Der Unterschied

„Viel Zeit bleibt den Bochumern nicht mehr, um hier wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen“, sagt der Mann im Fernseher, „doch der FCN steht jetzt stabiler in der Defensive, er hat durch Löwens Abstauber und Behrens‘ Kopfball aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht, er hat das Spiel gedreht – ein Spiel, das ihm nach dem frühen Rückstand zu entgleiten schien, und wenn es hier so bleibt, wird Valentini ein Stein vom Herzen fallen, denn sein Handspiel  im Strafraum brachte seine Mannschaft in arge Verlegenheit…“

 

„Das war doch niemals ein Elfmeter! Das war doch angeschossen! Niemals war das ein Elfmeter!“

 

„Das war Vergrößerung der Körperfläche. Und dafür gibt’s Elfmeter. Valentinis Hand hat so weit oben nichts verloren.“

 

„Das war kein absichtliches Handspiel. Das war angeschossen. Niemals ein Elfmeter. ELFMETER! ELFMETER! KLARES HANDSPIEL DES BOCHUMERS!

 

„Elfmeter für den 1. FC Nürnberg. Eine unglückliche Handbewegung des Bochumer Verteidigers. Duplizität der Ereignisse. Zwei kuriose Handelfmeter im Max-Morlock-Sradion an diesem Donnerstagabend…“

 

„Das war doch auch kein absichtliches Handspiel. Das war doch reines Pech des Bochumers. Wenn es bei Valentini kein Elfer gewesen sein soll, war das auch keiner.“

 

„Das ist etwas anderes. Das ist etwas grundlegend anderes. Du hast den Unterschied immer noch nicht begriffen, mein Sohn.“

 

„Welchen Unterschied?“

 

„Musste doch von selber wissen, mein Sohn. Bist doch ein kluger Junge. Gehst aufs Gymnasium.“

 

„Ishak läuft an. GEHALTEN! NACHSCHUSS! TOR! TOR DURCH ISHAK! 3:1 für den Club, der jetzt mit breiter Brust Kurs nehmen kann auf das Derby bei der Spielvereinigung Greuther Fürth.“

[Zum Spiel: klick, klick, klick.]

Ein Gedanke zu „Der Unterschied

  • Es ist löbliche Bescheidenheit, dass der Verfasser der nach ihm benannten Gesetze dem Buben nicht direkt sagen will, worum es geht, aber irgendwann (Pubertät?), wird der Knabe energischer nach dem Unterschied fragen…

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