U21 mit drittem Sieg in Serie – 2:0 gegen Memmingen

Mit einem ungefährdeten 2:0 rückt der FCN II auf Rang Fünf vor.
Wenn der gegnerische Trainer in der Pressekonferenz sich vor allem am eigenen Team abarbeitet, dabei kaum ein gutes Haar an ihm lässt, dann hat man als Sieger nicht allzu viel falsch gemacht. Viel Chance etwas falsch zu machen, ließen Bernd Kunzes Memminger dem FCN II am Samstagnachmittag tatsächlich nicht. Ein früher unstrittiger Handelfmeter, ein Platzverweis der Marke „extra dumm“ und völlige Harmlosigkeit vor dem Tor machten es dem Club leicht. Dem FCN II reichte daher eine konzentrierte, aber keineswegs außergewöhnliche Leistung, um zum dritten Sieg in Serie zu kommen und auf Tabellenplatz Fünf (vier Punkte hinter dem Zweiten aus Ingolstadt) vorzurücken. Die Gäste hingegen verbleiben auf dem vorletzten Tabellenplatz, fünf Punkte hinter einem sicheren Nichtabstiegsplatz.

Der Club spielte zum dritten Mal in unveränderter Startformation, einzig auf der Bank gab es eine Veränderung: Stürmer Vincent Boesen, der die gesamte Woche bei den Profis mittrainiert hatte, musste wegen eines Abszesses am Allerwertesten passen, für ihn rückte U19-Spieler Tobias Stoßberger ins Aufgebot. Der FCN kam gut ins Spiel, hatte bereits nach vier Minuten die erste Gelegenheit, doch Philipp Hercher schlenzte den Ball aus guter Position über den Kasten. Nach sieben Minuten wurde dann die neunte Niederlage im vierzehnten Spiel für die Allgäuer eingeleitet: Nach einer Hereingabe von rechts kam Manuel Feil am Sechzehnmeterraum zum Schuss, dieser sprang Verteidiger Mario Schad an die Hand, so dass Zweitligaschiedsrichter Christian Dietz keine andere Wahl blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Feil selbst schnappte sich den Ball und verwandelte sicher. Der Mittelfeldspieler sorgte einen Tag vor seinem 23. Geburtstag mit dem siebten Saisontreffer selbst für ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. In der Folge kontrollierte der Club das Spiel nach Belieben, entwickelte jedoch auf Grund der mangelnden Gegenwehr nie wirkliche Dringlichkeit in Sachen zweites Tor.

Über weite Strecken behielt der Club den Ball in seinen eigenen Reihen, ließ die Zentrale um Hofmann, Rhein und Heußer das Tempo diktieren, stieß aber nur selten nach vorne vor, auch weil es den Halbstürmern Feil und Krauß nicht gelang, ihre technische Überlegenheit gewinnbringend einzusetzen, stattdessen setzten sich die Memminger Verteidiger in letzter Linie mit ihrer Physis durch. Nach vorne brachten die Allgäuer allerdings überhaupt nichts auf die Reihe und machte deutlich, warum sie den drittschwächsten Angriff der Regionalliga Bayern stellen. Den Verlust von Stürmer Stefan Schimmer, der nach 26 Toren in 34 Spielen in der Vorsaison in die Dritte Liga zu Unterhaching gewechselt war, konnten die Schwaben bis heute nicht kompensieren, so dass nach sieben Jahren Regionalliga in Folge die Viertklassigkeit in dieser Spielzeit akut in Gefahr ist. Club-Keeper Johannes Kreidl war über weite Strecken des Spiels beschäftigungslos, hatte einzig mit einem Freistoß von Heger leichte Probleme.

Nach der Pause versuchte der FCM es mit etwas mehr Schwung und Zug zum Tor, kam auch zu zwei Möglichkeiten, doch Krogler und Schmeiser vergaben relativ kläglich. Der Club machte es deutlich besser: Nach einem öffnenden Ball von David Domej auf den Flügel zu Robin Heußer flankte dieser den Ball in die Mitte. Dort rutschte noch Manuel Feil vorbei, ehe Erik Engelhardt am zweiten Pfosten an den Ball kam und ihn im Tor unterbrachte. Dass Memmingens Torwart Martin Gruber das Tor nicht verhindern konnte, kommentierte Trainer Kunze nach dem Spiel leicht larmoyant mit dem Ausspruch „den kann man auch mal halten.“ Noch deutlich wurde der interimsweise fungierende Coach in seiner Einordnung der nächsten relevanten Szene: Bei einem tiefen Ball von Rhein in die Spitze auf Krauß stand dieser deutlich im Abseits, die Fahne des Assistenten blieb aber unten. Dennoch konnte die Memminger Verteidigung den Ball erlaufen und das Spiel von hinten aufbauen. Mitten in dieses Aufbauspiel hinein attackierte Memmingens Anzenhofer den Schiedsrichterassistenten über 30 Meter Entfernung lautstark mit Worten („Das war ein halber Meter Abseits, das muss man pfeifen.“). Schiedsrichter Dietz unterbrach das Spiel, verwarnte Anzenhofer, dieser hatte jedoch schon Gelb gesehen und musste deshalb vom Platz. „Da haben wir uns einen Bärendienst erwiesen,“ so der Gästecoach nach dem Spiel.

Es war der Punkt, an dem das Spiel endgültig verloren war. Der Club versuchte nun noch mehrfach die Variante, die zum 2:0 geführt hatte, Pass aus der Tiefe von Domej auf die rechte Seite, Hereingabe von Heußer oder Knipfer, Abnahme von Engelhardt oder Feil. Der FCN II kam dadurch zu einigen Chancen, nicht aber zu einem weiteren Tor: Hercher und Engelhardt vergaben die besten Gelegenheiten auf 3:0 zu erhöhen. Vier Minuten vor Schluss durfte dann noch Linksverteidiger Julian Scheffler sein Debüt für den FCN feiern. Der 21-Jährige war im Sommer von Teutonia Watzenborn-Steinberg, einem Gießener Vorortverein aus der Regionalliga Südwest, zum Club gewechselt. Im Vorbereitungsspiel in Kalchreuth war der Verteidiger aber durch ein Foul so schwer verletzt worden, dass er sich nur langsam wieder an die Mannschaft heranarbeiten hatte können. In der Zwischenzeit hatte sich Philipp Hercher als Linksverteidiger etabliert, so dass die Wartezeit verlängert hatte. Doch nun kam Scheffler zu seinem Einsatz, den er sich laut Trainer Geyer auch „wirklich verdient“ hatte, da er sich wieder an die Mannschaft herangekämpft hatte. Entscheidend eingreifen musste Scheffler nicht mehr. Der Club gewann ungefährdet und – wie beide Trainer übereinstimmend zu Protokoll gaben – verdient mit 2:0.

Das nächste Spiel der U21 findet am Montag, 16.10. um 18 Uhr statt. Gegner ist auswärts die U23 der SpVgg Greuther Fürth. Grund für den ungewöhnlichen Spieltermin ist, dass die Erstvertretung des Kleeblatts am Sonntag im Sportpark Ronhof zu Gange ist, so dass dieser an den zwei vorausgehenden Tagen nicht bespielt werden darf. Da die Profis am gleichen Abend in Darmstadt ihr erstes Spiel nach der Länderspielpause bestreiten, dürfte von Nürnberger Seite aus der Zuschauerzuspruch eher gering sein. Das nächste Heimspiel des FCN II ist am 21.10. um 14 Uhr, Gegner ist dann der ehemalige Zweitligist Wacker Burghausen.

Das Spiel in Zahlen:

1. FC Nürnberg II (3-4-2-1): Kreidl – Domej, J. Hofmann, Wallner – Knipfer, Heußer, Rhein, Hercher (86. Scheffler) – Krauß (73. Mouhaman), Feil (82. Harlass) – Engelhardt – Trainer: Geyer

FC Memmingen (4-4-1-1): Gruber – Zweckbronner, Schmeiser, Anzenhofer, Lutz (81. Boyer) – Cekic (68. Boyer), Schad, Heger, Krcicek – Salemovic – Krogler (81. Ollert) – Interimstrainer: Kunze

Tore: 1:0 Feil (7., Handelfmeter), 2:0 Engelhardt (61.)

Gelbe Karten: Heußer, Domej – Schad, Heger, Schmeiser
Gelb-Rote Karte: /- Anzenhofer (63., Meckern)
Schiedsrichter: Dietz (Kronach)
Zuschauer: 180 (Max-Morlock-Platz, Sportpark Valznerweiher)

4 Gedanken zu „U21 mit drittem Sieg in Serie – 2:0 gegen Memmingen

  • Erfreulich, die Jungs scheinen sich nach ihrem Zwischentief wieder gefangen zu haben. So darf es gerne weiter gehen, damit wir in näherer Zukunft wieder einige der Spieler bei den Profis begrüßen dürfen.

    Daumen hoch für den field-reporter, der uns auch im kühlen, feuchten und windigen Herbst mit Spielberichten von der U21 versorgt!

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  • Finde ich klasse auch über die Amateure Berichte zu lesen. Dafür ein Dankeschön! Hätte ich es gestern gewußt, hätte ich mir auch mal wieder die Amateure angesehen. Was mich mal interessieren würde ist die Personalie Hercher, der auch schon im Profikader war aber ziemlich still und leise zurückversetzt wurde wieder zu den Amateuren. Dort scheint er aber Stamm zu spielen oder wie genau ist seine Leistungskurve, hat er noch eine Perspektive wieder hoch zu den Profis zumal seine Positionen, die er spielen kann im offensiven Mittelfeld und Außenbahnen nicht uninteressant sind und Tobias Werner nur bis Saisonende geliehen ist?

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    • Hercher spielt interessanterweise fast die gesamte Spielzeit schon Linksverteidiger/linker Wing Back und entwickelt da nach vorne schon ordentlich Zug, defensiv hat er da aber mMn für höhere Weihen als dritte Liga noch arge Schwächen. Denke recht viel mehr als Liga Drei oder mal ein Aufsteiger in Liga Zwei ist da wahrscheinlich nicht drin. Da fehlt es auch n bisschen an taktischem Verständnis und Robustheit.

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  • Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass beim Testspiel am Freitag gegen Meckenhausen ein 16-Jähriger (!) aus der U17 bei den Profis mitspielen durfte. Sein Name: Benas Satkus.

    Muss man sich den Namen merken? Nein.
    Sollte man sich den Namen merken? Keine Ahnung.

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