„Jede Stimme zählt“ #FCN #FCND98

Vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen Darmstadt 98 sprach Clubfans United mit Jana Wilfing über die Stimmungslage in Hessen

Düsseldorf legt vor, Kiel macht Druck – der FCN ist gefordert. „Du musst!“ ruft man sich am Platz zu, wenn es gilt einen Zweikampf zu gewinnen, weil hinter dir keiner mehr ist der ausbügeln kann. „Nürnberg muss“ jetzt auch, will man aus der Mini-Krise kein ernsthaftes Kopf-Problem machen, will man aus einer brenzligen Situation schadlos herauskommen. Immerhin kann man Düsseldorf wohl noch dankbar sein, dass ihr Sieg die Konkurrenz in persona Bielefeld auf Distanz hielt.

Apropos Bielefeld. Dass Bielefeld, Regensburg, Sandhausen, Duisburg und Kiel die ärgsten Verfolger des Spitzen-Duos sind, muss man sich auch erst Spieltag für Spieltag vergegenwärtigen. Ebenso wie den Umstand, dass mit Darmstadt am Sonntag der aktuell Tabellenvorletzte zu Besuch ist. Klangvolle Namen umrahmten vor Saisonbeginn die Ambitionen der Hessen – Champions-League Erfahrung mit Altintop und Großkreutz auf dem Platz, mit Frings einer der Ikonen des Sommermärchens 2006 auf der Trainerbank. Doch nach ordentlichem Saisonbeginn ging es im Grunde ab Spieltag 7 im freien Fall nach unten. Zwischenzeitlich hat man den Trainer gewechselt und versucht mit Dirk Schuster wieder die alten Geister zu rufen, die Darmstadt einst bis in die Bundesliga brachten. Doch auch unter Schuster läuft es nur bedingt besser, immerhin ist man seit drei Spielen ohne Niederlage und versucht daraus schon eine kleine Positiv-Serie zu beschwören.

Und der Club? Musste zuletzt nicht nur die schlechte Stimmung aufgrund der letzten Ergebnisse verarbeiten, sondern auch die Unruhe aufgrund von Transfergerüchten in den Griff bekommen. Da kam es gerade Recht, dass die letzte Woche fast angenehm ruhig rund um den FCN war. Es wurde viel geredet (intern) und trainiert. Und ein Rasen neu verlegt, damit es wieder rund läuft – in Reihen des Club.

Interview mit Jana Wilfing

Nicht nur Köllner konstatierte, dass die Lilien ein sympathischer Verein sind, worauf man allerdings wenig Rücksicht nehmen könne. Das kann man nur bestätigen. Darmstadt 98 und seine Fans genießen viele Sympathien, auch weil ihnen das Gehabe und Gepose mancher anderer Vereine, gerade im Großraum Rhein-Main-Gebiet, weitgehend fehlt. Das Böllenfalltor, kurz „Bölle“, ist eine der letzten echten Kult-Stätten des Fußballs in Deutschland – bar jeden Glamours, mit dem sich die Clubs von ganz oben gern umgeben. Wir sprachen mit Jana, Lilien-Fan seit dem 12. Lebensjahr, was es bedeutet ein Lilien-Fan zu sein. Mehr eine Verpflichtung als ein Anspruch, eher eine Aufgabe als eine Forderung. Werte, die in einer Fanszene wahrlich nicht mehr selbstverständlich sind.

[Clubfans United] Hallo Jana, herzlich Willkommen bei Clubfans United! Bitte stell dich doch kurz unseren Lesern vor, was du so machst und was dich mit den Lilien verbindet.

[Jana] “Gude erstmal :) Ich bin Jana, 26 Jahre alt, und arbeite als Projektmanagerin in einer Frankfurter Digitalagentur. Zu den 98ern gehe ich seit ich 12 bin und seitdem stehe ich auch im Fanblock. Damals haben eine Freundin und ich beschlossen uns das ganze einfach mal anzuschauen. Seitdem sind die Heimspiele am schönsten Stadion der Welt, dem altehrwürdigen Bölle, fester Bestandteil meiner Wochenendplanung – und auswärts geht’s natürlich auch so oft wie möglich. Ich erinnere mich auch gerne an die Zeit, in der ich zu meinen ersten Heimspielen gegangen bin. Da war es noch ein Highlight, wenn mal mehr als 2.000 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden hatten. Umso mehr genieße ich es heute, wenn die Gegengerade auch bei schlechtem Wetter aus allen Nähten platzt und die komplette Süd unsere Jungs nach vorne schreit. Die letzten Jahre haben dem Verein, aber auch meiner Heimatstadt und allen Heinern einfach unfassbar gut getan. Jetzt hoffe ich natürlich, dass wir die Liga doch noch halten und uns dort etablieren können. Und so wie ich unsere Mannschaft aus den letzten Jahren kenne werden wir das in der letzten Minute des 34. Spieltags auch noch schaffen! ;)“

[Clubfans United] Wir kennen uns ja aus dem beruflichen Alltag und leiden oft genug miteinander nach den Spieltag (Hashtag #ichwillheutenichtüberfußballreden). Was macht für dich dieses seltsame Fan-Dasein so reizvoll, gerade bei Vereinen wie den unseren, bei dem man im Grunde nie was gewinnen kann, aber trotzdem nicht davon loskommt?

[Jana] “Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht so genau beschreiben. Mich hat’s einmal erwischt und seitdem fehlt auch was, wenn man mal ein oder zwei Spiele verpasst hat. Man geht ja doch jede Woche mit der Hoffnung ins Stadion, dass die Mannschaft dieses Mal das Ruder rumreißt. Da zählt natürlich auch jede Stimme – die Mannschaft braucht uns Fans momentan mehr denn je. Und wenn’s an einem Spieltag nicht klappt, dann schreie ich mir am nächsten eben wieder die Seele aus dem Leib. Wie schon erwähnt, kenne ich auch andere Zeiten, als wir in der Regional- und Oberliga gekickt haben und mit dem Fahrrad zu den Auswärtsspielen fahren konnten. Und auch da hat mich irgendwas angetrieben, mir das immer wieder anzuschauen. Was das ist und woher das kommt, kann dir wahrscheinlich kein Fan so richtig beschreiben. Man leidet zusammen, man gewinnt aber auch nur zusammen.”

[Clubfans United] Darf ich Dich auch an der Stelle fragen, was es mit deinem Lilien-Tattoo auf sich hat?

[Jana] “Ja, klar! Eigentlich hatte ich die Idee schon länger. So richtig hat das ganze aber erst mit einer Wette im Stadion angefangen. Es war der 24. Mai 2015 und unsere Lilien spielten am Bölle gegen Sankt Pauli doch tatsächlich um den #Uffstiesch in die erste Bundesliga. Ich war schon tagelang vorher aufgeregt und konnte das alles gar nicht begreifen. Nach dem ein oder anderen Äppler zur Beruhigung kam was kommen musste. “Wenn mir uffsteije, tättowier isch mir ne Lilie auf den Arsch!”. Was danach passiert ist, muss ich euch wohl nicht mehr erzählen. In den nächsten Wochen und Monaten gab es diverse Ideen, wie das Kunstwerk aussehen soll. Da es mein erstes Tattoo war und ist, habe ich mir etwas mehr Zeit genommen und wollte nichts überstürzen. Schließlich wollte ich die Lilie ja nicht nur wegen einer Wette, sondern aus Liebe zum Verein und meiner Heimat unter die Haut gehen lassen. Im September 2016 war es dann endlich soweit. Seitdem ziert die Lilie meinen Rücken (nein, es wurde dann doch nicht der Allerwerteste ;) ) – umrandet von einem Bembel, der symbolisch für meine Vorliebe zum Äppler und meine Heimat steht.“

‘Egal ob Schnee, egal ob Regen – wer laut schreit, dem wird schon warm’

[Clubfans United] Du wirst am Sonntag nach Nürnberg fahren, um deinen Verein zu supporten. Ich nicht… Dabei hätten wir sogar zusammen fahren können, aber ich kann aus familiären Gründen nicht den ganzen Sonntag unterwegs sein. Wie wichtig ist dir “live dabei”? Könntest du auch eine “Lilien-Fernbeziehung” haben, bspw. wenn es dich mal beruflich oder familiär weit von Darmstadt entfernt verschlagen sollte und du auf TV und Web angewiesen wärst?

[Jana] “Mir ist es sehr wichtig, so viele Spiele live im Stadion zu erleben wie möglich. Gerade die Heimspiele versuche ich alle zu erleben, das ein oder andere muss ich mir dann aber auch im Fernsehen anschauen. Es ist schon ein komisches Gefühl, das eigene Stadion dann im TV zu sehen und die Mannschaft nicht selbst unterstützen zu können. Bei den Auswärtsspielen lässt sich das schon besser verkraften – aber gerade da zählt jeder Fan, der die Jungs anfeuert. Daher ist es auch ‘egal ob Schnee, egal ob Regen – wer laut schreit, dem wird schon warm’, um mal einen Klassiker der Darmstädter Lieder zu zitieren. Da fahre ich am Sonntag auch gerne bei 0° nach Nürnberg. Falls ich tatsächlich mal weiter von Darmstadt wegziehen sollte, wäre das schon schwierig. Natürlich könnte ich nicht alle zwei Wochen zum Heimspiel nach Hause fahren, würde es aber so oft wie möglich versuchen.”

[Clubfans United] Wie kann man jemandem eigentlich erklären, dass eine Mannschaft wie Darmstadt, die doch so gut besetzt ist und die 2. Liga ja eigentlich auch kennt, so derart komplett verwachst haben kann über nun so eine lange Zeit in der Saison?

[Jana] “Das ist eine gute Frage. Vor der Saison wurden wir von allen als einer der Aufstiegskandidaten gehandelt – mit der Favoritenrolle im Hinterkopf und vielen neuen Spielern ist aber der Kampfgeist verloren gegangen. Mit Torsten Frings hatten wir zwar einen guten Trainer, aber er hat es leider nicht geschafft, aus all den neuen Spielern eine richtige Mannschaft zu formen. Da bringen einen auch “große Namen” wie Altintop und Großkreutz nicht weiter. Der Trainerwechsel hat leider auch nicht den erhofften Umschwung gebracht, und dann steht man in der zweiten Liga eben ganz schnell weit unten. Jetzt werden wir wieder als Absteiger gehandelt und der Kampfgeist, den Dirk Schuster auch immer predigt, keimt langsam wieder auf. Ich glaube in Darmstadt kann man nur gewinnen, wenn man als Underdog ins Spiel geht und andere Vereine ärgern kann – so wie euch hoffentlich am Sonntag!”

[Clubfans United] War es im Nachhinein ein Fehler, auf Stars wie Großkreutz und Altintop oder Rosenthal zu setzen? Oder war es der größere Fehler, auf einen vollkommen unerfahrenen Trainer wie Frings?

[Jana] “Ich glaube nicht, dass es ein Fehler war auf bestimmte Spieler oder einen unerfahrenen Trainer zu setzen. Frings war als Spieler immer als Kämpfer bekannt, damit hat er genau zu unserem Verein gepasst. Ich glaube, dass in der Mannschaft einfach etwas gefehlt hat, was auch er nicht herzaubern konnte. In den Saisons davor gab es einen ganz besonderen Zusammenhalt im Team. Jeder hat den Fehler vom anderen ausgemerzt und ist die extra Meter selbstverständlich gerannt. In der Form konnte man das in dieser Saison leider noch nicht beobachten.”

Ich habe ihm mittlerweile verziehen

[Clubfans United] Mit Dirk Schuster kam der verlorene Sohn wieder zurück. Warum passt Schuster so nach Darmstadt? Ist es nur das Wunder des Durchmarsch, das da verbindet? Oder gibt es da noch mehr?

[Jana] “Natürlich verbindet uns vor allem das Wunder von Bielefeld und der Aufstieg in die erste Liga für immer mit Dirk Schuster. Wir haben mit ihm die größten Erfolge der Vereinsgeschichte gefeiert und das obwohl wir auch mit ihm eigentlich in die 4. Liga abgestiegen wären. Im Prinzip ist er jetzt in einer ähnlichen Situation wieder zu uns gekommen wie 2012, als wir kurz vorm Abgrund in die Regionalliga standen. Einige Fans nehmen es ihm zwar immer noch übel, dass – und vor allem auf welche Art und Weise – er den Verein nach dem Klassenerhalt im Stich gelassen hat. Ich habe ihm mittlerweile verziehen, weil ich glaube, dass er genau zum Verein und dem Darmstädter Publikum passt. Genau wie er wollen wir sehen, dass die Mannschaft kämpft und sich bis zur letzten Minute nicht aufgibt. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit ihm den Umschwung noch schaffen können.”

[Clubfans United] Letzten Spieltag habt ihr ein schmeichelhaftes Remis gegen Ingolstadt geholt, dabei war der Elfmeter zum Ausgleich auch noch eine krasse Schwalbe. Lilien-Präsident Fritsch und Fabian Holland äußerten sich nachhinein sinngemäß, dass das eben dazugehöre. Rechtfertigt letztendlich die Situation alle Mittel?

[Jana] “Ganz ehrlich, solche Szenen sieht man doch mittlerweile jeden Spieltag und bei fast jedem Spiel. Welcher Stürmer hätte sich in der Situation denn nicht fallen lassen? Gerade im Abstiegskampf muss man eben auch mal in die Trickkiste greifen, um ein Spiel vielleicht auch noch drehen zu können. Dafür hat es leider nicht mehr gereicht, aber das Spiel hätte am Ende auch keinen Sieger verdient gehabt – weder Ingolstadt, noch die 98er.“

[Clubfans United] In Nürnberg lief es fast optimal (zumindest nach den Ergebnissen) nach der Winterpause, doch jetzt geht gerade gar nichts mehr. Vor allem die Niederlage gegen Fürth tat weh, euch sicher auch. Ist die Schwäche des Club die Chance von Darmstadt am Sonntag? Oder ist genau diese Situation, in der auch Nürnberg jetzt Druck hat, besonders unglücklich für euch?

[Jana] “Ja, du hast ja meine Reaktion auf eure Niederlage ja unmittelbar mitbekommen, das hat schon wehgetan. Die sind eben unser direkter Konkurrent im Abstiegskampf – da hatten wir schon fest auf den FCN gesetzt. Ich befürchte, dass es für uns am Sonntag ziemlich schwer wird. Nürnberg will seit Jahren aufsteigen und ist diese Saison super dabei – da tun die 0 Punkte aus den beiden letzten Spielen natürlich besonders weh. Auf der anderen Seite fühlen wir uns in der Rolle des Underdogs besonders wohl und freuen uns, wenn wir euch den Aufstieg nicht zu leicht machen können ;)“

Hanno hat in Nürnberg einen Verein gefunden, in den er gut reinpasst.

[Clubfans United] Mit Behrens und Kempe sind zwei Spieler dabei, die hüben wie drüben schon gespielt haben, manche sogar im Wechselspiel (Kempe). Hättet ihr als Fans lieber Behrens als Kempe wieder gehabt? Wenn man das so despektierlich überhaupt formulieren kann? Hanno ist ja wirklich ein cooler Typ und toller Leader dazu.

[Jana] “Nein, Tobi Kempe passt super nach Darmstadt. Alle haben sich gefreut als er wiederkam und es war als wäre er nie weg gewesen. Und Hanno hat in Nürnberg auch einen Verein gefunden, in den er gut reinpasst. Er spielt ja jetzt auch schon länger bei euch und ich würde es ihm gönnen, wenn er euch in die erste Liga führt.”

Lieber ans Millerntor als ins Volksparkstadion und lieber ins Wedaustadion als in die Turnhalle in Gelsenkirchen

[Clubfans United] Viele Fans von Mannschaften wie Union oder Darmstadt sehen den Aufstieg gar nicht so als großes Ziel. Man kickt viel lieber im Unterhaus gegen andere Traditionsmannschaften mit lebendiger Fanszene. Geht es dir auch so? Lieber “Alte Försterei” als “Wirsol Rhein-Neckar-Arena”? Oder doch lieber “Signal Iduna Park” als “Stadion am Hardtwald”?

[Jana] “Ja, absolut. Die beiden Jahre erste Liga waren zwar toll – riesige Stadien, große Stars, die im Bölle aufgelaufen sind, die Bayern in unseren Katakomben… Am Ende bin ich aber nicht wegen anderen Vereinen oder Spielern unterwegs, sondern um meinen Verein zu unterstützen. Und dafür gehe ich lieber ans Millerntor als ins Volksparkstadion und lieber ins Wedaustadion als in die Turnhalle in Gelsenkirchen. Abgesehen von der Stimmung in den Stadien finde ich die zweite Liga auch viel spannender als die erste. Die Bayern werden immer Meister, aber wer am Ende aus der zweiten Liga aufsteigt, kann dir vor der Saison keiner sagen.”

[Clubfans United] Hand aufs Herz: Wie ist dein Gefühl für Sonntag?

[Jana] “Ich find’s super schwierig einzuschätzen. Auch weil die Leistung von unseren Jungs von Woche zu Woche schwankt. Wir haben jetzt zwar mal wieder ein paar Spiele nicht verloren, aber auch keins so richtig überzeugend gewonnen. Der Glubb will aufsteigen und braucht dringend mal wieder drei Punkte, wir wollen nicht absteigen und brauchen die Punkte noch dringender. Für uns zählt aktuell nur ‚gewinnen‘ – ich hoffe, das klappt am Sonntag. Die Punkte für den Aufstieg dürft ihr gerne bei anderen Spielen sammeln ;)”

[Clubfans United] Besten Dank! Zum Abschluss fragen wir zuletzt immer, was euer Spieler im Field-Interview direkt nach dem Spiel zu diesen Fragen antworten wird: »Woran hat’s gelegen?«, »Wie geht’s jetzt weiter?«

[Jana] “Da wir ja hoffentlich gewinnen, sowas wie ‘Wir haben heute die alten Tugenden wieder ausgepackt und müssen jetzt an diese Leistung anknüpfen. Die Fans haben uns wieder nach vorne gepeitscht und für sie wollen wir den Klassenerhalt schaffen.’


Das Interview führte Alexander Endl (Clubfans United) mit Jana Wilfing vom 15.3. bis 16.3.2018 via E-Mail.

© Foto: Endl / In den Katakomben am Darmstädter Bölle 2016


Steckbrief für Gastleser: Clubfans United ist ein Fußballmagazin für Fans des 1. FC Nürnberg. Clubfans United beschäftigt sich allerdings nicht mit der Fanszene im Speziellen (eher im üblichen Rahmen einer Berichterstattung), schreibt auch nicht aus oder über „die Kurve“ oder Erlebnisse rund um den Stadionbesuch, sondern vielmehr über den Sport, den Verein (fokussiert auf den Profi-Fußball) und die mediale Berichterstattung. Wir sind also mehr Sportmagazin als Fanmagazin in dem Sinne, nur eben, dass wir das als Fans betreiben und auch aus dem Blickwinkel schreiben. Alles weitere bei Interesse etwas ausführlicher hier: clubfans-united.de/was-ist-das-hier

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30 Gedanken zu „„Jede Stimme zählt“ #FCN #FCND98

  • Die derzeitige Entwicklung erinnert ein wenig an die Abstiegssaison 2014, als der Club in der Rückrunde unter Verbeek nach vier Siegen in Folge einen scheinbar komfortablen Vorsprung auf den Relegationsplatz hatte. Anschließend ging es aber Steil bergab – abgesehen von einem Heimsieg gegen Stuttgart gab’s nichts Zählbares mehr…

    Zwei Parallen zu heute: Erstens, wichtige Spieler standen uns nicht zur Verfügung (Ginczek, Chandler), zweitens, die gegnerischen Trainer hatten anscheinend unser System durchschaut und probate Gegenmittel gefunden.

    War damals aber noch ein Josip Drmic im Team, der selbst in der Phase des Niedergangs noch regelmäßig traf, wirbelt heute ein Edgar Salli im Sturm, der bei seinen Angriffsbemühungen entweder mit dem Ball in den Gegner läuft oder ein Offensivfoul zieht.

    Alles andere als ein weiteres Spiel ohne Sieg wäre daher eine große Überraschung, und Köllners Mutmach-Parolen („Wir haben keine Krise“) klingen für mich wie das Pfeifen im Walde. Aber ich lasse mich morgen gerne eines Besseren belehren…

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    • Kann man doch überhaupt nicht vergleichen. Verbeek wäre nie auf die Idee gekommen so abwartend zu spielen wie Köllner die letzten zwei Wochen.
      Da wären wir mit wehenden Fahnen ins Verderben gerannt. 😉

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    • Dieser unglaubliche Defätismus rund um den Club ist schon bemerkenswert. Und dann wundert man sich, wenn sich die Stimmung auf das Team überträgt. Man nennt das self fullfilling prophecy.

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      • Also ich war vor dem Derby sehr positiv .. hat sich das nicht erfüllt. Leider funktioniert das mit der self fullfilling prophecy so rum nicht. :-O

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        • Im Hinspiel hat man das Derby gewonnen. Und man hat an x Spielen gewonnen, die alle schon mit dem Attribut „aber das vergeigen sie auf jeden Fall“ versehen hatten. Jetzt haben wir mal ein Spiel verloren. Wenn man oft genug unkt, ist auch ein Treffer dabei. Und selbst wenn man es „mal“ anders erwartet, sieht man dann doch die alten Muster. Aber was für Muster? Nürnberg hat zur Zeit in einer ausgeglichenen Liga ein Tief, das andere schon hatten oder noch haben werden. Am Ende wird es ein enger Kampf um den Aufstieg. Das hat nix mit dem Club speziell was zu tun, sondern was mit Leistungsfähigkeit, Reaktion und Gegenreaktion (taktisch) und auch mit Kaderbreite und Selbstbewusstsein. Nur auf letzteres hat man als Fan letztendlich einen gewissen Einfluss. Und wenn man diesen nutzt, um wirklich jeden im Team klar zu machen, dass man das Scheitern ja nur erwartet, hat man (als Fan) einen schlechten Job gemacht.

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          • Apropos: Ich warte immer noch auf den tiefen Einbruch von Kiel. Den hast Du uns doch fest versprochen! Ich wähl Dich nie mehr an die Spitze von CU! So wird der brave Wähler hintergangen! 😀

            Auweh, von Klabautern müssen wir uns wohl für lange Zeit verabschieden. Sehr tragisch.
            Bei deren Schuldenständen und dubiosen Finanzgebahren führt ein Abstieg in die dritte Liga wohl dann zum wirtschaftlichen Offenbarungseid und in die völlig Pleite.

            Union sammelt fleissig erste Punkte gegen den Abstieg und Sandhaufen verspielt eine 2:0 Führung daheim. Wenn das dem Club am Sonntag passieren würde, dann wär was los.

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            • Kiel ist doch eingebrochen, nur alle anderen sind es auch.
              Und so souverän wie sich das 4:2 von Fortuna anhört war es gestern bei weitem nicht. Von den Kielern ganz zu schweigen.
              Jetzt schauen wir erst mal was uns der Club morgen anbietet und dann haben wir schon wieder die allseits beliebte Länderspielpause.

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              • So souverän, wie sich die 0:0, 0:1 oder das 0:2 anhört waren die auch nicht…

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  • Ich denke, die Mannschaft hat erkannt, um was es geht. Es zählt nichts anderes als ein Sieg gegen Darmstadt. Wenn man das nicht schafft, wenn es nur ein mageres 0:0 geben sollte, so kann man echt schwarz sehen und dann muss man auch klar sagen, dass ein Aufstieg nicht verdient wäre. Kiel wird wohl dem Club bis zum Schluss im Nacken sitzen und Kiel ist nicht gewillt zu schwächeln. Mit welchen Kampfwillen die Norddeutschen ran gehen, da kann man sich eine Scheibe abschneiden. Es muss ein Pflichtsieg her und sonst gar nichts.

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    • Vor und nach jedem Spiel zu erklären dass es jetzt um Alles geht, sonst… ist ganz schön ermüdend.12-14 Punkte werden es noch sein müssen, die kann man dann auf die restlichen Spiele verteilt holen.Diese Punktausbeute entspricht im Übrigen genau unserem derzeitigen Punkteschnitt.
      Sollte Kiel sich bis dahin auf der 3 halten, wäre ein vier Punkte Vorsprung bis zum Spiel in Kiel natürlich beruhigend.Diese Punktausbeute entspricht im Übrigen genau unserem derzeitigen Punkteschnitt

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      • Man muss dies erwähnen, dass es in diesem Spiel um mehr als nur 3 Punkte geht. Bei einer Niederlage oder ein müdes 0:0 wird die Psyche der Spieler angegriffen und die Fähigkeiten in den nächsten Spielen blockiert. Wir hatten das in den letzten Jahren nicht nur einmal, dass die Mannschaft zuhause gegen Clubs, die am Tabellenende standen Spiele vergeigt hat, weil sie einfach zu lasch oder abwartend an die Sache rangingen. Erst mal hinten dicht machen und dann schaun, was passiert, das geht nicht. Die Darmstädter müssen von Anfang an unter Druck gesetzt werden. Der Club ist dazu in der Lage, weil er es noch vor einigen Spieltagen gezeigt hat. Dass der Hauptstürmer fehlt, darf hier keine Ausrede sein.

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    • Clickbait vom Feinsten 😄 Im Ernst, ich finde es zum Kotzen, leider gibt es hierfür so gut wie nie eine gelbe Karte. Aber ich sage nur Wück…

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    • Was bekämen wir denn beim Gewinn der Fairplay-Tabelle? Momentan sind wir mit drei Punkten vor Pauli immer noch Erster.

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      • Was bekämen wir denn beim Gewinn der Fairplay-Tabelle?

        Den Arjen-Robben-Segelflug-Guldenpersönlich verliehen vom Meister der Lüfte.

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        • Robben? Das ist doch der angewandte Physikprof der Universität Leiden, der jedesmal praktisch nachweist, daß der 16er für ihn die vierfache Erdanziehungskraft hat.
          Diese Tatsache hat sich leider bei den Bundesligaschiedsrichtern noch nicht herumgesprochen.

          Der HSV führt 1:0 durch ein wunderschön herausgespieltes Tor. Was passiert als nächstes? Fließen Flüsse bergauf? Löst die Bundesregierung alle Probleme im maroden Land? Man darf gespannt bleiben.

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  • Ich hoffe nur wir spielen nächstes Jahr nicht gegen den HSV. Deren Abstieg ist fix der Drops muss nur noch zuende gelutscht werden.

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  • Hoffentlich wurde unsere Mannschaft rechtzeitig über die Kopfballstärke des gegnerischen Spielers Sulu bei Standards aufgeklärt.

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    • Ich denke schon, dass der Trainer, ein Fuchs, wie er ist, dies zur Kenntnis genommen hat. Denken wir mal positiv. Es könnte ein Befreiungsschlag werden. Der Club schlägt Darmstadt hochüberlegen mit 3:1. Das wär doch was, nach den lezten bescheidenen Spielen und der sch… Kälte draussen.

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  • Was für ein toller Artikel, den Ihr heute im Pressespiegel verlinkt habt.Danke!! Ich glaube, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so ein offenes Interview gelesen. So deutlich hat auch noch nie jemand den Mann der hier nicht genannt werden soll,angegriffen 😉 Daß da auch ne Portion Frust dabei war,ist klar. Dennoch glaub ich ihm fast ausnahmslos. Lesenswert!!

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  • Da muss der Bredlow hin! Bleibt auf der Linie stehen – Kopfschütteln!

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