Analyse: Auf dem linken Auge blind #FCN #FCNSGD

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: 1. FC Nürnberg vs. SG Dynamo Dresden 1:2 (0:1) Der Club verliert den Rückrundenauftakt, weil Dresden die Schwächen des Gastgebers auf der linken Defensivseite konsequent offenbart.

Die Analyse:

FCNSGD
Startformation

Der Club begann mit zwei Veränderungen. Für den nach Schalke gewechselten Burgstaller begann der „Neuzugang“ aus der U21, Abdelhamid Sabiri, den verletzten Bulthuis ersetzte Lukas Mühl in der Innenverteidigung. Den durch die Verletzung des Niederländers frei werdenden Kaderplatz nahm mit Dennis Lippert ein weiterer Spieler ein, der in der Winterpause aus der U21 hochgezogen worden war. Der Club begann beherzt und mit großem Willen, die Zweikämpfe zu suchen. Es entwickelte sich so ein kampfbetontes und chancenarmes Spiel, das mit Dresdens Toptorjäger Akaki Gogia früh sein erstes Opfer fand, der Geogier musste nach einem unglücklichen Zweikampf gegen Matavz verletzt vom Feld.

Aus diesem Zweikampf und dem folgenden Ballverlust entstand eine von zwei Halbchancen des FCN in der Anfangsviertelstunde, auch die zweite Chance war einem Ballverlust der Dresdner geschuldet, Torwart Schwäbe leitete eine Gelegenheit per Fehlpass ein, doch Kevin Möhwald trat über den Ball und verpasste es den Ballverlust gefährlicher zu machen. In dieser Phase zeigte sich, dass die Gäste mit frühem Pressing und aggressivem Anlaufen durchaus zu Fehlern gezwungen werden konnten. Allein der Club stellte diese Bemühungen nach knapp 20 Minuten fast vollständig ein.

Ein erstes Zeichen dafür, dass die Dresdner besser ins Spiel kamen war bereits in der 20. Minute zu sehen, Hauptmann tauchte nach diagonalem Ball von Stefaniak frei vor Kirschbaum auf, doch der zurückgeeilte Sabiri verhinderte durch geschicktes Zweikampfverhalten und gutes Zurücklaufen das 0:1. Doch statt einem Wachrütteln der Defensive hatte dieser Angriff eher die Wirkung eines Weckrufs für die Dresdner Offensive. Immer wieder griffen die Dresdner nun über ihre rechte Angriffsseite an, attackierten mit Linksverteidiger Laszlo Sepsi gezielt mit Diagonalbällen bei denen der Nürnberger immer wieder Probleme hatte.

Blieb eine erste Hereingabe noch folgenlos, da Stefan Kutschke am Ball vorbeirutschte (26.), hieß es fünf Minuten später dann doch 0:1, da Philip Heise eine Hereingabe von Berko ins Tor bugsieren konnte. In der Entstehung des Tores hatte der ehemalige deutsche U17-Nationalspieler Berko den ehemaligen rumänischen A-Nationalspieler Sepsi abgekocht. Eine leichte Körpertäuschung genügte, um Sepsi auf den Hosenboden zu setzen und so freistehend die Hereingabe spielen zu können. Den Dresdner schien das resultierende Tor nun zu genügen. Das Spiel verflachte wieder, der Club kam auch bei reduziertem Dresdner Engagement fast gar nicht zu Torgelegenheiten, so dass es mit einem angesichts der Gefährlichkeit der Gelegenheiten angemessenen 0:1 in die Kabine ging.

Aus dieser kam Dynamo dann wesentlich wacher als der FCN, vor allem als Laszlo Sepsi. Nach einem langen Ball leitete Lambertz eine Kopfballverlängerung von Kutschke blind in den freien Raum. Eine Situation aus der in der Regel keine Gefahr entstehen kann, dann Sepsi aber ungefähr fünf Meter tiefer als der Rest der Abwehr stand, stand Berko nicht im Abseits, düpierte den Linksverteidiger dann auch noch im Kopfballduell und schloss anschließend mustergültig zum 0:2 ab. Wie auch immer die Marschroute von Alois Schwartz für Halbzeit Zwei ausgesehen hätte, sie wurde nach gerade einmal 15 Sekunden über den Haufen geworfen.

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Formation ab der 61. Minute

Der Club agierte auch die folgende Viertelstunde geschockt und wenig zielstrebig, ehe dann eine Reihe von Auswechslungen das Spiel veränderte. Erst tauschte der FCN nach einer Stunde doppelt, brachte Teuchert für Petrak und – verletzungsbedingt – Kammerbauer für Brecko, was auch eine Umstellung auf ein 4-4-2 zur Folge hatte. Der neue Angreifer fügte sich gleich mit einer schönen Torschussvorlage auf Matavz ein, auch Kammerbauer schaltete sich immer wieder ins Angriffsspiel ein. Die Dominanz im Spiel endgültig zum Kippen brachte dann aber der verletzungsbedingte Wechselt von Erich Berko auf Niklas Kreuzer. Den Dresdner war so ihr bester, agilster und gefährlichster Spieler genommen. Der Club dagegen drückte nun in Richtung Anschlusstreffer.

Dieser fiel dann nach einer Ecke: Matavz köpfte den Kempe-Standard aufs Tor, Schwäbe wehrte vor Mühls Füße ab und der 20-Jährige erzielte sein erstes Profitor. Der Club blieb auch danach dominanter, Dresden hatte deutlich mehr Probleme die zwei Angreifer im 4-4-2 zu kontrollieren als davor den alleinigen Stürmer im 4-2-3-1. Es fehlte jedoch bei allem Druck die letzte Konsequenz und Genauigkeit im Abspiel, so dass der FCN zwar zu Chancen kam, kaum eine davon aber wirklich zwingend waren.
So blieb es trotz Drangphase beim 1:2, das der FCN vor allem seiner Schwäche auf der linken Defensivseite zu verdanken hatte. Jedoch auch der Tatsache, dass das Angriffsspiel wenig strukturiert und gedanklich nicht ausgereift wirkte. Zu oft wurde der Ball wieder in altbekannter Weise hoch in Richtung Strafraum geschlagen, zu wenig wurde auf die durchaus vorhandenen technischen Fähigkeiten der Spieler gesetzt, indem man sich am Flachpassspiel versuchte.

Für den FCN dürfte das Spiel auch eine Art Richtungsentscheidung gewesen sein. Mit neun Punkten auf Rang 16 und (bei einem Sieg Hannovers im Montagsspiel) zehn Punkten auf Rang 3, scheint eine Rückrunde im Niemandsland sehr, sehr wahrscheinlich. Eine Runde, die man zum Aufbauen einiger junger Spieler nutzen könnte. Ab der 60. Minute standen dann mit Möhwald (23), Sabiri (20), Teuchert (20), Mühl (20) und Kammerbauer (19), fünf Spieler auf dem Platz, die 23 Jahre oder jünger sind. Ein Fingerzeig? Übrigens: Der 20-Jährige der neunzig Minuten auf der Bank saß, heißt Dennis Lippert und ist Linksverteidiger. Viele Argumente ihn in den kommenden Spielen nicht auch einzusetzen gibt es nicht.

Die Zahlen:

Nürnberg Dresden
1
Tore
2
20
Torschüsse
8
5
Schüsse aufs Tor
2
6
Ecken
4
46,00
Ballbesitz (%)
54,00
64,8
Passquote gesamt (%)
70,8
79,8
Passquote eig. Hälfte (%)
81,5
55,2
Passquote geg. Hälfte (%)
56,4
50,0
Gewonnene Zweikämpfe (%)
50,0
19
Fouls
15
112,21
Laufdistanz (km)
112,79
3
Abseits
1

Trainerstatement:

„So haben wir uns den Start natürlich nicht vorgestellt. Wir haben die ersten 15, 20 Minuten sehr ordentlich gespielt und Dresden reingedrückt. Danach haben wir dem Gegner das Spiel überlassen. Das 0:1 war dann fast zwangsläufig. Ab diesem Zeitpunkt ist bei uns das Selbstvertrauen geschwunden und Dresden bekam eine breite Brust. Wir sind viel hinterhergelaufen. Nach der Pause wollten wir das korrigieren, kassieren dann aber gleich das 0:2. Danach hat die Mannschaft dann eine gute Reaktion gezeigt. Wir hatten noch drei Großchancen und hätten mit ein bisschen Glück den Ausgleich machen können. Aber wenn man über so lange Phasen so schläfrig ist, muss man sich an die eigene Nasen fassen. Dann hat man den Sieg auch nicht verdient.“

Die Spieler im Einzelnen:

Thorsten Kirschbaum 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Traf bei den Gegentoren keine Schuld, sonst nahezu völlig beschäftigungslos.
Patrick Kammerbauer 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Deutlich aktiver und offensivstärker als Brecko. Gewann 80% seiner Zweikämpfe.
Laszlo Sepsi 0 Notenpunkte (6 numerisch: 6)
Verschuldete beide Gegentore ursächlich durch schwaches Zweikampfverhalten und eklatante Stellungsfehler. Mit Berko extrem überfordert. Seine Auswechslung fünf Minuten vor Schluss kam deutlich zu spät.
Georg Margreitter 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
An sich ebenso ordentlich wie Mühl, vor dem 0:2 aber mit schlechtem Reaktions- und Stellungsspiel.
Miso Brecko 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Kaum am Spiel beteiligt, fiel eher durch seine Gelbe Karte auf, nach 60 Minuten verletzt vom Feld.
Abdelhamid Sabiri 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Solides Debüt. Zweikampfstärkster Startelfspieler des FCN. Einer dieser gewonnenen Zweikämpfe bewahrte den FCN zunächst vor dem 0:1. Nach Möhwald auch der Spieler mit den meisten Ballkontakten. Hätte sich mehr Abschlüsse zutrauen dürfen.
Kevin Möhwald 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Wollte Ordnung ins Spiel bringen, oft aber lief das Spiel an ihm vorbei, obwohl er der Nürnberger mit den meisten Ballbesitzphasen war. Immerhin noch einer der passsichereren Nürnberger. Einmal mit unglücklichem Abschluss.
Tobias Kempe 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Bemüht, aber meist wirkungslos. Leitete das 1:2 per Ecke ein, viele andere Standards waren eher schwach.
Ondrej Petrak 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Besser in der Defensive als Behrens, dafür wenig Impulse nach vorne. Musste deshalb nach einer Stunde für Teuchert weichen.
Hanno Behrens 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Mehrere unglückliche Offensivaktionen, fand wenig Zugriff aufs Mittelfeld der Dresdner.
Lukas Mühl 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Ordentliches Spiel mit einigen schönen Defensivaktionen, auch vor dem gegnerischen Tor gefährlich. Machte sein erstes Tor.
Rurik Gislason Ohne Bewertung
Kam fünf Minuten vor Schluss für Sepsi. Hatte noch eine Halbchance, machte den Eindruck, als hätte man ihn früher bringen können.
Cedric Teuchert 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Sorgte zunächst für frischen Wind, legte eine Chance für Matavz schön auf, tauchte im Laufe der dreißig Minuten auf dem Feld aber immer mehr ab.
Tim Matavz 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Immerhin mit Vorlage zum 1:2, sonst oft in der Luft hängend und mit schwachen Entscheidungen in Richtung Tor.

31 Gedanken zu „Analyse: Auf dem linken Auge blind #FCN #FCNSGD

  • Bevor man etwas kommentiert, was einem vielleicht leid tut, habe ich erst eine Nacht darüber geschlafen, wie
    ich denn jetzt die Leistung gegen Dresden einschätzen soll.
    Ich komme zum Ergebnis, dass das was die Lizenzfussballer in den roten Trikots abgeliefert haben, mit
    Fußball, für welchen die Protagonisten bezahlt werden nichts zu tun hat.
    An dieser Feststellung habe ich auch nichts zurückzunehmen, dass sich die Truppe so ab der 70. Minute
    etwas besser präsentiert hat.

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  • Ich glaube in der Benotung ist ein Spieler vergessen worden!?
    Würde Lippert sofort die Chance geben. Schlechter wie Sepsi geht nicht!!!!

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  • Um ganz ehrlich zu sein haben wir kaum anders gespielt als in den beiden siegreichen spielen zuvor. Diesmal hat eben bloß ein Burgstaller gefehlt der die Dinger rein macht (Matavz und Teuchert haben da kläglich versagt) und dazu kam noch eine selbst für Sepsi Verhältnisse schlechte Abwehrleistung von unserm Lazlo. Aber trotzdem muss man bei allem Frust auch sagen, wenn Matavz in der ersten Halbzeit uneigennützig abschließt bzw einen gescheiten Pass spielt und Teuchert seine 100 prozentige verwandelt, hätte das Spiel genau so gut auch anders herum ausgehen können.
    Und ja ich weiß „hätte hätte Fahradkette.“ 🙁

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  • Passt soweit, auf Sabiri bin ich gespannt ☺
    Weniger wegen der Benotung denn zur Info sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass Petrak nächste Woche durch seine 5. Gelbe fehlt.

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  • Das Spiel gestern war ja wirklich nicht anders als vor der Winterpause nur ohne burgstaller was dabei dann raus kommt hat man ja gesehen.Was mich verwundert sind die Fans. Teilnahmslos und regungslos.Hat uns unser Trainer mit seiner Lethargie bereits angesteckt???und wie soll das jetzt weitergehen?Ab in die dritte Liga mit dem Argument:Des is halt jetzt so!!!

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    • Da hast Du sowas von recht. Die Fans des FCN sind viel zu zahm und nehmen alles hin. „Des is halt jetzt so“ wird es halt jetzt nach jedem Spiel heissen. Wir sind in der Krise und dies wird so gut es geht ignoriert. Naja, vielleicht steigen wir ja nächstes Jahr dann auf oder übernächstes. Die Mannschaft braucht eben Zeit, um sich zu entwickeln.

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  • Ist es die mangelnde Qualität der einzelnen Spieler, ist es fehlende Abstimmung, zu wenig Miteinander, sind es Einstellungsprobleme, ist es zu große Heterogenität im Kader, ust es das Fehlen einer wirklichen und auf das Können der Spieler abgestimmte Spielidee oder schlicht der Verlust des treffsichersten Stürmers?
    Oder von allem etwas?
    Auch wenn sich hier manche ein protestbereiteres Publikum wünschen – wie soll das dem Verein weiterhelfen?

    Habe mich gestern mit einem bekannten Fußballjournalisten unterhalten, der seit 25 Jahren profund und allseits anerkannt den deutschen Fußball überregional begleitet und kommentiert: „Dein Club braucht nach all der Misswirtschaft, die immer wieder auf pures Hoffen gebaut war, so schnell wie möglich den Umbruch, wir Meeske ihn einleitet. Wenn Ihr das auch noch aufgrund Eurer Romantizismen mit Eurer ewigen Altmeister und Vizerekordmeisterei ablehnt, wird der Club absehbar auch in Liga 2 erhebliche Probleme bekommen.
    Ihr braucht neue Strukturen, Ihr braucht Ausgliederung für Umschuldungsmaßnahmen, Ihr braucht langfristig ein neues Stadion, um überhaupt die jetzige Idee der NLZ-orientierten Spielerakquise erfolgreich handhaben zu können.
    Der Club ist so, wie er jetzt ist, längst abgehängt. Das muss Euch allen ganz schnell klar werden, damit ihr noch irgendwie die Kurve kriegt. Der Meeske ist für Euch Gold wert – wenn ihr den auch noch vergrault und verliert, dann gute Nacht.
    Euch muss mal klar werden, wo Ihr realistisch im Hier und Jetzt steht, und das meine ich vor allem ökonomisch und was die Perspektiven anbelangt:
    Bestenfalls (!) im Mittelfeld der 2. Liga.“

    Ich weiß, das ist „nur“ die Meinung eines Menschen, der sich jedoch seit mehr als zwei Jahrzehnten beruflich intensiv auch mit den Hintergrundentwicklungen unseres Sports bestens auskennt und einen unverstellt analytischen Blick auf den Club hat.
    Da scheint die Frage, ob Sepsi oder Lippert (pro Lippert!) plötzlich ebenso irrelevant wie die Frage, ob Trump oder Kim-Jong Un.

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  • Sorry Hans und Auswärtssieger, aber ich verstehe eure Äußerungen null!
    1. Wir verlieren mit Burgstaller unser Alphatier der bis dahin 47% der Tore in der Saison gemacht hat.
    2. Hatten wir gestern von allen 14 Spieler die aktiv waren einen Durchschnitt von 25,21 Jahren.
    Zwei Spieler auf der Bank die nicht gespielt haben die mit 20 und 23 deutlich unter Schnitt sind.
    3. Gerade einen ü30 Spieler der gestern aktiv war!!!!!!
    So jetzt kommt ihr und wollt das die Fans die Unterstützung einstellen oder ihren Unmut laut im Stadion kund tun?
    Bestimmt wird dann die Leistung produktiver!!!
    Die Mannschaft kann zur Zeit nicht mehr! Aber sie kann sich entwickeln, aber dazu braucht man Geduld und Ruhe!!!!!

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  • Das war gestern leider wieder mal ein richtiger Grotten-Kick unseres Glubbs. Besonders die erste hälfte war aus meiner Sicht eine Katastrophe. Die Noten fallen sogar noch sehr human aus wie ich finde. Hoffentlich werden in den nächsten Spielen endlich alle jungen Spieler reingeschmissen. Teuchert/Kammerbauer/Lippert. Die können auch nicht mehr falsch machen, als welche die auf dem Platz stehen und das Trikot spazieren tragen. Diese können sich wenigstens noch entwickeln und Sabiri hat schon mal sehr gute Ansätze gezeigt. Auch muss man wieder das Thema Trainerfrage ansprechen. Selbst nach der Winterpause ist immer noch keine Handschrift zu erkennen. Es läuft einfach immer noch viel zu viel nach dem Motto, hoch und weit bringt Sicherheit. Nach dem 1:2 hat man gesehen das die Mannschaft wohl auch Kurzpassspiel kann. Es muss sich dazu aber auch bewegt werden. Sorry aber das musste mal raus. So eine Vorstellung wie gestern gab es aber leider schon öfters in dieser Saison.

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  • Ja auch ich bin enttäuscht, ja auch ich hatte gehofft, dass die Mannschaft mal mit Feuereifer aus der Pause kommt. Es ist ja schon irgendwie komisch, egal welchen Trainer wir haben, wir tun uns in den ersten Spielen nach einer Pause schwer. Und jedesmal schießen wir uns auf den Trainer ein. Aber liegt es wirklich am Trainer, wenn es bei jedem Trainer so läuft?

    Oder liegt es vielleicht eher daran, dass wir zuviel von unserer Mannschaft erwarten, immer wieder zu viel erwarten. Auch im von Zuckerpass oben angesprochenen Sinn, dass wir die Realität nicht erkennen, weil uns eine hundert Jahre alte glorreiche Vergangenheit immer noch im Kopf herumspukt?

    Weil wir alle auch schon bessere Zeiten erlebt haben, ob es die Jahre unter Höher waren, die Jahre unter Meyer? Warum denken wir das ist der eigentliche Club, obwohl jeder von uns doch erkennen müsste, dass das immer die Ausnahme war, die Regel ist Selbstüberschätzung und Größenwahn.

    Wie wir unter Schmelzer mit dem Neubau des Hotels und Vereinsgeländes fast in den Ruin gesteuert wären, so war es jetzt ein vollkommen überdimensioniertes Funktionsgebäude.

    Tatsache ist, dass wir in dieser Saison Spieler im fast zweistelligen Millionenbereich verloren haben, Füllkrug, Blum, Kerk, Burgstaller … Aber keinen Ersatz in gleicher Qualität verpflichten konnten. Wie kommt man dann auf die Idee, dass wir ähnlich erfolgreich spielen können wie in der Vorsaison? Ich nehme mich da gar nicht aus. Das Ziel zu Beginn der Saison, das auch hier definiert wurde, das aber glaube ich viele andere auch sahen, 60 Punkte ist doch der komplette Realitätsverlust.

    Damit sage ich gar nicht, dass man das nicht erreichen könnte, im Sport ist alles möglich, Glück, ein Lauf, aber auf beides kann man nicht setzen, mit beidem kann man nicht rechnen.

    Wir sind wirtschaftlich Mittelmaß der zweiten Liga und da stehen wir auch sportlich. Mit etwas Glück kann man da im ersten Drittel landen, mit Pech geht es aber auch gegen den Abstieg. Unser Ziel kann nur 40 Punkte sein und wenn man die erreicht hat und es wäre noch viel Saison übrig, wegen Gründen wie oben angesprochen, dann kann man sich neue Ziele setzen.

    Wenn ich jetzt lese, man müsse jetzt die jungen Spieler reinwerfen, nach dem Motto, die sollen sich jetzt einspielen und dann könnten sie nächste Saison oben mitspielen, der macht sich doch schon wieder etwas vor. Dieser Verein und seine Fans benötigt noch ganz viel Realitätssinn.

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    • Du findest also, dass

      – Würzburg

      – Dresden

      – Union Berlin

      – Heidenheim

      – Sandhausen

       

      bessere als unseren abgespeckten Kader haben?

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      • Ja fine ich, individuell dürften die genannten Mannschaften nicht viel stärker sein als wir, aber die Spieler sind deutlich besser auf die Notwendigkeiten innerhalb der Mannschaft abgestimmt. Ist ja auch kein Wunder, insbesondere Würzburg, Heidenheim und Sandhausen werden alle über 3 Jahre und mehr kontinuierlich geführt und entwickelt. Aber auch Union arbeitet seit Jahren ruhig innerhalb der eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Bei Dresden gab es letztes Jahr den großen Schnitt und seit dem reitet man dort die Erfolgswelle, hier wird man abwarten müssen, wie sich der Verein in Zukunft verhält, der Trend zum Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit ist dort auch vorhanden. Sprich man hat auch dort immer wieder gedacht sich mit Schulden in neue sportliche Höhen zu schrauben und über den sportlichen Erfolg dann wieder die Schulden bezahlen zu können, quasi so eine Art Perpetuum Mobile.

        Das Problem ist halt immer, dass sich sportlicher Erfolg nicht zu 100% planen lässt, Verletzungen, Formschwächen, Abwanderung von Leistungsträgern etc. und schon bleiben die Schulden, der sportliche Erfolg um diese bedienen zu können tritt nicht ein und das Kartenhaus fällt.

        Die Bayern können als einziger Verein in Deutschland so viele Topspieler versammeln, dass Verletzungen und Formschwächen immer ausgeglichen werden können. Für alle anderen Mannschaften gilt, man muss Kompromisse eingehen und meist sind es nicht die 15-16 besten Individualisten, die optimal für die Mannschaft sind.

        Es waren ja nicht wenige Experten, die nach dem Abstieg darauf hingewisen hatten, dass insbesondere die Zusammenstellung der Mannschaft eine Katastrophe sei. Seit dieser Katastrophe fehlt uns aber das Geld die Mannschaft schnell umbauen zu können. Im Gegenteil, jeder Spieler der sich als Leistungsträger entpuppt muss auch noch verkauft werden. Was natürlich innerhalb der Mannschaft tendenziell auch wieder zu Frust führt, sei es weil andere auch gerne weg wollen, sei es weil die Mannschaft das Gefühl hat, der Erfolg nützt nur einzelnen, für die Mannschaft ist er eher kontraproduktiv.

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    • Ich finde schon das die Mannschaft das Potential besitzt im oberen Mittelfeld der zweiten Liga mitzumischen. Ob man zum den Aufstieg mitspielen kann ist von vornherein leider nicht planbar, da sich dies erst im Laufe einer Saison entwickelt. Natürlich hängt es auch von den erwähnten Faktoren ab. Aber ich erwarten doch von einer Profimannschaft  das diese sich den Ball auf 3m zuspielen kann und nicht einfach blind nach vorne schlägt. Das muss natürlich kein Tiki-Taka ala Barcelona sein. Aber ein Fußballerischer Ansatz muss erkennbar sein. Den sieht man leider zu selten in dieser Spielzeit. Die Dresdner haben das gestern gut von hinten rausgespielt. Rhuig und unaufgeregt. Mit den jungen reinwerfen meine ich jetzt nicht das wir nächstes Jahr gleich um den Aufstieg mitspielen werden. Das ist normalerweise für die nächsten Jahre abgehakt. Sehe das eher so das man solchen Spielern wie Teuchert/Mühl etc. eine Perspektive in der ersten Mannschaft aufzeigen kann bevor diese wieder zu anderen Vereinen gehen, oder man gar von anderen Vereinen teure Spieler verpflichtet, welche aus dem NLZ gleichwertig ersetzen kann. Das muss der Weg des Glubbs sein. Man bekommt die ganz großen Talente leider nicht mehr, da diese nun gleich zu Vereinen wie Bayern/Dortmund oder gar Leipzig gehen. Anderer Weg wäre man leiht diese Spieler dann aus, allerdings nur mit einer Kaufoption. Alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn.

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      • Sehe das eher so das man solchen Spielern wie Teuchert/Mühl etc. eine Perspektive in der ersten Mannschaft aufzeigen kann bevor diese wieder zu anderen Vereinen gehen

        Diese Spieler haben jedes Training die Chance sich in die Startelf zu spielen und zu kämpfen. Aber im Leistungssport kann das nur über Leistung gehen, sprich sie müssen besser als die Mitspieler sein. Würde der Trainer nicht nach Leistung aufstellen, dann fliegt im der Laden nach wenigen Wochen um die Ohren.

        Schwartz baut doch schon sukzesive die jungen Spieler ein, im Zweifel entscheidet er sich immer für den jungen Spieler, siehe Mühl vs. Hovland. Möhwald hat erst unter Schwartz den Schritt zum Stammspieler geschafft. Sabiri stand jetzt in der Startelf, Kammerbauer war schon ein paar mal dabei.

        Auf der linken Seite tut sich Lippert wohl noch schwer, aber ich bin sicher, Schwartz würde ihn sofort spielen lassen, wenn er das gefühl hätte er wäre besser als Sepsi.

        Ich erinnere mich noch an die ersten Spiele von Mühl, da kam sofort Kritik auf und der eine oder andere hier hat dem Jungen die schon Bundesligatauglichkeit abgesprochen. Schwartz hat ihn dann mal aus der Schusslinie genommen, aber sofort weider gebracht, als Bulthuis oder Margreiter ausgefallen sind. Ich frage mich schon was Schwartz noch alles machen soll in Sachen Jugendförderung.

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      • Hm, weiß nicht so recht. Wie schon anderswo geschrieben – 7 Vereine in 6 Jahren, ein tolles internationales Tor, das ihn bekannter machte, an meinem inneren Auge streifen Namen wie Charisteas, Marco Antonio vorbei,…

        Aber gut, jetzt ist er da, willkommen in der Clubfamilie, zeig uns und Dir was Du kannst, auf gehts.

         

         

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        • Hm, weiß nicht so recht. Wie schon anderswo geschrieben – 7 Vereine in 6 Jahren, ein tolles internationales Tor, das ihn bekannter machte, an meinem inneren Auge streifen Namen wie Charisteas, Marco Antonio vorbei,…

          Wobei die Aussagen da auch etwas durcheinander gehen, beim Club steht, dass er seit 2014 bei den Dänen spielt und 76 Spiele bestritten hat und dabei 35 Tore gemacht hat. Dazu U21 Europameister. Jetzt muss Teuchert aber mal richtig Gas geben, wenn er Stammspieler werden will.

          Das Alter ist dann auch der große Unterschied zu den oben genannten Charisteas und Marco Antonio.

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          • Gerade in letzter Zeit hatten wir so einige, deren Vorgeschichten so gar nicht hätten vermuten lassen, dass sie mal zu Leistungsträgern würden (manchen waren auch bei uns schon als Flop abgestempelt) – Margreitter, Füllkrug, Kerk, Kirschbaum, selbst Burgstallers Prä-FCN-Vita liest sich nicht gerade beeindruckend.

            Die Aussagen aus der FCN-PM stimmen auch – Ishak ist zuletzt vor zweieinhalb Jahren gewechselt, von 7 Vereinen in 6 Jahren kann keine Rede sein. Er ging ja 5 Jahren nach Köln, wurde dort nach einem recht erfolglosen Jahr für die Rückrunde nach St. Gallen ausgeliehen, und danach ging er nach Parma, von denen er direkt nach Crotone verliehen wurde. Und nach einem Jahr in der Serie B ging er dann zu Randers.

            Und seitdem war er bei diesen Stammspieler. Die Statistiken bei tm.de weichen leicht ab, dort sind 71 Ligaspiele und 31 Tore (plus 5 Assists) bzw. 78 Pflichtspiele und 34 Tore notiert. Auf alle Fälle nciht schlecht, zudem wird er als recht robust beschrieben. Soll allerdings auch nicht der schnellste sein.

            Rein von der Personalie sicherlich ein Transfer, der recht gut klingt. Mal schauen, ob zu den übrigen Bedingungen noch was durchsickert.

            Was mich aber eben stört, ist dass man hier meiner Ansicht nach an der falschen Baustelle arbeitet… Wie schon in anderen Posts erläutert, sehe ich dringlichere Problemfelder im Kader, die man zuerst hätte angehen sollen, um eine möglichst erfolgreiche Rückrunde zu spielen – dafür braucht man Ishak eher nicht. Und im Sommer läuft sein Vertrag aus, ihn frühzeitig ab dann ablösefrei zu verpflichten, erscheint mir als die sinnvollere Lösung.

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            • Bornemann hat ja auch mal gesagt, dass wir nicht immer zum optimalen Zeitpunkt kaufen können, sondern auch darauf achten müssen, wenn sich eine Chance auftut. Ich gehe mal davon aus, dass die Ablöse nicht so hoch sein wird. Dazu bedeutet ablösefrei ja nicht, dass es kein Sinnig fee gibt und sowohl Spieler als auch Verein müssten auch mitmachen. Ich bin ziemlich sicher, dass bei einem Spieler wie Ishak noch andere Vereine darn sind, nicht nur der Club.

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              • Davon ist auszugehen, nachdem die Geschichte gestern deshalb öffentlich wurde, weil der Trainer von Panathinaikos Athen in einer Pressekonferenz gesagt hat, dass Ishak nicht zu ihnen kommt (obwohl sie interessiert waren) und stattdessen nach Nürnberg geht.

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  • Muskelfaserriss bei Brecko. Jetzt wird es zwangsläufig noch schneller gehen müssen mit der Verjüngung auf den AV-Positionen.Wenn der Trainer schon von sich aus nicht reagiert, wird er jetzt durch die Umstände dazu gezwungen. Endlich die Chance für Kammerbauer und Lippert in der Startelf –

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    • Das bezweifle ich sehr stark, also dass Kammerbauer und Lippert im nächsten Spiel die AV-Positionen bekleiden werden. Ich rechne fest damit, dass Sepsi wieder spielen wird.

      Es kommt ja auch noch dazu, dass Petrak gesperrt ist. Ich denke mal, dass sich AS sagen wird, dass es schon reicht, wenn man auf zwei Positionen hinten umstellen muss, v.a. wenn man in erster Linie Jungspunde als Alternativen hat, dann belässt man es links lieber bei der Stammkraft…

      Bin mal gespannt, wie AS das Personalpuzzle lösen wird. Als Petrak-Ersatz bieten sich Mühl und Kammerbauer an. Bei ersterem würde es wohl darauf hinauslaufen, dass dann Kammerbauer den RV gibt und Hovland oder, falls genesen, Bulthuis in die IV rutscht. Kammerbauer im DM und Hovland als RV dürfte wohl die Alternative dazu sein.

      Eine mutigere Aufstellung, mit Möhwald im DM und Doppelspitze, oder einem 4-1-4-1 mit Behrens als alleinigem 6er, daran glaube ich eher nicht…

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      • Eine mutigere Aufstellung, mit Möhwald im DM und Doppelspitze, oder einem 4-1-4-1 mit Behrens als alleinigem 6er, daran glaube ich eher nicht…

        Das wäre wohl auch eher tollkühn als mutig. Möhwald ist für mich kein 6er, zumindest noch nicht.

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        • Gut, Möhwald würde eher als 8er denn als 6er agieren – nach Rückstand hat man das doch durchaus schon so gespielt und in der Regel dann auch sehr viel Druck auf den Gegner ausgeübt.

          Die Defensive kriegt man ja eh nicht dicht, auch nicht mit der ziemlich defensiven Doppelsechs Behrens/Petrak, die insgesamt sehr wenig für den Spielaufbau leistet und das Offensivspiel im Allgemeinen auch ziemlich lahmt. Dann sollte man sich mal überlegen, ob man nicht versucht, das Offensivspiel zu stärken und damit mehr Druck auf den Gegner auszuüben. Und ihn dadurch auch viel weniger ins Spiel kommen lässt. Tollkühn ist das sicherlich nicht.

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          • Ich könnte mir Möhwald auf der 8 zusammen mit Erras vorstellen, wenn Erras wieder zu seiner Klasse beim Antizipieren und seinem großartigen Stellungsspiel findet, das er vor der Verletzung hatte, mit Behrens hätte ich Bedenken, da aus meiner Sicht Behrens schon eher ein 8er als ein 6er ist.

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  • Sehr schöne Analyse mal wieder! Und „Viele Argumente (Dennis Lippert) in den kommenden Spielen nicht auch einzusetzen gibt es nicht.“ Sehr sehr richtig!

    Ich hacke nicht gerne auf Spielern nach „schlechten Tagen“ rum, aber nach „schlechten Monaten“ sollte man was tun!

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