Party like it’s 1985! #FCHFCN

Der Club gewinnt in Heidenheim mit 3:2, die Youngster überzeugen

Drei Stammkräfte verletzt oder gesperrt, vier U21-Spieler in der Startelf, der Gegner hat die wenigsten Heimgegentore der Liga. Die Ausgangssituation hätte einfacher sein können für den FCN. Doch der Club nahm die Hürde Heidenheim nicht immer mit Bravour, aber am Ende eben doch mit 3:2. Hauptdarsteller waren dabei eben gerade die Youngster: Lukas Mühl, der im defensiven Mittelfeld viele Zweikämpfe führte; Dennis Lippert, der als Linksverteidiger seine Sache so gut machte, dass von dort quasi gar keine Gefahr ausging; Patrick Kammerbauer, der den Rechtsverteidiger offensiv interpretierte und ein Tor erzielte; Abdelhamid Sabiri, der zwei der drei Tore für den FCN erzielte.

Freilich war trotz des guten Starts durch Sabiris frühes 1:0 nach einer Möhwald-Flanke (4.) nicht alles Gold, was in Heidenheim glänzte, aber allein fußballerisch wirkte das Team deutlich weiter als noch vor Wochenfrist gegen Dresden. Immer wieder lief der Ball auch flach übers Spielfeld, der hohe Ball kam gerade in der ersten halben Stunde fast gar nicht zum Einsatz. Einzig das zweite Tor wollte nicht fallen, so dass Heidenheims Ausgleich durch Kleindienst (41.) dann gleichzeitig Bestrafung für den FCN war, da man Chancen nicht zu Ende spielte, als auch Lohn für die Heidenheimer, die nach 30 Minuten Gnaase durch Thomalla ersetzten und so das Spiel auf ihre Seite zogen, da sie nun ein Mittel gegen das Pressing des FCN fanden.

Das setzte sich auch nach der Pause fort und in dieser Phase hatte der Club tatsächlich Glück. Heidenheim traf das Tor nicht, der Schiedsrichter gab einen Kann-Elfmeter gegen Sabiri nicht und der FCN traf mit seiner ersten Gelegenheit in der zweiten Halbzeit. Kammerbauer hatte nach schönem Kurzpassspiel ein typisches Rechtsverteidigertor erzielt (68.). Heidenheim war nun angeschlagen und fing sich nach einem Konter ein kurioses Tor durch Sabiri. Zuvor war der Ball mehrfach abgefäscht, abgewehrt und versehentlich geflankt worden. Dem 20-Jährigen war es egal: Er machte sein zweites Tor und krönte eine feine kämpferische Leistung, schließlich bestritt der Deutsch-Marokkaner erneut die meisten Zweikämpfe.

Der Club wäre nicht der Club, wenn man am Ende nicht etwas zittern hätte müssen. Heidenheim kam in der Nachspielzeit noch einmal heran, Verhoek traf, nachdem er sich vorher mindestens am Rande der Regelwidrigkeit gegen Hovland bewegt hatte. Doch mehr als das 2:3 aus Sicht der Gastgeber sprang nicht mehr heraus. Der Club gewann zum ersten Mal im Jahre 2017, getragen von der guten Leistung seiner Youngster. Die Alten schwächeln, die Youngster überzeugen und im Weißen Haus sitzt ein unberechenbarer Republikaner, der durch Auftritte im Leitmedium bekannt wurde. Es fühlt sich doch ein wenig wie 1985 an. Oder ist es für die Parallele noch zu früh?

Vorbericht:

„Findet Nürnberg in Heidenheim in die Spur?“ überschreibt der kicker den heutigen Spieltag der 2. Liga. Das Fachmagazin bezieht sich dabei wohl auf die Auftaktniederlage der Rückrunde zu Hause gegen Dresden. Doch was ist die Spur des FCN? Davor gewann man zweimal in der Liga und blieb in der Vorbereitung ohne Niederlage. Ist man daher „aus der Spur“, weil man ein Spiel gegen einen Aufsteiger verlor, der von Beginn der Saison an schon mehr als gut in der Spur ist?

Der Club ist 10ter, hatte vor dem Spieltag 9 Punkte nach unten und 10 Punkte nach oben Rückstand. Man könnte also eher sagen: Wer so „mittelmäßig“ in der Liga unterwegs ist, für den ist eine Heimniederlage durchaus mal spurgetreu. Mal gewinnt man, mal verliert man, im Grunde sieht die Saison danach aus, dass man sich nach oben wie unten keinen Kopf mehr zu machen braucht. Das ist für manchen unattraktiv, bietet aber für den Blick in die Zukunft zumindest die Option Dinge auszuprobieren, weil das Scheitern mit Blick auf das Ganze weitgehend folgenlos bleiben sollte.

Die Chance für den Neuaufbau, könnte man sagen, und alle blicken nach vorn. Die Richtung passt und dazu passen auch die Transfers, jedenfalls manche. Ishak zum Beispiel, denn das Sturmtalent ist noch jung an Jahren und hat schon fast mal den Sprung geschafft. Der Club hat mit solchen Talenten auf dem zweiten Bildungsweg schon gute Erfahrungen gemacht. Auch Förster ist ein Mann mit Perspektive. Bei Djakpa muss man dagegen schon länger nachdenken. Ein sicher verdienter erfahrener Spieler, aber wenn man Sepsi nicht anzählen will und Kritik als respektlos empfindet (so zumindest könnte man Bornemann interpretieren), und für junge Spielern wie Lippert durchaus eine Perspektive sieht, ist Djakpa schwer zu verargumentieren (außer man glaubt doch noch an Wunder in dieser Saison). Noch schwieriger mit dem Verständnis wird es gar bei Lucas Hufnagel. Der Leihspieler von Freiburg mag sicher eine Bereicherung für Schwartz sein, doch wozu? In einer Saison, die den Blick auf die kommende hat, sind Leihspieler eher ein Platzhalter für … ja für was eigentlich. Erras?

In Heidenheim werden von den Neuzugängen zumindest in der Startelf keiner zu finden sein, vielleicht im Kader. Verletzungs- bzw. gesundheitsbedingt. Richten müssen es also im Wesentlichen die, die gegen Dresden keine Lösungen gefunden haben. Brecko muss ersetzt werden, der hat Oberschenkel, und Petrak fing sich die 5te gelbe Karte. Und Sepsi, soll auch Oberschenkel haben – honi soit qui mal y pense. In jedem Fall: Gute Besserung.

Heidenheim ist die Chance sich wieder von der positiven Seite zu präsentieren. Ob das dann in eine Spur mündet, wird sich zeigen, die Spur führt derzeit aber eben ins Mittelfeld und vielleicht in eine Zukunft. Vielleicht gibt es aber auch einfach nur eine Spur Selbstvertrauen zurück und das ist im Fußball ja bekanntlich die Basis von allem.

Update: Die Aufstellung

Kirschbaum
Kammerbauer, Margreitter, Hovland, Lippert

Behrens, Mühl

Kempe, Möhwald, Sabiri

Matavz

Bank: Schäfer, Hufnagel, Eder, Djakpa, Gislason, Parker, Teuchert.

Neues ausprobieren tun wir aber übrigens auch bei Clubfans United und versuchen es mal, das Spiel im 2D-Modus zu verfolgen. Spockstar hat uns zum Testen eingeladen und dafür den Gutscheincode „club“ auch zur Weitergabe geschickt. Klingt interessant, vor allem für Freunde von Statistiken. Ob es eine Bereicherung oder gar Ersatz für einen Ticker für unterwegs sein kann, wird sich zeigen.
Kleiner Disclaimer: Für Download und Nutzung übernehmen wir keine Verantwortung. Wir haben mit Spockstar keine Geschäftsbeziehung.

58 Gedanken zu „Party like it’s 1985! #FCHFCN

  • Kleine Korrektur zum Artikel: Brecko fehlt verletzungsbedingt, die Gelbe Karte gegen Dresden war seine Sechste. Petrak fehlt wegen der 5. Gelben

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  • Überaus schönes Photo, das sehr gut zum Text passt.

    Eine Aufstellung ganz nach meinem Geschmack. Endlich. Bin zuversichtlich (und geduldig), was die Jungen angeht.

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  • Schade, dass sie sich noch den Ausgleich gefangen haben.
    Insgesamt ein erstaunlich engagierter und zum Teil sogar spielstarker Auftritt des jungen Teams. Zumindest ein Punktgewinn wäre ihnen zu gönnen, sofern sie in der 2. HZ nicht einbrechen.

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  • Wirklich ärgerlich.
    Der Club ist – zumindest nach meinem Empfinden – in allen Belangen besser als der Gegner.
    Nur im Tore schießen nicht.

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  • Die Aktionen im letzten Angriffsdrittel sind zu fahrig. Da wäre bei mehr Abgeklärtheit viel mehr möglich gewesen. Möhwald mit guter Flanke beim 1:0, dann aber mit zu vielen Stolperern.

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  • Macht Spass, zuzuschauen. Die Jungen spielen ordentlich. Scheinbar ist die linke Defensive doch ein richtiges Problem. Lippert manchmal ein wenig zu ungestüm. Kammerbauer gefällt mir gut. Die gelbe Karte ein Witz. Der Freistoss genauso. Dann hätte es auch einen Elfmeter geben müssen. Ich hätte beides nicht gegeben.

     

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  • Hovland war vor dem 1:1 sehr träge, er bleibt 2m vor Kirschbaum stehen anstatt 5m zu Ball und Torschützen zu gehen, dadurch nimmt er zusätzlich zur vermeintlichen Abfälschung auch noch dem Torwart die Sicht.

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  • Wenn Matavz nicht zufällig zweimal eingeblendet worden wäre, hätte ich bis jetzt nicht gemerkt, dass er überhaupt auf dem Platz ist.
    Danke an die Regie.

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  • Tja, jetzt haben sich die Gewichte verschoben. Der Gegner jetzt durchsetzungsfähiger in den Zweikämpfen. Mal sehen, wie lange die eins hinten noch steht…

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  • Schwartz kann anscheinend nicht aus seiner Haut und immer erst nach der 60. Minute wechseln.

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  • Wer von den Einwechselspielern hat denn bitte die Qualität, das Spiel so zu beeinflussen, dass es sich wieder zu Gunsten des Clubs dreht?

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  • Mal sehen. ob am Ende die eins hinten noch steht. So recht dran glauben, kann ich noch –

    Tor! Tor! Tor!

    Weltklasse-Vorarbeit von Möhwald!

    Jetzt muss es ein Dreier werden!

    Ich wiederhole:

    Jetzt MUSS es ein Dreier werden!

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  • Juwe sagt
    04.02.2017 um 06:51
    Also wenn Fürth Hannover 96 4:1 schlagen kann, (wo wir auch noch zum Derby antreten dürfen)  dann können wir doch auch mal in Heidenheim gewinnen oder ist das vermessen?

    belschanov sagt
    04.02.2017 um 14:39

    Mal sehen. ob am Ende die eins hinten noch steht. So recht dran glauben, kann ich noch –

    Tor! Tor! Tor!

    Weltklasse-Vorarbeit von Möhwald!

    Jetzt muss es ein Dreier werden!

    Ich wiederhole:

    Jetzt MUSS es ein Dreier werden!

    Euer Wunsch/Befehl ist diesmal erfüllt worden. Wobei die letzten Minuten schon sehr am Nervenkostüm gekratzt haben.
    🙂
    Gratulation an Spieler und Trainer

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  • Das war doch schön. Mir hat es jedenfalls gefallen.

    Nächste Woche gegen Braunschweig Petrak für Hovland – ansonsten kann alles so bleiben.

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  • Ich freue mich riesig für die Mannschaft. Noch mehr als über die stimmungstechnisch wichtigen 3 Punkte, über die Tatsache, dass Schwartz die Veränderungen wohl nicht mehr so einfach zurückführen kann. Die letzten Tore haben Mühl, Sabiri und Kammerbauer erzielt. Für mich mehr als ein Fingerzeig.

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  • Ich war heute auf einer Mountainbike Tour und schaltete erst Mitte Nachmittag unterwegs mein Handy ein in den Sportteil, sagte noch zu meiner Frau, jetzt kommt kurz der übliche FCN Frust und traute meinen Augen kaum, da stand es gerade 1:3 für den Club und 2 x Sabiri und was man so las auch phasenweise gutes Passspiel. Diese schönen Nachmittage mit dem Club bevorzuge ich eindeutig. Ich habe immer an Lippert geglaubt, zwar muss er körperlich noch etwas zulegen, aber in der U19 stach er mir immer mit seiner aktiven und intelligenten Spielweise ins Auge. Freut mich doppelt..

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      • Hat ziemlich smart und insgesamt sehr ordentlich debütiert. Respekt. Die Jungen haben viel Energie auf den Platz gebracht. Endlich steckt wieder Geschwindigkeit in der Mannschaft. Und um einen „alten“ Spieler zu loben, Behrens war beinahe überall, unter anderem auch ein bis zwei mal im Strafraum…

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      • Ich verstehe nur nicht, warum man den Jungen nicht mal früher aufgestellt oder wenigstens eingewechselt hat. Jetzt scheint Lippert dem Druck gewachsen, wir haben den Ivorer verpflichtet und Bornemann muß Sepsi schonend beibringen, dass sein Platz besetzt ist. Vor der Winterpause, hätte man sich entweder den Backup sparen oder Sepsi vielleicht auch einen Wechsel ans Herz legen können.

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  • Clubberer 48

    Eine tolle spielerische Leistungssteigerung!!!

    Besonderes Lob für Kammerbauer und Lippert die trotz der robusten Spielweise der Heidenheimer Brecko und Sepsi mehr als ersetzten. Für mich der Spieler des Spiels auf dem Platz der überraggende Sabiri. Technisch, Läuferisch und seine Torgefährlichkeit waren beeindruckend – von mir für einen 20 Jährigen eine 1 mit Stern. Ich hoffe, Herr Bornemann beeilt sich und stattet die drei Jungs mit langfristigen Verträgen ohne Ausstiegsklauseln aus.

    Ich muß leider dem „Schwafelreporter“ von Sky eine glatte 6 geben. Er hat mir fast die Freude über die gute Leistung des Clubs vermiest. Vielleicht wäre es von den Vorstandsherren des 1. FCN mal angebracht sich bei Sky über diese Art von Berichtserstattung zu beschweren.

    Ein Lob für sein Fair-Play an den Heidenheimer Trainer Frank Schmid trotz der Niederlage beim Sky Interviev.

     

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  • Kann mir jemand erklären warum Fans in einem Stadion mit „REWE Familienblock“, deren „Verein“ eine GmBH & Co.KGaA ist, den Gegner als „Kommerzprojekt“ verunglimpfen? Kapier ich nicht.
    Ist Borussia Dortmund eine Non-Profit Organisation?

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  • Endlich, endlich…die lange geforderten Jungen haben voll überzeugt. Hovland war bei beiden Toren der Schwachpunkt. Seine gelegentlichen phlegmatischen Phasen sind das Problem. Dave oder Mühl werden es richten. .Statt Rurik würde ich mir noch Cedrik wünschen, der hat schon mal Leistung gezeigt, der andere noch nie.. Erras, Petrak und Leipold wenn fit dazu und dann noch die 4 Neuen. Zu Hufnagel hat mir gestern ein SCF Insider gratuliert. Er meint wir haben da eine klare Verstärkung bekommen. Von Spiel zu Spiel denken, Siegen und fleißig Punkte sammeln.

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    • Zu Hufnagel hat mir gestern ein SCF Insider gratuliert. Er meint wir haben da eine klare Verstärkung bekommen.

      Hat der Insider auch gesagt, dass wir eine Option haben, in fest zu verpflichten?

      Wenn nein nützt uns die Verpflichtung nämlich nicht viel, maximal noch 15 Spiele in einer tabellarisch weitgehend belanglosen Restsaison. Für so etwas braucht man uns nicht gratulieren.

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      • Nein, wir haben leider keine Option. Hoffe unsere Trainer hat deshalb ein Kurz- und Langfristig-Konzept. Gleiches gilt doch für Matvaz und Teuchert. Matvaz werden wir definitiv nicht halten bzw. keine Kauf finanzieren können. Hufnagel ist nur ne kurzfristig verfügbare Alternative. Druck auf den Kader und helfen, den ein oder anderen Punkt einzufahren. Breite im Kader und Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen. Es sind noch über 40 Punkte zu vergeben, da kann noch viel passieren.

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    • Also ich sehe den teuchert auch gerne. Über Rurik kann ich mir aber keine meinung bilden, denn wann hat er länger als 5 min. spielen können. Würde rurik gerne mal zumindest eine HZ mal spielen sehen. Und danach urteilen.

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  • Wenigstens auswärts sind wir Spitzenreiter. Und die Kommentare der jungen Spieler zeigen wie wichtig auch erfahrene Spieler neben ihnen für sie sind. Es braucht einfach die richtige Balance.

    Was mich ganz besonders freut: niemand kann jetzt Schwartz und Bornemann noch vorhalten, den jungen Spielern keine Chance zu geben. Schwartz macht das genau richtig: die Spieler so auf ihre Aufgabe vorbereiten, daß sie zum richtigen Zeitpunkt zeigen können, daß sie es können. Die Spieler wissen das ihren Kommentaren nach auch zu schätzen.

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  • Pingback:KW 05/2017 | beGLUBBt

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