Dresden verliert Punkte und Nerven #FCNSGD #FCN

Der 1. FC Nürnberg besiegt die SG Dynamo Dresden schmeichelhaft mit 2:1. Dresdens Spieler und Trainer sehen ‚Rot‘.

Im Vorfeld konnte man bei den Buchmachern nur marginal einen Favoriten ausmachen, nur knapp sah man das Heimteam vorne. Es wurde dann eine verkrampfte Partie des Club in seinem 6. Heimspiel der Saison. Dass er diese am Ende dennoch siegreich beendete, hatte mehrere Ursachen: Ewerton, die Dresdner Abschlussschwäche und fehlender Nervenstärke.

Der Club, den Köllner identisch zur Aufstellung in Darmstadt schickte, ausgenommen Leibold für Kammerbauer, begann fahrig, ging dann aber überraschend früh in Führung. Eine einstudierte flache Ecke von Valentini leitete Behrens direkt weiter zu Ishak, der blank am langen Pfosten nur noch einzuschieben brauchte. Tiefschlaf der Dynamo-Abwehr und sehenswert gemacht vom Club. Doch die Führung tat dem Team nicht gut, im Gegenteil. Dresden beherrschte das Spiel und den Gegner fast nach Belieben, kam durch eine breite Spielanlage und schneller Verlagerung immer wieder zu großen Freiräumen und hatten allein in den ersten 20 Minuten gleich drei gute Gelegenheiten zum Torerfolg. Erst gegen Ende der 1. Halbzeit, vielleicht auch durch den kleinen taktischen Eingriff von Köllner, Löwen auf die 10 und statt dessen Möhwald auf die 6 zu ziehen, kam der Club ‚etwas‘ besser wieder ins Spiel, ohne allerdings gefallen zu können. Vor allem die vielen Ballverluste, bei denen besonders Löwen auffiel, der ganz augenscheinlich das erwartete Tief eine 20-jährigen nach großem Hoch durchläuft, sorgten für eigene Verunsicherung und stellten einen ständigen Gefahrenherd dar. Das 1:0 zur Pause unverdient in Anbetracht der Spielanteile.

Alle erwarteten nun Korrekturen von Köllner zur Pause, die der aber nicht vornahm – jedenfalls nicht personell. Dresden blieb das dominantere Team, der Club aber nun zumindest präsenter und mit einigen Halb-Chancen. Dresden blieb am Drücker, der Ausgleich daher nicht unverdient, in seiner Entstehung aber diskussionswürdig. Leibold soll Berko gefoult haben, was den Schiri zu dieser Einschätzung allerdings bewogen hat, lässt sich anhand der TV-Bilder nicht nachvollziehen. Der Beigeschmack hier eine herbstliche Schwalbe gesehen zu haben, schmälerte doch signifikant die Anerkennung der Leistung der Dresdnern, denen man einen fair erzielten Ausgleich sogar als Clubfans sonst hätte gönnen müssen. Nicht das einzige Fairness-Problem im Übrigen an diesem Nachmittag.

Nach dem Ausgleichstreffer reagierte Köllner. Gefühlt sehr spät, vielleicht überfällig, verließ Löwen nach 70 Minuten den Platz und Kammerbauer kam ins Spiel. An den Spielanteilen änderte sich wenig, Dresden blieb dran und es schien eine Frage der Zeit, bis auch das 1:2 für die Gäste fällt. Dann kam Teuchert. Erras sezierte die Dynamo-Abwehr mit einem Steilpass und durch kapitalen Stellungsfehler standen damit zwei Club-Spieler frei vor dem Kasten, Teuchert macht das dann (in der Situation richtigerweise) selbst, tanzt den Keeper aus und vollendet zum umjubelten 2:1. Dresden geschockt und nicht mehr in der Lage den erneuten Rückschlag aus den Knochen zu kriegen. Dafür lagen dann die Nerven blank. Heise von hinten mit offener Sohle gegen die Wade von Möhwald bedeutete Glatt-Rot, hätte es noch eine höhere Karten-Strafe im Regelwerk gegeben, wäre auch diese angebracht gewesen. Möhwald blieb unverletzt. Und auch auf der Trainerbank verlor man zwischenzeitlich die Nerven, als Köllner einen Ball nicht sofort zurückspielte und somit Dresden eine schnelle Spieleröffnung versagte, sahen Neuhaus und sein Trainerstab hier eine Unsportlichkeit, die die Gemüter so erhitzte, dass Neuhaus auf der PK im Anschluss den Handschlag verweigert haben soll. Ob Neuhaus wegen grober Unsportlichkeit seinen Spielern Berko und Heise auch den Handschlag verweigerte, ist nicht übermittelt.

‚Das Spiel war unterbrochen. Der Schiedsrichter hatte einen Wechsel bereits angezeigt – ich verstehe daher die Aufregung nicht. Eine schnelle Spielfortsetzung hätte gar nicht stattfinden können. Das war ja auch nicht spielentscheidend, ich finde wir sollten uns doch besser über das Spiel unterhalten.“ Michael Köllner auf der Pk nach dem Spiel

Der Club gewinnt ‚dreckig‘, ‚schmeichelhaft‚ oder eben ‚glücklich‘, muss sich dafür aber nicht schämen. Gegen St. Pauli bspw. verlor man mit umgekehrten Vorzeichen erst vor wenigen Wochen an gleicher Stelle. Köllner stand aber zu Recht lange nachdenklich nach Halbzeitpfiff noch am Seitenrand, wohl selbst am Nachsinnen, was und warum es heute einfach nicht spielerisch laufen wollte. Vielleicht eine Aufgabe der Trainingswoche. Hatte man vor Darmstadt noch erfolgreich „Spiel bei Rückstand“ trainieren lassen, wäre eine Extra-Einheit „Spiel bei Führung“ vielleicht Erfolg versprechend. Vielleicht war aber auch Dynamo einfach heute sehr stark und einige unserer jungen Spieler in einem (zu erwartenden) Leistungstief. Auch Erras wirkte nicht immer so souverän, wie man es von ihm gewohnt ist. Dafür glänzte einer, der sich den Titel „Man of the Match“ mehr als verdient hätte: Ewerton. Was der Neuzugang in diesem Spiel an entscheidenen Zweikämpfen gewann, wie er mit seinem Stellungsspiel und seiner Souveränität glänzte, war mindestens die halbe Miete an diesem Nachmittag. Chapeau!

15 Gedanken zu „Dresden verliert Punkte und Nerven #FCNSGD #FCN

  • Der Kommentar zu Neuhaus *gg* herrlich 😉

    Ewerton ganz klar *man of the Match* wie oft er Angreifer einfach lässig stehen lässt, und so enge Situationen im Keim erstickt ist einfach überragend, wahnsinns Spielwitz für einen IV.

    Finde Erras hat bissl gebraucht war aber im laufe der 2.Hz dann da. Löwen wieder mit Höhen und tiefen, drück beiden die Daumen da schnell raus zu kommen und an ihre Glanzzeiten anzuknüpfen.

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  • Da hat jemand heute alle meine Vorurteile eindrucksvoll und vollumfänglich bestätigt.

    Gegen die Kombination aus verzerrter Wahrnehmung und mangelndem Sportsgeist beim Herrn N aus D ist Herr S aus F jedenfalls ein Sympathieträger erster Klasse.

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  • Unterm Strich muss man halt auch festhalten, dass Dresden wes nicht geschafft hat, ein reguläres Tor zu erzielen.
    Somit haben sie das Spiel auch verdient verloren.

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  • Im Stile einer Spitzenmannschaft werden auch schlechte Spiele gewonnen. Hervorragend, daß wir mit Löwen auch einen Leistungsträger, der heute von Beginn an eine unterirdische Form gezeigt hat, irgendwie durch geschickte Positionsverschiebungen fast durchs ganze Spiel schleppen können.
    Der begann links in der defensiven Dreierkette vor der Viererabwehrreihe, verursachte dort aber soviele haarsträubende Fehler, daß er dann nach rechts auf die Valentiniseite wechseln musste. Dort wars aber genauso schlecht, also musste dann Möhwald seine Position übernehmen und Löwen übernahm den Zehner in der Raute. Dort konnte er weniger Schlimmes anrichten.

    Der Junge braucht mal eine Pause, der ist reichlich überspielt. Das ist einfach zuviel des Guten, was der alles spielen und machen soll.

    Wenn unsere beiden Innenverteidiger-Titanen Mühl und Ewerton nicht die Kastanien aus dem Feuer geholt hätten, wäre es eine dicke Heimniederlage geworden.
    Die beiden und ein nimmermüder Ishak waren die überragenden Clubberer aufm Feld.

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  • Lieber so wie heute gewonnen, als so wie gegen Pauli verloren. Sicher ist niemand überrascht, dass Löwen aktuell in einem Loch ist. Der Jung braucht wahrscheinlich mal ne Pause. Mehr hat mich überrascht, dass einige Spieler gleichzeitig neben sich standen. Erras – bis auf seinen tödliche Pass – hätte man genauso zur Halbzeit rausnehmen können. Seltsam, was dem heute für Abspiel- und Zweikampfehler unterlaufen sind. Eigentlich kann man nur Teuchert, Ishak und Ewerton, sowie Kirschbaum und Kammerbauer nach seiner Einwechslung positiv erwähnen. Schwächster Mann war jedoch der Schiedsrichter. Eine Frechheit. Dabei regt mich gar nicht mal so der Fehler beim Elfmeter auf. Viele mehr, dass jede halbwegs strittige Zweikampfszene konsequent gegen uns gepfiffen wurde. Egal – dreckige 3 Punkte, die ganz wichtig waren. Jetzt irgendwie an der Bremer Brücke bestehen und alles schaut gut aus.

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  • Vor dem Spiel die Woche schrieb ich noch bloß nicht wieder 70% Ballbesitz für uns und 3 Punkte für den Gegner, diesmal war es cleverer 70% Ballbesitz (gefühlt) für den Gegner aber die 3 Punkte für uns! 🙂

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  • Neuhaus sollte übrigens umgehend seinen Rücktritt bei der Dynamo erklären. Ich mein, wenn er mit einem derart unsportlichen Verein wie dem Club nichts zu tun haben will, dann kann er ja wohl unmöglich für so eine Schauspielertruppe arbeiten… Diese Woche Berio, letzte Woche Kreuzer… geht gar nicht.

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  • Soll Neuhaus lieber seiner Mannschaft lernen wie man Tore aus dem Spiel heraus erzielt und nicht nur mit solchen Witz Elfmetern. Ebenso kann er dem Schiri die Füße küssen, daß seine Treter Mannschaft zu 11 das Spiel beenden durfte. Der Schiri hat Dresden sowieso bevorteilt, was will er denn noch? Es hat halt nicht gereicht 🙂

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  • Herr Neuhaus hätte in solch einer Situation also alles getan, daß der Gegner möglichst im Spiel bleibt. D.h. er hätte den Ball sofort an den Spieler weitergegeben und damit verhindert, daß sein eigener Spieler möglichst schnell eingewechselt werden kann?
    Ehrlich Herr Neuhaus?
    Ist es nicht eher so, daß sie durch ihr aggressives Verhalten gegenüber Köllner dazu beigetragen haben, daß auch ihre Spieler noch weiter gepusht wurden und daraus eine rote Karte für ihren Spieler resultierte?

    Eine Frage: Neuhaus ist ja klar aus seiner Coachingzone raus als er auf Köllner losging: hätte da nicht der Schiedsrichter auch eingreifen müssen?

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  • St. Pauli und Bielefeld: gut gespielt und verloren … Dresden: schlecht gespielt und gewonnen … 3 Punkte verbuchen und abhaken … Go Nämberch!

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