„Hopp oder top. Ein Unentschieden würde überraschen.“

Im Exklusivinterview vor dem 2. Liga-Spiel 1. FC Nürnberg beim VfB Stuttgart: Martin vom Podcast BrustringTalk

Ginczek, Didavi, Cacau, Gebhart, Kirschbaum und natürlich Raphael Schäfer – den FCN und den VfB verbinden einige Personalien der jüngeren Vergangenheit. Und mit dem VfB verbindet sich untrennbar das wohl für beide Vereine unvergessbare Jahr 2007, als die Schwaben vollkommen überraschend Meister unter Armin Veh wurden und der Club unter Hans Meyer eben diesen frischgebackenen Meister mindestens ebenso vollkommen überraschend im DFB-Pokalfinale bezwang. 2007. Das letzte Jahr, in dem man bei beiden Vereinen seinen Briefkopf ändern durfte/musste. Neun Jahre später trifft man sich in Liga 2 wieder und beide Seiten dürften sich fragen: Wann genau haben wir eigentlich die falsche Abzweigung genommen?

Zweite Liga. Fernab von Geldtöpfen und Hochgeschwindigkeitsfussball. Da wo die Bälle noch auf 5 Meter verspringen, die Anstoßzeiten auf Rentnern, Arbeitslose und Schulkinder zugeschnitten sind und man für die Spieltagszusammenfassung ins Privatfernsehen wechseln muss, um sich in der Halbzeit der Zusammenfassung Verbraucherinformationen präsentieren zu lassen. Und trotzdem fühlt sich diese zweite Liga dann doch gar nicht so schlimm an, wie mancher vielleicht denkt. Zweite Liga ist eben auch der Hort des Who-is-who der Traditionsmannschaften, wo sich der „Club“ am Millertor mit St. Pauli misst, Düsseldorf in Bochum kickt und sich Stuttgart in Dresden beweisen muss. Natürlich schmerzen manche spielerischen Defizite des Personals, aber eigentlich schmerzen nur halbleere Ränge, doch das liegt ja nur am Fanzuspruch selbst. Ob Duelle gegen Ingolstadt, Wolfsburg, Hoffenheim oder Augsburg wirklich so erstrebenswerter sind? Oder sich von Reichen und Neureichen wie Leipzig, München oder Dortmund zerlegen zu lassen?

Geschmackssache. Und vor allem aktuell eben eh nicht zu ändern, findet auch unser Interviewpartner Martin vom BrustringTalk, dem vor allem auch die häufigere Anzahl von Erfolgserlebnissen in Form von Siegen durchaus besser schmeckt als die Tristesse andauernden Abstiegskampfs in Liga 1. Quasi Wellness-Urlaub im Unterhaus – nur allzu lange soll das ganze natürlich dann doch nicht dauern. Denn gelingt der Wiederaufstieg nicht in absehbarer Zeit, droht aus dem Gastspiel eine Festanstellung zu werden – mit bitteren Konsequenzen. Denn im Fußball ist trotz schwallartigem Geldregen kein Platz für Romantik und Rettungsschirme. Wer nicht oben mitmischt, der wird durchgereicht. Auch 2017 hat man allen Bestrebungen, die Geldverteilung aus dem TV-Geldsegen auf eine andere Basis zu stellen, eine Absage erteilt. Wer nicht mit oben schwimmt, säuft irgendwann ab. Das ist in Nürnberg so, das ist auch in Stuttgart zu, daher ist ein direkter Wiederaufstieg für die Schwaben quasi alternativlos. Sonst droht dem Verein das Los, das den FCN bereits ereilt hat: Die Notwendigkeit ständigen Substanzverlusts, um finanzielle Lücken zu stopfen, mit der Folge, dass die Chance der Spirale zu entkommen immer kleiner wird. Und dann macht auch Liga 2 keinen Spaß mehr.

Interview mit BrustringTalk

[Clubfans United] Hallo Martin, willkommen bei Clubfans United. BrustringTalk gibt es als VfB-Podcast seit März 2016, wie man eurer Website entnehmen kann. Was veranlasst Fans ausgerechnet im Abstiegsjahr einen Podcast zu starten?

[BrustringTalk] „Der Zeitpunkt sieht zugegeben etwas ungeschickt aus. Die Idee für den Podcast hatten wir schon im Sommer ein Jahr zuvor, aber bis dann wirklich die erste Ausgabe online ging sind eben noch viele Monate ins Land gegangen. Im März sah es auch noch nicht ganz so bescheiden aus in der Bundesliga, da war für uns alle gefühlt der Abstieg überhaupt kein Thema. Den ersten Sieg konnten wir in unserem Podcast allerdings wirklich erst in der 2. Liga besprechen. Der Zusammenhang zwischen dem Start des Podcasts und den ausbleibenden Siegen hat uns dann doch etwas zum grübeln gebracht.“

[Clubfans United] Kurz gefragt: Wie schmeckt die 2. Liga?

[BrustringTalk] „Überraschend gut. Wenn ich in die Bundesliga hochschaue und sehe dort RB, Bayern, Hoffenheim, Ingolstadt, Leverkusen, Wolfsburg, dann muss ich sagen – soooo schlecht ist die 2. Liga gar nicht. Viele interessante Vereine mit schönen Stadien, aktiven Fanszenen. Alleine unsere zwei ersten Spieltage mit St. Pauli und Düsseldorf haben sich mehr nach Bundesliga angefühlt, als es sich Wolfsburg oder Ingolstadt jemals tun werden. Gut, der Cut mit Sandhausen war dann hart, wobei es ein geiles „Auswärtsspiel“ war. Lautern, 1860, jetzt der Club. Von den Namen und Fans her macht das schon ziemlich Spaß. Netter Nebeneffekt: wir hängen nicht wie die letzten Jahre im Abstiegskampf drinnen und können uns ab und an mal über einen Sieg freuen, sondern das gute Gefühl eines Sieges stellt sich zum Glück gerade öfters ein.“

[Clubfans United] Für gewöhnlich sagt man, dass gerade Absteiger mit viel Tradition und langer Bundesliga-Zeit große Probleme nach dem Abstieg bekommen. Personeller Umbruch im Kader und Führungswechsel sorgt für Unruhe, dazu kommen die Besonderheiten des Spielstils in der 2. Liga. Nun habt ihr beim VfB im Grunde alles gehabt – gerade die Geschichte mit Luhukay und Schindelmeiser ging groß durch die Presse. Und trotz allem nebst durchwachsenem Saisonstart ist der VfB auf Kurs, liegt auf einem direktem Aufstiegsrang. Ist die Qualität im Kader des VfB einfach doch groß genug, um allen Widrigkeiten zu trotzen?

[BrustringTalk] „Für die Unruhe, die wir die ersten Spiele hatten, mit neuem Sportdirektor, der noch ein paar – in meinen Augen – gute Transfers aus dem Hut gezaubert hat, mit einem vor allem spielerisch sehr schweren Start, dem Trainerwechsel, der 0:5 Klatsche in Dresden, stehen wir zugegeben relativ gut da. Wir haben drei mal verloren, vor allem die ersten Spiele spielerisch nur sehr dürftige Leistungen abgeliefert. Einerseits zeigt es, dass die 2. Liga schon nicht so wirklich stark ist, wenn du mit solchen Leistungen aktuell auf Platz 2 stehst. Und dann haben wir halt doch den ein oder anderen Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Also Beispiel sei hier z.B. Maxim genannt, der mit einer feinen Einzelleistung den Ausgleich gegen St. Pauli geschossen hat oder auch Carlos Mané, der für mich nicht wirklich ein Zweitligakicker ist. Bundesligatauglich ist der Kader mit Sicherheit (aktuell) nicht, aber du hast halt einfach einige Spieler, die den Unterschied ausmachen können, was bisher nicht zu unserem Nachteil war.“

[Clubfans United] Rückschläge sind immer drin. War das 0:5 in Dresden ein Ausrutscher oder doch ein mahnender Fingerzeig, die 2. Liga nie zu unterschätzen, sonst ist man auch schnell wieder raus aus der Spur in Richtung Aufstieg?

[BrustringTalk] „Es war beides. Es war ein rabenschwarzer Tag, wobei es 30 Minuten ja noch okay aussah, danach lief dann halt überhaupt nichts mehr. Generell sind wir nach Rückständen oder einem Ausgleich oft noch nicht gefestigt genug, da einfach das Spiel weiterzumachen. Und das Hauptding ist eben, dass man auch in der 2. Liga nicht mit halber Kraft aufsteigen wird. Bei einigen Spielern scheint mir das einfach noch zu arg im Kopf zu sein. Gerade am letzten Spieltag bei Union Berlin. Der VfB hat eigentlich alles im Griff, es fällt der Ausgleich und am Ende schwimmst du und der Gegner hat einige Großchancen. Auch ein VfB mit vielen guten Spielern, muss 90 Minuten dran bleiben und jedes Spiel sehr konzentriert angehen, sonst wird das nichts mit dem Aufstieg. Aktuell habe ich aber ein gutes Gefühl, dass Wolf diesen VfB-Schlendrian, der sich über Jahre eingeschlichen hat, langsam rausbekommt.“

[Clubfans United] Der 1. FC Nürnberg hat den Abstieg überhaupt nicht gut vertragen. Vor allem die maroden Finanzen ließen im Grunde schon den ersten Kraftakt mit Ziel „direkter Wiederaufstieg“ im Grunde gar nicht zu, danach wurde es immer schlimmer und heute müssen wir jeden Euro umdrehen, müssen vielleicht sogar im Winter weiter verkaufen. Wie lang könnte sich der VfB Zweitklassigkeit wohl leisten, bevor es ans Eingemachte geht und ein Schicksal wie Kaiserslautern, Düsseldorf oder Bochum droht? Einst Bundesliga-Inventar, heute maximal jährlich im erweiterten Kandidaten-Kreis für den Aufstieg.

[BrustringTalk] „Die Stimmen bzw. Ansagen von den Verantwortlichen sind in dieser Beziehung eigentlich recht klar, wir müssen direkt wieder aufsteigen und wir haben auch nicht arg viel Spielraum, wenn es nicht klappen sollte. Einerseits weil Sponsoren, Fernsehgelder und vermutlich auch die bisher sehr gute Zuschauerresonanz zurückgehen wird, aber auch weil spätestens uns dann viele Spieler verlassen werden. Einige Spieler sind geblieben, weil „ein Jahr 2. Liga machen wir mit“ noch machbar ist. Mit einem zweiten Jahr zweite Liga sind aber Spieler wie Maxim, Baumgartl, Ginzcek und andere mit großer Wahrscheinlichkeit weg. Damit verlieren wir dann auch den Vorteil den wir aktuell haben, die individuelle Klasse, die uns manchmal den Arsch rettet. Und mit dem zweiten Jahr in der 2. Liga sehe ich uns dann eher auf einem Weg, wie er leider den von euch angesprochenen Vereinen eingeschlagen wurde.“

[Clubfans United] Beim Club sieht man sein Heil auch und gerade in der Jugendarbeit und setzt auf sein NLZ. Der VfB galt lange als eines der Vorzeige-Modelle für erfolgreiche Jugendarbeit, doch zum einen sind die großen Erfolge schon etwas Geschichte (letzter A-Jugendmeister ist über 10 Jahre her), zum anderen scheint gerade daran der Verein auch manchmal fast zu zerreißen, wenn man das von außen so kommentieren darf. Der Wunsch ganz im Geiste von Hansi Müller oder Karlheinz Förster die eigene Mannschaft im Kern aus der Jugend zu stellen versus dem Anspruch in der Bundesliga um die internationalen Plätze zu spielen. Daran sollen beim VfB schon Trainer gescheitert sein. Wie schätzt ihr das ein? Ist die Nachwuchsarbeit heute überhaupt noch ein Weg, oder gehen die ganz großen Talente eh nur dahin, wo heute schon das große Geld lockt?

[BrustringTalk] „Die Jugendarbeit war das Steckenpferd des VfB Stuttgart, dafür wurden wir gelobt und es gab Zeiten, da hatte man das Gefühl, es kommen immer weitere gute junge Spieler nach. Dann kam Fredi Bobic. Und er hat in vier Jahren die Jugendarbeit, den kompletten Unterbau des VfB Stuttgart zerstört. Es wurden Kumpels installiert und die besten Leute sind Richtung RB Leipzig oder Hoffenheim abgewandert. Wie den ihre Jugendarbeit aktuell dasteht wissen wir leider. Jan Schindelmeiser möchte das Thema wieder in richtige Bahnen leiten. Da neuen NLZ wurde erst neulich eröffnet und ab nächsten Jahr hat der VfB einen sehr nahmhaften Partner für die Jugendarbeit. Porsche steigt in grüßerem Umfang beim VfB ein und man möchte die Jugendarbeit wieder zu dem Aushängeschild machen, welche sie einmal war. Ich finde die Jugendarbeit ist ein sehr wichtiger Teil, gerade für Vereine wie den VfB, weil es uns das einerseits ermöglicht gute Spieler selbst auszubilden und – auch wenn es aus Fußballromantiksicht traurig ist – damit auch gutes Geld verdienen können. Wir konkurrieren jetzt hier im Süden halt leider mitterlweile mit Hoffenheim und Freiburg, d.h. der Kampf um gute Talente wird nicht einfach. Bis aus unserer Jugend allerdings wieder Spieler hervorgebracht werden wird es meiner Meinung nach einige Jahre dauern, so lange bis der Scherbenhaufen von Fredi Bobic aufgekehrt ist.“

[Clubfans United] Wie tief sitzt dennoch der Frust, wenn man dann einen Timo Werner RB Leipzig zur Tabellenführung schießen sieht? Schmerzensgeld in Höhe von kolportierten 10 Millionen hin oder her.

[BrustringTalk] „Aktuell denkste schon eher, wo würden wir stehen, wenn… Aber generell weine ich anderen Spielern mehr nach als ihm. Ärgerlich ist es vor allem aus dem Grund, dass ein Spieler beim VfB mal wieder falsch eingesetzt wurde, vor allem aber mal wieder falsch eingeschätzt wurde. Am Ende hat es nicht mehr gepasst und er stagnierte beim VfB und durch den Abstieg war ein Wechsel dann leider vorprogrammiert. Durch einige Aussagen von Werner seit er bei RB ist, fällt mir der Abstand zu ihm aber recht leicht.“

[Clubfans United] Ein Wort zu Thorsten Kirschbaum: Der Keeper, einst beim Club ja ausgebildet, wurde noch von Martin Bader vom VfB zum FCN geholt. Aber Kirschbaum konnte lange die Hoffnungen nicht erfüllen, die man in ihn setzte, sorgte dabei selbst immer wieder bei kuriosen Gegentoren für Zweifel. Heute ist Kirschbaum endlich eine echte Bank. Dennoch ein Rückblick: Wie habt ihr Kirschbaum erlebt? Warum konnte er sich bei euch nicht durchsetzen?

[BrustringTalk] „Wir hatten zu der Zeit „Euer Ulle“ im Tor. Der wurde, getragen davon, dass er aus der Jugend kam, von vielen Fans sehr hoch eingeschätzt. Für die meisten VfB Fans war es also ein Unding den Stuttgarter Junge gegen einen neuen Torwart auszutauschen. Viele Trainer wollte sich es auch da nicht mit den Fans verscherzen, Labbadia hat einen gewissen Bernd Leno seinerzeit auch keine Chance gegeben, der sportlich deutlich besser war und natürlich immer noch ist. Es gab dann das Pro-Ulle-Lager und das Bringt-endlich-Kirschbaum-Lager, da sich die Unsicherheiten von Ulle häuften und er einfach keine Ruhe und Sicherheit für die Abwehr austrahlen konnte. Dann kam Kirschbaum, leider war er dann auch nicht wirklich der Rückhalt. Mir bleibt vor allem das 4:5 in Frankfurt in Erinnerung, wo Kirsche bei fast allen Treffern unglücklich aussah. Das Pro-Ulle-Lager sah sich damit bestätigt und ein paar Wochen und Fehler später, stand Ulle wieder im Tor. Leider, ich hätte ehrlich lieber an Kirsche festgehalten und freu mich, dass er jetzt in Nürnberg angekommen ist (und Schäfer verdrängt hat 😉 zu dem wir hier in Stuttgart ja nicht so das beste Verhältnis haben).“

[Clubfans United] In Nürnberg diskutiert man derzeit die e.V.olution, die Ausgliederung der Fußball-Abteilung aus dem Verein, um sich auch Sponsoren mehr zu öffnen. Der VfB ist als einer der letzten echten e.V. verblieben. Wie steht man beim VfB zu solchen Tendenzen? Oder hat man das Dank großzügigem Automobil-Sponsor gar nicht nötig da aktiv zu werden?

[BrustringTalk] „Zuerst muss man sagen, dass der Automobil-Sponsor gar nicht so großzügig ist, wie man meinen könnte. Ich habe die Woche gelesen, dass Wolfsburg jährlich mit gut 100 Mio von VW unterstützt wird. Wir dürften hier bei Trikotsponsoring und ein zwei anderen Tätigkeiten bei zehn Prozent davon liegen. Die Ausgliederung ist seit Jahren ein heißes Thema auf jeder MV. Auf der einen Seite hast du ganz klar die Ultras, die komplett dagegen sind. Es gibt sehr viele Stimmen, die sagen, ja, aber es muss halt alles passen. Da wir den leitenden Angestellten vom VfB seit Jahren nicht über den Weg trauen können, ist der Tenor sehr oft „denen vertrauen wir unseren Verein nicht an“. Sprich die neue Führung muss hier erst generell einmal wieder ein Vertrauen aufbauen, was über Jahre gelitten hat. Es gibt eine „Vereins-Entwicklung“ (nur echt mit dem Bindestrich), die die Mitglieder ins Boot holen wollte, es gab Regionalversammlungen, Workshops zum Sammeln von Ideen, Wünschen und Vorschlägen. Leider wurde davon nicht viel bei der Satzungsänderung zur letzten MV berücksichtigt, weswegen diese auch von den Mitgliedern deutlich abgelehnt wurde. Das Thema ist in Stuttgart allerdings noch nicht gegessen und Dietrich wird alles daran setzen, die Ausgliederung voranzutreiben. Der Verein ist gefühlt durch Dietrich und den Wunsch zur Ausgliederung schon stark zweigeteilt und es besteht zu befürchten, dass die zwei Seiten noch weiter auseinanderdriften. Generell sehe ich es so, wie viele andere auch, dass man sich dem Thema nicht verschließen kann, aber es müssen alle Rahmenbedingungen passen. Der Abstieg scheint mir allerdings auch nicht der passte Zeitpunkt zu sein, das Thema voranzutreiben. Vermutlich werden wir aber der letzte e.V. sein, der deutscher Meister wurde.“

[Clubfans United] Zwischen VfB und FCN sind vor allem diverse Leihgeschäfte beim Club-Anhang zuletzt im Gedächtnis hängen geblieben. Sportlich war die Fahrt ins Schwabenland die letzten Jahre fast immer eine Reise wert gewesen. Unvergessen das 1:4 im Jahr 2011 mit „ausgerechnet Schieber“. Wie ist euer Verhältnis zum Club aus Nürnberg im Allgemeinen und im Speziellen?

[BrustringTalk] „Der Club war in den letzten Jahren öfters nicht wirklich ein gern gesehener Gast, was jetzt allerdings nicht die Fans betrifft, sondern die Punkteausbeute des VfB. Die Fahrten nach Nürnberg waren da schon deutlich erfreulicher für uns. Wie die Ultras zum Club stehen, da muss ich wirklich passen. In meinem Umfeld gehört der Club auf jeden Fall zu den Vereinen, denen man positiv gegenübersteht. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ihr euer „der Club is a Depp“ so schön mit Leben füllt, d.h. auch wenn es Scheiße läuft versucht das noch mit Humor, Ironie oderwasauchimmer zu nehmen. Wenn es darum ging „warum ist die 2. Liga gar nicht mal so schlecht“, wurde Nürnberg auch immer wieder als Grund aufgeführt. Für mich, da ich zu einigen Club-Fans offline und auch über Twitter gute Kontakte habe, definitiv einer der Vereine die für mich zu den Sympathischen gehört – und das sind wirklich nicht viele.“

[Clubfans United] Apropos Verhältnis – ein Frage off topic: Beim Club kocht zuletzt ein Konflikt zwischen Ultras und Verein etwas höher, weil der Verein den ständigen Problemen durch Pyro & Co., auch wegen der fälligen empfindlichen Strafen in angespannter Finanzsituation, nun durch Sanktionen gegen diese Fangruppierung entgegnet. Ohne ins Detail gehen zu können und zu wollen: Wie weit weg sind Ultra-Gruppierungen aus deiner Sicht heute eigentlich vom „normalen“ Fan, dem Verein oder der Realität des Fußballs insgesamt? Oder ist das – um ein modernes Wort zu nutzen – eine Parallelgesellschaft, bei der die eigentliche Sportveranstaltung nebst Anhang nur noch die Bühne ist?

[BrustringTalk] „Sie leben natürlich schon ein bisschen in ihrer Blase, werden aber auch oft zu hart angegangen, auch von den normalen Fans. Dieses „wir könnten auch ohne die“ und „dieser Dauer-Sing-Sang“ ist eben auch einseitig aus „Normalfansicht“ gedacht. Weil dann wäre halt in den meisten Stadien Ruhe im Karton und das wäre dann auch nichts mehr, nichts für die Spieler, nichts für die Vereine. Daniel Ginzcek hat uns am Mittwoch erst wieder erzählt, wie geil es ist, wenn die Fans einen pushen und das es eine Mannschaft zum Sieg tragen kann. Und diese Anfeuerung geht halt fast nur von den Ultras aus. Sie sorgen für Stimmung, geben wirklich oftmals alles für den Verein, mit Auswärtsfahrten, Choreos usw., haben natürlich auch ihre eigenen Ansichten und Meinungen. Muss man nicht alles gut finden, auch nicht alle Entwicklungen die es in der letzten Zeit gab. Für mich gehören Sie aber auf jeden Fall dazu und sind gerade in Stuttgart ein unverzichtbarer Teil, sonst wäre im Neckarstadion mal gar nichts los. Vielen Vereinen wäre es wohl lieber, wenn die Spiele noch „familienfreundlicher“ werden würden mit weniger oder keinen Ultras. Aber gerade mit den tollen stimmungsvollen Bildern von den Kurven, werben sie dann doch gerne. Wenn die Ultras in Zukunft nicht zu arg ihr eigenes Ding machen, denke ich schon, dass Vereine und Fans weiterhin von ihnen profitieren können.“

[Clubfans United] Was für ein Spiel erwartet ihr euch am Montag? Beide Teams im Grunde gut drauf, der FCN in der Liga gar 7 Spiele ungeschlagen, beide haben aber auch ein Remis im letzten Spiel akzeptieren müssen. Ein 1:1, das Standardergebnis der letzten Jahre, würde wohl keinen überraschen?

[BrustringTalk] „Ein Unentschieden würde mich fast überraschen. Bis auf das 1:1 bei Union Berlin waren unsere letzten Spiele doch eher hopp oder top. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir am Montag Abend einen Sieger erleben werden. Nürnberg kommt mit einer wirklich starken Serie von sieben ungeschlagenen Spielen, von außen betrachtet aber einer trotzdem leicht absteigenden Tendenz. Wir haben uns nach dem 0:5 in Dresden ganz gut gefangen und gefestigt. Die ersten 60 Minuten gegen Union waren richtig gut, leider haben wir die Tore nicht gemacht, was diese Saison schon ab und an unser Manko war. Mit Hannes Wolf haben wir zum ersten Mal seit langem einen Trainer, der die Mannschaft auf den Gegner einstellt bzw. anpasst. Das ist für uns ungewohnt, gibt mir aber die Hoffnung, dass wir das Ding gewinnen und die Steilvorlage mit dem Unentschieden von Hannover nutzen und den Abstand nach hinten vergrößern. So, eigentlich. Nun ist unser VfB, bei uns auf jeden Fall dafür bekannt, dass Steilvorlagen fast nie genutzt werden. Insofern, eure Chance.“

[Clubfans United] Wir danken für das Interview. Vielleicht hast du zum Abschluss noch eine Anekdote für uns dabei, die unsere beiden Vereine betreffen? Das Schlusswort gehört wie immer unserem Gast…

[BrustringTalk] „Sehr gerne und ihr habt euch auch klasse Fragen rausgesucht, da hat das Antworten auch Spaß gemacht. Die Saison 20006/07 ist ja euch und uns in guter Erinnerung. Wir trafen ja am ersten Spieltag aufeinander, die Mannschaft wurde gefühlt ganz gut ergänzt und ging dann mal gepflegt 0:3 gegen euch unter. Die Stimmung war natürlich ruiniert, so war der Saisonauftakt nicht gedacht. In vielen Schwaben kam da der Bruddler durch und auch zugegeben ein bisschen in mir und ich konnte mir nicht vorstellen mit diesem Trainer und der Truppe in der Saison noch irgendwas zu erreichen. Ich lies mich kurz auch schon dazu hinreissen, den Trainer zu verfluchen – war gut, dass es nicht geklappt hat mit dem verfluchen und Armin Veh uns zum Meistertitel gebracht hat.“


Das Interview führte Alexander Endl (Clubfans United) mit Martin von BrustringTalk am 26./27.11.2016 via E-Mail.

Steckbrief für Gastleser: Clubfans United ist ein Fußballmagazin für Fans des 1. FC Nürnberg. Clubfans United beschäftigt sich allerdings nicht mit der Fanszene im Speziellen (eher im üblichen Rahmen einer Berichterstattung), schreibt auch nicht aus oder über „die Kurve“ oder Erlebnisse rund um den Stadionbesuch, sondern vielmehr über den Sport, den Verein (fokussiert auf den Profi-Fußball) und die mediale Berichterstattung. Wir sind also mehr Sportmagazin als Fanmagazin in dem Sinne, nur eben, dass wir das als Fans betreiben und auch aus dem Blickwinkel schreiben. Alles weitere bei Interesse etwas ausführlicher hier: clubfans-united.de/was-ist-das-hier

85 Gedanken zu „„Hopp oder top. Ein Unentschieden würde überraschen.“

    • Mir fehlt der Relegations-Daumen in der Horizontalen.

      Morgen geht unsere Serie zu Ende…

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  • Interessantes Interview

    Worüber ich mir nicht ganz klar werde ist, nachdem Schwartz öffentlich beim VFB von einer „Weltauswahl“ in der 2.Liga sprach Weltmeister und internationale Spieler des VFB aufzählte, ist das Taktik um gleich mal die Favoritenrolle eindeutig zum VFB zu schieben oder um die Erwartungshaltung der eigenen Fans vorab einzudämmen oder beides? …

    Ich halte egentlich nichts davon den Gegner vorher schon stark zu reden, daher hat mich das gewundert.

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    • An sich müßig, da drüber zu diskutieren.

      Aber wenn der Tabellenzehnte beim Tabellenzweiten antritt, ist die Favoritenrolle doch i.A. eh recht klar vergeben.

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      • Du hast die eigentliche Frage nicht verstanden ob man den Gegner mit Attributen wie Weltauswahl in der 2.Liga usw. vor dem Spiel noch stark reden muss, warum man sich selber so klein macht. Mein Stil wärs nicht. Aber vielleicht ist das ja schwäbische Bescheidenheit

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        • Ja gut, da hast du sicherlich recht.

          Aber dass wir nicht gerade nen Kommunikationsprofi als Trainer haben, ist nun auch nichts neues… Und dass AS in der Kabine mitreißende Motivationsreden hält, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen, von daher muss sich die Mannschaft so oder so mental selbst vorbereiten.

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  • Die Ultras als „unverzichtbarer Teil, weil sonst im Stadion „mal gar nichts los“ wäre???

    Als ob im Stadion „nichts los gewesen wäre“, als es die Ultras noch nicht gegeben hat. Als ob die Mannschaften vor dem Erscheinen der Ultras nicht gepusht worden wären.

    Meiner Erinnerung nach war der Support im Club-Stadion vor den Ultras besser, weil spielverlaufsbezogen. Und er wäre es auch heute, wenn die Kurve am Erfolg der Mannschaft und nicht an pubertärer Selbstinszenierung interessiert wäre. Aber vielleicht ist ja in Stuttgart alles anders (gewesen)…

    „Unverzichtbarer Teil“???

    Wenn ich nur an die ganzen Strafzahlungen denke…

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    • Also in meinem Aspekt, bzw. meiner Beurteilung der Ultras ging es vor allem um die Sicht in Stuttgart. Für andere Vereine kann und wollte ich da nicht sprechen. Bei uns war, bevor das CC97 anfing, wirklich nichts mehr los im Stadion. Ich kenne das Stadion seit den End-Achtzigern, aber gerade Anfang Neunziger ging wirklich nichts mehr, außer einem V-V-VfB war nichts im weiten Rund zu hören.

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    • Sehe ich genauso.

      Als ich in den 90er mit Dauerkarte in Block 7 stand, war das einfach nur eine Gemeinschaft von Menschen, die Lust hat, ihre Mannschaft lautstark anzufeuern. Wir haben gesungen, geklatscht, geschimpft, gejubelt, etc, abhängig vom Spielverlauf. Aber soll mir keine erzählen, dass da keine Stimmung im Stadion war.

      Ich finde sogar, „wir“ waren damals besser in der Lage, die Stimmung aus der Kurve auf’s ganze Stadion zu übertragen, sei es mit Laola-Wellen, „steht auf wenn ihr…“ oder Texten, die 1. jeder mitsingen konnte und 2. viele mitsingen wollten, weil’s halt zum Spielverlauf und damit zur aktuellen Gemütslage aller passte.

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  • Aber vielleicht ist ja in Stuttgart alles anders (gewesen)…

    So wie ich es erlebt und auch von (älteren) Leuten aus dem Block gehört habe, sind die Ultras dort zwar für eine 100%tige Anhebung der Lautstärke verantwortlich aber trotzdem nur wenig gelitten.

    Ist halt auch eine riesige Schüssel, wenn da der brave Landmaschinenvertreter von der Alb vor sich hinbruddelt, verliert sich das schnell im weiten Rund.

    Ich denke, es gibt nichts zu verlieren und ein Remis ist allemal drin, zumal die allgemeine Erwartung von einem klaren und schon fixen VfB-Sieg ausgeht. Und genau da gilt es anzusetzen.
    Der Alois macht das schon, der weiß wie man schwäbische Überheblichkeit wieder einfangen kann.

     

     

     

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  • 3:1 für Stuttgart, weil der ringgebrüstete Blogger Recht hat, unsere Tendenz geht nach unten und von kreativen Einfällen bei Personalfragen seit dem Trainerwechsel weit und breit nix zu sehen ist.

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    • Da bin ich ausnahmsweise mal bei dir. Nicht ob der fehlenden kreativen Einfälle des Trainers (was genau soll das sein?), sondern weil die Club Abwehr neu formiert werden muss und  mit dem VfB Stg einen echten Qualitätssturm entgegengestellt bekommt.

      Einziger Hoffnungsschimmer: Das aloissche-sandhäusche Umschaltspiel blitzte in den letzten Wochen ansatzweise auf. Wenn die Mannschaft es schafft mit wenigen (präzisen) Bällen schnell nach vorne zu kommen, dann kann was gehen. Hoffentlich reißt zumindest die Serie des „in jedem Spiel ein Treffer“ nicht. Ist nicht mehr weit bis zum eingleisigen 2 Buli Rekord!

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      •  weil die Club Abwehr neu formiert werden muss…

        Statt „neu formiert“ sollte man eher „re-formiert“ sagen, denn wenn die Rückkehrer Margreitter und Bulthuis wieder spielen sollten, hätten wir wieder die etatmäßige IV auf dem Platz. Vielleicht hält Schwartz aber auch an den „Vertretern“ Hovland und Mühl fest, weil er von ihnen überzeugt ist. Schwartz hat in der IV die Qual der Wahl (aus vier mach zwei). Das ist doch eine Stärkung und keine Schwächung. Ersetzt werden muss allenfalls Brecko, den hier viele ohnehin nicht in der Startelf sehen wollen und an dessen Stelle Kammerbauer oder Hovland spielen können. Ich sehe im Hinblick auf das heutige Spiel keine personellen Engpässe in der Abwehr.

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        • Ich gehöre allerdings nicht zu „den Vielen“ und sehe durchaus leichte Probleme. Sepsi hat nur eingeschränkt trainiert, für Brecko gibt es keinen „gelernten“ Ersatz. Sollte Hovland/Mühl seinen Platz einnehmen ist die Abwehr deutlich re-formiert, da dann für die IV jemand nachrückt, der vor kurzem erst ins Training zurückkehrte. Zudem kommt spielt mit Salli wieder jemand vor der AV, der nicht so konsequent Abwehrarbeit leistet wie bspw. Kempe und sich durchaus auch mal eine ungestüme Karte abholt. Wird spannend zu sehen, ob der penible VfB Trainer solche taktischen Feinheiten ausnutzen wird.

          Gegen die vermeintlich Großen schnitten wir bisher sehr gut ab, die Mannschaft wird sicher „höggschd motiviert“ sein. Ich gehe mit einem skeptischen Grundgefühl in die Partie und hoffe auf Widerlegung meines Gefühls in 90 min.

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  • 2:1 für unseren Glubb! 😎😎

    Ich sollte auf dieses Ergebnis wetten, danach wäre ich reich 😂

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  • Mit einem hat er auf jeden Fall Recht: ohne Ultras hätten wir keine Stimmung im Stadion. Erinnere mich gut als die Blöcke 7-9-11 die ersten 20 oder 30 min den Support eingestellt hatten. War ja fast gespenstisch. Ausserdem find ich einige Lieder und Texte sehr geil: Oh mein FC Nürnberg ich liebe nur dich…/wenn du mich frägst wer Meister wird/Seht ihr die Fahnen wehn../etc.

    Von den Sitzplätzen würde es eher Unmutbekundungen und Genörgel geben. Erleb das permanent Auswärts wie z. B. in Aue wo es nur einen Stehblock für alle Gäste gab. Da stehen die Motzkis hinter Dir und sind nur am kritisieren.

    Alles andere was UN und BDA derzeit veranstalten find ich vereinsschädigend, selbstdarstellerisch und egoistisch. Oder warum prügelt sich die BDA mit den Horridos net auf irgendeiner Wiese oder im Wald. No Publicity, no honour. Bin deshalb aus dem Förderkreis Choreo ausgetreten und werde Beiden Gruppierungen im Stadion nichts mehr spenden.

    2:0 für uns heut Abend!!!

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    • Dieses Argument wird ja immer wieder genannt, aber man braucht dafür keine Ultras, BDA o.ä.

      Es würde vielleicht ein bisschen dauern, aber es würde sich auch ohne UN und BDA wieder eine gute Stimmung einstellen.

      Ist ja auch ein immer wiederkehrender Kritikpunkt an diesen Gruppen, dass diese den Support mehr oder weniger diktieren, allein nur ihr Programm abspulen, egal ob es zum Spielgeschehen passt oder nicht (sowas wie situationsbezogener Support scheint dort ja ziemlich unbekannt zu sein), zieht nicht mit, wenn mal aus anderen Blöcken was initiiert wird (also so war es zumindest vor ein paar Jahren – mittlerweile hat man es i.A. deswegen so ziemlich aufgegeben).

      In Gladbach z.B. haben sich die Ultras auch vor etlichen Jahren aufgelöst, der Support hat sich ziemlich schnell neu organisiert und die Stimmung ist klasse. Und die neue Ultras-Gruppe, die sich da dann gegründet hat und in ner Ecke im Oberrang der Nordkurve haust, interessiert keine Sau.

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    • Mit einem hat er auf jeden Fall Recht: ohne Ultras hätten wir keine Stimmung im Stadion. Erinnere mich gut als die Blöcke 7-9-11 die ersten 20 oder 30 min den Support eingestellt hatten. War ja fast gespenstisch. Ausserdem find ich einige Lieder und Texte sehr geil: Oh mein FC Nürnberg ich liebe nur dich…/wenn du mich frägst wer Meister wird/Seht ihr die Fahnen wehn../etc.

      Es muss ja nicht entweder/oder sein. Ich glaube die meisten finden vieles der Ultras toll, die Choreos, die Hingabe, den Auswärtssupport, auch das Verteidigen von Werten – nur eben ‚manches‘ nicht, wie bspw. Randale, Böller, übertriebene Selbstdarstellung.

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      • nur eben ‚manches‘ nicht, wie bspw. Randale, Böller…

        Aha: Dieses vereinsschädigende „Manche“, das übrigens im Wertekanon der Ultras einen hohen Rang einnimmt, ist also nicht mehr als eine (vielleicht ein bisschen umstrittene) Randerscheinung, über die man als liberal denkender Mensch großzügig hinwegsieht. Wenn ein Ultra-Aktivist in einem Flyer explizit betont, dass Randale selbstverständlich auch weiterhin zum Selbstverständnis der Ultras gehören wird, kann das nur in kleinkarierten Spießerhirnen auf Missbilligung stoßen.

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        • Das ist aber eine Wertung. Zudem eine, die ich mir nicht zu eigen mache. Ob das für den gemeinen Ultra einen hohen Rang einnimmt, kann man nur anhand der wenigen Statements vermuten. Nix hören belegt aber nix. Wir nehmen also nur an, dass das der Wertekanon ist. Vielleicht sind „viele“ Ultars sogar durchaus bereit Kompromisse einzugehen? Vielleicht gibt es eine viel kontroversere Diskussion intern als man nach außen mitbekommt?

          Jedenfalls will ich mit meiner Aussage nur klar stellen, dass man nicht alle über einen Kamm scheren soll und alles in einen Topf sowieso. Rein von außen betrachtet sehe ich keine grundsätzlichen und unüberwindbaren Gräben. Pyro bspw. halte ich nicht für generell undenkbar, in jeder Konzerthalle wird Feuerwerk abgebrannt, nur beim Fußball beruft man sich stoisch auf angebliche Regeln, die es leicht zu umgehen ginge (ganz legal). Ein organisiertes Abbrennen von Pyro war durchaus auch schon mal Verhandlungsgegenstand. Auch ist nicht jede Form von Rivalität per se an den Pranger zu stellen. Den „Maibaum“ klauen gehört auch zum Kulturgut, da spricht auch keiner von Diebstahl. Genau so wenig ist die Zaunfahne Staatssache.

          Es muss einfach da enden, wo Menschen gefährdet, Sachen beschädigt und echte Grundwerte tangiert sind. Die Stigmatisierung einer ganzen Gruppe, nur weil man sich auf die Extrema fokussiert, wird immer zu unüberwindbaren Differenzen führen.

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          • Pyro bspw. halte ich nicht für generell undenkbar, in jeder Konzerthalle wird Feuerwerk abgebrannt, nur beim Fußball beruft man sich stoisch auf angebliche Regeln

            Kein Zuschauer darf bei einem Konzert Pyro abbrennen.

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          • Sollte es unter den Ultras vernünftige Menschen geben, stellt sich die Frage, warum diese dann die Ablehnung von Böllern, Randale und anderem Irrsinn nicht öffentlich artikulieren.

            Können die nicht reden?

            Solange die Ultras sich in der Öffentlichkeit so präsentieren, wie sie es tun, stigmatisieren sie sich selbst.

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      • Das Problem ist aber doch, dass das „manche“ das Hauptanliegen der Ultras ist, an oberster Stelle steht doch die Selbstdarstellung.

        Der Verein ist doch nur die Bühne dafür.

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  • Da sehe ich ja schon wieder den fränkischen Pessimismus in den Kommentaren.
    Also ich hab mir mein Ticket für Stuttgart gekauft und freue mich auf ein tolles Spiel vor toller Kulisse.
    3:2 für unsern Glubb 😉

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  • Wenn wir nicht diesen schlechten Montagsspiellauf hätten, wäre ich auch etwas optimistischer.

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  • Und zur Stimmung und den Ultras, es gab Stimmung vor den Ultras und es wird Stimmung im Stadion nach den Ultras geben. Sind die Ultras weg werden sich andere Fan-Gruppierungen bilden, die die Kurve bilden. Onb diese Gruppierungen dann besser als die Ultras sein werden wage ich aber nicht vorherzusagen. Wir hatten ja in den Stadien auch schon ein massives Problem mit rechten Gruppen, das wurde durch die Ultras eher unterbunden. Fand ich damals gut, allerdings gibt es heute auch unter Ultras wieder solche Tendenzen.

    Was ich an den Ultras gar nicht mag, ist deren Überheblichkeit, nur ihre Art des Fantums ist die richtige. Sie wissen was man im Stadionm amchen sollte und was nicht, da ist mir einfach zuviel Ideologie drin. Aber ich bin halt auch schon fast 50, mit 20 habe ich das auch noch anders gesehen.

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  • Hop oder Top-passende Überschrift.

    Bei einer Niederlage kommt das lange (gäähn) Austrudeln der Saison, bei Sieg reißt zumindest der Kontakt zur Spitze nicht völlig ab.Und Unentschieden ist fast auch schon zu wenig.

     

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    • Auch wenn man schnell als realistischer Pessimist kategorisiert wird, ich sehe das genau so. Durch den ausgefallen oder verpatzten Saisonstart müssen wir mehr leisten als alle andere um oben in der Tabelle noch eine Rolle zu spielen und können uns keine Durchhänger erlauben. Das ist aber leider die Theorie.  Ich meine auch sportlich wäre es zwar in Ordnung,  aber 1 Punkt ist für die Situation zu wenig, wir haben ja gesehen gegen die „kleinen“ tun wir uns auch nicht leichter. Allerdings glaube ich heute an eine Chance in Stuttgart auf 3 Punkte!

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  • Wow mit der Aufstellung bekommen wir heute eine richtige Klatsche. Unter 5 Gegentoren wird es wohl nicht abgehen. Rechts mit Kammerbauer, Hovland und Salli – Scheunentor

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  • 1-3

    Stuttgart verliert nach 30 Minuten die Linie und geht dann unter.

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  • Zu Weihnachten wünsche ich mir einen regelmäßigen Spieltags-Thread.
    Für heute nur einen Clubsieg.

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  • Und dann noch dieser Haubentaucher Drees als Schiri, das kann ja nichts werden. Wieviel Punkte hat uns dieser Schiedsrichter Unfall schon weggepfiffen?

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    • Schiedsrichter-Unfall ist vielleicht zu hart…

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  • An den Innenpfosten und dann springt er raus, der Club halt. 🙁

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  • Der Club dominiert , liegt aber hinten

    Drecksspiel

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  • Unsere Karpatengrätsche… ein Traum. 🙁
    Der Zweikampf am Flügel sah aus wie Altherren- gegen die A-Mannschaft. Haben wir in der Jugend wirklich NOCH schlechtere Linksverteidiger? Das mag ich nicht glauben.
    Möhwald aus gefühlt 40m ebenso weit übers Tor. Das gibt heute eine Klatsche.

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    • Das 1:0 geht aber auf die Kappe von Kammerbauer 😉. Beim 2:0 bringt Sepsi nicht mal ein richtigen Faul zustande 😞

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  • Ein Clubtor noch vor der Pause würde dem Spiel gut tun. Aber wer glaubt schon daran?

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  • Wir haben einfach die Qualität nicht, um Stuttgart ernsthaft zu gefährden. Mit Glück gibts vielleicht „nur“ ein 3:1. Is halt so….

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  • Wie war jetzt noch mal unsere Spielidee? Der 14. Spieltag und einfach nix zu sehen von sowas.

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  • Wann ist eigentlich der Zeitpunkt gekommen die Kaderplanung für diese saison in Frage zu stellen?
    Für mich jetzt – die saison ist ja quasi vorbei.

    Herr Bornemann, was haben Sie sich dabei gedacht?

    Kempe und Matavz-okay. Auch wenn sie die Lücken, durch den Verkauf der Spieler auf diesen Positionen, schließen ( zu wieviel Prozent?) , verbessert hat sich nichts.

    Parker, Alushi, Salli?

    Und die bekannten Problemstellen der Saison davor sind auch alle noch da.

    Ach und wenn jetzt irgendwer sagt: aber es war doch kein Geld da…wollte Bornemann nicht die übersehenen Entdeckungen liefern?

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    • Ich finde, jetzt kann man das schon ganz gut beurteilen. es bestätigt mir, was ich schon zu Saisonbeginn gedacht und geschrieben habe.

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  • Nicht über Montagsspiele oder SR schimpfen. Wofür unser Club für diese Gurkentruppe den 5t größten Etat der Liga braucht erschließt sich mir nicht.

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  • Komisches Spiel. Der Club mit Ball ratlos und viel zu langsam, STG unverschämt effektiv und fast ein wenig provokant, nach dem Motto: Ihr habt den Ball, nun schaut mal, ob ihr damit was anfangen könnt. Eine gute Mannschaft hätte dieses STG Verhalten bestraft, so habe ich das Gefühl der Brustring kann jederzeit noch 2 Schippen drauflegen. Unsere Mitte ist mir heute zu schwach, da kommt kein tödlicher Pass, nichts überraschendes. Pommes, Petrak, Behrens da muss mehr kommen in Halbzeit 2!

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  • Alois kehrt wieder zu seiner geliebten Kamikazetaktik zurück. Auf die selbe Weise sind wir in Braunschweig verprügelt worden und haben gegen Bochum fünf gefangen. Wir verteidigen ab und zu so hoch, dass unsere (sauschnelle) Viererkette eigentlich auf der Mittellinie stehen müsste um die Abstände zu halten. Dann ein hübscher Ballverlust und ab geht die Stuttgarter Post mit Unmenge von Platz vor und hinter der Kette. Weshalb müssen wir ausgerechnet beim Tabellenzweiten so weit Vorne verteidigen? Wieso nicht einfach tiefer stehen und auf die Stuttgarter Fehler warten? Gegen Union und Hannover haben wir dem Gegner den Ball überlassen, gewartet, gekontert und die Spiele gewonnen.

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    • Kein Angst, zur 80. kommen zwei devensive Spieler und Alushi, um das Spiel zu verschleppen.

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  • hält die Serie jedes Spiel mindestens ein Tor?

    irgendeine Spannung muss ja bleiben

    oder wird es eine neue Innenpfostenserie?

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  • Wir haben nichts im oberen Tabellendrittel verloren, und ganz sicher nicht in der ersten Liga.
    Das kann die Mannschaft nicht und der Trainer auch nicht. Warum Schwartz nie, aber auch niemals wie jeder andere Trainer nach der 60sten Minute wechselt, werde ich nicht verstehen.
    Das Tor von Möhwald ändert nichts daran. Es müsste schon 4:1 für Stuttgart stehen.

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    • Es müsste 3:2 für den Club stehen! Der Ausgleich wäre hochverdient!

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        • VFB FCN…. Und Du? Schmeichelhafter Sieg für den VFB! Aber ok… Schwartz raus!

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          • Hä ? 😀 Unseren ist doch nichts eingefallen. Ich verstehe auch nicht warum wir heute nicht Sandhausener Igeltechnik gespielt haben.

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          • Die beiden Innenpfosten, das knappe Abseitstor…? Reines Unvermögen, stimmt schon! Hat mit Pech nichts zu tun. Uns ist echt nichts eingefallen! Man o man…

            Hätten wir Sandhausener Igeltechnik gespielt, hättet ihr es dem Trainer doch auch um die Ohren gehaun… So oder so is es nix!

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          • Für mich gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich spiele mit dieser Mannschaftsaufstellung also zwei Maurer und ein Betonbauer oder ich blase zum Angriff mit Teuchert oder Sylvestre.
            Aber so war es eben meiner Meinung nach nicht Fisch noch Fleisch.

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  • Was soll eigentlich immer dieser Blödsinn mit Innenverteidigern als Stürmern???

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  • Da haben Woschdsubbn und ich doch (leider) richtig getippt. Nen IV vorne reinstellen, zuvor aber den technisch starken Salli rausnehmen (?) Heute erschließen sich mir die Wechsel auch nicht. Schade, dass Behrens diese Saison stagniert, wenn nicht sogar schwächer wird. Sepsi hat nach dem Spiel wirklich eine Pause verdient, bezeichnend, wie im Mane auf 10 Meter mit 5 Metern Vorsprung davongeht und Sepsi nur Glück hat, dass der Ball knapp im Seitenaus war. Beim Torhüter wird sofort geschrien, wenn er klare Böcke hat, Sepsi hat diese Saison mindestens 3 Tore verschuldet, weil er klar überspielt und damit die Situation nicht mehr zu verteidigen war.

    Loben möchte ich Kammerbauer (kann eine Brecko Alternative werden/sein) und die Moral der Truppe, sie lassen sich auch nach 2:0 nicht hängen. Mehr allerdings auch nicht.

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  • Ok, holen wir uns im Winter die Burgstaller-Millionen. Lieber den Spatz in der Hand.

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  • Platz 10- 5 Siege, 4 Unentschieden, 5 Niederlagen -ausgeglichene Tordifferenz .

    11 Punkte nach Oben, 8 Punkte nach Unten

    Durchschnitt, Mittelmaß, vergiss die Saison

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    • und die restlichen Mannschaften halten die Füsse still, oder wie?

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  • Mittelmaß bestenfalls ..mehr ist da nicht drin diese Saison. Zum Glück haben wir wenigstens den Saisonstart komplett verschlafen.

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  • So, nun dürften alle hoffentlich wieder zurück in die Realität kommen. Einigen hat die vorherige Serie wohl doch ganz schön die Sinne vernebelt, anders ist nicht zu erklären, dass so viele meinten, wir hätten tatsächlich noch eine Chance, im Aufstiegsrennen mitzumischen.

    Willkommen zurück im Zweitliga-Niemandsland

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      • Ist doch so – es gab doch niemals einen Grund anzunehmen, dass die Serie der letzten Wochen einfach so weiter gehen würde. Zu glauben, dass man nochmal oben angreifen könnte nur weil es letzte Saison um diese Zeit ähnlich aussah, war doch völlig abwegig.

        Aber anscheinend war das Verantwortlichen, wie auch den Spielern nicht so ganz klar

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    • Was fürn statement… Da klingt ganz schön Glückseligkeit durch!

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  • Nicht Altklug. Es war die abzusehende Wahrheit. Wir sind da wo wir hingehören. Ich habe mich diese Saison damit abgefunden. Das ist in Ordnung. Gleichzeitig aber auch schlimm. Da uns ja schon angekündigt wurde das man weiter sparen muss, bin ich eher gespannt wie es nächste Saison aussehen wird. Ich hoffe auch auf das Mittelmass! Aufstieg sollte für die nächsten Jahre auch nicht mehr erwartet werden.

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  • Hier benutzen so viele das Wort „Mittelmaß“. Dabei ist das angemessene Wort „Scheiße“. Mittelmaß in der zweiten Liga ist Scheiße.

     

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    • Und ein Mittelscheitel ist heutzutage nicht mehr das Maß der Dinge.

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    • In dem Satz „Mittelmaß in der zweiten Liga ist Scheiße“ befindet sich ein Rechtschreibfehler, für den ich mich zu entschuldigen habe.

      Auch in der Niederlage sollte die Orthographie korrekt sein…

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  • Oh, nur noch ein Punkt besser als letztes Jahr. Jetzt wird’s eng für Schwartz…

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    • Vor einem Jahr folgten nach dem 14. Spieltag 6 Siege in Folge! Da wird sich der Alois schwer tun, da mitzuhalten.

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