„Quo Vadis, FCN?“ – Überlegungen zum Kader 2017/18: Teil II – Zugänge aus der U21

In Teil II unseres ersten Blicks auf die Überlegungen zur Kaderplanung für 2017/18 blicken wir auf die Spieler aus der U21, die den Sprung in den Profikader schaffen könnten.

Die einfachste Variante, die in unserem ersten Teil dargestellten zu erwartenden Kaderlücken zu schließen, wäre sicherlich eine Beförderung von Spielern aus der U21. Doch wie weit sind die einzelnen Kandidaten?

Auf Grund der oben genannten Vertragssituation bei den Profis dürften besonders Verteidiger interessant sein. Den zum Teil geäußerten Einwand, dass die Tatsache, dass der FCNII die Abwehr mit den zweitmeisten Gegentoren in der Regionalliga Bayern stellt, kein gutes Licht auf dessen Abwehrspieler wirft, lässt Michael Köllner, NLZ-Chef des FCN und Trainer der U21, nur bedingt gelten: „Wir verteidigen grundsätzlich sehr hoch, da kann schon ein unsauberes Anspiel im Mittelfeld bedeuten, dass die Abwehrspieler ins Eins-gegen-Eins geraten. Gerade bei einer so jungen Truppe, kann das schnell zu Gegentoren führen. Das bedeutet nicht, dass das schlechte Verteidiger sind, grundsätzlich trauen wir jedem unserer U21-Spieler zu bei uns Profis zu werden.“ Natürlich ist auch Köllner klar, dass es nicht alle 19 Spieler, die derzeit im Kader der U21 stehen, in die erste Mannschaft schaffen werden, doch mit Prognosen hält sich der 46-Jährige zurück: „Das hängt von so vielen Faktoren ab, die zum Teil niemand beeinflussen kann.“

A) Defensivspieler

Einer dieser Faktoren könnte eine Formkrise eines Stammspielers sein und nachdem Laszlo Sepsi seit Wochen, ja Monaten, seiner Form hinterherläuft, wurden die Rufe nach einer Alternative auf der Linksverteidigerposition immer lauter. Betrachtet man die U21, so wäre die Alternative aus diesen Reihen wahrscheinlich Dennis Lippert, immerhin trainiert der Oberpfälzer auch aktuell bei den Profis mit, nachdem bereits die Sommervorbereitung bei Alois Schwartz absolviert hatte. Für Köllner zeichnet sich der 20-Jährige durch extrem hohe Spielintelligenz aus. Das führte im Laufe der Saison auch dazu, dass Lippert nicht nur auf seiner Stammposition als Linksverteidiger, sondern auch auf den verschiedensten anderen Positionen zum Einsatz kam: Offensiv auf der rechten Außenbahn, im zentralen defensiven Mittelfeld, ja sogar als Innenverteidiger. Letzteres war zwar aus der (Innenverteidiger-)Not geboren, diente aber laut Michael Köllner auch der besonderen Schulung: „Als Innenverteidiger in letzter Linie muss man immer hochzentriert spielen, jeder Fehler wird sofort bestraft, so etwas im Wettbewerbsspiel zu erfahren, auch wenn es nicht ihre angestammte Position ist, bringt junge Spieler weiter. Dennis hat das gegen Rosenheim gut gemacht.“ Auch diese Flexibilität könnte dafür sprechen, dass es Lippert in den Profikader schafft. Allerdings, so seine Skeptiker, fehle ihm, der nur 1,73m groß ist, etwas körperliche Robustheit, um in der harten Zweiten Liga bestehen zu können.

Fehlende Robustheit kann man Eduard Löwen nicht vorwerfen. Auch der 19-Jährige, der im Sommer aus Saarbrücken an den Valznerweiher wechselte, absolvierte die Vorbereitung auf die Saison zum Teil bei den Profis und beeindruckte dabei die Lokalpresse mit seiner Physis und Präsenz. Auch Köllner lobt beim Innenverteidiger mit russischen Wurzeln, die Körperlichkeit und das Zweikampfverhalten, gibt aber zu bedenken, dass gerade bei technischen Feinheiten und Präzision im Abspiel durchaus noch Verbesserungspotential vorhanden ist. Trotzdem ist die körperliche Präsenz Löwens, dessen Transfer wie viele für die U21 auch dem unermüdlichen Einsatz von Nachwuchsscout Dieter Nüssing geschuldet ist, ein Pfund, das ihm den Sprung zu den Profis womöglich leichter machen kann als manch anderem im Kader der U21, der sonst kaum aus Spielern mit besonderer Körperlichkeit besteht.

B) Offensivspieler

Einer für den das ebenfalls nicht gilt ist Abdelhamid Sabiri. Der offensive Mittelfeldspieler ist so etwas wie der kleine Star der U21 und hat sogar schon leises Interesse des marokkanischen Verbands erzeugt. Mit 12 Toren und 6 Vorlagen macht der 19-Jährige in der Regionalliga Bayern da weiter, wo er in der Vorsaison in für die Sportfreunde Siegen in der Oberliga Westfalen („31 Spiele, 18 Tore, 12 Vorlagen“ so Dieter Nüssing, der auch Sabiri intensiv gescoutet hat) aufgehört hatte. Daher fällt das Lob von Michael Köllner auch deutlich aus „brutal gut“ sei der junge Marokkaner, der seit Kurzem auch einen deutschen Pass hat, sein Offensivkopfball und seine Übersicht stechen dabei besonders hervor, so der NLZ-Chef. Aber natürlich besteht auch hier noch Entwicklungspotential: „Mit dem Verteidigen tut er sich noch etwas schwer. Auch an seiner Körpersprache muss er zum Teil noch arbeiten. Er wirkt manchmal, gerade wenn es nicht läuft, etwas lethargisch, obwohl er es gar nicht ist. So etwas kann einem Spieler dann den Durchbruch versauen, obwohl es vor allem ein Problem der Außensicht ist.“ Vorstellen kann man sich Sabiri aber sehr gut im Profifußball, sein Blick für präzise Pässe und sein genauer Abschluss dürften allein genügen, dass er zumindest eine Chance erhalten wird, sich in den ersten beiden Ligen zu beweisen.

Auf diese Chance wartet auch Ivan Knezevic, der von 21 möglichen Spielen für die U21 lediglich neun absolvierte, was auch daran liegt, dass der mit 23 Jahren älteste im Kader des FCN II viel Zeit bei den Profis verbringt, dort immer wieder am Kader schnuppert, aber letztlich nie zum 18er Aufgebot, in dem er unter Valerien Ismael bereits zweimal stand, gehört. Dabei hat Knezevic, genau wie Mike Ott, der ebenfalls die Saisonvorbereitung bei der ersten Mannschaft absolvierte, durchaus technische Anlagen, Tempo und offensive Fähigkeiten, welche die Profis bereichern könnten. Doch beiden Ex-Löwen fehlt es an Körperlichkeit. Diese fehlt Dominic Baumann trotz seiner 1,78m nicht. Der Kapitän der U21 ist, wie Wolfgang Wolf es einmal beschrieb, ein „richtiger Klotz“. Ein torgefährlicher Klotz möchte man hinzufügen: 13 Tore in 21 Spielen, dazu zehn Vorlagen, der ehemalige Dresdner ist ein Schlüsselspieler, bestritt als einziger Cluberer alle Spiele in der Regionalliga Bayern von Beginn an und geht als Führungsspieler voran. Nachdem Baumann in der Vorsaison nur zwei Tore in 24 Spielen schoss, attestiert Köllner ihm nun einen „Riesenschritt“. Womöglich könnte der Schritt sogar in die Profimannschaft des FCN führen. Gerade wenn Offensivspieler den Club verlassen, könnte es für Baumann zu einer Chance reichen.

Neben den Lippert, Löwen, Sabiri, Knezevic und Baumann, die man wohl als „erste Optionen“ bezeichnen könnte, stehen mit Keeper Ramon Castelluci, dem Ex-Leverkusener Jonas Carls, der in der Viererkette jede Position kann, dem flexiblen Jonas Hofmann oder Innenverteidiger Steffen Eder, dem der langjährige Spielleiter der U21 Albert Üblacker eine Profikarriere voraussagt, auch weitere Spieler in „zweiter Reihe“, die aufrücken könnten. Letztlich aber hat Köllner Recht, wenn davon spricht, dass nicht alle Faktoren zu beeinflussen sind, zuzutrauen wäre der Sprung aber durchaus einigen.

In Teil I blickten wir gestern auf die Spieler, deren Verträge auslaufen oder die anderweitig als Abgang in Frage kommen.

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7 Gedanken zu „„Quo Vadis, FCN?“ – Überlegungen zum Kader 2017/18: Teil II – Zugänge aus der U21

  • Wenn ich den letzten Abschnitt richtig deute, würde ein Abschied von Rako nicht mehr überraschen. Tut mir schon ein wenig leid, aber im Profifußball ist nun mal kein Platz für Sentimentalität.
    Am kommenden Spieltag können wir uns bei Stuttgart( laut Kicker spielt Upphoff) auch noch ein Bild davon machen, ob wir den falschen Ersatzkeeper behalten haben.

    Wenn der marokkanische Verband nach Sabiri ausschau hält, kann man davon ausgehen, dass es auch ein anderer Verein macht. Wahrscheinlich bekommt er bei uns wieder die Chance , entwickelt sich um in der nächsten Saison gleich weggekauft zu werden.

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    • Uphoff wird nicht spielen, sondern nur auf der Bank sitzen

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      • Stimmt, ich dachte schon die wollten wegen Montag Langerak ersetzen 😀

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    • Tja, das ist nun mal das Prinzip des 1.FC Nürnberg. Wenn sich nach mühsamen Aufbauarbeiten endlich eine funktionierende Mannschaft entwickelt hat, so wird sie zerrissen und die Leistungsträger verscherbelt. Zum Schluss steht man dann immer trotz Verkaufs vor einem Scherbenhaufen – keine funktionierende Mannschaft und Schulden. Wer daran schuld ist, wurde schon zigmal durchdiskutiert. Und trotzdem ist der Weg immer wieder der gleiche beim Club. Die Chance für den Wiederaufstieg ist aber immer noch da, Kopf hoch. Es sollte aber doch dieses Jahr passieren!!!

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  • Aha..! Das Gerücht um den Schnüdel Torwart David Paulus hält sich aber sehr hartnäckig. Ersatz für Rako in der 2.Mannschaft ?

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