Köllner wird Cheftrainer – Richtig, aber gefährlich #FCN

Ein Kommentar

Michael Köllner wird Cheftrainer. Was sich die letzten Wochen zwischen den Zeilen und auch in Gesprächen mit den Verantwortlichen abgezeichnet hatte, ist seit heute offiziell. Der 47-Jährige übernimmt das Amt, das er am 7. März angetreten hat, nun nicht nur de facto, sondern auch de jure. Die Entscheidung ist folgerichtig und dennoch gefährlich.

Köllner
Er geht einer Zukunft als Chefcoach entgegen

Sie ist folgerichtig, weil Köllner eine Mannschaft stabilisiert hat, die sich zum Zeitpunkt der Entlassung von Alois Schwartz im freien Fall befunden hatte. Köllners Vorgänger hatte die Truppe durch –
so verlautete es aus vereinsnahen und – intern Kreisen – antiquierte Trainingsmethoden und wenig erbauliche Aussagen über ihre Qualität verloren. Köllner dagegen kommt durch seine modernen, zum Teil selbstentwickelten, Trainingsformen besser an. Er stellt sich zu jedem Zeitpunkt vor die Mannschaft. Köllner ist in diesem Punkt wahrscheinlich noch voll und ganz Jugendtrainer: Einer, der nach außen stets die Einzelspieler schützt, da er deren langfristige Entwicklung im Blick hat.

Etwas, das im Profigeschäft allerdings extrem schwierig ist. Köllner durfte diese Erfahrung bereits machen. Es war durchaus Unmut zu spüren, als die fußballerischen Darbietungen der Mannschaft nicht zum beim Amtsantritt formulierten Anspruch („anderen Fußball spielen“) passten. Dabei spielte es dann auch keine Rolle, dass Köllner zu Beginn versuchte die Spielweise im laufenden Betrieb komplett umzustellen, was eigentlich einer Herztransplantation auf einer Trage, welche eine Buckelpiste hinunterfährt gleichkommt. Aber Köllner löst mit seiner Rhetorik, je nach Empfänger, entweder Erwartungen oder Skepsis aus.

Zumindest manchen Medienvertretern stößt Köllners Auftreten und sein offensives Reklamieren der Erfolge sauer auf. Christian Biecheles Artikel aus dem Kicker vom 2.5. (Teile davon auch hier zu finden) sei hier exemplarisch erwähnt. Die Erklärungen hierfür sind mannigfaltig: Es mag einfach nur den unterschiedlichen Persönlichkeitsdispositionen der Beteiligten geschuldet sein. Es mag an der Tatsache liegen, dass sich Köllner bei seinem Umbau im Verein bei vielen Geschassten wegen seiner kompromisslosen Umbauarbeiten unbeliebt gemacht hat und diese nun informell die Presse negativ beeinflussen. Es mag sein, dass nach der Bader-Ära das Hinterfragen von Autoritäten in Nürnberg endlich wieder größeren Platz einnimmt. Egal, woran die generelle Skepsis der Medienlandschaft nun liegt, Köllner muss mit ihr arbeiten. Eine Facette des Arbeitens, die er so noch nie zuvor hatte und die er erst langsam lernt. So waren die Äußerungen zum nervösen Publikum nach dem KSC-Spiel mindestens unglücklich, auch wenn er mit der Kategorie „Fans mit reinem Herzen“ sicherlich für ein interessantes Bonmot gesorgt hat.

Köllner Daumen
Zwei Daumen hoch – viel Lob ist eines der Grundprinzipien

Dass Köllner in dieser Hinsicht lernfähig – oder zumindest lernhfähiger als sein Vorgänger – ist, bewies er in den letzten Wochen allerdings auch. Immer wieder stand er lange Rede und Antwort, platzierte so seine Vorstellungen und Ideen in den Medien und scheute auch nicht davor medial Vereinspolitik zu machen: So bestätigte er den Verwaltungsfauxpas, der Patrick Erras‘ Comeback in der U21 verhinderte, der Nürnberger Zeitung. Jener Erras, der dann nach seiner Verletzung, so Köllner, noch besser zurückkommen werde. Auch so eine Formulierung, die schnell als hyperbolisch interpretiert werden könnte. Jener Erras, der nun unter dem offiziellen Chefcoach Köllner seinen Weg zurück zu alter Stärke finden soll.

Letztlich gab es für den Club zu jener offiziellen Beförderung aber eigentlich keine Alternative. Köllner schaffte es, dass die Mannschaft nahezu alle entscheidenden Spiele (Bielefeld, Karlsruhe, Aue, Sandhausen) gewann und nie schlechter als Platz 10 dastand. Er hatte das Team auf Rang 11 übernommen. Dabei bewies er immer wieder taktische Flexibilität und – als der gefühlte Abstand nach hinten bedenklich wurde – auch genug Pragmatismus, um von seiner Idee ein Stück weit abzurücken und stattdessen Punkte zu machen. Jene Idee ist sicher progressiver und moderner als das, was die Vorgänger als Vorstellungen hatten. Zum Teil mag dies aber auch daran liegen, dass Köllner durch seine Verbandsarbeit daran beteiligt war, zu definieren, was als modern und progressiv gilt. Dass modern nicht immer erfolgreich ist, musste im Vorjahr unter anderem der VfB Stuttgart in der Bundesliga feststellen und dass antiquiert nicht immer schlecht ist, weiß man in Nürnberg spätestens seit Hans Meyer den Libero wieder aus der Mottenkiste holte. Und so wird Köllner am Ende vom Gros der Zuschauer, von denen viele durchaus einen leichten anti-intellektuellen Reflex gegen „Fußballprofessoren“ pflegen, schlicht und ergreifend am Erfolg gemessen werden. Das wiederum ist gefährlich für den Verein.

Denn die Zweite Liga dürfte im kommenden Jahr ausgeglichen sein wie selten zuvor. Ein klarer Aufstiegsfavorit ist beim besten Willen nicht erkennbar, die wahrscheinlichen Absteiger sind keine automatischen Aspiranten für den sofortigen Wiederaufstieg. Dies führt doppelt in Gefahr. Zum einen könnte sich schnell der Anspruch festsetzten, dass man bei dieser Konstellation doch als 1. FC Nürnberg um den Aufstieg mitspielen müsse, was ob des wahrscheinlich sehr jungen Kaders eben durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Zum anderen kann die Ausgeglichenheit auch zu Niederlagen gegen Gegner führen, die man bis vor Kurzem nicht für satisfaktionsfähig hielt und auch zu einer Serie solcher Niederlagen. Das wiederum würde die berühmten „Mechanismen des Geschäfts“ in Gang setzen, welche auch Andreas Bornemann – trotz dessen Bekenntnis zur Kontinuität – nicht außer Kraft setzen kann. Dann wäre Michael Köllner nicht mehr zu halten und der Verein würde einen Fachmann verlieren.

Denn egal ob Köllner am Ende als Profitrainer geeignet ist oder nicht, seine Eignung für den Jugendbereich hat der gebürtige Fuchsmühler eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nicht nur, dass er mit Sabiri und Löwen (unter tätiger Mithilfe von Dieter Nüssing) zwei Juwelen für die U21 entdeckt hat, die inzwischen im Profikader stehen. Seine Planungen für die Saison 2016/17 im Jugendbereich haben auch derart Früchte getragen, dass U21, U19 und U17 ihre Saisonziele erreicht haben oder kurz davor stehen sie zu erreichen. Etwas von dem die NLZ in Fürth oder München (blau) nur träumen können. Natürlich profitiert die Wahrnehmung der Jugendarbeit in dieser Saison auch von den „97ern“ (also Kammerbauer, Mühl, Teuchert), die vor seiner Zeit zum Club kamen und diese Saison den Durchbruch bei den Profis geschafft haben. Dennoch imponieren die Resultate der Jugendmannschaften und Einsatzzeiten der Youngsters in der Lizenzmannschaft.

Köllners Expertise würde dem FCN bei einer Entlassung als Profitrainer verloren gehen. Zurück auf den Sessel des NLZ-Leiters kann er dann nicht, denn eine Doppellösung als NLZ-Chef und Profitrainer hat die DFL – ob der Arbeitsbelastung und Wichtigkeit der Jobs wohl zurecht – untersagt. Dass Köllner sich diese Doppelfunktion wahrscheinlich zugetraut hätte spricht, je nach Empfänger, für sein Selbstbewusstsein oder für seine Selbstüberschätzung. Ob er es geschafft hätte, wird man also nie erfahren. Ob er als Profitrainer geeignet ist, wird die kommende Saison dagegen sicher zeigen.

22 Gedanken zu „Köllner wird Cheftrainer – Richtig, aber gefährlich #FCN

  • Leider hast Du recht, Florian, Michael Köllner hat mit dieser Unterschrift seine Entlassung eingeleitet.

    Bis dahin können aber 7, 77 oder noch viel mehr Monate liegen, lassen wir ihn machen, meine Unterstützung hat er. Jede andere Lösung wäre mE Unsinn gewesen.

    Der vierjährige Sohn meiner Nichte hat jetzt die Kidsausrüstung von mir bekommen, ich werde sehen, ob er später mal realiseren kann, das das mit dem Beginn der legendären Köllnerära zusammnfiel…

    Ich werde den Übriggebliebenen dann berichten.

     

     

     

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    • Haben Hecking und Weiler mit der Unterschrift in Nürnberg ihre Entlassung eingeleitet?

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  • Irgendein Sprichwort sagt: Du kannst einen abgeschossenen Pfeil nicht mehr zurücknehmen. Mit der Inthronisierung als Interimscoach war quasi schon klar, dass es kein Zurück mehr geben würde.

    Köllner und Bornemann haben etwas auf dem Weg gebracht, nämlich die Umsetzung dessen, was man vorher oft predigte, aber nie wirklich ernsthaft praktizierte mit Verweis auf die Zwänge des Business. Auf Nachwuchs zu setzen klingt nämlich immer gut, hört dann meist aber bei den ersten Rückschlägen auch schnell wieder auf. Und das wird auch dem Club bevorstehen. Wer nächstes Jahr von einem Durchmarsch träumt, sollte lieber gleich wieder seine Erwartungen anpassen.

    Allein… gibt es eine Alternative? Sicher gibt es die, mit mindestens genau so vielen Chancen und Risiken. Nämlich genau so weiter zu machen und auf bisschen Fortune beim Scouting hoffen, das ein oder andere Schnäppchen an Land ziehen und im Zweifel ein paar altgediente Profis holen, die das schlimmste verhindern. Geht es gut, steigt man vielleicht auf, geht es nicht gut ist man halt weiter am wurschteln.

    Der Köllner/Bornemann-Weg verspricht aber eine Hoffnung. Nämlich nicht mehr auf Transferglück angewiesen zu sein, sondern eine eigene Quelle für Einnahmen und Kaderverstärkung selbst zu erschließen. Kriegt man das wirklich zum Laufen, bedeutet das deswegen auch nicht gleich wieder sportliche Höhenflüge, aber man emanzipiert sich vom Markt und konsolidiert sich nachhaltig.

    Ich möchte diesen Weg mitgehen als Fan und Mitglied.

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    • Ich gehe auch aus Überzeugung mit. Das ist auch ein Konzept, das sich selbst katalysieren kann. Das Ziel muss sein, hochbegabte Spieler schon für die Jugendmannschaften zu akquirieren und für die Profis auszubilden. Wenn dann ersichtlich ist, dass tatsächlich ein hoher Prozentsatz am Ende zum Profidebut kommt und nicht nur Versprechungen, sondern auch Einsatzzeiten und damit den Einstieg zum Traumberuf bekommt, befeuert sich das System selbst, denn dann wird die Attraktivität der U17 und U19 für Talente steigen und somit auch die Qualität der Zugänge.

      Am Ende muss ein 16-jähriges Talent denken: „Tja, der FCB, da kann man sich zwar im Ruhm der anderen sonnen, aber für die Karriere ist das eine Sackgasse, da kommt man eh nicht zum Zug. Aber beim Club, da wird man wirklich zum Profi ausgebildet und wird am Ende auch einer.“

      Was halt noch fehlt, ist dass es einer unserer Zöglinge mal wieder bis in die N11 schafft…

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    • Diesen Weg gehe ich ebenfalls mit, als Fan UND Mitglied UND Dauerkarteninhaber! Denn: was hilft es, wenn man ständig nur lamentiert, dass Vereine wie Freiburg und Mainz uns finanziell und strukturell abgehängt haben. Man muss auch etwas dagegen unternehmen, und da ist man mit Köllner auf dem richtigen Weg, den man dann aber auch bei Rückschlägen – und die werden bei einem jungen Team so sicher kommen wie das Amen in der Kirche – zusammenstehen, nicht nur Vorstandschaft, Aufsichtsrat und Trainer, sondern auch wir als Mitglieder und Fans. Denn endlich beschreitet man mal einen anderen Weg – nicht wie unter Bader und Woy, wo man immer nur lauthals predigte aber nichts unternahm…

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    • Nun ja, alternativlos war Köllner als Dauerlösung nicht. Man hätte ihn schon ins NLZ zurückbeordern und einen neuen Cheftrainer für die Profimannschaft einstellen können. Aber er ist ambitioniert und weiß um die Charakteristika seines Amtes. Deshalb wünsche ich mir für die Zukunft nichts sehnlicher als dass Köllner sich zur Streich/Lieberknecht Version des FCN mausert. Auf dass ich 2022 mal sagen kann: Mei, jetzt ist der Köllner schon 5 Jahre dabei und darf sich nun in seiner ersten Bundesligasaison mit den Bayern unter Nagelsmann messen (oder so). 🙂

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    • auf bisschen Fortune beim Scouting hoffen, das ein oder andere Schnäppchen an Land ziehen…

      das funktioniert doch heute gar nicht mehr, jedenfalls nicht für so einen Hinterbänkler wie wir es sind. Für jedes Schnäppchen stehen sie doch heute schon Schlange und der Begehrte kann sich den passenden Bundesligisten raussuchen. Was will er dann bei einem Zweitligist?

      Die echten Schnäppchen sind inzwischen die, die noch nicht offensichtlich sind. Die Sabiris und Löwens, die erst noch ein wenig Schliff brauchen, Rohdiamanten eben. Nur mit einem vernünftigen Nachwuchskonzept kann man diese Quelle erschließen. Deshalb ist unser neuer Weg meiner Meinung nach tatsächlich alternativlos, wenn man aus unserer Lage da unten wieder raus und einen Stock höher kommen will.

      Sofern man keinen Scheich oder Industriekonzern anzapfen kann….

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  • Dann kopieren wir halt endlich Freiburg, Mainz und Fürth!

    SAPHeim geht den Weg auch, aber mit einem dicken Geldbeutel bewaffnet und deshalb sehr bevorteilt.

    Stuttgart könnte den Weg auch gehen, bekommt aber wohl von der Lieblingsfahrzeugmarke eines gewissen Österreichers, viel zuviel Geld und geht also lieber auch den üblichen Weg.

    Ich fühle mich abgeholt, bin dabei und bleibe dabei, nun mit etwas mehr Verständnis für Fehler von Jugendspielern.

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  • Es ist mir schlichtweg unbegreiflich, wieso beim Club bei jedem Trainer sofort das Haar in der Suppe gesucht wird.
    Vielleicht sollten die Journalisten mal ein Brevier rausgeben, das sie sich dann auf der PK vom Trainer vorbeten lassen können.

    Ich wünsche Köllner und Bornemann jedenfalls, daß sie in der kommenden Saison gut aus den Startlöchern kommen.

     

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    • Ist doch mittlerweile bei jedem Spieler, der zwei gute Spiele gemacht hat, ähnlich, nur mit der Fragestellung:wann wird er verkauft werden (müssen).Nichts wird für den Moment beurteilt.

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  • Ich würde Köllner die Chance auch geben. aber ich frage mich langsam wie schlimm es wirklich um den Glubb steht, wenn man jetzt sogar auf die paar Groschen angewiesen ist und die Südkurve zusperrt…….

    Ich werde mir doch keine teurere Gegegeradenkarte kaufen nur weil man in der Nordkurve kein günstiges Ticket mehr bekommt und der Glubb aber die Alternativen absperrt…..

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    • Macht man dann den Gästebereich und den Familienblock gleich mit zu?

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      • Aha, der Familienblock zieht auf die HT. Hoffentlich zum gleichen Preis. Und mein Lieblingsblock 19a wird jetzt für irgendwelche Corporate Socials sonstwas Eventfans reserviert, das erzürnt mich.

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  • Denn die Zweite Liga dürfte im kommenden Jahr ausgeglichen sein wie selten zuvor. Ein klarer Aufstiegsfavorit ist beim besten Willen nicht erkennbar, die wahrscheinlichen Absteiger sind keine automatischen Aspiranten für den sofortigen Wiederaufstieg. Dies führt doppelt in Gefahr

    Also woraus hier eine doppelte Gefahr oder überhaupt eine entstehen soll erschließt sich mir nicht. Es bleibt einfach ein objektiver Fakt bei den erwarteten Absteigern ist zumindest kein finanzieller Krösus dabei, der das Wiederaufstiegsticket nur mit dem Bankkonto löst. Eine Gefahr sehe ich daran nicht und schon gar keinen Nachteil, weil es an der Situation, in der sich der FCN befindet, ja nichts ändert.

    Daraus erwachsen schon keine zu hohen Erwartungen schon allein deshalb nicht, da ja beim Club seit Jahren bis zur totalen Erschöpfung gepredigt und geschrieben wird, das man kein Geld hat. Ich glaube das ist mittlerweile auch beim allerletzten Fan sei es in Kirkistan oder am Nordpol angekommen.

    Ach ja weil ich gerade ein Scheibchen Lachs esse mit Schamel Meerrettich, was ist aus dem eigentlich geworden als Sponsor etc?

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      • Ja sind natürlich Anwärter auf die Relegation aber bei deren Kader kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sie nicht wieder den Kopf aus der Schlinge ziehen werden in der Relegation.

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    • Ach ja weil ich gerade ein Scheibchen Lachs esse mit Schamel Meerrettich, was ist aus dem eigentlich geworden als Sponsor etc?

      Schamel ist wieder im Aufsichtsrat. Und sein Werbeschild im Stadion hängt, glaube ich, immer noch.

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  • Schon lustig: Köllner Cheftrainer und schon wird seine Nachfolge diskutiert. Äh, äh?

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    • Schon lustig: Köllner Cheftrainer und schon wird seine Nachfolge diskutiert.

      Ui, da bring ich mich schon einstweilen wieder in Position!

      Den Trainerschein besorgt mir Pino in Südamerika, den mach ich natürlich zum Co-Trainer und ab gehts mit dem Club in Zielrichtung Champignon-Liga!
      Wählt mich, ich verspreche:
      – Das Trainieren von Einwürfen (!!) Das wird DIE Entdeckung im Profifußball weltweit. Ein Erdbeben, mit Einwürfen als Torvorbereitung.
      – keine Albbrezelhaltung an der Seitenlinie bei Spielen
      – pünktliche und sinnvolle Auswechslungen
      – Einbindung von Jugendspielern
      – Launige und kompakte Pressekonferenzen (vgl. Augenthaler < 60 sec)
      – erfrischendes Sondertraining für Profis, die aus dem Abseits traben oder Probleme haben, 95 Minuten Laufen zu können (Revenge of the Medizinbälle usw.ff.)
      – Ein Fußballkonzept von der G-Jugend bis hin zur ersten Mannschaft

      Jetzt wird das Wetter endlich wieder besser und dafür ist dann die Saison vorbei. Der Terminplan im bezahlten Fußball ist einfach fantastisch. Ob und wieviel die Deppen, die die teueren Eintrittspreise bei sehr überschaubaren Kickniveau bezahlen, denn am Ende frieren, ist doch allen anderen Woschd. Aber wehe, der TV-Zuschauer meint zuwenig Stimmung im Stadion zu vernehmen… wie soll ich mich denn mit langer Unterhose, Wollsocken, dicken Stiefeln, Mütze, Schal, mehreren T-Shirts übereinander, Weilerjacke und Anorak überhaupt bewegen können? Da beschränkt sich die La Ola Möglichkeit auf das Heben des kleinen Fingers in den Daunen-Handschuhen.

      Ich sags dem Bauernverband, damit die es der Staatsregierung sagen. Es wird Zeit für eine steuerfinanzierte Wetterentschädigung, nicht nur für die Landwirte sondern auch und endlich für Stadionbesucher zu sorgen. Das seit Jahrtausenden bekannte, normale Berufsrisiko wird doch auch finanziell abgefedert. Das sind bei uns hingegen nicht mal die Billigplastiksitzschalen! Nix gefedert, nur hart, kalt und unbequem, passend zur Qualität des Geschehens auf dem Platz.

      Immerhin weiß das unsere Vereinsführung, wie mir Andreas und Michael in einer eMail versichert haben. Sie wissen um diese Unbequemlichkeiten in der Saison und überhaupt und bedauern diese sehr. Seit dieser eMail darf ich die beiden übrigens Duzen, das machen die ja mit mir auch, obwohl ich die gar noch nicht vom Schussern seit Sandkastenzeiten kenne. Am 12. Mai erhielt ich also vom Michl und Andi eine eMail, in der steht u.a.:

      Deshalb brauchen wir Dich. Du sorgst für eine Atmosphäre im Stadion, die uns vorantreibt.

      Bfeiffndeggl, siehe oben. Auch wenn ich doch wieder die Karte zum freiwilligen, gemeinsamen Erleiden und Frieren einkaufen muss.

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      • Markazero morgen ratlos in der Wahlkabine in Dödeldorf… Heureka, hinten unten: „Woschdsubbn“! Graizla gmachd, hammganger, am Abend Sensation: 5,04 %, drin, nach Einwurf! Kurz danach wird der Polizeichef entlassen, weil er seine Nase zu tief in den sog. „Heli-Skandal“ gesteckt hat. Ministerpräsident Endl gibt keine Interviews und entschwindet im goldenen Bentley. Juwe geht Golf spielen in Florida. Beate und Alex trinken Piccolo bzw. Paderborner auf dem Sofa und diskutieren die Trainingsmethoden von Konzept-Trainer Subbn („Schaiferla is doch kein Konzept“! – „doch, und was soll an Landbier ab G-Jugend verkehrt sein“?). Teo stöhnt „fake news“ und genehmigt sich einen Laphroaig. Belschanov erklärt derweil Sohn Bär, warum das gewonnene CL-Halbfinale keine Überraschung, sondern logische Folge der unorthodoxen Maßnahmen des neuen Trainers ist.

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      • Irgendwie hat sich das in der letzten PK nach Abschied von deinem lieblings Klööckler angehört.
        Übrigens, Dein Trainingskonzept liest sich teilweise auch ein wenig wie in den 1980ern verfasst. 😀

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