Ich bin so frei

Hab‘ ich’s doch noch gekriegt, das Trikot…

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…mit der Nummer 24, deren Geheimnis – wir erinnern uns – in der Rechenaufgabe 1+9+6+8 liegt (klick). Zwei Tage vor dem Braunschweig-Spiel hab‘ ich’s erstanden. Für – inklusive Beflockung – knapp hundert Euro. Ein aberwitziger Preis für ein Stück Stoff, aus dem weniger Träume von einer triumphalen Zukunft denn die Trümmer eines vor Urzeiten auftrumpfenden Traditionsvereins sind – und wenn mir an der Kasse jemand auf die Schulter getippt und sanfte Zweifel an der Vernunftorientiertheit meines Handeln geäußert hätte, weiß ich nicht, ob ich ihn mit Entschiedenheit in seine Schranken gewiesen hätte. Nach der 1:6-Klatsche in Braunschweig – ich erlitt sie mit dem neuen Trikot am Leib vor dem Fernseher – würde ich nicht einmal dem Vorwurf, ich sei blöder, als die Polizei erlaubt, widersprechen…

Zum Glück ist blöder zu sein, als die Polizei erlaubt, nichts Strafwürdiges. Torheit, mag sie auch noch so verstiegen und abstrus sein, gehört zu den unveräußerlichen Freiheitsrechten des Bürgers in unserem Lande. Im Leitartikel der letzten Ausgabe des SPIEGELs (Nr. 35/2016, Seite 6) schreibt Ullrich Fichtner:

Wer keine Gesetze bricht, ist frei zu tun, was ihm beliebt. Er mag sein Leben dem 1. FC Nürnberg widmen oder der heiligen Mutter Maria, er mag mit seinen Kindern ausschließlich Holländisch sprechen oder Deutschland für einen faschistischen Misthaufen halten, er mag Donald Trump vergöttern und Joachim Gauck hassen, er mag seine Wände mit Postern von Recep Tayyip Erdogan tapezieren – es geht den Staat und das Land nichts an.

Das ist gut zu wissen. Nur weiß ich nicht, was ich mit dem Trikot jetzt machen soll. Ein mit dem Weihwasser einer 1:6-Klatsche getauftes Trikot, das die ganze Misere eines nur noch den Abklatsch seiner selbst darstellenden Altmeisters atmungsaktiv verströmt – wer zieht sowas an? Das Recht auf Torheit (und koste sie, was sie wolle…), ist das eine. Doch Torheit um jeden Preis?

Was also tun?

Koeman fällt mir ein.

Koeman nach dem 2:1-Sieg der Oranjes gegen Deutschland im Halbfinale der EM 1988.

Koeman, der Olaf Thons Trikot im Hamburger Volksparkstadion zum Hygieneartikel für die hintere südliche Körperpartie umfunktionierte (klick).

Nun ja, polizei-…

…lich verboten wäre das nicht. Aber ein Verstoß…

…gegen die guten Sitten.

Bleibt nur eines: Wegsperren. Im Kleiderschrank ganz hinten. Und erst wieder rausholen, wenn der Altmeister zeigt, dass er eine Zukunft hat.

Ich bin so frei.

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49 Gedanken zu „Ich bin so frei

  • Erstens mal: Vor der Trikotverbannung in den Schrank bitte nochmal richtig zusammenlegen, und zwar genauso akkurat wie sonst Deine Argumentationsketten. Denn im Bild ist Dein Trikot ja auf der linken Ärmelseite kürzer gefaltet als auf der rechten.

    Zweitens mal: Was ziehst Du statt dessen an? Schwar(t)zes Trauer-T-Shirt? FCN-unverdächtiges reines Werbetrikot der Nürnberger Versicherung mit mächtiger Burg und fettem N drauf? Oder verfolgst Du die Spiele von nun an mit blanker tattoofreier Brust in voll austrainierter Germanistenbreite?

    Drittens mal: Wenn Du für das gute Stück rund 100 Euro hingelegt hast, verlängert ein Schonaufenthalt im Kleiderschrank die spätere Strapazierfähigkeit und sorgt für größeren Werterhalt – vielleicht kannst Du’s dann in fernen Tagen als zeitgeschichtliches Kuriosum wertsteigernd verhökern.

    Bei unserem nächsten Münchner Stammtisch bleibt’s aber bei den rot-schwarzen FCN-Bierfilzln. A bisserl a Tradition muass scho sei.

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  • Was muss passieren, dass Du es wieder aus dem Schrank holst bzw. was ist das Kriterium, dass Du sagst: „Jetzt hat er wieder eine Zukunft!“?

    (Wobei- eine Zukunft hat er immer der Club, nur wie und wo…)

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  • Wegsperren Ist doch gar nicht nötig belschanov, Du hast doch das Heimtrikot nicht das Ausweichtrikot.😉
    Aber auch das ist schon tragisch genug, denn das Schwarz finde ich richtig cool nur leider wurde es ja mit dem 6:1 eingeweiht 😯

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  • Hol‘ es am Montag gegen 60 wieder raus, weil, wie Holle schon richtig erkannt hat, es sich um das Heimtrikot handelt und somit mit einem Sieg eingeweiht werden wird! Musst nur dran glauben👍🏼

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  • Da fällt mir ein, dass ich den „ich bin der Club“-Schal schon ewig nicht mehr… angelegt? Umgelegt? Um den Hals gezurrt? Mir um den Hals geschnürt? Mich mit ihm erwürgt? … habe… Ok, er kommt wieder in’s Spiel, letzte hilflose Maßnahme, hilft ja nix, alles wird gut! „Es ist der Stolz“ (Marsellus Wallace, Pulp Fiction). Musste mir den ganzen Abend blöde Witze von Fortunen anhören – bfff, aausgrechnd, däi hams nödich, däi Doldi!!!

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  • Dieter Bracke´s Artikel im Sonntagblitz kündigt ein Talent als AV (Dennis Lippert) an. Nüssing sei von ihm begeistert.

    Alle, die also meinen, Alushi sei die falsche Wahl, weil er Talenten den Platz in der Profimannschaft verpasst und nicht verstehen können, weshalb die Verpflichtung des AV von Anholt nicht erfolgte, kann man also vielleicht im Laufe der Saison entgegenhalten: Wenn letzterer verpflichtet worden waäre, hätte Lippert die Chance nicht bekommen. Andererseits zieht sich die Verletzung von Erras so lange hin, daß es sträflich gewesen wäre, auf dieser Position nicht noch jemand zu holen.

    Kann natürlich auch sein, daß das nicht zutrifft und sich Bornemann, Nüssing und Schwartz bzgl. der Qualität in der U21 irren.

    Ansonsten macht mir Sorge, daß Bracke schreibt, daß allen Fantasten, die die finanzielle Misere des Vereins immer noch nicht wahrhaben wollen und mehr bzw. bessere Spieler gefordert haben, werden auf der JHV die Augen aufgehen. Ich hoffe mal, daß denjenigen, die das mittlerweile schon erkannt zu haben glauben, nicht noch die Kinnlade runterfällt, weil es noch katastrophaler wird als befürchtet.

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    • Beate60: Dieter Bracke´s Artikel im Sonntagblitz kündigt ein Talent als AV (Dennis Lippert) an. Nüssing sei von ihm begeistert.

      Alle, die also meinen, Alushi sei die falsche Wahl, weil er Talenten den Platz in der Profimannschaft verpasst und nicht verstehen können, weshalb die Verpflichtung des AV von Anholt nicht erfolgte, kann man also vielleicht im Laufe der Saison entgegenhalten: Wenn letzterer verpflichtet worden waäre, hätte Lippert die Chance nicht bekommen. Andererseits zieht sich die Verletzung von Erras so lange hin, daß es sträflich gewesen wäre, auf dieser Position nicht noch jemand zu holen.

      Kann natürlich auch sein, daß das nicht zutrifft und sich Bornemann, Nüssing und Schwartz bzgl. der Qualität in der U21 irren.

      Mit Verweis auf Lippert hat Bader ja schon vor zwei Jahren oder so den Verzicht auf die Verpflichtung eines weiteren LVs begründet, so a la „warum soll man dafür Geld ausgeben, anstatt lieber zwei Jahre zu warten, bis Lippert so weit ist“ oder so ähnlich.

      Mal schauen, ob er denn nun soweit ist, bei den Profis eine feste Rolle zu spielen.

      Ich persönlich habe ihn noch nicht gesehen, was ich so gelesen haben, waren die Eindrücke von ihm in der Vorbereitung gemischt. Hoffe natürlich, dass er es packt…

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      • SCRamjet: Mit Verweis auf Lippert hat Bader ja schon vor zwei Jahren oder so den Verzicht auf die Verpflichtung eines weiteren LVs begründet, so a la „warum soll man dafür Geld ausgeben, anstatt lieber zwei Jahre zu warten, bis Lippert so weit ist“ oder so ähnlich.

        Mal schauen, ob er denn nun soweit ist, bei den Profis eine feste Rolle zu spielen.

        Ich persönlich habe ihn noch nicht gesehen, was ich so gelesen haben, waren die Eindrücke von ihm in der Vorbereitung gemischt. Hoffe natürlich, dass er es packt…

        Dass Lippert in dieser Saison schon eine Rolle bei den Profis spielt kann ich mir nicht vorstellen. Ich schaue immer wieder mal bei der U21 zu und war auch am Sa gegen Unterhaching da. In der U21 spielen sicher talentierte junge Spieler die aber noch Zeit brauchen um eine echte Alternative in der 2. Bl zu sein. Aus meiner Sicht fehlt es den meisten Spielern noch an der Physis um sich in der kampfbetonten 2 Bl durchsetzten zu können. Das hat man auch wieder gegen Unterhaching gesehen.

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  • Beate60, wie? Das Feld ist gar nicht bestellt? 🙂

    Bei Aussagen von Dieter Bracke bleibe ich immer zurückhaltend. Der ist mit 76 schon längstens im Rentenalter und darf nur noch freiberuflich im Sonntagsblitz schreiben.

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  • Woschdsubbn,
    leider hat der Innenminister viel zu spät kundgetan, wie wichtig es ist Vorratslager anzulegen. Ich fürchte, das hat der Club jahrelang versäumt und von der Hand in den Mund gelegt. Und am Ende das Saatgut anstatt es auszusäen einfach verbraucht oder an andere verkauft und sich davon dann noch eine Zeit am Leben gehalten.

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  • Even ohnmächtig ?! Auch in der Nationalmannschaft kann Hovland kein Selbstvertrauen tanken. 🙁

    Heute bin ich sogar froh, dass Berisha nicht bei uns spielt. Den fand ich in der Anfangszeit bei Fürth eigentlich ganz gut.

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    • Holle: Even ohnmächtig ?! Auch in der Nationalmannschaft kann Hovland kein Selbstvertrauen tanken. 🙁

      Wie man’s nimmt bzw. welchen Anspruch man an sich selbst stellt….

      Er war immerhin zweitbester Norwegischer Feldspieler gemäß Kickernote (4,5)! :mrgreen:

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  • Pffft, 3:0 find ich jetzt ned soo übermächtig. Ein 6:1 dagegen schon, aber ein 3:0 ist doch fast schwach. Eher ein „Überlegen“, aber mehr ist das doch wirklich nicht.

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  • belschanov,

    meine ich da ein klein wenig Halbherzigkeit heraus zu hören? Oder unerschütterlichen Optimismus? Ein Club-Leibchen in Angriffslust-Rot?! Nehme für mich in Anspruch, mich Trauer und Entsetzen über Braunschweig mit ungebremster Leiden-schaft im Club-Fanshop hingegeben zu haben, mit dem Auswärts-Trikot in Schlechtwetter-Grau! Dazu passend der heftige Preis von 84,95 EUR ohne Beflockung/Nummer. Erste Brexit-Auswirkungen?

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  • SCRamjet,
    In NZ steht heute wohl ein Artikel mit der Aussage von Kölner dass bald mehrere Spieler zu den Profis hochgezogen werden

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  • Zum Thema:
    Wenn Du wüsstest, wie viele Abstiegs-Trikots sich schon in meinem Schrank stapeln…

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  • Beate60,
    Ja, es ist sehr zu hoffen, dass davon welche bei den Profis überzeugen und die mangelnde Perspektive im restlichen Kader kompensieren können.

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  • Nachdem sich Burgstaller mit Mattausch gut versteht, könnten wir vielleicht auch zukünftig öfter das gegnerische Tor treffen und belschanov muss sein Trikot wieder aus dem Schrank zerren.

    Wer ist am Montag abend denn gegen die 60er draußen? Wenn das Wetter nix taugen sollte, weiß ich nicht, ob ich genug Motivation für den Stadionbesuch aufbringen kann.

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    • Woschdsubbn: Wer ist am Montag abend denn gegen die 60er draußen?

      Bin vor Ort dabei. Auch zum Plaudern am Teich. Das Wetter spielt bei mir keine Rolle… eher die vom Trainer gewählte Strategie, um endlich den ersten Sieg einzufahren.

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  • Die üblichen Verdächtigen sind wie immer dabei.Treffpunkt Teich

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    • DerSchwager: Die üblichen Verdächtigen sind wie immer dabei.Treffpunkt Teich

      Verdächtiger Johnny Vegas ist dabei

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  • Hm, da fühle ich mich einem gewissen sozialen Druck ausgesetzt. Auch der Wetterbericht scheint mir keine Ausrede zu geben, nicht im Stadion zu erscheinen. Aber am Dienstag früh muss ich nach Frankfurt ausrücken. Ohje.

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  • Allmächd, Ihr CUler seid so was von unerschütterlich, könnt Ihr nicht das avisierte Fan-Interview mit dem Geißbock übernehmen? http://mobil.express.de/sport/fussball/1–fc-koeln/buch-geplant-fc-hat-ihn-gestaehlt–manuel-andrack-schreibt-ueber-fan-neurosen-24641614?originalReferrer=https://www.google.de/ – ich hatte ihm Beates Rapid Cycling-Beitrag geschickt und jetzt bittet der Kerl mich zum Rapport. Würde ein „Dr. Schnabel, Sprachwissenschaftler, Nordbayern, dementsprechend vorzügliches Abitur“ auf dem Cover nicht wesentlich seriöser aussehen als „Ölschinkenmaler aus Düsseldorf (sic)“! Oder würde das die Groteske des Zustands „Fan“ eher noch steigern und Lachsalven in der Stadt mit der großen Kirche auslösen, die zufälligerweise grad mal Erstligist ist? Ich weiset nich… helfd mer…

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  • Woschdsubbn:
    Wer ist am Montag abend denn gegen die 60er draußen? Wenn das Wetter nix taugen sollte, weiß ich nicht, ob ich genug Motivation für den Stadionbesuch aufbringen kann.

    Im Ernst? Egal wie das Wetter ist, egal ob Niederlage oder Katastrophe…wir sind der Glubb und werden auch wieder bessere Zeiten sehen. Wir halten zusammen, wurscht was kommt. Jetzt erst recht, zeigt das ihr echte (und keine Eventfans) seid.

    Ich werd da sein, obwohl ich Mittag noch in München arbeiten muss. Wir sehn uns!!!

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  • Carsten67, richtig! Ausflüge zu Europapokalspielen nach Volos kurz vor Weihnachten ins eiskalte Griechenland und Lissabon, nach Berlin zum Pokalfinale und zu unzähligen Auswärtsspielen in erster und zweiter Liga kennzeichnen mich eindeutig als Eventfan. Leider fehlen mir immer noch Goschs leckere Krabbensemmeln im Gastroangebot auf der Gegengerade, aber das werde ich bei der nächsten Mitgliederversammlung ansprechen. Versprochen.

    @Schwager, Manni, Johnny und Co: Bitte darauf achten, daß ich meinen Zeigefinger beim Biertrinken tüchtig abspreize, wie es sich für einen Eventfan auch gehört.

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    • Woschdsubbn: @Schwager, Manni, Johnny und Co: Bitte darauf achten, daß ich meinen Zeigefinger beim Biertrinken tüchtig abspreize, wie es sich für einen Eventfan auch gehört.

      Na da freu ich mich doch schon auf ein „Stößchen“ mit einem Gläschen Prosecco…

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  • Woschdsubbn,
    Oh oh, wollte Dich aufmuntern aber hab Dich wohl angestachelt. Nur dass kei Missverständnis aufkommt, bin der Meinung dass wir (fast alle) Glubberer keine Eventfans sind, deshalb hab ich das geschrieben. War nich persönlich gemeint. Deine Reisevita is ja legendär, da hab ich mir als Grünschnabel der seit 34 Jahren DK im Steher hat und beim Unentschieden in Petersburg auf die Goschen gekriegt hat, wohl zu viel heraus genommen. Tut mir leid mit Krabbenbrötla, Prosecco und Gegengerade kann ich nix anfangen. Trink und ess lieber im Alten Bahnhof.

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  • Ah Rummenigge hat es geschafft und ist stolz, daß Top Clubs zukünftig noch mehr Geld aus den Eruopäischen Wettbewerben bekommen, damit die Schere zu den Vereinen, die nicht in europäischen Wettbewerben spielen noch weiter aufgeht und der FCB die Meisterschaft jährlich auch mindestens mit 10-20 Punkten Abstand gewinnt bevor noch sowas wie Spannung aufkommt. Fußball beginnt mehr und mehr nicht mehr mein Sport zu sein, wenn man überlegt welche obszöne Beträge mittlerweile für diese tättowierten Whimps bezahlt werden, die sich bei einem kleinen Schubser schreienden auf den Boden werfen.

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    • Juwe: Fußball beginnt mehr und mehr nicht mehr mein Sport zu sein, wenn man überlegt welche obszöne Beträge mittlerweile für diese tättowierten Whimps bezahlt werden, die sich bei einem kleinen Schubser schreienden auf den Boden werfen.

      Geht mir ähnlich. Eigentlich liebe ich Fußball, bin ihm (bzw. dem FCN) seit Kleinkindertagen zutiefst verfallen. Und dennoch empfinde ich seit Jahren eine sich steigernde, immer tiefer gehende Abneigung. Bei genauer Betrachtung aber nicht gegen das Fußball-Spiel an sich (und den FCN erst recht nicht!). Sondern gegen die künstliche aufgeblähte Glitzer-Kopie, die uns heute in prächtigen Farben als Megaevent präsentiert wird!

      Das, was inzwischen unter dem Marketinglogo Bundesliga firmiert, ist ein reines kühl kalkulierendes Geschäft geworden mit dem einzigen Ziel, Gewinn (= Erfolg) zu erzielen. Die Wärme früherer Fußballromantik ist komplett verschwunden, Kameradschaft, Fairness, Tradition, Vereinstreue oder Nähe zum Fan sind nahezu vollständig ausgemerzt. Oder werden bestenfalls vorgetäuscht, wenn dies der Gewinnmaximierung dient.

      Spieltage und Anstoß-Zeiten werden immer fan-unfreundlicher aufgesplittet, die Erhöhung der TV-Gelder geht den Verantwortlichen über alles. Dazu immer mehr Werksclubs und Firmen-PR-Mannschaften, für die passende Sonderregelungen geschaffen werden, während man finanziell schwächelnde kleine Vereine bzw. Traditionsclubs mit unnachgiebiger Härte behandelt. Die DFL arbeitet, allen leicht zu durchschauenden Dementis zum Trotz, massiv an einer Liga, die als sicher planbares Werbeinstrument der Investoren funktioniert. Unwägbarkeits-Faktoren wie z.B. echte Fans werden daher im unwichtiger (gemacht). (Analog gilt für die CL, WM und EM dasselbe)

      Für mich ist der Club nicht nur gefühlt ein Muss-Erstligist. Was ich mir jedoch noch vor ein paar Jahren niemals hätte vorstellen können: die gravierende Fehlentwicklung der 1. Liga macht mir den zweitliga-Aufenthalt unseres FCN tatsächlich ein wenig leichter erträglich!

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  • Juwe,
    Denn zukünftig sollen satte 30 Prozent der ausgeschütteten Summe nach einem völlig neuen Koeffizienten vergeben werden. Dieser errechnet sich aus den sportlichen Erfolgen der letzten fünf Jahre und umfasst auch Titelgewinne im Europacup…
    ist das nicht der Verteilschlüssel, der innerhalb der Bundesliga „alles so harmonisch regelt“?
    da sehen wir doch bereits was eine Fünfjahreswertung für segensreiche Auswirkungen auf Wettbewerb und sportliche Konkurenzfähigkeit hat.

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  • Carsten67, das war purer Sarkasmus.

    Juwe, ja, dieselben Gedanken hatte ich beim Lesen dieses Kickerartikels auch schon.
    Mal sehen, wie lange da noch Höchstpreise für TV Übertragungsrechte erzielt werden können, wenn der Wettbewerb auf 0 geht.
    Es wäre zum Beispiel interessant, die TV Übertragungsrechte der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga zu trennen. Dann wären die der 2. Bundesliga doch sicherlich günstiger und würden vielleicht mehr Abnehmer finden, wie die der 1. Bundesliga, die sich doch immer mehr mit zuschauerunattraktiven Vereinen füllt und deren Wettbewerb sich auf Platzierungen um Abstieg und hinter den Bauern beschränkt.

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  • Ich kann mich immer noch daran erinnern, wie Beckenbauer (?) mal gesagt hat, der Vizemeister wäre nicht Vizemeister sondern der Depp der Nation. Entsprechend ist die CL ja längst eine Deppenliga. Letztes in voller Länge gesehenes Spiel: Bayern-Dortmund in Wembley.

    Aber es ist wie es ist und offensichtlich ist das gezahlte Geld zu verdienen. Ist ja nicht überall so wie in Deutschland daß praktisch mit einer GEZ Glotzensteuer die Preise der Übertragungsrechte hochgetrieben werden.

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  • Nebenbei, als wenigschreibender CU-Eventfan stelle ich mir die Frage: Gibt es die Saison wieder gelegentliche Podcasts?

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  • OFF TOPIC

    Gutes Interview mit Eberl von Gladbach
    https://beta.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-moenchengladbach/article157973079/Wir-duerfen-nicht-vor-den-Bayern-kapitulieren.html

    Schon irre, was die seit dem knappen Nichtabstieg in 2011 aus dem Verein gemacht haben…

    das kann ja auch Vision sein, was vielleicht auch bei unserem Club möglich wäre…

    allerdings muss man fairerweiese schon sagen, dass sch das Produkt Fussball seit 2011 massiv zum Nachteil der finanzschwachen Vereine verändert hat.

    ob Gladbach diese Entwicklung heute wiederholen könnte…?

    gut finde ich auch Eberls klare Aussage zum HSV. Zitat:

    —-
    Die Welt: Die Balance stimmt nicht überall. Der Hamburger SV weist trotz seiner immensen Schuldenlast ein Transferdefizit von 30 Millionen Euro auf. RB Leipzig gab sogar 50 Millionen Euro mehr aus, als der Klub einnahm.

    Eberl: Man fragt sich zum Teil schon, wo bei manchen Klubs das Geld plötzlich herkommt. Bei RB ist es bekannt, und man erkennt eine Strategie dahinter, ob man die gut findet oder nicht. Beim zweiten genannten Klub dagegen ist es eine Einzelperson, die scheinbar willkürlich große Transfers trotz fehlender Einnahmen möglich macht. Das widerspricht fairem Wettbewerb.

    vom fairen Wettbewerb können wir uns nach dem „Rummenigge-Deal“ nun aber endgültig verabschieden.

    Deswegen freuen wir uns nächstes Jahr auf die wieder mal stärkste 2. Liga aller Zeiten… diesmal ja dann vielleicht mit Bremen und dem HSV 🙂

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  • Wenn man all das so liest und sich mal in Ruhe auf der Hirnrinde zergehen lässt kommt man kaum noch umhin, sich mit einer längerfristigen Zukunft unseres Clubs in der 2. Liga anfreunden zu müssen.
    Mehr und mehr bin ich geneigt zu glauben, dass für einen Aufstieg nicht nur ruhiges Arbeiten, gelasseneres Umfeld und sanierte Finanzen vonnöten sind, sondern auch verdammt viel Glück und ein schwer zu glaubender erstaunlicher Lauf, wie ihn der Club in den vielzitierten 18 Spielen der vergangenen Saison hatte.
    Eine gewisse Zwangsläufigkeit, die den Club nur als temporären Gast im Unterhaus aufweist, scheint mir doch mehr und mehr Illusion zu sein.
    Natürlich sollte jedes Jahr der Aufstieg angepeilt werden. Aber dass es dafür einer übergroßen Portion Schlachtenglücks bedarf scheint mir inzwischen logischer zu sein als die Mär von der eigentlichen Erstligazugehörigkeit.
    Der Club ist bis auf weiteres in der 2. Liga verortet. Daran müssen wir uns wohl gewöhnen, sei es aufgrund fataler Fehlentscheidungen in der Vergangenheit oder aufgrund der immer knallhärter werdenden Ausrichtung auf ein profitorientiertes und international vermarktbares Ligasystem mit Big Players wie Bayern, Dortmund und die Mäzenaten- bzw. Werksvereine, die den Ton vorgeben.
    Für uns heißt es nun die Realität anzuerkennen, die Brosamen und Almosen, die uns noch bleiben, konsequent aufzusammeln und zu versuchen, nicht gänzlich in den unattraktiven Niederungen des Profi(-t)fußballs zu ergrauen, sondern wirtschaftlich in gesundes Fahrwasser zu gelangen und Perspektiven zu schaffen, die den Anschluss in die Spitzengruppe der 2. Liga zu ermöglichen.

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    • Zuckerpass: Umfeld und sanierte Finanzen vonnöten sind, sondern auch verdammt viel Glück und ein schwer zu glaubender erstaunlicher Lauf, wie ihn der Club in den vielzitierten 18 Spielen der vergangenen Saison hatte.
      Eine gewisse Zwangsläufigkeit, die den Club nur als temporären Gast im Unterhaus aufweist, scheint mir doch mehr und mehr Illusion zu sein.

      Ich glaube für einen Wiederaufstieg gibt es sicherlich gewisse Parameter, die wichtig sind und schon angesprochen wurden Konstanz, ruhiges arbeiten, (beim Club schwierig), finanziell solide …das ist klar und oft diskutiert, aber was letztlich einen Club Aufstieg möglich machen könnte, sind nicht nur die berechenbaren sondern die eher unberechenbaren Faktoren wie, daß einzelne Spieler über sich hinauswachsen in der Entwicklung, mal endlich wieder alles zusammenpaßt Trainer-Mannschaft und zwar überdurchschnittlich gut. Talente, die außergewöhnliches leisten können unter den vielen, die es gibt, Schiedsrichter Fortune, einen sogenannten Lauf – alles Faktoren, die man letzten Endes eben nicht planen kann.
      Ich denke auf so eine Saison müssen wir einfach warten und solange die Faktoren befolgen, die man planen kann.

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  • 2. Liga für immer oder wir gliedern die Profiabteilung in eine AG aus oder sowas ähnliches. Als eV haben wir im Konzert der Multimillionen-Kapitalgesellschaften anscheinend bald gar keinen Auftrag mehr.
    Nur wie wird man für Schmuggler, Steuerhinterzieher und Betrüger attraktiv genug, um diese in den Vorstand und Aufsichtsrat zu bringen? Damit kenne ich mich einfach nicht aus.

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    • Woschdsubbn: 2. Liga für immer oder wir gliedern die Profiabteilung in eine AG aus oder sowas ähnliches. Als eV haben wir im Konzert der Multimillionen-Kapitalgesellschaften anscheinend bald gar keinen Auftrag mehr.

      Ich verstehe nach wie vor nicht, warum es einen Unterschied machen soll, ob wir ein Verein sind oder die Profiabteilung in eine AG ausgliedern.

      Haben Bielefeld oder Fürth bessere Aussichten dadurch, dass ihre Profiabteilungen Kapitalgesellschaften sind?

      Solange kein Investor einsteigt, macht die Struktur keinen Unterschied.

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    • Woschdsubbn: Nur wie wird man für Schmuggler, Steuerhinterzieher und Betrüger attraktiv genug, um diese in den Vorstand und Aufsichtsrat zu bringen? Damit kenne ich mich einfach nicht aus.

      da muss man schon mit der Protektion durch die Staatsregierung aufwarten können. Wird schwierig, wenn man nur einen zu korrekten Bürgermeister bieten kann.

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  • SCRamjet, Investoren brauchen Sicherheit und wenn es die Sicherheit der Protektion durch eine Staatsregierung ist (vgl. Optimists Beitrag), alles tun und lassen zu können, was so anfällt, dann können unwägbare, demokratische Versammlungen, die vielleicht sogar Transparenz fordern, halt einfach nur stören. Oder auch allgemein überhaupt die Anwesenheit von Vereinsmitgliedern, wie in Leipzig, die man auch neuerdings bei einem Verein weglassen kann.

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    • Woschdsubbn: SCRamjet, Investoren brauchen Sicherheit und wenn es die Sicherheit der Protektion durch eine Staatsregierung ist (vgl. Optimists Beitrag), alles tun und lassen zu können, was so anfällt, dann können unwägbare, demokratische Versammlungen, die vielleicht sogar Transparenz fordern, halt einfach nur stören. Oder auch allgemein überhaupt die Anwesenheit von Vereinsmitgliedern, wie in Leipzig, die man auch neuerdings bei einem Verein weglassen kann.

      Widerspruch. Vereine und Intransparenz passen ganz wunderbar zusammen. Machen wir der Fussballwelt seit Jahrzehnten vor. Schwarze Kassen werden eingerichtet, Schatzmeister gehen in den Knast, Schiedsrichter bekommen das eine oder andere – nur so halt – Trimmdichgerät geschenkt, Abwehrrecken erzielen die blitzsaubersten Eigentore aller Zeiten, Schulden werden so lange angehäuft, bis der Verein die Briefmarken nicht mehr bezahlen kann, hm, wenn ich recht überlege, verglichen mit den Zuständen während der Neunziger kann man das Netzwerk der Herren Bader und Woy eigentlich kaum als Filz bezeichnen…

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  • Na toll, Jahrelang zensiert Voldemort jede Meldung und jetzt bekomme ich sogar eine Nachricht geschickt dass sich Margreitter verletzt hat.
    Ich weiß nicht ob ich das wirklich wissen will.
    Bin mal gespannt ob sich Even jetzt endlich stabilisieren kann.

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    • Holle: Bin mal gespannt ob sich Even jetzt endlich stabilisieren kann.

      …oder ob dann Mühl spielen darf 😉

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      • Optimist: …oder ob dann Mühl spielen darf

        Auohja…spekulieren ich bin dabei 😀
        Mühl in die Innenverteidigung, ich weiß nicht. Wenn nicht Even, dann doch eher Petrak ?
        Wen hätten wir denn noch im Angebot ?

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  • Bernd, sehr gute Argumente, die ich längst vergessen hatte. Na, vielleicht wären wir für Schmuggler, Steuerhinterzieher und Betrüger doch interessanter als ich dachte? Auch wenn das mittlerweile eher historische Vorfälle waren.

    Margreitter länger verletzt? Wunderbar, dann kann der unzufriedene Norweger endlich zeigen, was er kann! Muss am Dienstag nicht in die Stadt der Pleitebanken, ich komme also an den Weiher! 🙂

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