Analyse: Probleme – Pressing, Präzision #BOCFCN #FCN

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: VfL Bochum vs. 1. FC Nürnberg 0:0 Der Club bleibt auch im dritten Auswärtsspiel des Jahres ohne Gegentor, hat aber Probleme mit dem Pressing der Bochumer.

Die Analyse:

BOCFCN
Startformation im 4-1-4-1

Der Club begann personell identisch zum Spiel gegen Duisburg, was bedeutete, dass sich Kevin Möhwald zwar im Kader befand, aber auf der Bank Platz nahm. Dass Alexander Fuchs seinen Kaderplatz aus der vorigen Woche für Möhwald hatte räumen müssen, war schon seit dem Vortag klar gewesen: Der Ex-Löwe hatte gegen seinen alten Verein für den FCN II gespielt und dabei auch getroffen. Ebenfalls bei diesem Spiel aufgelaufen waren Jäger und Hufnagel. Die beiden fehlten also ebenso im Kader wie Alushi, Sepsi und Brecko und die Verletzten Kirschbaum, Lippert, Kerk und Ishak. In Sachen Formation stellte Michael Köllner leicht um, zog Salli und Werner mehr auf die Außen, so dass statt eines 4-3-3 wohl eher ein 4-1-4-1 notiert werden konnte.

Bochum begann druckvoll, hatte vor allem in den ersten zehn Minuten mehr vom Spiel, ehe sich der FCN etwas frei schwimmen konnte. Allerdings fehlte dem Spiel des Clubs schon in dieser Phase beim Spiel nach vorne die Präzision. Da Bochum dies für Bochum im letzten Spielfelddrittel auch galt, blieb das Spiel über weite Strecken der Anfangsphase ereignisarm. Lange währte das ausgeglichene Spiel aber nicht, bereits zehn Minuten später übernahm der VfL wieder die Spielkontrolle. Gerade da er sich nicht zurückzog, sondern den FCN immer wieder früh und aggressiv anlief, hatte der Club Probleme: Eine Reihe zweiter Bälle landete bei den Bochumern, auch weil die Innenverteidiger ungewohnt oft zum Befreiungsschlag griffen.

Allerdings blieb es auch in diesem Abschnitt dabei, dass Bochum kaum in die Gefahrenzone kam, da sie den entscheidenden Pass nicht anbringen konnten. So waren es vor allem die Standards von Kevin Stöger, die für einen Hauch Gefahr sorgten. Dabei entstanden diese unter tätiger Mithilfe der Nürnberger Defensivkräfte, die sich immer wieder zu Fouls in der Nähe des eigenen Strafraums oder ungeschickten Klärungen zu Eckbällen hinreißen ließen. Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich der Club dann wieder etwas mehr befreien, kam per schnellem Überbrücken des Mittelfelds. Allerdings fehlte es dem Club da dann erheblich an Präzision, so dass kein gefährlicher Abschluss zustande kam.

Nach der Pause fand der Club dann etwas besser ins Spiel, da er die Gastgeber wesentlich früher anlief, dadurch erarbeitete man sich auch mehr zweite Bälle. Allerdings traute man sich zu selten mit mehr Mann in Richtung Tor von Manuel Riemann, so blieb Federico Palacios zu oft in der Luft hängen, wurde zu selten von mehr als Edgar Salli unterstützt. Gleichzeitig rissen auch die Bochumer Angriffe nicht ab, Robert Tesche hatte nach 56 Minuten einen Großchance per Distanzschuss, die Fabian Bredlow aber mit guter Parade vereitelte. Im direkten Gegenzug kam Tobias Werner frei zum Schuss vor dem Bochumer Tor, doch er jagte die Kugel über das Tor. Bis spät ins Spiel sollte dies die beste Chance des FCN bleiben.

BOCFCN-B
Ungefähre Formation in der Schlussphase

Denn ab der 60. Minute übernahm der VfL Bochum wieder für zwanzig Minuten komplett das Heft des Handelns, schnürte den Club sogar phasenweise fast wie im Powerplay im eigenen Strafraum ein. Allerdings schafften die Gastgeber es auch in dieser Phase nicht, den Ball wirklich gefährlich vor das Tor zu spielen. Oft wählten sie den hohen Ball, den Margreitter und Ewerton aber problemlos aus dem Strafraum köpften, den flachen Zuspielen fehlte dagegen die Präzision, so dass in dieser gesamten Phase der Dominanz nur eine einzige gute Chance durch Kruse. Doch der Australier setzte den Ball über den Kasten.

Ab der 80. Minute musste Bochum dann dem hohen Kraftaufwand Tribut zollen und sich nun plötzlich strukturierten Angriffen des Clubs erwähren. So spielte Behrens Palacios gekonnt frei, doch der Winterneuzugang brachte den Ball nicht im Tor unter, obwohl er alleine vor Riemann stand. Die nachfolgende Ecke setzte Margreitter neben das Tor. Wenig später war es wieder Behrens, der einen Mitspieler einsetzte, doch auch Erras‘ Abschluss fand nicht das Bochumer Tor. So konnte der Club die späte Schwächephase der Gastgeber nicht zum Einfahren eines dreifachen Punktgewinns nutzen, war aber dennoch an diesem Wochenende die erfolgreichste Mannschaft unter den Top 3 der Zweiten Bundesliga, da sowohl Düsseldorf als auch Kiel ihre Partien verloren.

Der Club baut seine Serie an Spielen ohne Niederlage damit auf elf aus, bleibt 2018 auswärts ohne Gegentor (hat aber selbst auch nur eines erzielt), kassiert zum 18. Mal in einem Ligaspiel kein Tor vor der Pause und baut den Vorsprung auf Platz 3 auf acht Punkte aus. Tatsachen, die über ein in vielen Belangen schwaches Spiel hinwegtrösten können, aber nicht hinwegtäuschen dürfen. Es war nun wiederholt der Fall, dass der FCN gegen aggressiv auftretende, viel Kraft investierende Gegner Probleme hatte. Dies wird auch in acht Kilometern Entfernung niemandem entgangen sein, obwohl natürlich die Frage ist, ob der nächste Gegner ein derart kraftintensives Spiel auch aufziehen kann. Dennoch wird sich der FCN in Form von Michael Köllner und Boris Schommers sicher überlegen, was gegen eine solche Spielweise zu tun ist, es wird nicht die letzte Partie mit einem so eingestellten Gegner sein.

 

Die Zahlen:

Bochum Nürnberg
0
Tore
0
9
Torschüsse
7
1
Schüsse aufs Tor
1
9
Ecken
3
51,9
Ballbesitz (%)
48,1
77,9
Passquote gesamt (%)
76,2
91,5
Passquote eig. Hälfte (%)
85,9
59,7
Passquote geg. Hälfte (%)
62,7
16,3
Lange Pässe (%)
14,2
38,2
Gewonnene Zweikämpfe (%)
61,8
15
Fouls
14
117,92
Laufdistanz (km)
117,96
0
Abseits
0

Trainerstatement (Michael Köllner):

„Das Ergebnis hört sich unspektakulär an, aber es war ein schweres Spiel. Unterm Strich sind wir zufrieden, unsere Serie hält Bestand. Die Hürde „Bochum“ haben wir mit einem Unentschieden genommen. Uns war bewusst, dass es hier heute nicht einfach wird. Unsere Defensive hat aber gut gehalten. Hinten raus haben wir das Spiel an uns gezogen und so gespielt, wie wir das eigentlich können. Leider ist uns der Lucky Punch verwehrt geblieben. Unterm Strich ist es ein gerechtes 0:0, nun geht unsere Reise weiter.“

Trainerstatement (Robin Dutt):

„Die Nürnberger waren heute eine harte Nuss in der Defensive. Mit dem Punkt müssen wir leben. Wir sind bisschen zufrieden, aber auch ein bisschen nicht. Kompliment auch an Nürnberg für diese Entwicklung und die Handschrift in der Kaderzusammenstellung.“

Spielererstatement (Georg Margreitter):

„Für mich als Verteidiger ist es immer gut, wenn wir kein Gegentor bekommen. Wir waren weite Teile des Spiels ordentlich unter Druck, das muss man zugeben. Zwingende Torchancen hat sich Bochum aber kaum herausgespielt. Für mich besonders bitter, dass ich den Siegtreffer nicht erzielt habe.“

Spielererstatement (Eduard Löwen): „Ich weiß noch nichts zu meiner Verletzung, es ist ein bisschen wie nach dem Spiel in Heidenheim. Wir werden sehen. Wir haben abwartend gespielt, Bochum hat ein super Spiel gemacht. Wir können über den einen Punkt froh sein. Seit elf Spielen ungeschlagen – das muss man erst mal packen.“

Die Spieler im Einzelnen:

Fabian Bredlow 9 Notenpunkte (3+ numerisch: 2.67)
Eine tolle Parade, sonst tatsächlich beschäftigungslos, da kein anderer Bochumer Schuss aufs Tor ging.
Ulisses Garcia 5 Notenpunkte (4 numerisch: 4)
Kam nach 57 Minuten für Werner. Machte seine Sache etwas besser als dieser, weil die Abspiele präziser waren. Doch auch dem Schweizer fehlte es an Dynamik und auch an Cleverness, um sich wirklich für mehr zu empfehlen.
Eduard Löwen 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Phasenweise versprühte der als Zehner eingesetzte Allrounder die übliche Dominanz, phasenweise fehlte es seinem Spiel aber auch an Präzision.
Patrick Erras 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Durch das Pressing der Bochumer manchmal arg unter Druck. Dafür mir ordentlicher Passquote. 80% gewonnene Zweikämpfe zeigen seine Wichtigkeit fürs Spiel.
Georg Margreitter 11 Notenpunkte (2 numerisch: 2)
Turm in der Schlacht II: Klärte auch, was zu klären war, spielte die Kopfballstärke aus, dadurch kurz vor Schluss fast mit dem 1:0 nach einer Ecke.
Tim Leibold 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Defensiv ordentlich im Spiel, offensiv ausbaufähig wie alle.
Ewerton Almeida Santos 10 Notenpunkte (2- numerisch: 2.33)
Turm in der Schlacht I: Klärte, was zu klären war, hielt viele Bälle vom Nürnberger Tor weg. Einmal mit unkonventionellem Klären, sonst sehr sicher auch in diesem Bereich.
Enrico Valentini 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Hatte phasenweise ein paar Probleme mit Sidney Sam, wirkte nach seiner Gelben Karte und der damit verbundenen Sperre fürs Derby sichtlich angefressen. An sich aber solide.
Kevin Möhwald 7 Notenpunkte (3- numerisch: 3.33)
Kam 22 Minuten vor Schluss für den angeschlagenen Löwen. Man merkte dem Spiel des FCN durchaus an, dass Möhwald ihm gut tat: Zwei, drei gute Ballverteilungsaktionen. Aber ohne den ganz großen zündenden Einfluss.
Hanno Behrens 8 Notenpunkte (3 numerisch: 3)
Am Ende blitzte die Klasse des Kapitäns auf als er binnen kurzer Zeit gleich zweimal Mitspieler freispielte. In den 80 Minuten vorher mit schwankenden Leistungen, manchmal etwas hektisch.
Federico Palacios Martinez 4 Notenpunkte (4- numerisch: 4.33)
Hätte den Eindruck eines bemühten aber wenig effizienten Auftritts durch ein Tor in der Schlussphase verbessern können. Zeigte ab und zu seine Qualitäten, insgesamt aber überfordert mit der Rolle als einzige Spitze, auch weil die Mitspieler zu wenig nachrückten.
Tobias Werner 2 Notenpunkte (5 numerisch: 5)
Es lief nichts zusammen bei der Leihgabe aus Stuttgart. Ballannahmen ins Aus, Schüsse in die Wolken, Flanken, die am ersten Gegner hängen blieben. War nix.
Edgar Salli 3 Notenpunkte (5+ numerisch: 4.67)
Machte viele kleine Fehler (festdribblen, Ball verlieren) und war wenig ins Spiel eingebunden.
Adam Zrelak Ohne Bewertung
Kam in der 85. Minute für Salli. Mehr gibt es über ihn aber auch nicht zu berichten.

31 Gedanken zu „Analyse: Probleme – Pressing, Präzision #BOCFCN #FCN

  • Die 11 bzw 10 Punkte für die IV finde ich etwas zu hoch angesetzt, vor allem im Vergleich zur Benotung gegen Duisburg. Gerade Margreitter klärte sehr häufig durch wilden Befreiungsschlag aus dem 16er, womit Bochum im Ballbesitz blieb und den Druck hoch halten konnte. Natürlich ist das immer ein Ritt auf der Rasierklinge, rausschlagen vs. flach spielen (Risiko eines Fehlpasses in gefährlicher Zone). Haben wir diese Saison auch schon schlechte Erfahrungen aka Gegentore mit gemacht. Allerdings war ich da wirklich der (überheblichen) Ansicht, der Club hat mittlerweile die Qualität. Köllner sprach in der PK von spielerischer Zermürbung, habe Ich wenig von gesehen.
    Gut indes: Bredlow hat die erste Pressing Reihe 3-4 Mal per gezieltem Ball auf die AV überspielt. Da sah er deutlich verbessert aus.

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  • Ich hatte den Eindruck, dass man auch einfach das ganz große Risiko gescheut hat, wobei dies durchaus auch den taktischen Vorgaben entsprach. Dass Köllner nach 57 Minuten Garcia für Werner gebracht hat, anstatt dem sehr viel offensiveren Stefaniak deutet für mich auch darauf hin. Dabei muss man sich auch die Situation vor Augen halten.

    Aber wir können uns das ja auch leisten, mit dem Vorsprung im Rücken müssen wir nicht immer voll auf Sieg spielen. Am Ende lieber einen Punkt mitnehmen als gar keinen… Und das scheint unser großer Vorteil zu sein, man könnte sogar soweit gehen und behaupten, Ausdruck unserer Qualität und der Grund, warum wir ganz oben stehen: Weil wir wahnsinnig schwer zu besiegen sind. Selbst wenn wir schlecht spielen und unterlegen sind, wie gestern in Bochum oder vor zwei Wochen in Hamburg. Das letzte Spiel, in dem wir am Ende großes Risiko gegangen sind, weil wir uns offensichtlich nicht mit einem Punkt zufrieden geben wollten, war das gegen Ingolstadt. Unsere letzte Niederlage in der Liga.

    Da ist es durchaus eine gute Strategie, eher auf Sicherheit bedacht zu sein und nicht das ganz große Risiko zu fahren. Die Situation vor so einem Spiel ist ja auch lang nicht so einfach wie dass der Spitzenreiter bei einem Abstiegskandidaten antritt. Sondern eher so, dass man auswärts gegen eine Mannschaft spielt, die mit dem Rücken zur Wand steht, noch dazu kurz nach einem Trainerwechsel, der die bekannten „Impulse“ geben soll. Gibt wahrlich einfacheres.

    Und bisher geht die Taktik auch auf. Wir sammeln fleißig und kontinuierlich Punkte, während sich die Konkurrenz dieselben gegenseitig klaut. Ist ja bezeichnend, dass auf Platz 3 eine Mannschaft steht, die seit dem 13. Spieltag kein Spiel mehr gewonnen hat. Und in der Tabelle der Spieltage 14-24 auf dem vorletzten Platz rangiert. Gleichzeitig haben wir uns einen komfortablen Vorsprung herausarbeiten können, trotz teils widriger Umstände, wie dem (teils kurzfristigen) Ausfall von absoluten Leistungsträgern.

    Genau so müssen wir weitermachen. Nichts auf die leichte Schulter nehmen, aber mit dem Bewusstsein, enorm schwer zu besiegen zu sein und dass die Konkurrenz sich enorm steigern und sehr viel mehr Punkte einfahren muss, können wir unser Ding durchziehen. Und dann holen wir sicherlich auch die nötigen Punkte für den Aufstieg.

    Ein Sieg jetzt dann im Derby wäre natürlich schon enorm hilfreich, v.a. stimmungstechnisch. Wird aber natürlich wieder ne extrem harte Nuss, mit Valentini muss ein weiterer Leistungsträger ganz sicher und mit Löwen ein weiterer eventuell ersetzt werden. Mal schauen. Aber auch mit einem weiteren Unentschieden könnte man gut leben. Wär dann halt nicht der große Wurf sondern ein weiterer kleiner Schritt. Aber halt immer noch ein Schritt nach vorne.

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    • Sehr gut geschrieben SCRamjet.
      Der Backup für Valentini müsste doch jetzt eigentlich Brecko sein und wenn Löwen auch ausfällt, dann sowieso. !? Es sei denn Köllner hat wieder eine ganz andere Idee.

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        • Gerade eben läuft das Spiel noch mal und Salli hatte wirklich einige Aktionen nach hinten, die mir gestern weniger aufgefallen sind.
          Aber ehrlich gesagt wäre mir das System mit Salli als Wing dann doch zu risikoreich.

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          • In der defensiven Mann gegen Mann Sehe ich ihn gut.
            Nach vorne tun sich aktuell alle schwer. Leider kommt da Werner an erster Stelle

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  • Vielen Dank, Flo, für Deine Mühe!
    Sehr bemerkenswert finde ich vor allem Deine Aussagen im Schlußabsatz Deiner Ausführungen:

    Tatsachen, die über ein in vielen Belangen schwaches Spiel hinwegtrösten können, aber nicht hinwegtäuschen dürfen. Es war nun wiederholt der Fall, dass der FCN gegen aggressiv auftretende, viel Kraft investierende Gegner Probleme hatte.

    Da wird von Trainer- und Spielerseite immer die hohe Systemvariabilität sogar mitten im Spiel als große Stärke angeführt, aber das Pauli und jetzt auch Bochum-Spiel zeigt auf, wie unsere Offensive in den beiden üblichen Spielsystemen mit vergleichweise einfachen Mitteln sehr zahnlos gemacht werden kann.
    Bisher hatten wir Glück, daß spielerisch bessere und offensiv gefährlichere Mannschaften, wie zum Beispiel Duisburg oder Düsseldorf, eben nicht das Pauli-Bochum-System genutzt haben sondern uns mit ihrer Spielweise eben sehr entgegenkamen. Gefühlt gewinnen wir deshalb eher gegen die guten Mannschaften und schaffen dann tendenziell gegen die vermeintlich (?) einfachen, gegnerischen Mannschaften aus der Abstiegszone „nur“ ein Unentschieden.
    Darauf erwarte ich jetzt, wie Flo, wirklich Antworten des Trainerteams.

    Die Notengebung kann ich auch wieder unterstreichen, Valentini hätte ich vielleicht etwas schlechter bewertet mit dem Hinweis „nur ein einzig brauchbarer Standard war für seine Ansprüch doch wirklich viel zuwenig“.
    Ich habe mir kurz überlegt, ob ich nicht kritisieren sollte, daß Du mir zuviele Dreier statt Vierer vergeben hast. Aber Du hast schon recht, immerhin haben wir nicht verloren, auch wenn wir zum Großteil ein schlechtes Spiel abgeliefert haben, das ergibt dann insgesamt schon ein „Befriedigend“.

    Und vielleicht sind unsere Anforderungen an die Mannschaft auch einfach mit dem eventuell zu hohen Tabellenplatz zu arg gestiegen? Das Saisonziel „gute Platzierung im vorderen Tabellendrittel“ haben wir bisher doch fast wie im Traum weeeeeeeeit übertroffen. Jetzt erwartet man vom „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey, hey“ doch insgeheim, daß er gerade die schwächeren Gegner vom Platz putzt, wie Aue V2.0, V3.0 usw. Leider nein, wir sind dann eben doch nicht der „Marktführer“ in der 2. Bundesliga und müssen, wie dortige Spielbetrachter das dann doch beim Sekt und Hummergenuss immer Stadion fest einplanen und erwarten, nach wie vor kleinere Brötchen backen.

    NOCH wird es keinen ARD Brennpunkt geben, wenn der Club 0:0 beim drittletzten Bochum spielt. NOCH! Wir arbeiten aber daran! 🙂

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    • Dass wir mit einer derartigen Spielweise Probleme haben, zeigte sich aber bereits in der Vorrunde.
      Da war es allerdings so, dass unsere Gegner in erster Linie mit so einer Spielweise bei uns im Stadion antraten, während sie in ihren Heimspielen mehr versuchten, selber das Spiel zu machen.
      Daraus resultierte dann unsere große Auswärtsstärke und Heimschwäche.

      Das hat sich etwas gewandelt, die Gegner stellen sich besser auf uns ein und treten auch in ihren eigenen Stadien mit so einer Taktik an, was es uns sehr schwer macht und sich auch darin niederschlägt, dass wir seit der Winterpause auswärts erst ein einziges Tor erzielt haben. Zuhause haben wir aber anscheinend mittlerweile genug Selbstvertrauen, um unser eigenes Spiel durchzuziehen und sehr effizient zu agieren, und kommen so bislang im Schnitt auf 3 Tore pro Partie. Die dürfen es am Samstag auch gerne wieder werden.

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    • Dem stimme ich uneingeschränkt zu.
      Unansehnliches, aber effizientes Spiel. Und die taktische Rechnung ging ja fast auf. In der letzten Phase wäre beinahe noch das Tor gelungen. Der Abstand auf den Relegationsplatz trotz Unentschieden

      Demzufolge sollte uns die Erste Bundesliga spielerisch besser liegen als die 2. Kampfliga. 😉

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  • 10 Spiele nur noch vom Aufstieg entfernt. Wir kommen jetzt in die Saisonphase, in der sich Kaderbreite und die Fähigkeit des Trainers Ausfälle kreativ zu kompensieren die entscheidenden Faktoren werden. Ich denke mit Köllner sind wir da sehr gut aufgestellt und wie man in Bochum gesehen hat, Köllner hat das auch neulich schon gesagt, jetzt kommen die Spiele die auch unansehnlicher werden und nur das Ergebnis zählt und wenn man auch mal mit 1 Punkt zufrieden sein muß. Bochum war so ein Spiel.

    Es werden einige Spiele kommen mit viel Kampf und Krampf aber es zählt eben nur den Abstand zum Relegationsplatz zu halten. Wir sind bei 10 verbleibenden Spielen in der absoluten Pole Position. Und ja ich habe auch bei dem Fürth Spiel ein mulmiges Gefühl, Derbys sind so unberechenbar wie Pokalspiele.

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    • Meine Angst vor spielentscheidenden Fehler des nächsten Unparteischen steigt ins unermessliche. Gestern zum Beispiel habe ich bis zum Schluß auf einen unberechtigten, komischen Elfer gegen uns gewartet.
      Bisher sind wir bemerkenswerterweise davon sehr verschont geblieben. Außer unschöner Tendenzen, war da bisher kein Pfeifenmann dabei, der seinen Namen verdient gehabt hätte. Das ist fast ein Wunder für einen Verein, der schon mehrmals wegen gehäuft schlechter Schirientscheidungen abgestiegen ist. Aber ich will da nix beschreien!
      (Nächstes Jahr müssen wir uns dann auch mit dem Kölner Keller beschäftigen, hoffentlich oder hoffentlich nicht…)

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  • Man könnte bei Valentini auch argumentieren, dass Sidney Sam bis zu seiner Auswechslung keinen Stich gemacht hat, genauso wie Kruse auf Bochumer Seite vollkommen aus dem Spiel war. Ich denke ROM und LOM waren sehr stark in die Defensive eingebunden und konnten so weniger Kraft nach vorne investieren. Was auch daran lag dass unser 8er Spiel und damit die Spielkontrolle Richtung Box ziemlich wild waren. Folglich weiß ich nicht warum Löwen hier im Vergleich mit einer 3,33 bewertet wurde. Dominanz auf der 10 ? Widerspricht ja schon der Grundbewertung von Werner und Salli, die ja nicht ins Spiel einbunden waren. Was durchaus die Aufgabe der 10 ist. Kann mich zumindest an keine einzige gefährliche Situation erinnern die Löwen dominiert hätte. Ganz im Gegenteil, das Spiel in die Box wurde mit der Einwechslung von Möhwald erst wieder ordentlich und schon kamen die Chancen. Salli und Werner, welche beide einen immensen Aufwand betrieben, hier in der Bewertung zu opfern – seltsam. Auch wenn sie nach vorne kaum aktiv waren. Ich fand es taktisch enorm interessant, eigentlich ein Spiel wie gegen Union Berlin, nur ohne Führung. Zudem ist ein Punkt in Bochum ordentlich, jetzt die Fürther schlagen und man ist dicke mit im Rennen.

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  • Das mit dem Elfmeter ging mir gestern im Stadion genauso, hab mich über den Schiri mehr geärgert als über das gefrorene Bier in meinem Becher. Und ich hatte ständig dieses Gefühl, das der Mann in schwarz einen (unberechtigten) Elfer pfeift. Die Sorge, dass Bochum aus dem Spiel heraus eine Bude macht, war da eher gering

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  • Leider muss man erkennen, dass weder Zrelak noch Stefaniak bisher eine Rolle spielen können.Nicht mal , wenn sie von der Bank kommen.damit stellt sich die mannschaft quasi von alleine auf und die Lücke ,die Ishak hinterlässt, kann nicht ersetzt werden.Es fehlen etwas die Optionen.Der Spielaufbau ist mit Salli und Werner zu anfällig für falsche Entscheidungen und leichte Ballverluste und Löwen ist (noch) kein Spielmacher.Und Palacios kein Vollstrecker, eher ein Zuspieler.

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    • Genau, unser „brutal guter Kader“ ist am Ende vielleicht doch auch etwas der eigenen Propaganda geschuldet und es geht ihm etwas die Puste aus. Wenn jetzt der polyvalente Eduard länger ausfallen sollte, dann wird die Nähkante doch deutlich werden. Apropos: Gibt es dazu schon eine Meldung?

      Immerhin haben dieses Problem zum Saisonende hin aber alle anderen Mannschaften ebenfalls. Sperren durch gelbe Karten und Fehlstände von Stammspielern durch Verletzungen, das Liedchen kann doch auch die Konkurrenz singen.

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    • Als Sebastian Kerk ausgefallen war, hat die Mannschaft auch ein paar Spiele gebraucht, um das zu verdauen und sich neu zu finden. Vielleicht ist das jetzt nach Ishak auch so und wir werden demnächst wieder etwas gefährlicher im Sturm.
      Zumindest hoffe ich das.

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    • Zrelak hat bei seinen Einwechslungen bisher ca. 10-15 Minuten gespielt. Wirklich bewerten möchte ich das (noch) nicht, ehrlich gesagt.
      Stefaniak hat bisher nicht überzeugt, genauso wenig wie Garcia meiner Meinung nach. Glaube aber auch, dass Bochum das gestern mit dem Pressing extrem gut angestellt hat.

      Palacios muss man etwas Zeit geben. Der Junge hat bisher noch nie 2. Bundesliga gespielt und hat in den ersten Spielen sich sehr gut eingefunden. Seine Tore werden kommen, aber allein durch seine Physis kann er kein 1zu1 Ersatz zu Ishak sein.

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      • Für mich kein Mann für die Spitze!
        Neben Möhwald sicher besser aufgehoben! Und vielleicht anstatt von Löwen!?

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        • Sehe ihn schon als Spitze, allerdings nicht als alleinige. Entweder als Nebenmann zu einem, der Räume schafft oder vielleicht sogar auf dem Flügel (rechts/links) um dann nach innen zu ziehen um eine Überzahlsituation in der Mitte zu schaffen.
          Aber als alleinige Spitze tut er sich mit seiner fehlenden Physis natürlich schwer. Das mag vielleicht in Spanien funktionieren, dort wird aber auch anders Fußball gespielt als hier in der 2. Bundesliga.
          Wobei man sagen muss, dass das Spiel am Sonntag schon gehobener 2.Liga-Fußball war – es fehlten nur die Torabschlüsse.

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  • Wer ersetzt denn jetzt Valentini im Derby? Der Brecko oder der Jäger? Auf der Linksverteidiger-Position haben wir mit Leibold, Uli und Sepsi drei Spieler und noch Lippert, der aber wohl noch länger ausfällt. Rechtsverteidiger haben wir nur den Zabotini und Brecko. Der Slowene glänzte jedoch in letzter Zeit eher nicht und war meistens nicht mal im Kader.
    Angeblich kann Jäger auch Rechtsverteidiger spielen, gab dabei im Spiel FCN II gegen die 60er aber eine eher schlechte und wackelige Figur ab. Für mich war er sogar der schlechteste Clubspieler auf dem Platz. Ihm gelang nichts, das mag daran gelegen haben, daß er, wie auch Flo über Hufnagel schon meinte, es als Spieler aus der ersten Mannschaft besonders gut machen wollte und deshalb eher einen Krampf herausbrachte. In der zweiten Halbzeit, als Geyer von einer Vierer- auf eine Dreierkette umstellte, gab er dann einen Innenverteidiger ab und war da etwas besser.
    Statt einem 4-1-4-1 dann gleich eine Dreierkette mit Ewerton, Mühl und Margreitter im Derby statt Brecko auf Links?
    Ich bin gespannt.

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    • Variante 1: Garcia links, Leibold rechts (oder umgekehrt)
      Variante 2: Brecko ersetzt Valentini
      Variante 3: Löwen ersetzt Valentini
      Variante 4: Dreierkette und Löwen ersetzt Valentini
      Variante 5: Dreierkette und Brecko ersetzt Valentini
      Variante 6: Dreierkette und Garcia/Leibold ersetzt Valentini
      Variante 7: Dreierkette und Salli ersetzt Valentini
      Variante 8: Knipfer ersetzt Valentini.

      Jäger hat am Samstag eigentlich immer den RIV in der Dreierkette gegeben, das sah manchmal nach RV aus, weil die weit auseinander gezogen war, aber der Rechtsverteidiger/rechte Wing Back war Knipfer.

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      • Interessante Gedankenspiele.
        Dazu zwei Fragen:
        a) Hat Knipfer jemals schon bei den Profis mittrainiert?
        b) Warum nicht Petrak in der Dreierkette?

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        • a) Wohl nicht, ließe sich aber ja ändern. Umstellung in Sachen System wäre bei nem 3-4-1-2/3-4-3 ja nicht vorhanden, spielt die U21 ja auch.
          b) Wäre auch ne Möglichkeit, aber löst das RV/RWB-Problem ja nicht.

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  • Törles Knöll, der Neuzugang im Sommer 2018, ist heute Abend live bei Sport1 im Spiel VfL Wolfsburg II vs. Hamburger SV II, in der Regionalliga Nord zu sehen.
    Anpfiff 20:15 Uhr.

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      • Und er hat auch im Spitzenspiel der Regionalliga Nord wieder sein Tor zum 2:2 Ausgleich gemacht.

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  • Jetzt ist es fix. Knöll kommt. Könnte gut passen.
    Gut gemacht, Herr Bornemann, zumindest vom Zeitpunkt her.

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