Packender Pokalfight: Club setzt sich mit Qualität und Geduld durch #vflfcn #fcn

Der 1. FC Nürnberg gewinnt beim 3. Ligisten VfL Osnabrück am Ende verdient mit 3:2 und zieht in Runde 3 ein.

Auch ohne vorher die Buchmacher vergleichen zu müssen, hatte man den Favoriten dieser Partie schnell ausgemacht. Der Club grüßte von Platz 3 der 2. Liga, der VfL ziert das Ende der Tabelle in Liga 3. Doch der Pokal hat eben eigene Gesetze und auch in Osnabrück sollte sich das wieder einmal bewahrheiten.

Der Club zog seine Zuversicht nicht nur aus den zuletzt guten Ergebnissen, sondern gerade auch aus der guten Mischung aus einstudiertem Spielsystem und individueller Qualität, mit diesen beiden Faktoren kann man dann auch die dritte Komponente aus dem Erfolgsmix eines Spiels, der Tagesform oder dem Zufallsfaktor „Matchglück“, zumindest weitestgehend entziehen. Und genau so war es letztendlich in Osnabrück. Es dauerte keine 4 Minuten, da lag der Ball am Elfmeterpunkt. Kammerbauer, der insgesamt eine unglückliche Figur machte in Halbzeit 1 und früh ausgewechselt wurde (evtl. auch vorbeugend aufgrund einer Verletzung), stoppte den nach langen Abschlag durchgestarteten VfL-Spieler regelwidrig im Strafraum, so die Ansicht des Schiedsrichter. Ob die Berührung allerdings ein Foul darstellte und vor allem ob selbiges dann nicht eher außerhalb des Strafraums statt fand, war mehr als strittig. Doch alles protestieren half nichts, die Heimmannschaft führte.

Der frühe Rückstand veränderte das Spiel allerdings im Grunde überhaupt nicht. Osnabrück spielte sowieso extrem defensiv und der Club musste Mittel und Wege finden, die Abwehr zu knacken – jetzt eben einmal mehr. Und man erkannte recht gut die Idee, des im 3-4-3 angetretenen Club, bei dem Löwen, Mühl und Ewerton die Dreierkette hinten und Möhwald, Ishak und Werner die Offensivreihe vorne bildete, wobei Möhwald sich zudem immer wieder fallen ließ und Werner und Ishak dann zur Doppelspitze einrückten. Der FCN suchte die Halbräume rechts und links vom Strafraum, um dann gefährliche Situationen zu kreieren, das gelang zunächst aber nur bedingt, es fehlte an Präzision.

Geduldig sein, hieß die Devise, und das trotz der z.T. ungestümen Konterangriffe der Osnabrücker, die zudem jede Schußgelegenheit suchten, die sich bot, einer davon streifte sogar die Latte. In der 38. Minute dann aber wurde die Geduld belohnt. Möhwald wurde in einem dieser Halbräume links neben dem Strafraum gefunden, chippte zu Ishak, der Verteidiger springt unten durch und Ishak ist blank und vollendet in Manier eines Torjägers, der einen Lauf hat, eiskalt. Erwähnenswert noch, dass Erras, der für Kammerbauer nur 8 Minuten vorher ins Spiel kam, das Spiel nochmal deutlich verbesserte und strukturierte.

In Halbzeit 2 kam der Club gut aus der Kabine, hatte mit Werner das 1:2 auf dem Schlappen, musste aber nur 5 Minuten warten, bis die Führung amtlich war. Valentini flankte, Danneberg im Trikot des VfL fälschte so unglücklich aber eben doch kontrolliert ab, dass der sonst im Abseits stehende Leibold nur noch einnicken musste zum 2:1 aus Sicht des Gastes. Danach versuchte der Club es in Ruhe nach Hause zu spielen, was im Pokal aber doppelt schwierig ist. Osnabrück haute nochmal alles raus und wurde belohnt, nachdem eine Flanke die Abwehr unsortiert erwischte und Gross fast unbedrängt am langen Pfosten einköpfen konnte. Kirschbaum also wieder mit 2 Buden, an denen er wieder nix machen konnte.

Am Ende siegte aber dann doch Beharrlichkeit und Qualität, der Pokalfight von Osnabrück fand kein Happy-End. Auch nach dem Ausgleich blieb der Club dran und erzielte durch Valentini nach Zuckerpass von Löwen über das halbe Spielfeld nach einer Drehung das 2:3. Die Schlussphase dann typisch Pokal: Osnabrück, zwischenzeitlich sogar in Unterzahl nach einer Notbremse, mit dem Mute der Verzweiflung, doch Kirschbaum & Co. hielten das Tor des Club nun sauber. Am Ende stand für den neutralen Betrachter ein munterer Pokalabend mit 5 Toren, spannendem Spielverlauf und hohem Unterhaltungswert, für den Clubfan ist die Freude am Weiterkommen ganz vorne – aber auch die Gewissheit, dass der Club stabil ist und sich auch in engen Spielen und bei schwierigen Spielverläufen behaupten kann. Das unterscheidet den FCN 2017 vielleicht im besonderen Maße von Club-Mannschaften der letzten Jahre.

Ein Gedanke zu „Packender Pokalfight: Club setzt sich mit Qualität und Geduld durch #vflfcn #fcn

  • „…der Club stabil ist und sich auch in engen Spielen und bei schwierigen Spielverläufen behaupten kann. Das unterscheidet den FCN 2017 vielleicht im besonderen Maße von Club-Mannschaften der letzten Jahre.“

    Treffendes Fazit, selbst unberechtigte Elfmeter bringen die Mannschaft nicht aus dem Konzept. Fällt natürlich auch leichter, wenn man sich allgemein im Aufwind befindet und nicht an die Abstiegsplätze anklopft. Ist aber sicher auch darauf zurück zu führen, dass die mentale Grundstärke endlich auch einmal auf individuelles Können trifft, und das Trainerteam mit klar erkennbarem Konzept handelt.

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