Gute Ansätze reichen nicht zum Punktgewinn. #H96FCN #FCN

Der 1. FC Nürnberg unterliegt auswärts bei Hannover 96 mit 0:1.

Der Club kann sich Schulterklopfen abholen, muss sich damit aber wie gegen Union Berlin genügen. Hannover reichte ein Geistesblitz direkt nach Wiederanpfiff, als man die Club-Abwehr durch einen Einwurf düpierte. Sonst hatte der FCN den Aufstiegsaspiranten bis auf die stürmische Drangphase zu Beginn und die Kontergelegenheiten am Ende, gut im Griff.

Endlich wieder Fußball. So zumindest konnte das der geneigte Fan konstatieren, als er den Club über 90 Minuten bemüht sah den Ball strukturiert nach vorne zu tragen. Die Defizite beim letzen Pass und die fehlende Durchschlagskraft im letzten Drittel verhinderten aber einmal mehr Zählbares gegen eine qualitativ besser besetzte Heimmannschaft, zudem Köllner verletzungsbedingt sogar auf weitere Spieler verzichten musste und so nicht mal die Bank adäquat zu besetzen wusste.

Und auch wenn es die kritischen Geister nicht gern hören werden: Die Niederlage war ein Schritt nach vorne.

Vorbericht

Der Club in der englischen Woche muss am 27. Spieltag der 2. Liga beim Aufstiegsaspiranten Hannover 96 ran. Dort hängt seit geraumer Zeit der Haussegen ziemlich schief, der Saisonverlauf verlief für den ambitionierten Vereinschef Kind trotz bester Aussichten auf den direkten Wiederaufstieg nicht so, wie der sich das vorstellte. Daher wechselte dieser nicht nur non-chalant mal die komplette sportliche Führung aus, mit Bader und Möckel zwei nicht gerade Unbekannte in Nürnberg, sondern auch gleich mal auch den Trainer, sicherheitshalber.

Da man in Nürnberg bekanntlich auch gerade den Trainer wechselte, weil Mittelfeld nicht mittelfeldig genug war, sind die Voraussetzungen vor dem Spiel durchaus vergleichbar. Wäre da nicht, wie auch Köllner in der wohl als ‚episch‘ eingehenden Pressekonferenz, man hätte beinahe die 30 Minuten überschritten, formulierte, der frappierende Leistungsunterschied im Kader. Hannover hat nämlich einen Bundesliga-Kader (Subtext: Und der Club eben nicht). Um hier auf Augenhöhe zu kommen, bedarf es eines ausgefuchsten Matchplan, eine geschlossene Mannschaftsleistung, einen guten Start in die Partie, eine Prise Schlachtenglück und – nun wird es ernst – Zuschauer mit reinem Herzen.

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Was so ironisch anmutet, meint Köllner durchaus ernst (und der Verfasser dieser Zeilen auch). Die Pfiffe bereits zum und vor Pausenpfiff, störten den Trainer. Nicht nur weil sie per se aus den eigenen Reihen kamen, sondern auch weil sie nach seinem Dafürhalten gleich mehrfach sowohl unsachlich wie auch kontraproduktiv seien. Was ihm zum Schluss kommen ließ, dass die Pfeifenden entweder die Situation offenbar verkennen, eine fehljustierte Erwartungshaltung hätten oder eben mit einer offenbar verqueren Auffassung von Motivationshilfe ihr Ticket am Kartenhäuschen erworben hätten. Doch eins nach dem anderen. Die Situation sei nun mal so, dass die Mannschaft gerade ein komplett neues Spielsystem erlernen sollen, was nun mal per se keine Sache von 2-3 Wochen sein könne, sonst würde die Mühe anderer über Monate und Jahre ja ad absurdum geführt. Die Erwartung könne zudem nicht sein, dass man mit eingeschränkten Mitteln auf einmal Wunderdinge produziere, auch das sei nun mal entweder Ertrag von hohem finanziellem Einsatz oder eben akribischer Arbeit. Und zum Dritten wären Pfiffe in Richtung der eigenen Mannschaft nun mal selten motivierend, ja sogar im Gegenteil. Während der Trainer versucht Mut und Selbstvertrauen einzuimpfen, um den Knoten zu lösen, doch mal mehr den Risiko-Pass zu suchen, statt dem Bolzen nach vorne oder dem Querpass, sorgen Unmutsäußerung genau dazu, wieder langes Holz wählen oder Verantwortung abgeben, um ja nichts falsch zu machen.

Köllner war zufrieden. Vor allem mit dem Ertrag, aber auch mit dem was er gesehen hat. Und was die Pressekonferenz vermittelte, ist das, was Schwartz wohl schlicht und einfach fehlte: Überzeugung. Dieser Überzeugung muss nicht jeder folgen, sie bewirkt aber viele Dinge: Die Spieler dürften gestärkt sein. Viele Fans sich sowohl ernst wie auch mitgenommen fühlen. Die schreibende Zunft bekommt Futter, mit dem man arbeiten kann. Köllner erklärt sich und worauf es (ihm) ankommt. Das macht es einfacher, vor allem allen denen, die gern und bereitwillig mit ihm gehen wollen, zum Wohle des Vereins und in eine bessere Zukunft. Ob das erreicht werden kann, steht derzeit noch in den Sternen. Eine gute Leistung heute in Hannover würde sicher vieles für die nächsten Wochen einfacher machen und auch die kritischen Stimmen erstmal verstummen. Zu wünschen wäre es – uns allen.

33 Gedanken zu „Gute Ansätze reichen nicht zum Punktgewinn. #H96FCN #FCN

  • „was Schwartz wohl schlicht und einfach fehlte: Überzeugung“- ob er keine Überzeugung hatte kann ich nicht beurteilen- was Ihm sicherlich im Vergleich zu Köllner fehlt ist:Witz und Charisma.

    Was unter einer guten Leistung gegen Hannover letzlich zu verstehen wäre, darüber könnten allerdings, zwischen Köllner und dem normal Fan die Meinungen, unabhängig vom Ergebnis, allerdings auseinander gehen.

    Im Moment scheint es eine gute Strategie, wenn man die Kommentierungen so liest,  nur den Endstand zur Kenntnis zu nehmen.Fußballerisch istes keine Offenbarung und kann es, folgt man Köllner, derzeit auch gar nicht sein.

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  • Dieser Überzeugung muss nicht jeder folgen, sie bewirkt aber viele Dinge: Die Spieler dürften gestärkt sein. Viele Fans sich sowohl ernst wie auch mitgenommen fühlen.

    Seit dem ich den Club-Podcast verspätet angehört habe verstehe ich Deine Begeisterung zu Köllner besser, aber ich habe schon denb Eindruck, dass diese Begeisterung auch die Realität anders wahrnehmen lässt. Wenn ich mir die Kommentare zu Köllners Fan-Schelte bei Facebook, aber auch hier durchlese, dann kann ich wenig mitnehmen feststellen. Da lese ich fast immer, dass die Aussagen von Köllner auf viel Kritik stoßen. Dass man als Fan ein Recht auf mehr Einsatz hätte, dass die Mannschaft besser spielen müsse. Ich bin gespannt wie die Stimmung nach dem Hannoverspiel ist.

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    • Dass die Gescholtenen nicht begeistert sind und dann auch in den Foren weiter pfeifen, ist ja nahe liegend.

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  • Ich finde Köllner so wohlttuend, gleichwohl wissend er wird nicht zaubern können im ungünstigsten Fall auch scheitern kann, aber er kommuniziert klar und will das richtige. Das reicht mir im Moment schon…Finde sein Interview inhaltlich sehr gut. Hoffe der Kampfgeist überträgt sich auf die Mannschaft, es ist ganz wichtig dass der Trainer damit voran geht.

    Schwer heute was zu holen, aber man muss mit der richtigen Einstellung dort hinfahren dito.

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  • Geht mir ähnlich wie Dir, Juwe.  Da habe ich das Gefühl, dass einer eine klare Vorstellung davon hat, was er mit dieser Mannschaft erreichen will und wie der Weg dahin aussehen soll – und der das auch so kommuniziert, dass man sich als Fan „mitgenommen“ fühlt. Auch wenn es sicher weitere Rückschläge, wie jenen vom letzten Freitag geben wird. Aber man erkennt zumindest den Plan, wo beim Vorgänger nur ein vages, oder zumindest kaum wahrnehmbares, Irgendwas war.

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  • Wir sollten, wenn der Schiedsrichter heute Abend die Partie abgepfiffen haben wird, unabhängig von der (ja ohnehin nur subjektiv und damit variabel erfahrbaren, mithin von uns – ich hoffe, Armin verzeiht – Laien gar nicht richtig einzuordnenden) Leistung unserer Mannschaft und erst recht unabhängig vom Spielergebnis gemeinsam, also in einvernehmlichem Miteinander, in einem – und was gibt es Erhebenderes? – brüderlichen Akt eines durch nichts zu sprengenden Schulterschlusses alle zusammen im Brustton einer durch nichts zu trübenden Überzeugung mit nicht den leisesten Zweifel übrig lassender Uneingeschränktheit feierlich erklären:

    Wir haben ein gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen.

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    • Das solltest Du unbedingt mal Alfred sagen/vorlesen 😀

      @Armin : Deshalb habe ich keinen Account bei Facebook. Ich nehme die gefilterte und von CU diktierte Meinung. 😉

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    • Es geht doch belschanov! So sehen Fans mit reinem Herzen aus! In diesen schweren Zeiten kenne ich keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Club Fans! Die Reihen dicht geschlossen, die Fahnen hoch, usw. usw.

      Wie das Spiel einzuordnen ist (einschließlich des Wetter- und Daxverlaufs bis 2021) wird uns anschließend der Herr Köllner erklären. Es ist ja auch alles so schwer; der Gegner bereitet sich vor und versucht tatsächlich (!) den eigenen Matchplan zu durchkreuzen. Noch dazu hat er lauter Profis in seinen Reihen. Aber nicht verzweifeln, auch der Club ist professionell und tut sein Bestes! Deshalb haltet ein ihr Kritiker! Zweifelt nicht ihr Fans mit unreinem Herzen, sondern tuet Buße und vertrauet Michael Köllner. (Als Backup sollte der Club sich dennoch die heilige Handgranate von Antiochia besorgen, falls ein Spiel mal auf der Kippe stehen sollte, man weiß ja nie!)

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  • Die von CU gefilterte Meinung ist nicht diktiert, sondern dekretiert und sakrosankt. Nicht umsonst steht da ein Endlogan an der Spitze, der mit… Herrje, jetzt fallen mir keine Wortspiele mit Armin und belschanov ein… Artin? Belschump? Nicht der Bringer – geht’s raus und spielt’s Fußball, for heaven’s sake und den Köllner Trainer!

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  • komische Notelf mit 3 AV. Mal sehen, wie die sich auf dem Platz sortiert….

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    • Wenn das Spielsystem von Allen verstanden wurde fällt der Einzelspieler nicht mehr so ins Gewicht.Remember die WM mit vier Innenverteidigern

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  • Dass es nach 30 Sekunden fast 1:0 für Hannover steht und dass der Moderator bei Sky Ulli Potofski ist … ist zumindest ein ganz schlechter Anfang.

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  • Und daß ständig Füllkrug im Ticker steht verwirrt mich immer noch. Aber die Null steht ja noch! Gegen den Spitzenclub.

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  • Fehlt nur noch das unsere Konter zur Torgefahr werden….
    Aber der Club hat einen Plan! Nämlich im Mittelfeld die Bälle zu holen.
    Als Laie sieht das sogar Taktisch aus was die unseren machen. Ausser der fehlenden Torgefahr eben.. Meckern auf hohem Niveau!

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  • In Konsequenz aus einem eigenen, wie so oft vorher auch schon, höchst amateurhaft ausgeführten Einwurf, fünf Meter in der Hannoveraner Hälfte, entsteht das 1:0.

    Erleben wir noch irgendwann, daß Brecko endlich irgendwas zeigt (vgl. NN Interview 13.01.2017)!?
    Nach so einem Interview hätte ich ihn als Arbeitgeber auch abgemahnt und sicherlich wäre er dann bei mir auch kein Kapitän mehr.

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  • Würde mich freuen wenn diesem Baumann das gelingt was dem anderen Baumann nicht gelang- ein Tor!

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  • Wir haben ein gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen.

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    • hab es zwar nur gehört, aber hat sich auch gut angehört, was der Sport FM Kommentator da so erzählt hat.

       

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    • Es sah phasenweise aus wie Hertha unter Dardai.Kontrolliert nicht aufgeregt und die Grundordnung geht zu Lasten der Offensive.Die wenigen Chancen müssten dann schon sitzen.Interessant war wie das in der PK gesagte auf dem Platz zu sehen war-ned schlecht.

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    • „ich würde sogar sagen, wir haben ein gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen.“

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  • Ein Elfmeter-„Hattrick“ wär wahrscheinlich Zuviel des Guten gewesen. Der Schiri hätte Pfeifen können, ohne sich ein schlechtes Gewissen draus machen zu müssen. Macht nix. Ein Punkt wäre verdient gewesen.

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  • Leise flüsternd muss man aber auch zugeben, dass 96 teilweise erbärmlich seine Chancen vergeben hat. Der Club hätte zwischendurch auch mit drei Toren hinten liegen können.

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  • Am letzten Freitag beschissen gespielt und gewonnen – heute gut gespielt und verloren.
    Vielleicht wäre am Freitag dann mal gegen Pauli bitte gut spielen und gewinnen möglich. ?

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    • Anders ausgedrückt: Lieber einmal gewinnen und einmal verlieren als zweimal Unentschieden spielen.

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  • Bin ganz bei Alexander – ein Schritt nach vorne, jedenfalls im Vergleich zu zuletzt. Man sieht, dass es eine Spielidee gibt – auch wenn es an der Umsetzung vor allem am ANfang haperte. In der 2. Hälfte haben dann Kombinationen auch mal geklappt. Auffällig, dass die Jungen, die schon unter Köllner trainiert haben da deutlich weiter sind.

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  • Danke Jungs

    Ich freu mich, daß hier die Stimmung so positiv ist.

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