Konflikte nur um die Vergangenheit – Die Jahreshauptversammlung 2016

Es war mit unter sechs Stunden eine der kürzesten Jahreshauptversammlungen, bereits kurz nach Mitternacht war die Versammlung offiziell beendet. Wirklich viel Kontroverses gab es auch nicht zu besprechen: Die im Vorfeld der Sitzung im Raum schwebende Ausgliederung der Profiabteilung wurde zwar erwähnt, aber eher exploratorisch als konkret. Die Wahl der Aufsichtsratskandidaten war – auch auf Grund des fehlenden Esprits vieler Bewerber – eher antiklimaktisch. Für Aufruhr sorgten da nur ein Zählfehler bei einem Antrag auf Satzungsänderung und der Blick in die Vergangenheit.

Diese Rückwärtswendung war zum Teil allerdings auch von Nöten, um zu die Gegenwart zu erklären. Michael Meeske machte in seinem Finanzbericht damit den Anfang und rollte mit rhetorischer Gewandtheit die finanzielle Schieflage des FCN auf. Der Kernsatz, der sich verfing, war demnach auch folgender: „2013/14 ist das Jahr, das bis heute unser Handeln determiniert.“ Hier sei man bereits zu Saisonbeginn deutlich ins Risiko gegangen und habe das auch während des Saisonverlaufs fortgesetzt. Diese Saison, sowie das hohe Risiko in der Folgesaison seien ursächlich für die massive Unterdeckung des Etats und die Entwicklung des negativen Eigenkapitals. Eine Reduzierung der Personalkosten bei den Lizenzspielern sei bis heute noch sehr schwierig. Unausgesprochen stand die Begründung „da die Spieler, die in dieser Zeit verpflichtet wurden, weiterhin mit sehr gut dotierten Verträgen ausgestattet sind“ im Raum. In der Saison 2015/16 konnte man daher die Ausgaben für die Lizenzspieler auch nicht reduzieren, was allerdings auch der hohen Prämienausschüttung geschuldet war, die eine Saison mit 65 Punkten nun einmal mit sich bringt. Man habe aber für die laufende Saison bereits eine Reduzierung um 20% auf nun 12,5 Millionen Euro vornehmen können.

Meeske kam auch auf die Strafe durch die DFL zu sprechen, die sich am Ende auf happige 817.000 € belief. Diese Höhe sei auch der Tatsache geschuldet, dass von seinen Amtsvorgängern avisierte Finanzierungsmöglichkeiten sich nicht ergeben hatten und so der Unterschied zwischen Planung und tatsächlichem Stand des negativen Eigenkapitals (am Stichtag 31.12.2015 6,71 Mio. €) erheblich war und sich die Strafe auch aus diesem Unterschied berechnet. Für den Stichtag 31.12.2016 ist Meeske allerdings zuversichtlich, dass diesmal die Auflage der Reduzierung des negativen Eigenkapitals gelingen wird. Das angestrebte Ziel ist eine Reduzierung um knapp eine Million Euro. Darüber hinaus machte Meeske deutlich, dass die Entwicklung der Verbindlichkeiten insgesamt im Rahmen der letzten Jahre lag und betonte, dass der Höchststand bei den Verbindlichkeiten im Jahr 2011 bei über 22 Millionen Euro lag. Ein sichtbarer Versuch des Finanzvorstands die Berichterstattung nicht allein auf die Verbindlichkeiten zu reduzieren. Insgesamt, so Meeske, sei der große Befreiungsschlag noch nicht gelungen, man habe aber „Momentum“ um sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Meeskes Ausführungen wurden mit viel Applaus bedacht, sorgten im Nachgang allerdings für einige kritische Nachfragen durch Mitglieder an den Aufsichtsrat, in denen es um die Frage ging, inwiefern der Aufsichtsrat nicht früher hätte einschreiten können. Es stellte sich schnell heraus, dass dieses Wundenlecken und die Suche nach den Verantwortlichen in der Vergangenheit der zentrale Punkt der Veranstaltung war. Die Frage, wann hätte man Martin Bader entlassen sollen, entwickelte sich zur Kernfrage des Abends, was den Aufsichtsratsvorsitzenden am Ende zu dem leicht frustrierten Ausspruch „Es will nicht in meinen Kopf hinein, dass diejenigen, die gehandelt haben, nachdem jahrelang nichts passiert ist, jetzt kritisiert werden.“ veranlasste. Grethlein betonte, dass man nach vier Aufsichtsratssitzungen Finanzchef Woy und nach acht Sportchef Bader entlassen habe, ein schnelleres Handeln sei seiner Meinung nach nicht möglich gewesen, auch da ein Verein ohne Vorstände handlungsunfähig gewesen sei. Er stellte sich mit seinen Aussagen auch vor den von einigen Anwesenden massiv angegriffenen Aufsichtsrat und zur Wiederwahl anstehenden Kandidaten Johannes Bisping, indem er betonte, dass es „nur eine Abstimmung über die Entlassung Martin Baders“ gegeben habe und diese einstimmig ausgefallen sei. Bispings Fernbleiben von einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats, die vom damaligen Mitglied Matthias Zeck ohne Tagesordnung einberufen worden war, sei auch daher völlig unerheblich, weil der Aufsichtsratsvorsitzende jegliche Beschlüsse auf einer Sitzung ohne Tagesordnung für nichtig erklären hätte können. Diese Verteidigung durch Grethlein plus die aggressive Rhetorik der Fragenden in Richtung Bisping dürften dem IT-Unternehmer bei der Wiederwahl später am Abend erheblich geholfen haben.

Auf Grund dieser Diskussion war klar, dass die Entlastung Martin Baders, der im letzten Geschäftsjahr noch für die Zeit vom 1.7.2015 bis zum 30.9.2015 als Sportvorstand tätig gewesen war, emotional geladen sein würde. Der Aufsichtsrat empfahl zwar die Entlastung aller Vorstände, weil eine juristische Prüfung ergeben habe, dass Bader kein Fehlverhalten nachgewiesen werden könne, gab aber gleichzeitig zu, dass er emotional verstehe, wenn die Mitglieder Bader abstrafen wollten. Er führte auch aus, dass die juristische Prüfung natürlich nur begrenzt erfolgreich sein konnte, denn „wenn es unter Bader Kick-Backs gegeben haben sollte, könnten wir das nicht finden, da das ja nicht dokumentiert ist.“ Eine Aussage, die durchaus so interpretiert werden könnte, dass es lediglich an Beweisen fehlt, aber durchaus die Überzeugung vorhanden ist, dass es dort ein Fehlverhalten Baders gab. Am Ende fiel die Nicht-Entlastung dann deutlich aus: Nur 202 von 805 abstimmenden Mitgliedern (25%) gewährten Bader die Entlastung. Im Vorjahr war die Entlastung der Vorstände noch im Paket entschieden worden, Woy, Bader und Hamm war damals mit 521 zu 728 (41%) die Entlastung verweigert worden. Eine deutliche Veränderung, die deutlich macht, wie sehr die Mitglieder Martin Bader als den Schuldigen für die Misere ausgemacht haben. Das zeigte sich auch an der Entlastung der anderen Vorstände, die mit drei (Hamm), zwei (Bornemann) und einer (Meeske) Gegenstimme ebenso mit überwältigender Mehrheit entlastet wurden wie der Aufsichtsrat (16 Gegenstimmen).

Bei den Neuwahlen für den Aufsichtsrat gab es dann wenig Überraschendes. Das Kandidatentableau war überschaubar, die beiden klaren Favoriten mit Hockey-Olympiasieger und CSU-Stadtrat Max Müller und dem amtierenden Aufsichtsrat Johannes Bisping setzten sich deutlich durch. Beide wurden von mehr als der Hälfte der Anwesenden mit einer Stimme bedacht. Der dritte neue Aufsichtsrat ist Norbert Gunkler. Der 58-Jährige setzte sich wahrscheinlich dank seiner Fachkompetenz in Sachen Finanzen (ehemaliger Finanzvorstand der Funkwerk AG, zertifizierter Aufsichtsrat) gegen die anderen Kandidaten durch, die in großen Teilen weder rhetorisch noch inhaltlich punkten konnten. Für Unterhaltung sorgte vor allem der Mediziner Dr. Georg Obenauf, der mit Sprachwitz und Energie auftrat, fachlich dann aber jenseits der medizinischen Kompetenz wahrscheinlich doch zu wenig vermittelte. Der neu gewählte Aufsichtsrat Max Müller stellte sich nach dem Ende der Veranstaltung auch gleich Fragen der Presse und machte deutlich, dass er vieles selbst erfahren möchte und den Verein nun von innen kennenlernen möchte. Er schloss damit explizit die Mannschaft mit ein und betonte, dass er als ehemaliger Spitzenmannschaftssportler Prozesse innerhalb von Teams kennt und daher auch das Gespräch mit Spielern und Trainer suchen werde, ohne jedoch unter der „Aufsichtsrat bittet zum Rapport“ zu firmieren. Er machte deutlich, dass er den aktuellen Kurs der kleinen Schritte, den der Verein zur Zeit fährt, für richtig halte und dass überhöhte, unrealistische sportliche Ziele keinen Mehrwert hätten. Kritisch äußerte sich Müller zum Verfahren der Auswahl der Aufsichtsräte, auch wenn er selbst kein Problem damit hätte eine Drei-Minuten-Rede zu halten, sei er der Überzeugung, dass das Verfahren einflussreichere Geschäftsleute und ehemalige Profis abhalte sich zu bewerben. Er habe nichts zu verlieren gehabt, wäre bei Nicht-Wahl weiter seinen bisherigen Tätigkeiten nachgegangen ohne großartigen Gesichtsverlust, für Ex-Profis und Firmenchefs stelle sich diese Situation anders dar. Schließlich hätten die bei einer Nicht-Wahl durch die Mitglieder einiges an Standing zu verlieren.

Ganz ohne „Club-Feeling“ war die Versammlung übrigens nicht zu Ende gegangen: Bei der Abstimmung über eine Satzungsänderung, welche bedeutet hätte, dass der Verein zwei Wochen vor der Jahreshauptversammlung die Bilanz für Mitglieder einsehbar machen müsse, leisteten sich die Zählhelfer im Saal einen massiven Zählfehler, so dass die Abstimmung ein zweites Mal durchgeführt werden musste. Die Abstimmung verfehlte im zweiten Ablauf die Dreiviertelmehrheit, es waren lediglich zwei Drittel der Mitglieder für den Antrag. Nach dieser kleinen Posse, die vor allem für den Antragsteller ärgerlich gewesen sein dürfte, da im ersten Durchgang eine Annahme des Antrags ausgerufen wurde, endete die Versammlung um 00:15 Uhr.

Was bleibt also? Die Erkenntnis, dass die Frage der Ausgliederung doch gar nicht so heiß gegessen wird, wie sie vor der Versammlung gekocht wurde. Alle Verantwortlichen betonten zwar, dass man über eine Änderung der Rechtsform nachdenken müsse, aber machten auch deutlich, dass diese nicht alternativlos sei. Die Mitglieder seien diejenigen, die dies entscheiden müssten und der Dialog darüber werde in den nächsten Wochen und Monaten anlaufen. Es bleibt auch die Erkenntnis, dass die Vergangenheitsbewältigung im Zentrum der Versammlung stand. Der Ausblick in die Zukunft fand durch die Mitglieder und ihre Beiträge gar nicht statt, stattdessen wurde sogar Michael Meeske mit Aussagen von Gerd Schmelzer aus dem Jahr 1991 konfrontiert, Meeske war damals 20 Jahre alt. Es ist verständlich, dass die Mitglieder immer noch die Wunden aus der Baderzeit lecken wollen, allerdings wäre etwas mehr Zukunfszuwendung wahrscheinlich förderlicher gewesen. So wurden einmal mehr viele Konflikte in der Vergangenheit aufgewärmt oder erneut ausgefochten.

Eines war über den gesamten Abend völlig außen vor: Das Sportliche. Mannschaft und Trainer waren wie üblich bis nach den Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat vor Ort (Grethlein: „Ich kann jetzt nicht sagen, die Mannschaft ist entlassen, das wäre fatal, aber wer von Euch heimgehen will, darf gehen.“). Der Bericht von Andreas Bornemann wurde mit höflichem Applaus bedacht und löste kaum Nachfragen aus. Einzig die Erkenntnis, dass stets Transfererlöse erzielt werden müssen, spielte in die sportliche Entwicklung mit hinein. Es mag sein, dass die sechs Punkte aus den letzten zwei Spielen die Lage beruhigt hatten, es mag sein, dass in diesen Versammlungen – gerade in wirtschaftliche schweren Zeiten – andere Dinge im Vordergrund stehen. Aber nach „Wichtig is aufm Platz“ sah der ganze Abend nicht aus.

34 Gedanken zu „Konflikte nur um die Vergangenheit – Die Jahreshauptversammlung 2016

  • Florian, in Deiner hervorragenden Zusammenfassung ist Dir ein für mich neuralgischer Punkt durch die Lappen gegangen:

    Wie geht es mit den beiden wichtigen Hauptsponsoren Wöhrl und Grundig weiter, deren finanzielles Engagement sicherlich im höchsten Maße gefährdet ist?
    Darauf wusste Meeske natürlich keine Antwort oder wich aus.

    Für mich ein Traum wäre eine Kapitalgesellschaft mit einer regionalen Investoren Gruppe rund um fränkische bis nordbayerische, mittelständische Firmen wie Bögl, Schamel, Barth Hopfenhandel und Co, was auch Meeske einmal kurz anriss, jedoch als es um die Frage von Neubauten ging. Das Augsburger Beispiel wäre sicherlich nicht das schlechteste.

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  • Glaub nicht, dass das neuralgisch ist, Meeske meinte ja auch, dass man da erstmal mit denen redet und wenn nichts mehr geht, dann sucht man nach anderen Unternehmen aus der Branche. Vielleicht bin ich da auch zu wenig Franke um emotional betroffen zu sein, aber Sponsoren brechen halt manchmal weg und es klang für mich nicht so als wäre das so, dass man ohne die nicht klar käme. Ohne Grundig sogar nochmejr als ohne Wöhrl, wo Meeske zumindest von „nicht kleinem Paket“ sprach.

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  • Ich sehe irgendwie auch nicht, in welchem Zusammenhang die Themen Grundig und Wöhrl zur JHV stehen würden.

    Ist sicher interessant für die Mitglieder, aber Meeske wird sich hüten, da irgendwelche Wasserstandsmeldungen abzugeben. Was er sagt, ist entweder justiziabel oder er schießt sich damit ins eigene Knie.

    Wenn im Falle eines Falles für ein paar Tage ein Fleckchen frei bleibt, wissen halt wieder alle, was man hätte tun müssen und wer es verpennt hat.

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  • Zwei Positionen in der guv verstehe ich nicht:
    Nummer 8 werbeaufwand: 4,9 mio und
    Nummer 9 transferaufwand:5,8 mio
    Weiss jemand was sich inhaltlich hinter dem werbeaufwand versteckt und fuer welche Spieler wir in der Saison 15/16 5,8 mio ausgegeben haben. Danke.

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  • Ich finde das eine gelungene Zusammenfassung von Dir, Florian. Mal nebenbei: Das ist deutlich sachlicher, informativer und um Klassen besser, als das, was andere Medien zu bieten haben.

    Um noch mal auf die Vergangenheit zu kommen: Warum hat man vor der Saison 2013/2014 das Risiko gesucht? Meine These: Nicht, weil man plötzlich verrückt geworden war, sondern weil man nach den 3-4 soliden, aber dann langweilig gewordenen Dieter-Hecking/Timmy-Simons-Jahren etwas Neues machen wollte. Auch das Publikum wollte nach der „Standardsituationen“-Saison 2012/2013 und „alle-gegen den Ball-Arbeiten-Situationen“ etwas Neues. Das hat man auch in diesem Blog dauernd gelesen. Insofern waren doch viele begeistert, als nach Kiyotake auch Ginzcek, Drimic und Hasebe verpflichtet wurden(offensichtlich zu Top-Konditionen)ohne große Rückfallebene (z.B. vernünftige Ablösesummen). Was man total vergessen hatte: Dazu den richtigen Trainer zu verpflichten und einen adäquaten Simons-Ersatz zu holen. Bader hat gedacht, er bzw. der Club sind jetzt so stabil, dass man das gar nicht mehr braucht. Er hat ja dauernd erzählt, dass der Verein etwas vorgebe und der Trainer dazu passen müsse. Da hat er sich gründlich verrechnet und im Nachhinein wohl naiv den Abstieg des FCN eingeleitet.

    Für die Geschichtsbücher des FCN steht jetzt auch endgültig fest, dass die Kaderzusammenstellung von Bader/Wolf/Möckel zu Beginn der Saison 2014/2015 sowohl sportlich als auch finanziell völlig missraten ist. Es war ja der (richtige) Eindruck vieler, dass Bader nach dem Abstieg mental so ausgebrannt und unter unter Rechtfertigungsdruck war, dass er gar nicht mehr frei handeln konnte. Man hat den Kader – und da muss man jetzt allen Kritikern uneingeschränkt Recht geben – ohne sportliches System nach Scheinkriterien zusammengestellt. Offenbar ist z.B. die Verpflichtung von Jakub Sylvestr nicht nur sportlich, sondern auch finanziell für den Club ein absolutes Desaster, wo gleich mehrere Millionen verbrannt worden sind

    Ich finde es eigentlich richtig, jetzt mal diesen Aufstiegsdruck rauszunehmen und die finanzielle und sportliche Konsolidierung fortzusetzen, ohne den Aufstieg schon wieder erzwingen zu wollen, um wenigstens die 2.Liga wirtschaftlich abzusichern. Es muss ja nicht gleich 9 Jahre dauern. Allerdings ist die Saison 2016/2017 garantiert ein Übergangsjahr. Vielleicht ist es 2017/2018 auch, weil wieder der ganze Sturm geht. Und das tut schon weh genug.

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    • Berlino: Ich finde das eine gelungene Zusammenfassung von Dir, Florian. Mal nebenbei: Das ist deutlich sachlicher, informativer und um Klassen besser, als das, was andere Medien zu bieten haben.

      Vielen Dank. 🙂 Zur Verteidigung der „Kollegen“ (laut Keblawi darf ich die Anführungszeichen weglassen, ich lass sie aber mal drin) ist aber einzuwenden, dass in den Printmedien natürlich zeitlich und platzmäßig eingeschränkt sind und wir natürlich für n viel spezifischeres Publikum schreiben und daher viel mehr in die Tiefe gehen können.

      N bisschen mehr dazu, wie’s ist als Fan journalistisch zu arbeiten, übrigens morgen in der NN. 😉

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    • Berlino:

      Um noch mal auf die Vergangenheit zu kommen: Warum hat man vor der Saison 2013/2014 das Risiko gesucht?

      Das ganze Leben ist ein einziges Risiko.

      Gehst Du auf die Straße, riskierst Du, überfahren zu werden. Bleibst Du im Bett, kannst Du Dich wund liegen.

      Egal was Du machst, einer ist am Ende immer schlauer.

      Mir kommt bei der Risikobewertung jedenfalls weiterhin zu kurz, was denn eine gangbare Alternative gewesen wäre.

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      • Nick: Das ganze Leben ist ein einziges Risiko.

        Gehst Du auf die Straße, riskierst Du, überfahren zu werden. Bleibst Du im Bett, kannst Du Dich wund liegen.

        Egal was Du machst, einer ist am Ende immer schlauer.

        Mir kommt bei der Risikobewertung jedenfalls weiterhin zu kurz, was denn eine gangbare Alternative gewesen wäre.

        Es kommt immer auf die Höhe des Risikos an. Und Meeske sagt schon deutlich, wenn auch vorsichtig, daß das Risiko, das Bader und co. gegangen sind, deutlich am oberen Rand dessen anzusiedeln ist, was in der Liga normalerweise üblich ist.

        Die Alternative wäre z.B. gewesen, bereits 2013/14 nach dem überraschenden Abgang Heckings nicht auch noch bei der Kaderzusammenstellung voll ins finanzielle Risiko zu gehen, sondern erst einmal zu schauen, ob der Plan mit Wiesinger aufgeht und wenigstens noch ein weiteres Jahr einen bescheideneren Kader zusammenzustellen. Und eben z.B. wirklich keinen Drmic zu holen.

        Und nicht sich gehaltsmäßig einen Kader zusammenszustellen, der dann schon in der 2. Saisonhälfte abgespeckt werden mußte, wo also schon da den Spielern signalisiert werden mußte, daß der Verein sie abgeben werde und Vereine gesucht werden mußten, die die nötigen Transferzahlungen bereit waren zu tätigen.

        Die ALternative wäre gewesen, den neuen Spielern aus der 2. und 3. Liga oder aus dem Ausland im 1. Abstiegsjahr nicht 75% höhere Gehälter als marktüblich (laut Bornemann) zu bieten und schon gar keine 3-4 Jahresverträge, die dann laut Meeske eben zu einer Unetrdeckung des Gesamtetats über diese 4 Jahre von 16 Millionen führen mußten. Wohl wissend, daß man mit einem neuen Trainer (Ismael)ebenfalls wieder ein hohes Risiko eingeht.

        Was hohe Transfereinnahmen dringend nötig machte. Und es so eben auch verunmöglichte, Spieler zu halten.

        Die Alternative wäre gewesen, das Geld, das Meeske jetzt einspart im NLZ und in der Verwaltung überhaupt nie auszugeben. Denn es scheint nicht für den Spielbetrieb so notwendig gewesen zu sein.

        Die ALternative wäre gewesen, in ein kalkulierbares Risiko zu gehen und nicht die Unterdeckung mit kurzfristigen hochverzinsten Verbindlichkeiten auszugleichen. Und die Unterdeckung nicht nur für eine Saison zu riskieren, sondern für mehrere.

        Denn das ist ja jetzt das Problem, daß man aus diesen teueren Verträgen, die man sich all die Jahre nicht leisten konnte, auch dieses Jahr noch nicht zur Gänze herausgekommen ist.

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  • Blutgraetsche,
    Das bezieht sich doch auf die letzte Saison. Also wohl auf Verpflichtungen von Kirschbaum, Kutschke …, die ja Bader noch getätigt hat.
    Und an denen er (wenn man Grethleins Aussagen bzgl. möglicher kickbacks als Verdacht gegen Bader versteht) möglicherweise auch noch mitverdient hat.

    Genau das ist der Punkt, den ich nach wie vor kritisiere: man hätte Bader nicht noch einmal eine Mannschaft zusammenstellen lassen dürfen, nachdem er bei der vorherigen schon versagt hatte und nachdem klar war, daß er danach den Verein verläßt.

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    • Florian Zenger | Clubfans United: Beate60, sind vor allem wohl Beraterhonorare, wenn ich Meeske gestern richtig verstanden habe. Ich hab daheim noch die alte PPT vom letzten Jahr, da kann ich auch nachsehen, was letztes Jahr unter den Posten stand.

      5,8 Mio Beraterhonorare als Transferaufwand? Wie hoch waren denn die Transfersummen (also Verkauf und Einkauf), daß solch eine Höhe herauskommt? Muß man da auch berücksichtigen, daß man, um ablösefreie Spieler zu holen dann eben dem Berater was zahlen muß?

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  • Beate60, kann auch sein, dass das neben den Beratern auch die Abschreibung von Buchwerten von Spielern war. Da verlassen mich aber dann meine Grundkenntnisse in Sachen Bilanzierung. Muss die Bilanz-PK noch ansehen, evtl. klärt er es da.

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  • Beate60,
    Dassich die Zahlen auf die Saison 15/16 beziehen ist mir schon klar. Aber bei den von dir genannten kutschke und Kirschbaum reden wir wenn ich mich recht erinnere von 250+100 tsd abloese aber nicht von >5 mio. Wenn sich der Rest durch beraterzahlungen erklären lässt, dann läuft bzw. lief irgendetwas richtig falsch.

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  • Also auf Transfermarkt steht, daß wir 2015/16 für Brecko, Gislason, Kutschke, und Kirschbaum 1,2 Mio bezahlt haben, Möhwald, Sepsi, Margreitter,Leibold , Behrens ablösefrei kamen
    Stark, Schöpf. Colak und Stepinski insgesamt 8,6 Mio an Transfereinnahmen brachten.

    Das würde ja bedeuten, daß wir für eine Transfersumme von 9,8 Millionen einen Transferaufwand von 5,8 Millionen hatten. Irgendwie kann das doch fast nicht sein oder?

    Wenn man es gegenrechnet, wären von den 8,6 Millionen Einnahmen am Ende gerade mal 1,6 Millionen übrig geblieben?

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  • Was mich schon geschockt hat, war, daß die Beleihung des Vereinsgeländes lediglich geholfen hat, einen Kredit für die Umschuldung der Fananleihe zu bekommen, der zu 5% verzinst ist. Daß dabei aber noch keinerlei Tilgung beinhaltet wird.

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  • Hab mir grade die BilanzPK angehört. Da erzählt Meeske, daß die hohen Transferaufwendungen in diesem Jahr der Tatsache geschuldet sind, daß wir an 2 Spielern an Weiterverkaufsverteiligung früherer Vereine mitberücksichtigen mußten.
    Das war zum einen sicher Schöpf. Der andere?

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  • Signing fee mit zwei zentralen Dienstleistern, die der Verein beschäftigt heißt?

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  • Beate60,
    Wie soll eine Beleihung, also ein Darlehen gleichzeitig Tilgung sein? Bzw. mit der Hypothek auf das Vereinsgelände wird doch die Fananleihe zu 100% getilgt, oder umgeschuldet. Wobei ich eine Verzinsung von 5% bei der aktuellen Marktlage schon recht hoch finde, aber bei uns muss wohl schon ein Risikofaktor eingepreißt werden.

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  • Armin,
    Meeske hat gesagt, daß die Lösung mit den 5% dank der Möglichkeit das Vereinsgelände zu belasten möglich wurde, daß er aber noch in Verhandlung mit einer Bank steht, um die 12 Millionen zu bekommen, die er ursprünglich anvisiert hatte. Mit den restlichen Millionen sollte ja für den gesamten Verein in Steine investiert werden.
    Meeske sagt aber, daß das nur dann passiert, wenn er dafür deutlich gute Konditionen bekommt. Weil sich das der Verin ansonsten angesichts der Schulden nicht leisten kann.
    Ich hab auch in Erinnerung, daß Meeske auf der JHV gesagt hat, daß es angesichts der momentanen finanziellen Lage des Vereins nicht möglich war, einen Kredit mit Tilgung zu bekommen, daß man daran aber arbeitet.

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  • Also die Strafe der DFL haben wir bekommen, weil bei der Saisonlanung (unter Bader) die Idee war, ein Darlehen im Laufe des 2. Halbjahres in Höhe von 3-4 Mio in ertragsrelevante Zahlungen umzuwandeln.
    Was nicht funktioniert hat. Da frag ich mich schon, weshalb es nicht funktioniert hat. Lag das dann daran, daß der Darlehensgeber nur mit Woy oder Bader bereit war, diesen Weg zu gehen?

    Der Schöpftransfer sollte laut Meeske dazu dienen diese 4 Millionen, die dann zu der hohen Strafzahlung geführt haben, doch noch kurzfristig reinzuholen.

    Da wundere ich mich allerdings dann schon, wieso er glaubte, daß die DFL es akzeptieren würde, daß man diesen Transfer vor dem 31.12. hätte verbuchen können.

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  • Beate60, nee, er meinte der war vor dem 30.6. durch.

    Signing Fee heißt, dass man mit ner Firma einen Vertrag abschließt und (oft) einen Großteil des Vertragsvolumens auf einmal als „Signing Fee“ zahlt. Die Firma kriegt damit auf einmal viel Geld, den Rest der Laufzeit dafür aber dann kaum mehr was.

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    • Florian Zenger | Clubfans United: Beate60, nee, er meinte der war vor dem 30.6. durch.

      Signing Fee heißt, dass man mit ner Firma einen Vertrag abschließt und (oft) einen Großteil des Vertragsvolumens auf einmal als „Signing Fee“ zahlt. Die Firma kriegt damit auf einmal viel Geld, den Rest der Laufzeit dafür aber dann kaum mehr was.

      Achso bezog sich dann wohl auf das Trikotsponsoring von Wolfmöbel, der jetzt weiter Premiumpartner oder sowas ist, aber nichts mehr zahlen muß, weil er das damals schon bezahlt hat?
      Wer ist der andere Dienstleister? Bisping? Der hat ja gestern gesagt, er spende quasi mehr als er am Club verdiene.

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  • Beate60,
    Naja, egal ob Signing Fee oder nicht, das Sponsoring hat er jedenfalls bezahlt. Nur eben, wie Florian erläuterte, früher oder später.

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  • „2013/14 ist das Jahr, das bis heute unser Handeln determiniert.“ – Wieso? Das war doch die letzte BuLi-Saison. Muß das nicht 2014/15 heißen?

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  • BSE 08, laut Meeske nein. Man sei bereits da ins Risiko gegangen (wohl in dem Glauben etabliert zu sein) und habe da mit ner erheblichen Unterdeckung operiert, die sich dann durch Trainerentlassung, Nachkäufe und Abstieg nicht mehr korrigieren hat lassen.

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  • Florian Zenger | Clubfans United,

    Naja, dass wir etabliert waren galt da ja doch auch als gewisser Konsens. Bader hat da vielleicht eher im Sinne „des Umfelds“ gehandelt, als wir heute evtl. zugeben wollen. Der Blick ging da schon nach oben, weshalb jemand wie Drmic schon ein gewünschter Transfer war. Und auch wenn es natürlich überheblich gewesen wäre, die Möglichkeit Abstieg komplett auszuschließen, lief da schon recht viel unglücklich in der Saison.
    Ob die Saison ohne Abstieg dann im Nachhinein auch als unverhältnismäßig hohes Risiko gesehen worden wäre?

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    • Soeren: Florian Zenger | Clubfans United,

      Naja, dass wir etabliert waren galt da ja doch auch als gewisser Konsens. Bader hat da vielleicht eher im Sinne „des Umfelds“ gehandelt, als wir heute evtl. zugeben wollen. Der Blick ging da schon nach oben, weshalb jemand wie Drmic schon ein gewünschter Transfer war. Und auch wenn es natürlich überheblich gewesen wäre, die Möglichkeit Abstieg komplett auszuschließen, lief da schon recht viel unglücklich in der Saison. Ob die Saison ohne Abstieg dann im Nachhinein auch als unverhältnismäßig hohes Risiko gesehen worden wäre?

      Sehe ich auch so. Es gab zahlreiche Stimmen, die attraktiven und offensiveren Fussball forderten, denen die Perspektive „der Klassenerhalt ist jedenfalls ein Erfolg“, den Martin Bader zurecht propagierte, zu wenig war. Dementprechend investierte man mit Ginczek und Drmic kräftigst in die Offensive und vernachlässigte die Defensive, denn der Abgang von Simmons und Klose wurde nicht aureichend kompensiert. Aber ich muss ehrlich sein, mit einem Abstieg habe auch ich vor der Saison keinesfalls gerechnet.

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