Der Fan als Verantwortlicher

Martin Bader und die Emotion – ein Kommentar

Tiefe Falten, sichtbarer Gewichtsverlust, graues Haar. Der Mann, der am 15. Mai 2014 neben Wolfgang Wolf Platz nimmt, sieht demjenigen, der am 23. Juni 2013, die Saison eröffnet hat, kaum mehr ähnlich. Dennoch ist es die gleiche Person. Man sieht Martin Bader die Strapazen der abgelaufenen Saison im Laufe der Pressekonferenz nicht nur an, man hört sie auch: Die Stimme brüchig, immer wieder leise werdend. Bader wirkt getrieben. Getrieben wovon? Vom Bewusstsein über die eigenen Fehler? Von der öffentlichen Meinung? Vom Vertrauensverlust in den Gremien? Von der Angst vor der Wut der Fans?

Man merkt Martin Bader deutlich an, dass die Krise am Valznerweiher ihm nahe geht. Nicht nur aus Eigeninteresse, aus Angst um den Arbeitsplatz, sondern weil der FCN in den zehn Jahren Arbeit dort zu seinem Verein geworden ist. Zu seinem Verein in doppelter Hinsicht. Zum einen hat der Sportvorstand den Club nach seinen Vorstellungen strukturiert, hat in allen Gremien seit Jahren eine Hausmacht, ist nach dem Abgang Michael A. Roths zum Gesicht des Vereins, zu Manager und Präsident in einer Person geworden. Zum anderen ist Martin Bader in der Zeit in Nürnberg aber auch zum Club-Fan geworden. Er lebt und liebt diesen Verein. Der FCN ist sein Verein, wie er für Tausende Andere auch „mei Glubb“ ist.

Eigentlich erfüllt er damit eine der im Umfeld am meisten geforderten Eigenschaften: Völlige Identifikation mit dem Verein. Möglicherweise aber, so scheint es in diesen Tagen, steht diese Identifikation seiner Tätigkeit im Wege. Gefragt an der Vereinsspitze ist eben – zumindest in erster Linie – kein Fan, der in und aus Emotionen handelt, sondern ein kühler Stratege. Gerade in Krisen benötigt es in Führungspositionen meistens eher Rationalität statt Emotionalität, Verstand statt Gefühl, mehr Hirn als Herz. Es wirkte daher passend, dass am Freitag plötzlich nicht Bader auf der Startseite des FCN interviewt wurde, sondern der andere Vorstand, Ralf Woy. Als Hamburger und gelernter Banker ist der 54-jährige doppelt geeignet kühl und gelassen aufzutreten.

Woy, nicht Bader, tritt als erster in die Öffentlichkeit seit dem Scheitern der Gespräche mit Stanislawski, um über die Zukunft des FCN zu sprechen. Das ist ein Zeichen, das nicht allein damit zu erklären ist, dass Bader in Verhandlungen mit potentiellen Trainern steht. Nein, Bader hätte man die Woy’schen Parolen („Wir haben genug Geld um einen Kader aufzustellen, der aufsteigt.“ „Wir wollen 2014/15 direkt aufsteigen.“ „Es bringt nichts Spieler gewaltsam hier zu behalten.“) wohl nicht mehr abgenommen. Zu sehr würden sie, auch nach den unglücklichen Aussagen in der Bild-Zeitung („Unserer neuen Mannschaft wird anfangs sicher keiner etwas zutrauen“), nach Durchhalteparolen klingen.

Martin Bader ist angezählt. Angezählt durch die öffentliche Meinung, angezählt durch die veröffentlichte Meinung, aber auch angezählt durch die eigenen Aussagen. Bei beiden Trainerwechseln sprach er davon, dass ihm ein Fehlschlag um die Ohren fliegen würde, dass er sich am Ende auch am Ergebnis messen lassen müsse. Aus allen Aussagen schwang nicht nur die Überzeugung etwas zu bewirken, sondern auch die Überzeugung das Richtige für den Verein zu tun, der ihm so am Herzen liegt. Dabei kamen beide Trainerentlassungen (und nimmt man Oenning und Wolf hinzu, sind es sogar noch zwei weitere) immer erst dann, nachdem eine massive Niederlage zu verzeichnen war. Es genügte nie eine bloße systemische Krise, die Krise musste sich auch noch in einem massiven Niederschlag manifestieren. Auch das spricht eher für das Denken eines Fans, für ein emotionales „Jetzt reicht’s!“, als für eine lange gewachsene Einsicht.

Ebenso „fan-artig“ ist, dass das ‚Trainersuchen‘ meist eher länger als kürzer dauert, da keine anderen Kandidaten vorrätig sind: Man möchte ja nicht durch Geschäftsgebaren, das von Außenstehenden als moralisch dubios bezeichnet werden könnte, den Verein in Verruf bringen. Es mag ein bisschen kurios klingen einem Verantwortlichen im Fußball anständiges Verhalten vorzuwerfen, wo die Schlagrichtung doch meist eine andere ist. Nur im Falle Bader ist sie symptomatisch dafür, dass Bader eben kein normaler Vereinsoffizieller ist, sondern auch Fan. Ein Fan, der das Beste für seinen Verein will, aber manchmal zu sehr aus der Emotion heraus handelt.

Möglicherweise aber wird er genau dies in vier Wochen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu seinem Vorteil zu verwenden wissen. Wenn er, bestimmt immer noch übermüdet und sicher noch abgemagert, vor die Mitglieder tritt und seine Liebe zum 1. FC Nürnberg betont und versucht sie damit für sich (zurück) zu gewinnen. Denn eine rein rationale Betonung des unzweifelhaft Geleisteten (Funktionsgebäude, Jugendmannschaften, Schuldenfreiheit) wird nicht genügen, die Mitglieder sind – genau wie Martin Bader – Fans. Ein Zustand, der sich über die Emotion definiert, nicht über Verstand.

39 Gedanken zu „Der Fan als Verantwortlicher

  • Nun, ich sehe das etwas anders. Die Spieler, die Martin Bader für die letzte Saison geholt hat, waren ja nicht schlecht. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Mannschaft in der Rückrunde unter Verbeek einen Fußball gespielt hat, den ich so schon lange nicht mehr gesehen hatte. Das Können war also offensichtlich da. Leider ist es nicht gelungen, diese Spielweise uber mehrere Spiele hinweg kontinuierlich zu entwickeln. Warum nicht? Diese Frage würde vermutlich jeder gerne beantwortet haben.
    Und dass die Spieler gut waren, zeigen doch die jetzigen Abgänge. Kaum war das letzte Spiel zu Ende, hatten sich die anderen Bundesligisten schon fast die halbe Mannschaft unter den Nagel gerissen.

    Martin Bader hat aus meiner Sicht einen guten Job gemacht.
    Vielleicht Verbeek zu schnell entlassen. Diesen Vorwurf muss er sich vermutlich gefallen lassen.
    Wenn man aber unsere Leistungsträger bei den letzten Spielen gesehen hat, mit welcher Unlust und mit welchem „Leck-mich-a……-Gefühl“ die auf dem Platz rumgelaufen sind, dann verrate mir einer, was der Manager für diese Leistungsverweigerung der so genannten Profis kann.

    Und zur aktuellen Trainer-Verpflichtung: es ist mir weitaus lieber, er lässt sich Zeit, bevor man uns mit den allseits proklamierten Lösungen (Labbadia, Foda, usw.) beglückt. Das hat unser Glubb nicht nötig.

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  • Danke Florian…genauso hab ich Bader erlebt. Aufm Weg zum Stadion zum Heimspiel unseres Ruhmreichen fahr ich an die Ampel, rechts neben mir ein Audi RS7 und der Martin Bader sitzt drin. Ich winke, er zurück und dann geht mein Daumen nach oben. Dann das für mich erstaunliche: er zeigt die Faust, drei Punkte an und faltet die Hände wie zum Gebet. Der Mann hat Herzblut! Der ist durch und durch Glubb.

    Was ihm fehlte ist die nötige Unterstützung im sportlichen Bereich…ich hoff das hat sich jetzt erledigt und außerdem braucht er einen erfahrenen Medien-/Image-/Marketingberater. Der Aussenauftritt hat zu oft nicht gepasst. Ansonsten, …lasst den Mann machen. Er hat die gleiche Unterstützung verdient die unsere Flachpfeifen aufm Platz trotz katastrophalem Engagement von uns Fans erhalten haben.

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    • Carsten67:

      …rechts neben mir ein Audi RS7 und der Martin Bader sitzt drin.

      Leider ist der Motor von Baders Auto (560 PS!) leistungsstärker, als es die von ihm zusammengestellte Mannschaft in der letzten Saison war.

      In 3,9 Sekunden von 0 auf 100…

      Wäre schön, wenn unsere Mannschaft in der nächsten Saison ähnlich rasant durchstarten würde.

      P.S.: Bitte nicht hupen! Fahrer träumt vom 1. FC Nürnberg.

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  • Florian, mit diesem Artikel hast Du die Latte für die Zukunft ziemlich hoch gelegt. Respekt!

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  • Starker Text – und starke Analyse. Erklärt zumindest einiges, was mir als nicht Club-Insider Fragezeichen auf die Stirn gezeichnet hat. Hab nach der Verbeek-Entlassung einen kurzen Beitrag dazu verfasst.

    Mir scheint Nürnberg tatsächlich einer der wenigen Vereine, die noch ohne vorgegebe Philosophie auskommen. Man muss aufpassen, da nicht empfindlich überholt zu werden. Hoffentlich zieht man aus dem Abstieg die nötigen Konsequenzen.

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  • Hat Spaß gemacht zu lesen. Richtig guter Kommentar zur Seelenlage des(r) Clubverantwortlichen. 🙂

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  • Guter Einstand, Herr Zenger! Herzlich Willkommen, mehr davon!
    Ich glaube aber, dass MB mittlerweile Profi genug ist, um bei wichtigen Dingen rational und ohne zuviel Emotionen entscheidet. Dass er sich zu 100% mit dem Club identifiziert, finde ich gut, besser als ein Manager, dem es wirklich nur um den Job und folglich das Geld geht. Wäre MaBa nicht so emotional, würde man ihm vielleicht genau diese fehlende Eigenschaft vorwerfen…

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  • Vielen Dank für den herzlichen Empfang und die vielen Komplimente, das baut auch gar keinen Druck für kommende Aufgaben auf. 😀

    Kleinigkeit, weil’s mir grad bei Gunner auffällt: Herr Zenger ist der Lehrer, der hat hier Feierabend … hoff ich. 😉

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    • Florian Zenger:

      Herr Zenger ist der Lehrer, der hat hier Feierabend…

      Ich dachte immer, ein Lehrer hat nie Feierabend.

      Bist du verwandt mit Joe Zenger, dem Club-Außenläufer in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren?

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  • „rationale Betonung des unzweifelhaft Geleisteten (Funktionsgebäude, Jugendmannschaften, Schuldenfreiheit) wird nicht genügen,“
    …meine Einwände dazu:

    Funktionsgebäude=Nachwuchsleistungszentrum: weder abbezahlt, noch ist ein Gebäudebau was unendlich grossartig Geleistetes! Architekt mit dem Projekt beauftragt, Grundstück klar gemacht, Finanzierung mittels Anleihe von Fan´s realisiert da man aufgrund mangelnder Sicherung keine Finanzierung von den Banken bekommen hat…aber noch keinen Cent getilgt…zudem LizenzAuflage des DfB, also a) kein Alleinstellungsmerkmal und b) keine Idee der Vereinsverantwortlichen sondern schlichtweg ein SOLL in ein IST-Zustand verwandelt…wie schon erwähnt, die Tilgung steht noch aus!

    Jugendmannschaften, ja wieviel von denen spielen denn erfolgreich entsprechend in der BL etc.? Wieviel Spieler kommen denn hoch in die Profimannschaft? ERFOLGREICH sieht ANDERS aus!

    Schuldenfreiheit! Hört doch bitte auf, immer diese Mär, die uns die Vorstände seit ca. 3 Jahren erzählen, zu glauben und noch viel schlimmer auch weiter zu verbreiten! Der Club war weder zum 30.06.2013 schuldenfrei, noch wird er es 2014 sein. Und da unbeachtet der Tatsache, dass die Fananleihe für das NWLZ wie oben erwähnt, nicht getilgt ist. Da steht der Club noch mit mehreren Millionen bei den Anleihenzeichnern in der Kreide!!!
    Zudem darf NICHT der aktuelle Stand herangezogen werden sondern der Stand in einem wenn nicht sogar in zwei Jahren berücksichtigt werden. Was uns also der Abstieg 2014 kosten wird. Und dann sieht die Bilanz unter Bader nicht rosig aus. Übrigens, man lobt Bader&Woy für die angebliche Schuldenfreiheit. Nun ja, der Club war doch schon 2007 schuldenfrei und mit dem Abstieg 2008 samt Baders Fehler bei den Vertragsgestaltungen (1.liga Bezüge in 2.Liga, Boni-Zahlungen) hat uns erst wieder die Schulden in zweistelliger Millionenhöhe eingebracht. Die bis jetzt nicht getilgt wurden.

    Das Bader Fan vom Club ist, mag keiner ihm absprechen. Das allein reicht aber nicht aus um erfolgreich zu sein! Vertragsgestaltungen wie nun bei Hasebe, wo man auf absolut fahrlässiger Weise Millionen, bildlich gesprochen, in der Pegnitz versenkt, kosten dem Club wieder Jahre bei der Schuldentilgung!
    Aber Hauptsache, man hat Simons gehen lassen, ohne aus Sparmassnahmen für adäquaten Ersatz (Seitens Bader eingeplanter Ersatz war Ildiz, den Rest zu Ildiz spar ich mir) zu sorgen (mit Petrak war man im Sommer schon klar) um dann im Winter doch noch nach zu justieren…

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    • Glubberer_69:
      Nun ja, der Club war doch schon 2007 schuldenfrei…

      Und da schreibst ausgerechnet Du was von Märchen?
      Bis zum Ausstieg von Michael A. 2009 musste der Club noch Kredite von einigen Millionen an ihn zurückzahlen.

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  • Claus, ARO hat doch seine Kohle aus dem Kießling Verkauf zurück bekommen…und der war Sommer 2006!

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    • Glubberer_69:
      Claus, ARO hat doch seine Kohle aus dem Kießling Verkauf zurück bekommen…und der war Sommer 2006!

      Falsch!

      Das Geld, welches wir aus dem Pokalerfolg eingenommen haben, haben wir seiner Zeit auch sofort wieder in die Mannschaft investiert (Verpflichtung Charisteas, Koller etc.) und darüberhinaus Alt-Verbindlichkeiten unserem Ehrenpräsidenten Michael A. Roth gegenüber zurück geführt. Und bitte bedenken Sie, dass im Falle der 2. Liga der 1. FCN allein an TV- Geldern ca. 60% weniger Einnahmen zur Verfügung hat.

      Quelle: Interview mit Woy http://www.fcn.de/news/artikel/ralf-woy-im-neubau-und-anleihen-chat/

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  • @alex

    Danke für die Info. Ich habe aber nicht auf die Einnahmen aus dem Pokalsieg hingewiesen sondern darauf, dass ein Großteil der 5Mio an M.A.R zurück geflossen sind und demnach M.A.R

    Klarheit kann da eigentlich nur eine Bilanz aus 2007 schaffen…

    Hat die jemand oder einen Link dazu parat?

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  • @Alex,

    leider nur Bilanzen der 1.FCN MARKETING GmbH!

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  • In Sachen Finanzen kennen wir alle nicht die Details. Fakt ist, dass der FCN seine Finanzen gegenüber den Finanzämtern, den Vereinsgremien und auch der DFL offenlegen muss. Dass die Details nicht an die Öffentlichkeit gelangen ist normal, so viel Transparenz fordere nicht mal ich, höchstens es würden alle Vereine machen bzw. dazu verpflichtet werden. Davon ist man aber weiter denn je entfernt, selbst bei AGs, die dann eben alles in Töchtern verstecken und verbuchen.

    Fakt ist, dass wir heute nie Auflagen der DFL bekamen, was früher eher die Regel denn die Ausnahme war.

    Und Fakt ist, dass die vereinsinternen Gremien den Abschlussberichten zustimmten und damit auch den Ausführungen in den JHV. Wer diese Berichte anzweifelt und auch der Integrität der gewählten Gremien, der zweifelt im Grunde an allem. Kann man machen, bringt einem aber außer einer validen Verschwörungstheorie nichts weiter.

    Dass der FCN nicht komplett „schuldenfrei“ ist, ist wahrscheinlich selbstredend. Wahrscheinlich wäre es allein aus steuerrechtlichen Aspekten sogar dumm, den Status zu haben. Die Frage ist: Wie liquide und wie kreditwürdig ist man. Und da muss man heute eben nicht mehr bei einem Unternehmer Klingeln putzen, wie das im Übrigen offenbar in Hamburg der Fall ist, sondern kann zur Bank gehen. Mag Uli H. mal gespottet haben, dass der BVB zur Kreditabteilung ginge, während man selbst vom Festgeldkonto abhebe (…), so ist doch die Kreditabteilung schon mal ein guter Anfang, denn wie mancher vielleicht selbst weiß: Selbst einen Kredit kriegen ist nicht so einfach, wenn du nix in der Tasche hast und keine Immobilien.

    Daher: Finde durchaus berechtigt, dass man auch kritisch die blumigen Ausführungen der Konsolidierung hinterfragt und auch auf die Fananleihe hinweisst – allerdings sollte man schon mal sehen, wo wir herkamen und wo wir heute stehen. Auch wenn nicht jeder Faktum belegbar sein sollte.

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  • Herr Endl,

    entweder man ist schuldenfrei oder nicht. Da gibt es keine Grauzone. Wenn man also „schuldenfrei“ als plus für die jetzige Vereinsführung angibt dann ist das einfach schlichtweg falsch und kann somit nicht als Pro-Argument angeführt werden.

    Auch von woher wir kamen ist irrelevant sondern wohin wir gehen werden. Von der Vergangenheit können wir uns nichts kaufen wenn uns der Rest abgehängt hat. Siehe Mainz oder Freiburg. Mittlerweile ist man ja froh, wenn ein Spieler zu uns kommt und nicht vorher bei einem der genannten Vereine unterschreibt.

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  • das Netz vergisst nix…

    „Finanziell steht der Tabellenvorletzte so gut da wie lange nicht mehr. Bei der Mitgliederversammlung konnte der Club mitteilen, dass er zum Stichtag 30. Juni 2007 schuldenfrei war und das abgelaufene Geschäftsjahr außerdem mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro nach Steuern abschloss.“

    „Bei seinem sportlichen Höhenflug in der vergangenen Spielzeit hat der Verein auch seine wirtschaftliche Konsolidierung fortsetzen können. Nach Steuern sei im Geschäftsjahr 2006/07 (Stichtag 30. Juni 2007) ein Gewinn von 1,6 Millionen Euro erzielt worden, teilte Vizepräsident Ralf Woy mit. Bankschulden gebe es keine mehr, auch die im Vorjahr vorhandenen 2,5 Millionen Euro Schulden in Form von Privatdarlehen seien komplett auf Null zurückgeführt worden. „Allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten haben wir unsere Ziele nicht nur erfüllt, sondern sogar übererfüllt“, sagte Woy.“

    http://www.welt.de/sport/article1246187/Michael-A-Roth-bleibt-Praesident-beim-Club.html

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    • Glubberer_69:
      das Netz vergisst nix…

      “Finanziell steht der Tabellenvorletzte so gut da wie lange nicht mehr. Bei der Mitgliederversammlung konnte der Club mitteilen, dass er zum Stichtag 30. Juni 2007 schuldenfrei war und das abgelaufene Geschäftsjahr außerdem mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro nach Steuern abschloss.”

      “Bei seinem sportlichen Höhenflug in der vergangenen Spielzeit hat der Verein auch seine wirtschaftliche Konsolidierung fortsetzen können. Nach Steuern sei im Geschäftsjahr 2006/07 (Stichtag 30. Juni 2007) ein Gewinn von 1,6 Millionen Euro erzielt worden, teilte Vizepräsident Ralf Woy mit. Bankschulden gebe es keine mehr, auch die im Vorjahr vorhandenen 2,5 Millionen Euro Schulden in Form von Privatdarlehen seien komplett auf Null zurückgeführt worden. “Allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten haben wir unsere Ziele nicht nur erfüllt, sondern sogar übererfüllt”, sagte Woy.”

      http://www.welt.de/spor…esident-beim-Club.html

      Trotz der vorangegangenen Polemik finde ich das Fundstück durchaus interessant.

      Nichtsdestotrotz zolle ich Baders Werk Tribut, denn ob als Vorstand oder als sportlicher „Manager“, so war er doch so oder so erfolgreich am Werk. Die Polarisierung zwischen „böser Roth“ und „gute Bader“ halte ich für generell wenig zielführend.

      Anmerkung an der Stelle: Es ist überhaupt für mich befremdlich, dass alles in Lager eingeteilt werden muss. Immer ist man entweder auf der oder der Fraktion, man muss Für oder Wider sein. Die Welt – wie ich sie erlebe – ist aber selten schwarz und weiß sondern oft genug grau, dafür aber auch gerne bunt.

      Weder halte ich Bader für unfehlbar noch für fehlerlos. Ich sehe einfach nur einen Verein, der mir strukturell und so wie er sich mir darstellt gut gefällt. Mir gefallen die Ideen, die Ansätze, ich mag viele der handelnden Personen. Ich empfinde den FCN positiv, aber halt auch mit Kritikpunkten, über die man diskutieren kann. Gerade im Abstieg natürlich mehr als im Erfolg.

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  • Achso die Schuldenfreiheit und der Pokalsieg 2007 werden also Roth zugeschrieben, der Abstieg und die daraus entstandenen Schulden 2008 Bader und Woy. Wer war da nochmal Präsident…

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  • Es ist natürlich immer schwierig, sachlich zu argumentieren, wenn man nicht Recht hat…
    Roth war ehrenamtlicher Präsident. Richtig. Aber für die Geschäftsführung des Vereines hat er Martin Bader verpflichtet und ihn als hauptamtlichen Vizepräsidenten eingesetzt…

    Nun ja, ich erinnere mich noch gut an das Testspiel in Feucht 2007, als man Charisteas holte. Da sagte er auf meine Nachfrage, ob er denn von ihm überzeugt wäre, „Ja, sonst hätte ich ihn nicht geholt!“
    Den Rest der Geschichte kennen wir…

    @Martin, mit keiner Silbe habe ich erwähnt, dass die Schuldenfreiheit und der Pokalsieg 2007 Roth zugeschrieben werden. Bitte keine polemischen Unsachlichkeiten.

    Ich habe lediglich festhalten wollen, dass man

    1. bis dato nicht schuldenfrei ist (kann sich mit der Bilanz zum 30.06.2014 geändert haben was ich aber nicht glaube, woher soll der Überschuss bei den Transferausgaben (Ginzcek, Drmic, Pogatetz, Stepinski, Hasebe, Verbeek&Co) kommen?)

    2. Es sich um Verbindlichkeiten, die nach dem 30.06.2007 entstanden sind,handelt. Diese also unter Bader&Woy entstanden sind und somit keine Altlasten wie oft propagiert, sind.

    3. Es schon etwas komisch ist, wenn man diejenigen dafür lobt, dass sie ihre selbst „erwirtschafteten“ Verbindlichkeiten wieder getilgt haben. Sicherlich wäre es schlechter, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Man muss aber auch berücksichtigen, wie die Schuldentilgung entstanden ist. Ausschliesslich durch Transfererlöse. Und da sind Transfer´s dabei, wo man sagen kann, da hat man überdurchschnittliches Glück gehabt, dass dieser Spieler das Geld überhaupt gebracht hat, da es bei diesem Spieler nie geplant war, diesen in dieser Höhe zu verkaufen. Gündogan, Wollscheid, Klose…

    4. Allein durch die Tatsache, dass der Club zum 30.06.2007 schuldenfrei war, ist Woy faktisch der Lüge überführt. Denn er redet im aktuellen Interview davon, dass man ja jetzt eine wesentlich bessere Ausgangslage hat, da man jetzt gut gewirtschaftet habe ( und vorher wohl nicht?) und man „im Gegensatz zu damals 2008“ keine „erheblichen Verbindlichkeiten aus den vorherigen JAHREN“ habe…

    Ich nenne so etwas dreist. Den Mitgliedern und Fan´s offen ins Gesicht zu lügen, mit keiner Wimper zu zucken, wissentlich, dass man Tatsachen so darstellt, wie man sie gerade braucht.

    Wer es selbst nicht glaubt, bitte, bei Minute 2:45

    http://www.fcn.de/club-tv/club-tv/artikel/talk-mit-ralf-woy/

    RSG

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    • Glubberer_69: 3. Es schon etwas komisch ist, wenn man diejenigen dafür lobt, dass sie ihre selbst “erwirtschafteten” Verbindlichkeiten wieder getilgt haben. Sicherlich wäre es schlechter, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Man muss aber auch berücksichtigen, wie die Schuldentilgung entstanden ist. Ausschliesslich durch Transfererlöse. Und da sind Transfer´s dabei, wo man sagen kann, da hat man überdurchschnittliches Glück gehabt, dass dieser Spieler das Geld überhaupt gebracht hat, da es bei diesem Spieler nie geplant war, diesen in dieser Höhe zu verkaufen. Gündogan, Wollscheid, Klose…

      Das ganze auf „Glück“ zu schieben ist in meinen Augen schon mehr als unsachlich. Btw. betonen Bader/Woy seit Jahren, dass der FCN auch weiterhin auf Transfererlöse angewiesen sein wird. Übrigens nicht nur wir, auch andere Vereine in der Bundesliga sind auf Transfererlöse angewiesen.

      Kurzum, ich verstehe diese Art der Kritik nicht. Was ich da herauslese ist: Bader hat in den letzten 10 Jahren eigentlich nix oder nur das nötigste für den FCN gemacht und bei alle den Transfers auch noch Glück gehabt.

      Und zum Thema Charisteas. Fahrkarten bei Transfers wirst Du immer haben. Dies kann weder der FCN noch der FC Bayern verhindern (dos Santos, Thiam, etc…)

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  • Alexander, mit Sicherheit ist die Welt bunt und nicht schwarz oder weiß.

    Nur, wie ich oben geschrieben habe, gibt es bei „Schuldenfrei“ keine zwei Meinungen. Das wollte ich eigentlich ausführen.

    Gell, nettes Fundstück! 😉

    Zum „Glück“ bei den Transfers…

    Gündogan ist als fast 18jähriger zu uns gekommen, da Oenning ihn auf dem Zettel hatte und kein Scout von uns (Glück Nr. 1). Er sollte eigentlich als Mintal Nachfolger aufgebaut werden. Hat aber dann wohl besser eingeschlagen als erwartet (u.a. Tor gegen Kahn) und dann, dass Dortmund gewillt war, soviel Geld für einen 20jährigen zu zahlen (Glück Nr. 2). Dass wir bei entsprechenden Erfolgen prozentual beteiligt sind ist Baders Vertragskonstrukt, dass aber Gündogan diesen Sprung bei Dortmund (war am Anfang nicht so klar) schafft und gar Meister/Pokalsieger und Nationalspieler wird, war nicht klar… Glück Nr. 3, Marktwert heute 27Mio…keiner hatte das so auf dem Zettel!

    Wollscheid…entdeckt von Dieter Nüssing als er in Saarbrücken ein letztes Mal Frantz gescoutet hat. Kein Scout vom FCN hatte ihn auf dem Zettel, nur Nüssing. Dass Wollscheid dann auch noch den Sprung in die Profimannschaft schafft war so auch nicht klar. (Glück Nr. 4) Ich erinnere mich noch an sein erstes Spiel gegen Kaiserslautern wo er Vidosic ersetzte. Dass auch Leverkusen für ihn diese immense Summe zahlen würde…zwar kein Zufall aber es hätte auch weniger sein können (Glück Nr. 6)…

    Klose…tja, wer hätte das gedacht, nachdem er nach dem Spiel gg. Freiburg nach seinem RückgabeBock von Hecking für die gesamte restliche Saison degradiert wurde, dass er so wieder zurück kommen würde und nach dem Totalausfall Marcos Antonio, der eigentlich der Nachfolger von Wollscheid werden sollte, dessen Rolle als Abwehrchef mehr als souverän ausgefüllt hat. Auch das mehr Glück als Zufall denn noch im Sommer als ich ihn beim EM-Finale traf, war er noch ziemlich geknickt… Dass dann diese Summe für einen Spieler gezahlt wird, der dann bei dem Trainer, der ihn eigentlich kennt, keine Rolle spielt, auch mehr Glück als geplant!
    Marktwert heute 3,5Mio

    Dagegen sind Spieler, die für einen hohen Wiederverkauf eingeplant und mit langfristigen Verträgen ausgestattet wurden (oder entsprechend verlängert wurden) alle geflopt! Esswein, Mak, Pekhart… gerade beim ersteren erhoffte man sich Schürrle 2.0. Deutscher U21 Nationalspieler, steigt im Marktwert…..naja, 1,5Mio heute…

    Man kann also nicht gerade sagen, die Tilgung der Schulden wäre durch gutes, geplantes Wirtschaften und geplanten Aufbau von Spielern erfolgt. Es hat eben Ausreisser nach oben gegeben, aber weniger bei Spielern die dafür vorgesehen waren sondern eher bei welchen wo man so nicht damit rechnen konnte…
    Klar spült es bei diesem Leistungssport mal den einen oder anderen mit nach oben. Nur, wenn eben das nicht passiert, schaut´s düster aus!

    RSG

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    • Glubberer_69,

      ja, kann man drüber diskutieren.

      Diekmeier fällt mir allerdings ein, der kam klar mit besten Präferenzen und die wurden dann auch abgeschöpft. Bei Klose war zumindest der Ansatz schon so: Großes Talent bei der schweiz. U21-Nati, die Entwicklung dann wie beschrieben, die Verpflichtung allerdings durchaus mit Konzept. Aktuell natürlich Drmic – klasse Wertschöpfung allemal. Auch bei Ginczek wäre das so gewesen – nun wenigstens kein Verlust.

      Was mir an der Betrachtung fehlt ist der Ligavergleich. Ich hab das vor einiger Zeit schon mal angestellt, aber find gerade nicht, muss man mir also glauben.

      Glaubt man den Transferzahlen (nicht Marktwerten, das was anderes) bei transfermarkt.de, sind wir definitiv einer der wenigen Clubs überhaupt, die kontinuierlich über Jahre hinweg Transfererlöse erzielt haben. Sprich: Während wir unsere Betriebskosten (nebst Schuldenabbau) über Transfers kompensieren, ist nahezu der komplette Rest der Liga (mit Ausnahmen) in der Lage Transferdefizite über Jahre zu produzieren. Entweder machen die in Sachen Einnahmen da was besonders gut, sie machen einfach Schulden oder irgendeiner deckelt, wenn es hart auf hart kommt.

      Mag also dein Vergleich durchaus stimmen, ligaweit halte ich unser Transfersaldo dennoch für eines der „besten“ – auch wenn ich das nun umgekehrt nicht als besonders „toll“ empfinde (ich als Fan mag die guten Spieler ja lieber behalten als gut verkauft sehen).

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  • Ganz aktuell, Hasebe geht nun ablösefrei nach Frankfurt und Hloussek zum VfB Stuttgart…Ablösemodalitäten nicht bekannt

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    • Glubberer_69: Ganz aktuell, Hasebe geht nun ablösefrei nach Frankfurt und Hloussek zum VfB Stuttgart…

      Im Falle von Hlousek aber nicht abloesefrei, das solltest du schon erwaehnen.

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        • Glubberer_69: nastyone, done!

          Super, und ich muss sagen das mich der Wechsel von Hlousek schon ein wenig enttaeuscht, hier war er fast ein einhalb Jahre ohne ein Spiel zu machen, wird dann aufgebaut, kommt zurueck und haut jetzt ab wo ihn der Club schon gebrauchen koennte. Alles nur Soeldner ohne Skrupel. Schade eigentlich.

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          • nastyone,

            Ich würde sagen…kommt auf die Ablöse drauf an…kann aber bei einer Restlaufzeit von nur noch einem Jahr nicht mehr allzu viel sein…0,5Mio vielleicht?

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            • Glubberer_69: nastyone, Ich würde sagen…kommt auf die Ablöse drauf an…kann aber bei einer Restlaufzeit von nur noch einem Jahr nicht mehr allzu viel sein…0,5Mio vielleicht?

              Trotzdem etwas von dem Spieler enttaeuscht, nicht gerade Charakter gezeigt.

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  • NN schreibt von ungefähr einer Million Euro, das ist schon ne Hausnummer für nen lange verletzten Spieler, der eigentlich nie wirklich zu überzeugen wusste.

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  • Sehr guter Kommentar.
    Ich wünsche Martin Bader, dass der sichtbare Gewichtsverlust nicht symbolisch für sein Standing im Verein ist.

    Dass er Menschen in seinem Umfeld, privat wie beruflich hat, von denen er sich konstruktive Kritik anhören kann und daraus die richtigen Schlüsse zieht.

    Aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen. Die These Ratio-Emotio ist smart.
    Dass Martin Bader ALLES in seiner Macht stehende tut für SEINEN Club, das glaube ich uneingeschränkt.
    Ein wichtiger Schritt könnte sein, sein Standing, sein Know-How, seine Macht auf eine breitere Basis zu stellen, indem er Kompetenzen verteilt, professionalisiert.

    Ein Beginn mit Wolfgang Wolf ist gemacht. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit ist schon oft genug gefallen. Usw.

    Denn dann, wenn der Wind zum Sturm wird, hat er ein breiteres „Bollwerk“, das ihn nicht aussehen lässt wie einen „abgemagerten, angezählten“ Boxer.

    Martin Bader:
    Kopf hoch! Weitermachen!! Besser werden!!!

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  • 1) Bin beeindruckt, F.Z., ein außergewöhnlicher Kommentar. Kloppo würde sagen: brutal gut!

    2) Wer die alten Skandalzeiten der 70er und 80er erlebt hat, der muss MB für sein ruhiges und kontinuierliches Wirken absolute Anerkennung zollen. Aber…

    3) auch Zustimmung dem gut recherchierenden Glubberer_69. MB hat seine Fehler gemacht, Kritik an seinem Handeln angebracht.

    4) Wenn MB die richtigen Schlussfolgerungen zieht und Konsequent handelt, kann sich unser Club doch noch gestärkt aus der Krise retten. Angeschlagen zwar, aber nicht besiegt!

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