Analyse: Zentrale Stabilität als Schlüssel

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: 1. FC Nürnberg vs. Union Berlin 2:0 (1:0) Der Club gewinnt – wie immer – gegen Union Berlin, profitiert dabei vor allem vom starken Zentrum.

Die Analyse:

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Startformation

Schwartz blieb erneut beim 4-2-3-1 und schickte auch die selbe Mannschaft wie gegen Bielefeld aufs Feld. Im Kader ersetzte Mühl Evseev, sonst blieb alles beim Alten: Petrak und Behrens übernahmen vor der Vierkette mit Hovland und Bulthuis in der Innenverteidigung die Aufgaben im Defensiven Mittelfeld, Salli und Burgstaller rochierten auf den Außen, Möhwald agierte zentral, Matavz als einzige Spitze. Das Spiel war zu Beginn eher zerfahren, je mehr es in Richtung Strafraum ging, desto mehr nahm auch die Präzision im Passspiel ab. Natürlich auch, weil die Räume immer enger wurden, da beide Mannschaften ihren eigenen Sechzehner gut verteidigten.

Wenn Union-Trainer Jens Keller nach dem Spiel davon sprach, dass seine Mannschaft das Spiel „in der ersten Halbzeit gut im Griff“ hatte, so dürfte er vor allem die Phase zwischen der zehnten Minute und dem Platzverweis für Pedersen meinen. Union hatte in dieser Zeit tatsächlich deutlich mehr Ballbesitz, schob sich den Ball in den eigenen Reihen überlegt hin und her und stieß immer wieder über Hedlund in Richtung Strafraum vor. Der Schwede kam vor allem über die linke Angriffsseite und beschäftigte dort die Defensive wiederholt. Allerdings kamen die Hauptstädter in dieser Phase der Überlegenheit kaum zu guten Gelegenheiten.

Zu oft verloren die Gäste vor dem Strafraum die Geduld und wählten die Option des Schusses statt noch einmal zu passen und die Lücke zu suchen. Am Ende standen sieben geblockte Schüsse und 16 Schüsse von außerhalb des Strafraums zu Buche. Nur fünf von 24 Schüssen fanden den Weg aufs Tor, eine schwache Quote, die durchaus auch für eine solide Abwehrarbeit im Zentrum spricht; zum Vergleich, der FCN schoss ganze vier Mal von außerhalb des Sechzehnmeterraums, hatte keinen geblockten Schuss und brachte mehr Schüsse aufs Tor (sechs) als Berlin, obwohl man weniger als halb sooft in Richtung Tor schoss (elfmal).

Wild und fast zum Freak-Spiel wurde das Spiel dann ab der 39. Minute. Zuerst räumte der nach einem rüden Foul an Möhwald bereits verwarnte Pedersen Kirschbaum ab und flog dafür vom Platz, kurz danach patschte der bereits verwarnte Salli Hedlund im Duell um den Ball ins Gesicht und durfte deshalb ebenfalls duschen. Mitten in die allgemeine Verwirrung darüber, dass man nun Zehn gegen Zehn spielen musste, platze, durchaus überraschend, die Führung für den FCN. Petrak störte den Aufbau der Köpeniker, war beim Anspiel von Kroos vor Kreilach am Ball und brachte selbigen zu Möhwald. Dieser drosch den Ball unvermittelt aus knapp 25 Metern volley und mit viel Spin ins lange Eck. Der Club ging in die Pause mit der Führung, obwohl er die schwächere Mannschaft in Sachen Spielaufbau und offensive Organisation gewesen war. Er hatte allerdings insgesamt nach hinten gut gearbeitet, gerade das Zentrum mit Behrens, Petrak, Hovland und Bulthuis stand sicher.

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Nach dem Platzverweis

Nach der Pause musste Schwartz notgedrungen umstellen, zog Möhwald aus dem Zentrum auf den Flügel und Matavz etwas weiter nach hinten. Die Berliner nahmen Hosiner von Feld, brachten Redondo und zogen Hedlund vom Flügel in die Spitze. Es schien so, als wäre ihnen die Ordnung mit Platzverweis und Wechsel völlig abhanden gekommen. Der Club machte in der Viertelstunde nach der Pause viel Druck, nahm den Eisernen mehrfach in der Vorwärtsbewegung den Ball ab und kam so zu guten Gelegenheiten. Die beste davon hatte Möhwald, der von Matavz nach dessen starkem Ballgewinn gut freigespielt worden war. Doch der Torschütze zum 1:0 verpasste die frühe Vorentscheidung. Auch Burgstaller, Matavz und Bulthuis hatten in dieser Drangphase Gelegenheiten, doch Busk oder die eigene Präzision standen im Weg des 2:0.

Jens Keller wechselte in der 60. dann ein zweites Mal, brachte Puncec für den angeschlagenen Schönheim und stellte den Abwehrverbund auf eine Dreierreihe um. Dies führte zu mehr Präsenz und Ballsicherheit im Mittelfeld und half den Gästen wieder die Kontrolle über das Spiel zu erlangen. Die Berliner schoben sich nun den Ball vor dem Strafraum des FCN hin und her, sammelten aber außer Ballbesitz nichts Zählbares. Erneut erwies sich das defensive Zentrum als stabil, erst als die Berliner es über die linke Abwehrseite probierten, kamen sie durch Kreilach zu ihrer besten Gelegenheit des Spiels. Doch Thorsten Kirschbaum klärte souverän.

In der 80. Minute wechselte Club-Trainer Schwartz dann das erste Mal, brachte Teuchert für Matavz. Kurz darauf ergaben sich die ersten Kontergelegenheiten für den FCN, auch weil Union natürlich die Defensivreihe immer weiter aufrücken ließ. Hovland wurde noch von Unions Verteidigern gestoppt, doch Teuchert war nach feinem Pass von Bulthuis nicht aufzuhalten. Der Youngster umkurvte Busk trotz Berührung durch den Dänen und schob zum 2:0 ein. Union hatte dem dann außer einem Freistoß von Kreilach dann nichts mehr entgegenzusetzen.

Der Club gewann damit zum ersten Mal in der Saison 2016/17 ein Heimspiel und der Schlüssel lag in der Defensive. Diese war vor allem im Zentrum schwer zu überwinden, auch weil Petrak sich in der Rolle des defensiveren der beiden Sechser immer besser zurecht findet. Es war fast schon symbolisch für das Spiel, dass die Vorlagen zu den Toren mit Petrak und Bulthuis zwei Spieler gaben, die diesem zentralen Quartett angehörten. Das Spiel war in vielerlei Hinsicht ein „Flashback Friday“ in die letzte Saison, ein weiler-esker Sieg: Spielerisch nicht überzeugend, offensiv nur mit punktuellen Highlights, aber defensiv so solide, dass der Gegner keine Mittel fand sich durch die Defensive zu spielen.

Die Zahlen:

Nürnberg Union
2
Tore
0
11
Torschüsse
24
6
Schüsse aufs Tor
5
4
Ecken
5
32,7
Ballbesitz (%)
67,3
59,0
Passquote gesamt (%)
79,6
80,8
Passquote eig. Hälfte (%)
90,1
48,6
Passquote geg. Hälfte (%)
67,2
43,4
Gewonnene Zweikämpfe (%)
56,6
17
Fouls
9
108,53
Laufdistanz (km)
107,84
0
Abseits
1

Trainerstatement:

„Es tut uns allen gut, dass wir nach dem Sieg in Bielefeld nachlegen konnten. Es war das erwartet schwere Spiel. Berlin spielt einen guten Ball und hat ein aggressives Gegenpressing. Das wollten wir umgehen, was uns auch ganz gut gelungen ist. Gegen den Ball haben wir schon vor der Pause wenig zugelassen. Das Tor fällt dann ein wenig aus heiterem Himmel, da hatten wir das Glück auch mal auf unserer Seite. Nach der Pause müssen wir dann eigentlich das zweite Tor machen. Wir haben dann aber den Gegner weit vom Tor weggehalten und machen dann durch einen Konter das 2:0. Wir freuen uns jetzt einen Tag, dann geht’s in die Pause, die wir nutzen wollen, um an den Automatismen zu arbeiten.“ (Alois Schwartz)

„Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit gut im Griff, waren überlegen und hatten mehr Ballbesitz. Allerdings hatten wir auch nicht die zwingenden Chancen. Aus dem Nichts kriegen wir dann das Gegentor. Das hat Nürnberg natürlich in die Karten gespielt, weil sie so tief stehen konnten. Ich kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht, das Spiel noch zu drehen.“ (Jens Keller)

Die Spieler im Einzelnen:

Thorsten Kirschbaum 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Wenig gefordert, in den entscheidenden Momenten aber da. Gegen Kreilach mit schöner Parade.
Laszlo Sepsi 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Im Spiel nach vorne sogar zum Teil aktiv, u.a. bei Burgstallers Hereingabe, die Schönheim nur mit Not klären konnte. Defensiv nicht zu 100% stattelfest, aber ohne grobe Schnitzer.
Miso Brecko 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Bester Zweikämpfer (ungefähr 69%) und beste Passquote (circa 73%) beim FCN, dennoch definitiv nicht fehlerfrei, gerade wenn das Spiel schnell wurde.
Kevin Möhwald 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Belohnte seine starke kämpferische Leistung mit einem schönen, aber eventuell haltbaren, Tor. Aus dem Spiel heraus manchmal etwas fahrig, hätte auch das 2:0 machen müssen.
Hanno Behrens 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Nach vorne mit vielen schlampigen Abspielen (nur 58% seiner Pässe kamen an), nach hinten ordentlich. Störte viel, auch wenn es nicht immer effektiv war.
Ondrej Petrak 10 Notenpunkte (2- numerisch: 2.33)
Der wichtige Ballgewinn vor dem 1:0 symbolisiert Petraks Leistung. Präsent und agil, mit tollen Zweikampfwerten (66%). Gerade sein Druck verhinderte den Spielaufbau der Unioner über das Zentrum. Dazu solide im Aufbauspiel trotz eines eklatanten Fehlpasses.
Edgar Salli 0 Notenpunkte (6 numerisch: 6)
Auch ohne unnötigen und dummen Platzverweis eine schwache Leistung. Zwei Drittel seiner Pässe gingen zum Gegner, fünf Achtel seiner Zweikämpfe verloren. Totalausfall.

46 Gedanken zu „Analyse: Zentrale Stabilität als Schlüssel

  • Salli: „Zwei Drittel seiner Pässe gingen zum Gegner, drei Achtel seiner Zweikämpfe verloren.“

    Wenn er nur drei Achtel verloren hat, dann ist das doch eine gute Quote – oder wird von einem Offensivspieler eine höhere als 62,25% erwartet? Evtl. was verdreht?

    Ansonsten bin ich mit den Noten einverstanden – nur Burgstaller war finde ich nicht ganz wieder „der Neue“. Hatte vielleicht keinen allzu guten Tag, ist aber viel im Sprint nach hinten und man hatte schon das Gefühl, dass er sich reinbeißen will. Die Note mag noch okay sein, die Begründung geht mir dann aber doch etwas zu weit.

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  • Florian Zenger | Clubfans United,

    War das dein Stadion-Eindruck oder gab es da beim Re-Live viel von zu sehen? Ich kann mich tatsächlich an keine solche Situation erinnern bzw. habe keine bewusst wahrgenommen oder anders interpretiert. Was ich rauskramen kann sind einige Tempoläufe zurück (nach eigenem Fehler aber auch von anderen) und ein paar gute Ansätze im Offensivspiel. Könnte aber natürlich sehr selektiv wahrgenommen sein.

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  • Also Totalausfall heißt für mich kein Pass kommt an, kein Zweikampf wird gewonnen.

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  • Soeren, ich schließ mich von der selektiven Wahrnehmung gar nicht aus. Tendenziell hat man als Mensch ja auch keine andere. Ich hab’s im Stadion so wahrgenommen, gerade das Abwinken hat mir einfach gestunken, aber kann natürlich auch Frust über sich selber gewesen sein.

    Beate60, die Passquote ist letztlich, wenn man die Pässe, die nicht daneben gehen können, ein „kein Pass kommt an“. Wenn man dann noch die dämliche Gelb-Rote reinrechnet, rechtfertigt das für mich den Totalausfall.

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  • Florian Zenger | Clubfans United,
    Ich hab in vielen SPielen in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren Pässe gesehen, von denen ich dachte, die können nicht daneben gehen. Beim Pass kommt es eben nicht immer nur auf den, der passt an, sondern auch auf den, der den Pass annehmen soll. Also auf die Abstimmung zwischen beiden. Oder seh ich das falsch?

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  • Beate60,
    Das ist sehr gnädig, Beate. Das gibt einem Sportinvaliden ehemaligen Durchschnitts-A-Klasse-Spieler wie mir die Hoffnung doch noch ein Zweitligaspiel als Nicht-Total-Ausfall zu bestreiten.

    Ernsthaft: Knapp 40% gewonnene Zweikämpfe ist tatsächlich einfach nur ein schlechter Wert, für einen Offensivspieler vielleicht gar nicht so ungewöhnlich niedrig. Und wahrscheinlich lag er mit der Passquote bei seinem Abgang im Mannschaftsdurchschnitt.

    Zum Totalausfall wird er wahrscheinlich erst wegen dieser unglaublich dummen Aktion.

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    • Soeren: Beate60, Das ist sehr gnädig, Beate. Das gibt einem Sportinvaliden ehemaligen Durchschnitts-A-Klasse-Spieler wie mir die Hoffnung doch noch ein Zweitligaspiel als Nicht-Total-Ausfall zu bestreiten.

      Ernsthaft: Knapp 40% gewonnene Zweikämpfe ist tatsächlich einfach nur ein schlechter Wert, für einen Offensivspieler vielleicht gar nicht so ungewöhnlich niedrig. Und wahrscheinlich lag er mit der Passquote bei seinem Abgang im Mannschaftsdurchschnitt.

      Zum Totalausfall wird er wahrscheinlich erst wegen dieser unglaublich dummen Aktion.

      Die Frage ist natürlich, ob du das auch so gut hinbekommen würdest wie Salli und dich mit Gelbrot vom Platz stellen läßt bevor du deine Mitspieler so aus dem Konzept gebracht hast, daß sie dann zu Totalausfällen werden. 🙂

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  • Hab ich Schwartz in derPK übrigens richtig verstanden: es war der Plan, nicht zum direkt neben dem Spieler stehenden Spieler zu passen, sondern zum übernächsten. Um so das Pressing der Unioner auszubremsen?

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  • Beate60,

    Jep, hat er gesagt. Hab ich auch noch nie gehört sowas. Da müsste man sich das Spiel nochmal anschauen, wie sie das umgesetzt haben – und ob evtl. das zu den vielen Fehlpässen und dem Eindruck der Konzeptlosigkeit geführt hat. Wenn ja, dann würde der Gute sogar Sympathie-Punkte von mir bekommen…

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  • Beate60,

    Gelbrot krieg ich natürlich nicht hin – so nah würde ich den Gegnern ja gar nicht kommen. Aber einen Pass zu Bulthuis zu schieben – das geht! Ach was solls, den Bulthuis’schen Pass auf Teuchert, der war so schwer auch nicht 😉

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  • Belohnte seine starke kämpferische Leistung mit einem schönen, aber eventuell haltbaren, Tor.

    Was soll die Einschätzung, dass das Tor „eventuell“ haltbar war eigentlich sagen? Selbst wenn das Tor eindeutig haltbar gewesen wäre, ändert das doch nichts an dessen wert, oder ?

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    • Armin: Was soll die Einschätzung, dass das Tor „eventuell“ haltbar war eigentlich sagen? Selbst wenn das Tor eindeutig haltbar gewesen wäre, ändert das doch nichts an dessen wert, oder ?

      Der Schuss von Möhwald ansich war nicht sehr zwingend, aber das Überraschungsmoment, als er mit dem Rücken zum Tor stehend recht unerwartet aus der Drehung mal draufhielt und damit Glück hatte.

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  • Beate60, hat er, erklärt auch die schwache Passquote, weil natürlich der Pass zum übernächsten viel schwerer ist als zum nächsten. Hat aber tatsächlich Unions Pressing etwas abgeschwächt. Da hat man gesehen, warum man Schwartz wollte, wegen dieses akribischen Scoutens und auf den Gegner einstellens.

    Soeren, lag weit unter Mannschaftsdurchschnitt zur Auswechslung, nur Burgstaller war ähnlich schwach. Werte haben sich gar nicht so viel bewegt in den einzelnen Hälften.

    juwe, in die Richtung soll die Beurteilung gehen. Glück in der Ausführung. Wertigkeit des Tores ist davon aber natürlich nicht betroffen.

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    • Florian Zenger | Clubfans United: erklärt auch die schwache Passquote, weil natürlich der Pass zum übernächsten viel schwerer ist als zum nächsten. Hat aber tatsächlich Unions Pressing etwas abgeschwächt.

      Jetzt wird’s spannend. Pressing abschwächen bedeutet dann, dass die Ballgewinne durch diese Fehlpässe schwerer in Konter umzumünzen sind? Ansonsten macht das ja keinen Sinn, den Ball quasi gewollt öfter zu verlieren. Hat bei den unbedrängten Pässen ins Aus auf jeden Fall glänzend funktioniert 😉

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      • Soeren: Jetzt wird’s spannend. Pressing abschwächen bedeutet dann, dass die Ballgewinne durch diese Fehlpässe schwerer in Konter umzumünzen sind? Ansonsten macht das ja keinen Sinn, den Ball quasi gewollt öfter zu verlieren. Hat bei den unbedrängten Pässen ins Aus auf jeden Fall glänzend funktioniert

        Ich kann mich erinnern, daß auch unter Weiler Schäfer(?) mal davon gesprochen hat, daß es Absicht gewesen sei, den Gegnern den Ball zu überlassen. Ist vielleicht ein spezielles SPielsystem gegen gut gegen den Ball arbeitende Mannschaften?
        Holle kannst du da nicht dein Trainerwissen mal einbringen?

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        • Beate60: Ich kann mich erinnern, daß auch unter Weiler Schäfer(?) mal davon gesprochen hat, daß es Absicht gewesen sei, den Gegnern den Ball zu überlassen. Ist vielleicht ein spezielles SPielsystem gegen gut gegen den Ball arbeitende Mannschaften?

          Naja, so eine Taktik kennt man ja. Da liegt halt dann der Fokus auf dem eigenen Gegenpressing – etwa weil man davon ausgeht so eher erfolgreich nach vorne spielen zu können.

          Das „den übernächsten anspielen“ um solch ein effektives Gegenpressing zu verhindern kannte ich halt noch nicht. Aber klar, der Ball läuft dann schneller von einer Seite zur anderen, die angreifenden Gegner können im Idealfall eben nicht so schnell verschieben, dass sie Druck aufbauen können. So weit so klar. Nur wenn dafür viele Pässe nicht ankommen (= Gegner im Ballbesitz) konterkariert das ja das Ziel, Ballverluste zu verhindern.

          Und erst an der Stelle blick ich nicht mehr durch. Da braucht’s noch einen Clou – etwa, dass der Ball dann dort verloren geht, wo der schnelle Angriff nicht angesetzt werden kann. Vielleicht auch, weil der „überspielte“ eigene Spieler dann ja in vielen Fällen als Absicherung fungiert?

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  • Florian Zenger | Clubfans United,
    Könnten solche Finessen dann nicht auch erklären, weshalb das in den ersten Spielen nicht so rund lief? Ich stell mir das ziemlich schwer vor, so weit zu denken, daß ich als SPieler den Pass eben nicht einfach nur weiterleite, sondern vorausschauend sehe, wer der übernächste Spieler ist.
    Vielleicht seh ich ja wirlich die Mannschaft schlechter als sie ist? Vielleicht ist nur der Anspruch recht hoch, den sie bei einem Trainer wie Schwartz erfüllen können müssen?

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  • Beate60, das sollten sie ja nur gegen Union machen und nicht gegen die anderen Teams. Das war ja eine Maßnahme gegen das extrem gute Pressing, dass Union spielt.

    Aber dass die Mannschaft möglicherweise nicht immer das macht, was der Trainer anordnet (ob jetzt weil sie es nicht verstehen oder weil er es nicht vermitteln kann, ist dann wieder Frage der eigenen subjektiven Wahrnehmung), ist schon ein Erklärungsansatz.

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  • Mich freut es sehr, dass Möhwald und Petrak auf Umwegen in die Startformation gelangt sind. Hätten sich Alushi und Kempe nicht verletzt, dann würden sie immer noch von AS aufgestellt werden. Man könnte geradezu schmunzelnd sagen, auch ein Blinder findet mal ein Korn (dies ist nicht ganz ernst gemeint) oder war es der wohltuende Effekt des Nürnberger Trichters? Wie dem auch sei, uns soll’s recht sein. Die Einstellung in der 2. Halbzeit, die sicher auch dem Trainer zu verdanken ist, war gut. Hovlands und Kirschbaums gute Leistungen machen auch Lust auf mehr.

    Jetzt kann AS wahrscheinlich gar nicht anders und muss Teuchert von Anfang an bringen. Obwohl Salli kein Schlechter ist, gefällt mir Teuchert – insb. was das Spielverständnis anbetrifft – wesentlich besser. Man wird sehen, was Teuchert über 90 Minuten leisten kann.

    Es bleibt festzustellen, dass von den Neuzugängen nur Matavz voll eingeschlagen hat. Matavz ist jedoch sehr wichtig. Besser einer als keiner.

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    • Peter:

      Jetzt kann AS wahrscheinlich gar nicht anders und muss Teuchert von Anfang an bringen. Obwohl Salli kein Schlechter ist, gefällt mir Teuchert – insb. was das Spielverständnis anbetrifft – wesentlich besser. Man wird sehen, was Teuchert über 90 Minuten leisten kann.

      Na hoffentlich…. Teuchert hat es nun wirklich mehr als verdient, in de Startelf zu stehen!

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  • Florian Zenger | Clubfans United,
    Wobei ich mich gerade frage, wie die Passquote eigentlich ermittelt wird. Wird da auf den nächsten SPieler geschaut? Ode rzählt es auch, wenn der übernächste Spieler den Pass bekommt? Oder gilt das dann als Zufall? Kann man bei so einer Taktik dann auch den Gegenspieler scharf anspielen, daß der den Ball abprallen lassen muß?

    Vielleicht ist es ja doch einfach nur so, daß Fußball im Profibereich eher Rasenschach ist und daß man das als Zuschauer mittlerweile gar nicht mehr so richtig erfassen kann, welche Idee da dahinter steckt?

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  • Peter,
    Wieso sollte Schwartz jetzt nicht anders können und Teuchert von Anfang an bringen müssen? Er war ja offensichtlich nicht der Ersatz von Salli? Ich finde eher, daß Teuchert sich derzeit in der Jokerrolle gut bewährt und deshalb erstmal weiter so eingesetzt werden sollte. Zumindest bis er die Physis hat, 90 Minuten unbeschadet zu überstehen.

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    • Florian Zenger | Clubfans United: Beate60,Ball muss zum Mitspieler kommen, dann ist es ein angekommener Pass. Also rein statistisch.

      Egal, was der Spieler eigentlich beabsichtigt hat? Also auch wenn dazwischen drei einfach in die Luft bolzen und deshalb ein Mitspieler den eigentlich verlorenen Pass noch kriegt?
      Zeigt halt, daß solche Statistiken nicht unfehlbar sind.
      Ist ja bei den Bayern auch oft so, daß sie zwar eine hohe Passquote hatten aber halt, weil sie auch ewig hinten rum gespielt haben und der Gegner mehr daran interessiert war, vorne dicht zu machen.

      Köln hat denen heute zwei Punkte abgenommen zu Hause, während des Oktoberfestes. Wird wahrscheinlich einen Bayernfan in tiefste Depressionen stürzen. 🙂

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      • Beate60: Egal, was der Spieler eigentlich beabsichtigt hat? Also auch wenn dazwischen drei einfach in die Luft bolzen und deshalb ein Mitspieler den eigentlich verlorenen Pass noch kriegt?
        Zeigt halt, daß solche Statistiken nicht unfehlbar sind.
        Ist ja bei den Bayern auch oft so, daß sie zwar eine hohe Passquote hatten aber halt, weil sie auch ewig hinten rum gespielt haben und der Gegner mehr daran interessiert war, vorne dicht zu machen.

        Natürlich muss man die Statistiken lesen können. Klar, darf man einen hohen Wert beim IV nicht überbewerten, wenn er 80% seiner Pässe zum Nebenmann spielt und von den restlichen nach vorne nur die Hälfte ankommt hat er 90% Passquote. Aber da kannst du dem Florian schon vertrauen, er analysiert das ja mit, vergleicht es immer wieder mit den gängigen Werten für die Postion.

        Florian Zenger | Clubfans United,
        woher hast du eigentlich die Statistiken? Auf bundesliga.de finde ich nur noch arg reduzierte Werte.

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  • Beate60,ich kenne die Taktik nicht bei der man dem Gegner den Ball überlässt. Zumindest im Jugendbereich wird da jeder die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

    Wir sprechen mehr über individuelle Fehler, wie zum Beispiel in der letzten Lehrstunde, da haben wir ein negativ Beispiel im Verteidigen angeschaut.
    https://m.youtube.com/watch?v=D4cOJvfY6CE

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    • Holle: Beate60,ich kenne die Taktik nicht bei der man dem Gegner den Ball überlässt.

      Zu Leverkusen gg. Dortmund:
      „Es ging um eine Stilfrage: Ist es verwerflich, einem Gegner als Spitzenmannschaft einfach den Ball zu überlassen? Genau das hat Bayer Leverkusen nämlich mit beeindruckendem Erfolg gemacht, und die Dortmunder sind in die Falle getappt.“
      http://www.spiegel.de/sport/fussball/bayer-leverkusen-siegt-gegen-borussia-dortmund-streit-ueber-die-stilfrage-a-1114897.html

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    • Holle: ich kenne die Taktik nicht bei der man dem Gegner den Ball überlässt. Zumindest im Jugendbereich wird da jeder die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

      Macht man gerne mal gegen defensivestarke Mannschaften, damit sie hinten rausrücken und sich Räume öffnen, dann agressive Balloberung und schnelles umschalten, also so die Theorie 🙂
      Athletico Madrid hat so fast die CL gewonnen und gegen Pep Guardiolas Ballbesitz Gedöhns ging die Taktik voll auf.

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  • Holle,
    War dann in der Art von Möhwalds Tor am Freitag?

    Ich träum davon, daß das Ergebnis an diesem Mittwoch Abend im Oktober auf der Anzeigetafel genauso lautet. 3:2 nur halt für uns. Wär eine magische Nacht, die die Derbynierderlage vergessen machen könnte.

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    • Beate60:
      Holle,
      War dann in der Art von Möhwalds Tor am Freitag?

      Eigentlich nicht, Möhwald zieht ja gleich ab ohne ins Dribbling zu gehen. Da hätte der Gegner nur blocken können wenn er näher gestanden wäre.
      Aber ich werde in 100 Jahren nicht verstehen warum die Torhüter übergreifen. Wenn der Torwart die Linke Hand nimmt müsste er ihn nach außen lenken können. Vielleicht weiß Alexander von seinem Sohn ob so etwas wirklich trainiert wird ?

      Wolf zeigt übrigens in der Situation gegen Draxler sehr gut wie man es nicht macht. Zu schnell und frontal anlaufend ohne eine Seite anzubieten.

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      • Holle:

        Aber ich werde in 100 Jahren nicht verstehen warum die Torhüter übergreifen. Wenn der Torwart die Linke Hand nimmt müsste er ihn nach außen lenken können. Vielleicht weiß Alexander von seinem Sohn ob so etwas wirklich trainiert wird ?

        Ich kann mit Sicherheit sagen, daß es trainiert wird. Es ist aber schon zu lange her, daß ich jetzt genau sagen könnte, wann man aus welchem Grund übergreift.

        Man hat in jedem Fall selbst eine andere Flugbahn. Mit der „unteren“ Hand voran fliegt man gerade und plumpst dann mehr oder weniger runter. Beim Übergreifen fliegt man selbst im Bogen, das ist etwas „geschmeidiger“ und kontrollierter.

        Vom Sessel aus betrachtet würde ich gefühlsmäßig bei Fachschüssen eher flach abspringen und bei Bogenlampen übergreifen.

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      • Holle:

        Wolf zeigt übrigens in der Situation gegenDraxler sehr gut wie man es nicht macht. Zu schnell und frontal anlaufend ohne eine Seite anzubieten.

        Könnte doch sein, daß Schäfer etwas Ähnliches meinte, als er sagte, man habe dem Gegner teilweise den Ball überlassen.

        Quasi kontrollierte Ballverluste als Finte, um den Gegner dann im Umschalten sofort gezielt anzugehen.

        Ins DFB-Ausbildungskonzept passt das natürlich weniger, dchließlich soll dabei ja ein aktiver Spieler rauskommen. Daß es aber am „oberen Ende“ als taktische Variante tatsächlich kultiviert wird, kann ich mir durchaus vorstellen.

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      • Holle: Aber ich werde in 100 Jahren nicht verstehen warum die Torhüter übergreifen. Wenn der Torwart die Linke Hand nimmt müsste er ihn nach außen lenken können. Vielleicht weiß Alexander von seinem Sohn ob so etwas wirklich trainiert wird ?

        Das ist recht simple, weil er mit der übergreifenden Hand höher kommt, das ist dann häufig reflexartig so drin auch wenn der Ball mal nicht so hoch kommt.

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  • Drei Punkte gegen den erklärten Lieblingsgegner.
    Erstes Tor von Teuchert.
    Weiße Weste und für überzeugenden Kirschbaum.
    Engagierter Auftritt im Defensivverbund.

    VS

    Kopfloser Salli.
    Lange Lethargie in Halbzeit 2 ohne Impuls von der Bank.
    Magere Statistikwerte.
    Erschreckende Leere im Stadion.

    Fazit:
    Erfreuliche Ausbeute.
    Stabilere Defensive.
    Aber: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

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    • Teo:
      Erschreckende Leere im Stadion.

      Das fand ich ganz schlimm, ebenso die massig nicht reservieren Karten der Dauerkarteninhaber für den DFB-Pokal.
      Die besten Fans der Welt? Vergiss es, die meisten kann man in die Tonne treten. So etwas gäbe es in Schalke, Dortmund oder Gladbach nicht.
      Würde die FC Bayern AG hier ein Testspiel veranstalten, würden sie vor den Kartenhäuschen campieren.

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  • Früher konnte ich so manchen nicht Clubfan, aber Freund überzeugen, mit mir ins Stadion zu gehen. Das fällt jetzt aber leider flach. Und ich denk, das ist auch der Grund für die Leere im Stadion. In schlechten Zeiten ist das der Pool, der trotzdem geht. Das war vor dem DFB-Pokal doch auch nicht besser oder? Die,die jetzt nicht kommen, sondern nur wenn wir in der 1. Liga sind, sind die klassischen Erfolgsfans. Sie waren zum Saisonstart da, weil sie hofften, daß es wieder um den Aufstieg geht und jetzt bleiben sie eben wieder weg.Sollte uns wieder eine Serie gelingen, egal auf wie niedrigem spielerischen Niveau und der Aufstieg wieder greifbar nahe sein,werden sie auch wieder kommen.
    Trotz allem muß man schon sehen, daß im Vergleich zu anderen Zweitligisten (auch bei Traditionsvereinen) der Zuschauerschnitt immer noch einer der Besten sein dürfte.

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    • Beate60:
      Holle,
      Danke, solltest du öfter machen. Dann lern ich auch ein wenig mehr.

      Ne ne Beate, das ist nur der C-Schein, damit möchte ich wie viele andere den Jungs und Mädels Fußball-Techniken so altersgerecht wie möglich vermitteln.

      Für Taktik-Weisheiten sind die Fußball-Lehrer
      Soeren und
      Juwe, zuständig. 😜

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  • Florian Zenger | Clubfans United,

    Naja, Mentalität hin oder her, das sind einfach richtig besch…. anstosszeiten.

    Wenn man noch andere wichtige dinge im leben hat neben dem club, z.b. Arbeit, Kinder, selbst Sport macht,
    … dann sind zeiten am frühen Freitag abend und allgemein unter der woche einfach nichts. Jetzt schaffe ich es mit meinem anfahrtweg von 5 min mit dem rad schon kaum ins stadion, aber wie sollen das die leute die eine h mit dem auto brauchen schaffen?

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  • Habe gehört, daß es Menschen gibt, die Freitag bis 18 Uhr und Samstag bis 13 Uhr arbeiten dürfen.
    Für uns Deppen im Einzelhandel sind also 2.Ligaspiele im Stadion nur mit Beamen möglich

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  • Alex,
    Da würde mich schon mal interessieren wieviel schalker,Dortmunder oder gladbacher fans noch ins Stadion kommen wenn ihr verein drei Jahre in der zweiten liga rumturnt und teilweise unansehnlichen fussball spielt

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  • Bester Zuschauerschnitt war 07/08 nach dem Pokalsieg (43.300). Dies nur am Rande.

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