U21 unterliegt Bayern II mit 1:2

Die U21 des FCN verliert das Heimspiel gegen Bayern München, weil die Gäste weniger Fehler machen.

Gleich vier Profis liefen für die U21 des FCN gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München auf: Fabian Bredlow, Lukas Mühl, Lukas Jäger und Alexander Fuchs. Während Mühl seine Sache in der Innenverteidigung neben Kapitän Jonas Hofmann gut machte, zählten die anderen drei bei der Niederlage am Mittwochabend nicht zu besten Akteuren. Bredlow sah bei beiden Gegentoren mindestens unglücklich aus, Fuchs gelang offensiv wenig und Jäger erwischte einen Tag, der mit „gebraucht“ noch euphemistisch beschrieben wäre. Dass es am Ende für den FCN II gegen technisch und taktisch starke Bayern nicht zum Sieg reichte, lag freilich weniger an den Profileihgaben und mehr daran, dass die Münchner einfach einen Fehler weniger machten als die Nürnberger. Die waren besser in die Partie gekommen, hatten die Gäste in der Anfangsphase gut im Griff, verpassten es aber in Form von Simon Rhein, der von Maxi Krauß exzellent freigespielt worden war und daher neun Meter vor dem Tor frei zum Schuss kam, das Tor zu machen. Vielleicht hätte Schiedsrichter Pflaum kurz danach auch nach einem Rempler von Friedl an Engelhardt auf Strastoß entscheiden müssen; er tat es nicht.

Stattdessen kamen die Bayern kurz darauf binnen sechs Minuten zu zwei Toren, weil die Clubabwehr zweimal nicht energisch genug nachsetzte. Einmal fiel eine Flanke auf eine Weise, die sich nach dem Spiel nicht einmal Trainer Reiner Geyer erklären konnte, vor die Füße von Kwasi Okyiere Wriedt, so dass der Ex-Osnabrücker wirklich nur aus drei Metern Entfernung einschieben musste. Das andere Mall wurde ein Schuss des Ex-Fürthers Timothy Tillman so unglücklich abgefälscht, dass der Ball ins lange Eck hinabtropfte. Dieser schnellen Wendung des Spiels zu Gunsten des FC Bayern lief der „kleine Club“ den Rest der Begegnung dann hinterher. Die Bayern konnten sich aufs geschickte Verteidigen und auf Konterchancen setzen zurückziehen, während der FCN ab dann zwar mehr Spielanteile hatte, aber nur bis zum Strafraum wirklich gefällig spielte. Torchancen ergaben sich bis zur Pause dann kaum. Daher stellte Geyer in der Pause auch um, brachte mit Boesen für Rhein einen zweiten Stürmer. Jener Boesen, von Dieter Nüssing im Sommer aus Trier geholt, hatte nach knapp einer Stunde die besten Gelegenheiten den Anschluss herzustellen, scheiterte aber an der Latte und an Leo Weinkauf.

Dennoch tat sich der 18-Jährige positiv hervor, sichtlich beflügelt von der Trainingsbeteiligung bei den Profis in der letzten Woche, arbeitete Boesen auch defensiv ordentlich mit. Michael Köllner, der ebenso wie Andreas Bornemann, Hans Meyer, Martin Driller, Thomas Ziemer, Dieter Frey, Hermann Gerland, Cedric Teuchert und Jürgen Kramny im Stadion war, wird der junge Stürmer sicherlich positiv aufgefallen sein. Da die Münchner kurze Zeit später einen Vier-gegen-Eins-Konter nach einem Ballverlust von Jäger nicht ohne Abseitsstellung ausspielen konnten, blieb der FCN II im Spiel, kam aber erst nach einer Ecke sieben Minuten vor Schluss zum Anschlusstreffer. Philipp Hercher, der erneut Linksverteidiger spielte, war der Ball vor die Füße gefallen und er hatte präzise flach ins linke untere Toreck abgeschlossen. Da Jonas Hofmann in der 90+4. Minute einen direten Freistoß knapp über Tor setzte, kam der FCN II aber nicht mehr zum Ausgleich. Dennoch zeigte sich Trainer Geyer nach dem Spiel nicht unzufrieden, hatte „ein gutes Spiel“ seines Teams gesehen, lobte Einstellung, Zielstrebigkeit und Intensität seines Teams: „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, vor allem in der zweiten Halbzeit, war in Ordnung.“ Eine Einschätzung, die man durchaus teilen kann, auch wenn die Konzentrationsfehler in der Abwehr das positive Gesamtbild natürlich trüben.

Der FCN II hat mit 23 Gegentoren die zweitmeisten Gegentore in der Regionalliga Bayern kassiert, aber mit 24 Treffern auch die zweitmeisten Tore erzielt, setzt also den Trend des Vorjahres fort, als man die Saison mit 72 Toren (zweitbester Wert) aber auch 67 Gegentoren (drittschlechtester Wert) abschloss. Um diesen Trend umzukehren hat Reiner Geyer nun zwei Wochen Trainingsarbeit Zeit, da der FCN II am kommenden Wochenende in der 19er Liga spielfrei ist, ehe er dann am 23.9. in Ingolstadt antreten muss. Das nächste Heimspiel findet dann am 29.9. um 17 Uhr am Valznerweiher statt. Zu Gast ist die SpVgg Bayreuth. Das Spiel wurde vom 30.9. vorverlegt, da an diesem Tag die Profis ihr Heimspiel gegen Bielefeld bestreiten.

Das Spiel in Zahlen:

1. Nürnberg II (4-1-4-1): Bredlow – Knipfer, Mühl, J. Hofmann, Hercher – Jäger – Krauß, Rhein (46. Boesen), Fuchs (79. Harlass), Feil – Engelhardt – Trainer: Geyer

FC Bayern II (4-2-3-1): – Weinkauf – Türkkalesi, Awoudja, Friedl, Köhn – Fein (79. Benko), Dorsch – Obermair, Tillman (90. Crnicki), Pantovic (87. Isherwood) – Wriedt – Trainer: Walter

Tore: 0:1 Wriedt (32.), 0:2 Tillman (38.), 1:2 Hercher (83.)

Gelbe Karten: Jäger, Knipfer/Friedl
Schiedsrichter: Markus Pflaum (Hallstadt)
Zuschauer: 634 (Max-Morlock-Stadion)

7 Gedanken zu „U21 unterliegt Bayern II mit 1:2

  • Gab es nicht mal den Gedanken des einheitlichen Systems, das sich von der Profi-Mannschaft bis zur Jugend wiederfindet?

    Sind ja jetzt zwei Wochen frei…

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    • Gefällig nach vorne spielen ohne das Tor zu machen und nach hinten unnötige Gegentore kassieren durch Flüchtigkeitsfehler, dann dem Rückstand ohne Erfolg hinterherlaufen – genau so sahen doch auch die letzten Spiele der Ersten aus.

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    • Konzept Teo. Das ist ein Unterschied. Bestimmte Trainingsinhalte, die jahrgangsübergreifend die Jugend auf den Profieinsatz vorbereiten sollen. Im Fall Köllner geh ich davon aus, daß dazu „offensiv denken“, „einer für alle“ und ähnliche Ideen gehören. Daß auch das Training entsprechend seiner Vorstellungen aufgebaut wird. Schließlich ist er ja immer noch eingebunden im NLZ.

      Vieles von dem, was ich mir diesbezüglich immer schon vorgestellt habe, kann man übrigens in seinem aus meiner Sicht sehr guten Buch „Dein Weg zum Fußballprofi“ nachlesen.

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    • Grundformation (3-4-3, 4-1-4-1, 4-2-3-1, etc.) und System (Spielweise, Auftreten, etc.) sind ja doch zwei paar Stiefel. Vom System her war bei Profis wie U21 erkennbar, dass da eine Linie herrscht: Nur gezielte lange Bälle, flach vors Tor, Pässe in den Rückraum, frühes Pressing, etc. Das ist ein deutlicher Verdienst von Geyer, der da wirklich die Vorgaben von Köllner gut umsetzt. („Was der Cheftrainer braucht, kriegt er.“)

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    • Mal abgesehen davon, dass Grundformation und System zwei unterschiedliche Dinge sind, wie Florian ja schon sagte, passt es doch auch – die Profis haben 5 ihrer 6 bisherigen Pflichtspiele im 4-1-4-1 begonnen.

      Nur weil die Profis jetzt mal eine andere Formation hatten, heißt ja nicht, dass die U21 das direkt duplizieren muss…

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  • Schade, dass die jungen Spieler in den letzten Wochen nicht für ihren Aufwand belohnt werden. So steuern sie erkennbar Richtung Abstiegsplätze. Bin gespannt, ob die Ruhe bewahrt und an der offensiven Ausrichtung festgehalten wird.

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    • Dahingehend macht sich noch keiner große Gedanken. Glaube auch persönlich, dass die Jungs gestern ohne Bredlow, Jäger und Fuchs besser drauf gewesen wären, grad Jäger war wirklich erschreckend schwach (klar, keine Spielpraxis, unbekannte Mitspieler, Mistwetter, muss man alles bedenken) und die Abläufe zwischen Krauß und Engelhardt oder Feil und Rhein waren deutlicher sicherer als wenn Fuchs mit dabei war. Ärgerlicher als gestern gegen ein (wenn auch eher selbsternanntes) Spitzenteam war die Niederlage letztes Wochenende in Seligenporten (die ja erst sehr spät die Klasse gehalten haben, trotz furchtbarer Saison und somit eher eine Bayernligatruppe, wenn überhaupt, haben),, die hätte nicht sein müssen. Dennoch dürften – wenn’s normal läuft – Seligenporten und Unterföhring am Ende die direkten Absteiger stellen.

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