist es nicht, die Nummer eins der BTSV-Seiten zu sein. Wir schreiben, weil wir Spaß daran haben, nicht um Geld zu verdienen.“

[Clubfans United] Kann man Satire mit „Fan-Sein“ eigentlich überhaupt unter einen Hut bringen? Ich versuche das ja auch ab und an, merke dann aber doch, wie da schnell Befindlichkeiten berührt werden. Oder anders: Beim Fußball hört für manche der Spaß auf – zumindest wenn es um den eigenen Herzensverein geht. Wie erlebt ihr das?

„Klar geht das. Ehrlich: lange Jahre konnte man als Eintracht-Fan nur überleben, wenn man eine gute Spur Selbstironie bewies und sich selbst nicht so wichtig nahm. Aus diesen Zeiten stammt die Leo ja noch – damals, zu Drittligazeiten, war der Bundesligaaufstieg kein Thema, dafür war der Klub dem Abstieg in die vierte Liga gerade so entronnen. Letztlich ist Satire oder Ironie doch irgendwie eine unglaublich elegante Art und Weise, ernste Themen zu verarbeiten. Und alles, vor allem sich selbst, viel zu ernst zu nehmen, das passiert doch eh schon viel zu häufig.“

[Clubfans United] Die Schlagzeile eines eurer letzten Artikel lautete: „Vom HSV lernen„. Ein nett zu lesender Artikel, der ’ne Menge über den HSV aussagt – aber mal Spaß beiseite: Was kann man aus dem Spiel gegen den HSV wirklich lernen? Dass in Fußball wirklich alles passieren kann?

„Das 4:2 über den HSV hat hauptsächlich gezeigt, dass ein Kämpferherz im Fußball Gold wert ist. Hamburgs Kader ist unserem rein nominell weit überlegen, man schaue nur mal auf den angenommenen Transferwert des Kaders . Aber trotzdem haben wir gewonnen – weil unsere Jungs sich mit dem Verein und den Fans identifizieren und die Philosophie Eintrachts verinnerlicht haben. Im Stadion hatte ich das starke Gefühl, dass das auf die Hamburger Spieler nicht oder nur teilweise zutrifft. Hinterher habe ich gelesen, dass der HSV insgesamt sieben Kilometer weniger gelaufen ist als Eintracht – in dieser Situation, mitten im Abstiegskampf, eine ziemliche Frechheit den HSV-Fans gegenüber. Was uns aber natürlich auch hilft, ist dass die Jungs wissen, dass sie verlieren dürfen. Keiner wird sie deswegen angreifen oder mit irgendwas beschmeißen.“

[Clubfans United] Ich hab mir das Spiel über weite Strecken tatsächlich auch angeschaut und hab es bei uns im Podcast so auch gesagt: Eigentlich hat der HSV gegen den HSV gewonnen, Braunschweig wollte da nicht bei stören. Bist du mir bös wenn ich frage: Wie will Braunschweig die noch benötigten Siege einfahren? So viele HSVs wird es wahrscheinlich nicht mehr geben in der Saison? Und ich hoffe sehr, der FCN will mich da nicht Lügen strafen.

„Na, ganz so war’s dann ja doch nicht. Eintracht ist nach einem 0:1 wiedergekommen und hat sich den Sieg mit viel Leidenschaft erkämpft. Dass der HSV den Abstiegskampf verweigert hat, stimmt zwar, aber das allein reicht nicht für einen Dreier. Eintracht hat immer dann gut ausgesehen, wenn der Gegner pomadig spielte – Volksburg, Leverkusen, Hoffenheim und dann der HSV dachten, dass man die Hürde Eintracht im Schongang überspringen könnte. Das ging ins Auge. Ob wir am Ende genügend Punkte für den Klassenerhalt haben oder nicht, ist fast egal. Der Aufstieg war ein Wunder, der Nichtabstieg wäre ein noch größeres. Man darf nie vergessen, wo wir vor sechs Jahren standen.“

[Clubfans United] War es zu blauäugig mit dem Kader und ein bisschen Aufstiegseuphorie in die Bundesliga-Saison zu gehen? Die wenigstens glauben noch wirklich an die Eintracht… wie sieht das bei euch aus?

„Das hat mit Blauäugigkeit nichts zu tun, sondern ist einerseits der Klub-Philosophie geschuldet (keine teuren Ablösesummen oder Handgelder, keine überhöhten Gehälter, die Spieler müssen sich weiterentwickeln wollen und charakterlich ins Team passen), andererseits der Infrastruktur und den Finanzen. Klar hätte man die Ersatzbänke der Bundesliga leerkaufen können – aber das wäre dann nicht mehr unsere Mannschaft gewesen, sondern nur irgendwer, der zufällig in blaugelb aufläuft. Außerdem fehlt uns für ein solches Klotzen das Geld – wir haben 30 Jahre Vereinsstrukturen aufzuholen.
Eintracht ist 1985 „geplant“ aus der Bundesliga abgestiegen, weil der damalige Präsident Günter Mast den Verein gesundsparen wollte. Leider hatte Mast zwar vom Jägermeistern Ahnung, aber nicht vom Fußball – der Klub wurde bald kaputtgespart, fand sich schnell in der dritten Liga wieder und tourte über die Dörfer. Während andernorts moderne Stadien entstanden, Nachwuchszentren, Scoutingsysteme, zahlte Eintracht alte Schulden ab, versenkte Geld in unmotivierten Altprofis und ruinierte sich den Zuschauerschnitt. Wir sind erst seit kurzem in der Lage, hier wieder zu investieren. Hätten wir aber teure Bundesligaprofis geholt, wäre das nicht möglich gewesen. Im Gegenteil hätte die Gefahr bestanden, dass wir uns erneut verschulden. Und das darf nicht mehr passieren.“

[Clubfans United] Ihr habt jetzt fast 2/3 „hinter euch“ – wie ist so euer Eindruck von der Bundesliga, so mittendrin, auch von den Fans, den Medien und überhaupt?

„Es ist schon eine schöne Sache, dass die Gästeblöcke jetzt regelmäßig voll sind, und nicht nur bei einigen wenigen Gegnern wie Dresden, Rostock oder Köln. Es macht nun einmal viel mehr Spaß, sich mit einem lautstarken Mob akustisch zu duellieren als mit zehn Ingolstädtern. Auch auswärts ist es jetzt nicht mehr so, dass man automatisch lauter ist als der Gastgeber (auch wenn das in Volksburg, München oder Bremen trotzdem so war). Man hat hier also schon das Gefühl, jetzt endlich echte Gegner zu haben bzw. auswärts eben auch mal gegen einen Übermächtigen ansingen zu müssen. Und das ist geil, weil es alles aus einem herausholt. Sportlich ist die Bundesliga brutal. Wir haben die ersten Spiele kräftig Lehrgeld zahlen müssen und haben Punkte liegengelassen, die uns jetzt natürlich fehlen. Aber die Mannschaft hat sich unglaublich weiterentwickelt, was ein Verdienst unseres Trainers Torsten Lieberknecht ist. Unser Capitano Dennis Kruppke hat einmal gesagt, dass Todde selbst ältere Spieler noch besser machen kann. Was die Medien angeht… klar, das hat jetzt einen ganz anderen Stellenwert. Ich ärgere mich allerdings regelmäßig über Artikel oder Beiträge, bei denen man merkt, dass der Verfasser sich mit der Thematik kein Stück beschäftigt hat, sondern einfach nur nach Schema F arbeitete. In der Hinrunde zum Beispiel meinte eine bundesweit erscheinende Zeitung, dass Eintracht den Trainer wechseln müsse. Wer das ernsthaft fordert, hat keine Ahnung vom BTSV und dem Weg, den wir die letzten Jahre gegangen sind. Uns kann man noch nicht in die üblichen Schubladen packen. Und ich hoffe, dass wir noch einige Zeit lang der „etwas andere“ Verein in der Bundesliga, der Old School Klub, sein werden, bei dem das Stadion heißt wie der Verein und die Fans bei Umbaumaßnahmen befragt werden.“

[Clubfans United] Im Abstiegskampf offenbaren sich ja oft die verschiedenen Charaktere von Vereinen und auch deren Fans. Wie ist so generell eure Zwischenbilanz in der Bundesliga-Karma-Wertung?

„Bisher habe ich diesbezüglich keine großartigen Ausreißer feststellen müssen. Okay, die Hamburger haben im Eintracht-Stadion kräftig gezündelt und im Anschluss ihre Truppe durchbeleidigt. Aber denen geht eben der Hintern auf Grundeis, weil ihre Truppe das Gefühl vermittelt, sie könne Abstiegskampf nicht. Ansonsten kann man feststellen, dass man mit Fans anderer Vereine, die die Höllenseite der Ligen genauso kennen wie wir, generell besser zurechtkommt als mit den Anhängern erfolgsverwöhnter Teams, die in der Regel nur die eigene Tabelle wahrnehmen und oft blind sind für die Probleme des deutschen Fußballs, die besonders unterhalb der zweiten Liga zutage treten. Aber das ist wohl keine Überraschung.“

[Clubfans United] Am Samstag in Nürnberg geht es gegen den nächsten direkten Konkurrenten. Was gibt euch die Hoffnung, dass ihr uns Punkte abnehmen könnt?

„Wir sind ne Kampfschweintruppe mit Charakter. Vielleicht haben wir bisher nicht immer spielerisch geglänzt, aber der Einsatz hat selten gefehlt. Die vier Tore gegen den HSV sollten uns auch ein wenig Selbstvertrauen geben – das brauchen wir, um aus den wenigen Chancen, die wir sicherlich bekommen werden, etwas zu machen. Deshalb tippe ich auf einen 1:0-Auswärtssieg. Tor: Nielsen, nach einem schnellen Konter.“

[Clubfans United] Ihr habt euch im Winter sicher auch nochmal die Chancen durchgerechnet und auch den FCN dick auf der Rechnung – dann gewinnen ‚die‘ auf einmal drei von vier Spielen. Wie nimmt man das wahr? Eher motivierend a la „genau das brauchen wir auch!“ oder eher so ein „omg“. Hier in Frankfurt (ich wohne in Frankfurt) nehmen das die Eintracht Frankfurt-Fans mit großem Argwohn zur Kenntnis.

„Nö, da muss ich Dich enttäuschen. Wer sich mit dem FCN ein bisschen mehr beschäftigt hat als nur mit den puren Ergebnissen, der hat damit gerechnet, dass der Knoten irgendwann platzen wird und die Zähler dann eintrudeln. Dem Club fehlten in der Hinrunde oft das Glück oder die notwendige Kaltschnäuzigkeit, um häufiger und mehr zu punkten. Letztlich hat Nürnberg so wohl um die 10 bis 15 Punkte zu wenig geholt. Dass der FCN am Ende mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird, habe ich erwartet und erwarte ich auch immer noch.“

[Clubfans United] Und wer sind für dich die echten Abstiegskandidaten?

„Wir sind leider klarer Abstiegskandidat, weil wir uns ein Stück weit den Mechanismen des Geschäfts verweigern. Freiburg wird bis zum Ende unten drinstecken, Werder wird es schwerhaben, der HSV hat eigentlich zu viel Substanz. Ich hoffe ja immer noch auf Hoffenheim oder Hannover, aber das sind wohl unrealistische Wunschträume. Wichtig ist, dass Volksburg sich nicht für Europa qualifiziert. Aber auch hier wird sich letztendlich das Geld wohl durchsetzen.“

[Clubfans United] Du bist doch Texter-Profi: Schreib uns doch mal zwei oder drei Headlines auf, die man nach dem letzten Spieltag in großen Tageszeitungen oder im Boulevard wird lesen können.

„Dann spiel‘ ich mal „Wünsch‘ Dir was“:

  • „Sensation in Sinsheim – Braunschweig feiert nach 2:0 Klassenerhalt, TSG muss absteigen“
  • „Financial Fairplay: DFL zieht Wolfsburg 30 Punkte ab“
  • „Keine Absteiger: Bundesliga wird auf 20 Vereine aufgestockt“

(okay, die letzte nicht wirklich ;) )“

[Clubfans United] Wir danken dir für das Interview und wünschen uns allen einen schönen sportlichen Fußballnachmittag. Dir gehört das Schlusswort frei nach dem Motto „Was du schon immer den Clubfans sagen wolltest, nur bist du nie danach gefragt worden…“

„Ich möchte hauptsächlich einem bestimmten Clubfan etwas sagen, meinem lieben Cousin Frank (der aus Neumarkt kommt): »Franky, Du hast noch meine CDs, schick‘ die doch bitte mal hoch. Danke!«“

Das Interview führte Alexander Endl [Clubfans United] mit Till Oliver Becker [Leopedia] am 18./19.2.2014 via E-Mail.

15 Gedanken zu „Franky aus Neumarkt, gib die CDs zurück

  • @Till: Ich fände es tatsächlich schade, wenn die sympathischen Braunschweiger absteigen müssten (ich habe das Spiel in Braunschweig leider verpasst und würde das gerne nachholen, in der 1. Liga logischerweise), aber leider können wir uns in der derzeitigen Situation nicht erlauben, Geschenke zu verteilen. Deswegen müsst Ihr die notwendigen Punkte woanders holen. Dafür drücke ich aber die Daumen. Und, Hut ab, die angekündigte „öffentliche Dino-Zerlegung“ hat tatsächlich stattgefunden.

  • Natürlich ist es irgendwie schade, daß Braunschweig wohl keine Chance hat, aber trotzdem, wenn das Konzept eines „Retortenclubs“ aufgeht, warum denn nicht? St. Pauli ist doch auch ein Retortenclub, da haben ein paar geschickte Marketingstrategen geschafft, mit dem Label „Kiez-Club“ mehr Fanartikel und Logen zu verkaufen als der Club. Wenn ein „Traditionsclub“ wie der HSV mit idealen Voraussetzungen in der Mißwirtschaft versinkt, warum sollte man trotzdem noch Wolfsburg den Abstieg wünschen? Und wenn sich in Leipzig „Chemie“ und „Lok“ gegenseitig ruinieren, warum sollte man nicht das Potential der Stadt für ein Retortenexperiment nutzen, und die Leute können jammern, so viel sie wollen, das Experiment wird angenommen.

    Natürlich wäre es gerechter, wenn der Club wieder mit Braunschweig und Rot Weiß Essen um die Meisterschaft spielen könnte, aber die Welt ist eben sch…..

  • Ich würde gerne am Samstagabend lesen: das Team mit der grösseren individuellen Klasse entscheidet das Spiel:Heimsieg Nürnberg
    Es gibt nicht oft die Möglichkeit Sagen zu können,der Club hat das individuell bessere Team,aber in diesem Fall stimmt es wohl-wenn sie den Kampf annehmen wird es wohl eine Hälfte a la Augsburg und dann sollte sich in der zweiten Halbzeit der Club durchsetzen.

  • Off Topic: War gestern Abend schon interessant, wie die Bayern reagieren, wenn ein Schiri mal streng nach den Regeln pfeift, das sind sie aus der BuLi ja nicht gewohnt. Bayernspieler fällt zu Boden, alle warten auf den Pfiff und der kommt nicht, allgemeine Empörung. Robben stößt seinen Gegenspieler mit beiden Händen um, der Pfiff ertönt, allgemeine Empörung, besonders bei Robben. Das hat sie am Anfang wirklich aus dem Konzept gebracht, bis sie sich einigermaßen daran gewöhnt hatten.

    • Claus,

      Naja, hätte der Schiri streng nach den Regeln gepfiffen, hätte er den Boateng schon nach ner halben Stunde zum Duschen schicken müssen, nach dem üblen Foul an Gibbs wär die zweite Gelbe absolut zwingend gewesen.

      Nervt auch mal wieder, dass auch die allgemeine Sportberichterstattung, allen voran der kicker, sowas in ihren Bewertungen der Schiedsrichterleistung dann völlig ausblendet und einfach nur parteiisch aus deutscher Sicht urteilt.

      • Scramjet:

        Naja, hätte der Schiri streng nach den Regeln gepfiffen, hätte er den Boateng schon nach ner halben Stunde zum Duschen schicken müssen, nach dem üblen Foul an Gibbs wär die zweite Gelbe absolut zwingend gewesen.

        Ja, da hat er ein Auge zugedrückt. Aber ansonsten war es doch vor allem in der 1. HZ eine schöne Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung der Bayern und den tatsächlichen Pfiffen.

  • Eigentlich wäre das fast noch ein Beitrag zur Glück/Pech-Diskussion im Parallelthread, aber man sollte sich langsam mal dem Spieltag zuwenden.
    Gestern habe ich eine interessante Statistik gelesen.
    Der Club ist ja unangefochten Alutrefferkönig (16 offiziell, ich denke, es waren mehr) und Braunschweig hat die meisten Alutreffer (14) kassiert. Da bin ich jetzt mal gespannt, wer da morgen mehr Glück oder Pech hat.
    In der gleichen Quelle war auch noch ein interessanter Aufstellungsvorschlag:
    Offensiv Mak-Feulner-Campaña-Hlousek
    Das kann zwar Stand gestern niemand wissen, aber ich bin mal gespannt. Nach der nicht verletzungsbedingten Auswechslung von Kiyo letzte Woche wäre es eigentlich konsequent, ihn mal draußen zu lassen.

      • Alexander Endl | Clubfans United

        Ich habe da auch so meine Probleme, aber bei Verbeek weiß man ja nie. Vielleicht hat der Robbie im Training mal wieder richtig Gas gegeben?
        Nach letzter Woche würde man auch Timo keine Chance einräumen, aber der wird auch wieder hoch gehandelt.
        Vielleicht sehen wir ja doch auch wieder beide und sind begeistert. 😉

        Eines sollte klar sein: Josip in der Spitze ist gesetzt. So einen Wechsel wie letzte Woche mit Pekki nach vorne und Josip zurückziehen sehe ich als Ergebnissicherung.

        • Claus,

          Nach den letzten Meldungen, die ich so gelesen habe, war Kiyos Auswechslung rein leistungs- und nicht verletzungsbedingt. Verbeek haben anscheinend vor allem die vielen Ballverluste nicht gefallen.

          Campana ist aber angeschlagen und fraglich für morgen.

  • War schon wieder mal ne sehr aufschlussreiche Pk. Auch die Ausführungen über Spielintelligenz gerade mit Blick auf Kiyotake, den man gar nicht trainieren müsse, der wüsste sofort, was der Trainer von ihm wolle und er zu tun habe. Während man bei anderen gar nicht zu versuchen braucht was zu erklären, da müsse man zeigen und trainieren lassen und hoffen, dass es dann verstanden wurde.

    Campana adelt er durchaus als „echter Spanier“, bei dem jeder gesehen haben muss, was er kann. Aber noch große Defizite in Sachen Laufbereitschaft und Kraft habe. Allerdings habe man auch gesehen, dass er dann überfordert gewesen sei und er (Verbeek) im Spiel darauf reagiert habe, indem Feulner seine Aufgaben übernehmen musste.

    Bei Kiyotake sieht er überhaupt kein grundsätzliches Leistungsproblem. Darauf angesprochen meinte er: „Hast sicher auch schon einen schlechten Tag gehabt. Dann kannst du sagen: Ich nehm frei und ärger meine Frau. Aber Spieler müssen spielen.“ Und wenn sie schlecht spielen, dann nimmt man sie eben mal raus.

  • Was geht denn hier ab???
    Ich geb’s zu, ich hatte zwar ein 0:3-Debakel geträumt, aber ein dreckiges 1:0 erhofft…
    Bitte nicht!

  • Schäfer hält in einem Spiel zwei Elfer und ich war dabei! Wahnsinn, das heutige Spiel erinnert an 2007 gegen die Bauern und das Pokalendspiel. Die beiden Helden sind sogar die gleichen wie damals. GV war mächtig sauer in der Pk nach dem Spiel.
    Und ich bin platt… meine Nerven, das war dermassen aufregend, das Spiel. Jetzt erstmal einen Schnabbes!

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