Der Mönchsfluch von Sandhausen #fcnsvs #fcn

Im Interview vor dem Spiel 1. FC Nürnberg gegen SV Sandhausen: Pater Maurus Runge

Der Club ist wieder da, ein Wunder. So jedenfalls der Eindruck der sozialen Medien, nachdem man nach drei sieglosen Spielen quasi die ganze Saison schon wieder (mal) abgeschenkt hatte. Ein „Märchen aus 1000 und einem Tor“ wurde getitelt, dabei hat der FCN im Grunde nur einfach das Matchglück diesmal auf seiner Seite gehabt, das ihm gegen Kiel und Ingolstadt noch fehlte. Auch gegen Braunschweig wurden individuelle Fehler gemacht (und bestraft), auch gegen Braunschweig versuchte der Club es spielerisch zu lösen, auch wenn es nicht immer gelang. Der Unterschied: Diesmal nutzte er seine Chancen einmal mehr als der Gegner. Fußball ist so trivial wie manchmal unerklärbar.

Doch genau darüber stolpern wir Fußball-Fans eben regelmäßig. Es muss doch alles eine Erklärung haben. Warum schießt Geld Tore – aber warum dümpelt der Werksverein trotzdem immer hinten in der Tabelle? Wieso trifft ausgerechnet der Ex-Spieler immer ins Tor, zum Teil mit kuriosem Zustandekommen. Alles nur eine Frage von Psychologie und selektiver Wahrnehmung? Oder gibt es ihn doch, den Fußball-Gott, den Seuchenvogel und den sagenumwobenen Lauf des Stürmers, der in dieser Phase quasi blind aufs Tor schießen könnte und doch immer träfe? Ist was dran an Mythen wie „der Club is a Depp“, weil ihm im dümmsten Moment garantiert auch das Dümmste passiert?

Man sah beim Fußball schon bekennende Atheisten, die ohne mit der Wimper zu zucken sich immer den gleichen Pulli zum Heimspiel anziehen, solange nur die Serie nicht reißt, oder aufschreien, wenn der Seuchenvogel im Stadion gesichtet wird, von dem man weiß, dass dein Verein garantiert noch nie ein Spiel gewonnen hat, wenn er nur im Stadion ist.

Interview mit Pater Maurus Runge

Der nächste Gegner des FCN Sandhausen ist auch so ein kleines Wunder. Ein kleiner Verein im Süden der Republik, der nicht aufhört dem großen Geld Widerstand zu leisten. Große Spielernamen hat man nicht, der Spieler mit dem höchsten Marktwert heißt Denis Linsmayer (26), und selbst wenn man den vermeintlichen Spiritus Rector des Erfolgs wegkauft, wie einst Trainer Alois Schwartz durch einen an der Stelle nicht namentlich genannten Traditionsclub, scheint das keine großen Auswirkungen zu haben. Das alles ruft nach Aufklärung und fachkundiger Einschätzung und wen könnte bei all den Themen besser fragen, als einen Mann, der sich mit Unerklärlichem bestens auskennt und auch noch Fan des SV Sandhausen ist: Pater Maurus Runge.

[Clubfans United] Herzlich Willkommen bei Clubfans United – oder heute vielleicht besser: Grüß Gott! Wir freuen uns Pater Maurus Runge begrüßen zu können, einen Mann mit nicht nur guten Draht zum SV Sandhausen sondern auch ganz nach oben. Maurus, bitte stell dich am Besten unseren Lesern selbst vor und erkläre uns, wie man aus der Benediktinerkongregation von Sankt Ottilien zum Fan des SV Sandhausen wurde?

[Maurus Runge] “Ich bin Benediktinermönch und lebe in einem Kloster mit ca. 50 Mitbrüdern in Meschede, einer Kreisstadt im Hochsauerland. Derzeit lebe und arbeite ich in St. Ottilien in Oberbayern. Dort ist die Kongregation (Klosterverbund) der Missionsbenediktiner gegründet worden. Ich arbeite hier bis Ende des Jahres in unserer “Zentrale” als Sekretär unserer Kongregation, die Klöster in mehr als 20 Ländern hat, schwerpunktmäßig in Afrika, aber auch in Asien und Lateinamerika. Eine unserer neuesten Gründungen liegt auf Kuba. Sonst bin ich bei uns für den Bereich Social Media zuständig, daher bin ich dienstlich, aber auch privat viel auf Facebook und Twitter unterwegs.
Meine “Fankarriere” ist etwas ungewöhnlich. Aufgewachsen am Niederrhein habe ich es zunächst mit der Borussia aus Mönchengladbach gehalten. Nach Meschede kam früher öfter Stefan Wessels, der damals Torwart beim 1. FC Köln war. Als ich dann zwei Jahre in Bonn studiert habe, bin ich sozusagen zum “Effzeh” übergelaufen. Nach Sandhausen kam ich erst im letzten Jahr über Twitter. Zusammen mit Thomas Nowag (@dagobert95) habe ich im Februar das Pokalspiel gegen Schalke besucht und war beeindruckt von der Atmosphäre beim “Dorfverein”. Wir sind sehr freundlich von @cdsandhausen und den übrigen Fans empfangen worden, und mittlerweile war ich schon mehrmals dort, zuletzt beim Zweitligakracher gegen Heidenheim.
Ganz schön war, dass im Sommer die U 19 des SV Sandhausen drei Trikotsätze an Jugendliche einer unserer Berufsschulen in Tansania gespendet hat. Da haben sich meine beiden Welten – Kloster und Fußball – sozusagen miteinander verbunden.”

[Clubfans United] Für viele Fußball-Fans ist ihr Verein quasi eine Religion, besonders ausgeprägt so wahrgenommen vielleicht auf Schalke. Wie siehst du die Rolle des Fußballs in der Gesellschaft. Ist es eine Art Ersatz-Religion geworden?

[Maurus Runge] “Vieles von dem, was in früheren Zeiten Kirche und Glauben den Menschen gegeben hat, hat sich heute auf andere, säkulare Bereiche verlagert. Das ist für mich erst mal gar nichts so Schlimmes, zeigt es mir doch, dass der Mensch jemand ist, der mehr und vielschichtiger ist als das, was oft an der Oberfläche zum Vorschein kommt. Fußball ist sicher ein Bereich, wo viel von dieser tieferen Sehnsucht sich Bahn bricht. Da gibt es ja auch ganz ähnliche Phänomene wie in der Religion: besondere Kleidung, Hymnen, Rituale. Kritisch stellt sich für mich die Frage an Religion und Kirche, warum wir es nicht mehr schaffen, die Menschen in dieser Sehnsucht anzusprechen.”

„Der Gott des Geldes wird immer größer und irgendwann verschlingt er alles. Aber die meisten werden es erst merken, wenn alles verschlungen wird.“
kicker.de

[Clubfans United] Freiburgs Christian Streich sprach über den “Gott des Geldes” im Zusammenhang mit dem Neymar-Transfer, der nicht aufzuhalten ist und irgendwann alles verschlingen wird. Teilst du seine fast defätistische Haltung?

[Maurus Runge] “Die Bibel kennt ja ganz ähnliche Ausdrucksweisen. Da ist vom Mammon die Rede, oder von Götzen, die alles verschlingen. Ich denke, dass Geld an sich erst mal nichts Schlimmes ist. Jeder handelt mit Geld, kauft und verkauft Waren. Auch ein Kloster ist ein Wirtschaftsbetrieb, und die Mönche sollen von der Arbeit ihrer Hände leben. Gefährlich wird es dann, wenn Geld (oder andere Dinge wie Ruhm, Ehre etc.) den Menschen so in Beschlag nehmen, dass er gar nicht mehr der Handelnde ist, sondern nur noch getrieben von Dingen, die er nicht mehr steuern kann. Da spricht Christian Streich sicher Richtiges an, wenn er eine übermäßige Kommerzialisierung kritisiert.”

[Clubfans United] Aber es tummeln sich noch andere spannende Glaubensfragen rund um den Fußball – der Aberglaube. Der Begriff “Seuchenvogel” hält sich mindestens so hartnäckig wie der Glaube an irgendwelche obskuren Serien, die mit dem aktuellen Personal ja gar nichts mehr zu tun haben. Wie kann es sein, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft sich der Glaube daran so hartnäckig hält, dass bspw. ein Spiel deshalb verloren ging, nur weil man mit einem gestreiften Pulli an einem verregneten Samstag im Stadion war (und dabei diesmal keinen Senf auf die Wurst nahm), und dass dies auch noch Auswirkungen auf zukünftige Spiele haben könnte, wenn man die Kombination Pulli und Senf beim nächsten mal so wiederhole?

[Maurus Runge] “Das ist wahrscheinlich etwas zutiefst Menschliches. Auch in Religion und Kirche hat es ja immer die Gefahr eines Aberglaubens geben, eines quasi magischen Verständnisses: wenn ich das und das genau so tue, dann muss Gott mir das geben. Demgegenüber ist immer wieder in der Religion die Freiheit und Unverfügbarkeit Gottes – und die Freiheit des Menschen – betont worden. Manchmal kann man solche Praktiken im Fußball ja auch ironisch durchbrechen – wir haben im vergangenen Jahr auf Twitter öfter vom “Mönchsfluch” gesprochen – seit ich das erste Mal im Stadion war, hat der SV Sandhausen lange nicht mehr gewonnen. Glücklicherweise ist das dann irgendwann beendet worden :-) “

[Clubfans United] In einem Interview bei Sportbuzzer erwähntest du, dass du für deine Abtei die Öffentlichkeitsarbeit übernommen hast und daher auch viel auf Twitter unter @pmaurus unterwegs bist. Dazu die erste Frage in Richtung der Vereine und Spieler: Ist das, was da betrieben wird, überhaupt Kommunikation oder wird hier nicht im Wesentlichen nur Marketing betrieben?

[Maurus Runge] “Bei den offiziellen Vereinsseiten ist natürlich auch viel Marketing und Information dabei. Vom Twitterticker des 1. FC Köln erwarte ich da auch zunächst mal nichts Anderes. Ich will über das Spiel oder die PK im Vorfeld informiert werden. Wenn dann manchmal erkennbar wird, dass da ein Mensch hinter dem Account sitzt, finde ich das ganz schön – obwohl es da ja schon viele Shitstorms gegeben hat bzw. dann gerne etwas abfällig vom Praktikanten gesprochen wird, der den Account übernommen hat. Ein Beispiel dafür, wo Marketing auch ins Negative umschlagen kann, war früher der Account von Philipp Lahm. Da konnte man nach dem Spiel schon vorhersagen, was da nachher wieder – schön professionell auf deutsch und englisch – getwittert werden wird. Bei einigen anderen Accounts ist das dann auch eher anstrengend, z.B. beim offiziellen Bundesligaaccount auf Twitter.”

[Clubfans United] Und die Folgefrage: Hat sich durch die sozialen Medien aus deiner Sicht etwas (zum Positiven) geändert? Kommen Menschen mehr zusammen? Oder ist das am Ende jetzt nur der Stammtisch XL 2.0 unter seinesgleichen geblieben?

[Maurus Runge] “Der Vorwurf, der immer wiederkehrt, ist, dass man ja nur in seiner Filterblase bleibe und darüber hinaus ja keine Kommunikation stattfindet. Ich finde, das ist zunächst ganz normal. Wer Twitter als Privatperson nutzt, der folgt nun mal zunächst Menschen, die auf derselben Wellenlänge liegen oder die gleichen Interessen teilen. Für mich ist gerade Twitter eine Gelegenheit, mit Menschen zusammenzukommen, mit denen ich im Raum der Kirche wohl nie zusammen gekommen wäre. Deshalb gehe ich auch gerne, sofern es die Zeit zulässt, zu Barcamps oder Twittertreffen, wie dem #tkschland oder in München dem #tpmuc. Da wird dann deutlich, dass hinter den Accounts Menschen aus Fleisch und Blut sitzen – das gilt übrigens auch für die Vereinsaccounts, so durfte ich schon den Menschen hinter dem Twitteraccount des SV Sandhausen kennenlernen. Diese Interaktion zwischen virtuellem und realem Leben fasziniert mich immer wieder, so dass ich diese beiden Welten auch gar nicht mehr so gerne unterscheide. Menschen bleiben halt Menschen.”

[Clubfans United] Kommen wir zum Sport und bleiben doch im Unberechenbaren. Sandhausen zum Beispiel. Wie kann es sein, dass sich in einer Welt, in der das Geld regiert, sich so ein kleiner Verein mit so einem bescheidenen Budget nun seit Jahren mehr als ordentlich in der 2. Bundesliga halten kann? Das ist doch an sich unlogisch.

[Maurus Runge] “Genau das macht für mich die Faszination des Fußballs aus, dass es immer wieder solche berührenden Geschichten gibt. In England war das die Meisterschaft von Leicester im vergangenen Jahr, oder bei der letzten EM die Mannschaft Islands, und ein wenig eben auch die Geschichte des SV Sandhausen, der ja auch bewusst mit dem Image des Dorfvereins spielt. Natürlich gibt es mittlerweile auch schon etwas Kommerzialisierung dort – das bleibt im Profifußball nicht aus – aber die Atmosphäre in Sandhausen ist immer noch beeindruckend.”

[Clubfans United] Der 1. FC Nürnberg hatte vor gar nicht allzu langer Zeit Alois Schwartz bei euch abgeworben, der dann aber in Nürnberg so gar nicht funktionierte, beim SVS aber alles irgendwie weiterlief als wäre nichts gewesen. Macht der Verein sein Personal besser, statt das Personal wie sonst üblich den Verein?

[Maurus Runge] “Vielleicht liegt das daran, dass Nürnberg ein bekannter Traditionsverein ist, wo das ganze Umfeld viel erwartet und die Kritik groß ist, wenn es mal nicht läuft. Das wird dann oft am Trainer festgemacht bzw. der Trainer ist der erste Schuldige. Bei meinem anderen Verein, dem 1. FC Köln, finde ich es deshalb so schön, dass dort bewusst (noch) am Trainer festgehalten wird. Und so wie ich es erlebe, ist man in Sandhausen da gelassener, und auch das mediale Interesse ist nicht so hoch wie bei Nürnberg – was ja nicht immer nur schlecht ist. Der Verein kann eben in Ruhe seine Arbeit machen und eine Mannschaft aufbauen.”

[Clubfans United] Wir sprachen schon vom Gott des Geldes, wann wäre für dich der Zeitpunkt gekommen, dass du auf das Thema Fußball nicht mehr angesprochen werden möchtest?

[Maurus Runge] “Das gab es schon öfter in der letzten Zeit. Ich habe z.B. versucht, Twitter während des Revierderbys Schalke gegen Dortmund zu meiden (was mir nicht ganz gelungen ist). Manchmal wird mir dieses gegenseitige Hochschaukeln vor einem Spiel zu viel – es ist eben letztlich doch “nur” ein Spiel, und es gibt Wichtigeres im Leben. Was ich auch schwierig finde, ist, wenn andauernd gesagt wird, dass Vereine wie Wolfsburg, Hoffenheim oder Leipzig ja keine echten Fans haben. Zufällig habe ich in meiner Twitter-Timeline Fans von allen drei Vereinen, und wenn da pauschal – bei aller auch berechtigten Kritik an den Vereinen – ganzen Gruppen ihr Fansein abgesprochen wird, dann finde ich das schwierig.“

[Clubfans United] Früher hat sich ein Ex-Clubspieler namens Cacau das Trikot nach einem Tor für den Club gegen Leverkusen hochgezogen und offenbarte dabei den Spruch “Jesus lebt und liebt dich!” Heute würde er dafür eine gelbe Karte sehen. Ist es nicht schade, dass man diese christliche Botschaft nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen kann oder verständlich aus Rücksicht in einem Land mit so heterogenen Glaubensbackground respektive der großen Anzahl von Leuten, die mit Glauben nichts mehr am Hut haben. Oder anders: Besser ganz verbieten als jedes Wochenende mit diversen Glaubensbotschaften die Mattscheibe füllen?

[Maurus Runge] “Es gibt ja auch heute noch Beispiele, wo Fußballer bewusst ihren Glauben leben. Heiko Herrlich, der Trainer von Leverkusen, ist so einer, dem der Glaube in schweren Zeiten geholfen hat und der daraus auch keinen Hehl macht. Ein übertriebener Missionseifer ist mir aber fremd, dafür gibt es in der Kirchengeschichte auch viele negative Beispiele, bis hin zu gewalttätiger Missionierung. Für mich ist da eins wichtig: ich bin auf Twitter bewusst als Christ zu erkennen, bin auch ansprechbar, wenn andere mich durchaus auch kritisch anfragen, aber ich zwinge niemandem meinen Glauben auf. Und ich bin immer wieder überrascht, was sich da schon an Anfragen, Kontakten, auch Gebetsanfragen ergeben hat, ohne dass ich da jetzt öffentlich dazu aufrufen würde. Viel geschieht hier im Verborgenen.”

[Clubfans United] Wie besprochen sind wir diesmal bewusst nicht zu sehr auf das Thema Sport eingegangen, ganz ersparen kann ich es dir aber doch nicht. Der Club würde gern aufsteigen, hatte eine kleine Krise, im letzten Spiel in Braunschweig das Ergebnis noch gedreht und geht daher mit breiter Brust ins Spiel. Der SVS hat dagegen seit dem 9. Spieltag Probleme, nur ein Sieg gegen Darmstadt (die aber aktuell noch größere Probleme haben) und gegen Heidenheim gab es die nächste Niederlage. Was erwartest du dir für ein Spiel und worauf freust du dich vielleicht in Nürnberg ganz besonders?

[Maurus Runge] “Ich würde mich natürlich über einen Auswärtssieg in Nürnberg freuen, erwarte das aber leider nicht – besonders nach der schwachen Leistung der Sandhäuser im letzten Heimspiel gegen Heidenheim, wo ich ja im Stadion war. Der Glubb ist wohl klar der Favorit. Mein Tipp ist ein dreckiger 1:0-Heimsieg für euch – obwohl es weh tut, das zu schreiben :-)”

[Clubfans United] Besten Dank! Zum Abschluss fragen wir zuletzt immer, was euer Spieler im Field-Interview direkt nach dem Spiel zu diesen Fragen antworten wird – oder was du gern mal von einem Spieler hören würdest: »Woran hat’s gelegen?«, »Wie geht’s jetzt weiter?«

[Maurus Runge] “Nervig finde ich immer das Schönreden und die Ausreden, die oft gesucht werden, ähnlich in der Politik an Wahlabenden. Also vielleicht mal so: “Wir haben total schlecht gespielt. Der Elfmeter, der eigentlich keiner war, war lausig geschossen, und ging verdientermaßen nicht rein. Glückwunsch an den Glubb zum Dreier!”

Das Interview führte Alexander Endl (Clubfans United) mit Maurus Runge am 27./28.11.2017 via E-Mail.



Steckbrief für Gastleser: Clubfans United ist ein Fußballmagazin für Fans des 1. FC Nürnberg. Clubfans United beschäftigt sich allerdings nicht mit der Fanszene im Speziellen (eher im üblichen Rahmen einer Berichterstattung), schreibt auch nicht aus oder über „die Kurve“ oder Erlebnisse rund um den Stadionbesuch, sondern vielmehr über den Sport, den Verein (fokussiert auf den Profi-Fußball) und die mediale Berichterstattung. Wir sind also mehr Sportmagazin als Fanmagazin in dem Sinne, nur eben, dass wir das als Fans betreiben und auch aus dem Blickwinkel schreiben. Alles weitere bei Interesse etwas ausführlicher hier: clubfans-united.de/was-ist-das-hier

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45 Gedanken zu „Der Mönchsfluch von Sandhausen #fcnsvs #fcn

  • Oha, ein waschechter Mönch als Interviewpartner!
    Gratulation, was Ihr da immer so alles organisieren könnt. Vielen Dank für das erfrischende Interview.

    Alex, ich antworte auch auf Deine Frage „Hat sich durch die sozialen Medien aus deiner Sicht etwas (zum Positiven) geändert? Kommen Menschen mehr zusammen?“
    Ja! (Soziale Medien = keinesfalls Facebook, Twitter und Co, aber dieser Blog)

    Mein Beispiel:
    Ich habe in einem mehrjährigen Projekt in Karlsruhe eine Clubfan kennengelernt, der wie ich in der badischen Diaspora unterwegs war. Der hat mich dann auf CU aufmerksam gemacht.
    Durch CU habe ich dann inzwischen sehr viele Menschen persönlich kennen gelernt, nicht zuletzt durch meine Berufspendelei: Armin, Dich, Florian, Alex, Johnny Vegas, Manni den Libero, Teo, Holle, belschanov, KUZ, Juwe, Beate60, Clubfanseit65 und noch sicher einige mehr, deren Nicknames ich nicht so ohne weiteres einem Gesicht zuordnen kann.
    Bei den regelmässigen Teichtreffen wurde ich dann mit entsicherten und geladenen Bieren dazu gezwungen, an einem 60sten Geburtstag teilzunehmen. Erst vor kurzem wurde ich dann zu einer Fußballkulturreise verschleppt, natürlich ganz gegen meinen Willen.

    Die Möglichkeiten des Internets können durchaus als ein sozialer Katalysator wirken. Ich finds toll, auch wenn ich mit Superbock so gefügig gemacht wurde, daß ich am Samstag wieder bibbernd und frierend meinem Platz im Stadion einnehmen muss. Vielleicht dürfen wir uns endlich wieder über einen Heimsieg freuen, auch wenn wir der Favorit sind?

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    • Diese legendären Teichtreffen … wo genau am Teich trifft sich die CU-Gemeinde da eigentlich?
      Kann man da einfach dazu stoßen oder muss man vor Aufnahme erst mindestens 100 kluge Kommentare hier abgegeben haben?

      Klasse Interview wieder!

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      • Meine Erfahrung war, du musst nur trinkfest sein 🙂 die Frequenz ist hoch bereits vor dem Anpfiff. Ich fands sehr nett mal dabei zu sein aber als eher seltener Bier Konsument konnte ich das Tempo der Gruppen Verhopfung (einer holt immer für alle) nicht lange mitgehen sonst hätte ich es gar nicht mehr vom Teich über die Straße ins Stadion geschafft.

        Sehr schönes entspanntes Interview mit einem interessanten Gesprächspartner!

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      • Noahs Beach Garden an der Eisarena. Wir stehen immer zwischen Ende des Ausschankes und Volleyballnetz, der Teich war bis vorn drei Jahren zwischen beiden.

        Man erkennt uns recht leicht:

        Neben alten, ergrauten und buckligen Männern stehen in der Gruppe zwei Versace-Boys. Herbertgerbert hat Tom und mich damit wirklich treffend charakterisiert, während er am Wochenende in Lissabon einen ganzen Tag lang seine Magenverstimmung nicht auf den 4.000 kcal fetten Burger oder das 0,5 Liter Glas Gin-Tonic, sondern auf die kleine Sardine, die er dazwischen gegessen hat, voller Überzeugung und Inbrunst schob.

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        • Ah .. Teich ist nicht der Dutzendteich, sondern der, den es da an dem Weg an der Arena entlang mal gab. liegt eher nicht auf meinen Laufweg, aber beim nächsten Stadionbesuch werd ich mal vorbeilaufen, und schauen ob ich die Versace-Boys oder andere CU-ler erkenne …
          zum Sandhausenspiel wird es nix, aber fürs Pokalspiel hab ich Karten … da ist es jedoch Dunkeln, was das Erkennen erschwert, denn da werden selbst Versace-Boys keine entsprechend Sonnenbrillen tragen.

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        • Die Sardinhas assadas (gegrillte Sardinen) warens, ich schwör! Die GinTonic-Pokale (Remember Danny Kaye) waren verdauungstechnisch ein schlechter Ersatz für den portugiesischen Brandy. Ich vermute, schon die ungewohnte Bewegung durch das Schwenken das Cognacglasses brachte meine Verdauung damals in Belem auf Trab.

          Die äußerst treffende Versace-Boys Charakterisierung kam aber von Johnny Vegas und nicht von mir.

          Ihr seid auch selber Schuld, wenn ihr mit so metrosexuellen Täschchen auf eine Fußballkulturreise geht und jeweils mit zwei großen Schrankkoffern, weil Eure für ganze drei Tage mitgenommene Garderobe nicht wie bei den restlichen vier Teilnehmern ins praktische Handgepäck passt.
          Von den ca. 300 mit heimgenommenen Pastéis de Nata ganz zu schweigen. Vor lauter Klamotten hatte bei Tom nicht mal mein Tütchen Algarve Salz oder die aus Versehen statt Honig gekaufte Miniportion Bio-Brombeermarmelade mehr Platz. In einem Gepäckstück für Männer. Die Herren hatten auch tatsächlich jeweils mehrere Paar Schuhe dabei! Sowas kann man gar nicht erfinden.

          Ich würde auch gerne mal ne Limo zwischen rein trinken, aber da hat der Trainer (!) ganz streng was dagegen. Es ist halt kein Spaß, eine Fußballkulturreise oder ein Clubbesuch. Das darf man nie vergessen.

          @BeaKaRa: Zwei gut frisierte und immer modisch gekleidete Männer sind am verfüllten Teich leicht zu finden.

          Es wäre schön, nach einem Heimspiel wieder einmal ein Siegerbier trinken zu dürfen. Ich erwarte nichts, dann werde ich wenigtens nicht enttäuscht.

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  • Mir zeigt das Interview, das sich vieles in unseren Leben verbinden (Fußball, Gott) lässt und auch man viele Parallelen findet. Der Glaube an die Mannschaft, Verein. Das beten zum Fußballgott.

    Ein sehr bodenständiges, aber auch schönes Interview. Wo zaubert ihr die Interviewpartner immer wieder her? Gerade bei kleinen Vereinen wie Sandhausen, Kiel, Heidenheim ist es doch schwierig.

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    • allmächd sogar der Herr Ministerpräsident in spe liest mit!
      Bei so viel Hilfe von oben kanns nur noch aufwärts gehen fürn Club (ich mein natürlich die Vorhersage vom Gastmönch 😉 )

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    • „Wo zaubert ihr die Interviewpartner immer wieder her? Gerade bei kleinen Vereinen wie Sandhausen, Kiel, Heidenheim ist es doch schwierig.“

      Das ist mitunter wirklich eine Herausforderung. 🙂

      Es gibt da durchaus sogar eine gewisse Strategie hinter dem allen. Wir hatten lange vor allem die „Blogger“ abgefragt, zuletzt war unser Fokus auf Twitterati und aktuell ist mein neues Revier auf Leute gerichtet, die einen gewissen „Promi“-Status haben bzw. anderweitig bereits in Medien und Presse in Erscheinung getreten sind. Ein Gesetz gibt es dabei aber nicht, wir sprechen auch gern mit Fans, die einem einfach so über den Weg laufen, wenn es passt.

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  • Übrigens, heute Morgen war ich schon per Skype mit dem Orakel von Delphi in Kontakt:
    … Kiel und Düsseldorf würden in der Tabelle abfallen …
    Demzufolge wären unsere Konkurrenten für den Aufstieg Ingolstadt und Union.
    Welches Team den unglücklichen dritten Platz einnehmen wird, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, da war die Verbindung kurz gestört.
    … Leistungsträger würden uns weder in der Winterpause, noch zu Saisonende abhandenkommen …
    Somit könnten die vakanten Verträge verlängert werden. Das kann nur bedeuten, dass Meeske von einem gewissen Armin Zitzmann für den unwahrscheinlichen Fall des Nichtaufstiegs zusätzliche finanzielle Absicherung bekommt.
    Nun ja, das Orakel … schaumermal … (-;

    Das ZDF schlägt im Videotext gegen Sandhausen folgende Aufstellung vor:

    Bredlow
    Valentini, Margreitter, Ewerton, Leibold
    Erras
    Salli, Möhwald, Behrens, Werner
    Ishak

    Nicht schlecht.
    Löwen käme dann in der zweiten Halbzeit ausgeruht von der Bank und Werner und Ishak harmonieren sowieso recht gut miteinander. Ich wette, Werner legt dem Ishak wieder ordentlich eins auf!

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  • Da fallen mir direkt zwei Sachen zu ein (eigentlich sogar drei, nein vier): 1) „yeah, social media works, I knew it!“ (die hochverehrte Songwriterin Mary Gauthier, nachdem ich ihr Grüße von Caitlin Canty und Jeffrey Foucault ausgerichtet habe – eine Instagram-Geschichte), 2) die Treffen mit Alex und dem leider viel zu früh verstorbenen Claus, 3) nette und hilfreiche Kontakte mit diversen CU-Urgesteinen und 4) mein Cousin Dietrich, der Pfarrer in Bayreuth ist und „seine“ Lilien schon mal in eine Predigt eingebaut hat. Und sogar ein 5) fällt mir ein: ob Rudi „ab heute glaube ich nicht mehr an den Fußball-Gott“ Assauer das 4-4 wohl mitbekommen hat?
    @beate60: södern ist gar nicht so schwer – einfach drauflos labern 😉

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  • weil Du gerade den verstorbenen Claus erwähnst – am Montag ist eine eher stiller und zurückhaltender aber unglaublich treffend zeichnender Freund, Franke und Clubberer gegangen –
    Gerd Bauer – RIP

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    • ja sehr traurig…
      GERD BAUER….Ruhe in Frieden…
      Für Nürnberg, Franken und Club ein großer Verlust….
      ( net nur seine glubbcartoons, eigentlich alle, so eigen, so gscheit….
      GB ADE…wirst fehlen…

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  • Heute lange Unterhuusn anziehen, nicht vergessen! Ich habe gerade den Grill vom Nachbarschaftsadventsgrillen reingeräumt und es ist im Trikot trotz Mütze zu kalt.

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    • Welche Handtasche würdest Du mir heute empfehlen, ich bin mir bezüglich des Outfits noch unsicher. Als Dank für Deine Hilfe gebe ich Dir auch eine Sardine aus.

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    • Ich schaffe es heute leider weder Teich noch Stadion. Muss arbeiten – der Einzelhandel und seine Öffnungszeiten im Dezember sind einfach Mist für Club-Fans. Werde aber meine Pause in einer Fußball-Kneipe um die Ecke verbringen, das Spiel ansehen und anschließend bestens gelaunt weiterarbeiten. Und am Abend bei Bodo Wartke bestens entspannen.
      Grüße an die Runde am Teich. Werde beim ersten Heimspiel nach der Winterpause gegen Regensburg wieder vor Ort sein. Bis dahin allen eine geruhsame Zeit.

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  • Es wird jetzt endlich Zeit mal wieder klare 3 Punkte zuhause zu holen. Bislang hat man dem guten Max Morlock als Stadion Namensgeber noch nicht jenseits sehr viel Freude bereitet, sonst steigt er noch aus seinem Grab und fordert seine Namensrechte zurück. Dem Max müsste man heutzutage erstmal erklären was Sandhausen eigentlich ist. Es schwingt im Hinterkopf zwar immer diese Club Heimspielunsicherheit mit aber es müssen heute 3 Punkte werden. Und Salli macht das Siegtor 🙂

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  • Ich würde Salli (und damit v.a. der Mannschaft) zuerst einmal eine zweitligataugliche Leistung gönnen. Er muss ja nicht gleich von 0 auf 100 und scoren. Aber es würde enorm helfen, wenn wir nicht Woche für Woche mind. 1 Spieler durchschleifen müssten. Scheinbar ist Köllner der Ancelotti der 2.Liga und will es unbedingt allen Kritikern bei Salli zeigen….leider zwingt er damit dann auch Teuchert wieder zu einer Jokerrolle, die wir von ihm kennen…na ja, vielleicht wird es heute anders und besser.

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  • Hier ist so still, alle im Stadion? Finger eingefroren?
    in Club-Fanradio hört es sich recht ausgeglichen an.
    Chancen auf beiden Seiten aber, entweder zu schlampig oder Schuhen im Weg …

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  • Salli macht ein gutes Spiel finde ich – deutlich besser als die letzten.
    Er ackert viel, bietet sich an und verdribbelt sich nicht ständig.
    Schau mer mal 🙂

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  • Der Spielaufbau beim Club ist eine Katastrophe viel zu langsam und ungenau. Ich hoffe das Köllner Teuchert und Löwen so schnell wie möglich bringt.

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  • Mein Appell an MK lautet: „Bitte wechsle Torgefahr in Form von Teuchert statt Salli und evtl. Löwen ein und zwar gleich!“ Nichts gegen Salli, wenn Not am Mann ist, aber heute muss es doch wirklich nicht sein.

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  • Kann nur den Ticker lesen – jetzt bitte nachlegen und nicht wieder den Gegner stark machen, indem man sich zurückzieht und „auf Konter lauert“. Das ging schon zu oft in die Hose.

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  • Blöder Torwart, es reicht!

    ….wollte ich gerade schreiben.

    Und schon reichte es! Sehr schön, Leibe!

    Jetzt müssen diese furchtbaren Betonrührer ein bisschen öffnen. Ich hoffe, das erzeugt mehr Räume!

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    • Das nehme ich jetzt einfach mal nicht als Kommentar, sondern als Feststellung👍🏼

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