Analyse: Kein Klassenunterschied über 90 Minuten #FCNWOB #FCN

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: 1. FC Nürnberg vs. VfL Wolfsburg 0:2 n.V. (0:0,0:1) Der Club scheidet gegen den Bundesligisten aus Wolfsburg aus, bleibt aber über 90 Minuten ebenbürtig. Erst in der Verlängerung geht ihm die Luft aus.

Die Analyse:

FCNWOB
Startformation im 4-1-4-1

Michael Köllner veränderte im Vergleich zum Spiel gegen Kaiserslautern auf zwei Positionen, brachte Eduard Löwen für Tobias Werner und Patrick Erras für Ondrej Petrak. Letzteren ereilte das Schicksal, das vor dem Lauternspiel Patrick Kammerbauer ereilt hatte: Er rutschte von der Startelf auf die Tribüne. Jener Kammerbauer war dafür im Aufgebot, genau wie Cedric Teuchert. Für den U21-Nationalspieler rutschte Lucas Hufnagel aus dem Kader. In der Grundformation blieb alles beim Alten, auch gegen Wolfsburg lief der FCN im 4-1-4-1 auf.

Der Club kam gut in die Partie, kaufte dem Bundesligisten mit aggressivem Pressing den Schneid ab und kam durch Ishak und Valentini zu ersten Halbchancen. Der Schwung des FCN dauerte ungefähr 15 Minuten an, in denen Wolfsburg sichtlich überrascht davon war, dass der Zweitligist hier ohne Furcht und Respekt vor dem Gegner auftrat. Es fehlte in dieser Phase dem Club allerdings noch an den entscheidenden Ideen, den Ball bis ganz vors Tor zu bringen. Allmählich befreite sich der VfL dann vom Druck des Clubs, indem er selbst auf Ballbesitz setzte und so versuchte den FCN vom Ball wegzuhalten. Doch auch den Niedersachen fehlte es an Ideen, wie sie zu gefährlichen Chancen kommen könnten. Die Flanken aus dem Halbfeld waren entweder zu hoch oder wurden von Margreitter und Ewerton rücksichtslos aus der Gefahrenzone geköpft. Mit zweiten Bällen, die sich aus den Klärungsaktionen ergaben, konnte Wolfsburg auch nichts anfangen, so dass es nach einer halben Stunde zurecht 0:0 stand.

Ungefähr um die Dreißig-Minuten-Marke drehte sich der Fokus des Spiels erneut, diesmal zu Gunsten des FCN, der nun seinerseits das Spiel mit Ballbesitz beruhigte und dann über Löwen zu einer ersten Schusschance kam. Kurz darauf spielte Behrens den Ball gekonnt an den Fünfmeterraum zu Möhwald, doch dieser lupfte den Ball nicht nur über Grün, sondern auch über das Tor. Der Club war nun wieder spielbestimmend, kontrollierte den Ball und drängte den Gegner tief in die eigene Hälfte, vor allem über rechts kam der FCN immer wieder vors Tor, doch weder Sallis Flanke, noch Valentinis Schuss wurden Wolfsburg gefährlich. Hätte in dieser Phase nicht Malli Dimata per Steilpass gefunden und wäre dieser nicht am glänzend stehenden Bredlow gescheitert, die letzte Viertelstunde hätte komplett dem FCN gehört.

So ging es mit 0:0 in die Pause und der Club baute die Serie der Pflichtspiele ohne Pausenrückstand auf 21 aus und ging zum zehnten Mal in dieser Saison mit einem 0:0 in die Pause. Nach der Pause hatte der VfL Wolfsburg zehn Minuten lang die Oberhand, versuchte den Club in der eigenen Hälfte zu halten, erlief einige Fehlpässe im Spielaufbau, kam aber erneut nicht zu zwingenden Gelegenheiten. Man merkte den Gästen deutlich an, dass Trainer Schmidt auf Didavi und Origi verzichtet hatte, als beide im Laufe der Partie für Ntep und Gomez kamen, wurde Wolfsburg deutlich gefährlicher. Bis zu diesen Wechseln war dagegen der FCN die Mannschaft mit den besseren Chancen. In kurzer Folge hatten Leibold, Behrens, Salli und Ishak gute Gelgenheiten, scheiterten aber an Grün oder an der eigenen Hektik. In dieser Phase war der Club jedoch nicht nur ebenbürtig, sondern sogar die bessere Mannschaft.

FCNWOB-B
Ungefähre Formation ab der 106.
Minute

Das änderte sich dann in der Schlussphase der Partie: Nun kam wieder Wolfsburg zu besseren Chancen. So setzte Gomez kurz vor seiner Auswechslung einen Ball nach einem Missverständnis zwischen Leibold und Bredlow an den Pfosten und stand bei einer weiteren Chance, die Bredlow gekonnte vereitelte, im Abseits. Es gelang dem Club jetzt immer weniger Zugriff auf die Niedersachsen zu bekommen, die allerdings trotz mehr Spielanteilen nur zu einer Großchance durch Origi kamen. Insgesamt aber war in der Schlussphase der regulären Spielzeit festzustellen, dass Wolfsburg wesentlich besser ins Spiel kam und der Club sich nun nur noch auf gelegentliche Nadelstiche (Werner, 83.; Salli, 87.) verlegen konnte. Ein wenig schien es so, als wäre der VfL Wolfsburg konditionell etwas fitter als der Club, möglicherweise war aber auch eine gewisse mentale Angestrengtheit nach dem langen konzentrierten Kampf gegen den höherklassigen Verein zu spüren.

Dennoch rettete sich der Club in die Verlängerung und wäre das Spiel nach 90 Minuten zu Ende gewesen, das Unentschieden wäre nicht nur ein respektables, sondern auch ein angemessenes Ergebnis gewesen, bei besserer Chancenverwertung hätte der Club sogar gewinnen können, gleiches gilt aber auch für Wolfsburg, die in Person von Dimata, Gomez und Origi auch drei hochkarätige Gelgenheiten hatten. In der Verlängerung hatte dann der Club nach 95 Minuten die erste Gelegenheit, als gleich vier Leute am Ball vorbeirutschten und Ewerton dann an Bruma hängen blieb. Auf der anderen Seite dagegen fiel der Ball dann ins Tor, als Uduokhai nach einer von Guilavogui verlängerten Didavi-Flanke den Ball ins Tor stocherte. Der Club kam mit dem Angriff, der direkt auf den Wiederanstoß folgte, noch einmal über Ishak zu einer guten Chancen, danach aber schien der Willen gebrochen.

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung stellte Köllner dann noch einmal um, brachte nicht nur Kammerbauer für den ausgelaugten Erras, sondern stellte auch Ewerton neben Ishak in den Sturm. Der Brasilianer sollte hoch angespielt werden und dann die Bälle ablegen. Das gelang aber in den seltensten Fällen. Gleichzeitig spielte der Club nun hinten mit einer Art hybriden Dreierkette (Valentini, Margreitter, Leibold), in die in der Rückwärtsbewegung dann Werner als eine Art Linksverteidiger zurückfiel. Viel Planvolles sprang jedoch aus diesem asymmetrischen 3-2-2-3 nicht heraus. Die Offensive sollte lange Bälle erhalten, bekam diese aber nicht oder nur unpräzise, stattdessen konterte der VfL. Aus einer Abwehraktion von Quasi-Linksverteidiger Werner bei so einem Konter entstand dann kurz vor Ende das 0:2, als er den Ball Didavi vor die Füße köpfte. So gewann am Ende der Bundesligist nach Verlängerung und zog damit auf Grund der gesamten 120 Minuten nicht gänzlich unverdient in die nächste Runde ein. Tortzdem bleibt für den FCN die Erkenntnis, dass man im direkten Duell mit dem Bundesligisten inzwischen deutlich näher an diesem dran war als das noch in den Vorjahren gegen Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und Schalke 04 der Fall gewesen war. Ein Hoffnungszeichen für die Rückrunde der Zweiten Bundesliga.

Die Zahlen:

Nürnberg Wolfsburg
0
Tore
2
23
Torschüsse
20
8
Schüsse aufs Tor
4
4
Ecken
10
39,7
Ballbesitz (%)
60,3
77,1
Passquote gesamt (%)
85,2
85,7
Passquote eig. Hälfte (%)
94,9
64,7
Passquote geg. Hälfte (%)
73,6
16,7
Lange Pässe (%)
14,0
55,0
Gewonnene Zweikämpfe (%)
45,0
17
Fouls
20
n/a
Laufdistanz (km)
n/a
3
Abseits
2

Trainerstatement:

„Niederlagen tun natürlich immer weh. Die Mannschaft hat heute aber einen starken Kampf geliefert und vieles richtiggemacht. Hinten raus wurde es dann schwer, die Reihen kompakt zu halten. Leider haben wir es vorher verpasst, den Ball bei einer der vielen Chancen über die Linie zu drücken. Das 0:1 war dann symptomatisch: Zwei Minuten vorher haben wir so eine Situation im Strafraum, Wolfsburg springt dagegen der Ball vor die Füße, so dass sie das Tor machen können. Danach war es schwer, nochmal den Punch zu setzen. Da hat man dann auch die Qualität von Wolfsburg gesehen. Ich denke aber, dass die Fans stolz sein können auf diese Mannschaft. Der Auftritt gibt uns Mut. Nach der Winterpause werden wir ab 3. Januar wieder voll angreifen.“

Die Spieler im Einzelnen:

Fabian Bredlow 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Hatte zwei starke Paraden gegen Diamata und Gomez, der allerdings im Abseits stand. Beim 0:1 etwas zögerlich, schwankend im Abspiel.
Patrick Kammerbauer Ohne Bewertung
Kam in der 106. Minute für den erschöpften Erras, dadurch verlor das Spiel an Struktur. Zusätzlich kam auch Teuchert, der wirkungslos blieb, noch für Ishak (116.).
Eduard Löwen 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Wieder gefestigter als in den Wochen bevor er aus der Startelf verschwand. Immer noch zum Teil mit seltsamen Entscheidungen, wann er ins Dribbling geht.
Patrick Erras 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Wären einige lässigen Abspielfehler nicht gewesen, Erras hätte auf Grund von Taktgebung und Zweikampfführung sich ein \"gut\" verdient.
Tim Leibold 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Zum Teil etwas fahrig im Aufbau und etwas weit weg von den Außenspielern der Wölfe, ließ mehrere Flanken zu. Unachtsam vor Gomez\' Großchance.
Enrico Valentini 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Etwas viele Risikopässe, die nicht ihr Ziel fanden. An sich aber sicher und stabil. Solide wie fast immer.
Georg Margreitter 10 Notenpunkte (2- numerisch: 2.33)
Ebenso dominant in der Luft wie sein Nebenmann, nicht ganz so überlegt und abgeklärt, dennoch gut.
Ewerton Almeida Santos 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Kochte Gomez fast durchgehend ab. Dominierte in der Luft, nur sein Einsatz als Stürmer war eher dürftig.
Rurik Gislason 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Hatte seinen Moment als er auf der Außenbahn Verhaegh mit Geschwindigkeit stehen ließ und zum Flanken kam, sonst aber nicht sehr zielstrebig.
Kevin Möhwald 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Passmaschine, vergab eine Riesenchance vor der Pause, sonst aber mit wenig Zug zum Tor.
Hanno Behrens 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Verpasste knapp die Führung, als ihm Grün Leibolds Schuss vor die Füße bugsierte. Insgesamt mit viel Tempo und Leidenschaft.
Tobias Werner 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Kam in der 82. Minute für Löwen. War im Abschluss fahrig, spielte später eine Art Linksverteidiger, war damit völlig überfordert, legte Didavi das 0:2 auf.
Mikael Ishak 12 Notenpunkte (2+ numerisch: 1.67)
Unermüdlich. Machte unzählige Bälle fest, verteilte sie, schoss aufs Tor. Blieb ohne Erfolg. Dennoch gute Leistung.
Edgar Salli 6 Notenpunkte (4+ numerisch: 3.67)
Ohne Ball einmal mehr mit blitzsauberer Leistung, band Gegenspieler und sorgte für Passwege. Mit Ball dagegen in der Vorwärtsbewegung fast durchgehend mit falschen Entscheidungen.

26 Gedanken zu „Analyse: Kein Klassenunterschied über 90 Minuten #FCNWOB #FCN

  • Die treffliche Analyse hat nur einen Makel, aber einen lässlichen: Deucherd fehlt in der Aufzählung, aber Cedi war ohnehin nur anwesend. Besten Dank für die CU-Reports in der Vorrunde nebst DFB-Pokal!

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  • Wie Ishak als zentraler Stürmer 12 Punkte eine 2+ ohne Torerfolg und sogar ohne Torgefahr bekommt , auch Chancen hat er sich in dem Pokalspiel keine erarbeitet, alle Großchancen hatten andere Spieler. Bei allem Einsatz für mich sind Tore oder zumindest Torgefahr immer noch die Hauptaufgabe eines Stürmers. Sonst können wir demnächst gleich Erras als Spitze aufstellen 🙂 Wie das zu satten 12 Punkten in der Bewertung führt verstehe ich nicht.

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    12
    • klarer fall von spiel nicht gesehen. oder? nicht mal den artikel gelesen. oder? sonst käme man zumindest nicht zu „keine torchance, keine torgefahr“. finde zwölf nicht zu viel, sondern zu wenig. individuell kann ein stürmer das nicht besser machen. auf torerfolg zu reduzieren, leistung daran festmachen wollen, ist sehr engstirnig und antiquiert.

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      12
      • Spiel gesehen! Da sind wir nicht der gleichen Meinung, ich finde jeder Spieler sollte schon nach seiner Position bewertet werden. Man kann ja auch nicht schreiben beim Torwart zum Beispiel zwar 3 Tore bekommen aber gutes Laufpensum im 16er geht ja auch nicht und so muss ein Stürmer mindestens Torgefahr ausstrahlen oder Tore schießen oder Assists liefern. Wenn er nur für seinen EInsatz 7-8 Punkte bekäme wäre es ok, aber die eigentliche Aufgabe auf der Position hat an dem Spieltag eben nicht geklappt. Ich verstehe nicht wie das 12 Punkte geben kann..aber seis drum. . Dafür käme bei mir Leibold besser weg als 6 Punkte von dem ich gerade hinten raus einige feine Problemlösungen gesehen habe bei denen sich Sepsi die Bein verknotet hätte, technisch stark für mich Erstliganiveau. Min. 8 Punkte

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        • Florian schreibt: fahrig im Aufbau, Leibold hatte gegen Wolfsburg eine Passquote von 84% hingegen Valentini hatte eine Passquote von 65% da steht dann oben „ansich sicher und stabil“. Das paßt so nicht zusammen.

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          • Hab ich beim Schreiben auch schon gesehen und mich gefragt, wieso bei mir die Wahrnehmung von den Daten abweicht. Lag zum einen wohl dran, dass Leibolds Pässe, die ankamen, eher die Seitwärtspässe oder die kurzen auf Löwen waren, während es dann wenn die ins Risiko gingen fahriger wurden, zum anderen aber evtl. auch einfach am Tag Abstand zwischen Schreiben und Sehen, da verwischt manches, evtl. einfach den kapitalen Bock vor Gomez‘ Großchance und die Schlussphase in dieser seltsamen 3-2-2-3-Formation überbewertet. Gibt leider keinen Datensatz mit den „Passorten“, dass wir unsere Wahrnehmungen abgleichen können. Lass ich also als Kritik durchaus gelten. Der rein subjektive Eindruck war, dass Valentini der sicherere der beiden AV war.

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            • Du machst da einen riesen Job und es ist klar neben den Daten resultiert vieles aus der subjektiven Wahrnehmung da kann man ja geteilter Meinung sein. Ich sah beide AVs gleich gut an dem Tag (beide Seiten eine Wohltat im Vergleich zu Sepsi und Brecko) , bei Leibold fiel mir eben auf, wie oft Wolfsburg vorne schon gepresst hat und ich dachte mir einige male wie kommt er da raus so nah am eigenen Tor und da waren so coole Lösungen dabei No Look – Seitpass, Hacke um den Gegner rum sicher zum Mitspieler usw. Mir hat das einfach gut gefallen, daher fand ich 6 Punkte etwas geizig.

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      • „individuell kann ein stürmer das nicht besser machen. auf torerfolg zu reduzieren, leistung daran festmachen wollen, ist sehr engstirnig und antiquiert“ (Zitat komcp).

        Stimmt.

        Deshalb ist es auch konsequent, dass Ishak für seinen Auftritt gegen Kaiserslautern, bei dem er ein Tor erzielte und zwei Torchancen mit mustergültigen tödlichen Pässen einleitete (wobei er bei Behrens‘ Chance vor dem tödlichen Pass einen erstaunlichen Solo über das halbe Spielfeld hingelegt hatte), einen Punkt weniger bekommen hat als für seinen Auftritt gegen Wolfsburg, der taktisch diszipliniert war, aber glanzlos.

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        2
  • die groesste chance hatter dochals er dem tormann durch die beine schiessen wollt. und er arbeitete sich da vorne alleine auf. also bitte langsam

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  • Jetzt aber…
    …3 Dinge möchte ich auch noch einbringen, ehe es weihnachtet.

    1. Zum Spiel:

    Wenn man von der völlig unprofessionellen Organisation (40 Minuten am Eingang auf die Kontrolle warten ist ein NoGo, Sparen hin oder her) bei der Einlasskontrolle absieht, war das aber mal ein so richtig schöner Fußballabend.
    Die Mannschaft hat alles gegeben. Beinahe hätten sie die Chance genutzt. Im Gegensatz zum Relegationsspiel konnte man deutlich erkennen, was es bedeutet, wenn man die Stärke des anderen anerkennt und auch betont, sich selbst aber nicht klein redet. Auf dem Platz wurde nicht Verstecken gespielt, sondern die Chance gesucht, weiterzukommen.
    Natürlich merkt man in einem solchen Spiel, welche Spieler jetzt schon das Format „Bundesligakicker“ haben. Ich denke da an Ishak, Ewerton, Margreitter und Behrens.
    Bei Löwen, Erras, Bredlow, Valentini, Leibold und Möhwald ist mir auch nicht flau im Magen – sie werden sich weiter entwickeln.

    Salli hat mich positiv überrascht und nach ungestümen Beginn vieles versucht. Seine Flugeinlage war dämlich, die Verletzung ärgerlich und unglücklich im Zustandekommen.

    Und dann…kommt Gislason.
    Ab diesem Zeitpunkt standen mit Gislason und Werner zwei Spieler auf dem Platz, die dafür sorgten, dass auf den Flügeln so gut wie nichts mehr funktionierte.

    Gislason fiel durch seltsames Gestikulieren auf, wenn er versuchte seine Fehler anderen in die Schuhe zu schieben und Werner irritierte mehrfach die Verteidiger mehr als dass er unterstützte, er war nicht zuletzt wegen dem zweiten Gegentor ein Unsicherheitsfaktor.

    Und da stelle ich mir doch die Frage: Was brauchst Du bei einem Spielstand von 0:0, wenn es gegen eine Bundesligamannschaft geht? In der 90. Minute für die Verlängerung?
    Routine, Spielberuhigung, Erfahrung?
    Oder vielleicht doch einen verrückten, zwischen Genie und Wahnsinn pendelnden, aber jungen, energiegeladenen Kicker?

    Schade, dass da nicht Teuchert zeigen durfte, was er im Gegensatz zu Gislason schon mehrmals unter Beweis gestellt hat.

    So bleibt ein Spiel, bei dem deutlich wurde: Sollte der Club aufsteigen: Angst muss er keine vor der ersten Liga haben, es ist aber noch ein gutes Stück des Weges.

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    • 100% Agree

      Und bei aller Symphatie für das Nordlicht, er hat jetzt lange genug Zeit zu zeigen ob er die Mannschaft weiter bringen kann, leider konnte er das nie ich kenne nur unauffällige Mitläuferrollen von ihm. Ich verstehe das auch irgendwie nicht, auf der einen Seite bangt er um seine WM Teilnahme auf der anderen sieht man das aber nicht auf dem Platz, da kommt zu wenig, wie immer.

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  • 2. Lieber Florian,
    Du hast die Wette gewonnen.
    Ich bleibe dabei. Es ist die falsche Entscheidung. Halte mich aber für befangen und mich deshalb zurück, auch wenn ich nahe an der Meinung von Juwe bin.
    Ich kann Bornemanns Linie so nicht nachvollziehen, es gäbe Wege…

    Aber das ist momentan Jammern auf hohem Niveau.
    Auch Köllners Aufstellungsprinzipien bereiten mir Stirnrunzeln. Man kann nicht nur nach Trainingsleistungen aufstellen. Das schadet am Ende einem Mannschaftsgefüge ebenso wie das sture Festhalten an der ewig gleichen Startelf.
    Auch hier: Unterm Strich muss Köllner das verantworten. Und das, was er aus der Mannschaft gemacht hat, ringt mir großen Respekt ab.

    Die spannende Frage, die bleibt: Wer gibt jetzt den Backup für Ishak.

    Auf Wiedersehen Cedric Teuchert, schade, dass Dir gelegentlich keiner ans Schienbein tritt, um Dir zu signalisieren, was man besser nicht außerhalb des Vereines bespricht…

    Alles gute in Deiner neuen, aber auch alten Rolle als Backup-Stürmer. Vielleicht wird das ja was mit der WM 2022…

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  • 3. Lieber Stefan, Alex, Florian und Belschanov,

    vielen Dank für viele emotionale Momente,
    eure Zeit, die Ihr uns schenkt,
    für eure Geduld mit den Maulenden,
    für eure Expertise,
    für eure Konstanz,
    für dieses wunderbar etwas called CLUBFANS UNITED.

    Vielen Dank, frohe Weihnachten und gute Erholung zwischen den Jahren, damit Ihr auch nächstes Jahr kraftvoll und gelegentlich auch kritisch weiterschreiben könnt!

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  • Schöne Analyse, sehr passend. Salli kommt mir in der Benotung allerdings zu schlecht weg. Er hat nach hinten viel ausgeholfen und nach vorne…sagen wir mal er hat die Gefahr nach vorne gebracht, und so auch die WOBer von unserem Tor fern gehalten, schade das sein Schuss nicht rein ging, den hatte ich eigtl schon drin gesehn, Wahnsinn wie Grün den nochmal rausgefischt hat. Aber mit seiner Auswechslung ging auch erstmal viel Schwung nach vorne flöten, dem kann ein Gislason nicht gerecht werden.

    Im Gegensatz zu manch anderen kann ich die Wechsel gut verstehen, in anbetracht dessen das Köllner die Abwehr mit einem Teuchert davor wohl als zu entblößt betrachtet um gegen einen Bundesligisten zu bestehen finde ich logisch, eine Systemumstellung auf Doppelspitze hätte den selben Effekt gehabt, insofern waren seine Wechsel auch ein Stück weit alternativlos. Mit Zrelak und Kerk haben wir hier noch 2 (vermeintlich) gute Spieler in der Hinterhand die am Dienstag schmerzlichst vermisst wurden, gute Besserung! An dieser Stelle.

    Da stellt sich dann auch die Frage ob man noch jemand für die Aussen holen soll/kann, spätestens für die nächste Saison wenn Werners Leihe endet wird da was fällig sein, sofern man keinen aus dem Nachwuchs aufrücken lassen kann.

    Alles in allem ein schöne Hinrunde, die nicht zu erwarten war. Danke! Hierbei auch an CU für die gelungenen Artikel, Analysen und was es sonst noch alles gab. Hier werden die Spieltage abgerundet 🙂 Wünsche allen ein frohes Fest und besinnliche Weihnacht.

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    • Der Schwung ging doch nicht wegen Salli verloren, sondern, weil die gesamte Mannschaft platt war und vor diesem Hintergrund immer tiefer stand. So wurden die Wege nach vorne mit/ohne Salli weiter. Umso unverständlicher für mich, dass Köllner offensichtlich auf die Verlängerung gesetzt hat, anstatt mit Teuchert nach 70 Minuten auf den Lucky Punch zu setzen. Ich fand dennoch auch, dass Salli einer seiner besseren Spiele gegen WOB gemacht hat, da er neben den gewohnten Schwächen zumindest immer mal wieder Bälle nach vorne gebracht hat. Allerdings hat man bei Löwen gesehen, was eine gute Technik gerade für einen Offensivspiel bringen kann – das fehlt Salli komplett. Löwen hat sich in der 1.HZ eigentlich permanent gegen seinen Gegenspieler im 1:1 durchgesetzt. Wann immer wir es geschafft haben, diagonal auf ihn zu verlagern, wurde es gefährlich für WOB.

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      • Also ich fand schon das mit Salli, erstmal auch viel Druck nach vorne weg war. Das ist ja auch das gute an ihm, dass er sobald er den Ball hat versucht seine Geschwindigkeit auszunutzen und den Gegner wieder zurecht zu rücken.

        Der größte Unterschied am Dienstag war mMn die Bank. Wärend WOB noch einen Origi oder Didavi in der Hinterhand hat, muss Köllner auf Gislason oder Werner setzen. Werner hatte zwar auch schon passable Spiele, kann dies aber noch zu selten bestätigen. Hier bin ich auf Zrelak sehr gespannt, bzw was Köllner so aus ihm raus kitzeln kann.

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  • Allen Lesern einen ruhigen Jahresausklang und ein erfolgreiches und gesundes 2018. Freut mich, daß der Pokalabend – dem ich vollständig fernbleiben mußte – die Stimmung nicht vermiest sondern offensichtlich eine gewisse zuversichtliche Erwartung der zweiten Halbserie bewirkt hat. Hat man ja schon anderes gesehen, so kurz vor Weihnachten, ich hab verdrängt, wann und gegen wen das war.

    Persönlich kann ich nur sagen, daß von den wenigen Spielen, die ich über’s Jahr sehe, das 2:2 gegen Union das verblüffendste und ob der Qualität begeisterndste Spiel seit ewigen Zeiten war, seitdem habe ich irgendwie ein „gutes Gefühl“, das auch bei so manchem Durchhänger nicht verlorenging.

    Diese Saison reicht’s. 6 Punkte aus den ersten drei Spielen nach der Pause und ich fang an, mich mit den komischen Vereinen der 1. Liga zu beschäftigen. Die mal eben >12 Mio. für ’nen 30jährigen zukünftigen Bankdrücker hinblättern.

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    • „Hat man ja schon anderes gesehen, so kurz vor Weihnachten, ich hab verdrängt, wann und gegen wen das war.“

      ICH WEIß NICHT, WO DIESES ALESIA LIEGT!

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  • Für die Rückrunde im neuen Jahr würde ich ganz gerne mal eine Neuerung anregen:
    DREI FRAGEN nach jedem Spiel von CU an Michael Köllner, bzw. Andreas Bornemann – die diese dann natürlich (per Mail) beantworten sollten.
    Die Fragen der Journalisten in den Pressekonferenzen sind mir manchmal etwas zu lasch. Zum Beispiel habe ich vermisst: „Herr Köllner, warum haben Sie Cedric Teuchert erst so spät eingewechselt?“ Das will doch jeder von uns wissen, aber niemand stellt ihm diese Frage. Es muss ja nicht unbedingt gleich fünf Minuten nach dem Spiel sein, aber warum nicht am nächsten oder übernächsten Tag, wenn wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist?
    Bestimmt hat CU mehr Mitglieder als ein normaler Durchschnittsfanclub und vielleicht könnten unsere Honoratioren in der Winterpause mal vorfühlen, ob so etwas möglich wäre?

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  • Bei Salli muß ich auch sagen, dass der sehr wichtig war für unser Spiel. Mit seinem Tempo hat er die Wolfsburger schon ziemlich durcheinander gewirbelt. Das einige Entscheidungen in der Offensive falsch waren steht auch fest, auch wenn das nicht mehr so gravierend ist wie früher. Wobei er aber geschickter werden muss oder es lassen sollte, ist das Ziehen von Fouls, das sieht schon von der Tribüne aus sehr gestellt aus.
    Dafür war ich vom Defensivverhalten sehr angetan, besonders die Abstimmung mit Valentini hat mir da gut gefallen, auf der rechten Seite wurde der Gegner auch richtig attakiert. Auf der anderen seite sah das bei Löwen/Leibold nicht so eingespielt aus, da hat Leibold die Gegenspieler meist Löwen oder anderen Mitspielern zugewiesen und sich im Raum zurückgehalten und wenn er aussen dann mal klar zuständig war ist er nicht energisch hin gegangen wodurch auf unserer linken Seite viele gefährliche Situationen von aussen entstanden sind. Mit einigen sehr starken Offensivaktionen hat Leibold aber wenigstens den Gesamteindruck noch gerettet. Wobei ich das Gefühl hatte, das er vor dem 1.Ligafußball noch zu viel Respekt hatte.

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  • Mir stößt auf, dass wir in der Abwehr in den letzten Spielen einige Wackler zeigen, die zum Teil zu Gegentoren führten.

    1. Margreiter grätscht in Kaiserslautern total unnötig in den Ball, Gegentor
    2. Valentini klärt gegen Wolfsburg völlig unbedrängt und unnötig zur Ecke, Gegentor
    3. Leibold stoppt gegen Wolfsburg mit der Brust für Bredlow, Gomez an die Latte
    4. Werner klärt harmlose Flanke vogelwild auf den Elfer, Gegentor
    5. Bredlow spielt in 1. HZ gegen Wolfsburg total unnötig Margreiter unter Bedrängnis an, beinahe kapitaler Ballverlust

    Ich meine, dass da der Torwart nicht aus der Verantwortung genommen werden darf. Mir scheint, als stimmen hier die Abstimmung bzw. die Kommandos vom Keeper nicht. Gerade die Entstehung des Eckballs, der direkt zum 0:1 führte, kreide ich Bredlow an. Da muss doch ein Kommando kommen, dass Valentini Zeit hat….
    Bredlow ist ein Keeper mit super Anlagen, aber auch er hat meiner Meinung nach noch sehr viel Luft nach oben. Hoffen wir auch hier auf eine Weiterentwicklung in 2018!

    Schöne Weihnachten Euch allen, und vielen Dank und Respekt an das gesamte CU-Team!

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