Der statistische Jahresrückblick – Teil III, Ballkontakte, Pässe, Zweikämpfe

Die Winterpause nutzen wir, um uns den Club statistisch mal etwas näher anzusehen. In Teil 3 geht es um Ballkontakte, Pässe und Zweikämpfe. Wie trickreich das mit den Statistiken manchmal sein kann, beweist Tabelle 1 eindrucksvoll. Nach dieser Auflistung ist nämlich Laszlo Sepsi der Club-Spieler, der relativ gesprochen am häufigsten am Ball war. Der Rumäne kommt auf mehr als einen Ballkontakt pro Minute, ein Wert der noch weit über dem von Bochums Kevin Stöger liegt, der auf 0,93 Kontakte in der Minute kommt (siehe Infografik 1). Der Unterschied: Stöger stand 1181 Minuten auf dem Platz, Sepsi nur 16. Zieht man nur Spieler für die Wertung in Betracht, die mindestens die Hälfte aller möglichen Minuten auf dem Platz standen (810 Minuten), dann ist Stöger plötzlich ligaweit die Nummer eins und Sepsi nicht mehr in der Wertung. Der beste Nürnberger ist dann Georg Margreitter auf Platz vier mit 0,84 Ballkontakten in der Minute.

ballkontakte2
Infografik 1: Zweitligaspieler nach Ballkontakten/Minute

Die Metrik mag etwas sperrig daher kommen, ist aber dennoch aussagekräftiger als Ballkontakte pro Spiel, was sich an Neu-Schalker Cedric Teuchert und Mikael Ishak zeigt: Teuchert hatte 15 Einsätze und 240 Ballkontakte, also 16 Ballkontakte pro Spiel. Ishak stand in jedem der bisherigen 18 Ligaspiele auf dem Platz und kam 451-mal an den Ball, kommt also auf ungefähr 25 Ballkontakte pro Spiel. Es sieht so aus, als sei Ishak wesentlich mehr ins Spiel eingebunden als Teuchert. Zieht man nun aber statt der Einsätze die Minuten auf dem Platz als Basis zu Rate (684 zu 1377), steht Teuchert bei einem Wert von 0,35 Kontakten/Minute und Ishak bei 0,33. Beides keine unüblichen Werte für Stürmer, Kaiserslauterns Sebastian Andersson – in unserem zweiten Teil noch als treffsicherster Zweitligaspieler vorgestellt – kommt auf 0,32, Pascal Köpke ebenfalls. Auch Sami Allagui (0,34), Stefan Kutschke (0,35), Sebastian Polter (0,36) und Marvin Ducksch (0,37) liegen in ähnlichen Bereichen.

Daher sagt der Wert an sich erst einmal mehr über die Position des Spielers und über die Spielanlage der Mannschaft als über Einsatz oder Wichtigkeit des Spielers aus. So kommen oft Innenverteidiger (Mathias Wittek, Jannik Müller, Florian Ballas, Fabian Kalig, Georg Margreitter, Dominik Schmidt, André Hoffmann, Kaan Ayhan) oder Außenverteidiger (Philip Heise, Tobias Levels, Calogero Rizzuto, Danilo Soares) auf hohe Werte, da der Spielaufbau in vielen Mannschaften oft über die Achse Innenverteidiger-Außenverteidiger erfolgt. Wenn also Mittelfeldspieler wie Stöger oder Kevin Möhwald Spitzenwerte erlangen, deutet das auf ihre Wichtigkeit als Taktgeber für ihre Mannschaften hin.

zweikämpfe
Infografik 2: Die 15 zweikampfstärksten Zweitligaspieler

Auch aus der Zweikampfstatistik (siehe Tabelle 2) lassen sich vor allem Rückschlüsse über die Postion ziehen, hier gilt: Je mehr Zweikämpfe pro Minute, desto weiter vorne ist der Spieler zu finden. Ausnahmen wie Marc Schnatterer (0,14) und Pascal Köpke (0,17) zeigen, dass es keine generelle Regel ist, deuten aber gleichzeitig darauf hin, dass diese Spieler ihre Offensivrolle anders interpretieren als der Großteil der anderen Stürmer. Beim FCN kommen Defensivspieler wie Ewerton, Valentini oder Margreitter auf 0,18 Duelle pro Minute, während Teuchert und Ishak bei 0,25 und 0,24 landen. Gleichzeitig zeigen die Werte auch die generelle Neigung einer Mannschaft den Zweikampf zu suchen. So ist der FCN das Team mit den drittwenigsten Zweikämpfen (siehe Tabelle 4), weshalb der erste Clubspieler in einer Auflistung der Spieler mit dem häufigsten Aufnehmen des Zweikampfs (wieder unter den 172 Spielern, die mindestens 810 Minuten auf dem Platz waren) auch erst auf Platz 60 einläuft (Eduard Löwen). Währenddessen haben Ingolstadt und Regensburg gleich jeweils drei Spieler in den Top 20 dieser Statistik.

Noch deutlicher ist der Zusammenhang zwischen Position und statistischem Wert bei der Zweikampfquote. Unter den 20 besten Zweikämpfern der Liga befindet sich nur ein Spieler, der nicht Innenverteidiger ist: Kristian Pedersen (Linksverteidiger). Umgekehrt findet sich unter den 20 schwächsten Zweikämpfern nur ein Spieler, der nicht Angreifer ist: Konstantin Kerschbaumer (Bielefeld, zentrales Mittelfeld). Beim Club verhält es sich in dieser Hinsicht genauso, die besten Zweikampfwerte haben mit Ewerton, Erras und Margreitter die Defensivspieler, während Salli, Ishak und Teuchert am Schluss der Statistik stehen. Gleichzeitig zeigen sich dann hier schon bei Spielern auf gleichen Positionen Qualitätsunterschiede. Im Vergleich zu Petrak (53,09%) und Kammerbauer (44,90%) ist Patrick Erras unter den defensiven Mittelfeldspielern mit 65,05% gewonnenen Zweikämpfen deutlich stabiler, gleiches gilt für die Innenverteidiger Georg Margreitter (61,59%) und Ewerton (66,81%) im Vergleich zu Lukas Mühl (51,89%). Natürlich gilt zu beachten, dass die Statistik nicht nach Offensiv- und Defensivzweikämpfen unterscheidet – für einen Innenverteidiger also ein verlorenes Kopfballduell im gegnerischen Strafraum so viel zählt wie eines im eigenen – dennoch sind die Zahlen als Richtwerte durchaus aufschlussreich.

passquoten
Infografik 3: Die 15 passsichersten Zweitligaspieler

Auch die Passstatistik wird in der Regel von defensiv ausgerichteten Spielern angeführt. Ganz logischerweise, denn die Anzahl der Risikopässe ist in diesem Bereich natürlich wesentlich geringer, so dass hier vor allem Innenverteidiger und defensive Mittelfeldspieler Bestwerte erzielen. So verwundert es nicht, dass der ligaweite Bestwert von Ewerton kommt: Der Innenverteidiger des FCN kommt auf dennoch beachtliche 92,48% angekommene Pässe. Die besten Offensivspieler in dieser Kategorie sind Mats Møller Dæhli (86,97%) vom FC St. Pauli und Kevin Möhwald (86,88%) vom FCN. Also eine weitere Kategorie, die zeigt, welche zentrale Rolle Möhwald im Spiel des FCN einnimmt, obwohl er weitaus weniger spektakulär spielt als noch im Vorjahr, wo er durch seine hohe Anzahl an Assists auffiel.

Überhaupt fällt beim FCN auf, dass viele Spieler eine extrem hohe Passgenauigkeit haben. (siehe Tabelle 3) So kommt der FCN auch (siehe Infografik 4) unter den ersten sechs der Tabelle auf den Bestwert von 82,3% angekommener Pässe und liegt ligaweit (siehe Tabelle 4) auf Platz 4 hinter Dresden, Aue und St. Pauli. Das führt dann auch dazu, dass Mikael Ishak unter den Mittelstürmern der Spieler mit den drittbesten Passwerten ist. Vor ihm liegen nur Ingolstadts Lezcano (80,17%) und Aues Köpke (82,78%), allerdings spielte Letzterer ungefähr die Hälfte seiner Spiele auf der Außenbahn. Die Passgenauigkeit ist auch die einzige Kategorie bei der Ishak und Teuchert, die sonst fast wie statistische Zwillinge erscheinen, sich deutlich unterscheiden. Teuchert kommt hier nur auf schwache 65% angekommene Pässe. Wohl auch ein Grund, warum er es in einer Mannschtaft, die wie dem FCN auf Passgenauigkeit ausgerichtet ist, schwer fand, Spielzeit zu bekommen.

quoten
Infografik 4: Die Ballbesitz-, Zweikampf- und Passquoten der Top 6 im Vergleich

Betrachtet man die Zahlen der gesamten Mannschaft weiter (siehe Tabelle 4), so fällt auf, dass der Club relativ selten die Flanke als Mittel wählt, den Ball vor das Tor zu bringen. Nur Union Berlin und Eintracht Braunschweig schlugen mit 129 Flanken noch einmal deutlich weniger Flanken als der FCN. Spitzenreiter in dieser Wertung sind Regensburg (225) und Ingolstadt (224). Auch das ein Indiz für die Passorientierung der Spielweise: Ein Pass ist in der Regel genauer, führt weniger wahrscheinlich zum Ballverlust als die Flanke. Ebenfalls interessant: Der FCN kommt auf gerade einmal 30 Abseitsstellungen in dieser Saison, damit zwar doppelt so viele wie Union Berlin, aber nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was bei Holstein Kiel zu Buche steht. Der Herbstmeister hat mit Abstand die meisten Abseitsvergehen zu verzeichnen. Zusammen mit der relativ geringen Passquote trotz hoher Passanzahl ein Indiz dafür, dass der Aufsteiger oft auf schnelles, risikoreiches Spiel in die Spitze setzt.

Auch bemerkenswert ist, dass der Club in Sachen Ballbesitz nur im Mittelfeld (51,28%, Rang 8) liegt, aber in Sachen absolute Zahlen bei Ballkontakten und Pässen sehr weit vorne liegt, bei beiden Werten liegt er hinter Bochum und Dresden auf Rang drei. Der Ball zirkuliert beim FCN also wirklich viel. Gepaart mit der bereits erwähnten geringen Anzahl von Zweikämpfen, ergibt sich aus den Daten eine lesbare Spielcharakteristik, die darauf setzt möglichst viel spielerisch durch Pässe zu lösen und zu erkennen, wann es das Risiko wert ist, anders vorzugehen.

Im vierten und letzten Teil des Rückblicks schauen wir auf Laufstrecken und ein paar eher obskure Metriken.

Die Statistiken im Überblick

Tabelle 1: Ballkontakte
Tabelle 2: Zweikämpfe und Zweikampfquoten
Tabelle 3: Pässe und Passquoten
Tabelle 4: Werte nach Mannschaften

Tabelle 1: Ballkontakte und zugehörige Daten
SpielerMinutenSpieleKontakteKontakte/SpielKontakte/MinuteMinute/Kontakt
Laszlo Sepsi
16
1
18
18,00
1,13
0,89
G. Margreitter
901
11
764
69,45
0,85
1,18
Miso Brecko
90
5
75
15,00
0,83
1,20
Kevin Möhwald
1261
16
994
62,13
0,79
1,27
Eduard Löwen
1183
17
911
53,39
0,77
1,30
Tim Leibold
1484
17
1139
67,00
0,77
1,30
Ewerton
1271
16
942
58,88
0,74
1,35
Enrico Valentini
1505
18
1098
61,00
0,73
1,37
P. Kammerbauer
667
11
463
42,09
0,69
1,44
Ondrej Petrak
484
12
322
26,83
0,67
1,50
Lukas Mühl
675
8
438
54,75
0,65
1,54
Hanno Behrens
1620
18
981
54,50
0,61
1,65
Patrick Erras
681
10
396
39,60
0,58
1,72
Rurik Gislason
123
4
66
16,50
0,54
1,86
Lucas Hufnagel
319
5
155
31,00
0,49
2,06
Fabian Bredlow
630
7
303
43,29
0,48
2,08
Tobias Werner
603
11
286
26,00
0,47
2,11
Th. Kirschbaum
990
11
447
40,64
0,45
2,21
Edgar Salli
400
14
400
28,57
0,45
2,22
Sebastian Kerk
240
3
104
34,67
0,43
2,31
Cedric Teuchert
684
15
240
16,00
0,35
2,85
Mikael Ishak
1377
18
451
25,06
0,33
3,05
Alexander Fuchs
21
1
5
5,00
0,24
4,20
Adam Zrelak
105
2
24
12,00
0,23
4,38

Tabelle 2: Zweikämpfe und Zweikampfquoten
SpielerMinutenSpieleZweikämpfeerfolgreichQuoteDuelle/MinuteDuelle/Spiel
Bredlow
630
7
4
3
75,00%
0,010,57
Ewerton
1271
16
232
155
66,81%
0,1814,50
Kirschbaum
990
11
6
4
66,67%
0,010,55
Erras
681
10
103
67
65,05%
0,1510,30
Margreitter
901
11
164
101
61,59%
0,1814,91
Leibold
1484
17
302
171
56,62%
0,2017,76
Valentini
1505
18
278
151
54,32%
0,1815,44
Hufnagel
319
5
87
47
54,02%
0,2717,40
Petrak
484
12
81
43
53,09%
0,176,75
Mühl
675
8
106
55
51,89%
0,2113,25
Möhwald
1261
16
259
132
50,97%
0,21
16,19
Gislason
123
4
53
27
50,94%
0,43
13,25
Brecko
90
5
18
9
50,00%
0,20
3,60
Löwen
1183
17
295
146
49,49%
0,25
17,35
Werner
603
11
120
59
49,17%
0,20
10,91
Behrens
1620
18
331
161
48,64%
0,20
18,39
Kammerbauer
667
11
147
66
44,90%
0,22
13,36
Sepsi
16
1
5
2
40,00%
0,20
15,67
Salli
887
14
193
73
37,82%
0,22
13,79
Ishak
1377
18
336
114
33,93%
0,24
18,67
Teuchert
684
15
169
55
32,54%
0,25
11,27
Fuchs
21
1
4
1
25,00%
0,19
4,00
Zrelak
105
2
37
8
21,62%
0,35
18,50

Tabelle 3: Pässe und Passquoten
SpielerMinutenSpielePässeerfolgreichPassquotePässe/MinutePässe/Spiel
A. Fuchs
21
1
2
2
100,00%
0,102,00
Ewerton
1271
16
678
627
92,48%
0,5342,38
Ondrej Petrak
484
12
245
224
91,43%
0,5120,42
Laszlo Sepsi
16
1
9
8
88,89%
0,569,00
G. Margreitter
901
11
556
484
87,05%
0,6250,55
Kevin Möhwald
1261
16
648
563
86,88%
0,5140,50
Patrick Erras
681
10
293
254
86,69%
0,4329,30
Lukas Mühl
675
8
344
298
86,63%
0,5143,00
P. Kammerbauer
667
11
326
274
84,05%
0,4929,64
Lucas Hufnagel
319
5
93
78
83,87%
0,2918,60
Miso Brecko
90
5
35
29
82,86%
0,39
7,00
Tim Leibold
1484
17
653
540
82,70%
0,44
38,41
Hanno Behrens
1620
18
687
553
80,69%
0,42
38,17
Edgar Salli
400
14
245
197
80,41%
0,28
17,50
Eduard Löwen
1183
17
646
518
80,19%
0,55
38,00
Mikael Ishak
1377
18
226
180
79,65%
0,16
12,56
Enrico Valentini
1505
18
542
412
76,01%
0,36
30,11
Fabian Bredlow
630
7
172
128
74,42%
0,27
24,57
Rurik Gislason
123
4
23
17
73,91%
0,19
5,75
Adam Zrelak
105
2
11
8
72,73%
0,10
5,50
Sebastian Kerk
240
3
50
35
70,00%
0,21
16,67
Tobias Werner
603
11
159
111
69,81%
0,26
14,45
Cedric Teuchert
684
15
100
65
65,00%
0,15
6,67
T. Kirschbaum
990
11
218
124
56,88%
0,22
19,82

Tabelle 4: Werte nach Mannschaften
VereinBKB%ZZ%PP%FAb
Dresden
11045
54,44%
3316
50,90%
7351
83,63%
165
34
Aue
10438
49,95%
2965
50,22%
6735
82,66%
151
41
St. Pauli
10948
51,86%
3428
52,83%
6747
82,35%
184
30
Nürnberg
11022
51,28%
3377
49,39%
6961
82,30%
147
30
Düsseldorf
10353
50,24%
3778
50,05%
6359
81,66%
166
32
Fürth
10826
52,05%
3760
48,46%
6542
81,46%
176
31
Bochum
11154
53,02%
3540
49,52%
7162
80,94%
168
42
Union Berlin
10714
52,1%
3661
51,35%
6463
79,79%
129
15
K’lautern
9020
45,61%
3732
49,76%
4984
78,65%
169
28
Kiel
10534
52,94%
3642
49,53%
6447
78,59%
169
57
Ingolstadt
10126
51,45%
3836
50,70%
5649
78,01%
224
40
Duisburg
9600
47,49%
3692
49,38%
5689
77,43%
146
35
Heidenheim
9827
47,61%
3813
48,28%
5713
76,84%
147
33
Sandhausen
9766
49,00%
3981
51,95%
3971
76,68%
146
22
Darmstadt
9436
48,39%
3797
50,04%
5179
76,04%
195
41
Bielefeld
9939
49,40%
3797
50,94%
5956
76,04%
197
32
Braunschweig
9054
43,82%
3741
49,02%
5073
75,16%
129
38
Regensburg
9500
49,35%
4057
47,92%
4939
71,92%
225
27

Erklärung: BK≙ Ballkontakte, B%≙Ballbesitzquote, Z≙Zweikämpfe, Z%≙Zweikampfquote, P≙Pässe, P%≙Passquote, F≙Flanken, Ab≙Abseits

32 Gedanken zu „Der statistische Jahresrückblick – Teil III, Ballkontakte, Pässe, Zweikämpfe

  • Stark ins Auge fällt dabei auch die sehr schwache Passquote von Kirschbaum gegenüber der sehr viel höheren von Bredlow.
    Kann man daraus schließen, dass Bredlows Abschläge besser sind? Oder spielt dieser einfach öfters den einfachen Pass für einen sauberen Spielaufbau von hinten heraus? Hast du dazu irgendwelche Daten?
    Oder auch einfach nur eine persönliche Einschätzung?

    Ein bisschen überraschend finde ich die teamweit doch recht hohe Zweikampfquote von nahezu 50% – „doch recht hoch“ deswegen, weil mein Eindruck der einzelnen Spielanalysen war, dass wir in der Regel deutlich mehr Zweikämpfe verloren als gewonnen haben (eher so um die 45%). Aber wie man sieht, nimmt das sich über den Saisonverlauf dann ja über die ganze Liga hinweg nicht viel, wenn der Großteil der Mannschaften zwischen 49 und 51% und selbst die Maximal- bzw. Minimalwerte nur bei 52,8 bzw. 47,9% liegen…

    Vielen Dank hier auch für die ganze Mühe und die vielen vielen Daten. Da lacht der Wissenschaftler in mir!

    1

    0
    Antwort
    • Für die individuellen Daten der Keeper nach „Passlänge“ muss ich in eine andere Datenbank (die Daten sind bisher alle von ran.de, Daten zur Passlänge gibt es nur bei whoscored.com, die Daten sind aber nicht identisch – und wieder anders als das, was der Kicker hat). Das nur für die Transparenz vorweg. Der Hauptunterschied liegt weder in der Genauigkeit der langen Bälle, da kommen beide auf knapp 62%, noch in der Genauigkeit der kurzen Bälle, da liegen beide bei knapp 98%, sondern in der Häufigkeit der langen Bälle. Bei Kirschbaum waren 65% der Pässe lang, bei Bredlow nur 57%, so kommt dann die Diskrepanz zustande.

      1

      0
      Antwort
      • Wobei das vielleicht nicht einmal eine Frage der Qualität der Keeper, sondern des Einsatzzeitpunktes ist. Kirsche spielte seit Saisonstart, da mussten wir noch deutlich mehr lange Bälle spielen, weil das Aufbauspiel noch nicht so stabil war. Bredlow kam dann zum Zug, als das Aufbauspiel schon etabliert war und daher der Bedarf langer Bälle insgesamt deutlich geringer.

        Das könnte man sicher auch statistisch untermauern: Anteil langer Bälle insgesamt, bezogen auf die Spiele mit Kirsche und mit Bredlow. Vielleicht lässt sich da sogar noch aufschlüsseln, was unabhängig vom Torwart lang gespielt wurde, also lange Bälle ohne Torwartbälle. Als Schätzung würde ich sagen, dass das Verhältnis etwa dem entspricht, was schon isoliert bei den Torhütern zu beobachten war.

        3

        1
        Antwort
        • Müsste ich die Einzelspiele aufschlüsseln, gefühlt würde ich Deine These unterstützen, dass es an der Spielanlage lag und nicht an den Torhütern, allerdings hat Köllner ja den Torwartwechsel auch der BILD gegenüber (Print, 20.11.) auch damit begründet, dass Bredlow besser zur Spielanlage (er sprach vom „Spielrhythmus“) passt. Bisschen ein Henne-Ei-Problem. Generell ist der Club ein Team, das wenig auf den langen Ball setzt (wird im vierten Teil des Rückblicks auch noch mal ausführlicher thematisiert).

          4

          0
          Antwort
          • Ich glaube, hier kommen wir ans Ende der Möglichkeiten bei der statistischen Auswertung. Da müsste man jetzt genau das jeweilige Pressing-Verhalten der Gegner analysieren und sehen, ab welchem Risiko die Torhüter die Bälle geschlagen haben. Da spielt dann aber auch schon das Anbietverhalten des Torhüters, sowie der Abwehrspieler ne große Rolle, usw. – auch eure These ist interessant, wobei ich schon das Gefühl hatte, dass unser strukturiertes Aufbauspiel sich nicht so geradlinig verbessert hat. Gerade als viel mit individueller Qualität geklappt hat, hat – wie ich finde – das strukturierte hinten raus spielen sehr gelitten. Erinnere mich mit Grausen an den Auftritt in Osnabrück, als es trotz Überzahl nicht gelang, den Ball sicher in den eigenen Reihen zu halten…

            Gefühlt ist Bredlow für mich aber der bessere Fußballer 🙂

            0

            0
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  • Der zwanzigjährige Philipp Ochs als Leihe von SAPheim als Linksfuß und fürs offensive Mittelfeld? Das Gerücht finde ich gut, aber bitte wenn es denn geht mit einer Möglichkeit zur Übernahme bzw. nur dann, wenn er einem eigenen Jugendnachwuchsspieler nicht den Platz wegnimmt.

    Ja, es ist nicht leicht, meinen „Ausgeliehen an den FCN“ Geschmack nachzukommen.

    Obwohl der Ochs kann nicht nur LOM sondern auch MS und LV. Das wäre dann jemand für den unwahrscheinlichen Fall, das es mit dem Aufstieg nicht klappt und Leibold dann weg wäre. Interessant alle Mal.

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    • Möglichkeit zur Übernahme wird es definitiv keine geben, aber Ochs wäre für uns finanziell ohnehin nicht zu stemmen. Als Leihe hätte ich ihn mir schon im Sommer – damals anstelle von Werner – gewünscht.

      Hätten wir Jugendspieler, die mit Ochs mithalten könnten, würden die in der Startelf stehen und nicht Werner und Salli – dahingehend brauchst du dir also keine Sorgen machen.

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    • Heutzutage kriegst du doch nur noch dann eine Kaufoption, wenn der Spieler generell abgegeben werden soll, aber keiner ihn direkt kaufen will. Da Hoffe sich aber ja eine Entwicklung erhofft, kannste die KO vergessen!

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    • „für den unwahrscheinlichen Fall, dass es mit dem Aufstieg nicht klappt“ (Zitat Herbertgerbert).

      Ich hoffe, die Spieler unserer Mannschaft sind nicht so überheblich wie der Zitierte.

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  • Köllner hat ja jüngst im gleichen Medium geäußert nach Cedrics Abgang, wir brauchen keinen neuen oder Ersatz. Da behält er hoffentlich Recht.

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      • Als Typ…ok 🙂 ..also ich habe eher den Eindruck da ist jemand mächtig angefressen. Köllner hat ja betont unter ihm hatte Cedric so viel Einsatzzeit wie unter keinem anderen Trainer. Dann diese Geschichte mit er stelle sich über die Mannschaft, dann blieb angeblich die Kabinentür nicht zu usw.. In der Geschichte war die Luft einfach raus und Cedric macht das einzig richtige. Was bleibt dann ist die stark reden die da sind, keine Schwäche zeigen usw. Ja das ist mein Eindruck,.

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        • Das Zitat ist im Bezug auf Zrelak gefallen und hieß: „Man darf bei ihm nicht den Feh­ler ma­chen zu sagen, er sei der Teu­chert-Er­satz. Das ist er nicht und wir brau­chen auch kei­nen. Die Lücke, die vorne ver­meint­lich auf­geht, wird es nicht geben.“ Vom Typ (im Sinne von Person Teuchert) ist da nicht die Rede, auch wenn Juwe mit der Einschätzung, dass die zwei nicht zusammengepasst haben, nicht so falsch liegen dürfte, auch wenn (Filterblasenalarm) ich das eher Teucherts Einstellung und Lebenswandel zuschreibe, die Köllner mächtig genervt haben.

          PS: Das mit der Kabinentür ist recht eindeutig für mich: Teuchert hat als die Mannschaft in Düsseldorf war, n Instagram-Posting von nem Basketballspiel in Bayreuth abgesetzt, so dass klar war, dass er nicht im Kader ist. Da gibt’s mannschaftsintern aber Regeln, dass das nicht geht. Auch so ne Professionalitätsgeschichte in meinen Augen.

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    • Lippert fällt wohl noch sehr lange aus, Sepsi ist Köllner offensiv nicht stark genug. Garcia ist kein reiner LV, sondern hat – wenn er denn mal gespielt hat – oft auch im linken Mittelfeld gespielt. Mit ihm hat man eine Option für alle Positionen auf der linken Außenbahn. Von der Idee her ist das sinnvoll, halt die Frage, ob Garcia, dessen häufigste Einsatzzeit in den letzten Monaten als Kapitän der Schweizer U21 kam, der richtige Spieler dafür ist.

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      • Hast du genauere Informationen zu Lippert, v.a. warum es so lange dauert? Sind ja jetzt schon über 9 Monate und ich hatte bisher immer den Eindruck, dass es sich bei ihm „nur“ um einen einfachen Kreuzbandriss handelt und keinen Totalschaden wie bei Erras.

        Unter den Gesichtspunkten macht der Transfer dann schon Sinn. Köllner scheint mit Sepsi ja offenbar wirklich wenig anfangen zu können, wenn er diesem schon eine unorthodoxe Option als Leibold-Ersatz vorzieht. Bei der man dann gesehen hat, dass es keine gute Idee war.

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  • Laut den Meldungen soll ja auch eine Kaufoption in Rede stehen.
    Damit wäre Garcia auch Teil eines Plan B für die nächste Saison, wenn wir nicht aufsteigen und Leibold dann weg wäre. Dann hätten wir vielleicht eine weitere Option für Links neben Lippert.
    Falls Leibold bleibt oder Garcia nicht passt, ziehen wir die Option hält nicht.
    Insofern doch eine logische Verpflichtung.

    Wegen der taktischen Schwächen: wenn es die gibt, dann traue ich es zuallererst Michael Köllner zu, dass er die bei Garcia abstellt.

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  • Anscheinend gibt es ja nun doch keine. Aber ohne Kaufoption kann ich den Transfer überhaupt nicht nachvollziehen.

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  • Ach ja, ich vergaß, der „Plan Hufnagel“. Wie ging der nochmal, war das so?

    Wir verpflichten jemanden, den wir nicht brauchen. Und auch großartig nicht einsetzen, weswegen wir davon ausgehen, dass er sich nicht entwickeln kann. Dann können wir ihn nochmal leihen, weil ihn sowieso keiner will. Damit er uns dann in der Breite verstärken kann, so auf Position 20 im Kader.

    Ja toller Plan, ich bin begeistert. Gut das wir den wiederholen.

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    • Der „Plan Garcia“ ist eher jemanden zu haben, der spielen kann, wenn Leibold ausfällt, aber nicht nur untätig rumsitzen muss, wenn das nicht der Fall ist, sondern auch im linken Mittelfeld spielen kann.

      Idealerweise kommt er wahrscheinlich tatsächlich nicht dran, weil Leibold fit bleibt und Werner noch besser rein findet. Aber wenn Leibold sich verletzt braucht es ihn halt, denn Sepsi kannste nicht langfristig bringen.

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      • Auf Sepsi kann man nicht bauen, aber auf Garcia schon? Kann ich nicht nachvollziehen.
        Was har Garcia denn schon geleistet,
        Abgesehen davon ist Plan B ganz klar: Valentini (eigentlich ein Linker) wird hinüberwechseln auf rechts haben wir Brecko und Kammerbauer.
        Und Garcia im Mittelfeld ist doch auch keine Argument. Auf den beiden Außenpositionen im Mittelfeld haben wir Werner, Salli, Hufnagel und Fuchs (von MK gelobt), außerdem je nach System nicht Zrelak. Gislasson mal nicht erwähnt, weil er womöglich gehen wird.
        Was soll da ein eigentlich gelernter Linkverteidiger ohne jede Erfahrung und Spielpraxis?

        Ich bleibe dabei, sehe den Sinn nicht. Wenn du ihn siehst, bitte schön, sei dir unbenommen.

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        • Dass Garcia keine Erfahrung auf der Position im linken Mittelfeld hat, stimmt nicht. Er hat das bei Werder sogar öfter gespielt als Linksverteidiger. Sepsi passt nicht zu Köllners angestrebtem Spielstil, weil er offensiv zu wenig bietet, Garcia würde aber genau das bieten, offensive wie defensive Fähigkeiten. Der von Dir angesprochene Plan B wurde in Darmstadt eine Halbzeit ausprobiert und dann abgebrochen, das fand Köllner überhaupt nicht gut. Möchte er nicht wiederholen. Hufnagel und Fuchs sind zentrale Spieler, bleiben Werner und Salli als echte Außenbahnspieler, auch ein bisschen dünn. Dass man da noch einen dazu nimmt, halte ich für sehr sinnvoll, erst recht, wenn derjenige, dann auch noch LV spielen kann. Wie an anderer Stelle gesagt, ob jetzt Garcia genau derjenige ist, den man dafür holen muss, lässt sich diskutieren, aber einen LV/LM holen, finde ich sehr sinnvoll, angesichts der nun länger andauernden Verletzung von Lippert.

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        • Sehe ich genau wie Du. Es gibt keine Anzeichen, wie Spielpraxis und Leistungsbilanz, die einen Garcia selbst als Back-Up zu einem logischen Transfer machen, wenn nicht gleichzeitig bestehende Back-Ups den Verein verlassen. Anstatt auf Defensive bzw. defensive Interpretation eines Mittelfeldspielers (Garcia) zu bauen, benötigen wir erstklassigen Ersatz für Teuchert und Gislasson, um Tauchers 6 Tore tau kompensieren bzw. nachlegen zu könne, falls Ishak nicht wieder zweistellig trifft. Insofern hätte ich verstanden, wenn man mit seinem begrenzten Budget zuerst einmal die offensive Hausaufgaben abdeckt, bevor man sich um Back-Ups, die nice to have sind, kümmert. Umso unglaubwürdiger ist für mich die Aussage von Köllner, dass man keinen CT-Ersatz braucht, „weil man ja die letzten Wochen bewiesen habe, dass es auch ohne ihn geht“…aber ohne Garcia scheinbar nicht…Der Garcia Transfer haut in der tat in die gleiche Kerbe wie die Verlängerung von Hufnagel, die ein Flop auf Ansage war.

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  • Gegen Darmstadt haben wir 3-5-2 gespielt. Fuchs und Hufnagel können natürlich außen, letzterer ist bei uns auch meistens so eingesetzt worden (rechts). Zentral haben wir andere Spieler.

    Aber mit dem zu dünnen Mittelfeld hast du mich wenig überzeugt: nämlich dann wenn Gislasson gehen würde, und wir Garcia hier als Alternative geholt hätten, um die Kaderbreite zu erhalten. Das würde ich einsehen.

    Wenn Gislasson bleibt, bleibe ich aber auch bei meiner Meinung. Dann wäre der Kader hier nicht zu dünn, wir sind ja auch nicht mit mehr Mittelfeldspielern in die ganze Saison gegangen.

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    • Können und gut können sind dann schon unterschiedliche Kategorien. Grad Fuchs ist schon wirklich eher ein Notnagel auf Außen. Und Hufnagel wäre schon zweite Option zentral, wenn Behrens oder Möhwald ausfielen (erste ist wohl Löwen).
      Grad fürs 3-4-3/3-4-1-2 ist eine Ergänzung zu Leibold mMn wirklich geboten. Denke nicht, dass Köllner das gänzlich aus dem Repertoire streicht.

      Davon dass Gislason geht, bin ich überzeugt, da gibt’s genug Indizien.

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      • Bei der Dreierkette gebe ich dir schon recht. Allerdings ist die in jeder Besetzung ein extrem hohes Risiko gewesen, und Köllner ist zuletzt ja auch davon abgegangen – zumindest was die Startformationen betrifft.

        Gislasson hat ja bisher in der Saison keine Bäume ausgerissen, da sind die Fußstapfen nicht allzu groß. Wenn Garcia auch dieser Position spielen kann wie du sagst dann kann der da natürlich ein möglicher Ersatz sein. Und finanziell dürfte das auch ein guter Deal sein, nehme für an Gislasson werden wir deutlich mehr bezahlen müssen. Den Sinn des Transfers von Garcia als Gislasson-Ersatz sehe ich ein.

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