Club gewinnt letztes Heimspiel 2016

Der 1. FC Nürnberg gewinnt gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 dank Burgstaller.

Ein Heimsieg, der vor dem Hintergrund der Vorkommnisse in Berlin keine rechte Freude aufkommen lässt. Clubfans United ist in Gedanken bei Opfern und Hinterbliebenen. Bis zur Klärung der Hintergründe wird man mit Sorge und Bestürzung die Nachrichtenlage abwarten müssen.

Der FCN begann in einer mehr als zähen Begegnung zwar feldüberlegen, ließ sich dann aber mehr und mehr das typisch destruktive FCK-Spiel dieser Saison aufzwingen und es entwickelte sich ein Spiel ohne Höhepunkte. So ging es mit 0:0 in die Pause. Einziger Höhepunkt des ersten Durchgangs eine wohl zu unrecht abgepfiffene Abseitsposition – ob es dann so zwingend zum Tor geführt hätte, ist allerdings spekulativ, denn Bulthuis netzte dann ein, als bereits der Pfiff ertönt war und die Spieler entsprechend reagiert hatten. Dennoch eine Fehlentscheidung.

Die zweite Halbzeit begann personell unverändert, das wirkte sich auch auf das Spiel entsprechend aus: Es änderte sich nichts. Nach 51 Minuten aber steht es doch 1:0 für die Heimmannschaft: Schiri Schmidt spendiert dem Club einen Eckball (wohl zu Unrecht), den Kempe maßgeschneidert auf Behrens flankt, der auf den kurzen Pfosten aus kurzer Distanz köpft und damit den Keeper kalt erwischt. Das vielumjubelte Tor, das den FCN zur Einstellung des Wattenscheider Rekords von 38 Spielen mit immer einem Tor in Folge führte, brachte paradoxerweise aber den Gast zurück ins Spiel. Korkut schob seine Mannschaft deutlich weiter nach vorne und so kam die in der ganzen Saison bereits latent wacklige Club-Defensive immer mehr in Bedrängnis. Da zudem eroberte Bälle schlampig verloren bzw. Angriffe nicht konsequent zu Ende gespielt wurden, ahnte man schon, was kommen musste.

15 Minuten vor Ende stand es dennoch weiter 1:0 und Korkut brachte mit dem Ex-Clubberer Dittgen weitere Offensive. Dass es dann eine Ecke war, nicht gerade die Spezialdisziplin der Pfälzer, und ausgerechnet der bis dato in dieser Saison unglückliche Zoua, ist eben Fußball. Zudem sah der zuletzt überragende und wenige Minuten vorher glänzend reagierende Kirschbaum da nicht sonderlich gut aus, wurde auf dem falschen Fuß erwischt, weil Bulthuis sein Kopfballduell zu leichtfertig verlor.

Danach ein Spiel mit offenem Visier. Der FCK hatte offenbar Gefallen an der Offensive gefunden und der Club wollte sich dann doch nicht mit einem weiteren Remis von den Fans verabschieden. Gefährlicher wirkten in der Phase gerade auch durch den agilen Dittgen die Gäste, das Tor aber machte natürlich Burgstaller, wer sonst. Sein 2:1 in der Nachspielzeit dürfte eines seiner wichtigeren für den Club gewesen sein – zumindest fürs Gemüt.

Mit 25 Punkten verabschiedet man sich auf der letzten Rille auf einem einstelligen Tabellenplatz von seinen Fans. Und mit viel Phantasie kann man Bornemann zustimmen und die sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz als gewissen „Kontakt zu den interessanten Plätzen“ bewerten.

9 Gedanken zu „Club gewinnt letztes Heimspiel 2016

  • Danke, Alexander, für die in Anbetracht der Ereignisse in Berlin würdigen Worte.

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  • Danke für den sachlichen Bericht. Er drückt deutlich aus, wie unwichtig das Spiel heute war, meine Gedanken sind bei den Opfern in Berlin 👍

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  • und auch das gewählte Bild mit der kleinen legalen Pyroshow passt (ungewollt) zu der Stimmung

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    Wenn man mal diese unseligen ersten sechs Spiele wegrechnet, hat der Club in den darauffolgenden elf Partien 2,1 Punkte pro Spiel geholt.
     
    Braunschweig hat das nicht und Hannover und Stuttgart haben das auch nicht.
     
    Klar, 7 Punkte Abstand, das sind zwei Siege und ein Unentschieden, die wir in der Rückrunde mehr holen müssen, aber vielleicht stehen deren Schwächephasen ja noch bevor.
     
    Ganz abgeschlagen sind wir noch nicht und Teuchert könnte ich mir auf links gut als Burgstaller Ersatz vorstellen.
     
     
     

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    • Ich denke auch, dass der Aufstieg noch im Rahmen des möglichen liegt, ich würde es aber nicht als Ziel festlegen. Es sind eben leider noch 6 Mannschaften die man überholen müsste. Am Ende im oberen Drittel zu stehen, das sollte das Ziel sein.

      Dafür braucht es aber eine stärkere Abwehr, besonders wenn Burgstaller wirklich geht. 29 Gegentore(1,7 pro Spiel!) lassen sich eben nur durch ausreichend eigene Tore ausgleichen, fehlen die, geht es sehr schnell wieder in den Tabellenkeller.

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    • Gut, aber diese Bad Six waren halt nun mal dabei. So kann prinzipiell jedes Team argumentieren. Aber ich weiß schon, was du meinst….

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    • Selbst wenn wir in den restlichen 17 Spielen auch noch 2,1 Punkte im Schnitt holen, werden wir insgesamt am Ende nur auf 61 kommen. Und das wird nicht reichen für Platz 3.

      Wo keine Hoffnung mehr ist, sollte man auch keine hebeireden – das führt nur zu zusätzlichen Enttäuschungen.

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  • Es ist furchtbar, was wir Menschen anderen Menschen anzutun in der Lage sind. Viel Kraft allen Opfern und deren Angehörigen.

    Ich wünsche euch allen friedvolle Weihnachten.

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    • Wahre Worte. Als ich die erste Meldung im Stadion in der br24-App las, war mir das Spiel fortan egal. Auch auf eine Nachbetrachtung habe ich keine Lust. Zum glück sind alle meine Dienstleister und Verwandte meiner Angestellten aus Berlin wohlauf. Es ist eine verrückte Welt geworden, im Kalten Krieg in meiner Jugend war es einfacher, sie zu begreifen.

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