Mutig nach vorne – Der Nürnberger Weg?

Offensiv aus der Krise! Oder doch lieber zurück zu Abstiegskampftugenden? Wohl nicht nur viele Fans fragen sich, ob man mit dem Konzept von Verbeek, offensiv aus der Krise zu kommen, nicht zu riskant fährt. Werder Bremen bediente sich alter Abstiegskampftugenden und ließ den Club eiskalt ins Messer laufen. Mit Schulterklopfen in die 2. Liga? So die Kritiker. Aber das Bestreben attraktiven Fußball nach vorne zu spielen ist ja nicht nur Mittel zum Zweck – es ist Ausdruck einer Philosophie. Eine Philosophie, die auch jenseits des Geschehens am Platz dem Club in eine bessere Zukunft führen soll. Attraktiver, mutiger Offensivfußball ist in der Unterhaltungsindustrie Fußball heute eine wirtschaftliche Komponente. Klassenerhalt um jeden Preis ist ein Auslaufmodell, dessen man sich nur noch kurzfristig als Aufsteiger bedienen sollte. Wer im Establishment Bundesliga nicht untergehen will, muss sich was einfallen lassen und attraktiv werden.

Sponsoring ist im Gegensatz zum Mäzenatentum immer an Interessen geknüpft. Ein solches Interesse kann Medienpräsenz oder Image-Transfer sein (böswillig manchmal auch Greenwashing bezeichnet). Entweder man will im werberelevanten Umfeld schlicht möglichst viel Präsenz haben oder man für seine Marketing-Strategie das Aufladen mit Attributen aus dem Sport für positiv erachtet. Dies die verkürzte Ausgangsthese.

Wenn man die Abrufdaten der Live-Spiele auf Sky regelmäßig verfolgt, sieht man sehr schnell, dass die Spiele eingeschaltet werden, die entweder Top-Spiel sind (i.d.R. mit FCB oder BVB) oder großes Spektakel versprechen. Bremen zehrt da bspw. seit Jahren von diesem Image und war im letzten Jahr auf Platz 3 der Sky-Quoten. Attraktivität (also die Mischung aus Erfolg und Spektakel) ist hier die einzige Währung – Stars, Tore und Offensivfußball, das die einfache Formel. Ähnliches könnte man sicher auch von der Zuschauerauslastung in den Stadien sagen, wobei hier noch stärker die Faktoren Stadiongröße und regionale Fanbasis eine Rolle spielen.

Auch beim Image-Transfer spielt die Attraktivität eine große Rolle. Marketing-Experten analysieren am Marken-Steuerrad die gewünschten Attribute des eigenen Unternehmens und suchen dazu passende Image-Partner, die entweder gewünschte Effekte unterstützen oder Attribute überdecken resp. kompensieren. Der Öl-Konzern, der Umwelt-Partner unterstützt, der Brausehersteller, der Top-Sport fördert um die Zielgruppe zu erreichen, der dröge Energiekonzern, der sich ein wenig Glamour verpassen will. Willst du einen Sponsoring-Partner, musst du überlegen: Was sind meine USP? Was sind meine Alleinstellungsmerkmale und wie kann ich die meinem Partner anbieten, damit der meint, dass ihm das in der Außendarstellung nutzt?

Fragen, die dir jeder stellen würde auf Seiten des potenziellen Partners: Wofür steht der 1. FC Nürnberg? Was bringt mir ein Engagement dort? Welche Werte nutzen mir als Partner?

Sponsoring ist nicht Werbung. Sponsoring zielt nicht primär auf Umsatzsteigerung und Absatz ab. Es geht nicht um Produkte und Verkauf.

Wofür stand der FCN bis vor wenigen Jahren? Unruhiges Umfeld, ständige Skandälchen, Alleinherrschaft, sportlich instabil, finanziell am Abgrund.
Wer wollte sich da schon mit identifizieren? Besteht da nicht sogar die Gefahr, dass meine Marke beschädigt wird, wenn sie sich untrennbar mit den Bildern gescheiterter sportlicher Bemühungen verbindet? Mit Versagen am Platz?

Was also macht Bader seit Jahren? Man hat sich selbst analysiert und Werte gesucht und gefunden, die zum Club passen und die “vermarktbar” sind. Tradition, Jugendausbildung/Nachwuchsförderung, Solidität, Stabilität, Integrität. Doch das allein reicht nicht, wenn man nicht parallel die Attraktivität steigert durch ein mutigeres Konzept, offensivere Spielweise, hochveranlagte Spieler, internationale Ausrichtung auf interessante Märkte.

Das Scouting in Japan ist ja sicher kein Zufall, ebensowenig wie die Verpflichtungen von Offensivkräften wie Drmic und Verbeek, statt namhafterer Neuzugänge in der Defensive. Verbeek selbst sagte, er sei quasi dazu beauftragt worden “attraktiveren” Fußball zu spielen.

Viele der Parameter hat Bader und sein Team bereits korrigiert oder etwas initiiert (Mitgliederkampagne, Entschuldung, Kommunikationsausrichtung), mit dem Abgang von Hecking sah man die Chance gekommen auf einer soliden sportlichen Basis nun die sportliche Ausrichtung zu ändern, um den nächsten notwendigen Schritt zu machen. Anfänglich sah das mit Wiese auch Erfolg versprechend aus, doch dann gab es Rückschläge. Nun hätte man zwei Dinge tun können: Vorhaben abbrechen und mit Trainertypen a la Stevens nochmal paar “Hecking-Jahre” zu planen, oder mit einem neuen Trainer auf’s Ganze zu gehen. Man entschied sich für letzteres aus zwei (guten) Gründen: Erstens garantierte keiner der Wege nach dem Desaster zu Saisonbeginn, dass man noch die Wende schafft, zweitens hatte man den Kader ja genau darauf ausgerichtet. Also lebte man die neue Kultur einfach vor: Offensiv agieren, auch bei der Trainerbesetzung. Mutig, frisch, unkonventionell. Und genau die Werte sind es, die auch aktuell durch die Medien geistern und auch nicht unerhört bleiben. Von Nürnberg spricht man positiv, Nürnberg verspricht Fußball, über Nürnberg kann man Titelstorys bringen und mehr Zeit für Berichterstattung einplanen. Dinge, die man auch bei Sponsoren sehr genau registrieren wird.

Mainz soll damals Andersen noch vor Saisonbeginn entlassen haben, weil man keinen “braven Arbeiter” mehr wollte. Man las, dass man in Mainz die Philosophie nicht mehr gewahrt sah und die lautete: Mit biederer Arbeit können wir uns nicht identifizieren, wir rocken lieber die Liga – lieber mit wehenden Fahnen untergehen als nicht bemerkt zu werden. (frei wiedergegeben)

Ist die sportliche Rettung nicht wichtiger?

Sie ist die Basis! Aber niemand kann dir heute sagen: Mach es so, dann schafft du es garantiert. Klar ist aber, hätte man im Herbst 2013 den eingeschlagenen Weg verlassen, hätte man einen Feuerwehrmann verpflichtet und auch im Winter nochmal nachgelegt mit klassischen Abstiegskämpfern, man hätte nicht nur bis Saisonende all die Bemühungen der letzten Jahre (nicht nur aber auch in Sachen Image-Aufbau) in die Tonne getreten. Man hätte wieder einen Trainer an der Backe, den man gar nicht will, Spieler unter Vertrag, die einen Handlungsfähigkeit nehmen aber nicht zur Strategie passen. Vielleicht hätte es das Risiko eines Abstiegs minimiert? Aber garantiert hätte es den Klassenerhalt eben nicht, dafür aber ganz viel Aufgebautes kaputt gemacht.

Hecking hätte vielleicht die Wagenburg aufgebaut. Verbeek reitet den Ausfall.

Klar ist die Taktik etwas riskanter. Offensiv aus einer Krise raus zu wollen ist immer riskant. Gewinnt man, hat man nicht nur das Ziel erreicht, sondern auch gleich dabei noch den nächsten Schritt gemacht. Verliert man, muss man sich die Fragen gefallen lassen, ob es anders nicht doch besser gewesen wäre…

Wollen wir in eine bessere Zukunft, dann geht das aus meiner Sicht heute nur durch sportlichen Erfolg UND Steigerung der Attraktivität des Vereins. Das betrifft den ganzen Verein, beginnt aber natürlich immer am Kernprodukt: Dem Fußball.

22 Gedanken zu „Mutig nach vorne – Der Nürnberger Weg?

  • Das war naheliegend, ich hatte dieselbe Idee wie Optimist.

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    • Alexander: Verbeek selbst sagte, er sei quasi dazu beauftragt worden “attraktiveren” Fußball zu spielen.

      Gleichzeitig hat aber auch Verbeek irgendwo erzählt, dass er bei seinem „Vorstellungsgespräch“ gesagt hatte: „in dieser Mannschaft steckt Offensivpotential, das aber keiner erkennt. Ich kann das entwickeln“ (nicht wörtlich, aber sinngemäß). Ich denke, man hat sich da einfach gesucht und gefunden.

      Und ja, es gibt gesteigerte Aufmerksamkeit, auch weil Verbeek endlich wieder mal ein echter „Typ“ unter den Einheitstrainern ist. Vorberichte vor Spielberichten in der Sportschau usw. Wann hat man da je über uns berichtet, wenn es nicht gerade um Skandale ging?

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  • Finde, diese Neuausrichtung, das gestiegene Medieninteresse ist auch ganz konkret schon spürbar, seitdem Verbeek übernommen hat. Er ist wirklich ein Glücksfall für den Ruhmreichen. Und auch Bader halte ich durchaus für einen sehr kompetenten Sportmanager, der durchaus einen Plan verfolgt. Auch wenn das einige im Nordkurven-Forum einfach nicht wahrhaben wollen. Es ist noch eine zarte Blume, die da am Valznerweiher gerade aufgeht. Hoffentlich wird sie nicht zertrampelt.

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  • Sehr schön analysiert! 🙂

    Ich denke auch, dass wir auf den richtigen Weg sind. Sollte es aber dennoch in die 2.Liga führen, werden die Medien und das Umfeld versuchen diese „zarte Blume“ (slothrop677) zu zertrampeln: Bader raus, wird das erste sein was man hört.
    Bleiben dann alle Entscheider cool, könnten wir den erfrischenden Neuanfang in der 2.Liga mit Verbeek fortführen. Aber hoffen wir, dass es nicht so weit kommt, dass wir absteigen!!

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  • Naja, das mit den Tugenden kann man so oder so sehen.

    Meiner Ansicht nach mal wieder ein Spiel, das durch Nuancen entschieden wurde.

    Klar, es hat sich gezeigt, dass wir nicht gut genug Fußball spielen, um gegen eine Mannschaft, die 90 Min lang Beton anrührt, gefährliche Torchancen herausspielen zu können. In der Hinsicht ist Werders Plan aufgegangen.

    Ich würde allerdings widersprechen, dass das Ergebnis der Tatsache geschuldet ist, dass Bremen „typische Abstiegskampftugenden“ gezeigt hat, und wir nicht.
    Es war nun auch nicht so, dass wir uns von Bremen eiskalt haben auskontern lassen. Beide Gegentore würde ich mindestens als unglücklich bzw. auch der Kategorie „solche Tore darf man nicht kassieren“ zuschreiben. Beim 0:1 ein Abstauber eines Schusses aus der zweiten Reihe, das 0:2 zwar durchaus mangelhaften Defensivverhaltens, aber nicht mangelhafter defensiver Einstellung geschuldet – Bargfrede wird einfach nicht konsequent attackiert und dann der Ball auch noch unglücklich abgefälscht.

    Natürlich sagt man hinterher, Bremen bzw. Dutt hat alles richtig gemacht, die passende Strategie gefunden.

    Es hätte im Prinzip auch so laufen können, dass Hunts Schuss nur ein klein wenig anders abgeprallt wäre, dass Di Santo ihn nicht erreicht hätte, und wenn Pino Bargfredes Schuss nicht abgefälscht hätte, hatte Rakovsky den Ball wahrscheinlich gehabt.
    Und schon hätte ein einzige genialer Moment, wie z.B. gg Augsburg, ausreichen können, um zu gewinnen.
    Und das Fazit würde lauten, dass nimmermüde Nürnberger am Ende den gerechten Lohn bekommen haben für den hohen Aufwand, den sie gegen offensiv fast überhaupt nicht stattfindende Bremer betrieben haben…

    Soll jetzt auch gar nicht wieder eine Diskussion über Zufall/Glück/Pech vom Zaun brechen. Aber hätte halt durchaus so laufen können, war diesmal halt nicht so.

    Insgesamt halte ich den jetzt eingeschlagenen Weg für absolut richtig.
    Und zwar aus zwei recht einfachen und nüchternen Gründen:
    1. Weil wir gesehen haben, dass mit unseren Mitteln und einer defensiven Einstellung schlicht und einfach keine Weiterentwicklung möglich ist, sondern ein einigermaßen ruhiger bzw. langweiliger Saisonverlauf so ziemlich das höchste der Gefühle ist, womit aber im Umfeld auch keiner wirklich zufrieden ist.

    und 2., vielleicht sogar noch wichtiger:
    Weil sich unter Wiesinger gezeigt hat, dass ein langsamer Wandel hin zu offensiverem Spiel offenbar nicht möglich ist, was natürlich auch durch die Ausgangssituation bedingt war. Ich habe den Eindruck, dass bei vielen Spielern die defensive Einstellung zu stark verankert war, so dass sie mit der etwas offensiveren Aufstellung nicht zurechtgekommen sind, wohingegen v.a. die Neuzugänge diese natürlich direkter umsetzten. Dadurch ging dann die Balance flöten, wenn es dann eh schon nicht läuft, verfällt man noch mehr in vertraute Muster zurück und an einem Punkt ging einfach gar nichts mehr…

    Und so stellte sich halt die große Frage:
    Vorwärts oder rückwärts?
    Vorwärts zu einem richtigen Offensivfußball, mit dem man dann vielleicht auch mal ein bisschen die Liga aufmischen kann, wenns gut läuft?
    Oder zurück zum vermeintlich sicheren Hafen, Hauptsache nicht verlieren, und vorne macht man dann vllt. mal nen Standard rein?

    Man hat sich für den ersten Weg entschieden, und meiner Ansicht nach ist das gut so.
    Es kann zwar niemand sagen, ob wir anders besser dastehen würden. Aber das Problem der beiden oben angesprochenen Punkte würde sich dann ja nur wiederholen.

    Wir haben auch nach dem Rückschlag vom Samstag immer noch eine sehr gute Ausgangsposition für den Rest der Saison, um die uns etliche beneiden würden.
    Und selbst dabei muss man noch beachten, dass wir noch um einiges schlechter dastehen, als hinsichtlich der Leistungen der Mannschaft gerechtfertigt wäre (ist zumindest meine Meinung). Und das ist definitiv der offensiven Spielweise zu verdanken.

    Also ich bin echt froh, dass man so mutig war, diesen Weg zu beschreiten.

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  • Guter Kommentar.

    Finde den eingeschlagen Weg absolut richtig. Bader hat das gut gemacht, finde sowieso, dass seine Verdienste um den Verein zu wenig gewürdigt werden. Verbeek tut dem Club, der Mannschaft, und uns Fans gut.
    Bei der 3-Punkteregel muß man einfach sagen, nur ein Sieg bringt was. Mit Unentschieden holst du nichts. Lieber eine Niederlage und ein Sieg -> 3 Punkte statt zwei Unentschieden.

    Abgesehn davon, Fußball soll auch Unterhaltung sein, ich will sehn dass sich die Mannschaft den Arsch aufreißt, rennt, abeitet und gewinnen will,darum geht es. Wenn es rauf und runter geht bei einem Spiel is das doch klasse, klar is des taktisch vll nicht immer clever, aber wer schaut sich gern Catenaccio oder langweiliges Bayernballgeschiebe an? Tore und Fehler sind das Salz in der Suppe 😉

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  • Besides, ..der Richter hat einfach nicht verstanden, daß die Bayern nur in allem „fokussierter“ sind als andere. Das wurde nicht berücksichtigt 😮

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  • Super Statement Alexander! Ich denke es ist wichtig klarzustellen, dass es einer Vision, einer Strategie und viel Zeit bedarf um Großes zu vollbringen.
    Ich kann mich jedenfalls vollständig mit dem neuen Nürnberger Weg identifizieren, auch wenn mich aktuelle Niederlagen wie gegen Bremen natürlich ärgern.

    Mich beeindruckt es zu sehen, wie viel seit 2004 im Verein richtig gemacht wurde und ich bin gespannt wie es weitergeht.
    Schlimmer als einen Abstieg wäre für mich ein Wechseln der handelten verantwortlichen Personen und dadurch bedingt ein Abkommen oder Verwässern der aktuellen Vision, denn die halte ich, aufgrund der von Dir aufgeführten Gründe, für die Beste, um sich dauerhaft und erfolgreich in der Liga zu halten.

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  • Ich weiß, Häme ist vielleicht nicht angebracht…

    Aber Sprüche wie
    „Hoeness unterschreibt für 3,5 Jahre bei der JVA Stadelheim. Die Ablöse wird auf etwa 27,2 Mio geschätzt“

    sind einfach nur zu geil…

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    • Scramjet:

      Mann bin ich froh, dass ich kein Bayern-Fan bin!

      http://www.welt.de/politik/article125770007/Die-Uli-Ultras-feiern-den-Verurteilten.html

      Das darf doch nicht war sein wie verblendet diese Jungs sind. Und aus diesem Grund mag ich die Bayern nicht!

      Kurzum: Ois aus für den Uli!

      PS: ein Freund von mir, selbst Steuerberater, hat mir gerade auseinandergelegt, dass Hoeness mit diesem Urteil sehr gut weggekommen ist.
      Er sprach von Summen von ca. 500 Mio Euro, die da im Hintergrund wohl bewegt worden sind und findet es unglaublich, dass die Herkunft dieser Gelder nicht genauer beleuchtet wird!

      Hält Hoeness da evtl. den Kopf für das Gesamtkonstrukt FC Bayern hin?
      Nebulös das Ganze…

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        • Alexander Endl | Clubfans United:

          was ich momentan noch nicht ganz nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass die Herkunft dieser monströsen Summen scheinbar nicht von Interesse ist…

          mir vollkommen schleierhaft.

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          • Johnny Vegas: was ich momentan noch nicht ganz nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass die Herkunft dieser monströsen Summen scheinbar nicht von Interesse ist…

            mir vollkommen schleierhaft.

            Strafrechtlich ist es ohne Anfangsverdacht eben nicht relevant und ggf. auch verjährt. Und wo kein Richter, da kein Henker.

            Woher stammt das Geld?
            Das wirft Fragen nach der Herkunft solcher Beträge auf. Hatte Hoeneß einfach unverschämtes Glück beim Zocken, dass aus dem kleineren Millionenkredit, den Hoeneß vom früheren Adidas-Chef Louis-Dreyfus bekommen haben will, binnen weniger Jahre das Fünfzehnfache wurde? Oder steckt auch da wieder mehr dahinter? Die Zeugin vom Finanzamt Rosenheim ließ zudem durchblicken, neben dem Louis-Dreyfus-Geld sei anfänglich weiteres Kapital von Hoeneß auf dem Konto eingegangen. Woher stammt das?

            Die Hintergründe mögen vielleicht die Staatsanwaltschaft nicht mehr interessieren, weil sie in Zeiträumen spielen, die verjährt sein dürften. Für die Beurteilung des Menschen und Managers Hoeneß bleiben sie bedeutsam. Auf seinem Schweizer Konto, versicherte Hoeneß letztes Jahr dem stern, hätten sich nie mehr als 15 bis 20 Millionen Euro befunden. Er hatte wohl eine Null vergessen. Zahlen – und Lügen.
            http://www.stern.de/sport/fussball/steuer-prozess-zahlen-und-luegen-im-fall-hoeness-2095932.html

            Es gibt einfach Dinge, die will auch keiner wissen…

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  • Sehr gute und treffende Analyse. Du schaffst es immer wieder einem aus der Seele zu sprechen. Bin immer wieder begeistert von deinen Artikel. Großes Lob und Chapeau !!

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  • Hoeneß hat halt (an der Börse) gespielt als gäbe es kein morgen mehr, wo dann die Steuerfahndung kommen könnte. Daran sieht man dann auch gleich wie blöde der Spruch von Sammler war, die Bayern würden trainieren als gäbe es kein morgen.

    Er sprach von Summen von ca. 500 Mio Euro, die da im Hintergrund wohl bewegt worden sind und findet es unglaublich, dass die Herkunft dieser Gelder nicht genauer beleuchtet wird!

    Hält Hoeness da evtl. den Kopf für das Gesamtkonstrukt FC Bayern hin?
    Nebulös das Ganze…

    Für mich ist die ganze Geschichte um Hoeneß auch nur nachvollziehbar, wenn er da privat von einem Vereinskonto ablenken wollte. Die Sternrecherche hat sich ja ganz klar auf ein Vereinskonto und nicht auf ein Privatkonto bezogen. Dann dachte man, dass man mit der Selbstanzeige straffrei durchkommt.

    Auch dass die Selbstanzeige mit so heißer Nadel gestrickt wurde, ist nur nach zu vollziehen, wenn man da so wenig Leute wie irgend machbar involvieren wollte, sprich nicht die Option bestand, da ein großes Steuerfachbüro zu beauftragen, weil dann die Gefahr zu groß gewesen wäre, dass die Verbindung zum Verein aufgefallen wäre und man nicht sicher sein konnte, dass da nicht einer bei der Presse auspackt.

    Und zum Argument Hoeneß würde doch nicht seinen Kopf hinhalten, wenn er das nicht gemacht hätte, auch bei einer Ermittlung gegen den FCB wäre er als Geschäftsführer, was er ja zum damaligen Zeitpunkt noch war haftbar gewesen und dann ist der FCB so sehr das Kind von Hoeneß, dass er wahrscheinlich alles für den Verein tun würde.

    Damit werden auch die Tränen auf der Hauptversammlung erklärbar, weil er natürlich gerührt ist, dass er für sein Opfer nicht verdammt wird, auch wenn er den Leuten da unten gerade nicht sagen kann welches Opfer er gerade wieder für den Verein bringt.

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  • Ich fürchte, der FC Bayern wird schon so sehr als systemrelevant betrachtet, das sich da nicht wirklich jemand rantraut, das zeigt ja schon, dass es einen ARD Brennpunkt heute Abend gibt. Bei welchem anderen BuLi-Manager würde so etwas pasieren? 4 große DAX-Konzerne sind schließlich im AR der FC Bayern AG vertreten. Was für ein Licht würde das wohl auf die werfen?

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  • Ja, @Alexander und alle Zustimmenden:

    Mutig nach vorne, aber nicht blindlings – der Nürnberger Weg.

    Weiter so! Ich bin zufrieden, weil ich heuer endlich einmal eine attraktive und zugleich realistische Perspektive erkennen kann, nachdem ich mit dem Club seit fast 50 Jahren Dick und Dünn gehe, auch wenn das eine manchmal schwer fällt..

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