Alles Gute!

„Wie heißt der Trainer von Heidenheim?“ fragte ich und Alfred (klick) antwortete: „Woss waaß iech. Worumm willsdn dess wissn?“

„Weil der Club einen neuen Trainer sucht“, sagte ich.

„Schau halld in daim schlaua Ding doo, in daim gschaidn Dellefoon doo nooch.“

„Hab ich daheim vergessen.“

„Was wollen wir denn mit dem Trainer von Heidenheim?“, schaltete Hannes (klick) sich ein. „Ein bisschen profilierter sollte der Nachfolger von Weiler schon sein. Wievielter war Heidenheim in der letzten Saison?“

„Weiß nicht“, sagte ich, „Zehnter, Elfter, Zwölfter. Irgendwo in dem Dreh rum. Klassenerhalt in der zweiten Liga sicher geschafft. Ohne große finanzielle Möglichkeiten. Genau darum wird’s für den Club in der Zukunft gehen. Es wird in der nächsten Saison darum gehen, die Klasse zu halten. Möglicherweise sogar mit Punktabzug.“

Hannes winkte ab und der Wirt reichte mir ein Pils über den Tresen: „Schmidt heißt der, Frank Schmidt (klick). Ist auf alle Fälle ein interessanter Mann. Hat den Verein Schritt für Schritt aus der Fünftklassigkeit in die zweite Liga geführt und jetzt zum zweiten Mal die Klasse gehalten. Das hätte Guardiola auch nicht besser machen können.“

„Meine Rede“, pflichtete ich bei. „Aber der steht wahrscheinlich noch unter Vertrag und würde Ablöse kosten. Genauso wie der Trainer von Sandhausen…“

„Alois Schwartz“, sagte der Wirt. „Auch ein interessanter Mann.“

„…der kostet auch Ablösesumme (klick). Wäre besser, wenn das Geld, das man für Weiler bekommt, in neue Spieler investiert werden könnte – oder zum Abbau von Schulden.“

„Stanislawski wäre ablösefrei“, bemerkte Hannes. „Der scheint ja der Kandidat Nummer eins zu sein (klick).“

„Aber nur“, merkte ich an, „wenn der Club nicht darauf besteht, dass Mintal Co-Trainer wird (klick).“

„In Baries hommsa scho midd demm vahandld. Omm Fluuchblods hommsa midd demm vahandld. Deer iss ja bai da Ee-Emm. Als Kommendaadoor issa bai da Ee-Emm. Im Fernsääng analysierda die Schbillziech und die Daggdigg vo die Monnschofdn. A Gwaaf, woss deer machd! Frieha hommsa nedd soo-a Gwaaf im Fernsääng gmachd. Haidzudooch braugsd ja fir olles an Exbärdn, wo a Gwaaf im Fernsääng machd. Vom Bädding und woss waaß iech vo woss fir an Zaich iss doo di Reed…“

„Petting?“, kicherte Hannes. „Du meinst wohl Packing (klick).“

„…obba haidzudooch werst als Drääna wohrschainli goor nedd ernst gnumma, wennsd nedd soo-a Gwaaf magsd.“

„Wirklich schade, dass Weiler weg ist“, bedauerte Hannes, „und eigentlich nicht o.k., dass sich der Club  auf seiner Homepage nicht würdiger von ihm verabschiedet hat. ‚Wir danken René Weiler für seine Zeit beim Club (klick).‘ Ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Zumindest ein ‚Wir wünschen René Weiler alles Gute für seine Zukunft‘ hätte man sich schon abringen können.“

„Seh‘ ich nicht so“, konterte der Wirt. „‚Alles Gute für die Zukunft‘, das wünscht man jemandem, den man  entlässt. Höflichkeitshalber. Aber wenn einer vorzeitig aus seinem Vertrag aussteigen will, wenn einem der Verein, der auf ihn setzt, nicht mehr gut genug ist, brech‘ ich mir keinen ab. Klar wünscht man so einem Gesundheit und ein langes Leben, das wünscht man jedem Menschen, zumindest, wenn man kein Arschloch ist. Aber explizit sagen muss man es in so einem Fall nicht.“

Ich hob mein Glas und sagte: „Ich wünsche Renè Weiler alles Gute für seine Zukunft und viel Erfolg beim RSC Anderlecht!“

„Hört, hört“, wunderte sich der Wirt, „du bist ja heute geradezu empathisch.“

„Eher egoistisch, würde ich sagen“, entgegnete Hannes.

„Warum?“, wollte der Wirt wissen.

„Weil der Club wahrscheinlich Geld kriegt, wenn sich Anderlecht für die Champions-League qualifiziert oder sonstwie sportlichen Erfolg hat (klick).“

„Hab‘ ich gar nicht bedacht“, sagte der Wirt.

„Die Welt ist komplex“, erläuterte ich.

„Hosst a Zigareddn fir miech? Kossdma aane geem?“

Ich gab Alfred eine Blend 29 und dachte an Paula.

K L I C K

5 Gedanken zu „Alles Gute!

  • Warum keine Ablöse zahlen für den wichtigsten Angestellten des Vereins, den Trainer! Wo er doch im Idealfall das Fußballspiel des FCN die nächsten Jahre stärker prägen und entwickeln wird, als all die regelmäßig weiter ziehenden Projektkicker.

    Warum große Summen für den Trainer verschwenden! Wo der Club offiziell nicht einmal genug Geld hat, um per Ablösen dem Kader die dringend notwendigen Verstärkungen zu zuführen. Und keinesfalls sicher ist, dass der Trainer die hohen Erwartungen erfüllt und nicht in Bälde ein teuer abgefundener Ex-Hoffnungsträger ist (siehe Ismael).

    Was ist nun richtig, was besser? Finde pro und contra für beide Sichtweisen. Idealerweise präsentiert Bornemann einen ablösefreien Euphorieentfacher, der sich als Volltreffer erweist. Eigentlich eine ganz einfache Aufgabe 😉

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  • Jungs ihr seid spitze. Echte Poesie. Bringd amal a Buch raus über Eure blogs. Schornalistisch preisverdächtig.

    So und jetz drei in an weggla

    Bradworschd 1 im Weggla: Der Stanislawski
    Labert einen Senf daher im Fernsehen. Braugn mir den? Verstehd ka frängisch. Ka Nordkurvenbonus

    Bradworschd 2 im Weggla: Der Schwartz
    O Ton am 13.Juni :“ Ich will keine Namen nennen, weil sich das nicht gehört, aber es gab Kontakte, ein paar lose und auch konkrete. Aber ich habe mich entschieden: Ich bleibe beim SV Sandhausen.“ So und etz?

    Bradworschd 3 im Weggla; Der Schmidt vo Heidenheim
    Der Schmidt werds wail anner mous ja wern. Jedenfalls a subbergenialer, der wo mit aner Dorftruppn Duisburch, Düssldorf, die Sechzger und andere Gurkntruppn logger hinder sich lässt. Und! Er mous kan Rewe Markt mänädschn. Ne?

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  • Wäre Laurent Blanc nicht was für uns? Schade, spricht wahrscheinlich nicht oder nicht ausreichend Deutsch…;-)

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