‚Überdimensionierter Betzenberg‘

Im Exklusivinterview vor dem 2. Liga-Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den 1. FC Kaiserslautern: DerCheef

Der Frust saß tief nach der Heimpleite gegen Sandhausen, der Auswärtssieg in Düsseldorf sorgte da zwischenzeitlich aber schon wieder für versöhnlichere Töne. Aber erst das letzte Heimspiel des Jahres gegen den 1. FC Kaiserslautern wird wohl maßgeblich sein, wie friedlich die Stimmung am Valznerweiher über die Feiertage sein wird, auch wenn rein sportlich der Ausgang des Spiels nur noch wenig an der Gesamtsituation ändern wird. So ist der Fußball nun mal. Meistens zählt für das Umfeld vor allem einmal das letzte Ergebnis.

Acht Punkte sind es nach unten, dero zehn fehlen auf den Relegationsplatz. Selbst bei einem Erfolg bedürfte es kühnster Optimisten, um sich noch Chancen auf den Aufstieg auszurechnen, und vice versa größte Pessimisten, um noch Gefahren zu wittern. Bevor es am 29. Januar 2017 also wieder um den Ball geht, gilt es richtungsweisende Weichenstellungen vorzunehmen. Also eigentlich in einer dafür ganz dankbaren Phase, in der man im Grunde nicht viel falsch machen kann.

Auf wen wird man auch zukünftig setzen wollen (siehe Quo Vadis Teil I)? Welchen der vielen auslaufenden Verträge will man verlängern? Um wen will man kämpfen? Wen versucht man noch im Winter zu Geld zu machen? Welcher Jugendspieler sollte in der Rückrunde noch hochgezogen werden oder mehr Einsatzzeiten bekommen, um im nächsten Jahr die Lücken zu füllen (siehe Quo Vadis Teil II)? Es sind diese Fragen, die die sportliche Rückrunde bestimmen werden, darüber hinaus treiben aber auch größere Fragen den Verein um: Ist eine Ausgliederung der Profiabteilung sinnvoll? Oder auch: Wie sieht die Perspektive rund um das Stadion aus? Nicht wenige Stimmen halten beide Fragen für entscheidend, will man in 10 und 20 Jahren auch noch wettbewerbsfähig sein.

Interview mit @dercheef

Wenn der 1. FC Kaiserslautern am Montag zu Gast ist, dann weht ein Hauch Nostalgie durchs ‚Frankenstadion‘. Beide Vereine gehören zumindest vom eigenen Selbstverständnis her eigentlich in Liga 1, doch dort sind alle Plätze derzeit an andere vergeben. Die stehen dort, vielleicht auch deshalb, weil man dort keinen „Ballast“ alter Traditionen mit sich herumschleppt, Vereinsbürokratien zu bedienen hat und das riesige Umfeld in guten wie in schlechten Zeiten immer ein gehöriges Wörtchen mitreden möchte – und dies auch regelmäßig tut, gefragt und ungefragt. Der FCK ist dem FCN da ein paar Jahre voraus, zu deren Leidwesen allerdings in die falsche Richtung. Dort hat man die Finanzkrise nämlich schon hinter sich und versucht jetzt mit kleineren Brötchen die Liga zu meistern, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Auch am Stadion hat man schon mächtig umgebaut, in der Hoffnung damit konkurrenzfähig zu werden, sich dabei aber im Grunde nur noch mehr verhoben. Der Betzenberg, einst Synonym für kernige Zweikämpfe und eine schier mystische Heimstärke, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Ein überdimensionierter Schatten, wie Twitterati @dercheef aus seinem Bielefelder Exil anmerkt. Wir sprachen mit Mathias über seinen FCK, die Tristesse eines Mittelfeldduells in der 2. Liga, die Chance der Jugend, Glaubwürdigkeit und die Vorzüge eines gepflegten 0:0.

[Clubfans United] Hallo Mathias, willkommen bei Clubfans United. Wir haben dich auf Twitter gefunden – was treibst du denn so da?

[Dercheef] “Ich schreibe dort viel über den FCK aber auch über Fußball im Allgemeinen. Da ich jetzt seit über 10 Jahren in Bielefeld wohne ist mir die Arminia aber auch sehr ans Herz gewachsen und dementsprechend auch immer wieder Inhalt meiner Tweets. Gesellschaftliche und politische Themen kommen bei mir aber auch immer wieder vor.“

[Clubfans United] Der Betzenberg gehörte zu einer der Festungen der Bundesliga. Gefühlt hatte es dort immer geregnet und Pfälzer Urburschen in blutroten Trikots haben jeden Gegner zum Zehnkampf mit Ball herausgefordert. Was ist aus dem FCK nur geworden?

[Dercheef] “Tja, von der glorreichen Vergangenheit bleibt auf Dauer in der 2. Liga tatsächlich nicht viel hängen. Speziell seit der Jahrtausendwende haben es diverse Funktionäre immer wieder geschafft dem Verein einen Bärendienst zu erweisen. Stefan Kuntz, dem mal so eben 2 Millionen aus einer Fananleihe abhanden gekommen sind, ist da nur das letzte und noch nicht mal krasseste Beispiel. Das größte Problem ist aber bei uns tatsächlich das Stadion. Für die 2. Liga vollkommen überdimensioniert und u.a. deswegen auch schlichtweg zu teuer im Unterhalt. Hinzu kommt, dass die Stadt den Kauf des Stadions vom Verein damals per Kredit finanziert hat. Um diesen Kredit zu refinanzieren ist man auf eine Miete angewiesen die in der 2. Liga kaum zu bezahlen ist. Mit diesem Kostenfaktor fällt es auf Dauer dann schlichtweg schwer in der 2.Liga zu überleben. Und was passieren könnte, wenn wir mal in die 3. Liga absteigen, daran möchte ich eigentlich gar nicht denken…“

[Clubfans United] Man will ja gar nicht genauer hinschauen, so als Clubfan, zu sehr sieht man sein eigenes Schicksal im Preview: Jahrelang meist Bundesliga-Inventar, dann vor paar Jahren abgestiegen, nicht gleich wieder aufgestiegen, nochmal den Kraftakt versucht, wieder gescheitert, nochmal eine Chance liegen lassen und wieder bisschen mehr abgerutscht – um dann mit klammen Kassen und verklärtem Blick auf die Historie in der Tabellenmitte der 2. Liga zu stranden, während die Neureichen rechts und links vorbeigezogen sind. Ist diese Spirale abwärts das Schicksal von Vereinen unabwendbar, weil man vor lauter Tradition vergessen hat, neue moderne Strukturen zu schaffen – Stichwort: Öffnung für Sponsoren?

[Dercheef] “Die Öffnung für Sponsoren ist nicht das Problem. Jeder Sponsor, egal wie klein, ist bei uns herzlich willkommen. Nur leider ist man mittlerweile in einer Situation in der Sponsoren eigentlich nicht mehr reichen. Deswegen hat sich unser Vorstand jetzt auch offiziell weltweit (sic!) auf die Suche nach einem Investor gemacht. Denn ohne diesen rückt ein Aufstieg rein finanziell in weite Ferne und wäre nur durch extrem gute Arbeit und mit viel Glück vorstellbar. Man hat also das Problem, dass man in der 2. Liga auf Dauer kaum überleben kann und ein Abstieg in die 3. Liga sicherlich die Existenz des Vereins in Gefahr bringen würde. Und was die Strukturen angeht: Sollte man dann einen Investor gefunden haben, wird natürlich schnell eine Ausgliederung auf der Tagesordnung stehen. Ich wäre da ganz grundsätzlich nicht komplett dagegen, aber man müsste natürlich schon genau aufpassen, dass man nicht so endet wie der HSV – oder 1860.“

[Clubfans United] Dreimal 0:0 zuletzt und deine Tweets zum Aue-Spiel sind nur mit Antidepressiva zu genießen. Spielt Korkut zu defensiv?

[Dercheef] “Würde ich so gar nicht sagen. Man hat eigentlich relativ viel Ballbesitz und man spielt auch viele Pässe. Das Problem ist eher, dass im letzten Drittel die Genauigkeit fehlt, sowohl im Passspiel als auch im Abschluss. Wir erspielen uns also recht wenige Torchancen und verwerten diese auch noch schlecht. Zusätzlich ist unser Konterspiel auch nicht das Gelbe vom Ei, und dass, obwohl wir mit Osawe eigentlich einen extrem schnellen Spieler in der Spitze haben. Und die Standards konnten bislang auch nicht überzeugen. Es gibt also einige Probleme bei uns in der Offensive, an der mangelnden offensiven Ausrichtung des Spielsystems würde ich das aber nicht festmachen. Eher an der Umsetzung.“

[Clubfans United] Bei Nürnberg ist in Sachen Tore schießen und kriegen eigentlich immer Spektakel, richtig glücklich macht das aber auch nicht. Würdest du trotzdem gern tauschen? Nur rein ergebnistechnisch natürlich.

[Dercheef] “Kann ich so pauschal nicht sagen. Ein 0:0 ist mir fast lieber als ein 3:3, bei dem man vollkommen unnötig einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt.“

[Clubfans United] Wie motiviert man sich als Fan eigentlich für das nächste Spiel im Mittelfeld der 2. Liga?

[Dercheef] “Ich finde, da hilft ein Blick über den Tellerrand enorm weiter. Als Fan von Arminia Bielefeld ist man mit einem Mittelfeldplatz in der 2. Liga auch ganz zufrieden. Immer nur den alten Zeiten nachweinen bringt ja auch niemanden weiter. Und ganz ehrlich: In der Bundesliga gibt es ja mittlerweile auch zig Spiele, die eigentlich vollkommen uninteressant sind. Ein Duell Nürnberg gegen Lautern oder auch Bochum gegen Düsseldorf ist meiner Meinung nach selbst in der 2. Liga 100x interessanter als Wolfsburg gegen Ingolstadt in Liga 1.“

[Clubfans United] Mit Max Dittgen und Lukas Görtler sind zwei Spieler bei euch, die auch bei uns in der Jugend als Hoffnungsträger galten. Richtig weit haben beide es trotz allem Talent nicht gebracht. Wie schätzt du beide ein und wie wichtig ist Jugendarbeit beim FCK?

[Dercheef] “Viel kann ich über Dittgen eigentlich gar nicht sagen. Gerüchteweise soll es ihm im Training schon mal an der nötigen Einstellung gefehlt haben. Zu Beginn der Saison hatte er noch 2 Jokereinsätze, mittlerweile kommt er aber nur noch in der U23 zum Einsatz. Dort immerhin scheint er ordentlich zu spielen. Lukas Görtler hingegen ist seit letzter Saison ein fester Bestandteil des Kaders und hat diese Saison auch schon häufiger von Beginn an gespielt. Er ist sehr kampf- und laufstark, aber leider fehlt es ihm bislang etwas an der Effektivität in der Offensive, um zur festen Größe in der ersten Elf zu werden. Ich würde ihm wünschen, dass er sich da noch verbessern kann, denn er scheint auch außerhalb des Platzes ein guter und sympathischer Typ zu sein. – Die Jugendarbeit ist für den FCK enorm wichtig, vor allem, da man auf Einnahmen durch Spielerverkäufe angewiesen ist. Mit den Verkäufen von Heintz, Orban, Müller und Zimmer ist uns das in den letzten Jahren auch gut gelungen. Und mit Pollersbeck und Koch stehen schon die nächsten bereit.“

[Clubfans United] In Nürnberg gewinnt die U21 mehr und mehr Aufmerksamkeit bei den Fans, vielleicht ist das aber auch nur unser subjektiver Eindruck, weil Redaktionskollege Florian ständig drüber berichtet. Wie beobachtest du selbst die Nachwuchsarbeit und wie tief runter schaut man dann in die Altersklassen?

[Dercheef] “Aufgrund meines Wohnsitzes bin ich da nicht wirklich nah dran und habe eben auch nicht die Möglichkeit mir mal so eben ein Spiel der U23 oder einer der Jugendmannschaften anzusehen. Aber ich bekomme die generellen Trends der Nachwuchsmannschaften natürlich schon mit. So hat die U23 seit der Beförderung von Konny Fünfstück zu den Profis letztes Jahr leider ziemlich abgebaut und spielt in der Regionalliga momentan gegen den Abstieg. Die A- und B-Jugend hingegen spielen gerade dieses Jahr eine sehr gute Rolle in der Bundesliga.“

[Clubfans United] Ist Fußball noch glaubwürdig?

[Dercheef] “Tja, das kommt wohl darauf an welchen Teil des Fußballs man sich anschaut. Auf der internationalen Funktionärsebene sicherlich schon länger nicht mehr. Dort regieren Gier, Machterhalt und zum Teil auch kriminelle Energie. Wer internationale Turniere aufblähen möchte, ist eben an Stimmen der Mitglieder interessiert und nicht an den Sympathien der Fans. Die Bundesliga wird ja auch immer unglaubwürdiger. Zum einen indem man seine eigenen Regularien nicht mehr ernst nimmt und jeden rein lässt, obwohl er die für alle anderen geltenden Regeln aushebelt. Zum anderen lässt man es zu, dass einige wenige Vereine ihre Kreise einsam an der Tabellenspitze ziehen, während andere kaum Geld haben eine annehmbare Kabine für die Gastmannschaft bereit zu stellen. Ich kann mich jedenfalls mit einigen Teilen des Fußballgeschäfts immer weniger identifizieren. Da erscheint mir die 2. Liga insgesamt doch noch ehrlicher und auch glaubwürdiger.“

[Clubfans United] Müssten sich die Spieler und Vereine noch mehr für soziale Medien öffnen und mit den Fans interagieren? Oder geht das heute schon viel zu weit?

[Dercheef] “Noch mehr? Also auf Agentur-Accounts à la Philipp Lahm kann ich getrost verzichten. Auch habe ich nicht den Eindruck als hätten viele Profis etwas wirklich interessantes zu sagen. Da wäre dann manchmal weniger deutlich mehr.“

[Clubfans United] Bitte vollende den Satz: Der FCN wird in ein paar Jahren …

[Dercheef] “…bestimmt mal wieder aufsteigen und vermutlich auch mal wieder absteigen. Aber ihr kennt das ja.“

[Clubfans United] Was erwartest du vom Spiel, auf wen oder was sollten wir unser Augenmerk legen und mit welcher Taktik wird Korkut gegen den Club auflaufen lassen?

[Dercheef] “In den letzten Spielen waren wir sowohl taktisch als auch personell ziemlich konstant. Zum einen kamen aber in den letzten Wochen wieder einige Spieler aus dem Krankenlager zurück die jetzt wieder in die Mannschaft drängen. Zum anderen fehlt Patrick Ziegler gelbgesperrt, den wir kaum 1 zu 1 ersetzen können. Es könnte also sein, dass wir von einem 4-4-2 mit Raute auf eine Doppelsechs umstellen, wir haben diese Saison aber auch schon mit Dreier- bzw. Fünferkette gespielt, da wäre also vieles möglich. Unser Prunkstück ist sicherlich die Defensive um Julian Pollersbeck im Tor und die sehr starken Robin Koch (Sohn des berühmten Harry Koch) und Ewerton in der Innenverteidigung. Vorne sind wir zwar recht ungefährlich, aber wenn Osawe oder Zoltan Stieber mal wieder einen guten Tag erwischen, kann es auch schnell gefährlich werden. Ich denke mal, der Club ist durchaus Favorit. Ob sich die Kombination gute Offensive/schwächere Defensive oder doch gute Defensive/schwache Offensive durchsetzen wird, wird sicherlich interessant zu beobachten sein.“

[Clubfans United] Das letzte Wort an den Gast: Vielleicht eine Anekdote aus deinem Leben mit FCN-Bezug? Weihnachtliche Grüße? Oder ein Plädoyer für …

[Dercheef] “Ich war vor 15 Jahren einmal bei euch im Frankenstadion. Damals hat der Club als Aufsteiger das Spiel gemacht und Chance um Chance erspielt und vergeben, nur um sich dann in der 2. Halbzeit vom FCK unverdient noch zwei Dinger einschenken zu lassen. Mit dem Ergebnis könnte ich sicherlich am Montag gut leben. Aber vielleicht wird es ja auch ein 3:3 nach einer Zwei-Tore-Führung für uns, das wäre auch ok.“


Das Interview führte Alexander Endl (Clubfans United) mit Mathias Krämer am 16.12./17.12.2016 via E-Mail.

Steckbrief für Gastleser: Clubfans United ist ein Fußballmagazin für Fans des 1. FC Nürnberg. Clubfans United beschäftigt sich allerdings nicht mit der Fanszene im Speziellen (eher im üblichen Rahmen einer Berichterstattung), schreibt auch nicht aus oder über „die Kurve“ oder Erlebnisse rund um den Stadionbesuch, sondern vielmehr über den Sport, den Verein (fokussiert auf den Profi-Fußball) und die mediale Berichterstattung. Wir sind also mehr Sportmagazin als Fanmagazin in dem Sinne, nur eben, dass wir das als Fans betreiben und auch aus dem Blickwinkel schreiben. Alles weitere bei Interesse etwas ausführlicher hier: clubfans-united.de/was-ist-das-hier

56 Gedanken zu „‚Überdimensionierter Betzenberg‘

  • Wieder ein interessantes Interview, bei aller berechtigten Kritik an der 1. Liga ich sehe immer noch lieber Wolfsburg gegen Ingolstadt, weil der sportliche Wert einfach höher ist Spieler wie Gomez oder Draxler zu sehen als Spieler XY aus Bochum gegen Düsseldorf und der sportliche Wert ist für mich wichtiger, als das Tradtionsgeschwafel auch wenn ich damit Daumen nach unten sammle.

    Das Spiel morgen erwarte ich mit sehr gemischten Gefühlen hat der FCN doch ziemliche Probleme vor eigenem Publikum ein Spiel als Heimmanschaft zu gestalten.  Davon abgesehen, eine gute Abwehr der Pfälzer, die gerade mal ein Drittel der Tore bekommen hat wie der Club, der dafür mit einer erfolgreicheren Offensivabteilung aufwartet. …Ganz schwer mit den Problemen, die der Club zuhause unübersehbar hat da eine Prognose zu stellen.

    Ich bin gespannt einfach was dabei rauskommt, auf jeden Fall wird das schwierig.

     

     

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    •  ich sehe immer noch lieber Wolfsburg gegen Ingolstadt, weil der sportliche Wert einfach höher ist Spieler wie Gomez oder Draxler zu sehen als Spieler XY aus Bochum gegen Düsseldorf und der sportliche Wert ist für mich wichtiger, als das Tradtionsgeschwafel

      damit dürftest Du ziemlich allein stehen. Für mich ist der sportliche Wert völlig uninteressant, wenn das Spiel keinerlei Relevanz hat. Ich bevorzuge Mannschaften, die etwas aussagen. Aber da hat ja jeder seins, kein Problem… 😉

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      • damit dürftest Du ziemlich allein stehen

        Kennst du ja 🙂

        Mir geht dieses Tradionsgesabbel auch ziemlich auf den Geist, das klingt alles so verstaubt und altbacken nach hinten gerichtet. Ich schäme mich nicht dafür in 1. Linie an Sport zu sehen. Ich bin aber umgekehrt auch nicht dafür daß Sport bzw. Verein reine Eventunternehmen werden, wenn sie es nicht bereits sind.
         

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        • Fußball ist per se kein Hochglanzprodukt und auch kein Spektakel. Jedenfalls nicht in der Breite. Und genau da sind wir am Punkt: Es ist im Wesentlichen Breitensport und jeder kann ihn ausüben. Und weil ich Fußball mag, wie er ist, schau ich mir auch gern mal ein Amateurspiel an oder fiebere mit bei einem C-Jugendspiel bei Limburg bei arschkaltem Novemberwetter.

          Meine Liebe zum Sport Fußball und meine Liebe zum Club hat nix mit sportlichen Höchstleistungen zu tun. Ich guck mir den FCN nicht Woche für Woche an, weil ich dort Zauberfussball erwarte, sondern weil ich es irgendwie muss. Pathologisch. Natürlich hofft man und will man auch attraktiven Fußball sehen, das wäre natürlich der Traum, aber Bedingung ist es nicht. Und wenn der Preis für attraktiven Fußball die Aufgabe von Identität ist, dann muss ich wirklich überlegen, ob es mir das wert ist.

          Ich kann im Grunde gut damit leben, den Club malochend siegen zu sehen und schau mir dann zum Ausgleich CL in der Konferenz an. Aber – würde man mal ganz weit vorausschauen – einen RB Nürnberg mit grün-blauen Trikots siegen sehen, bei dem eine zusammengekaufte Weltauswahl am Platz kickt und man die Trainingslager lieber in Taiwan macht, um den asiatischen Markt zu erobern, und man damit liebäugelt lieber in einer Europa-Liga zu spielen, bei der jedes Auswärtsspiel mindestens eine Flugreise entfernt wäre und ein Heimspiel unter 80 Euro nicht mehr zu besuchen ist, wäre zumindest bei mir ein Zeitpunkt, darüber nachzudenken, ob ich dann nicht ab und an mal mein Fähnchen für eine andere Mannschaft schwenke, die vielleicht gerade noch bessere Stars hat und noch attraktiveren Fußball spielt.

          Wenn man anfängt Tradition und damit auch Identifikation zu opfern, wird das Endprodukt beliebig austauschbar. Fans durch Zuschauer als Eventkunden ersetzen. Es gibt viele, die sich das wirklich wünschen.

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          • Das ist jetzt aber auch die ganz extreme Gegenposition plus ein schön ausgemaltes Horrorszenario-grün blaue Trikots…

            Ein Projekt wie Leipzig,Hoffenheim oder Wolfsburg wird immer unter noch stärkerem Druck stehen erfolgreich zu sein, als ein Traditionsverein.Beim Produkt ist in Zeiten des Miserfolges schnell mal der Ofen aus.Beim Traditionsverein bleiben immer noch die „Romantiker“ übrig, da fehlen dann „nur“ die Erfolgsfans.

            Das wird auch das Erfolgskonzept sein müssen bei einem Wandel der Geschäftsform, den Kern zu bewahren.Quasi der Traditionsverein mit ausgelagerter Abteilung wird weiterhin als Verein empfunden, wenn es der Verein bleibt, auf wirtschaftlich sicheren Füßen.Welche Bezeichnung ein Meeske,Bornemann oder Grethlein dann hat ist mir letzlich egal, ich nutze meine Möglichkeiten als Mitglied auch eher passiv, da es bei mir nicht drin ist für eien HV extra anzureisen.Meine Mitgliedschaft ist da eher ein Zeichen alter Verbundenheit zum Club-egal in welcher Form.

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            • Das ist jetzt aber auch die ganz extreme Gegenposition plus ein schön ausgemaltes Horrorszenario grün-blaue Trikots…

              Natürlich. Aber das Szenario ist überhaupt nicht unrealistisch. Ein Blick muss da nur mal nach Paris reichen, nach Manchester oder zu Arsenal London. Da sind wir dann immer noch nicht bei den echten Extremen, die wir in Österreich finden. Oder wir schauen auf andere Sportarten, wie Eishockey. In England hat man die Option „wir verkaufen ein Heimspiel nach Asien und kicken dann in Tokio statt zu Hause“ durchaus schon mal diskutiert.

              Ist es aufzuhalten? Imho Nein. Aber man sollte seine Positionen nicht zu leichtfertig aufgeben und zumindest versuchen möglichst viel zu bewahren – bzw. wenn schon, dann doch teuer verkaufen.

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          • Ist der 1. FC Nürnberg ein Fußballverein oder ein Verein zur Pflege von – wie soll man dieses nebulöse Etwas nennen? – Stammeszugehörigkeit?

             

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            • Standeszugehörigkeit-klingt nett…der Club ist sicherlich mehr als ein Club.Für mich und bezogen auf Fans anderer Traditionsvereine dürfte das für „ihre“ Vereine auch zu treffen.Das ist ja auch große Unterschied zu jedem Produkt.Ich würde aber niemals so weit gehen das meine Definition die einzig wahre ist und sein kann

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            • Ist der 1. FC Nürnberg ein Fußballverein oder ein Verein zur Pflege von – wie soll man dieses nebulöse Etwas nennen? – Stammeszugehörigkeit?

              Schöne Steilvorlage. Wahrscheinlich aber eher ungewollt. Was ist denn Zweck und Aufgabe des FCN? Steht ganz praktisch ganz am Anfang der Satzung:

              Zweck und Aufgaben des Vereins sind die Hebung und Förderung der körperlichen Ertüchtigung durch Ausübung von Fußball. Eine wesentliche Aufgabe sieht der Verein in der sportlichen und charakterlichen Erziehung der Jugend und in der Förderung der Jugendpflege

              Solange man sich davon nicht ordnungsgemäß verabschiedet hat, sollte man sich daran auch als e.V. messen lassen. Ist man der Auffassung, dass man dies bspw. wie folgt korrigieren müsste, braucht man eben entweder eine Änderung der Satzung oder die Anpassung der Rechtsform:

              Der 1. FC Nürnberg ist eine wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit, die mit Hilfe von Planungs- und Entscheidungsinstrumenten Markt- und Kapitalrisiken eingeht und sich zur Verfolgung des Unternehmenszweckes und der Unternehmensziele eines oder mehrerer Betriebe bedient. Unternehmenszweck ist das dauerhaft verfolgte Unternehmensziel eines Betriebes. Unternehmensziel ist die dauerhaft sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Teilnahme am Markt Bundesliga.

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              • Das mit der „körperlichen Ertüchtigung“ im Rahmen eines e.V. fällt ja nicht weg, denn die Ausgliederung betrifft ja nur die Profiabteilung. Die ja innerhalb des Dachvereins schon Eigenständigkeit hat und de facto ein Wirtschaftsunternehmen darstellt, dessen Gemeinnützigkeit fraglich ist. Insofern wäre die Änderung der Rechtsform, die hoffentlich nicht von Turnvater-Jahn-Verehrern verhindert wird, auch ehrlich.

                „Markt- und Kapitalrisiken“ ist der 1. FC Nürnberg bislang – also als e.V. –  übrigens auch schon eingegangen…

                 

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                • Ausgangspunkt war deine Einlassung:

                  Ist der 1. FC Nürnberg ein Fußballverein oder ein Verein zur Pflege von – wie soll man dieses nebulöse Etwas nennen? – Stammeszugehörigkeit?

                  Und die Antwort darauf ist: Nein. Der FCN ist ein (1.) Verein und (2.) zur „Hebung und Förderung der körperlichen Ertüchtigung durch Ausübung von Fußball“. Von professionell betriebenem Leistungssport ist da ebensowenig die Rede wie von Gewinnerzielungsabsicht (sonst wäre es ja kein Verein, denn ein Verein ist nur seinem Satzungsziel verpflichtet).

                  Kurzum: Der Gedanke, dass Bundesliga und Verein heute nicht mehr zusammenpassen, liegt so fern nicht.

                  Aber eigentlich ging der Thread ja auch gar nicht primär darum, sondern um die Frage, ob Tradition eine Art Ballast ist, oder eben „Tradionsgesabbel“, der am eigentlichen Kernpunkt vorbeigeht. Und eben die Frage, was denn der Kernpunkt ist. Und so selbstverständlich, wie das manche darstellen (nämlich: erstklassiger, attraktiver Fußball) ist es dann eben nicht. Per se eben schon gar nicht, solange man dieser Satzung untersteht. Genau genommen geht es nämlich weder um das eine noch um das andere, sondern um Sport und die Förderung desselben.

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    • eine gute Abwehr der Pfälzer, die gerade mal ein Drittel der Tore bekommen hat wie der Club, der dafür mit einer erfolgreicheren Offensivabteilung aufwartet

      Ausgangslage:

      Der Club mit der viertstärksten Offensive, aber der zweitschlechtesten Defensive gegen Lautern mit der schlechtesten Offensive, aber dafür der besten Defensive.

      Der Club mit negativer Heimbilanz kickt gegen Lautern mit negativer Auswärtsbilanz.

      Übersetzt: Der Club trifft, Lautern nicht, aber der Club kriegt die Bude voll, Lautern aber nicht…?!?

      Wie das zusammengeht? Weiß ich nicht. Aber ich glaube an ein sehr turbulentes Spiel morgen. Ein Spiel, bei dem man aber zumindest wieder an Sandhausen vorbeiziehen könnte, nicht aber an Würzburg (Glückwunsch für diese geile Hinrunde!).

      Mit 25 Punkten wäre mir etwas wohler Weihnachten feiern.

      Vor einem Jahr waren es zur Halbzeit übrigens 27 Punkte nach einem 2:1-Heimsieg gegen Paderborn…

       

      Damals mit Optimismus ohne Grenzen.

      Heute mit der Aussicht auf eine lang anhaltende Club-Depression.

      Schade eigentlich…

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      • Letzte Saison war man allerdings auch Vierter mit 27Punkten und zwei Punkten Abstand auf Platz 3- da ist das mit dem Optimismus auch wesentlich einfacher.7 Punkte (Vorraussetzung ein Sieg heute) auf Platz 3 und fünf Mitkonkurenten dazwischen sieht halt nicht so rosig aus.

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        • Mit Burgstaller, Erras und ein wenig Optimismus (nicht einmal Euphorie) würde ich uns Platz 3 schon noch zutrauen. Nur steht dem dann leider AS mit seiner Alibistrategie im Weg…

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  • Bei dem Spiel war ich auch im Stadion… oder bilde ich mir das nur ein, weil gefühlt jedes zweite Clubspiel der letzten 15 Jahre so abgelaufen ist?

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    • Da sagst Du was. Sinnbild für mich ist das 2:3 gegen Bielefeld Anfang der 2000er. In der letzten Minuten ein Spiel selten blöd aus der Hand gegeben.

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        • 😄 ja der Wahnsinn. Danke! Was Profis nicht alles nach der Karriere machen, es hätte ihn durchaus schlechter treffen können.

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  • Was macht er denn jetzt so, der Herr Zuma? Ich hab nur den belschanov-Artikel von 2008 gefunden. Harter Tobak. Ist immer doof, wenn man bei einem Namen in der gegnerischen Aufstellung zusammenzuckt, ging mir zuletzt mit einem gewissen Terodde so… Und weil in dem Artikel Neil Young erwähnt wird: Sein neues Album heißt weder „Osawe“ noch „Stieber“, sondern „Peace Trail“, und ist klasse.

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  • Warum nicht heute mal wieder das lustige „ausgerechnet … XY“-Spielchen? Wer böte sich da an? Ach ja, der Zoltan, der nach seinem spielentscheidenden 1:2 kurz vor Schluss dann auch gerne sein Trikot ausziehen darf.

    Bitte nicht! Ein Heimsieg wäre was sehr schönes, um halbwegs gut gestimmt die letzte Woche bis Weihnachten anzugehen.

    Und am Mittwoch dann in Ruhe zuzuschauen, wie ein Herr Alonso, der 460 T€ netto im Monat bei Bayern verdient, von Timo Werner überlaufen wird. Ich gebe zu, dass mir das ein kleiner Genuss wäre, nur um Hoeness in der Winterpause schnappatmend aktionistisch rot leuchten zu sehen.

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  • Habt ihr schon euer Burgstaller-Abschiedsbanner aufgehängt ?

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    • Fälschlicherweise Abseits oder fälschlicherweise Ball im Aus.
      Kannst Du Dir aussuchen.

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  • Richtigerweise „Ball im Tor“ hätte man auch pfeifen könnnen.

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  • Görtler macht mit Sepsi das Gleiche, wie alle Anderen Rechtsaußen vor ihm: Danke Schwartz!

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    • ??? Ich bin ja auch ein Sepsi Kritiker, aber was soll er denn bisher falsch gemacht haben ? 😐

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  • Der Club versucht den Gegner und die Zuschauer einzuschläfern…

    ..bis sie wieder zum Gegentor einladen. Dann wachen sie auf. Ist bei jedem Heimspiel dasselbe!

     

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    • für mich sind es v.a. die Teufel die das Tempo ganz klar rausnehmen

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  • immer schön hintenrum anstatt mal ein überraschender Pass in die Spitze. So kann man kein Tor schießen.

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  • Und plötzlich wurde der Fußball heute vollkommen unwichtig

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  • Ob der Nachrichten sitze ich fassungslos im Stadion und kann dem Spiel nichts mehr abgewinnen 😢

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  • Ob der Nachrichten sitze ich fassungslos im Stadion und kann dem Spiel nichts mehr abgewinnen 😢

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  • Das war sowas von vorhersehbar!

     

    Der Club hat einen äußerst schwachen Gegner aufgebaut und zum Toreschießen eingeladen!

     

    Klasse Jungs! So schenkt man 2-3 sichere Punkte wieder her!

     

    Ich bin restlos begeistert! Das macht ihr behäbigen Millionäre richtig toll!

    Hoffentlich werden Eure satten Verträge nicht verlängert und ihr müsst wirklich mal was tun für Euer Geld.

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  • Ich fand auch, dass der Ball haltbar war, aber insgesamt war die ganze Mannschaft schwach und hatte keinen Bock auf das Spiel. Dann schafft man auch gegen einen schwachen FCK keine 3 Punkte

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  • Was für ein grauenhaftes, belangloses Gebolze… Furchtbarer Abend, in jeder Hinsicht… Auch wenn wir hier 2:1 gewinnen…

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  • Doch, Burgi hat noch Feuer! Wenigstens eine gute Nachricht heute!

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  • Schwache Mannschaft, schwaches Spiel: freut mich jedoch riesig für Burgstaller. Falls es tatsächlich sein letztes Spiel war, hat er sich diesen super Abgang mit dem Siegtor verdient. Cooler Spieler! Ich würde ihn vermissen.

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  • Servus Burgstaller ! Wenigstens verabschiedet er sich mit einem Siegtreffer

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    • Klar war der Sieg verdient!

      Oder waren die Club-Tore irregulär?

      Habe ich was übersehen?

      Stand Behrens im Abseits?

      Hat Burgstaller vor seinem Tor den Ball mit der Hand mitgenommen?

       

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  • SIEG!!!

    Und jetzt kneift’s den Stuttgartern und Hannoveranern mächtig im weihnachtlichen Gedärm…

     

     

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  • Und jetzt in der Winterpause mal richtig zuschlagen ! 2 gute Verteidiger und nen kreativen Mittelfeldspieler müssen her ! Dann schießt uns Teuchert in neue Galaxien

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    • Teuchert?Welcher Teuchert?

      Und das Geld für drei qualitativ höherwertige Spieler bringst du mit?

      Träum weiter

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