Kapitalismus verleiht Flügel

Der Rotebrauseblogger im Exklusivinterview von Fan zu Fan vor dem Freitagsspiel 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig

Immer höher, immer schneller, immer weiter – das ist die Triebfeder des Erfolgs, ob im Sport oder in der Wirtschaft. Sich nicht mit dem Status begnügen, einen Rückstand nicht akzeptieren können, Konkurrenz als Ansporn, Scheitern als Herausforderung es nächstes mal zu schaffen. Das hat den Menschen aus seinen Höhlen gebracht, bringt Sportler über ihre eigenen Grenzen hinaus und macht aus Unternehmen Konzerne.

Fußball hat längst seine Romantik verloren. Neulich am Sportplatz, am Rande eines D-Jugens-Spiels, lässt ein Vater jedem wissen, ob er es hören will oder nicht, dass er früher von Fußball gar nicht genug kriegen konnte. Stadionbesuche, Sportschau und Co. waren Pflichtprogramm. Und heute? Nichts mehr. Fußball interessiere ihn nicht mehr, außer hier bei seinem Sohn, denn da sei kein Herzblut mehr, es ginge doch nur noch um Geld Geld Geld. Und das sei einfach nicht mehr sein Sport. Warum sollte man 11 Spielern zuschauen und dafür im Zweifel auch noch tief in die Tasche greifen, die nahezu beliebig zusammengekauft sich von Jahr zu Jahr einen neuen Dienstherrn zur Verfügung stellen – eben immer gerade dort, wo man am meisten verdienen kann, man am ehesten Titel holt oder es eben der persönlichen Weiterentwicklung am meisten verspricht.

Es ist – um das zu überspitzen – einfach das Abbild der Gesellschaft und entspricht dem gewandelten Bild des Berufslebens: Weiter, immer weiter. Wer sich nicht weiterentwickelt, nicht nach oben strebt, der landet auf dem Abstellgleis, bekommt das Attribut „ambitionslos“ und wird irgendwann durch einen ambitionierteren ersetzt. Ein Unternehmen, das nicht expandiert, wird irgendwann geschluckt oder verdrängt. Ein Verein, der seine Einnahmen nicht steigern kann, wird die Gehälter der anderen nicht zahlen können, verliert ständig seine besten Spieler und verliert irgendwann den Anschluss, was ihn noch weiter von den Geldtöpfen entfernt und so weiter….

Diese Entwicklung ist nicht an RB Leipzig festzumachen, weder hat man beim Brausehersteller den Fußball (neu) erfunden noch das Geschäft. Zunehmende Kommerzialisierung gibt es schon seit Einführung der Bundesliga – und schon davor. Und es ist auch nicht den Top-Vereinen vorbehalten, das zieht sich bis in die tiefen Klassen des Amateurfussballs, ja sogar in die Jugend. Die Verbundenheit mit (s)einem Verein kann man sich schlicht kaum noch „leisten“, außer man ist wirklich nur Spaßkicker in einer SoMa. Wer weiter kommen will, ob als Verein oder Spieler, der wechselt ständig, der eine den Verein, der andere die Spieler.

RB Leipzig macht das nicht anders, mit dem „feinen“ Unterschied, dass man da nicht hineingewachsen ist, sich nicht auf früherer (bessere) Tage besinnen kann, sondern das ganze schlicht auf der grünen Wiese neu gebaut hat. Generalstabsmäßig geplant, akribisch stets an den Grenzen des gerade noch erlaubten (und manchmal bisschen tiefer in die Grauzonen hinein) durchgeführt und mit richtig viel Kapital vorangetrieben.

Die einzelnen Elemente eines solchen Vorgehens sind dabei in der Bundesliga bekannt, Vereinszusammenschlüsse mit Sponsorenhintergrund kennt man auch in Nürnberg aus der ungeliebten Nachbarstadt, aber nie in dieser Vehemenz, diesem Potenzial und dieser klaren Mission, an deren Scheitern kaum einer glaubt.

Da fragt man sich: Kann man das noch gut heißen? Kann man das noch tolerieren? Ist das der Punkt, den man nie hätte überschreiten dürfen? Oder ist das auch nur ein nächster Schritt auf einem Weg, den unsere Gesellschaft eben mit allen Dingen geht, weil das die Triebfeder, die Natur unseres Strebens ist – immer mehr, immer weiter?

Interview mit dem rotebrauseblogger

Aber wir fragen uns auch: Kann man das denn lieben, so wie Fans wie wir ihren Verein eben lieben: uneingeschränkt, leidensfähig und unerklärlich. Wenn man zum xten mal einen Nackenschlag bekommen hat, weil das einzige Talent, das man aus der F-Jugend im Verein hochzog, nun für einen Apfel und Ei zum Ligakonkurrenten wechselte oder wenn man sich wieder mal mit einem Abstieg abfinden muss. Schlicht: Kann man wirklich Fan von RB Leipzig sein? Wir fragten Matthias Kießling, den Rotebrause-Blogger – und der muss es ja wissen. Denn der bloggt mit genau so viel Herzblut wie wir bei Clubfans United über seinen Verein, eben RB Leipzig. Matthias nimmt zur Kritik Stellung, erklärt uns das Unerklärliche und hat eine bemerkenswert fundierte und objektive Sicht auf die Vorgänge beim FCN. Viel Text – aber eben auch viel Stoff zu verarbeiten.

[Clubfans United] Hallo Matthias, schön, dass wir dich für ein Interview gewinnen konnten. Ich komm gleich zu Beginn mal zur Sache: RB Leipzig polarisiert wie kein zweiter Verein in Deutschland, dagegen sind die Diskussionen um Hoffenheim, Leverkusen oder Wolfsburg fast als harmlos zu bezeichnen. Dass man Hoffenheim seitens vieler Fans den Abstieg wünscht, ist das eine, aber RB Leipzig nimmt man eigentlich alles übel – vor allem seine Existenz. Ja man hat sogar den Eindruck, viele nähmen euch Fan es sogar übel, durch euren Support so was zu unterstützen. Manche Fangruppierungen versuchen es ja damit, dass man RB komplett ignoriert, Auswärtssupport verweigert, gegen Testspiele auf die Barrikaden geht. Ja sogar an mich kam im Vorfeld zu Ohren, ich sollte ja auf dieses Interview verzichten, um keine Plattform zu bieten. Wie gehst du damit um, was empfindet man dabei und kann man für die Hintergründe vielleicht sogar Verständnis entwickeln?

[rotebrauseblogger] „Es kommt immer ein bisschen drauf an, wer da aus welchen Gründen was äußert, um Verständnis zu haben oder nicht. Vieles von dem, was sich gerade auch in rationaler Kritik versucht, hält aus meiner Sicht keinen größeren Belastungsproben stand. Andererseits verstehe ich Menschen, denen RB Leipzig nicht zusagt oder bei denen der Verein gegen den Fußballromantikerstrich geht. Wenn ich an Teile der Lok-Fans denke, die im Frühling 2009 (FC Sachsen insolvent, Lok auf dem aufsteigenden Ast) von der Nummer 1 der Stadt frohlockten und plötzlich RB Leipzig vor der Nase hatten, frisch geschlüpft und doch in derselben fünften Liga und mit den wesentlich besseren Bedingungen, dann verstehe ich auch, dass es für diesen Teil der Anhänger schon rein emotional keinen Zugang zum lokalen Nachbarn geben kann.
Genauso wie ich es verstehe, wenn sich RB für Leute von außen zu künstlich anfühlt.
Auf rationaler Ebene gibt es eigentlich nur ein Argument, das sich nicht widerlegen lässt und das ist jenes der fehlenden Mitgliedermitbestimmung bei RB Leipzig. Das kauft man sich natürlich mit ein, wenn man sich für den Verein interessiert und man muss sich entscheiden, ob man das mittragen will. Ich für meinen Teil kann das, weil ich denke, dass im Profifußball Mitgliederentscheidungen sowieso in den seltensten Fällen zentrale Vereinspunkte betreffen und Mitbestimmung letztlich eher eine Frage der Kommunikation ist. Fanclubs haben da bei RB die Ebene von Fanversammlung und Kontakt zu den Fanbetreuern. Ich habe zur Meinungsäußerung meinen Blog. Und nutze ihn auch genau dazu, wenn ich finde, dass das nötig ist.
Insgesamt nehme ich zwar alle Diskurse rund um RB Leipzig wahr, versuche aber nicht auf jeden einzusteigen. Weil die Wahrnehmungswelten der Gegner und Befürworter so unterschiedlich sind, dass es meist sowieso schwierig ist, überhaupt zu einem Gespräch zu kommen. Und weil gerade Proteste in der Boykottform oft als Selbstgespräch daherkommen, in dem die Perspektiven von RB-Anhängern eher störend sind. Von daher ist es wie oft im Leben, ich kann überwiegend nur Dinge beeinflussen, die ich selber tue. Was andere machen, ist letztlich ihre Sache.“

[Clubfans United] Ich frag mal frei heraus: Wie wird man eigentlich RB-Fan?
Ist es nur die Aussicht auf den Erfolg, die einen anlockte, der Glamour eines Weltkonzerns, bei dem im Grunde Geld gar keine Rolle mehr spielt? Was hat bei dir Klick gemacht, dass der Puls bei Anpfiff höher schlägt?

„Geld spielt bei mir weder im Guten noch im Schlechten eine größere Rolle, wenn es um Fußball geht. Ich hing vor sehr langer Zeit einem Club an, der hatte keins bis wenig und jetzt einem, der hat viel. Das kann ich schwerlich beeinflussen und solange es keine Regularien wie eine Gehaltsobergrenze gibt, wird es auch immer unterschiedlich reiche Clubs geben.
Letztlich ist Fußball für mich konkretes Erleben und die Geschichten, die sich um ein Team stricken. Ich wohne seit 2001 in Leipzig und hab es sehr unregelmäßig mit dem FC Sachsen versucht, weil die irgendwann im Zentralstadion spielten und ich Livefußball in dem Stadion sehr mochte. Dann kam die schon erwähnte Insolvenz des FC Sachsen und kurze Zeit später RB.
Der erste Gedanke war dann rein rational und eher positiv. Motto: ‚Ok, da kommt jetzt jemand von außen, der jenseits von Lok-vs-Chemie nichtstädtisches Geld in den Fußball steckt, ohne in zwei Jahren wieder damit aufzuhören und pleite zu sein. Das schaue ich mir mal an, finde ich grundsätzlich gut.‘
Die erste Saison spielte RB noch überwiegend in Markranstädt und ich habe nur die Spiele in Leipzig, also vornehmlich die Stadtduelle mit Lok und FC Sachsen verfolgt. Das hat mir soweit gefallen, dass ich viel Bock hatte, auf die erste Regionalliga-Saison. Von da an war es zusammen mit dem Blog, den ich dann schon hatte, ein Selbstläufer, weil es mir nach 15 Jahren ohne regelmäßigen Livefußball rund um RB Leipzig einfach Spaß gemacht hat und das nach und nach mehr und intensiver wurde.
Erfolg war dabei gar nicht so sehr das Hauptmotiv, wenn ich mich an Spiele in aussichtsloser Ligenlage vor 1.000 Zuschauern bei Minusgraden in einer 40.000er-Schüssel erinnere, auch wenn es vermutlich im Hinterkopf eine Rolle spielen mag. Aber letztlich war das Positiverlebnis Livefußball neben der Möglichkeit, bei etwas von Anfang an dabei zu sein, wohl das, was mich letztlich immer näher an den Verein führte.“

[Clubfans United] Was liest man eigentlich so im Internet, wenn man Fan von RB ist? Du hast im Saisonvorbericht ja mal die schreibende Fanszene der 2.
Liga schon mal zusammengefasst (Danke an der Stelle für die Blumen). Wie sieht das rund um RB aus? Welche Rolle übernimmt dein Blog und wo schreiben Fans sonst so?

„Die wichtigste Anlaufstelle im Netz neben den klassischen Medien ist sicherlich rb-fans.de, wo nicht nur im Rahmen des Forums debattiert wird, sondern auch immer wieder gute Texte über allerlei rund um RB Leipzig (vom Nachwuchs bis zu Fanthemen) zu finden sind.
Die Blogszene ist zumindest in Bezug auf Blogs, die längere Zeit durchgehalten haben, relativ überschaubar geblieben. Der RBLObserver (rblobserver.blogspot.de/) hat sich hier aber zu einem weiteren Online-Baustein entwickelt. Dort dreht es sich aktuell vor allem um die Spiele, aber immer mal wieder auch um Fanthemen oder Kaderplanungen.
Mein Blog war letztlich nach rb-fans.de so etwas wie die zweite Plattform im Netz, die sich intensiv mit RB Leipzig, mit Pro- und Contra-Argumenten und den Fußballspielen beschäftigte. Nicht ganz so sehr mit dem Fanfokus und vor allem auch immer mit dem Versuch, objektiv Dinge zu beleuchten und nachzuvollziehen (was sicherlich mal besser mal schlechter gelang). Von daher war der Blog schon relativ früh eine nicht unwichtige Anlaufstelle, auch deutlich über RB-Fankreise hinaus. Vor allem letzteres ist mir als Feedback durchaus wichtig, weil ich dann immer wieder merke, dass ich beim Schreiben nicht in den Fanmodus verfalle, den ich im Stadion ganz gerne auslebe.

[Clubfans United] Es gibt sogar böse Stimmen, die behaupten, du bist von RB beauftragt zu schreiben. Gehe ich jetzt mal nicht von aus, aber wie nahe bist du dem Verein wirklich?

„Ich hätte ja nichts dagegen, wenn mich jemand für das bezahlen würde, was ich sowieso schon mache. Aber im Moment übernehmen das im kleinen Rahmen ganz allein LeserInnen, die mich mit jährlichen Beiträgen auf einer Supporterseite unterstützen können oder mir auf verschiedenen Wegen Spenden zukommen lassen. Reich wird man davon allerdings nicht. Also nicht mal annähernd nicht. &59;-) Letztlich stehe ich dem Verein nahe, weil ich ihn intensiv verfolge.
Ansonsten habe ich kein näheres Verhältnis als der durchschnittliche Journalist. Ganz im Gegenteil, dadurch dass ich eher analytisch und weniger berichtend schreibe, brauche ich den Verein für mein Tun nicht unbedingt, weil ich nicht die neuesten Infos oder O-Töne brauche. Ich besuche die heimischen Pressekonferenzen, um manches besser nachvollziehen und drüber schreiben zu können und wenn ich alle Jubeljahre mal ein Interview machen will, ist das im Normalfall kein Problem. Und ansonsten werkele ich für mich selbst.“

[Clubfans United] Wird man sich mit Modellen wie RB mittelfristig generell anfreunden müssen? Ob nun gebaut „auf der grünen Wiese“ wie bei euch in Leipzig, aus der Übernahme eines Dorfclubs oder eben durch Einkauf in einen Traditionsverein wie bei 1860 oder auch aktuell Berlin, die Macht und der Einfluß von Sponsoren ist ja vielfältig möglich. Muss ein Verein wie der 1.
FC Nürnberg vielleicht Abstand nehmen von der „Idylle“ des Vereinslebens und sich für Einflußnahmen öffnen, jedenfalls wenn er mittelfristig weiter zumindest ab und an Bundesliga spielen will. Andere Vereine wie Ingolstadt warten ja auch schon.

„Finde ich schwer zu beurteilen. Klar transformiert sich das Vereinswesen gerade an verschiedenen Stellen. Sieht man ja auch beim HSV und der dortigen Ausgliederung. Aber der Prozess mit Auslagerungen und Co, der dauert ja nun auch schon wieder viele, viele Jahre an und käme vermutlich auch ohne TSG und RB nicht zum Stillstand. Es ist halt das Los des Kapitalismus, dass es immer weiter gehen, immer mehr sein muss. Von daher wird Vereinsleben künftig vielleicht viel stärker neben dem Verein als wirtschaftlicher Organisation her existieren als bisher schon (die selbstbezogene Ultrakultur mit ihren eigenen Codes und Sozialstrukturen geht ja auch schon in die Richtung).
‚Traditionsvereine‘ haben natürlich immer entscheidende Vorteile, weil sie eine über Jahrzehnte gewachsene Fanbasis haben, die ziemlich eng am Verein hängt und ihn auf verschiedenen Wegen stützt. Zudem hat man entsprechend auch gegenüber Geldgebern die entscheidenden Argumente in der Hand haben, warum man lieber in den BVB als in die TSG investieren sollte. Die Frage ist halt, wie viel Selbstbestimmung man dafür abgeben muss oder ob man diesen Preis, falls es ihn gibt, zahlen will. Aber das muss letztlich jeder Verein für sich selbst herausfinden und jeder Fan muss selbst entscheiden, ob er das mittragen will.“

[Clubfans United] Mal ohne Polemik zur Fanseele gesprochen: Hat man keine Sorge, dass Herr Mateschitz doch irgendwann mal die Lust verliert oder der Konzern mal in eine Schieflage kommt, was ja schon in besten Unternehmen vorgekommen sein soll, und man dann vor Ruinen steht und sich und seine Fanliebe einpacken kann? Denn das ist es ja, was wir FCN-Fans ja für uns
proklamieren: Die Personen kommen und gehen, aber den Verein wird es auch später immer weiter geben.

„Mache ich mir gar keine Gedanken drüber. Klar kann das passieren und falls der Verein daran zerbricht, wäre es eine weitere Insolvenz im hiesigen Leipziger Fußballkosmos. Letztlich weiß aber auch niemand, wie sich die Sache entwickelt. Wenn Trainingsanlage und sonstige Investitionen erst mal stehen und RB Leipzig vielleicht sogar ein gefestigter Erstligaclub ist, würde ein Ausstieg von Red Bull aus welchen Gründen auch immer vielleicht gar nicht mehr das Ende bedeuten, sondern nur den Anfang zu einer Transformation zu anderen Geldgebern oder Sponsoren oder gar Mitgliedermodellen. Wenn der Verein bis dahin eine gesunde Basis mit ein paar Premium-Sponsoren unterhalb von Red Bull plus entsprechender Fanbasis hat, dann ist zumindest vieles denkbar. Aber letztlich lebe ich im Hier und Jetzt und der Weg ist und bleibt das Ziel. Was da in zehn Jahren an gutem oder schlechtem sein mag, ist mir eigentlich aktuell egal.“

[Clubfans United] Ich hatte die „Idylle“ oben ganz bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn gerade in Nürnberg haben wir jüngst erst wieder erlebt, dass Vereinsleben einen ziemlich auf die Nerven gehen kann und wahrlich nicht immer romantisch abläuft. Hast du in Leipzig da etwas von mitbekommen? Und wie nimmt man das wahr? Ist die Unruhe schuld am miesen Saisonstart? Oder verursacht der Saisonstart Unruhe?

„In der Außenperspektive kam es schon eher so an, als dass die sportliche Situation die Unruhe im administrativen Bereich hervorbringt. Wobei es erstaunlich ist, dass der schlechte Saisonstart so viele erstaunt hat. Eine komplett neue Mannschaft mit neuem Trainer in neuer Liga, das kann gut gehen, dass es so anfängt wie bei euch in Nürnberg ist aber auch nicht erstaunlich. Von daher denkt man, dass man in der Vereinsführung und um den Verein herum doch darauf vorbereitet sein und der Unruhe entgegenwirken sollte. Andererseits war die Art und Weise mancher Niederlagen und das teilweise passive Spiel schon ordentlich deprimierend, von daher war es auch nicht wenig naheliegend, am Trainer und am Manager, der ja nicht erst seit gestern in der Schusslinie steht, zu sägen.
Was halt schräg und letztlich ein Problem der direkten Mitgliedermitbestimmung, die ihr ja dank e.V. ohne ausgelagerte Kapitalgesellschaft noch habt, sein könnte, sind enorme, ergebnisabhängige Stimmungsschwankungen. Dass eure Mitgliederversammlung, in der es Bader hätte an den Kragen gehen können, einen Tag nach dem emotionalen 3:2 gegen Kaiserslautern stattfindet, hätte aus dessen Sicht besser nicht sein können.
An einem anderen Abend mit anderem Spiel am Vortag wäre es vielleicht anders ausgegangen. Klar kann man sagen, dass halt Demokratie so ist, aber ich bevorzuge in solchen Fragen eine reine Sachebene und auf dieser fühle ich mich jenseits des Meckerns einfach nicht kompetent genug, als dass ich sie gestalten wollen würde.“

[Clubfans United] Ihr seid als Aufsteiger gleich oben mit in der Liga – aber genau genommen sind alle Aufsteiger oben in der Tabelle. Zufall? Oder ist das zumindest bei euch durchaus Kalkül den direkten Durchmarsch anzugehen?

„Für mich spielte der Durchmarsch vor der Saison keine Rolle. Ich halte den Kader (bisher) eigentlich auch nicht für stark genug.
Es gibt auch kein offizielles Durchmarsch-Ziel, aber mit Rangnick, Zorniger und einigen Spielern durchaus einige, die von der ersten Liga 2015 träumen.
Wenn RB Leipzig lange oben mitschwimmt und angesichts der Tatsache, dass man sicherlich im Winter noch zwei, drei passgenaue Spieler holen wird für Positionen, auf denen man Bedarf sieht auf dem Weg zu einer Zweitligaspitzenmannschaft, ist aber sicherlich auch ein Durchmarsch denkbar. Realistisch würde ich annehmen, dass man lange um Platz 3 mitspielt und am Ende auch das Glück mitentscheidet.“

[Clubfans United] Nicht wenige sprechen von „der schlechtesten 2. Liga aller Zeiten“, was irgendwie auch uns Clubfans noch die Hoffnung lässt, trotz miesem Auftakt, am Ende doch noch oben mit dabei zu sein, weil die Liga klare Aufstiegsfavoriten vermissen lässt. Wie ist deine Einschätzung?

„Schwer zu sagen. Ich komme ja aus der dritten Liga, von daher finde ich die zweite Liga nicht sooo schlecht, für euch als Ex-Erstligisten ist es fußballerisch natürlich ein Abstieg.. Fakt ist aber, dass alle drei Aufsteiger relativ locker und ohne größere Kaderveränderungen oben mithalten. Was dafür spricht, dass die zweite und die dritte Liga relativ dicht beieinander sind. Was letztlich kein Kompliment für die zweite Liga wäre. Fakt ist auch, dass es bisher keine Übermannschaft gibt und man vermuten kann, dass es im Aufstiegskampf bis zum Ende spannend bleibt. Was zumindest für eine extrem ausgeglichene Liga spricht, wenn schon nicht für die schlechteste aller Zeiten. Und entsprechend für (fast) alle Teams in der Tabelle noch Aufstiegschancen lässt.
Andererseits sieht man bei manchen Vereinen schon die Qualitäten, die sie vom Rest abheben könnten. Düsseldorf mit einer enorm physischen Offensive.
Kaiserlautern mit hübschem Spiel mit dem Ball. Ingolstadt mit großer Ausgeglichenheit. Auch ihr habt in Bezug auf ein passables Konterspiel so eure Qualitäten. Von daher ist es auch möglich, dass sich noch Teams absetzen, auch wenn es gerade wahrscheinlicher erscheint, dass es lange eng bleibt.“

[Clubfans United] Vielleicht noch ein Blick über den Tellerrand: Wie ist es gemeinhin um den Fußball „im Osten“ bestellt? Es ist ja durchaus auffällig, dass nur noch Union und Aue hier die Fahne hochhalten in den obersten deutschen Spielklassen.

„Wenn man 25 Jahre nach der Zusammenführung der beiden deutschen Fußballverbände im kommenden Sommer im Extremfall die Situation hat, dass kein Team aus der alten DDR-Oberliga mehr in den ersten zwei Spielklassen vertreten ist, muss man eigentlich auch nicht mehr dazu sagen.
Aber selbst wenn es zwei, drei sind, die in der zweiten Liga gegen den Abstieg spielen, bleibt der Fakt, dass der ‚Ostfußball‘, wenn man sich so mit ihm beschäftigen will, weiterhin komplett darnieder liegt und über das Pendeln zwischen zweiter und dritter Spielklasse nicht hinaus kommt. Was teilweise an eigenen Fehlern in der Vergangenheit liegt, teilweise aber auch an schlechtem wirtschaftlichen Umfeld, monströsen Stadienmieten (Dynamo) oder der Tatsache, dass man vor allem in dem Moment hintendran blieb und keine Ressourcen zum Investieren hatte, als bei den alteingesessenen Bundesligisten die Nachwuchsleistungszentren und modernen Arenen entstanden und die Folgen der Kommerzialisierung in Form beispielsweise von Fernsehgeldern in den Kassen klingelten. Vielleicht rafft sich Dynamo in den nächsten Jahren noch mal auf, der Rest der alten DDR-Oberliga-Garde ist wohl auf absehbare Zeit chancenlos.“

[Clubfans United] Wir bedanken uns für deine Zeit! Zum Schluss noch die Fragen: Was erwartest du dir vom Spiel unserer Teams? Wo wirst du das Spiel verfolgen? Und was würdest du uns „Clubfans“ gern noch sagen?

„Ich werde das Spiel im Gästeblock eures Stadions verfolgen, dessen aktuellen Namen ich nicht aus dem Kopf kenne. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe zwischen zwei Mannschaften, die beide versuchen werden, im Mittelfeld Bälle zu gewinnen, um diese dann zielstrebig zu verwerten. Die größte Herausforderung für die RB-Verteidigung könnte dabei Jakub Sylvestr werden, ein Stürmertyp der der aktuellen Innenverteidigung eher weniger liegen dürfte.
Vermutlich dürfte das Team Probleme kriegen, das mehr das Spiel machen muss und den Ball hat. Da sehe ich beide Mannschaften qualitativ nicht ganz weit vorn in dem Bereich. Von daher kann das Spiel auch deutlich ausgehen, wenn ein Team in Rückstand gerät und dann beim Spiel mit dem Ball in weitere Konter läuft. Könnte beiden Teams passieren. Klar, dass aus meiner Sicht der Gast das glücklichere Team sein soll.
Euch Clubfans United wünsche ich ab dem 11. Spieltag wieder viel Glück in der Liga. Montagsspiel in Darmstadt klingt eher nach einer undankbaren Aufgabe. Ich freue mich auch auf weitere Podcasts aus eurem Hause. Höre ich immer wieder gern. Besonders der Rant im August anlässlich der Transferpolitik war ziemlich unterhaltsam. Mighty Möss hat mir als Inbegriff des Rants sehr gefallen, auch wenn ihr inzwischen wahrscheinlich auch überrascht seid, wie mighty Jürgen Mössmer tatsächlich ist.“

Das Interview führte Alexander Endl [Clubfans Unite] mit Matthias Kießling [rotebrauseblogger.de] vom 12.-15.10.2014 via E-Mail.

90 Gedanken zu „Kapitalismus verleiht Flügel

  • Ich finde, dass ihr das etwas zu undifferenziert seht.

    Das wirklich einzige, was man an RB honorieren muss: Sie setzen die unendliche Kohle richtig gut ein bisher.

    Aber: Diese Kohle wurde nicht erwirtschaftet, sondern sie wird in den Verein gesteckt, weil das ganze Gebilde ein einziges großes Werbeinstrument ist. Und da unterscheidet sich RB von allen anderen. Alle Bundesligavereine verkaufen sich teilweise an Sponsoren (Trikotwerbung, Stadionname…), um Geld zu generieren, um sportlich konkurrenzfähig bleiben zu können. Bei RB wird von einer externen Geldquelle, die absolut unabhängig vom sportlichen Erfolg und von der Sympathie der Massen ist , Geld in die sportliche Konkurrenzfähigkeit gesteckt, um das Werbeprodukt nach Möglichkeit international (Champions League) vermarkten zu können. Das ist ein fundamentaler Unterschied und damit ist RB für mich eine Perversion des modernen Profifußballs und keinesfalls „ein Spiegel“, wie gerne behauptet wird.
    Kein Mensch würde sich beschweren, wenn Red Bull ganz normales Sponsoring betreiben würde. Aber bei Red Bull bedeutet Sponsoring komplette Übernahme eines Vereins unter Vernichtung all dessen, was diesen Verein früher mal ausgemacht hat (Erfolge, Wappen, Farben…siehe Austria Salzburg, EHC München, SSV Markranstädt…).

    RB unterscheidet sich damit sogar von den anderen Vereinen mit einer nicht an den Erfolg gebundenen externen Geldquelle wie Leverkusen, Hoffenheim oder Wolfsburg. Leverkusen und Wolfsburg waren echte Werkssportvereine, in denen ursprünglich Angestellte gespielt haben, ehe man sportlich so erfolgreich wurde, dass man Profistrukturen einführen musste. Viele vergessen, dass Wolfsburg damals ein absoluter Sensationsaufsteiger war. VW hat erst ab dem 2. oder 3. Jahr der Bundesligazugehörigkeit angefangen, richtig Kohle reinzustecken. Ähnlich war es bei Leverkusen. Und in Hoffenheim wollte ein Unternehmer seinen Heimatverein pushen und seiner Heimatregion Bundesligafußball bieten. Die Stadt Leipzig ist doch den Verantwortlichen von Red Bull scheißegal. Das war einfach der ideale Standort für ihr Marketingprodukt, da weit und breit keine starke Profimannschaft ist und man sogar ein ungenutztes modernes Stadion schon da war. Und weil natürlich die Lust auf Profifußball in der Stadt groß ist.

    • Hampelinho: Und in Hoffenheim wollte ein Unternehmer seinen Heimatverein pushen und seiner Heimatregion Bundesligafußball bieten

      Das stimmt nur bedingt. Ursprünglich sollte Waldhof Mannheim unterstützt werden von Hopp, da geriet man sich dann in die Haare und Hoffenheim wurde dann vom reinen Jugendstützpunkt zum Bundesligisten gemacht. Aber das nur am Rande.

      Ganz kann ich deiner Argumentation aber nicht folgen. Was genau der Unterschied ist, ob bspw. bei 1860 ein Investor einsteigt, der letztendlich alle Geschicke bestimmt, oder bei Paris St. Germain, wo man auch Logo etc. änderte, sehe ich nicht. Sicher ist das noch radikaler, noch konsequenter, noch weniger versteckt gemacht, aber am Ende ist es doch immer das gleiche: Wer die Kohle bringt, bestimmt. Bayer in Leverkusen, VW in Wolfsburg, Kühne zu großen Teilen in Hamburg und RB in Leipzig.

      Ich muss das nochmal betonen: Ich finde diese Entwicklungen nicht gut. Aber ich sehe da nicht die große Differenzierung, die vielleicht manche darin sehen. Ob Bayern München oder RB Leipzig – für mich sind das reine Marketing-Maschinen, deren breite Fan-Basis den Erfolg(-reichen Fußball) bejubeln (Ausnahmen gibt es natürlich).

  • Es geht mir um den Zweck. 99% der Fußballvereine versuchen möglichst viel Geld zu generieren (Sponsoring, Investoren, TV, Zuschauer, Marketing), um sportlich erfolgreich sein zu können. Red Bull kauft sich sportlichen Erfolg, um Werbung für sein Produkt machen zu können. Das ist für mich ein Unterschied.

    • Hampelinho:
      Es geht mir um den Zweck. 99% der Fußballvereine versuchen möglichst viel Geld zu generieren (Sponsoring, Investoren, TV, Zuschauer, Marketing), um sportlich erfolgreich sein zu können. Red Bull kauft sich sportlichen Erfolg, um Werbung für sein Produkt machen zu können. Das ist für mich ein Unterschied.

      Ja, das ist durchaus eine Argumentation, die ich verstehe.

  • Also ich sehe diese Entwicklung mit Leipzig auch eher mit 2 weinenden Augen, leider ein weiterer Schritt in Richtung Unterwerfung unter die Marketinginteressen von Investoren oder auch die Profilierungssucht irgendwelcher Oligarchen. Eines Tages ist wer Fußball sehen will vielleicht besser bei den Amateuren aufgehoben statt im Profizirkus.
    Aber noch ist es nicht so weit und RB Leipzig hat vom Verband die Lizenz erhalten und unser Club muss sich auf dem Spielfeld mit einem schwierigen Gegner auseinandersetzen.
    Ich habe mir das Spiel RBL – Heidenheim komplett angesehen und muss sagen: das ist eine Mannschaft in der schon viel zusammenpasst und die einen durchaus gepflegten Stil pflegt. Dazu die läuferisch stärkste Mannschaft der 2. Liga (siehe dazu die lesenswerte Analyse im Blog des Interviewpartners), immer im Vorwärtsgang und bestrebt den Gegner unter Druck zu setzen.
    Wenn es dem Club gelingt gegen RBL zu bestehen, dann sind wir wirklich einen Schritt weiter! VI wird mit der gleichen Elf wie in den beiden Spielen vorher beginnen und wir dürfen uns auf einen spannenden Kick freuen.

  • Ich mußte gerade an das letzte Faninterview mit einem Wolfsburger denken, der sinngemäß geschrieben hat, selbst wenn es sich niemand vorstellen könne, auch Wolfsburger würden ihren Verein lieben.

    Beruflich war ich mal ein halbes Jahr in Leipzig, Ende der 1990er, da war der dubiose VfB gerade am Ende der 2. Liga und Sachsen bedingt in Auflösung. Und das in einer Sportstadt mit clubmäßigem Hinterland. Daß man da irgendwann die Nase voll hat und fünfe Gerade sein läßt, das kann ich verstehen.

    • Exilfranke,

      wobei es eine interessante Frage wäre, wenn es mit dem Club bergab gehen sollte in die 3. Liga, man dort feststeckt und dann beschließt die DHL, jetzt den Post SV als Marketinginstrument großzuziehen und ihn schließlich mit viel Geld in die 1. Liga führt. Würde man dann da nicht auch hingehen, um Erstligafußball zu sehen?

      Wie auch immer, Mateschitz soll mirwegen F1-Teams haben, einen Profiradrennstall (Verleiht Flügel und Doping passt ja thematisch gut :mrgreen: ), Leute aus Raumschiffen springen lassen und solche Dinge, aber Fußball als reines Merketinginstrument, quasi als Cheerleader für Rote Brause, das stößt mir einfach auf.

      Vorher hatte ich nichts gegen die Marketingstrategie des Eventsponsorings, aber beim Fußball könnte ich mir auch einen Anti-Werbung-Effekt vorstellen. Die BuLi mobilisiert und erreicht so viele Menschen, dass ich mir auch eine „Finger-weg-Reaktion“ für das Produkt vorstellen kann. Mir geht es jedenfalls so.

      • Optimist:
        Exilfranke,

        Vorher hatte ich nichts gegen die Marketingstrategie des Eventsponsorings, aber beim Fußball könnte ich mir auch einen Anti-Werbung-Effekt vorstellen. Die BuLi mobilisiert und erreicht so viele Menschen, dass ich mir auch eine “Finger-weg-Reaktion” für das Produkt vorstellen kann. Mir geht es jedenfalls so.

        Da Zeug erträgt man eh nur mit Vodka drin 🙂 Aber im Ernst, ich meide die Firma seitdem und nehme nur Konkurrenzprodukte.

      • Optimist:
        Exilfranke,

        wobei es eine interessante Frage wäre, wenn es mit dem Club bergab gehen sollte in die 3. Liga, man dort feststeckt und dann beschließt die DHL, jetzt den Post SV als Marketinginstrument großzuziehen und ihn schließlich mit viel Geld in die 1. Liga führt. Würde man dann da nicht auch hingehen, um Erstligafußball zu sehen?

        Ich fürchte, nach sagen wir mal 15 Jahren 3. oder 4. Liga vom Club würde „Post SV Nbg.“ auch 40.000 in die neue DHL-Arena an der Fürther Stadtgrenze locken. Während 8.000 Unentwegte ins wegen Baufälligkeit teilweise gesperrte Max-Morlock-Stadion pilgern und sich die Spiele gegen Haching und Ingolstadt II schönsaufen.

        Oh Gott, ein Albtraum schon am frühen Abend.

  • Ich kann nicht glauben, dass ich das alles gelesen hab! 😉
    Aber das scheint ein vernünftiges Bürschchen zu sein, Respekt.

  • Armin Busch:
    Aber kaufen sich Adidas und Audi nicht auch sportlichen Erfolg via Bayern München um Werbung zu machen?

    Die kaufen sich beim erfolgreichen Produkt FC Bayern ein, um ihre Marke dadurch prominenter zu machen. Red Bull konstruiert sich selbst ein Produkt. Das ist der gewichtige Unterschied.

  • Ich finde es geht ja nicht nur um das Modell RB Leipzig ansich, sondern für mich im besonderen Maß um das rücksichtlose Konzept von Redbull, das in meinen Augen skrupellos ja bis hin zu menschenverachtend ist und jungen Menschen in Gefahrensituationen bringt, die bisweilen unverwantwortlich sind. Das was der Pate Matuschek auch vorlebt, wenn er sich mal nicht mehr verstellen kann und einem schweizer Journalisten, der die Todesfälle recherchiert hat, die bei Redbull Dreharbeiten ums Leben kamen, sagt, solange eine Kniescheibe in Moskau nur 500 Dollar kostet, sei er vor ihm nie sicher. In meinen Augen ist dieser Konzern das lettze im Turbokapitalismus.
    Sehr gutes Video zu Redbull, wer es noch nicht gesehen hat, findet sich auf der Ya Basta Website im aktuellen Artikel.

    Daher ist für mich das KO Kriterium gegen Redbull schon evident bevor man überhaupt beginnt über das sportliche Modell zu disutieren und ich sage das, weil ich Action mag, aber wozu Redbull Athleten herausfordert und viele Adrenalin Junkies verführt ist unverantwortlich.

  • Ob es einem gefällt oder nicht.ob die Medien das Anfängen zu hofieren,die Fans der anderen es schlecht finden oder nicht.Wichtig ist auf dem Platz.und da interessiert mich wie unsere Mannschaft dagegen hält.Wenn jetzt schon im Vorfeld-das ist ungerecht,etc- gerufen wird,klingt das für mich wie das suchen nach einer Ausrede und Vorraussetzung eilende Kapitulation.
    Jeder Verein,auch ohne Groß -Sponsor sollte seine Arbeit so gut wie möglich machen und dann schauen was dabei rauskommt

  • Ich sag’s gleich vorweg: ich lebe in Leipzig und gehe dort regelmäßig zu RB Spielen. Ursprünglich komm ich aus München und bin zeitlebens ein 60er Fan. Von daher braucht mir keiner was von Traditionsvereinen und deren Auf und Nieder erzählen- ich habe alles durch inkl. Spiele in Ampfing in der Bayernliga als alles zu spät schien…

    Trotzdem oder gerade deshalb muss ich Euch widersprechen: Ihr sprecht von mangelnder Verbundenheit von Red Bull oder Mateschitz mit Leipzig. Das ist sicher richtig – im ersten Schritt. Aber alleine in den letzten paar Jahren entstand dort eine enorme Identifikation zwischen Stadt und Verein. Und diese Identifikation hat immer was mit Menschen zu tun.
    Weiterhin sollte sich jeder Mal anschauen wo die Geschäftsführer, Trainer und sonstiger Stab in den meisten Vereinen herkommen. Ganz häufig sind diese ganzen Teams von überall her zusammengewürfelt – haben also oft keinen persönlichen Bezug zu Nürnberg, München, Leipzig oder was auch immer. Das liegt schon alleine daran, weil man im Fußball eben spezielle Erfahrungen braucht und da holt man sich als Verein die besten Leute von da wo man sie herbekommen kann.
    Wenn also die Trainer, GF etc. nicht aus der eigenen Stadt sind – wie sieht’s mit den Spielern aus? Hier ist die Antwort inzwischen die gleiche: ab der U15/U16 bzw. sagen wir mal C-Jugend vermischt sich das ganze genauso gewaltig.
    Bleiben nur noch die Fans, die Sportanlagen und das ganze drum rum.

    Am Ende geht es um die Menschen, um die besonderen Erlebnisse, die Höhepunkt etc Die machen den Verein und die Geschichten aus. Der rotebrauseblogger hat es schon angedeutet und ich kann mich auch noch gut an Regionalspiele im nahezu leeren Stadion in Leipzig erinnern wo man von Aufstieg und Profiliga ganz weit weg war.
    Inzwischen strahlt die Jugendarbeit und die professionelle sportliche Leitung von RB in ganz Leipzig und Umland aus. Die kleinen Vereine messen sich – und müssen sich messen lassen – an der Qualität und Leistung, die man bei RB erlebt. Von der F-Jugend bis rauf zur A. Und ich kann Euch versichern, dass hier eine Menge Bewegung und positiver Konkurrenzdruck entstanden ist. Und immerhin nutzt der Verein die finanziellen Möglichkeiten und schult die lokalen Schiris im Stadtgebiet oder greift dem einen oder anderen kleinen Verein mal hier und da unter die Arme. Kann man sicher alles auch ganz negativ sehen, aber ich erlebe es trotz aller Skepsis als sehr gut.

    Ich wünschte mir die 60er hätten nur einen Hauch der Professionalität und Kompetenz, die bei RB überall zu spüren sind.

    • rmmdoll: Am Ende geht es um die Menschen, um die besonderen Erlebnisse, die Höhepunkt etc Die machen den Verein und die Geschichten aus. Der rotebrauseblogger hat es schon angedeutet und ich kann mich auch noch gut an Regionalspiele im nahezu leeren Stadion in Leipzig erinnern wo man von Aufstieg und Profiliga ganz weit weg war.

      Ich kann das gut nachvollziehen. Wenn das das örtliche Angebot für Profifußball ist, dann nimmt man es halt an und begeistert sich auch dafür, wenn es läuft. Die meisten Fans außerhalb des harten Kerns empfinden ja ohnehin eher Lokalpatriotismus als spezifische Vereinsverbundenheit. Von daher würde auch das Beispiel mit dem Post SV funktionieren. Das wird bei RB allerdings ein Phänomen der Stadt und ihres Umlands bleiben, denn wer nicht lokal verbunden ist, wird das Konstrukt nicht annehmen. Wobei hier – im Gegensatz zu Hoffenheim – durchaus auch das Standortpotential für ein Weiterbestehen des Vereins nach dem Rückzug des Geldgebers gegeben ist.

      • Optimist: Ich kann das gut nachvollziehen. Wenn das das örtliche Angebot für Profifußball ist, dann nimmt man es halt an und begeistert sich auch dafür, wenn es läuft.

        Gerade im Osten. Was nutzt denen letztendlich eine traditionsbewusste Bundesliga, wenn kein Verein aus den ehem. „neuen Bundesländern“ dort kickt? Wir freuen uns ja auch nicht wirklich, dass wir in Bayern einen so erfolgreichen Verein in der Champions League haben.

  • RedBull schmeckt mir absolut überhaupt nicht, es ist heillos überteuert, die Geschäftspraktiken der nach außen so coolen Firma sind zweifelhaft. Das Konzept der Fussballfirma RB Leipzig als diktatorisch geführten Werbeträger für Dosenbrause schmeckt mir noch weniger.

    Nur wird das RB nicht verhindern! RB wird sich in einigen Jahren genauso etabliert haben wie VWburg oder Bayerkusen, Evonik Dortmund oder Allianz München. Wer beschwert sich jetzt noch über Hoppenheim? Im Gegenteil, überall anerkennende Worte für deren modernen erfolgreichen Spielstil und die herausragende Jugendarbeit. Finanziert nahezu ausschließlich durch externe nicht selbst erwirtschaftete Gelder. Unfair ja, Traditionsvereine verdrängend erst recht, aber erfolgreich. Genau so wird es dereinst auch mit Leipzig sein. Audi Ingolstadt und weitere werden folgen.

    Die DFL hat sich bewusst für diesen Weg entschieden, damit die BuLi den finanziellen Rückstand auf die Spitzenclubs der Premier League, die Serie A oder der Primera Division aufholt bzw. diese überholt. Die Politik applaudiert RB wg. der Osthilfe, der DFB freut sich über exzellente Jugendföderung. Eine Kehrtwende wird es definitiv nicht geben!

    Für den Club heißt es also entweder sich der Zukunft des deutschen Spitzen-Fussballs zu öffnen, gerne mit kritischem Blick, gewisser Traditionswahrung und Augenmaß. Oder aber dauerhaft und mit zunehmendem Abstand hinterher zu hinken.

  • Fakt ist, daß die Jugend in Leipzig mit RB Leipzig aufwächst und daß es ziemlich normal sein dürfte, daß die dann mit der Zeit eben zu Fans von diesem Verein werden, weil er Erfolge verspricht und vermutlich auch hält.

    Während wir eine ziemlich starke Gruppe von Fans und Verantwortlichen in unserem Verein haben, die sich auf Tradition statt Kommerz eingeschworen haben und anscheinend nicht bereit sind, rechtzeitig zu erkennen, daß das gleichzusetzen ist mit sportlichem Mißerfolg oder mindestens Stillstand.

    Oder aber die bereit sind, lieber in Liga 2 und 3 zu spielen als sich den Ligabedingungen anzupassen. Ob das die Mehrheit der auf der JHV vertretenen Fans wirklich so will oder ob die das einfach nicht erkennen, kann ich nicht beurteilen. Ich fände es aber schon erstaunlich, wenn die Mehrheit der Fans im Stadion der Meinung ist, daß man stolz sein kann, in Liga 2 und 3 mitzuspielen in dem Wissen, daß man dem Kommerz die rote Karte gezeigt hat.

    Zumindest aber wird es so sein, daß sich die nachwachsenden potentiellen Fans dann eben für einen erfolgreicheren Verein zu interessieren beginnen. Die Vision vom Post-SV hat hier durchaus Realitätspotential.

    Das wirklich Schlimme für mich ist, daß es aus meiner Sicht in der vergangenen Saison ein kleines Zeitfenster gab, wo es möglich gewesen wäre die Klasse zu halten und durch die dann zu erwartenden höheren TV-Gelder und attraktiveren Fußball den Spagat nicht so groß werden zu lassen, daß der Verein daran kaputt geht.

    Die Verantwortlichen (Vorstand und der größte Teil des Aufsichtsrates) haben sich damals für einen Weg entschieden, der uns dahin geführt hat, wo wir jetzt stehen.

    Ob der andere Weg, der sich angeboten hätte (Schäfer und co. damals schon entmachten und den Trainer stärken), zu mehr Erfolg geführt hätte, ist unsicher, aber ich halte es nach wie vor für möglich. So wie ich es auch schon von Anfang an für wahrscheinlicher hielt, daß der Weg mit Verbeek der Erfolgreichere sein würde.

    Und diejenigen, die jetzt wieder mit dem Argument kommen, Verbeek habe zu unflexibel spielen lassen: diese Behauptung wurde von den Personen (u.a. Schäfer) aufgestellt, die sich mittlerweile wohl ziemlich klar als Gegenspieler zu Trainern mit offensiveren Spielkonzepten erwiesen haben.

    Wobei ich den Spielern gar nicht in Abrede stellen will, daß sie das gemacht haben, weil sie glaubten, daß ihre Art spielen zu wollen, die bessere für den Verein ist.

    Nur haben sie sich dabei eben zu unflexibel gezeigt bzw. nicht akzeptieren wollen, daß sie in offensiveren Systemen aufgrund eigener Defizite eben akzeptieren müssen, nicht zur Stammelf zu gehören.

    Wohin der im April dieses Jahres eingeschlagene Weg am Ende führt, kann man noch nicht vorhersagen. Wenn wir die Liga halten, selbst wenn wir aufsteigen, brauchen wir in jedem Fall mehr Gelder von Sponsoren, um in der nächsten Saison wettbewerbsfähig zu bleiben. D.h. spätestens dann wird sich langsam die Frage stellen, ob die Traditionalisten, die den Verein nicht verkaufen wollen, wirklich die Mehrheit stellt.

    Gegen RBLeipzig drücke ich Ismael und den Spielern die Daumen und wünsche ihnen, daß sie den positive Trend fortsetzen können.

    • Beate60: Während wir eine ziemlich starke Gruppe von Fans und Verantwortlichen in unserem Verein haben, die sich auf Tradition statt Kommerz eingeschworen haben und anscheinend nicht bereit sind, rechtzeitig zu erkennen, daß das gleichzusetzen ist mit sportlichem Mißerfolg oder mindestens Stillstand.

      Oder aber die bereit sind, lieber in Liga 2 und 3 zu spielen als sich den Ligabedingungen anzupassen. Ob das die Mehrheit der auf der JHV vertretenen Fans wirklich so will oder ob die das einfach nicht erkennen, kann ich nicht beurteilen. Ich fände es aber schon erstaunlich, wenn die Mehrheit der Fans im Stadion der Meinung ist, daß man stolz sein kann, in Liga 2 und 3 mitzuspielen in dem Wissen, daß man dem Kommerz die rote Karte gezeigt hat.

      Wobei ich an der Stelle einwerfen muss, dass es ja nicht gerade so ist, dass man Kommerz nur aus Jux und Dollerei ablehnt, während jeder, der seine fünf Murmeln zusammen hat, das Geld quasi nur noch aufnimmt, dass da auf der Straße liegt.

      Kommerzialisierung kostet. Nämlich den Gegenwert. Bei Hertha hat man dafür Anteile verkauft. Anteile, die man später wieder zurückkaufen muss oder die eben für immer weg sind. Irgendwann ist man eben mal an der Stelle, wo man auch das letzte der 49% schon verschachert hat und dann …?

      Sponsoring in den Dimensionen, über die wir heute reden, geht immer mit Einflußnahme und/oder über Anteile, Abgabe von Rechten, Abtretung von Einnahmepotenzialen.

      Wer glaubt, dass man sich nur dem Kommerz öffnen muss, dann kommen die selbstlosen, vereinsverbundenen regionalen Unternehmen, die nur um mit dem guten Namen „FCN“ werben zu dürfen, das Geld bündelweise an den Valze bringen, ist mindestens so gutgläubig wie die, die meinen es ginge gänzlich ohne Kommerzialisierung.

      Nur mal angemerkt in die Runde, nicht speziell an dich gerichtet, Beate.

      • Kommerzialisierung kostet. Nämlich den Gegenwert. Bei Hertha hat man dafür Anteile verkauft. Anteile, die man später wieder zurückkaufen muss oder die eben für immer weg sind. Irgendwann ist man eben mal an der Stelle, wo man auch das letzte der 49% schon verschachert hat und dann …?

        Sponsoring in den Dimensionen, über die wir heute reden, geht immer mit Einflußnahme und/oder über Anteile, Abgabe von Rechten, Abtretung von Einnahmepotenzialen.

        Wer glaubt, dass man sich nur dem Kommerz öffnen muss, dann kommen die selbstlosen, vereinsverbundenen regionalen Unternehmen, die nur um mit dem guten Namen “FCN” werben zu dürfen, das Geld bündelweise an den Valze bringen, ist mindestens so gutgläubig wie die, die meinen es ginge gänzlich ohne Kommerzialisierung.

        Nur mal angemerkt in die Runde, nicht speziell an dich gerichtet, Beate.

        Die Befürchtung kann ich verstehen. Die Frage ist aber doch am Ende: was will dieser ominöse Sponsor oder Investor, das am Ende den eingefleischten Fan stören wurde? Aus meiner Sicht – und da ziehe ich mal den FCB (ich weiß in einem Clubberer-Forum 🙂 – als Beispiel heran: Erfolg verbindet sich gern mit Erfolg. Lufthansa, Allianz, adidas etc. wollen am Ende doch primär im Scheinwerferlicht von Meisterfeiern, CL-Gewinnen mit angestrahlt werden. Solange der sportliche Erfolg da ist halten sie sich zurück und hoffen inständig, dass keine Skandale, Pyros oder sonstiges das eigene Image mit beschädigen.

        Ich weiß nicht wie es bei Euch in Nürnberg ist, aber in meiner Erfahrung haben die Fans auf die wirklich wichtigen Entscheidungen (Kauf von Spielern, Trainerauswahl, sportliches Konzept) so gut wie keinen signifikanten Einfluss. Da ist der Fußball schon lange wie die „normale“ Wirtschaft. Zu viele Köche verderben den Brei…

        Gerade jetzt muss man eigentlich den Ismael und die Führungsmannschaft eine Weile gewähren lassen und abwarten ob sie das Ruder wieder rumreißen. Wenn da von Seiten der Fans die diversen Wünsche zu Spielzeiten oder Auswahl einzelner Spieler in die Startelf zuviel Gehör fänden kann am Ende keiner mehr entwirren was jetzt eigentlich zu Erfolg oder Misserfolg geführt hat.

        • rmmdoll: Die Befürchtung kann ich verstehen. Die Frage ist aber doch am Ende: was will dieser ominöse Sponsor oder Investor, das am Ende den eingefleischten Fan stören wurde? Aus meiner Sicht – und da ziehe ich mal den FCB (ich weiß in einem Clubberer-Forum – als Beispiel heran: Erfolg verbindet sich gern mit Erfolg. Lufthansa, Allianz, adidas etc. wollen am Ende doch primär im Scheinwerferlicht von Meisterfeiern, CL-Gewinnen mit angestrahlt werden. Solange der sportliche Erfolg da ist halten sie sich zurück und hoffen inständig, dass keine Skandale, Pyros oder sonstiges das eigene Image mit beschädigen.

          Wobei man die Macht der Sponsoren beim FCB vielleicht nur erahnen kann – ja vielleicht sogar gar nicht mehr auseinanderdividieren könnte, wo die Verflechtungen beginnen und enden. Im Fall Uli H. ist da ja einiges berührt worden, man hat dann aber schnell die Finger von gelassen, bevor man zu tief gräbt…

  • Alexander Endl – Clubfans United: Wobei ja auch das mal kritisiert wurde: Alle gehen immer nur zu den Großen. Mal ketzerisch eingeworfen.

    Ja mei, man kann auch kritisieren, dass die reichsten Männer immer nur die schönsten Frauen wegheiraten. B-)

  • Ich denke auch, dass klar ist, was heute für erfolgreichen Bundesligafußball notwendig ist. Man benötigt einen strategischen Partner, der unabhängig vom aktuellen sportlichen Erfolg die finanzielle Basissicherheit garantiert. Die Gelder, die man durch den sportlichen Erfolg generiert, sind einfach zu volatil.

    Und zum Thema Red Bull und Actionsportarten, ob man da wirklich der Firma Vorwürfe machen muss ist für mich zweifelhaft, diese Sportarten gab es schon vorher und es sterben sicher mehr Menschen beim Bergwandern jedes Jahr, ganz ohne Red Bull, als dort. Menschen, gerade junge Männer suchen das Risiko, auch ohne Red Bull. Natürlich nutzt die Firma dieses Umfeld um sich als attraktiv darzustellen und natürlich versucht man dort die negativen Begleitumstände auszublenden, passt ja nicht in die reine, saubere Werbewelt. Aber wo ist das anders?

    Der Profisport hat mit dem klassischen Vereinssport nicht mehr so viel gemein, ich fürchte man muss sich heute entscheiden was man will.

    • Armin: Und zum Thema Red Bull und Actionsportarten, ob man da wirklich der Firma Vorwürfe machen muss ist für mich zweifelhaft, diese Sportarten gab es schon vorher und es sterben sicher mehr Menschen beim Bergwandern jedes Jahr, ganz ohne Red Bull, als dort. Menschen, gerade junge Männer suchen das Risiko, auch ohne Red Bull. Natürlich nutzt die Firma dieses Umfeld um sich als attraktiv darzustellen und natürlich versucht man dort die negativen Begleitumstände auszublenden, passt ja nicht in die reine, saubere Werbewelt. Aber wo ist das anders?

      Also wenn ein Unternehmen Trailer dreht zb. Basejump Approximate Sprünge und ihre Helden die sicher dafür gut entlohnt werden, dazu drängt noch näher mit 200kmH mit geschlossenen Schirm am Felsen vorbeizufliegen und die Messlatte liegt hoch, weil ja alles schon irgendwie da war, aber Redbull muss diese wahnsinnigen Grenzen immer weiter verschieben, bis es Klatsch macht und junge Familienväter mit 200 Sachen gegen einen Felsen klatschen wie Schmeissfliegen und man solche Redbull Trailer hinterher dann trotzdem noch ins Kino bringt, da fehlen mir Worte und es dann hinterher kommentiert, wir haben ihm doch nur geholfen seinen Traum zu leben, ist das für mich absurd bis hin zu pervers. Adrenaline Junkies mit viel Geld zu ködern ist wie einen Alkoholiker fürs Koma Saufen zu bezahlen und daraus eine Marketingstrategie zu machen.

      • Juwe,

        Und er ist trotzdem für sich selbst verantwortlich und nicht RedBull.
        Wenn ich daran denke was ich zu meinen besten Snowboardzeiten für ein Blödsinn in den Bergen gemacht habe wunder ich mich heute noch dass ein gebrochener Arm alles war was passiert ist.
        Ganz ohne Sponsor und mit lausigem Equipment (ohne Helm, ohne Rückenprotektoren, ohne Lawinenausrüstung!) war da auch immer nur das Ziel höher, schneller, weiter ….
        Die machen das nicht wegen Geld, die machen das um sich selbst was zu beweisen. Leider passiert es aber gerade den Profis dass sie sich irgendwann doch selbst überschätzen.
        Wie hieß nochmal der Übervater aller Kletterer in der Fränkischen der zu Tode gestürzt ist weil er zu faul war die Sicherung zu schließen?

        • jonas:
          Juwe,

          Und er ist trotzdem für sich selbst verantwortlich und nicht RedBull.
          Wenn ich daran denke was ich zu meinen besten Snowboardzeiten für ein Blödsinn in den Bergen gemacht habe wunder ich mich heute noch dass ein gebrochener Arm alles war was passiert ist.
          Ganz ohne Sponsor und mit lausigem Equipment (ohne Helm, ohne Rückenprotektoren, ohne Lawinenausrüstung!) war da auch immer nur das Ziel höher, schneller, weiter ….
          Die machen das nicht wegen Geld, die machen das um sich selbst was zu beweisen. Leider passiert es aber gerade den Profis dass sie sich irgendwann doch selbst überschätzen.
          Wie hieß nochmal der Übervater aller Kletterer in der Fränkischen der zu Tode gestürzt ist weil er zu faul war die Sicherung zu schließen?

          Juristisch betrachtet, has du natürlich Recht. Ich spreche ja auch aus der Sicht, was man früher alles so gemacht hat. Freeclimbing, Wildwasser extrem, dann bis heute Windsurfen (Stormchaser da waren auch fast Orkane dabei 11 Beaufort, ist ein paar Jahre her, mache ich alles nicht mehr :-)) …ich liebe Action, aber eine kapitalistische Kultur daraus zu machen und wenn man es ehrlich betrachtet in der Todeszone, weil mit anderen Videos reißt du bei dem heutigen Massen Youtube Angebot keinen vom Hocker, denn da kriegt man kaum mehr ein „Like“ dafür. Aus diesem für mich „Todesbereich“ ein Marketingkonzept zu machen finde ich jungen Menschen gegenüber unverantwortlich. Im übrigen bin ich froh meine „wilde“ Zeit überlebt zu haben, da waren Stürze im Gebirge, Steinschläge, Sicherungsfehler usw. wo nicht viele Zentimeter gefehlt haben..usw. ich bin ein bisschen dankbar und kann aus der Erfahrung heraus was Redbull macht vielmehr initiiert nicht verstehen. Sehr wohl kann ich nachvollziehen daß es die Zuschauer fasziniert, hat etwas vom alten Rom. Brot und Spiele.

  • Ich bin mir nicht so sicher ob „Traditionalisten“ nicht auch Erfolge sehen wollen.Das Bild was teilweise gezeichnet wird das es sportlich egal ist was passiert,Hauptsache Party und geiler Support ist mir persönlich zu eindimensional.
    Genausowenig bin ich davon überzeugt das der Club sportlich besser dastehen würde,hätte er die letzten fünf Saison 10mill. Mehr zur Verfügung gehabt.Gerade die teuren Transfers haben doch selten gezündet-Charisteas,Misimovic,jetzt Builthuis.
    Man muss zusätzlich zum Geld schon eine Leitidee haben wie der Fussball aussehen sollte,ein Leitbild bringt da nicht viel

    • Christian-Berlin:
      Gerade die teuren Transfers haben doch selten gezündet-Charisteas,Misimovic,jetzt Builthuis.

      Misimovic kam ablösefrei, hat eine gute (wenn auch unglückliche) Saison gespielt und ging danach für vier Millionen Euro. Recht viel besser kann eine Transferbilanz nicht aussehen.

      Charisteas war ein Schnellschuß nachdem man Koevermans nicht bekommen hat, aber bei Bulthuis greift man sich wirklich an den Kopf. Da war kein Zeitdruck, den hat man offenbar lange Zeit beobachtet – wie man da so daneben liegen konnte ist für mich unerklärlich. Mit dem Vermerk „lange beobachtet“ kamen auch Marcos Antonio, Ildiz und Dabanli… aber die kamen ja preislich gesehen eher vom Wühltisch.

      • xxandl:
        Charisteas war ein Schnellschuß nachdem man Koevermans nicht bekommen hat, aber bei Bulthuis greift man sich wirklich an den Kopf. Da war kein Zeitdruck, den hat man offenbar lange Zeit beobachtet – wie man da so daneben liegen konnte ist für mich unerklärlich. Mit dem Vermerk “lange beobachtet” kamen auch Marcos Antonio, Ildiz und Dabanli… aber die kamen ja preislich gesehen eher vom Wühltisch.

        Gebt dem armen DB noch eine Chance! Wie sagt selbst VI, jeder hat eine 2. Chance verdient. In der Premier League geht man davon aus, dass Neuzugänge bis zu 1 Jahr benötigen, um sich an den anderen Spielstil, Sprache, Kultur und Land zu gewöhnen. Bei unserer 2. Liga dürfte die Umstellungszeit sicher kürzer sein, doch DB hatte mitten in der Eingewöhnungsphase noch das Pech, Teil der völlig unterirdischen Elf zu sein, die zu Saisonbeginn alles verkackte. Wahrlich kein einfacher Start, daher bitte ich um Milde!

        Ob ein Transfer so einschlägt wie erhofft, weißt du vorher nie, siehe Breno, Sosa, Affelay, Jurado, Ikpeba, Wiese (Hoppenheim), Sorin, Marquinhos, Mandirali, alles Millionenflops (Ablöse, Gehalt), alles Spieler die sich bei ihren früheren Vereinen als Leistungsträger bewährt hatten.

        In den letzten Jahren hat sich wohl fast jeder Verein einen Flop geleistet und jeder dieser Spieler wurde ausgiebig gescoutet. D.h. alle Vereine waren sich beim jeweiligen Spieler sicher, dass dieser eine Verstärkung wird. Ob es dann aber so kommt, da müssen eben alle Faktoren passen und das Glück hast du nicht immer.

  • Red Bull riecht komisch!
    Mehr gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen. 😉

    Entscheidend is aufm Platz – und ich hoffe, dass der Club gewinnt…

    Trotzdem Respekt an den rotbrauseblogger. Er scheint recht vernünftige Ansichten zu haben. Daumen hoch.

  • Wer trinkt denn so ein Gesöff, das riecht und schmeckt, als würde es bei der BASF ungeklärt direkt aus der Chemie-Pipeline kommen?

    Etwa 100 Mio € konnte der Österreicher bisher nach Leipzig transferieren. Einfach so. Verdient mit diesem Zeugs.

    Nein, ich lehne dieses Experiment rundweg ab und hoffe auf einen klaren Sieg für uns.

    Wenn das mit der Kapitalisierung des Fußballs so weiter geht, dann sollen die ganzen überkandidelten Fußball AGs halt in einer europäischen Liga spielen. Da kann dann ruhig Adidas München gegen Abu Dhabi Manchester, Katar Paris gegen First Allied Manchester oder Uralkali Monaco gegen Enic Hotspur spielen.
    In den Stadien sitzen dann nur noch 10.000 Millionäre gelangweilt bei Schampus und Kaviar rum, weil das nicht mehr um den Fußball geht, sondern ums Geschäft. Ein Spielt geht nur noch über 60 Minuten, je 10 Minuten am Stück, dann Werbe- und Büffetpause.
    Die Spiele kann man nur einzeln als Stream kaufen, weil sich das kein Fernsehsender der Welt mehr leisten kann.

    Aber selbst dann spielt der Glubb in der Sparkassen Liga noch vor 30.000 Zuschauern, weil wir da immer noch hinrennen.

    Ich schau mir schon länger kein N11 Spiel oder CL Spiel mehr an. Und da kenn ich schon einige weitere, eigentliche Fussifans, denen das Theater darum einfach zu blöd geworden ist. Viel zuviel Show und Gschmarri.

    Ich ignoriere den Chemieplörreverein.

    • Woschdsubbn,

      Deshalb fände ich es ja so wichtig,daß Vereine wie der Club einen Weg finden, der einen Mittelweg darstellt. Ich mag nicht nur Drittligaspiele sehen. Mich reizt das schon, daß unser Verein sich mit den besten Verein in Deutschland messen kann. Und man muß ganz sicher seinen Verein auch nicht so total verkaufen wir Paris oder diese anderen Milliardärspielzeuge. Ich finde auch das Finanzierungskonzept von Hertha alles andere als gelungen. Aber man muß sich halt ein Konzept überlegen und dann entsprechend agieren. So wie das z.B. Mainz dank Heidel und co. offenbar hinbekommen hat.
      Eines ist sicher: mit einem unattraktiven Fußball, einem grade zweitligatauglichen Kader und einer JHV, auf der Mitglieder keinerlei Weitsicht und Benimm erkennen lassen, finden wir mit Sicherheit nicht die Sponsoren, die wir dringend bräuchten.
      Die andere Chance für ein wenig mehr finanziellen Spielraum und attraktiveren Fußball(durch mehr Fernsehgelder finanziell schon ein wenig solider dazustehen) hat unser Verein ja leider in der vergangenen Saison grandios vergeigt.

        • Woschdsubbn,

          Mainz hat in der Zeit mit attraktivem Fußball überzeugt und hat ein Konzept, das offenbar aufgeht. Vielleicht hat das ja die Geldgeber überzeugt, für den Stadionneubau dann Kredite zu geben?

          .

          • Beate60:
            Woschdsubbn,

            Mainz hat in der Zeit mit attraktivem Fußball überzeugt und hat ein Konzept, das offenbar aufgeht. Vielleicht hat das ja die Geldgeber überzeugt, für den Stadionneubau dann Kredite zu geben?

            .

            Das sehe ich genauso, hier wird immer gerne der Fehler gemacht die Kausalkette umzudrehen, nur gute Arbeit bringt ihr eigenes Geld mit sich und nicht umgekehrt. „Die haben dies oder das oder jenes , aber am Anfang steht überall erstmal gute Arbeit, daran fehlts einfach schon lange hier in Nürnberg, das sieht immer nur nach durchwursteln aus…Paderborn,Freiburg, Mainz haben erst einmal durch Konzepte und gute Arbeit überzeugt, alles andere ergibt sich dann.

    • Woschdsubbn: Ich schau mir schon länger kein N11 Spiel oder CL Spiel mehr an. Und da kenn ich schon einige weitere, eigentliche Fussifans, denen das Theater darum einfach zu blöd geworden ist. Viel zuviel Show und Gschmarri.

      Dito!

    • Woschdsubbn:
      Wer trinkt denn so ein Gesöff, das riecht und schmeckt, als würde es bei der BASF ungeklärt direkt aus der Chemie-Pipeline kommen?

      Ich kenne erstaunlich viele Menschen, die das saufen. Sowohl ältere Kollegen (einer säuft das mit Jägermeister, führt m.E. direkt zum Tod, aber er meint, das wirkt wie eine Mischung aus Kaffee und LSD) als auch die Jüngeren, die es morgens statts Kaffee trinken. (Frag nicht wie ein Aufzug riecht in dem zwei Typen mit offenen RB-Dosen stehen.)

      Das Cola ist eigentlich nicht schlecht, aber dto. völlig überteuert. Aber ich freß und sauf auch nicht unbedingt das Angebot von der Sponsorenliste vom Club.

      Aber egal, viel interessanter wird ja in Zukunft die Frage einer gewissen Sponsorenmonopolisierung. Darf ein in der Gruppenphase eines Europapokals abschlagender RB Salzburg gegen RB Leipzig gewinnen und damit die nächste Runde versauen? Darf die „Tochter“ AUDI Ingostadt gegen die „Mutter“ VW Wolfsburg gewinnen?

  • Also ich schaue schon gern CL mit Dortmund und gelegentlich auch mit anderen Vereinen, manchmal sogar mit den Bayern. Ich schaue auch gern N11, vielleicht ein bisschen aus Nostalgie? Ich habe mich auch über den 4. Stern gefreut, sicher nicht so sehr wie über den Dritten, aber da war ich auch noch jünger, hatte weniger Vergleichsmöglichkeiten und war vielleicht auch noch etwas emotionalisierbarer.

    In der einen Saison Regionalliga habe ich auch geschaut wie der Club gespielt hat, aber wenn wir da lange geblieben wären? Ich bin nicht sicher, dass meine Liebe groß genug gewesen wäre. Ich wohne halt auch nicht in der Region, ein wenig ist man da auch auf Medien angewiesen, wenn ich den Club gar nicht mehr sehen kann, wird sicher auch irgendwann das interesse kleiner.

    Immerhin gibt es heute das Netz, Magazine wie hier, um den Club auch aus der Ferne zu verfolgen, aber ohne Fernsehen ist es als Diasporafan schwer und unterhalb der zweiten Liga wird es halt dünn, was die mediale Aufmerksamkeit ausmacht.

    Vielleicht bin ich kein „echter“ Fan, vielleicht bin ich auch nur ein Erfolgsfan, erste Liga ist ja schon ein toller Erfolg, unter den besten 18 Mannschaften in Deutschland. Erfolg heißt ja nicht zwangsläufig immer Meister wie die Bayern, Erfolg ist ja auch relativ, aber erste Liga sollte es auch für mich schon sein. Gelegentliche Abstecher nach unten kann ich akzeptieren, aber dauerhaft würde ich das wohl nicht akzeptieren.

    • Armin: Ich habe mich auch über den 4. Stern gefreut, sicher nicht so sehr wie über den Dritten, aber da war ich auch noch jünger, hatte weniger Vergleichsmöglichkeiten und war vielleicht auch noch etwas emotionalisierbarer.

      dito

  • [Das war natürlich ein Schmarrn oben, wenn das Spiel 20:30 angepfiffen wird, das hatte ich übersehen. 26k ist dann wirklich etwas wenig.]

  • Ich finde 26k am Freitagabend so schlecht nicht, da gibt es ja auch viele Alternativen zu Fußball, egal ob Disko, Konzerte, private Einladungen etc. Dazu kommt, dass Leipzig noch nicht viele Auswärtsfahrer dabei hat und auch in Franken eher keine „Diasporafans“. Insofern sind 26.000 „eigene“ Fans, die quasi kommen egal wer spielt schon beachtlich. Wenn dann noch sportlicher Erfolg dazu kommt, sind es sicher 10.000 Fans mehr, ein attraktiver Gegner bringt auch noch einmal 3-5k und schon sind wir im Bereich 40.000 Fans in der zweiten Liga.

    Verstecken müssen wir uns damit sicher nicht.

    Dass nach Abstieg und Fehlstart in Liga 2, gleichzeitiger Polarisierung in der Fangemeinschaft erst mal weniger Zuschauer kommen ist auch normal. Mit dem Zuschauerpfund können wir schon noch wuchern, das sieht ja die DLF ähnlich, sonst hätten wir nicht so viele Montagsspiele.

    Klar ist aber auch, jedes Jahr 2. Liga kostet Zuschauerzuspruch, man schaue mal nach Karlsruhe und München, auch deshalb darf der Aufenthalt in Liga 2 nicht zu lange dauern.

  • Sportlicher Misserfolg kostet doch immer Zuschauer und Fans.Das ist jetzt so und war früher auch so.Sieht man doch auch an der nicht unerheblichen Zahl an Fans die die Bayern in Franken haben

  • Sehe gerade daß die Terminplanhelden heute 19.30 Uhr Ice Tigers – Red Bull München in der Arena angesetzt. Auch nicht gerade ideal für beide Vereine. [Bzw. zumindest für einen Bekannten von mir, der für beide Sportarten ne Dauerkarte hat.]

  • So! Fahrrad aufgepumpt, gleich gehts los.
    wird schwer gegen die Dosen, aber vielleicht geht ja was. Mein Tip 2:1 fuer unseren Ruhmreichen. Hob etz!

  • Kannst dich ja mit einem Dead Bull der Ultras aufputschen

  • Father Bull and Son Bull are standing on a hill.
    They looked down in a valley, where they saw a great flock of young crispy cows.
    Son Bull says to Father Bull: Hey daddy bull, let’s run down and fuck one of them.
    Oh son, oh son, you bloody bastard, says Fatherbull, let’s walk down and fuck them all.

    Heimspiele gehören gewonnen.

  • Alexander Endl – Clubfans United,

    Gedicht und Schlusswort widersprechen sich glaub irgendwie… Ist der Club die flock of crispy cows?
    Whatever, mit Freude hab ich nicht nur das Interview, sondern auch die sich anschließende spannende Diskussion verfolgt, sehe mich allerdings nicht in der Lage, irgendetwas Relevantes dazu beizutragen. Jeder Gedanke endet immer mit „wow, wie kann man mit einem so fürchterlichen Gesöff dermaßen viel Kohle machen, dass es zu solchen Debatten überhaupt erst kommen muss“? „Club gegen Gesöff“, bitte in die Kabine hängen und ab auffen Platz!

  • So ich suche mir jetzt erstmal eine gemütliche Sky Kneipe mit dem Fahrrad wohne ja zentrumgsnah und bin schon mächtig gespannt, was wir gegen die Dosen schaffen. Mit einer Leistung wie gegen den FCK wären auch 3 Punkte drin, aber es ist Fu´ßball ..jedes Spiel ist wieder anders…

  • Zorniger laut Skyreporter genauso stur und unflexibel wie Verbeek: „wir spielen immer auf Sieg“,d.h. sie können kein Unentschieden.
    D.h. wir haben Siegchancen.
    Ich find das sieht wirklich deutlich besser aus als vor ein paar Wochen.

  • Was trainieren die eigentlich beim Club die ganze Woche über????? So ein planloses Gebolze die 1 Hz. Da ist überhaupt kein System zu erkennen, da wird der Ball einfach nur blind nach vorne gedroschen!!! Grausam!!!

    • Harald:
      Was trainieren die eigentlich beim Club die ganze Woche über????? So ein planloses Gebolze die 1 Hz. Da ist überhaupt kein System zu erkennen, da wird der Ball einfach nur blind nach vorne gedroschen!!!Grausam!!!

      Mit Verlaub, dann hast Du das System nicht verstanden. Ich finde, das war eine taktische Meisterleistung und zeigt, wie flexibel VI die Mannschaft auf einen Gegner einstellen kann.

      Die Stärke von RB sind aggressives Gegenpressing mit schnellen Ballgewinnen und Überfallartigen Kontern. Daraus haben sie die meisten Tore erzielt und sind in dieser Disziplin Ligaspitze. Versuchen wir unseren üblichen Spielaufbau, laufen wir garantiert in Ballverluste mit Kontertoren. Das galt es zu vermeiden.

      Unser Spielansatz, das planlose Gebolze, hat RB fast jeder Möglichkeit für frühes Pressing beraubt. Gleichzeitig haben wir versucht, vorne die 2. Bälle zu gewinnen um unsererseits schnell vors Tor zu kommen. Das hat ein paar mal gut funktioniert und zum Tor geführt. Und das Gebolze hatte System. Zielspieler war meist Füllkrug, weil er relativ groß und kopfballstark ist und gegen seinen direkten Gegenspieler, einem AV, im Vorteil ist.

      Dass dabei eine unterirdische Passquote herauskommt – geschenkt. Entscheidend ist, nichts anzubieten, und das ist die meiste Zeit gelungen.

      Mit Verbeek hätten wir uns gegen die RB Spielanlage mindestens 3 Tore gefangen, weil wir tödliche Ballverluste im Aufbau in der eigenen Hälfte gehabt hätten. Behaupte ich einfach mal.

      • Optimist,

        Mit Verbeek hätten wir mittlerweile eine andere Mannschaft, die Verbeeks Systeme beherrschen würde 😀

        Aber ist Geschichte. Ismael hat gezeigt, daß es nicht an ihm lag. Im Grunde glaub ich mittlerweile, daß auch Wiesinger mit mehr Rückenstärkung durch Bader vielleicht mehr erreicht hätte.

        Ich bin Günther Koch sehr dankbar für seinen Presseauftritt als Schramm, Bader und Wolf die Köpfe zusammengesteckt haben. Florian hat´s ja auch geschrieben. Das dürfte Ismael die Stelle gerettet haben.

        Daß Ismael sich dann auch durchsetzen konnte und den Gegenspieler Schäfer degradieren, hat aus meiner Sicht den Beweis geliefert, daß mittlerweile ohne die ehemals um den Verein sehr verdienten Spieler Schäfer und Pinola eine offensivere Spielweise möglich wird.

        Rakovsky wächst langsam in seine Rolle rein, kann zeigen, was ein moderner mitspielender Torwart für die Abwehr zu leisten imstande ist. Und die Abwehr wird langsam auch sicherer.

        Dennoch ist deine Inetrpretation von Ismael`s System schon sehr geschönt.Er hatte eine Woche Zeit, die Jungs einzustimmen, aber es ist ihm offenbar nicht möglich, sie spielerisch schon so weiterzuentwickeln, daß auch Pässe über mehrere Spielzüge glücken. Daß Bälle vorne ankommen ist Glück. Positiv ist dann Füllkrug zu erwähnen, der sich wirklich durchsetzen konnte einige Male.

        Die Kaderzusammenstellung war Schrott, wenn man bedenkt, daß fast alle anfangs als Stützen gedachte Spieler (Schäfer, Pinola, Polak, Bulthuis, Gebhart) mittlerweile auf der Bank sitzen oder gar nicht mehr im Kader sind. Ich hoffe, in der Winterpause kommen noch ein paar qualitativ gute Verstärkungen, denn die Wechselmöglichkeiten sind auch wenn Blum zurückkommt sehr begrenzt Und alle Verantwortlichen sollten bitte nicht vergessen, was 2 oder 3 verletzte Schlüsselspieler bedeuten können.

        Ismael bleibt das, was Leipzig auch versucht: kreatives druckvolles Chaos. Diese Unberechenbarkeit zusammen mit der Tatsache, daß da wirklich eine engagierte Mannschaftsleistung gezeigt wird, führt dazu, daß unser Kader in der 2. Liga konkurrenzfähig ist. Mehr noch nicht.

        Ich hab aber Hoffnung, daß, wenn die Stammelf jetzt zusammen bleibt, wenn die Spieler sich nicht verletzen, da mit der Zeit auch ein ansehlicheres Spiel rauskommt, weil Automatismen greifen.

        • Beate60: Dennoch ist deine Inetrpretation von Ismael`s System schon sehr geschönt.

          und
          Harald, „System“ ist etwas hoch gegriffen, aber man könnte es „Matchplan“ nennen. VI und sein Team haben die Spielweise von RB gut analysiert und Schlüsse gezogen, was keinesfalls passieren darf: Ballverluste im Spielaufbau. Deshalb hieß die Marschroute, den Ball sofort aus der Gefahrenzone zu befördern. Klar sieht das im Großen wenig strukturiert aus. Man hat aber ein paarmal gesehen, dass die Jungs schnell und direkt kombinieren können. Das Tor war ein Paradebeispiel.

          ach ja:

          Beate60: Mit Verbeek hätten wir mittlerweile eine andere Mannschaft, die Verbeeks Systeme beherrschen würde

          das ist klar. Wenn ich von Verbeek spreche, meine ich ihn im Verbund mit dem Team der letzten Saison 😉

          • Optimist,

            Wobei ich mir da mittlerweile sicher bin, mit den Spielern und den mannschaftsinternen Dissonanzen, die am Ende verfügbar waren, hätte kein Trainer mit Sicherheit mehr erreichen können, egal mit welchem System.

            Wenn ich nur an das das Unentschieden gegen Bochum denk: Ismael konnte am Ende mit einer 5er Abwehrkette das Ergebnis sichern. Er konnte mit Hovland einen Spieler einwechseln, der nochmal Ruhe reinbrachte. Verbeek hatte solche Spieler einfach nicht zur Verfügung.

            Aber wie vorhin schon geschrieben:Verbeek ist Geschichte. Es bringt auch wirklich nicht mehr viel, jetzt immer noch dem, was wäre gewesen, wenn, nachzuhängen.

            Ismael ist Gegenwart und er zeigt mittlerweile, daß er doch wesentlich mehr leisten kann als viele ihm zugetraut haben. Insofern bin ich froh, daß auch ohne Baders Entlassung die Entlassung Ismaels nicht statt gefunden hat. Und hoffe, daß es Ismael gelingt, die Mannschaft weiter zu entwickeln und Bader zu überzeugen, die Mannschaft noch qualitativ zu verstärken. Dieses alberne Argument, neue Spieler würden Unruhe reinbringen, möchte ich nie mehr als Grund hören, daß kein Spieler verpflichtet wurde.

            Ismael läßt sehr laufintensiv spielen. Und ich fürchte, das macht Spieler auch verletzungsanfälliger. Und deshalb sollten Ismael Alternativen zur Verfügung stehen, die notfalls helfen können, trotz Spielerausfällen gute Leistungen zu bringen.

            In dem Zusammenhang möchte ich aber auch mal auf die potentiellen NAchwuchsmannschaften verweisen. Insbesondere die Personalie Prinzen sollte jetzt doch endlich mal langsam kritisch hinterfragt werden. Ich find seine Argumentation, daß die Spieler schuld sind, ziemlich fragwürdig. Es ist schließlich Aufgabe des Trainers, die Spieler so einzustellen, daß sie siegen wollen. Und Prinzen hat mitentschieden, welche Spieler bleiben, welche gehen und wer neu hinzukommen soll.

        • Beate60: Die Kaderzusammenstellung war Schrott, wenn man bedenkt, daß fast alle anfangs als Stützen gedachte Spieler (Schäfer, Pinola, Polak, Bulthuis, Gebhart) mittlerweile auf der Bank sitzen oder gar nicht mehr im Kader sind. Ich hoffe, in der Winterpause kommen noch ein paar qualitativ gute Verstärkungen, denn die Wechselmöglichkeiten sind auch wenn Blum zurückkommt sehr begrenzt Und alle Verantwortlichen sollten bitte nicht vergessen, was 2 oder 3 verletzte Schlüsselspieler bedeuten können.

          Davor würde ich warnen. Über die Kaderzusammenstellung wurde (gerade von mir) schon genug gemotzt, aber nun scheint nach langer Suche endlich ne stabile Formation gefunden, die zwar nicht brilliert, aber funktioniert und zudem auch Potenzial verspricht. Mit Hovland steht noch ein guter Mann defensiv zur Verfügung, Gebhart wird auch zumindest einige Spiele machen können, Polak sitzt sogar nur auf der Bank zur Zeit. Wenn, dann bräuchte man Außenverteidiger, aber das ist – wie schon oft dargelegt – für Liga 2 so ne Sache.

          Sollte man bis Winter halbwegs in der Spur bleiben und oben ranrücken, dann würde ich aktuell nicht nachlegen. Warum? Weil Kader aufblähen auch doof ist und du mit „Stars“ riskierst, dass die wieder ewig lang brauchen um sich reinzufinden und die ganze Struktur gefährden. Wenn Neuzugänge, dann nur bei gleichzeitigen Abgängen. Bspw. wenn man sich von Bulthuis wieder trennen würde – wobei es danach nicht aussieht.

          Anders wäre es, wenn die Mannschaft nach dem Höhenflug wieder bauchlandet. Dann ist eine grundlegende Kaderverstärkung unumgänglich.

          Ich halte es da mit vielen anderen: Winterneuzugänge nur, wenn es wirklich zwickt. Sonst ist der Sommer der richtige Zeitpunkt zum Einkauf.

          • Alexander Endl – Clubfans United,

            Ich glaube nicht dran, daß Gebhart wirklich zur Verfügung stehen wird und wenn, daß er sich dann in Ismaels Truppe einfügt.Mir tut er im Grunde nur noch leid.
            Und bei Polak bin ich auch skeptisch daß er die erforderliche Laufleistung erbringen wird. Bei Hovland geb ich dir Recht.

            Aber ich bin der Überzeugung, daß man jetzt diese Mannschaft wirklich entwickeln muß. Und das heißt, verhindern, daß durch Ausfälle alles, was aufgebaut wird, wieder in sich zusammen fällt. Und da gehören meiner Meinung nach weitere qualitativ gute Spieler dazu. Und da Bader ja soviele Spieler immer JAhre scouten läßt, dürfte sich da schon der eine oder andere finden, den man eh schon haben wollte und bei dem man nur auf die aufgehende Tür wartet. Und das kann man manchmal beschleunigen, indem man nicht auf jeden Cent schaut. Wohlgemerkt bei Spielern, bei denen es sich wirklich lohnt a la Petrak, Candeias…

      • Optimist,

        Also wenn Du dieses planlose Gebolze über 75 Minuten als System bezeichnest, verstehe ich die Welt nicht mehr. Natürlich freue ich mich über den Sieg aber die Art und Weise wie er zustande kam gibt mir zu denken.

  • Aber wo haben die Dosen die 100 Mio. € versenkt? Die sind nicht viel besser.
    Ein Unterschied zu einem Kreisligaspiel ist vielleicht nur am Stadion und Rasen erkennbar?

  • Haben beide Mannschaften wohl Fußballtennis geübt, der Ball hat heute zumindest nicht viel Bodenkontakt

  • Muß ein Profifußballer nicht auch in der 2. Liga fähig sein, seinem 3 Meter entfernten Mitspieler den Ball zu spielen zu können?
    Behindert dabei vielleicht die schwarz /weiß / weinrote Trikotfarbe besonders?
    Jahrelange, klinische Beobachtungstest beweisen das nachhaltig.

  • Super!!!!!!!!!!!!! Werden ganz wichtige 3 Punkte, wenn es dabei bleibt.

    • Beate60:
      Super!!!!!!!!!!!!! Werden ganz wichtige 3 Punkte, wenn es dabei bleibt.

      Richtig!!!!! Aber über das Spiel hüllen wir am besten den Mantel des Schweigens!!!

    • belschanov:
      Ich hoffe, unsere Mannschaft hat nicht versäumt, das 2:0 zu erzielen.

      Nö hat sie nicht, aber wann will Mlapa mal ein Tor schießen wenn nicht bei so einer Möglichkeit

  • Da schaut man nach längerer Zeit mal wieder hier rein…der Club gewinnt 1:0 gegen den Aufstiegskandidsten überhaupt und was liest man??? Gemotze Gemotze Gemotze!!!
    Wir haben seit 3 Spielen nicht mehr verloren,Gegen 2 Top Mannschaften gewonnen!
    Die Jungs haben super gekämpft und waren taktisch top eingestellt!
    Was erwartet ihr gegen so eine Mannschaft wie Leipzig??
    Traumfussball a la Bayern München?!
    Wir klettern….Spielen endlich wieder guten Fußball und gewinnen wieder!
    Einfach mal zufrieden sein!

  • Die Dosen weggekickt…Bääämm, an solche guten positiven Ereignisse muß man sich beim Club erstmal wieder gewöhnen.
    Zum Spiel beide Abwehrreihen sehr stark, alles andere davor hat sich durch hohe Laufleistung beider Teams in Mittelfeld und Sturm gegenseitig egalisiert, so daß eine größtenteils unansehnliches Spiel herauskam. Der Unterscheid war mit der einen Aktion diesem Schlenzer wieder mal Schöpf.

  • Im Stadion wars ein durchaus ansehnliches, nie langweiliges 2. Liga Spiel. Es gab schoene ansehnliche Spielzüge auf beiden Seiten und daraus resultierende Chancen. Besseres Ende fuer unseren Club nicht unverdient weil etwas mehr investiert (bin gespannt was die Statistiker dazu sagen). Wer CL Niveau erwartet hat irgendwas nicht mitgekriegt.

  • Mittlerweile kann man auch wieder Spiele diskutieren und analysieren und keine Unfälle 🙂 .. es wird besser.
    „Mini Kritk nur“ von mir, warum immer Bihr auf der linken Seite, fast das ganze Spiel über wurden, wenn Leipzig mal gefährlich wurde, die Angriffe über die linke Seite also Bihrs AV Position nach vorne gebracht, wo Petrak oft aushelfen mußte.

  • Dass das Gebolze ein System war ist ein interessanter Gedanke! Aber insgesamt große Fortschritte, sodass es was werden könnte heuer, mit dem Wiederaufstieg!

  • Im übrigen denke ich, daß die Spieler noch nicht diesen Anspruch haben sollten, Stammspieler zu sein, wie ihn Spieler wie Schäfer und Pinola hatten. Sie sind noch dabei, sich zu entwickeln. Und da tut Konkurrenzdruck manchmal ganz gut. Solange der auf eine Art stattfindet, daß wirklich jeder Spieler eine Chance hat, wenn er sich reinhängt.

    Und da einige Spieler nach der Saison wohl auch gehen werden, kann es mit Sicherheit nicht schaden, Spieler im Kader zu haben, die sich schon mal mit der Spielweise Ismaels vertraut machen.

    Daß das nicht gut ist, wenn man sich zuviel Zeit läßt mit der Kaderzusammenstellung und daß es wichtig ist, ein Entwicklungskonzept für die Mannschaft zu haben, sollte doch langsam deutlich geworden sein. Und es wäre mit Sicherheit hilfreich, wenn Ismael in der nächsten Saison nicht wieder bei Null anfangen müßte, sondern schon einen recht stabilen Kader in die nächste Saison mitnehmen kann.

  • Und um jedes Mißverständnis auszuräumen: ich plädiere nicht dafür Stars zu kaufen.
    Ich plädiere aber auch nicht,dafür Schnäppchen zu kaufen, die vielleicht grade oder schon länger ein Tief haben und deshalb nicht spielen oder verletzt sind, aber immer noch glauben, im Grunde den Anspruch auf einen STammplatz zu haben.
    Sondern ich plädiere dafür qualitativ gute Spieler zu kaufen wie es Petrak oder Candeias ohne Zweifel sind. Und bei denen nicht die Verpflichtung primär vom Preis abhängig zu machen, sondern von der Überlegung, ob sie ein gleichwertiger Ersatz sein können, sobald sie eingespielt sind und ob sie zu der Mannschaft passen. Also ob sie genauso emotionalisierbar sind wie die Spieler, die Ismael jetzt zur Verfügung stehen. Spieler, die nicht glauben, ein Recht auf einen Stammplatz zu haben oder mit ihrem Talent zufrieden sind, sondern, die sich weiterentwickeln wollen und die fähig sind, ihr Ego zugunsten des Mannschaftserfolges zurückzustellen.
    Und ich plädiere dafür an dem jetzigen Trainer festzuhalten, auch wenn es mal wieder Rückschläge geben sollte und mit ihm gemeinsam eine Mannschaft aufzubauen, die eines hoffentlich nicht zu fernen Tages auch in der 1. Liga in der Lage ist mitzuspielen.
    Und ich plädiere dafür, bei dieser Planung auch die Nachwuchsteams und ihre Trainer einzubeziehen und dort Spieler zu entwickeln, die das Potential haben, zu den Profis aufzurücken und die Chance auch bekommen werden, solange sie Leistung zeigen.
    Ich plädiere für ein langfristiges Konzept wie es in anderen Vereinen erfolgreich umgesetzt wurde: Mainz. Freiburg, Dortmund, aber dabei einen clubspezifischen Weg zu gehen. Um mittelfristig in der 1. Liga konkurrenzfähig zu sein und um für Sponsoren wieder attraktiv zu werden.

    Und ich hoffe, der neue Aufsichtsrat macht Bader klar, daß die Entwicklung eines Konzepts in dieser Richtung jetzt nicht mehr aufgeschoben werden darf, sondern absolute Priorität hat.

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