Die Sache mit dem Scheich. Oder: Als Köpke mir ein Eis spendierte.

Im Exklusivinterview vor dem Spiel 1. FC Nürnberg gegen TSV 1860 München: Löwen-Fan Maria

Es ist ganz einfach: Der TSV 1860 München muss in Führung gehen. Dann klappt es auch mit dem ersten Dreier für Alois Schwartz. Fußball-Arithmetik ist nämlich gar nicht so schwer. Seit dem Testspiel im Juli gegen Zwickau hat der FCN nach eigener Führung kein Spiel mehr gewonnen, dagegen alle Spiele nach Rückstand für sich entscheiden können. Die Logik dahinter verschliesst sich einen, kommt einem aber dennoch irgendwie bekannt vor. Bereits in der Anfangszeit unter René Weiler trat das Syndrom zu Tage: Erst wenn einem das Wasser bis zum Hals stand, legte der Club seine Fesseln ab. Mögliche Erklärungen sind in der Psyche zu suchen. Gerade im Spiel gegen vermeintlich schwächere Gegner oder mit eigener Führung im Rücken hat man was zu verlieren. Die Angst sich „zum Deppen“ zu machen hat schon ganz andere gelähmt. Hat man dann nix mehr zu verlieren, kann man mit dem Mute der Verzweiflung auf einmal das abrufen, was man kann. Und die Erfolge gegen Augsburg und Ingolstadt, immerhin aktuelle Bundesligisten, zeigen, auch wenn man solche Testspiele einzuordnen hat, dass der Club offenbar doch ein paar Pfeile im Köcher hat.

Einer davon ist Cedric Teuchert. Der U-Nationalspieler wurde jüngst von DFB-Sportdirektor Hansi Flick geadelt, als der, auf die Thematik des „Deutschen Neuner-Problems“ angesprochen, ausgerechnet den Nürnberger als „interessante“ Option für die Zukunft benannte. Vielleicht auch kein Zufall, dass gerade Teuchert im letzten Testspiel gegen Ingolstadt in den Schlussminuten das Siegtor als Einwechselspieler erzielte. Der Club hat also durchaus noch Trümpfe auf der Hand. Aber bezeichnend für das Umfeld, dass die Reaktion auf Flicks-Äußerung prompt mit latenten Verlustängsten, man werde ihn bald verkaufen, und Vorwürfen gegenüber den Verantwortlichen quittiert wurde, er würde zu wenig spielen.

Um Nürnberg zu verstehen, die Sache mit der Psyche, dem Deppen und den ganzen Rest, muss man eben den Verein kennen. So wie das stiernackige „Mia san mia“ oder das feinsinnige „Més que un club“ eben auch zum Credo ganzer Vereine über die Jahrzehnte wurde.

Der nächste Gegner arbeitet auch hart daran, sich Jahr für Jahr zum Deppen zu machen: Der TSV 1860 München. Als ehemaliger Arbeiterclub in München eigentlich das klassische Gegenmodell zum Schnöselverein von der Säbener Straße, quasi DIE Glaubensfrage in der bayerischen Landeshauptstadt, hat man sich ausgerechnet bei den Blauen einem Scheich verschrieben. Und das nicht mal im übertragenen Sinne. Aber wäre das nicht allein schon ein Kopfschütteln wert, dann spätestens der Umstand, dass man seitdem und viele Millionen später immer noch kein Bein auf den Boden kriegt und munter mal den ganzen Stab, den Kader oder zur Not auch Gremien austauscht. Unterm Strich blieb Abstiegskampf in Liga 2. Doch dieses Jahr soll (mal wieder) alles anders werden. Mit namhaften Neuzugängen wurde richtig geklotzt, stellt mit Olic, Mölders, Aigner und Ribamar zumindest auf dem Papier eine viel versprechende Offensive der 2. Liga. Die Realität nach drei Spieltagen sieht allerdings auch schon wieder ziemlich durchwachsen aus.

Interview mit Löwen-Fan Maria

maria-001Wenn am Montagabend die Löwen gegen den Club antreten, geht es also schon wieder mal recht früh um eine ganze Menge. Der Club braucht händeringend ein (zählbares) Erfolgserlebnis, die 60er aber eben auch, um Verein und Umfeld zu befrieden und Zuversicht für den eingeschlagenen Weg zu verbreiten. Und zwischendrin die Fans und Sympathisanten, die irgendwo zwischen Kundschaft und Leidenschaft ja eigentlich das Herzstück des ganzen Theaters sein sollten. Ohne Fans und zahlende Kunden eben kein Brimborium, keine TV-Gelder, keine CL-Reformen und Millionen-Verträge. Dann bliebe einfach nur wieder der Sport. Wir sprachen genau darüber mit Maria, die seit Kindesbeinen ein Löwe ist, über all das, was sie und uns bewegt, das Spiel, den Scheich und alte Zeiten…

[Clubfans United] Hallo Maria, wir freuen uns sehr, dass du dich bereit erklärt hast dich unseren Fragen zu stellen. Ganz im Geist unserer Reihe „Fans empfehlen Fans“ hat uns Tobi von Fritten, Fussball & Bier diesmal den Tipp gegeben. Aber stell dich doch am Besten selbst unseren Lesern vor. Wer bist du, was verbindet dich mit den Löwen und wo kann man was von dir lesen, wenn es dir im Zusammenhang mit den Blauen in den Fingern juckt?

[Maria] „3 Fragen auf einmal, das ist ja die Anzahl an Punkten, die ich mir wünsche beim Spiel gegen den Club für uns 🙂 Spaß beiseite und ans Beantworten gemacht, ich bin Maria, im besten Alter für eine Münchnerin und Löwen-Fan (ich verzichte bewusst auf so Modeausdrücke wie „Löwin“ oder gar „Löwen-Fanin“, man muss Genderthematiken auch nicht übertreiben) seit ich denken kann. Wie bei vielen von uns ist es frühkindliche Prägung, die einem zum Fan macht. Das war bei mir – durch meinen Vater – eben der TSV 1860. Ich kann mich an die Geschichten aus seiner Studienzeit erinnern, wie er alle Spiele aus dem Fenster an der Grünwalder Straße verfolgt hat und von dort ins Stadion schaute (manchmal frage ich mich ernsthaft, wie viele Tausende Menschen da Wochenende für Wochenende die Spiele schauten in den 1960er Jahren). Und bei einem München Besuch nahm er mich eben mit ins Grünwalder Stadion. Da war ich 4 Jahre alt. Und seitdem hat sich nichts geändert, mehr als 30 Jahre lang nicht (und zack, schon ist das Alter halb verraten). Mitgliedschaft folgte, in guten wie in schlechten Zeiten, #ELIL ist das Stichwort und es geht immer weiter. Von mir und meinem Dasein als Fan liest man wenig im Netz, wenn dann ab und zu auf Facebook auf den einschlägigen Fanseiten und im direkten Fanaustausch. Dafür fachsimple ich ganz klassisch am Stammtisch, denn den haben wir im engen Freundeskreis mit vielen Leidensgenossen, denn wir sind dort nur 2 Löwen-Fans, dafür aber so Exoten wie VfB-Fans, Grashopper Zürich Fans und sogar einer darf dabei sein, der bei „Ich würde niemals zum FC Bayern München gehn“ nicht mitsingen kann.“

[Clubfans United] Welche Fanmedien liest du gern? Lieber Foren, Blogs oder Social Media? Was nervt dich ganz besonders, was findest du liebenswert als Fußballfan an der tollen Welt des Internets?

[Maria] „Da ich beruflich mir das Internet auch als eine meiner Hauptspielwiesen ausgesucht habe, nervt mich persönlich fast nichts am Internet und ich beziehe alle meine Informationen darüber. Wenn ich etwas Negatives finden müsste, dann wäre das, dass ich nicht stark genug bin, um einfach mal das Smartphone wegzulegen und nicht News zu konsumieren. Dafür kann ich aber den üblichen Internet-Schrott wie komplett hirnbefreite Äußerungen von absolut seltsamen Menschen bestens ignorieren mittlerweile. Somit hole ich mir alle Faninformationen über Social Media Channels, die an Blogs angebunden sind oder große Onlinemagazine wie dieblaue24.de und natürlich auch die offiziellen Kanäle. Wenn man in der Kommunikationsbranche arbeitet, dann verfolgt man krude Vereinsmeldungen ebenso wie schöne Transfers gerne auch mal auf einigen Channels gleichzeitig, um zu schauen, wer wie kommuniziert und v.a. auch was der Verein so macht.“

[Clubfans United] Ein Sieg, eine Niederlage, ein Remis – dazu ein etwas mühsames Weiterkommen im Pokal. Die neue Saison ist von außen betrachtet „durchwachsen“ für euch gestartet. Trotz so namhafter bzw. kostspieliger Neuzugänge wie Olic, Aigner oder Ribamar. Was erwartet man sich als Fan von seinen 60ern?

[Maria] „Ok, auch wenn ich dafür sicherlich von so manchem Fan ein Kopfschütteln ernte: Ich habe mir aufgrund der Neuzugänge wieder mal eine Dauerkarte gekauft. Klares Statement in meinem Kopf: „Mein Verein kauft echt mal hochwertig ein, da muss man auch ein Zeichen setzen und mit einer Dauerkarte unterstützen.“ Wurden am Ende sogar zwei, ich brauch ja jemanden, mit dem ich schimpfen kann. Und zum Geburtstag gab’s dann gleich noch das Olic-Trikot. Ja, ich bin also voller Erwartungen für diese Saison. Beim Pokalspiel spätestens drehte sich dann ganz ehrlich etwas das Gefühl, denn bisher beobachte ich doch einen sehr einseitigen Spielaufbau. Aigner, immer Aigner. Ob das gut gehen kann, bezweifle ich, aber da ich zwar natürlich auch ein klassischer Löwen-Grantler bin, so habe ich doch auch noch einen Funken Optimismus in mir und sage „Die spielen sich noch ein“. Und dann kann’s nur besser werden als die vergangenen Jahren… deswegen sind meine Erwartungen auch ganz geringe: Einfach nicht mehr da unten rumspielen, sondern mal eine geruhsame Saison im Mittelfeld absolvieren ohne Hin und Her auf Trainerbank, in der Geschäftsstelle, im Kader etc.“

[Clubfans United] Beijing Enterprises Group FC. Oder: Warum in aller Welt wechselt ein Spieler wie Okotie, der ja auch in Nürnberg kein Unbekannter ist und man immer das Gefühl hatte, dass er noch mehr könnte, zu einem chinesischen Zweitligisten in der Blüte seiner Jahre?

[Maria] „Der schnöde Mammon – und wenn ich mich recht erinnere, hat er es auch ganz ehrlich zugegeben. Das ist schade, ist gegen jede Fußball-Romantik und ich denke, am Ende seiner Karriere wird er in ein paar Jahren dasitzen mit seinem prall gefüllten Konto und es bereuen, nicht wegen des Fußballs Fußball gespielt zu haben, sondern nur wegen der Vorsorge für die Jahre nach dem 30. Geburtstag. Es ist schade, wenn Profisportler den Sport nur noch wirtschaftlich und nicht mehr emotional sehen, so wie es Athleten in anderen Disziplinen abseits des Fußballs machen. Aber so ist es eben… Leider.“

[Clubfans United] Wahrscheinlich könnt ihr die Frage nicht mehr hören, ich stell sie trotzdem: Von außen betrachtet ist die ganze Sache mit dem Investor eine einzige Posse und dient als Paradebeispiel dafür, warum man Investoren nicht ungehindert auf Vereine loslassen darf. War die Idee mit dem Scheich trotzdem eher genial oder einfach bescheuert?

[Maria] „Weder genial noch bescheuert. Er war benötigt worden, da es ja aus welchen Gründen auch immer keine solvente Münchner Unternehmerfamilie gibt, die einfach mal sich als Mäzen dem TSV verschreibt und statt eines Scheichs mal eingestiegen ist. Viele der Unternehmer sind seit Generationen eng dem Verein verbunden, aber soweit geht dann die Liebe doch nicht, schade. Ich habe auch die Meinung, dass nicht alle Schuld beim Investor liegt, sondern viel mehr an den sowieso schon seit Jahrzehnten bestehenden Klüngeleien in der Vereinsführung, der Unstetigkeit, der Kurzsichtigkeit und all dem, das einfach immer beständig Unruhe reinbringt usw. Wenn man mit einem solchen Geschäftsmann zusammenarbeitet und auch noch auf ihn angewiesen ist, dann sollte man einen Plan verfolgen und nicht planlos agieren… Sonst endet es in dem Chaos, das ihr, wie viele andere auch, aber eben auch wir teilweise staunend, teilweise kopfschüttelnd und manchmal auch echt nur noch lachend verfolgt haben. Aber halten wir es mal mit einer Phrase: Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass irgendwann mal Ruhe einkehrt….“

[Clubfans United] Andere Investitions- und Sponsorenmodelle stehen allerdings viel mehr in der Kritik. Vor allem RB Leipzig ist für viele Fans ein derart rotes Tuch, dass die Fans in Hoffenheim in einer Choreo schon anprangerten, den Platz als meistgehasster Verein der Liga eingebüßt zu haben. Was unterscheidet also einen Scheich von einem Brausehersteller?

[Maria] „Also wenn ich diesen Fall wirklich hier erörtere, dann brauchen wir eine Sonderausgabe, denn dann wird’s lang. Die Choreo der Hoffenheimer hat mich sehr amüsiert, und nur so angemerkt haben die ja keinen Scheich, sondern einen deutschen Unternehmer, der seine Leidenschaft mit den finanziellen Möglichkeiten verbindet. Und wenn man mal hinter die pure Lizenzmannschaft und den Bundesligaalltag schaut, was da in diesem Verein entstanden ist, dann ist das auch echt ne richtig gute Sache. Hoffenheim, Wolfsburg, RB Leipzig… manchmal finde ich auch, es sind einfache Opfer. Der eine hat keine Tradition, der andere ist nur ein Marketing-Werkzeug eines Brauseherstellers, der nächste nur Spielzeug eines Konzerns und hat auch keine Tradition. Mir ist das irgendwie alles zu einfach gedacht und dargestellt. Der Fußball hat sich geändert in den vergangenen Jahrzehnten, er ist ein Geschäftsmodell geworden, an Clubs beteiligen sich Konzerne mit Millionen, halten Anteile und buttern Geld rein ohne Ende – einfach weil sie selbst von der Strahlkraft des Vereins profitieren wollen. Und dies ja auch tun. Aber über diese Zahlungen in exorbitanter Höhe, darüber meckert keiner. Nur wenn ein Investor, egal ob Konzern oder Scheich, öffentlich und präsent auftritt, dann ist alles böse und vorbei mit der Fußballromantik. Witzigerweise ist die dann aber wieder da, wenn ein solcher „Retortenclub“ in der Champions League Real Madrid nass macht… und zack, gibt’s Schulterklopfen. Ok, ich werde hier eh schon zu lange, da ich dieses Thema einfach sehr differenziert sehe und es nun mal so ist, dass ohne großes Geld (leider) nichts mehr geht. Und jeder macht es, der eine eben ganz offen, der andere etwas versteckter. Natürlich machen manche auch gar nicht mit und wirtschaften einfach im Rahmen ihrer Möglichkeiten richtig gut (bei euch in der Nachbarschaft soll es da einen Club geben, gegen den wir auch schon gespielt haben in dieser Saison… die sind in dieser Disziplin gar nicht so schlecht muss man unumwunden zugeben). Überlassen wir das Thema einfach den Parolen-Klopfern, damit die auch was zu tun… und zum Schimpfen haben!“

[Clubfans United] Kommen wir zum Sport oder zu der Frage: Wie wichtig ist dir als Fan eigentlich der Sport an sich? Oder geht es doch mehr um die Liebe zum Verein, seinen Fans und den Traditionen – und der Rest ergibt sich eh von Jahr zu Jahr neu?

[Maria] „Ich bin an allererster Stelle Fußballfan. Dann TSV 1860 Fan. Also geht es mir um den Sport und am liebsten eben mit Jubeln und Leiden verbunden mit meinem Verein. Aber ich schaue mir auch einfach so gerne einfach Fußballspiele an. Außerdem auch Frauen-Bundesliga oder Kreisliga oder BFV-Pokal oder oder oder – why not?!“

[Clubfans United] Schaust du auch ab und an auf die anderen Mannschaften aus Bayern und Franken? Was sagst du zum FCN? Verbindet dich vielleicht sogar etwas spezielles mit Nürnberg?

[Maria] „Oh ja und wir gehen wieder ganz weit zurück in die Kindheit. Ich war 6 oder 7 und wir waren im Urlaub in Durbach, in der Ortenau. Und zufälligerweise war der Clubb im Nachbarhotel im Trainingslager. Eines Abends lief ich an der Hand meiner Mutter über die Hotelterrasse und Andreas Köpke saß da, zusammen mit anderen Spielern und alle aßen Eis. Eisbecher. Mit Sahne. Der Traum meines Urlaubs, der aber meistens aus Erziehungsgründen unerfüllt blieb. Ich muss wohl sehr hungrig und bettelnd von der Hand meiner Mutter gestarrt haben, denn plötzlich hörte ich „Magst ein Eis?“. Köpke fragt mich das!!! Ich nickte, meine Mutter konnte in der Situation ja schwer nein sagen und so dackelte ich hinter Köpke zur Eistruhe und ließ mir Schokoladeneis reichen. Der Gag an der Sache war, dass ich in diesem Moment gar nicht wusste, dass er Andy Köpke war. Ich wusste nur Nürnberg (wegen der Trainingsanzüge). Am nächsten Tag fand auf dem Dorf-Bolzplatz ein Freundschaftsspiel zwischen dem Club und Xamax Neuchatel statt, natürlich gingen wir da auch hin, alle Kinder als Autogrammjäger direkt an der Seitenlinie und da sah ich ihn beim Warmmachen… meinen Eishelden. Und seitdem war ich Andy Köpke Fan, während seiner ganzen Karriere – und damit auch Nürnberg Sympathisant (das ist jetzt ein hohes Wort)… auf jeden Fall hat es mir auch letzte Saison echt Leid getan, als es mit der Relegation nicht geklappt hat!“

[Clubfans United] Wie konnte es passieren, dass die Löwen und der Club von Ingolstadt, Augsburg und aktuell sogar von Fürth und Würzburg überholt werden konnten?!

[Maria] „Das bringe ich ganz kurz auf den Punkt: Besseres Management. Viel mehr Stringenz in allen Entscheidungen. Mehr Ruhe in den Vereinen. Und bei Würzburg dürfen wir auch nicht vergessen, dass da ein Masterplan dahintersteht – den ich sehr bewundere – siehe die Frage oben mit den Geldgebern…..“

[Clubfans United] Wo wirst du das Spiel am Montag verfolgen?

[Maria] „Vor dem Fernseher im ständigen WhatsApp-Kontakt mit einem sehr guten Freund und ebenfalls 1860er durch und durch. Alles mitkommentierend, was wir so sehen oder sehen müssen.“

[Clubfans United] Auf was freust du dich? Wovor graut dir? Was erwartest du dir?

[Maria] „Ich freu mich auf ein bayerisches Derby, das voller Rivalität ist, aber weitestgehend ohne Gewalt abläuft. Mir graut davor, wenn ich nach 15 Minuten den Fernseher anbrüllen muss mit „Warum denn schon wieder jeder Spielzug nur über Aigner“. Und ich erwarte mir im Idealfall einen Punkt. Und dann im Heimspiel am Freitag 3 Punkte. Dann wäre die Woche eine gute.“

[Clubfans United] Auf welchen Spieler müssen wir achten? Von wem erwartest du dir beim Club viel?

[Maria] „Oh, wie schon mehrmals gesagt: Ich denke, Aigner solltet ihr nicht aus den Augen verlieren, der dürfte ab und zu den Ball haben. Und ich hoffe, dass Andrade spielt, ein toller Spieler, vor allem kommt ihm eure Abwehr nicht hinterher. Aber jetzt mal ehrlich, ich darf mir vom Club nicht viel erwarten. Das wäre doch etwas seltsam… Aber wenn du unbedingt eine Antwort brauchst: Ich erwarte viel von Schäfer, denn der wird hoffentlich oftmals geprüft werden. Und natürlich einmal mehr als er aushalten kann. Mindestens.“

[Clubfans United] Wohin geht die Reise in der Saison für unsere Clubs?

[Maria] „Ich hoffe, ihr spielt wieder oben rum mit! Das meine ich ganz ehrlich. Und trotz des Saisonbeginns glaube ich fest daran, dass ihr das auch schafft. Wäre unsere Tipprunde auch für die 2. Liga, dann wäre der Clubb einer der Vereine, wo ich immer auf Sieg setze. Nur natürlich nicht, wenn es gegen die Löwen geht.“

[Clubfans United] Wir danken dir für deine Zeit und wünschen dir wie allen Fans ein gutes und faires Spiel. Das Schlusswort hat der Gast: Wenn du dir was wünschen kannst für den Fußball oder die Löwen, was wären deine drei Wünsche an die Fußball-Fee?

[Maria] „Ein Umbau des Grünwalder Stadions, dass die Löwen darin Bundesliga Fußball spielen können. Nur noch Relegation in die erste Liga spielen und diese dann in der 94. Minute gewinnen. Alle meine Termine so legen, dass ich jedes Heimspiel zumindest sehen kann.

Ganz bescheiden, oder? 🙂 Danke euch und gutes Spiel, hat Spaß gemacht!“


Das Interview führte Alexander Endl (Clubfans United) mit Maria am 08./09.09.2016 via E-Mail.

Steckbrief für Gastleser: Clubfans United ist ein Fußballmagazin von Fans für Fans des 1. FC Nürnberg. Clubfans United beschäftigt sich allerdings nicht mit der Fanszene im Speziellen (eher im üblichen Rahmen einer Berichterstattung), schreibt auch nicht aus oder über „die Kurve“ oder Erlebnisse rund um den Stadionbesuch, sondern vielmehr über den Sport, den Verein (fokussiert auf den Profi-Fußball) und die mediale Berichterstattung. Wir sind also mehr Sportmagazin als Fanmagazin in dem Sinne, nur eben, dass wir das als Fans betreiben und auch aus dem Blickwinkel schreiben. Alles weitere bei Interesse etwas ausführlicher hier: clubfans-united.de/was-ist-das-hier

34 Gedanken zu „Die Sache mit dem Scheich. Oder: Als Köpke mir ein Eis spendierte.

  • Hoffentlich ist der Club zu den 60ern nicht so nett und zuvorkommend wie eure Interviewpartnerin zum Club.Sonst gibt es Geschenke.

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  • Schönes Interview, danke sehr dafür.

    Ausgerechnet jetzt, als ein kleines Fünkchen Hoffnung in mir keimte, muss ich am Montag den Kirschbaum im Tor rumzittern sehen, weil sich Schäfer am Knie verletzt hat. 🙁
    Es kann dieses Jahr wirklich nur gegen den Abstieg gehen. Hoffentlich hat belschanov ein gutes Mottenmittel im Kleiderschrank.

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    • Woschdsubbn: Schönes Interview, danke sehr dafür.

      Ausgerechnet jetzt, als ein kleines Fünkchen Hoffnung in mir keimte, muss ich am Montag den Kirschbaum im Tor rumzittern sehen.

      Macht nichts, wenn morgen Sandhausen und Lautern 1:1 spielen geht`s sowieso nicht mehr tiefer in der Tabelle 🙁

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  • Danke, Alexander und Maria, das ist ein sehr gutes und lesenswertes Interview geworden, zumal ich die Sechziger seit 1965, als ich Clubfan wurde, immer genau verfolge (meine Nachbarn waren alle Sechziger).

    Und der Club? Nach dem Pauli-Sieg heute brauchen Sandhausen und Lautern morgen nur noch Unentschieden spielen, dann sind wir Tabellenletzter. Davon kann uns am Montag nur ein Sieg gegen die Löwen wegbringen. Und dann eine Serie wie vergangene Saison…

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  • Die Eis-Anekdote mit Köpke ist echt total goldig. Und das war ja offenbar noch zu ner Zeit, wo noch keine Medienberater sofort geflüstert haben „spendier mal, Kundenbindung, weißte Bescheid“. Also gute (und dazu noch symphatische) Torhüter waren noch nie das Hauptproblem vom Club, das wird schon, bfobferd wird frühestens am Montag Abend wieder, gell fei bidde!

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    • Markazero: Also gute (und dazu noch symphatische) Torhüter waren noch nie das Hauptproblem vom Club

      Ich widerspreche Dir nur ungern. 😉 Aber vom Zeitpunkt des ersten Abstiegs, bis zum ersten Wiederaufstieg, WAREN miserable Torhüter einer der Hauptgründe für den Nichtaufstieg. Und trotzdem wir damals u.a.als Trainer eine Torwartlegende hatten (Tilkowski) hat es der Club in all den Jahren nicht geschafft einen guten Keeper an Land zu ziehen. Neef,Hummel,Schwarzwälder…grausam!!
      Erst als mit Manni Müller ein guter Mann fürs Tor kam, gings beim Club wieder nach oben. Lang ists her.

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  • Wenn man sich die Tabelle ansieht der Club 2 Punkte, Braunschweig 12 Punkte, könnten einem schon wieder die Tränen kommen. Es sollte schon klar sein, worum es am Montag geht, um nichts anderes als 3 Punkte und nicht so ein zaghaftes destruktives Defensivspiel bei dem man sich nur über die Zeit mauern will und am Ende wieder nur 1 Punkt heraus kommt.

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  • Bei der Nachricht von Schäfers Verletzung dürften die Löwen gejubelt haben. Denn wer erinnert sich nicht an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams im Februar in München?
    Zur Erinnerung: 1860 – Schäfer/Erras 0:1

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  • Ich weiss nicht ob man B**d so glauben kann, aber wenn ich schon als Headline lesen. Schwartz warnt vor Angreifer Aigner. Wenn schon der Trainer ins gleiche Horn stößt (wenn es sein muß bestenfalls intern)

    Wer zum Teufel ist Aigner?? wie kann man so einen Durschnittspieler derart glorzifizieren. Am Ende glaubt der Spieler es selber noch und macht wirklich das Tor.

    Ich kann mit Schwartzs Art ehrlich gesagt wenig anfangen. Dieses defensive, zögerliche, jammernde .. irgendwie strahlt das auch auf die Mannschaft aus. Die Auftritte bislang zumindest sehen auch so aus. Gegen den Giganten Aigner müssen wir ja gezwungenermaßen mit 2 Fünferketten dicht machen 🙂

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  • Juwe,
    tja.
    Für einen 17platzierten geziemt es sich demütig auf die unglaublichen Stärken des Gegners zu verweisen.

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  • Wenn man sich die Tabelle zur Halbzeit heute anschaut hatten wir ja auch ein schweres Auftaktprogramm…😀😀😀

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    • JOEM: hatten wir ja auch ein schweres Auftaktprogramm…😀😀😀

      Da hast Du ja so was von Recht – lauter Spitzenmannschaften. Da wollen wir doch geduldig bleiben und froh sein, dass wir (noch) nicht Letzter sind. 😀😀😀

      Off Topic: Die Liebste ist bei den beiden nächsten Heimspielen (1860, Derby) verhindert, d.h. der Platz neben mir (im 4er) wäre frei. Interessenten melden sich hier oder finden sich bei den üblichen Verdächtigen am Teich ein.

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  • Jetzt ist die Ausgangslage fürs „Derby“ morgen klar:

    Bei einem Sieg: Platz 11 (oder 10 bei mehr als 4-Tore-Differenz-Sieg)
    Bei einem Remis: Weiterhin Relegationsplatz 16.
    Bei einer Pleite mit einem Tor Differenz: Platz 17.
    Bei einer höheren Pleite: Rote Laterne.

    Na denn:
    „(…) hoping for the BEST,
    but expecting the WORST!(…)“

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    • Teo:
      Jetzt ist die Ausgangslage fürs „Derby“ morgen klar:

      Bei einem Sieg: Platz 11 (oder 10 bei mehr als 4-Tore-Differenz-Sieg)
      Bei einem Remis: Weiterhin Relegationsplatz 16.
      Bei einer Pleite mit einem Tor Differenz: Platz 17.
      Bei einer höheren Pleite: Rote Laterne.

      Na denn:
      „(…) hoping for the BEST,
      but expecting the WORST!(…)“

      Ich hätte gerne die Nummer 1: „Bei einem Sieg…“ in der Waffel ohne Sahne.

      Und ich vermute Maria ist tief im Herzen eigentlich Clubfan, möchte ihrem Vater nur nicht das Herz brechen 😜
      Manch ein Clubfan erblasst vor Neid bei so einer Story 😀

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  • Vielleicht kommt Andy Köpke zum Spiel und verteilt Schoko-Eis mit Sahne…
    …lieber wäre mir aber eine Eiswaffelwundertüte mit drei Kugeln (Toren) verziert und einem Ohne-Gegentor-Topping.

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  • JOEM,
    Der Club hat seine Rolle in Liga zwei gefunden:Spitzenmannschaft-Macher!👏

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  • Jetzt können wir nur hoffen, dass unsere Helden morgen nicht wieder ähnlich dynamisch agieren, wie die geistlichen Herren aus dem Werbespot für Sportwetten.
    Kirschbaum halte ich für einen recht guten Torwart, wenn er seine Nerven in den Griff bekommt. Da würde ich ihm mal etwas Schlachtenglück gönnen, dann könnte er in den nächsten Spielen ein guter Rückhalt für uns werden.

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  • Aigner fällt aus. Diese Halbangst simmer schon mal los.

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  • Markazero,
    Gefährlich, wenn unsere Spieler auch so denken. Es gibt bei den 60ern sicher einen, der schon ewig oder noch nie ein Tor geschossen hat. Auf den müssen sie ganz besonders aufpassen.

    Ich hoffe jedenfalls auf 3 Punkte zum allseits dringend benötigten Runterkommen. Und bei einem Abendheimspiel ist das doch schon sehr oft geglückt. 🙂

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  • Beate60,
    Ach so, das wollte ich längst mal off topic gefragt haben (Du bist ja glaub „vom Fach“): Eine Bekannte von mir hat sich nach nem Nervenzusammenbruch selbst eingeliefert, und nachdem sie das, was ihr so wiederfahren ist (ich will’s gar nicht genau wissen) aufgeschrieben hat, erst ein Gefühl der Befreiung erlebt, aber dann ihre Sprache verloren. Was kann man bei so nem Trauma-bedingten Sprachverlust tun? Weißt Du da was? Sie quasselt eigentlich gerne und viel.

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  • Markazero,
    Wenn du eine ANtwort willst melde dich doch bitte bei mir über email (die Blogbetreiber vermitteln das).

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  • Beate60,
    Danke schon mal! Alexander hat meine Adresse eh. Hat mi’m Club etz ned so arch viel zu tun, aber das Schöne an CU is ja, dass es da um a weng mehr geht als nur um Fußball.

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  • Markazero, ich dachte, das ist hier die Selbsthilfegruppe für verhaltensbeschädigte Clubfans? Diese Bevölkerungsgruppe leidet doch per se an posttraumatischen Belastungsstörungen. Hab ich mich in der Tür geirrt?

    Schafft es der Club heute, die für ihn sicherlich unwiderstehliche Chance zu nutzen, den letzten Tabellenplatz zu erobern und erneut eine Serie von sieglosen Spielen zu starten?!

    Ich bin live dabei, habt also Mitleid.

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  • Woschdsubbn,
    Dachte es hilft dem Einen oder Anderen, zu erfahren, dass nicht nur Clubfans gewisse Probleme haben… Wer sich das Elend wieder und wieder live antut, ist offensichtlich Therapie-resistent und hat mein tief empfundenes Mitleid. Vergesse bitte nicht, Deine Bieropharmaka heute Abend einzuwerfen (Dosis nach Bedarf)! 😎

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    • Markazero: Woschdsubbn, Dachte es hilft dem Einen oder Anderen, zu erfahren, dass nicht nur Clubfans gewisse Probleme haben… Wer sich das Elend wieder und wieder live antut, ist offensichtlich Therapie-resistent und hat mein tief empfundenes Mitleid. Vergesse bitte nicht, Deine Bieropharmaka heute Abend einzuwerfen (Dosis nach Bedarf)!

      Ich stehe unter direkter Beobachtung verschiedenster Fachleute, wie „Der Schwager“, „Johnny Vegas“ und „Manni der Libero“, die die Dosierung und Einnahme meiner Bieropharmaka sicherlich genauestens überwachen werden. Außerdem hat Herr Dr. Dr. A. Beyer seinen mehrmonatigen Urlaub auf Mallorca endlich beendet und steht auch wieder zur Verfügung.

      Beate60, Du bist gemein.

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  • Woschdsubbn,
    Na Gottseidank, angesichts dieser illustren Runde (sogar mit dem braungebrannten Frühstücksdirektor und Oberarzt Professor von Beyer) muss ich mir um die adäquate Medikation ja keine Sorgen machen!

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