Entspannt?

Ein entspannter Nachmittag für den 1. FC Nürnberg, das werden die in letzter Zeit arg gebeutelten Club-Fans gerne mitnehmen,

sagte der Sky-Sprecher irgendwann im Verlauf der zweiten Halbzeit in frappierender Verkennung meiner Gemütslage und prompt landete der Ball am Außenpfosten des von Kirschbaum gehüteten Tores. Fast das 1:1 in einem Spiel, in dem der Gegner in keiner Phase einen Plan erkennen ließ, die Hausherren in Verlegenheit bringen zu können. In Verlegenheit brachten die sich selber, besonders in Person von Möhwald, der zum Ersten vor und zum Zweiten nach dem besagten Pfostentreffer der Sandhausener die Riesenchance zum 2:0 aufreizend dilettantisch versiebte. So trat Entspannung erst in der 82. Minute ein, als der eingewechselte Polak endlich den dem Spielverlauf entsprechenden Zwei-Tore-Vorsprung herstellte.

Der – unfreiwillige – Verlierer dieser von den offensiv ungewohnt variablen und defensiv stabilen Nürnbergern durchwegs überlegen geführten Partie war Burgstaller, der zwei Assist-Punkte mehr auf dem Konto hätte, wenn sie ihm von Möhwald nicht gänzlich unkollegial geklaut worden wären.

Unkollegial auch die Selbstverspieltheit von Blum, der sich ein ums andere Mal in gut postierte Mannschaftskameraden links liegen lassende Einzelaktionen verzettelte und dadurch einige verheißungsvolle Kontersituationen geradezu mutwillig erstickte.

Zu loben sind in erster Linie der unermüdlich rackernde und aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenkende Burgstaller und Behrens, der nicht nur Schöpfs Pfostenknaller geistesgegenwärtig im Nachschuss zum 1:0 verwertete, sondern auch Denker und Lenker des Club-Spiels war. Gelungen auch der Auftritt von Leibold, der Behrens auf der Doppelsechs umsichtig und wirkungsvoll unterstütze.

Dank des abgesehen von den angesprochenen Kritikpunkten überzeugenden Heimsiegs gegen den SV Sandhausen ist vor der anstehenden englischen Woche das Glas…

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…nicht mehr ganz so leer wie nach der Last-Minute-Niederlage in Fürth. Ob nach dem Dienstagsspiel in Kaiserslautern…

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…und dem Freitagsspiel gegen Bielefeld…

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…der Pegelstand ein höheres Niveau aufweist, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle wäre ich entspannter, wenn die Tabellensituation im tristen Exil der zweiten Liga ein bisschen spannender wäre. Wobei ich nicht an die Spannung am südlichen Ende der Tabelle denke…

[Zum Spiel: klickklickklickklick.]

4 Gedanken zu „Entspannt?

  • Ist ein Bierglas in Franken nicht grundsätzlich tendenziell leer? Weil wir Franken so pessimistisch sind? Mag sein, aber auch weil unser Bier so gut schmeckt! Und genau hier setzt der Club heimatverbunden mit einem Alleinstellungsmerkmal an, dem sich selbst nachfüllenden Glas! Wohl die erste Maßnahme von Meeske, unabhängig von Sieg oder Niederlage, unser Glas ist immer voll!

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  • War jetzt Sandhausen so schwach, der Club so erdrückend oder die Mischung aus beidem? Erfreut erinnert mich das Spiel an gute alte Hecking-Zeiten, wenig ansehnlich, aber ungefährdet erfolgreich! Die Rückkehr der galligen Unangenehmen!

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    • block4,

      Das Spiel gegen Kaiserslautern wird zeigen, wie man den Club einschätzen muss, wohin der Weg geht. Auch die Pfälzer haben im Moment Probleme sich zu finden.

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  • Kleine Randnotiz, weil es mir auffällt: Die Aushilfe, die beim Kicker tickerte, meinte „schwaches Spiel“, der Redakteur, der die Spielnote (3) verlieh dagegen „spielerisch überzeugender FCN (…) nicht langweilig“.

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