Analyse: Umstellungen greifen, Stürmer fehlen #H96FCN #FCN

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: Hannover 96 vs. 1. FC Nürnberg 1:0 (0:0) Der Club verliert beim (erstmal) neuen Tabellenführer, zeigt aber dabei eine couragierte und strukturierte Leistung.

Die Analyse:

H96FCN-2
Startformation im 4-3-2-1

Michael Köllner musste wieder einmal umbauen: Ondrej Petrak, Edgar Salli und Tim Matavz fielen verletzungsbedingt ebenso aus wie insgesamt neun weitere Spieler aus dem Profikader. Die drei Ausfälle ersetzten mit Kempe, Löwen und Ishak die nach dem Spiel am Freitag „logischen“ Alternativen. Als Grundformation wählte Michael Köllner ein 4-3-2-1, so dass zusätzlich noch Lucas Hufnagel weichen musste. Für ihn rückte Patrick Kammerbauer in die Mannschaft. Rurik Gislason kehrte zwar in den Kader zurück, auf Grund der zahlreichen Ausfälle musste Köllner aber dennoch einen Kaderplatz frei lassen. Die Idee des „Tannenbaums“ war, der offensiven Wucht, die Hannover bot, ein dichtes Mittelfeld, gerade in der Zentrale entgegenzustellen, um so zu verhindern, dass der Club „überrollt“ würde, wie es Michael Köllner vor dem Spiel formuliert hatte.

In der Anfangsphase schien die Sorge des „vorläufigen Cheftrainers“ berechtigt. Da rollte ein Angriff nach dem anderen in Richtung Clubtor. Doch das beherzte Einsteigen von Raphael Schäfer und Lukas Mühl, sowie später dann Dave Bulthuis verhinderte die Hannoveraner Führung. Die Anfangsphase zeigte, dass der FCN sich immer noch schwer tut, wenn der Gegner mit Tempo ankommt, erst recht, wenn er dies über die Flügel tut. Nachdem der Club die Anfangsphase aber überstanden hatte, kam er besser in die Partie – zumindest defensiv.

Es gelang ihm nun deutlich besser die Gastgeber vom Tor wegzuhalten. Gerade da Löwen und Kammerbauer nun eher Zugriff auf Klaus und Prib bekamen, fiel es Hannover immer schwerer den Ball Richtung Clubtor zu befördern. Gleichzeitig tat der FCN sich aber auch sehr schwer in Richtung Kasten der Hannoveraner zu kommen, der Ball lief zwar bis zwanzig Meter hinter die Mittellinie gefällig durch die eigenen Reihen, auch ohne den langen Ball auszupacken. Sobald die Abwehrreihe aber dicht wurde und den Ballführenden stellte, fehlte es dem Club an Ideen und/oder an Wucht.

Verletzte
Alle Verletzte des FCN – Stand: 04.04.2017
Mit dieser Grunddiagnose im Hinterkopf ließ sich der Rest der ersten Halbzeit letztlich gut zusammenfassen. Je länger die erste Halbzeit andauerte, desto weniger Chancen entstanden. Beide Teams neutralisierten sich. Man war auf beiden Seiten um strukturierten Spielaufbau bemüht, verzichteten aber auch darauf den langen Ball auszupacken: 11,9% bzw. 14,4% lange Bälle standen für die beiden Teams am Ende der ersten Halbzeit zu Buche, in die sich der Club reingekämpft hatte und immer mehr an Stabilität gewonnen hatte.

Diese Stabilität fehlte dann kurz nach der Pause nach einem schnellen Einwurf auf Füllkrug. Die Abwehr war einen Moment unsortiert, der Ex-Cluberer nutzte dies sofort aus, passte in den Rücken der Abwehr, wo Harnik schneller als Brecko war und einnetzen konnte. Mit dem Tor überließ Hannover dann dem FCN den Ball: Standen zu Ende der ersten Halbzeit noch 54% Ballbesitz für Hannover zu Buche, waren es am Ende des Spiels 53% für den FCN. Hannover hoffte wohl, dass der FCN auch weiterhin wenig mit dem Ball anfangen konnte, verlegte sich aufs Kontern und war damit auch gefährlich.

Allerdings vergaben die Niedersachsen ein ums andere Mal beste Konterchancen, so dass der Club bis in die 95. Minute noch im Spiel war. Die Chancen des FCN waren dagegen weniger zwingend, auch wenn sie zahlreicher wurden. Zumeist näherte sich der Club allerdings nur durch Fernschüsse (Kempe, Brecko, Kammerbauer) dem Tor von Ex-Nürnberger Tschauner an. Allerdings war das Erspielen jener Fernschusschancen auch weiterhin dem Flachpassspiel geschuldet und nicht zufälligen Abprallern oder dem Erlaufen von zweiten Bällen.

Wirklich zwingend war allerdings keine der Gelegenheiten. Die beste hatte letztlich Lukas Mühl, der einen Kopfball an den Pfosten setzte, dabei aber von Bakalorz mit dem Fuß am Kopf getroffen wurde. Ein elfmeterreifes Foul. Es blieb die letzte gute Chance für den FCN zehn Minuten vor Schluss. Hannover dagegen setzte noch zwei Konter daneben.

So blieb es am Ende beim 1:0 für den (zumindest über Nacht) neuen Tabellenführer. Dabei bot der Club über weite Strecken wirklich gefälligen Fußball. Er setzte die von Michael Köllner vor dem Spiel geforderten flachen Pässe exzellent um, verzichtete fast völlig auf lange Bälle, erst in der Nachspielzeit musste es dann doch der lange Hafer sein. Beim reinen Blick auf die Statistik geht der Club sogar als Sieger hervor: Der FCN hatte mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote, mehr gewonnene Zweikämpfe, weniger lange Bälle als der Gegner, ja sogar mehr Schüsse in Richtung Tor gab man ab. Doch erzählen diese Werte nur die halbe Geschichte. Sie zeigen nicht, dass der Club kaum gefährliche Schüsse abgab. Das zeigt der Wert von 6:1 Schüssen auf das Tor. Dieser zeigt auch, was dem FCN nach dem Abgang von Burgstaller und der Verletzung von Sabiri fehlt: Einer, der das Tor trifft. Michael Köllners Umstellungen greifen. Der Spielstil hat sich verändert, nur einen Stürmer hat er eben nicht in der Tasche, auch wenn Dominic Baumann tatsächlich zurzeit noch den besten Eindruck aller Angreifer abgibt.

Die Zahlen:

Hannover Nürnberg
1
Tore
0
11
Torschüsse
12
5
Schüsse aufs Tor
1
2
Ecken
1
47,2
Ballbesitz (%)
52,8
69,4
Passquote gesamt (%)
74,7
80,8
Passquote eig. Hälfte (%)
88,2
56,1
Passquote geg. Hälfte (%)
62,6
17,3
Lange Pässe (%)
13,7
47,7
Gewonnene Zweikämpfe (%)
53,3
28
Fouls
12
117,92
Laufdistanz (km)
116,69
1
Abseits
2

Trainerstatement:

„Wir haben ein hochintensives Spiel gesehen, in dem beide Teams trotz der englischen Woche bis ans Limit gegangen sind. Wir sind mit unserer jungen Truppe taktisch variabel aufgetreten und waren schwer zu bespielen. Nach der Pause waren wir einmal kurz unaufmerksam und sind in Rückstand geraten. Wir haben uns trotzdem nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber leider sind wir nicht mehr zum Ausgleich gekommen. Wir fahren mit null Punkten heim, wissen aber, dass wir ein starkes Spiel abgeliefert haben.“

Die Spieler im Einzelnen:

Raphael Schäfer 10 Notenpunkte (2- numerisch: 2.33)
Zweimal stark im Eins-gegen-Eins. Einmal mit der Schäfer-Faust. Beim Tor machtlos.
Miso Brecko 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Vor der Pause mit mehreren Wacklern. Beim 1:0 zu weit von Harnik weg. Danach dann sicherer, auch weil weniger Druck kam. Dann auch nach vorne besser, sogar mit Schusschance nach Direktabnahme.
Dave Bulthuis 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Gewann 14 von 20 Zweikämpfen, schaltete sich sogar in den Spielaufbau ein. Da mit kleinen Schwächen, defensiv dagegen sicher.
Constant Djakpa 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Verlor viele Zweikämpfe (65%) und brachte verhältnismäßig wenig Bälle an. Allerdings immer wieder mit kreativen Ideen, die zum Teil aber verpufften.
Patrick Kammerbauer 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
War enorm präsent, suchte viele Zweikämpfe, gewann viele, wurde oft gefoult. Offensiv auch mit Akzenten ohne aber zu glänzen.
Eduard Löwen 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Ging in extrem viele Zweikämpfe (40), gewann zwar nur 42,5% beschäftigte aber damit die Niedersachsen immer wieder. Wie Kammerbauer mit offensiven Akzenten, aber ohne Glanz. Muss in guten Schusspositionen mutiger werden.
Lukas Mühl 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Gewann 14 von 18 Zweikämpfen, mit wichtigen Grätschen. Ordentliche Defensivleistung, im Spielaufbau sicher, aber unkreativ.
Hanno Behrens 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Fühlte sich als Sechser deutlich wohler als vergangenen Freitag als Zehner. Passsicherster Nürnberger (83%). Sorgte zentral nach der Anfangsphase für Stabilität ohne aber nach vorne zu lenken.
Tobias Kempe 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Eine gute Schusschance, sonst mit wenig Schwung nach vorne, oft auch mit Rückwärtsbewegung beschäftigt. Gewann 13 seiner 21 Zweikämpfe, war dabei also durchaus erfolgreich.
Kevin Möhwald 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Fand nicht ins Spiel, kam nicht in seine Ballverteilerrolle, fehlte die Bindung an den Rest der kompakt stehenden Mannschaft.
Rurik Gislason Ohne Bewertung
Kam zwölf Minuten vor Schluss für Kempe. War bei Mühls Chance zugegen, fiel sonst aber nicht weiter auf.
Lucas Hufnagel Ohne Bewertung
Kam eine Minute vor Schluss für Djakpa. Wirkungslos.
Mikael Ishak 2 Notenpunkte (5 numerisch: 5)
Fand quasi nicht statt, wirkte müde und langsam. Gewann lediglich 35% seiner Duelle.
Dominic Baumann 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Kam in der 67. Minute für Ishak. War präsenter und dynamischer als Ishak, allerdings auch nicht zwingender.

35 Gedanken zu „Analyse: Umstellungen greifen, Stürmer fehlen #H96FCN #FCN

  • Ich muß zugeben, ich habe mich geirrt: man kann mit einem gezielten Training doch spielerisch mehr aus der Truppe rausholen als es Schwartz gelungen ist. Trotz aller zusätzlicher Verletzungsausfälle. Ich hoffe sehr, daß dieser Trend beibehalten wird auch wenn vielleicht noch ein paar Spieler trotz verbessertem Spiel nicht gewonnen werden. Daß es nicht doch wieder den Rückschritt zu den alten Muster gibt, weil das Umfeld weiter unruhig bleibt. Und daß es Bornemann und Köllner gelingt, für die neue Saison gute Verstärkungen zu verpflichten.

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    • Also ich werd erstmal Ruhe geben, wenn es so läuft. Denn auch wenn es (noch) nicht erfolgreich ist, sieht man den Versuch etwas zu entwickeln. Das fehlte mir einfach bei Schwartz und passte nicht zur ausgegebenen Marschroute…

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    • Ich würde auf jeden Fall Kutschke wieder zurückholen: Hr. Bornemann handeln sie bevor es zu spät ist:

      Bornemann muss eben gar nicht handeln, das ist es ja. 🙂

      Kutschke hat Vertrag und wird nach Ablauf der Leihe am Valznerweiher zurück erwartet. Wenn jemand daran was ändern will, muss derjenige handeln und sich bei Bornemann melden.

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  • Die Noten passen soweit. Nur würde ich bei Brecko noch mal nachfragen ob er schon mitbekommen hat, dass Füllkrug und Burgstaller nicht mehr bei uns sind. Aber selbst die Beiden könnten nichts mit dessen Flanken anfangen.
    Das waren mir einfach zu viele Flanken aus dem Halbfeld , da müssen sie irgendwie runter auf die Grundlinie und ich bin mir 100% sicher das läßt Köllner auch trainieren.
    Bei Ishak habe ich ein wenig Bedenken, dass er wirklich so technisch schwach ist wie er es gestern angedeutet hat. Aber vielleicht ist er auch noch nicht komplett fit und muß sich erst noch einspielen.

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  • Man sollte noch hervorheben, dass die Mannschaft nicht nur spielerisch deutlich bessere Ansätze zeigt, sondern dass Köllner es geschafft hat, dies gleichzeitig mit einer deutlich verbesserten Defensive zu erreichen.

    Das war stets mein Hauptkritikpunkt an Schwartz, dass er es einfach nicht schafft, der Mannschaft eine anständige Defensivordnung zu verpassen und man nach wie vor viel zu viele einfache Gegentore kassiert hat.

    Sicherlich ist hier auch jetzt noch nicht alles Gold, was glänzt. Aber 3 Gegentore in 4 Spielen, darunter auswärts bei Aufstiegsanwärtern – das spricht durchaus für sich. Und das trotz fortwährender weiterer Ausfälle und ständiger Umbauten.

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    • Wobei ich da auch nicht außer Acht lassen würde, daß Schäfer wieder im Tor steht. Ich denk, der ordnet einfach mehr.

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      • Das finde ich schwer zu beurteilen. Wenn dem so wäre, dann wäre es ja eine grobe Fehlentscheidung gewesen, Kirschbaum zur Nummer 1 zu machen.

        Mal sehen, wie es da jetzt weitergeht, am Freitag sollte Kirschbaum ja wieder fit sein, oder spätestens an Ostern dann. Dann werden wir sehen, wer im Tor steht und falls Kirschbaum dann wieder spielt, wie die Defensive sich dann präsentiert.

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    • Man sollte noch hervorheben, dass die Mannschaft nicht nur spielerisch deutlich bessere Ansätze zeigt, sondern dass Köllner es geschafft hat, dies gleichzeitig mit einer deutlich verbesserten Defensive zu erreichen.

      Man sollte aber auch dazu sagen, dass Schwartz bei einer Aufstellung mit 7 Defensivspielern gesteinigt worden wäre.

      Ich sehe auch durchaus positive Ansätze, aber man sollte schon auch im Hinterkopf behalten, dass die Siege  zuhause gegen den jeweiligen Tabellenletzten geholt wurden. Bei Schwartz wäre das nicht als Erfolg gewertet worden.

      Mich erinnert diese Phase unter Köllner sehr an die erste Rückrunde unter Weiler, auch da zeigte die Mannschaft eine bessere Spielkultur, aber die Punkte fehlten. Mal sehen ob sich das unter Köllner besser darstellt.

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      • Klar, Armin…
        …Nun ist er aber weg, der Schwartz. Der Verweis auf die Steinigung also eher entbehrlich, es sei denn, der Schelm in dir fragt sich wieso Möllner das darf?!

        Solange Köllner versucht, auf dem Platz etwas zu bewegen, verändern, erklären, … dabei sogar aneckt und das mit einem Kader tut, der gerade so 11 Mann auf dem Platz zulässt und man den Unterschied sehen, hören, also erleben kann, sollte man auf Steinigungsverweise verzichten.

        6 Punkte aus 4 Spielen.
        Pauli und Aue vor der Brust:
        Es wäre super, zwei tolle Spiele zu sehen.
        Noch besser wären weitere 6 Punkte.
        Und idealerweise kommt beides zusammen.

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      • Man sollte aber auch dazu sagen, dass Schwartz bei einer Aufstellung mit 7 Defensivspielern gesteinigt worden wäre.

        Aber nur weil man es dann trotzdem nicht hinbekommen hat, defensiv stabil zu stehen, wie gegen Fürth.

        Ich sehe auch durchaus positive Ansätze, aber man sollte schon auch im Hinterkopf behalten, dass die Siege  zuhause gegen den jeweiligen Tabellenletzten geholt wurden. Bei Schwartz wäre das nicht als Erfolg gewertet worden.

        Hat das denn eine Aussagekraft? Im Gegenzug gab es zwei knappe Niederlagen auswärts gegen große Aufstiegskandidaten.

        Die Hälfte der Siege unter Schwartz wurden ebenfalls gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller geholt (Bielefeld, KSC, Aue, Lautern). Da hat keiner jemals gesagt, dass wäre kein Erfolg. Dabei war auch kein einziger dieser Siege souverän. Diese Siege wurden aber zu keine Zeitpunkt angesichts des Gegners abgewertet. Ganz im Gegenteil, vielmehr wurden diese sogar überbewertet, indem man immer wieder die Tabelle ohne den versauten Saisonstart bemüht hat und wie toll man doch seit dem 7. Spieltag war.

        Und gegen einige andere Kellerkinder hat man sich auch noch schlechter angestellt (zwei Niederlagen gegen 60, Unentschieden gegen St. Pauli).

        Also ich denke nicht, dass man dieser Tatsache große Bedeutung beimessen sollte. Und einfach falsch ist die Behauptung, Siege gegen den Kellerkinder wären unter Schwartz nicht als Erfolg gewertet worden.

         

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    • Aber eines haben die Spieler immer noch nicht gelernt, denn das Gegentor der Hannoveraner ist wieder einmal auf die Dummheit unserer Abwehr zurückzuführen. Denn wie schon in einigen Partien zuvor, spielt der Gegner den Ball in den Rücken der Abwehr und alle rennen Richtung Tor oder sind zu langsam (Brecko) bzw. denken zu langsam.
      Darum muss ein Scout künftig nicht nur nach talentierten Spielern in technischer Hinsicht Ausschau halten, sondern nach Intelligenten, also solchen, die mit-, besser noch, vorausdenken können.

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  • Selten so eine Harmonie hier erlebt, was ist passiert? Fällt mir nun die Rolle des Nörglers zu? Also gut: Ich sah gegen Union, KSC und H96 jeweils Spiele, in denen der FCN keine Tore aus dem Spiel heraus geschossen hat. Ja selbst klare Torchancen haben in allen drei Partien gefehlt. Ich bin bereit Köllner seine Zeit zu geben, aber so ganz ohne Tore wird man keine Spiele gewinnen und Elfmeter wird man auch nicht jedes mal (s. Mühl gegen H96) bekommen.

    Die bisherigen Spiele wirkten so wie die beiden Relegationsspiele gegen Frankfurt, der Club verkaufte sich teuer, war aber ohne echte Siegeschance. Was wurde der Weiler dafür gescholten. Was wäre die gestrige Tannenbaum Aufstellung mit 3 6ern unter Schwartz wieder („Angsthasenfussball“) gescholten worden. Da sieht man, was gute Kommunikation ausmacht, viele hier fühlen sich von Köllner scheinbar mitgenommen und sind bereit Rückschläge hinzunehmen.

    Sieht mir alles sehr nach dem Freiburger Weg aus den Bornemann da geht. Nachwuchsspieler, beförderter Jugendtrainer. Ich hoffe die Umsetzung gelingt, dann hätten wir schönen UND erfolgreichen Fussball im Max-Grundig Stadion zu Nürnberg, den Traum aller Fans.

     

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    • Ich sah gegen Union, KSC und H96 jeweils Spiele, in denen der FCN keine Tore aus dem Spiel heraus geschossen hat. Ja selbst klare Torchancen haben in allen drei Partien gefehlt. Ich bin bereit Köllner seine Zeit zu geben, aber so ganz ohne Tore wird man keine Spiele gewinnen und Elfmeter wird man auch nicht jedes mal (s. Mühl gegen H96) bekommen.

      Solche in überzogener Weise an der Wirklichkeit orientierten Bewertungen sind unnötig.

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  • Ich erkenne die Fortschritte an, halte mich jedoch im Weiteren zurück, weil es immer gut aussieht in einer Au0enseiterrolle v.a. kompakt gegen den Ball zu stehen, wenn man nicht den Anspruch haben muss, mitzuspielen. Ich bin auf das nächste Heimspiel gespannt. Egal wer verletzt ist – lieber Baumann oder anderen Talenten von Anfang an die Chance geben, als Ishak zu bringen. M.E. ist der noch weit von seiner (hoffentlich) Normalform weg.

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    • Ich erkenne die Fortschritte an, halte mich jedoch im Weiteren zurück, weil es immer gut aussieht in einer Au0enseiterrolle v.a. kompakt gegen den Ball zu stehen, wenn man nicht den Anspruch haben muss, mitzuspielen.

      Die Fortschritte waren aber auch schon gegen Bielefeld zu sehen. Sogar gegen den KSC war offensichtlich, dass man einen Spielaufbau anstrebt weg vom langen Hafer.

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    • – lieber Baumann oder anderen Talenten von Anfang an die Chance geben, als Ishak zu bringen. M.E. ist der noch weit von seiner (hoffentlich) Normalform weg.

      Bei Ishak habe mir viele kleine Situation  angesehen, Balllbehauptung unter Druck, Weiterleitung, Torgefahr, Laufwege .. für mich hat er bislang max Regionalliga oder bestenfalls Drittliga Format.

      Man sollte wirklich kommende Saison über Kutschke als Zielspieler nachdenken und ihm hier eine Perspektive aufzeigen. Ob Kutschke in Köllners System des flachen Passspiels in die Spitze paßt weiss ich allerdings auch nicht.

      Könnte mir vorstellen, da wir uns quasi in einer Art Testphase für die kommende Zweitliga Saison befinden die vielen Verletzten erschweren das momentan natürlich, aber ein Sturm Sabiri, Kutschke, Teuchert, Ishak als Backpup sähe auf dem Papier gar nicht so schlecht aus.

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      • Man sollte wirklich kommende Saison über Kutschke als Zielspieler nachdenken und ihm hier eine Perspektive aufzeigen. Ob Kutschke in Köllners System des flachen Passspiels in die Spitze paßt weiss ich allerdings auch nicht.

        Also ich hoffe ja viel mehr, dass wir versuchen, von diesem System mit „Zielspieler“ wegzukommen, sondern dass auf einen strukturierten Spielaufbau gesetzt wird, in dem dann die Stürmer mit Pässen in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gesucht werden.

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  • Die Fortschritte waren aber auch schon gegen Bielefeld zu sehen. Sogar gegen den KSC war offensichtlich, dass man einen Spielaufbau anstrebt weg vom langen Hafer.

    Spielaufbau bis zur Mittellinie ist meist einfach, das haben wir es auch unter Schwartz mit Kurzpassspiel geschafft, aber der Spielaufbau sollte schon auch zu Torchancen führen, die generiert die Mannschaft nicht mal gegen den letzten KSC.

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    • Spielaufbau bis zur Mittellinie ist meist einfach, das haben wir es auch unter Schwartz mit Kurzpassspiel geschafft, aber der Spielaufbau sollte schon auch zu Torchancen führen, die generiert die Mannschaft nicht mal gegen den letzten KSC.

      Häng dich doch nicht an dem Wort Letzter so auf, gerade solche Mannschaften die mit dem Rücken zur Wand stehen, stehen meist  mit 2 Ketten erstmal tief hinten drin, das ist fast noch schwierigier als bei einer mitspielenden Mannschaft mit Pässen vorne durchzukommen.

      Und im übrigen haben sie es gegen Bielefeld für die kurze (Vorbereitungs-) Zeit schon ganz gut gemacht das flache Umkehrspiel in die Sptize. Bielefeld stand nur nach dem Spiel gegen uns auf dem letzten Abstiegsplatz, die sind derzeit raus aus den Abstiegsrängen und haben gute Spiele gemacht seitdem, soviel zum Leistungsvermögen. Die Mannschaften KSC, Bielefeld war kein Fallobst wie Armin es hier weissmachen will.

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      • Die Mannschaften KSC, Bielefeld war kein Fallobst wie Armin es hier weissmachen will.

        Ich bin beileibe nicht der Meinung, dass diese Mannschaften Fallobst seien, genausowenig wie ich zu Beginn der Saison der Meinung war, dass man Dresden in Dresden mal eben so im Vorbeigehen besiegen müsste.

        Aber dann machen wir es doch mal schlicht an den Zahlen fest, gegen die letzten 4 Mannschaften hat Schwartz 12 Punkte geholt und Köllner 6.

        Damit will ich gar nicht sagen, dass Köllner ein schlechterer Trainer sei oder nur halb so gut wie Schwartz, ich verstehe nur nicht die Begeisterung die sich hier breit macht. Muss ich ja auch nicht. Ich sehe den großen Unterschied noch nicht. Gebe aber zu, das die Aussendarstellung von Köllner besser ist als die von Schwartz.

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        • Aber dann machen wir es doch mal schlicht an den Zahlen fest, gegen die letzten 4 Mannschaften hat Schwartz 12 Punkte geholt und Köllner 6.

          Ja aber was soll uns das sagen?

          Außer dass Köllner das Pech hatte, gerade dann die erste Mannschaft zu übernehmen, wenn die Gegner anstehen gegen die man in der Hinrunde eine kleine Siegesserie hatte? Meinst du, wir hätten die Spiele jetzt mit Schwartz auch allesamt gewonnen?

          Man kann ewig viele Vergleiche ziehen. Wie könnten auch mal die ersten vier Spieler unter beiden Trainern vergleichen:

          Schwartz: 2 Pkt., 4:10 Tore; Köllner: 6 Pkt, 3:3 Tore

          Oder die letzten vier Spiele unter Schwartz mit den ersten vier unter Köllner, da waren es 1 Pkt. und 1:5 Tore vs. eben jene 6 Pkt und 3:3 Tore

          Oder die Gesamtbetrachtung:

          Schwartz: 1,26 Pkt/Spiel, 1,52 Tore/Spiel, 1,65 Gegentore/Spiel

          Köllner: 1,5 Pkt/Spiel, je 0,75 Tore bzw. Gegentore pro Spiel

          Gibt viele nette Spielereien… Aussagekraft? Äußerst begrenzt…

          Was für mich zählt, sind andere Sachen. Was auf dem Platz passiert, wie die Mannschaft auftritt, wie die Abstimmung und taktische Ausrichtung bzw. Idee aussieht.

          Bei Schwartz war das alles irgendwie nicht-existent. Da sah zuviel nach Zufall aus, der Hoffnung dass es individuelle Leistungen irgendwie richten können. Was ja auch der Fall war, in der Hinrunde eben besonders durch Burgstaller. Gerade die vier oben genannten Spiele wurden gewonnen, weil bei ihm endlich der Knoten geplatzt war. Ganz am Anfang der Hinrunde kam dann mit Sabiri eine Überraschung, der wie zuvor Burgstaller über viele Defizite hinweg getäuscht hat. Aber wie es halt bei Jungspielern so oft der FAll ist, fehlt halt die Konstanz und als es zuerst einen Leistungseinbruch und dann die Verletzung gab, wurde auch dem letzten klar, dass es im Rest der Mannschaft einfach an so ziemlich allem mangelte, was eine Mannschaft ausmacht.

          Und hier hat Köllner in kurzer Zeit sichtbare Fortschritte erzielt, das ganze auch unter ziemlich schwierigen Bedingungen. Sicherlich ist die Euphorie bei dem ein oder anderen etwas zu groß. Aber man erkennt wieder deutlich, dass man Fußball spielen will, dass die Mannschaft versucht, geschlossen als solche zu agieren und das eine Spielidee vorhanden ist.

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    • Armin sagt:

      Spielaufbau bis zur Mittellinie ist meist einfach, das haben wir es auch unter Schwartz mit Kurzpassspiel geschafft

      Das stimmt doch so nicht. Ich bin zwar auch der Meinung, dass Schwartz hauptsächlich seinen Platz wegen seiner Außendarstellung und dem Rückhalt gegenüber der Fans räumen musste, aber das Kurzpassspiel war bei Schwartz deutlich schlechter und fand auch in der eigenen Hälfte kaum statt.  Hier nochmal zum Nachlesen.

      Interessanterweise finden die jungen derzeit besser die spielerische Lösung. Aber das erklärt sich auch durch die Handschrift von Köllner in der U21.

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    • Spielaufbau bis zur Mittellinie ist meist einfach, das haben wir es auch unter Schwartz mit Kurzpassspiel geschafft, aber der Spielaufbau sollte schon auch zu Torchancen führen, die generiert die Mannschaft nicht mal gegen den letzten KSC.

      Unter Schwartz haben wir es nicht einmal versucht. Kann mich auch nicht erinnern, dass wir selbst gegen „schwächere“ Gegner (aber wer war das schon in der Hinrunde per Definition…?) mal hoch verteidigt hätten oder mit 6-8 Spielern in Gegners Hälfte standen. Ob Dresden oder Braunschweig, wir standen regelmäßig extrem tief und schlugen immer lang. Passkombinationen oder einfach mal Ballbesitz hatte ich selten wahr genommen.

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  • Am Freitag kommt St.Pauli,ein Sieg der Paulianer und Sie sind bis auf 6 Punkte an uns dran.
    Wir müssten doch schon noch einige Tore machen,sonst erleben wir das blaue Wunder.
    Bin auf das Spiel nach vorne gespannt in den verbleibenden Spielen.

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    • Das heißt ? Wir müssten gegen den Vorletzten wieder ein Feuerwerk abbrennen und die Jungs zurück an die Alster schießen ?
      Ich erwarte wieder ein ähnlich schwieriges gewürge mit gerne genau so einem glücklichen Ausgang wie gegen den KSC. 😉

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  • Die neue Welt des Michael Köllner:
    Zwei Heimsiege – jeweils gegen den Tabellenletzten. Und es hagelt Kritik.
    Zwei Auswärtsniederlagen – jeweils gegen den Tabellenführer. Und alle sind voll des Lobes.

    „Der Grund aller Verkehrtheit in Gesinnungen und Meinungen ist Verwechslung des Zwecks mit dem Mittel.“
    Novalis

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  • Köllner ist der neue Streich für den Club. Von seinem ganzen Auftreten her. Diese unverkrampfte Art, „seinen“ (!) Oberpfälzer Dialekt zu sprechen und den Journalisten ganz offen einen Vortrag über seine Fußballphilosophie zu halten. Z.B. mit dem neuen Wort „Übergangsspiel“. Bereits in der dritten Pressekonferenz schafft er es, dass die Journalisten ehrfürchtig lauschen (genauso wie wir Fans) und „Übergangsspiel“ sagen. Das gibt Mut (würde er sagen). Jedenfalls hat der Club nach Meyer und Verbeek wieder einen Charismatiker.

    Ja, sein Fußball sieht deutlich besser aus, als der in den letzten Jahren. Auch Weiler hat nie wirklich versucht, langfristig zu arbeiten, weil er ja immer sehr kurzfristig dachte oder denken musste. Die Relegation war dann der Offenbarungseid für die „Wucht“, die von einer Mannschaft aus der 1. Bundesliga gestoppt werden konnte.

    Das Problem momentan ist: Es müssen Tore geschossen werden! Ishak ist nicht im Ansatz in der Lage, Burgi zu ersetzen. Offensichtlich schafft er es schon körperlich noch nicht. Allerdings muss man sagen, dass mit Teuchert, Parker und Sabiri drei hoffnungsvolle Offensivkräfte ausfallen, mit denen es vielleicht anders aussähe. Das war das Abschiedgeschenk von Alois Schwartz in seiner letzen Trainingswoche, als er „leidenschaftlich“ trainieren ließ und ein ganzes Lazarett hinterließ.

    Insgesamt würde ich sagen: Es gibt wieder etwas Hoffnung. Und hoffentlich ist der Club nicht so doof und gibt Kutschke für einen Appel und ein Ei nach Dresden ab. Selbstverständlich muss der zum Club zurück. Da gehts auch darum, dem Konkurrenzten Dresden eine wichtigen Mann zu nehmen. Genauso wie es Freiburg usw. bei Kerk gemacht haben. Die haben dem Club keine Cent geschenkt.

     

     

     

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  • War das eine endlose Pressekonferent :mrgreen:

    Nein im Ernst: ich hör gern, was Köllner sagt. Schon allein der Dialekt und dann auch noch die Inhalte.

    Und er erklärt unterschiede zwischen Spielsystemen und Spielprinzipien, Probleme für ältere Spieler bei neuen Spielideen und wie wir wieder Spieler kriegen, die sich mit dem Club identifizieren auch noch in seiner ruhigen, freundlichen und positiven Art.  Top:)

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