„Der Abgang von Köllner war bedauerlich“ – Fan-zu-Fan-Interview vor dem Frankenderby

Exklusivinterview vor dem 2. Liga-Spiel des 1. FC Nürnberg gegen die SpVgg Greuther Fürth mit Fürth-Fan Daniel

Ein Derby am Ende einer englischen Woche, das gab es im Dezember 2014 schon einmal. Das Ergebnis war eine ganz müde Nummer, die unter „Endlich vorbei“ bei uns firmierte. Bei gerade einmal etwas mehr als 63 Stunden zwischen Abpfiff gegen Bochum und Anpfiff gegen Fürth erscheint das durchaus möglich. Die 26 Stunden, die das Kleeblatt da seit der Niederlage in Braunschweig mehr zur Verfügung hatte, um zu regenerieren, wirken am Ende einer solche kräftezehrenden Woche wie ein Vorteil. Allerdings ging der Club aus seinem Spiel unter der Woche eben nicht mit null Punkten und drei Gegentoren heraus, sondern mit drei Punkten und drei eigenen Toren. Und das letzte Mal als die Regenerationszeit vor einem Derby thematisiert wurde und der Club sogar fast 74 Stunden weniger Zeit hatte sich zu erholen, da gewann der Club mit 2:1 durch ein Tor von Füllkrug.

Derby am Ende einer englischen Woche heißt aber auch angenehm wenig Zeit für viel Bohei und Gehype, auch der Zuschauer ist nach vier Spielen binnen dreizehn Tagen etwas müde geworden. Die Ausgangslage ist klar, mit einem Sieg spränge der Club auf jeden Fall mindestens auf Platz Drei der Tabelle, je nach Ergebnissen in Hamburg (gegen Düsseldorf) und Darmstadt (gegen Dresden) ist theoretisch sogar Platz Eins möglich. Andererseits ist der Konjunktiv zumindest historisch gesehen mehr als angebracht. Der letzte Sieg in Fürth rührt aus dem Jahr 1979, es war ein 4:1, Norbert Schlegel, Herbert Heidenreich, Klaus Täuber und Reinhold Hintermaier waren die Torschützen damals am Ronhof. Vor fast genau zwanzig Jahren (6.10.1997) gab es einen weiteren „Auswärtssieg“ gegen die Fürther. Das Spiel fand allerdings im Frankenstadion statt; es wurde durch ein Tor von Martin Driller entschieden. Es folgten danach übrigens noch zwei weitere „Auswärtsspiele zu Hause“. Die letzten fünf Partien fanden dann allerdings im Ronhof statt, 2:2, 1:1, 1:5, 2:3 und 0:1 lauteten die Ergebnisse.

Allerdings ist der Club ja – wie gegen Aue und Bochum bewiesen – derzeit auf Serienbrechertour unterwegs, da wäre es doch fast schon zu erwarten, dass der Club auch diese Serie ad acta legen würde. Die Vorzeichen stehen gut: Der Club hat ligaübergreifend den besten Saisonstart seit der Aufstiegssaison 2000/2001 (16:4 Tore, 19 Punkte, Platz 1) hingelegt, das Kleeblatt den schlechtesten Zweitligastart seit 1975 und seinen zweitschlechtesten Zweitligastart überhaupt. Die Fürther haben auch bereits schon ihren Trainer getauscht, Janos Radoki musste nach vier Spielen mit vier Niederlagen gehen, seit Beginn der englischen Woche sitzt nun Damir Buric auf der Bank. Dessen größter „Claim to Fame“ war bislang wohl die Rolle des Co-Trainers von Robin Dutt, aus dieser Zeit kennen sich Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann und der neue Kleeblatt-Coach dann auch noch. Auch Club-Trainer Michael Köllner hat Verbindungen zum Gegner, war er doch eine Saison U17-Coach bei den Fürthern.

Wie Köllner spielen lassen wird, da lässt sich der Coach nicht in die Karten schauen, Thorsten Kirschbaum dürfte es aber wohl ebenso wenig zurück ins Team schaffen wie Georg Margreitter. Die beiden gesellen sich also zu den länger- und mittelfristigen Ausfällen Kerk, Lippert, Zrelak und Kammerbauer. Zusätzlich deutete Köllner für Patrick Erras – wie schon vor dem Bochumspiel – eine Pause an, womöglich genau wie vor dem Bochumspiel eine Finte. Allerdings betonte Köllner in der Pressekonferenz vor dem Spiel mehrfach, dass es angesichts der englischen Woche vor allem auch darauf ankommen werde, wer die meisten Kräfte mobilisieren könne. Daher machte Köllner hinsichtlich möglicher Spieler aus der zweiten Reihe, die nun zum Einsatz kommen könnten, auch klar: „Grundsätzlich bieten sich alle an.“ Welche elf von den „allen“ dann am Sonntag auflaufen werden, ließ Köllner allerdings offen. Gleichzeitig machte der Clubtrainer aber auch klar, dass man – obwohl man dem Gegner mit dem nötigen Respekt begegnen werde – wahrscheinlich taktisch nicht von Fürth überrascht werden würde und die ein Derbysieg die englische Woche „veredeln“ würde und für Köllner, das wird aus seinen Äußerungen zwischen den Zeilen mehr als deutlich, auch persönliche Genugtuung wäre.

Interview mit Daniel

Die Serie der jungen Interviewparner setzt sich fort. Wie Jonny ist auch Daniel junge zwanzig Jahre alt. Auf Twitter firmiert der bekennende Bahn-Nerd als „Danny Jørgensson“ unter dem Handle @KDanny41. Er betreibt den „Blog Grün-Weiß“, einen Blog, den er selbst als „Optimistenblog“ bezeichnet. Wir sprachen mit ihm über den schlechten Saisonstart des Kleeblatts, über Nachwuchsarbeit und auch ein bisschen über Michael Köllner.

[Clubfans United] Hallo Danny, wie immer als Eröffnungsfrage: Wer bist Du, was machst Du, wo kann man Dich sonst so lesen?

[Danny] Servus! Ich bin Daniel, 20 Jahre alt, und bin seit ein paar Monaten nach meiner Geburt Fürther! Ich bin derzeit noch Student in Erlangen, meiner Geburtsstadt, und in meinen freien Stunden – manch einer wird unken, davon gibt es mehr als unfreie Stunde – bin ich vor allem Fürthfan. Mich kann man vor allem auf Twitter lessen, und – wenn man sich für das Kleeblatt interessiert – auch auf meinem “Blog Grün-Weiß” auf WordPress und Facebook!

[Clubfans United] Warum ausgerechnet Fürth? Es gibt doch in der Region so viele nette andere Vereine?

[Danny] Das stimmt. Wir haben den FSV Stadeln gleich bei mir vor der Haustür, die Franken Timberwolves und Fürth Pirates, den HC Erlangen, die Bayreuth Tigers… Aber zu den Fürthern bin ich durch meine Eltern gekommen. Ich bin schon als Kleinkind in den Ronhof gegangen (worden), mein Vater spielte lange Jahre in der Jugend und mein Großvater wurde letztes Jahr für 70 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt, da hatte ich dann letzten Endes kaum eine Wahl!

[Clubfans United] Wir reden in diesen Tagen viel von Kommerzialisierung und Transferirrsinn. Ist man da als Anhänger eines „kleineren“ Vereins eher entspannter oder regt einen das eher noch mehr auf, weil die Gefahr völlig abgehängt zu werden noch viel größer ist?

[Danny] Ich denke, dass das mit dem Klein-Groß da gar keine so große Rolle spielt, die Fans von Mainz, Freiburg, Uns, Sandhausen sind ja zurecht genauso kritisch wie viele Fans von Schalke, Bremen, St. Pauli oder auch Clubfans. Ich denke, das kommt auf die Vereine einzeln drauf an, wie sie mit dem ganzen Wandel im Fußball umgehen. In Fürth sind wir ja aktuell sogar auf einem Weg der Besserung – die Zeiten, als wir zu großen Spielen vom blau bestuhlten Playmobil-Stadion mit seinen roten Banden ins Frankenstadion umgezogen sind für ein paar Euro mehr sind schließlich schon lange vorbei, wir spielen im grünen Sportpark Ronhof (Thomas Sommer, ein guter Kompromiss) mit grünen Banden und zwar jedes Heimspiel. Ich denke dieser Weg, dass Vereine Kompromisse eingehen, um auch den Fans das Gefühl zu geben, dass man sie nicht nach China outsourcen will, ist genau der richtige für die Zukunft – und das egal, ob es nun Schalke, Nürnberg, Fürth oder Sandhausen ist.

[Clubfans United] Unser letzter Interviewgast, Jonathan Walsh, bezeichnete die Zweite Liga als „die beste Liga der Welt“, hat Jonny damit recht?

[Danny] Ich würde Jonny niemals wiedersprechen! 😀 Ich persönlich schaue viel lieber zweite Liga als erste Liga. Mit Ausnahme Freiburg hat man in der 1. Liga ja vor allem runde Betonschüsseln, die im Grunde genommen beliebig austauschbar sind, und kaum ein BL-Spieltag vergeht ohne Vereine wie Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und mordsmäßige Aufblähung von Sky und Co, obwohl es dort sportlich oft genug sehr langweilig zugeht, man denke nur an den Meister“kampf“. Das geht in der 2. Liga viel entspannter zu, es gibt einen guten Mix aus großen Vereinen mit entsprechenden Stadien wie Kaiserslautern oder Nürnberg, ein großes Mittelfeld um Braunschweig, St. Pauli, Dresden – letztere könnten sogar größer sein – und ähnliche, und mehrere sympathische kleine Vereine wie Sandhausen, Kiel, Fürth – allein von der Vereinsgröße. Im TV geht es meistens um das Sportliche, wenig aufgeblähte Events drumherum, und an Tradition ist die 2. Liga nicht minder reich als die Bundesliga. Sportlich wird das ganze zudem fast jedes Jahr munter durchgemischt, da stürzen Großvereine ab und kleine Teams mischen ganz oben mit, ich denke da gerade an Kiel dieses Jahr. Also ich würde schon sagen, die 2. Liga ist zumindest die mir liebste Liga der Welt.

[Clubfans United] Das Kleeblatt hatte immer einen guten Ruf als Quell neuer Talente. Inzwischen hat man aber im Jugendbereich Probleme, die U23 rettete sich in der Vorsaison nur durch die Relegation der Relegation und dank des Aufstiegs der Hachinger, die U19 war auch erst am letzten Spieltag der Saison gerettet und steht jetzt wieder auf einem Abstiegsplatz, die U17 schaffte den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga nicht. Was läuft schlechter als früher? Oder ketzerisch gefragt: Hättet ihr Michael Köllner nicht doch behalten sollen?

[Danny] Ich fürchte, das Kleeblatt hat hier einige Entwicklungen fast verschlafen. Als wir das NLZ vor fast 20 Jahren installiert haben, waren wir damit noch Vorreiter in der 2. Liga, und viele große Talente sind freiwillig zum Kleeblatt gegangen. Seitdem hat aber mittlerweile jeder Verein so ein NLZ, und die alten, familiären Strukturen in Fürth sind eigentlich nicht mehr so richtig haltbar. Gerade der NLZ-Leiter und Vizepräsident Gerling steht deswegen bei einigen Fans vollkommen zurecht stark in der Kritik. Das Problem ist ganz einfach, dass alles noch genauso läuft wie früher, in einer Zeit, in der es viel besser laufen sollte. Dass wir jetzt ein komplett neues NLZ gebaut haben ist ein erster Schritt zur Besserung, dass mit Sontheimer, Raum und Schad jetzt jüngst wieder einige Spieler aus der Jugend in der 1. Mannschaft spielen auch ein weiterer, um anderen Talenten wieder Vertrauen in unsere Jugend zu geben. Dennoch denke ich, dass man vielleicht ein paar Strukturen mal runderneuern sollten. Auch der Abgang von Köllner – der übrigens auch den aktuellen Kleeblattprofi Sontheimer trainiert hat in unserer U17 – war von vielen als schade empfunden worden – der Fürther Buschfunk sagt sich, er wollte zu viel Geld, er sagte, man wollte ihm nicht genug zahlen. So oder so bedauerlich, ganz klar.

[Clubfans United] Wenden wir den Blick zu den Profis. Insgesamt ist der Kader durchaus runderneuert. Mit Zulj, Franke, Berisha, A. Hofmann, Gießelmann gingen jede Menge etablierter Stammspieler, die durch eine Reihe Neuzugänge (P. Hofmann, Ernst, Aycicek, Green, Wittek, Omladic, Maloca) ersetzt wurden. Wie hat sich die Qualität des Kaders im Vergleich zur Vorsaison verändert? Wer sind die Spieler, die Deiner Einschätzung nach herausstechen?

[Danny] Vor der Saison hätte ich gesagt, wir haben uns verbessert – mittlerweile denke ich, dass das Niveau in der Offensive zwar besser wurde, in der Defensive aber der Abgang von Franke und Gießelmann noch immer schwer wiegt. Mario Maloca ist erst spät zu uns gekommen, dazu Richard Magyar, der direkt in der ersten Trainingswoche der Vorbereitung bis vor zwei Wochen verletzt ausfiel – und natürlich die ständige und sinnbefreite Rotation unter Radoki, da fehlt derzeit einfach noch jede Ordnung. Mit dem neuen Trainer Buric setzen wir wieder auf eine Viererkette, und das zahlt sich – trotz 0:3 – leistungstechnisch aus, es sieht zumindest seltener so Vogelwild aus wie zuvor, bis zur Stabilität brauchen sie einfach noch Zeit. Herausstechen tut aktuell noch keiner so recht – Omladic, der in den ersten Spielen noch der beste war, ist derzeit leider verletzt. Aycicek und Ernst, auf die ich große Hoffnungen setze, müssen sich noch einarbeiten. Aber gerade mit Green und Aycicek kam noch mal kurz vor Ende gute Qualität dazu, und wenn Buric dort ein gutes Konzept findet rechne ich damit, dass wir da eine ganz gute Offensive haben.

[Clubfans United] Das Kleeblatt hat dann einen ziemlichen Horrorstart hingelegt, unter Radoki gab’s gar keinen Sieg in vier Spielen. Das gipfelte in einem Spiel gegen Ingolstadt, das ich als Augenzeuge nur mit schlechtem Gewissen als Fußballspiel bezeichnen möchte. War das nur eine logische Fortsetzung der schwachen Serie gegen Ende der Rückrunde?

[Danny] Im Nachhinein betrachtet könnte man das so sagen. Janos Radoki war, das hab ich in meinem Blog recht ausführlich dargelegt, offenbar mehr so der Typ Schleifer und sehr streng zu den Spielern – das hat am Anfang gut geklappt, als wir einen Lauf haben war das wahrscheinlich auch gut motivierend. Aber als die Serie dann riss, und auch in der Saisonvorbereitung und am Anfang der Saison hätte es wohl mehr positiver Worte und psychologischer Fähigkeiten bedarf, als es Radoki aufbringen konnte und wollte. Es waren dennoch denke ich zwei dennoch grundverschiedene Situationen mit ähnlichem Ausgang – eine gerissene Serie und negative Erlebnisse, die sich durch Radoki verstärkten am Ende der letzten Saison und eine komplett neu zusammengewürfelte Mannschaft mit vielen Spielern an neuem Standort, die offenbar nicht genug aufgebaut wurde vom Trainer diese Saison.

[Clubfans United] Dazu gab es in allen Medien deutliche Hinweise darauf, dass es wohl Teile der Mannschaft gab, die mit Radoki so unzufrieden waren, dass sie sogar das Training verweigerten. Muss man da jetzt die Schuld beim Trainer suchen oder bei den Spielern? Oder vielleicht sogar bei der Vereinsführung, die bei der Kaderzusammenstellung nicht darauf geachtet hat wie die einzelnen Spieler zum Trainer passen oder umgekehrt?

[Danny] Ich denke, das war eine ganz miese Wechselwirkung. Auf der einen Seite ein Trainer, dem – wohlwollend gesagt – die Erfahrung und das Händchen für den Umgang mit Spielern fehlt auf der einen Seite, und eine Vereinsführung, die diesem Trainer viel zu sehr vertraut hat (vor allem wegen dessen Beliebtheit als in Fürth verwurzelter), und deswegen zu sehr nach von ihm ausgegebenen Kategorien transferiert hat (Er wollte z.B. bessere Standardschützen, u.A. deswegen kam ein Wittek). Der Mannschaft würde ich da ehrlich gesagt am wenigsten Vorwürfe machen – wenn die Geschichten über Wutanfälle und Co stimmen, die man sich erzählt, ist es ihr gutes Recht, sich gegen den Trainer auszusprechen. Die viel wichtigere Frage ist, warum man Radoki mit einem Mehrjahresvertrag ausstattet, wenn man all diese Geschichten von der letzten Saison und der U19 kennt, und da hoffe ich, dass die Vereinsführung sich selbst sehr hinterfragt, dass derartiges nicht erneut passiert.

[Clubfans United] Es kam mit Damir Buric ja ein ziemlich unbeschriebenes Blatt als neuer Trainer. Ein Sieg gegen Tabellenführer Düsseldorf, eine krachende Niederlage in Braunschweig. Kann man schon erkennen, wo Buric was verändert hat und wie ist Deine Einschätzung zur Personalie?

[Danny] Meine ersten Eindrücke waren fast durchwegs positiv. Die Mannschaft spielt derzeit so, als ob sie wieder merkt, dass der Trainer ihr vertraut, und dass es eine Mannschaft ist. Die größte Änderung ist die Viererkette, die er installiert hat, eine sinnvolle Entscheidung. Dazu versuchen wir, das Spiel schnell und direkt zu machen, wobei ein wenig mehr Ruhe auch guttäte. Gerade gegen Düsseldorf wurde auch der Abschluss gesucht, und das Tor von Dursun erzwungen. Was man gegen Braunschweig halt sah ist, dass das immernoch eine Kellermannschaft ist derzeit, und ein Sieg allein kein großes Selbstvertrauen bringt. Bis zum Tor von Nyman sah das ordentlich aus, danach ging es bergab. Dennoch war das eine Verbesserung im Vergleich zu Radoki-Spielen. Zum zweiten Teil der Frage muss ich sagen, als Freund von Austria Wien und regelmäßiger Schauer der Samstagnachmittagskonferenz der Bundesliga aus Österreich war ich nicht ganz im Unklaren, wer Damir Buric ist. Seine Arbeit in Mödling hat dabei mir schon in den Spielen ganz gut gefallen, und was ich von Mödlinger Fans höre war auch vor allem Positiv, ich bin also ganz zufrieden mit der Verpflichtung. Besser als Zinnbauer und Korkut allemal.

[Clubfans United] Fürth ist schlecht drauf, der Club gut. Kommt da das Derby nicht eigentlich zur rechten Zeit? Schließlich liegt der letzte Clubsieg in Fürth vor unser beider Geburt.

[Danny] Schwierig. Das kann man schließlich auch als Druck für die Spieler sehen, von wegen „Fürth hat seit zig Jahren nicht daheim gegen den FCN verloren, und jetzt kommen die mit Schwung gegen euch Kellertruppe“, und dann kann ein Spieler schnell mal verkrampfen. Ich hoffe darauf, dass Buric einen motivierenden Draht zum Kader gefunden hat, und dass das Ganze als Ansporn genommen wird – aber in welche Richtung das Pendel ausschlägt, wird sich erst mit den ersten 10-20 Minuten im Spiel entscheiden. Hält man sich bis zur 30. Schadlos und vor allem ohne Gegentor, dann ist alles drin fürs Kleeblatt.

[Clubfans United] Bei einem Derby kommt man nicht umhin über die Sicherheitsaspekte zu sprechen. Fanutensilien des FCN sind mal wieder nur im Gästeblock erlaubt. Immerhin darf man als Nürnberger die Innenstadt betreten. Alles nötige Vorsichtsmaßnahme oder unnötiger Unsinn?

[Danny] Das ist ein zweiseitiges Schwert. Ich als Gegner von Gewalt im Stadion bin zwar kein Freund von solchen Maßnahmen, zudem das natürlich als Ziel von Spott und Ablehnung dient. Dass das Ganze als Vorschrift festgelegt ist finde ich auch nicht sonderlich gut, und gerade auf der Haupttribüne z.B. nicht zwingend nötig. Man muss dazu aber auch sagen, dass jeder Fan, der im Heimbereich das Spiel sehen will, vom Norden her zum Ronhof kommen muss, also außerhalb des Stadions nur unter Fürthfans stehen wird, und das kann schon ungemütlich werden, das musste ich leider auch schon mit ansehen. Dazu kommt, als Gegengeradenbesucher muss man direkt am Fürther Stehblock vorbei, und leider Gottes sind da einige schnelle Fäuste dabei. Ich muss aber auch sagen, dass man, wenn als Club- oder Fürthfan in einem derart emotionalen Spiel wie dem Auswärtsderby nicht in den Heimbereich gehen kann, ohne seine Fanklamotten zu tragen, dann sollte man es auch lassen. Das ist halt schon entweder aktive („ANTI-FÜ“-Shirt) oder auch nur passive Provokation gegen die Heimfans, und eigentlich unnötig. So ein Heimbereich ist halt ein Heimbereich, und als Fürther würde ich auch nicht zum Derby in Weiß-Grünem Trikot mitten auf die Gegengerade im Frankenstadion und schön an der Nordkurve vorbeigehen. Auch wenn ich natürlich jeden Clubfan verstehen kann, der sich das Spiel im Stadion ansehen will, und nicht über den FCN an Karten gekommen ist – aber dann muss ich es auch übers Herz bringen, mit einer neutralen Jacke/Pullover im Stadion der Heimfans aufzukreuzen. Denn, um die Aufregung vielleicht ein wenig zu beruhigen, nur fürs Jubeln über FCN-Tore, oder auch aufstehen für „Steht auf wie ihr Clubfans seid“ habe ich noch nie jemanden gesehen, der aus dem Sitzblock im Ronhof geschmissen wurde.

[Clubfans United] Besten Dank! Zum Abschluss fragen wir zuletzt immer, was euer Spieler im Field-Interview direkt nach dem Spiel zu diesen Fragen antworten wird: »Woran hat’s gelegen?«, »Wie geht’s jetzt weiter?«

[Danny] Wie man auf Twitter lesen konnte, gehe ich ja fest von einer Niederlage des Kleeblatts aus. Daher: „So ein Derby zu verlieren ist natürlich immer schlimm, aber so bitter mit 1:4 tut das schon sehr weh heute. Wir müssen uns deutlich bei den Fans entschuldigen, und sind nun in Kaiserslautern in der Pflicht, den Sieg zu holen!“. Auch wenn mir die Option „Spielabsage wegen Bundestagswahl“ weiterhin lieber wäre.

Das Interview führte Florian Zenger (Clubfans United) mit @KDanny41 am 22.09.2017 via E-Mail.

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69 Gedanken zu „„Der Abgang von Köllner war bedauerlich“ – Fan-zu-Fan-Interview vor dem Frankenderby

  • Schwer beeindruckt von eurer Interviewsiegesserie. Hoffentlich hält der Club mit

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  • Schönes Interview zumindest musste man nicht erst in Irland nach einem Fürth Fan suchen 🙂 Der Club ist ja nicht gerade bekannt gute Spiele nahtlos fortzusetzen, jetzt ist es schon zweimal nacheinander gelungen, ich hoffe es reicht auch noch für ein drittes mal. Ich finde Fürth ist derzeit so ein unberechenbarer Gegner, ich kenne aus der Mannschaft keinen einzigen Spieler wirklich.

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    • Dabei wäre Irland und Fürth doch wegen des Kleeblatts viel naheliegender als Belfast und Bochum. 😀

      Vielen Dank, am Ende der englischen Woche noch mal eins drauf setzen, das hatten wir unter Weiler mal, da stand das Derby am Anfang der „englischen Woche“, es folgten Siege gegen Sandhausen und das Zoltan-Stieber-Spiel gegen Lautern. Wiederholung ist erwünscht. So „optimistisch“ wie Danny bin ich aber nicht, dass der Club gewinnt, Derby in Fürth hat einfach eigene Gesetze.

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      • Celtic Fuerth, Guinness und schöne Gesänge im Shamrock Stadium, da könnte ich fast untreu werden… Aber so ist es nicht, also fordere ich einen klaren Auswärtssieg, ein Tor für jedes Klee-Blatt und gut is‘ (dürfen gerne auch vier sein)!

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        • Auswärts haben wir uns neuerdings bei 6 eingependelt, nur dieses mal das Gegentor vermeiden 🙂

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          • Stimmt, ok, packen wir noch paar Teeblätter dazu😅!

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  • Wichtig ist, dass man nicht abwartend in das Spiel geht, sondern von Anfang an zeigt, dass man zur Zeit die bessere Mannschaft ist.

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  • Merkwürdig viele komische Ausdrücke und/oder Scheibfehler („Zweiseitiges Schwert“, „Steht auf wie ihr Clubfans seid“, u.a.), aber sei’s drum:
    Keine Zeitung informiert mich so gut über den Club wie CU.
    Kein Magazin kann die Spannung so gut und informativ aufbauen, keine Analyse finde ich nach dem Abpfiff interessanter. Auch dieses Interview: Sehr ausführlich, interessant, witzig (Vor allem die zweite Frage und auch die Antwort darauf).
    Spitze!

    Meine Gedanken zum Derby und zu Fürth:

    Ich hoffe vor allem, dass es friedlich bleibt.
    Fürth ist ein Erzrivale, aber kein Feind.
    War es nie, wird es nie sein.
    Ich wohne weit weg, in Bremen, und ich sehe pro Saison 0 bis 2 FCN-Spiele live in irgendeinem Stadion.
    Ein Ticket gegen Fürth wäre für mich großartig, ein Happening! Sonst nichts. Kein Aufruf, in den Krieg zu ziehen oder Hass zu verbreiten. Nicht einmal den Stinkefinger zu zeigen.

    Ganz sicher werde ich auch im TV wieder einige dieser „Anti Fü“-Mützenträger sehen. Die habe ich, ehrlich gesagt, noch nie verstanden.
    Warum gehen Menschen mit „AntiFü“-Wollmützen seit Jahren zu Spielen wie Nürnberg gegen Bochum oder Stuttgart gegen Nürnberg in die Stadien?
    In solchen Spielen gilt es doch, seinen eigenen Verein, seinen Glubb zu unterstützen. Aber das ist scheinbar egal, wichtiger scheint da das Unterstreichen eines Feindbildes zu sein. Warum auch immer.
    Wäre die „Pro-FCN“-Mütze nicht grundsätzlich sinnvoller? Auch morgen?

    Ein Schalker auf der Tribüne und daneben seine Frau im BVB-Trikot – das ist großes Kino.
    Eine Stuttgarterin, die in einer Spielpause ihrem Mann aus Freiburg einen Kuss auf die Backe drückt – sexy.
    Ein Fürther, der morgen einem Clubberer mit seinem Bier zuprostet – ich würd’s mir wünschen.
    Ebenso wie 3 Punkte.
    Aber friedliche.

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    • Du sprichst mir aus der Seele. Es macht irrsinnig Spaß, mit „Feinden“ a Bier zu trinken und sich über den ganzen „Stolz“-, „Ehre“-, „Tralala“-Krampf lustig zu machen.

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  • Jeder Spieltag in dieser zweiten Liga zeigt aufs Neue, daß jedes Spiel eine 50:50 Ergebnis-Chance hat.
    Wir sind froh darüber, daß das auch für ein Auswärtsspiel in Fädd gilt.
    Ich sitze mit Fantrikot in einer gemischten Kneipe in Fädd, in der Nähe des gähnend leeren City Centers und schau das Ganze mit einer gemischten Fankumpelgruppe im TV an.
    Hoffentlich muß ich dieses Mal nicht wieder ein mitleidiges Schulterklopfen der Kleeblättler und die Siegerausgeberunde entgegennehmen.

    Ein Unentschieden wär das typische Derbyergebnis und wäre doch auch mal schöner, als die übliche Niederlage.

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  • Ich trau unserer Mannschaft den nötigen Biss zu. Die wollen gewinnen. Und die werden gewinnen.

    … hoffentlich

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  • Auswärts ist es immer noch so daß sich der FCN etwas leichter tut, wenn sie das Spiel nicht machen müssen.
    Von daher glaube ich dieses mal an einen Dreier, wo wir so viel gut zu machen hätten in der ewig dauernden fränkischen Meisterschaft. (Spielt bei Fürth überhaupt nur noch ein einziges Eigengewächs?) Also ich glaube an einen Sieg, aber würde bei der 2. Liga nicht darauf wetten wollen 🙂

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    • Na klar, haben die eigenen Nachwuchs im Kader, wenn aber meistens eher noch in der Ergänzungsspieler-Rolle:
      Sontheimer ist 19, stammt zwar aus Memmingen, ist aber schon seit 6 Jahren bei den Fäddern.
      Dominik Schad ist 20, stammt aus der Nähe von Aschebersch und schon seit 7 Jahren in Fürth.
      Benedikt Kirsch ist 21, Oberpfälzer und schon seit 10 Jahren am Ronhof.
      Der Nürnberger David Raum ist 19 und spielt seit 12 Jahren in Fürth.
      Und dann noch der dauerverletzte Sararer.
      Insgesamt schwächelt das schon, aber die Pribs oder Klaus wachsen halt nicht auf Bäumen.

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  • Vor zwei Jahren im Sept 2015 hatte Zwayer einen miserablen Tag im Ronhof erwischt. Meiner Erinnerung nach hat er damals alleine das Spiel entschieden für Fürth. Hoffentlich ist er heute besser drauf. Er MUSS besser drauf sein 😉

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  • Cool, jetzt sind wir schon wieder 4. in der Blitztabelle.

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  • Ich weiß nicht so recht ob Löwen da ganz vorne mit seinen auch defensiven Fähigkeiten ein bisschen verschenkt ist, da das def. Mittelfeld um Behrens und Erras mit Diagonalpässen zu leicht ausgespielt wird und die Fürther so ruckzuck direkt am Strafraum sind.

    Die Kontermöglichkeiten gut ausspielen und sich nicht hinten reindrängen lassen, dann wird’s was heute.

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  • Gerade wollte ich schreiben:

    ein 0:2 täte dem Spiel gut.

    Das Ergebnis war schneller!

    Yeah!

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  • 2:0.
    Überraschend.
    Mitten im Jetzt-dümpelt-es-vor-sich-hin-Modus.

    Ein Gegner mit mehr Qualität hätte uns schon längst bestraft für die vielen Unkonzentriertheiten.

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  • Verstehe zwar grundsätzlich bei einem 2:0 die Defensive zu stärken das Spiel über die Zeit beingen aber für mich hatte Teuchert gerade einen guten Lauf wobei von Ishak nichts mehr zu sehen ist.

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  • Leibold scheint mir heute ein wenig überspielt. Der hat schon einigen Murks fabriziert. Nicht sein Tag…

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  • Dieses theatralische Fallen wie Mädchen für mich war das kein Elfmeter

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  • Verstehe Köllner nicht. Erst Petrak, dann Brecko. Das sind nun wirklich keine Derbyspieler.

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  • Dritte Negativserie in Folge beendet!
    DIESE Serie gefällt mir!
    Glückwunsch!

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  • Das Spiel ist aus – Nürnberg jubelt zum ersten Mal seit 38 Jahren im Fürther Ronhof.

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  • Krass, Derby-Sieg in Fürth!?!

    Daß ich das noch mal erleben durfte, ich bin echt sprachlos…

    Hammergeil.

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  • Wahnsinnspartie von Bredlow, Green wird noch die ganze nächste Woche schlecht von ihm träumen… Den Elfmeter würde ich mit „Zwayer halt“ kommentieren.

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    • Naja, so ein bißchen Elfer war das schon. Der Teebeutel fällt zwar eigentlich schon fast vorher, aber Bredlow dreht sich unten ganz schön rein und trifft ihn auch.

      Wir hätten ihn nicht bekommen, aber wir würden auch schimpfen wie die Rohrspatzen.

      Erfreulicherweise können wir bei dem Endergebnis mit dem Schiri ausnahmsweise mal großzügig sein^^

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