Weltklasse

„Weltklasse“, sagte ich und nahm einen Schluck aus dem Pilsglas. „Das war Weltklasse.“

„Was war Weltklasse?“, fragte Hannes (klick).

„Dreimal dürft ihr raten“, antwortete ich.

Hannes überlegte: „Ishaks 1:1.“

„War souverän gemacht. War gut. Aber nicht so schwierig, dass man von Weltklasse sprechen könnte.“

„Woor aa a wengala Gligg dobai“, warf Alfred (klick) ein, „wall da Kibba nuch droogweesn iss.“

„Möhwalds Flanke vor dem 1:1“, sagte der Wirt über den Tresen.

„War ne gute Aktion“, erwiderte ich. „Keine Frage. Ich würde sagen: Nationale Klasse.“

„Iech glaab, iech waaß, wossa maand. Obba iech soogs nedd.“

„Die Art, wie Valentini das 3:2 gemacht hat“, riet Hannes.

„Starke Szene“, sagte ich. „Hervorragende Ballannahme und eiskalter Abschluss. Sagen wir mal: Internationale Klasse.“

„Deer hädd nuch a Door schießn kenna, deer Fallendieno, a boor Minuddn nooch saim Door woora inn aana ähnlichng Bossidsjoon, doo hädda sellwa schießn missn, doo hädda nedd obbschbilln därfm.“

„Leibolds Kopfball zum 2:1 wirst du ja wohl nicht meinen“, sagte Hannes, „obwohl Leibold die Situation gut antizipiert hat.“

„Nee, meine ich nicht. Hätte aber sowieso nicht gegolten. War schon die vierte Antwort.“

„Iss doch gloor, wossa maand: Denn longa Bass voorm Draai-zwaa durchng Fallendieno…“

„Valentini“, korrigierte ich, „Enrico Valentini.“

„…dess woor a schdorgs Bässla, genau gedaimd, ann soo ann genau gedaimdn Bass ieba a soo longe Dissdands, dess siggsd nedd olle Dooch, eddsad waaßi nedd, wie deer haaßd, woo denn Bass gschbilld hodd, iss a Briegl Monnsbilld, leggsdmamm Orsch iss dess a Monnsbilld…“

„Stimmt“, sagte der Wirt, „der Pass von Löwen war Weltklasse.“

„Wenn du diesen Pass als Weltklasse einstufst“, schaute mich Hannes an, „gibst du dann damit zu, dass du so einen Pass nicht spielen kannst?“

„Weiß ich nicht, die Halle, in der ich spiele, ist nicht lang genug für solche Pässe.“

„Obba dees, woss da Glubb haid insgesamd gedsaichd hodd, woor nedd Welldglasse. Voor ollm nooch demm Bloddsverwais fier denn Osnabrigga häddas gläffara schbilln missn. Dess woor goor nedd schdorg, wie-a zumm Schluss nuch unda Drugg kumma iss.“

„Auf alle Fälle sind wir im Achtelfinale“, freute sich Hannes. „Bin gespannt, welchen Gegner wir zugelost bekommen.“

„Berlien, Berlien, mier fohrn nooch Berlien!“, intonierte Alfred.

„Erst mal in Heidenheim gewinnen“, sagte der Wirt. „Der dritte Platz muss unbedingt gehalten werden. Wenn in Heidenheim nicht gewonnen wird, ist der dritte Platz wahrscheinlich futsch. Das darf unter keinen Umständen passieren!“

Ich nahm einen der auf dem Tresen liegenden Schreibblöcke und notierte:

KIRSCHBAUM

MÜHL        EWERTON        LÖWEN

VALENTINI         BEHRENS         ERRAS         LEIBOLD

MÖHWALD

TEUCHERT               ISHAK

„Das ist ja genau die Aufstellung, mit der der Club heute das Spiel beendet hat“, sagte Hannes.

„Never change a winning team!“, bemerkte ich (klick) und Alfred sagte: „Soochi doch, iss doch mai Reed. Kumm mier genga aane raang. Hossd a Kibbm fir miech?“, und ich gab Alfred eine Blend 29.

[Zum Spiel: klick, klick, klick.]

2 Gedanken zu „Weltklasse

  • Ging mir ähnlich. Weltklasse. Schon irgendwie, denn wie soll man derartige Pässe besser spielen? Kann man nicht. Also: Weltklasse.
    Ich frage mich, welcher 20-jährige noch in der Lage ist, Pässe wie die zu spielen, die Löwen ja nicht zufällig mal rausrutschen, sondern die er – mal mehr, mal weniger beständig – in schöner Regelmäßigkeit zu spielen in der Lage ist und damit die gegnerischen Defensivreihen aufreißt. Wie er den Ball in den Lauf Valentines gespielt hat war schon erste Sahne.

    Köllner sollte den Jungen eher wieder hinten spielen lassen. Seine langen Bälle fehlen nämlich, wenn er vorne oder im Mittelfeld herumturnt.

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