In der Spur

Als ich am Sonntagnachmittag mit eingeschaltetem Autoradio auf der A9 Richtung Süden fuhr, geschah es, dass der Kurzbericht zur Zweitligapartie des 1. FC Nürnberg bei Jahn Regensburg, die ich live im Fernsehen verfolgt hatte, für eine Verkehrsmeldung unterbrochen wurde: Auf der A3 war in der Gegend von Velburg ein Geisterfahrer unterwegs.

Ob diesem Vorkommnis zeichenhafte Bedeutung zuzumessen ist, will ich der Phantasie des geneigten Lesers überlassen. Ich merke aber an, dass es sich bei dem entgegenkommenden Fahrzeug wohl nicht um den Mannschaftsbus des FCN gehandelt hat, denn nach dem 1:0-Auswärtserfolg ist unsere Mannschaft mit zwei Siegen aus zwei Spielen…

…auf der richtigen Spur.

Punktemäßig.

Spielerisch und in puncto Souveränität war die Leistung im zweiten Saisonspiel jedoch nicht so überzeugend (klick) wie beim 3:0-Auftaktsieg gegen Kaiserslautern. Die erste Halbzeit war o.k. Deutliche Vorteile für unsere Mannschaft, die nur gelegentliche „Nadelstiche“ des Gegners zuließ, selbst aber auch nur zu zwei herausgespielten Chancen kam, bei denen Kerk einmal zu unplatziert und zu weich abschloss und später mit einem strammen Schrägschuss das Außennetz traf. In der Anfangsphase des zweiten Spielabschnitts verlor der Club gegen den mit dem Messer zwischen den Zähnen aus der Kabine gekommenen und die Ekligkeit eines hochmotivierten Aufsteigers an den Tag legenden Gastgeber dann zusehends die Spielkontrolle und es lag weniger an eigener Stärke denn an mangelnder Cleverness und fehlender Fortune des Jahns, dass kein Unglück geschah. Auch als Möhwald zehn Minuten vor Spielende nach Valentinis präziser Vorarbeit von der Strafraumgrenze aus das 1:0 erzielt hatte (was vielleicht nicht passiert wäre, wenn Möhwald den Ball richtig getroffen hätte), bekam unsere Mannschaft den unverdrossen weiterkämpfenden Gegner, der das von Kirschbaum gehütete Tor nunmehr mit einem Trommelfeuer von langen Bällen wütend attackierte, nicht unter Kontrolle und es musste bis zur Schlusssekunde um den Sieg gezittert werden. Was auch daran lag, dass gute Kontergelegenheiten, die sich durch das Aufrücken der Regensburger boten, nicht clever ausgespielt, sondern durch schlechte Abspiele im Keim erstickt wurden.

Doch soll nach zwei gewonnenen Spielen (Traumstart…) nicht die Kritik im Vordergrund stehen. Unsere Mannschaft hat in den beiden bislang absolvierten Saisonpartien deutlich besseren Fußball gezeigt als im letzten Spieljahr. Das Kombinationsspiel ist flüssiger geworden, die Spielanlage wirkt insgesamt planvoller. Auch scheint Köllner eine Stammformation gefunden zu haben, die eine gute Basis für stetige Leistungssteigerung bildet. Noch nicht optimal ist allenfalls die Besetzung der vorderen rechten Außenbahn und vielleicht die der Mittelstürmerposition. Auf dem Flügel konnten weder Gislason noch Salli so recht überzeugen und Ishak ist zwar ein unermüdlicher Rackerer, verströmt aber im Sturmzentrum zu wenig Torgefährlichkeit. Letzteres gilt auch für Teuchert, der so wirkt, als sei er auf der Suche nach der verlorenen Form, und dem bei seinen beiden Kurzeinsätzen die Bindung zum Spiel fehlte. Leider hat sich Sabiri, der von den fußballerischen Anlagen her eigentlich im Offensivbereich gesetzt sein müsste, durch sein Verhalten außerhalb des Platzes, das nahelegt, dass er von allen guten Geistern verlassen ist, aus dem Kader „gespielt“ (klick)…

Zwei Siege nach zwei Spieltagen – das ist dem Club in den sechzehn Spieljahren, in denen er der 2. Bundesliga angehörte, erst viermal gelungen (klick, klick, klick, klick). Dass er nach drei Zweitligaspieltagen drei Siege auf dem Konto hatte, war nur zweimal der Fall: In der Saison 1999/2000 (klick), in der er am Ende den dritten Platz knapp verpasste, sowie in der Saison 1977/78 (2. Bundesliga Süd; klick), in der er am dritten Spieltag Kickers Offenbach in der Besetzung

MÜLLER

WEYERICH

BEIERLORZER                PAUSCH                STOCKER

LIEBERWIRTH                EDER                PETROVIC

SUSSER                WALITZA                ZIVALJEVIC

durch Tore von Zivaljevic und Weyerich (Foulelfmeter) mit 2:0 besiegte (klick) und letztlich über die Relegation gegen Rot-Weiß Essen (klick) nach neun Jahren der Zweitklassigkeit wieder in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg.

Was diese Reminiszenzen für das nächste Punktspiel gegen Union Berlin zu bedeuten haben, lege ich wiederum ins Ermessen des Lesers. Doch zunächst steht ja eh erst das Pokalspiel in Duisburg an, für das ich folgende Startaufstellung empfehle:

KIRSCHBAUM

VALENTINI          MARGREITTER          LÖWEN          LEIBOLD

KAMMEBAUER

KERK          BEHRENS          MÖHWALD          ZIVALJEVIC

WALITZA

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick.]

27 Gedanken zu „In der Spur

  • Ziveljevic und Aufstiegsheld Walitza. Danke belschanov! Dein Kommentar, zutreffend zudem, sorgt für ein gutes Gefühl am Morgen. Und für verwunderte Gesichter am Frühstückstisch, warum der Papa so dämlich grinst… 😉

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  • Auch grins. Habe aber im Hinterkopf, dass bei Walitzas Verpflichtung damals ordentlich gepfopfert wurde, weil alt und teuer, und er brauchte, bis man ihn in Nürnberg liebte. (Erinnerung, mag mich täuschen, in der Adoleszens gibts ja auch noch anders als Fußball).

    Das Rückspiel in Essen wurde in einer Gartenanlage am Tattersall verfolgt, man lungerte zwecks Radioüberbetragung rund um Klausens Ente, es gab Hoffmann Tropfen aus Hohenschwärz und Jeanette sah zauberhaft aus… Unglaublich, ist das alles lange her.

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  • Walitza kam mit 28 zum Club, also bestes Fußballeralter. Gepfopfert wurde wegen der Ablöse, die lag nach meiner Erinnerung bei knapp 700.000 DM. Das war damals unser Rekordtransfer.
    Beim Rückspiel in Essen stand ich hinter dem Tor in dem Manne Müller den Elfer hielt, der dem Aufstieg im Weg stand. Die Heimfahrt im Zug bleibt unvergesslich. Bier in Mengen, viel Wind (weil ein Zugfenster im Waggon eingeschlagen war), und das Willkommen am Nürnberger Bahnhof.

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  • Bitte nicht Zivaljevic! Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen seiner ganz seltenen besseren Tage hat, ist ziemlich gering. Da ist die “ Kampfsau“ Siggi ( Susser) die deutlich bessere Variante. Wobei im taktischen Konzept der heutigen Zeit Jogi Lieberwirth die wohl optimale Lösung wäre….

    Und ganz ehrlich, jeder Glubberer würde heute so eine Spielrunde als Selbstläufer für einen Aufstieg sehen : Ein Erstligist, drei Zweitligisten ( wobei die Westvorstadt ja eh hinter uns bleibt), zwei Drittligisten und der Rest in unteren Ligen …. und das OHNE nervige Relegation….. 😉

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  • Moinsen, sind CUler am Montag beim Meidericher SV? Fahre mit meinen Jungs und nem Kumpel hin…

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    • Ich versuche es… kann arbeitsbedingt nur kurzfristig entscheiden. Du wohnst auch in Köln, oder?

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        • Mist, dachte fälschlicherweise Anstoß wäre nach 20h – 18.30h in der Wedau schaffe ich nicht. Vielleicht klappt es ja mal im Ligabetrieb gegen Fortuna, den Vfl, den MSV…

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    • Zwei von 150 Mitgliedern meiner drei Fanclubs bekommen das gebacken. Anreise mit Zug, Übernachtung im MotelOne. Tolle Anstosszeiten. Danke DFB!

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  • 0:3, 0:4, 0:5 usw
    Was für ein langweiliger Pokal-Nachmittag.
    Hoffentlich ist es am Montag auch so langweilig.

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    • Warum langweilig ? Der Hamburger [*] Verein hat doch für einen großen Spaßfaktor gesorgt. Gegen 10 Mann zeigen Gisdol’s Bundesliga-Kasper eine beeindruckende mannschaftliche geschlossene Leistung

      *[Edit Red.: Wir bitten auf Äußerungen, die dazu geeignet sind zu beleidigen oder herabzusetzen, zu verzichten.]

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          • Vielleicht sagt das Herz Nein aber das Bankkonto Ja… mal abwarten denke aber zum Ende des Transferfensters wird nochmal Hektik aufkommen.
            Wozu braucht eigentlich Huddingsfield noch Sabiri, sind doch auch ohne ihn Tabellenführer in der Premier League? 🙂

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            • Meiner Meinung nach muss sich Leibold halt zwischen erster oder zweiter Liga entscheiden.
              Also ob er mit dem Glubb in der Ersten spielen möchte oder mit Hamburg in der Zweiten 😀

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      • @ SchlüsselSpieler:

        Langweilig waren die Spiele und Ergebnisse vom Nachmittag am Samstag.
        Von Sonntag war nicht die Rede, denn der hatte zum Zeitpunkt meines Posts noch gar nicht begonnen.

        Und wenn ich das sagen darf:
        Diese doch recht plumpen Beschimpfungen anderer Vereine sind irgendwie nicht wirklich der Stil dieses Blogs. Das kann man sich getrost sparen.

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      • Finde auch, dass das die Bezeichnung vollkommen unangemessen ist. Wir haben es nur stehen lassen, weil die Reaktionen darauf zeigen, dass die Diskussionskultur hier doch selbstreinigend ist. Dafür wiederum mein Daumen hoch.

        Nachtrag: Nach interner Diskussion in der Redaktion haben wir uns dazu entschieden, die entsprechende Äußerung doch zu editieren.

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        • Ich habe mit mir gerungen, ob ich auf den Mist eingehen soll. Dachte dann aber, warum ich um Quark noch mehr Aufhebens machen soll. [Edit Redaktion: Die folgende Aussage haben wir gelöscht, da auf eine Passage Bezug genommen wird, die gelöscht wurde]

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          • Diskussionskultur hin oder her, ich will so etwas nicht lesen, darum wäre es mir persönlich lieber, wenn solcher Schwachsinn gelöscht würde.

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  • Der große Favorit Braunschweig kann sich ganz auf die Meisterschaft konzentrieren, genauso, wie der hochgehandelte, mit einem Weltmeister im Kader befindliche Absteiger Darmstadt.
    P.S: Abraham hat in elf Jahren schon 58 gelbe Karten, eine gelb-rote und drei glattrote Karten gesammelt. Das gibt ein tolles Panini-Album. Zum Vergleich: Maik Franz hat in 15 Jahren 94 gelbe, drei gelb-rote und sechs rote Karten gesammelt. Da bleibt noch Luft nach oben für den italienischen Argentinier. Hmmm, italienischer Argentinier? Da gabs doch jemanden…. 14 Jahre/91 gelbe/2 gelb-rote/3 rote Karten…warum darf die Steinhaus jetzt sogar dauernd Spiele in der ersten Klasse verpfeifen?

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    • Weil die Bibiana auch mal einen Spaß bei Ribery versteht und sich die Schnürsenkel aufziehen lässt. Aber wehe es wäre kein Bayernspieler gewesen 😕

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      • Für mich ist Ribery ein vollkommener Hohlpfosten mit seiner geistig minderbemittelten Art von Humor.

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      • Kurzer Einwurf: Diese Diskussion hab ich mit Alex Feuerherdt auch geführt und dabei doch interessiert zur Kenntnis genommen, dass das scheinbar schon mal vorkommt – auch „unter Männern“.
        twitter.com/Fanpu…0702064640

        Respektlos fand ich es trotzdem. Und mein Einwand, ob das Herr Dingert auch so humorvoll aufnimmt, wenn das heute Abend Herr Leibold macht, blieb bisher im Raum stehen…

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        • Servus Alexander, prinzipiell kann ich eure Kritik nachvollziehen . Aber wäre es besser gewesen , wenn ich geschrieben hätte Hamburger geistig minderbemittelte Hohlpfosten ? Wie definierst Du eine Beleidigung oder Herabsetzung ?

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          • Wirklich viel besser wäre es nicht, denn wir haben uns bei CU eigentlich schon auf die Fahnen geschrieben, jede Art von herabsetzenden Werturteilen – ob in Richtung Mit-Diskutanten, Verein, Spieler oder Gegner – zu unterlassen und uns rein sachlich zu artikulieren. Insoweit gefällt mir beides nicht.

            Will man unterscheiden, muss man aber schon nochmal klarstellen, dass das eine eine allgemeine, aufgrund der Formulierung unkonkrete, fast überzeichnete Aussage ist, das andere dagegen geeignet pauschal eine Gruppe aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung zu diffamieren. Homophobie beginnt bei solch abschätzigen Aussagen, auch wenn sie gar nicht direkt gegen Homosexuelle gerichtet ist.

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