Psycho-Kram und Aberglaube

Doppelpack: Zwei Hannover 96-Fans packen aus.

Die Anspannung ist fast zum Greifen. Das große Abstiegsendspiel gegen Hannover 96 am Samstag wirft (endlich) seine Schatten voraus. Dabei ist es gar kein Endspiel, auch wenn danach alles vorbei sein kann. Zum Endspiel fehlen zwei Komponenten: 1. Ein Gegner, der auch noch was gewinnen kann und 2. Die Fähigkeit durch eigene Leistung eine Entscheidung herbeizuführen. Ob der erste Punkt ein Vorteil sein wird, ist so eine klassische Frage im Fussball wie Henne und Ei: Was ist besser? Einen Gegner zu haben, der selbst unter Druck steht, oder einen, der befreit aufspielen kann, dem aber vielleicht die nötige Anspannung fehlen ‚könnte‘?! Nachher wird man es wissen… Und zu 2. kann auch nur eine eigene (Nicht-)Leistung wirklich was entscheiden, denn selbst bei einem Sieg wird man – unabhängig von den anderen Plätzen – erst am letzten Spieltag wissen, wohin die Reise geht. Maximalziel für den Club dabei: Relegation. Bei der mittlerweile erschreckend schlechten Tordifferenz ist Stuttgart nur noch rein theoretisch noch zu holen. Zumindest das war im Winter noch deutlich besser im Verhältnis zur Konkurrenz, auch wenn es sich netto recht vergleichbar ausmacht: Hinrunde: 11 Pkt/-16 Tore in 17 Spielen; Rückrunde: 15 Pkt/-12 Tore in 15 Spielen. Prickelnd ist allerdings was anderes.

Störend durchaus die nicht enden wollende Transferdiskussion um Drmic, der nach Angaben des EXPRESS bei Bayer Leverkusen landen wird, entscheidend sei wohl gewesen, dass man nicht nur Drmic überzeugen konnte, sondern auch den FCN durch eine Offerte, die „weitaus mehr“ als die Kaufoption gewesen sei – wohlgemerkt unabhängig von deren Greifen (= Abstiegsfall). Nennt man dann wohl klassisch: Lieber den Spatz in der Hand… Ein anderer macht dagegen Mut: Makoto Hasebe hat sich nicht nur in Nürnberg zurückgemeldet, er bekennt auch seine Bereitschaft notfalls in Liga 2 mitzugehen. Wenn es denn nicht zu vermeiden wäre – und dazu möchte er in der Relegation dann auch seinen Beitrag am Platz liefern. Bis dahin wird sich sein Einfluss im mentalen Bereich abspielen. Und nicht nur bei Kiyotake könnte dieser Effekt durchaus eine Rolle spielen. Hasebe hat man einfach auch als Leader schmerzlich vermisst.

Hannover ist also durch mit der Saison, konnte sich gerade so aus dem Abstiegskampf befreien und hat nach oben auch nix mehr zu erben außer ein paar Plätze für die TV-Gelder-Tabelle. Zwischenzeitlich sah es bei denen auch zappenduster aus und man stand auch kurz vor der zweiten Trainerentlassung in der Saison, der Club liegt da quasi voll im Trend (VfB, HSV machten es ja vor). Doch 7 Punkte gegen direkte Konkurrenz (Eintracht, HSV, VfB) machten den Deckel auf eine Saison, die nach Niederlagen gegen Braunschweig und Bremen fast schon zu entgleiten drohte. Das hätte man gerne auch beim Club gesagt, doch man versäumte es gerade gegen die direkte Konkurrenz so zu punkten, dass man die verlorenen Zähler der Hinrunde hätte kompensieren können. Fehlende Punkte die weh taten, gerade wenn man nur bedingt was dafür konnte. Wie eben bei Hannover 96. Das 3:3 wohl unvergessen, als man zur Pause sich mit 3:0 schon auf der Siegerstraße wähnte, doch durch eigene Unzulänglichkeiten den Gegner nochmal ins Spiel brachte und dann vom Schiripfiff den Blattschuss bekam. Geschichten, die eben der Abstieg schreibt. Außer man weiß es zu verhindern.

Fan-Interview

Wie das gehen könnte? Zum Beispiel mit einem Sieg gegen Hannover. Das wäre zumindest ein Anfang. Und da auch wir hier nichts dem Zufall überlassen wollen, haben wir uns diesmal doppelte Kompetenz geholt und führen unser erstes „Blind“-Doppelinterview mit Ansgar und Andreas. Blind, nicht weil in Hannover alles Blinde wären (ob mit oder ohne Pfeife), sondern weil beide von den Antworten des anderen nichts wusste. Vielleicht ein spannendes Format auch für die Zukunft, das ist sogar ligaübergreifend zu verstehen… Wir befragten beide natürlich über deren Saison, was sie so machten am 14.12. nach 17:00 Uhr, was man von Psycho-Tricks und Aberglaube zu halten hat, wer ihnen so richtig auf den Zünder ging und logischerweise auch zum Spiel am Samstag. Um am Ende gibt’s auch noch ein Fahrstuhl-Video.

[Clubfans United] Heute begrüßen wir gleich zwei schreibende Hannover 96-Fans zu unserem ersten „Doppel-Interview“. Die Antworten sind dabei nicht abgestimmt und insoweit sind wir sehr gespannt, wie gleich oder unterschiedlich Ansichten sind. Die erste Frage ist einfach: Wie viele Steine sind euch vom Herzen gefallen, dass man jetzt gerettet ist – oder überwiegt da bereits der Zorn über die Versäumnisse der Saison?

[Gegenpressing] „Zorn? Hatte ich keinen. Natürlich war ich verärgert über die vergebenen Möglichkeiten, schon viel früher die Punkte klar zu machen, gegen Leverkusen oder das blöde Spiel gegen Bremen z.B.. Als am 32. Spieltag die Rettung auch durch Punkte nicht mehr zu nehmen war, habe ich eigentlich nur den eine Woche alten Tweet mit #Klassenerhalt nochmal hoch geholt &#58:-)“

[Ansgar] „Der letzte Schritt am vergangenen Wochenende war ja nur noch ein rechnerischer. Wichtig waren nach der Derbyniederlage die Siege gegen Hamburg und Frankfurt, die den Verbleib in der Liga gesichert haben. Aber du hast schon recht: Nach all dem, was vor der Saison angestrebt wurde, ist der Klassenerhalt das absolute Minimalziel. Trainer Slomka wollte nach Europa, Präsident Kind Platz 3-6. Zorn ist es aber auch nicht. Eher Ernüchterung, zurück zum „Graue-Maus-Dasein“.“

[Clubfans United] Vielleicht beschreibt ihr kurz, wie ihr euch als Fans mit Hannover 96 beschäftigt, wo ihr selbst schreibend aktiv seid und was eure wichtigsten Anlaufpunkte im Netz jenseits der Vereinshomepage und klassischen Medien sind.

[Gegenpressing] „Wenn es meine Zeit erlaubt, befasse ich mich schon sehr intensiv mit jeder Art von News über 96. Das zieht sich über alle Medien-Kanäle bis hin zum eigenen Blog (der sich zugegebenermaßen nicht immer an blanke „Spieltagsberichte“ oder langweilige Zahlen hält). Als schon etwas älterer Fan zieht es mich regelmäßig in das offizielle 96-Forum.“

[Ansgar] „Ich treibe mich als @Ansgarius_90 auf Twitter herum und beziehe von dort her das meiste über den Verein, seien es Stimmungsbilder der Fans oder Gerüchte und Nachrichten. Dort gebe ich dann auch meine Meinung zu den entsprechenden Entwicklungen um den Verein ab. Leider ist die Blog-Szene der Fans nicht besonders ausgeprägt (und da muss ich mich leider einschließen, da das Interesse zwar da ist, die Umsetzung aber noch nicht erfolgt ist).“

[Clubfans United] Mit dem HSV steht nun dem letzten Dino das Wasser bis zum Hals. Überall liest man, dass ein Abstieg der Hamburger ja quasi niemanden gefallen könne. Warum eigentlich? Wäre eine Bundesliga ohne den HSV so viel ärmer als eine Bundesliga ohne FCN oder Braunschweig?

[Gegenpressing] „Auch in Hannover teilen sich die Meinungen zum Hamburger SV. Einerseits wird hier die s.g. „Fanfreundschaft“ fast wie ein Heiligtum gepflegt, andererseits geht vielen auch die Arroganz und Ignoranz des Vereins auf die Nerven. Da ich mich eigentlich mehr an dem sportlichen Blick auf dieses ganze Szenario beschäftige, bin ich der Meinung, das der HHSV mit dieser gezeigten Leistung aktuell keine 1. Liga verdient hat. Da gibt es keinen Zusammenhalt, der Fußball ist unansehnlich und zu allem Übel für Hamburg hat Slomka auch noch die Auswärtsschwäche mit gebracht. Nicht mal die Relegation gegen Fürth oder Paderborn traue ich denen aktuell zu, bin mir aber sicher, das die den Relegationsplatz nicht halten können bei dem Restprogramm mit Bayern und Mainz. Braunschweig und Nürnberg kämpfen, scheinen genau zu wissen, worum es geht. Leider fehlen beiden tatsächlich die spielerischen Mittel, das zu realisieren und zu Punkten zu machen.
Die haben es viel mehr verdient, in der 1. Liga zu bleiben. Den Abstieg hat da unten nur der Hamburger SV verdient (aber das ist nur meine eigene, sportlich gesehene Meinung :-) )“

[Ansgar] „Mir hat die Bundesliga mit HSV und ohne Braunschweig zumindest immer ganz gut gefallen ;) Spaß beiseite, der HSV ist nun mal ein großer Verein in einer der größten Städte Deutschlands. Liegt vermutlich an meiner Herkunft aus Schleswig-Holstein, dass ich den HSV wichtiger als den „Club“ empfunden habe (mehr Freunde,…). Bei dem großen Potential ernsthaft befürchten zu müssen, aus der ersten Liga abzusteigen ist durchaus tragisch.“

[Clubfans United] Hannover zählt zu den Mannschaften, die wohl zum grauen Mittelfeld der Liga zählen – sprich: Läuft es gut, geht es in die Euro-League, läuft es schlecht, geht es gegen den Abstieg. Ein eigenwilliges „Sponsoren“-Konstrukt von Martin Kind soll auf Sicht die 50+1-Regel ja „legal unterlaufen“, wenn man den Berichten Glauben schenken mag, damit man irgendwann auch ganz oben mitmischen kann. Ist der Verkauf des eigenen Vereins also wirklich der einzige Weg? Oder ist der Preis und das Risiko nicht vielleicht zu hoch?

[Gegenpressing] „Ui, jetzt geht’s um Kohle. 96 ist Budget-mässig tatsächlich nur im Mittelfeld zu finden. Kaderwert, Einkäufe, Verkäufe: Alles „graues Mittelfeld“. Da gibt es wenig Ausnahmen wie Augsburg oder Mainz, die wesentlich besser in der Tabelle stehen, als es Geldwerte vermuten lassen. Der alte Spruch „Geld schiesst keine Tore“ hat nur dann Gültigkeit, wenn es um einzelne Spieler geht. Für den „Verein“ hat das aber keine Gültigkeit mehr, wenn man sich die TOP 5 anguckt. Da erkennt man, dass je mehr ein Verein investieren kann, er auch weiter oben spielt. Insofern finde ich eine Kapitalbildende Gesellschaft besser für den Erfolg als ein e.V. geführtes Unternehmen.
Die Situation mit Martin Kind ist eine besondere. Er hat vor 17 Jahren den Verein übernommen für weniger als eine Million, als der irgendwo in der 3. Liga rumgeeiert ist.
Selbst mehrere, eigene Millionen investiert, um das zu stabilisieren.
Das Ergebnis war Aufstieg, Aufstieg, Europa. Der Nebeneffekt ist, das der „Hannoversche Sportverein von 1896 e.V.“ faktisch nicht mehr existiert. Kind ist nun weissgott kein „Roter“ im klassischen Sinne, aber er kann dafür sorgen, das Hannover 96 eben nicht mehr grau im Mittelfeld mit teilweise mittelmässigen Kickern rummachen muß.
Wenn er, wie du sagst, die 50+1 legal unterläuft, sollte man auch zu Bedenken geben, das er dann 20! Jahre als Präsident tätig ist und keineswegs der Mann ist, der „seinen“ Verein meistbietend an irgendwelche Oligarchen oder Scheichs verkloppen wird.“

[Ansgar] „Ich bin nicht der größte Fan des Konstrukts, vielleicht bin ich im Herzen auch Fußballromantiker. Natürlich muss ein Verein heutzutage wirtschaftlich gesund sein und die wirtschaftliche Kompetenz möchte ich Martin Kind gar nicht absprechen, leider zeichnen sich im Zuge dieser Entwicklung so einige Dinge ab, die mir so gar nicht gefallen. Vor allem der Umgang mit den Fans ist nicht erst seit dieser Saison… sagen wir mal unglücklich und verbesserungswürdig.“

[Clubfans United] Wer ist euch in der Saison am allermeisten auf den Zünder gegangen?

[Ansgar] „Bei uns im Verein? Einstellungsmäßig so einige Spieler, kollektiv auf die Spitze getrieben haben sie es aber im Derby in Braunschweig. Danach hatte ich erst mal nicht mehr an eine so einfache Rettung gedacht.“

[Gegenpressing] „Verein oder Person? Bei Verein sicher die Bayern, spätestens dann, als sie Meister wurden und wie durch ein Wunder wieder Buli-Spiele verloren haben. Allerdings auch Bremen, die durch unansehlichen Fußball trotzdem mit unmöglichen Siegen zuviel Punkte eingefahren haben. Als Person fällt mir nur Sammer ein, das sollte dann auch genügen :-)“

[Clubfans United] Was habt ihr eigentlich am 14.12.2013 gegen 17:20 so getrieben?

[Ansgar] „Wieso, was war denn da? ;) Wir waren vom Fußballverein am Aufbauen für die Weihnachtsfeier und die Konferenz lief nebenher. Als das 0:3 fiel, habe ich mich schon mal an den Getränken bedient, deswegen konnte ich die Abseitsstellung beim Anschlusstreffer nicht mehr so exakt bewerten…“

[Gegenpressing] „Da war ich nicht im Stadion, war mal Sky-Premium-Kunde, aber ich konnte das nicht wirklich glauben, was da passiert ist.
Nach dem 0:3 zur Halbzeit im eigenen Stadion hätte ich keinen Pfifferling mehr auf einen Punkt gegeben.
(Das mit Diouf und Abseits tut mir übrigens leid …) Nach dem Abpfiff habe ich mir nur noch ein Bier geholt und die Tabelle aufgerufen :-)“

[Clubfans United] So in der Rückschau ist dieses Spiel für uns vielleicht der Inbegriff dieser Seuchensaison. Findet ihr nicht auch, dass ihr uns am Samstag was schuldet, um das wieder gut zu machen? (nicht ohne Augenzwinkern zu lesen)

[Gegenpressing] „Das ist ja schon wildes klimpern :-) Um ehrlich zu sein, gucken Samstag auch der HSV und die Braunschweiger auf uns. Braunschweig ist für 96, die Hamburger denken, der Auswärtsfluch ist noch in Hannover. Wenn wir wieder so ein kurioses 3:3 bekommen wie im Hinspiel, wäre ich zufrieden. Andersherum warten noch rund 2 Mio. TV-Gelder auf 96, wenn wir noch zwei Plätze nach oben schaffen. Da steht wieder Leidenschaft gegen Geld. Ich persönlich glaube nicht, das die Mannschaft aufstecken wird, ihr werdet schon um die Punkte kämpfen müssen. Aber ihr wisst ja, wie das geht …!“

[Ansgar] „Ich denke, für uns passt das Spiel auch ganz gut als Spiegelbild der Saison. Weil man sich beim Schlusspfiff über den einen Punkt freute, den man über große Teile des Spiels gar nicht verdient hatte und man vor dem Spiel eigentlich einen einfachen Heimsieg wollte. Bevor am Samstagabend online wieder die Wettbewerbsverzerrungssau durchs Dorf getrieben wird, kann ich euch das nicht in die Hand versprechen ;)“

[Clubfans United] Auch wenn uns Collinas Erben dafür anpfeifen: Kommt es nur uns so vor, oder werden die Schiris immer schlechter? Gab es in entscheidenden Situationen diese Saison nicht einfach viel zu viele krasse Fehlentscheidungen?

[Ansgar] „Puh, gute Frage. Bin ich mir nicht so sicher. Klar gab es das Phantomtor, was in keinem Rückblick fehlen wird, und auch das angesprochene 2:3 gegen euch war ja ein nicht ganz knappes Abseits. Trotz aller Erklärungsversuche hat die ganze Handspielgeschichte und die Regeländerungen darum bei mir die größte Verwirrung hinterlassen, weil es eben immer noch nicht einheitlich gepfiffen wird und entsprechend begründet wird, wie es gerade zur Situation passt. Aber um zur Frage zurückzukommen, besonders viele krasse Dinger hab ich jetzt nicht im Kopf.“

[Gegenpressing] „Nun, das ist natürlich immer schwer zu beurteilen. Wir hatten Pech mit Schiris gegen Schalke und Hoffenheim, ihr z.B. auch gegen uns. Wenn man natürlich mal die Auswertungen von „wahretabelle.de“ heranzieht, würdet ihr besser da stehen. Schiris werden nicht schlechter, die ständig neuen Regelauslegungen macht es ihnen schwerer (jetzt mal 2 m Abseits aussen vor). Auslegung, Feingefühl, laufen lassen oder nicht, Elfer oder nicht. Ermessenssache. Die deutschen Schiris nehmen das wohl eher wie Beamte, die nach Vorschrift arbeiten und den Zuschauer ermessen lassen.“

[Clubfans United] Der FCN hat schnell noch den Trainer gefeuert, da wollte der HSV eben auch noch was tun, aber ein dritter Trainerwechsel war dann doch zu viel – daher hat man jetzt einen Bio-Energetiker geholt, der angeblich mit Hypnose die positiven Energien freisetzt. Fußball ist manchmal dann doch bisschen arg viel zwischen Psycho-Kram und Aberglaube, oder?

[Ansgar] „Psychologie sollte man im Abstiegskampf nicht unterschätzen, wie man jetzt Hilfen in dem Bereich nutzt und kommuniziert, muss jeder Verein selber wissen. Wie die Spieler das aufgenommen haben, ist nicht rausgekommen, oder? Übrigens: Vor dem HSV-Spiel war 96 im Kloster im Kurztrainingslager und danach kamen 7 Punkte aus 3 Spielen.“

[Gegenpressing] „Fußball ist zu allererst mal Mannschaftssport. Mannschaften, die im Sinn einer Gemeinschaft geschlossen auftreten, müssen zusammen wachsen. Das geht viel über gegenseitiges Vertrauen und natürlich auch Sympathie im Gesamt-Gefüge. Ob Mental-Gurus da großen Anteil haben, mag ich bezweifeln, ebenso, ob Kurz-Trainingslager im Kloster wirklich den Ausschlag für guten Fußball ergeben. 96 hatte vielleicht Glück mit dem Trainingslager, alle danach, die das auch während der englischen Wochen versucht haben, nicht (u.a. der Hamburger SV).
Stehe dem also skeptisch gegenüber, genauso wie spontanem Aktionismus beim Trainer-Rauswurf. Wäre Fink noch in Hamburg, wären sie nicht in Abstiegs-Gefahr …“

[Clubfans United] Wir danken für das Interview, vielleicht ja das letzte mit Hannover-Fans für ne Weile … Habt ihr noch letzte Worte für die Clubfans? Oder sonst irgendwas geistreiches, witziges oder einfach weltbewegend wichtiges als Schlusswort?

[Gegenpressing] „»Letzte Worte« für den Club klingt so endgültig :-) Ihr könnt es noch aus eigener Kraft schaffen, das ist mal sicher. Und solltet ihr wirklich den Gang ins Unterhaus antreten, seid ihr in guter Gesellschaft! Lautern, Hamburger SV, Fürth (^^). Ihr kommt wieder, wenn ihr nächstes Jahr Paderborn wieder in die passende Liga holt :-) Die Mannschaft muß geschlossen dahinter stehen, die Fans tun das ja schon. Meinen ehrlichen Respekt an alle Clubber, das ihr immer noch so viel Humor beweist und mit #ichbereuenichts so hinter dem Club steht. Alles Gute und bis zum nächsten Interview!“

[Ansgar] „Sollte es dazu kommen, nehmt den Abstieg nicht allzu tragisch, sondern feiert euren Titel als Rekordabsteiger. Ungefähr so: Disco Elevator (Rémi GAILLARD)

Das Interview führte Alexander Endl [Clubfans United] mit den Hannover 96-Fans Andreas Ludwig [Gegenpressing] und Ansgar Löcke am 29./30.4.2014 via E-Mail.

9 Gedanken zu „Psycho-Kram und Aberglaube

  • Das gelungene und interessante Interview mit zwei (gute Idee übrigens!) fairen Gesprächspartnern mal beiseite gelassen gilt am Samstag für mich nur das, wozu sich alle Spieler, die unter Jürgen Klopp arbeiten, verpflichten müssen. Und das hängt auch für jeden sichtbar in der Kabine der Borussia.

    Diese Tafel möchte ich für Samstag allen Clubberern einbimsen:

    „Unser Versprechen

    – Bedingungsloser Einsatz
    – Leidenschaftliche Besessenheit
    – Zielstrebigkeit unabhängig von Spielverlauf
    – Jeden zu unterstützen
    – Sich helfen zu lassen
    – Jeder stellt seine Qualität zu 100%
    in den Dienst der Mannschaft
    – Jeder übernimmt Verantwortung“

    Wenn das verinnerlicht wird, dann ist es auch vollkommen egal, ob ein Drmic nächste Saison in Leverkusen oder ein Lewandowski für die Bayern stürmen wird.

    Wenn das verinnerlicht wird, dann ist es egal, ob der Trainer Verbeek, Prinzen, Götz oder Lattek heißt.

    Aber das zu verinnerlichen halte ich für eine absolute Bedingung und eine ebensolche Selbstverständlichkeit.

    Das ist man dem arbeitgebenden Verein, dessen Fans und seinem Beruf schuldig.

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  • Müsste eigentlich bei gefühlten 60-90 Hunterttausend im Monat selbstverständlich sein..

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    • Franken Pino:
      Müsste eigentlich bei gefühlten 60-90 Hunterttausend im Monat selbstverständlich sein..

      Hat leider gar nichts damit zu tun.

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  • Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass am Samstag bereits alles vorbei sein wird…

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  • Oh je, Prinzen sagt genau den Satz, den Rummenigge vor dem Spiel gegen Real Madrid auch sagte.
    Beide sprachen vom „brennenden Boden“.

    Dass man sich an derlei Sprüchen nicht nur den Hintern verbrennen kann, haben wir schon Dienstag eindrucksvoll sehen können.
    Aber da der Club nicht allzuviele Parallelen zu den Weißwurstgalaktischen besitzt könnte es ja morgen auch andersrum laufen.

    Und für die kommende Saison darf dann David Wagner als Trainer sein Konzept beim Club durchziehen.

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  • Es ist eigentlich alles gesagt. Der Countdown beginnt. Die Mannschaft kann es, wenn sie wollen, das haben sie gegen Stuttgart gezeigt.

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  • Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger kann ich den erneuten Abstieg in die 2. schlecht finden. Es wäre ein klares Signal zur Veränderung (Bader noch tragbar…?) und würde den Verantwortlichen nicht ein „weiter so“ einflüstern wie es nach dem Ende der letzten Saison unter Wiesinger der Fall war. Ausserdem halten meine Nerven eine erneute Niederalge gegen die Westvorstadt wie im Pokal, dann auch in der Relegation nciht aus.

    Aber schön wär’s halt schon, wenn wirs packen….

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  • Ich fordere auch vehement einen Geistheiler für die Halbzeitpause. Gemäß der hier herrschenden Impuls-Heilslehere gilt:

    Man darf doch nichts unversucht lassen!
    Mal den Plan B aus der Schublade holen!
    Impuls jetzt! Nachdenken später

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